Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : litespeed 4 anfängertauglich?
hallo!
meine frage ist
wie sich diverse 3er geräte(HG) von 2er geräten jeweils
mit offener VG unterscheiden
in manchen tests wird sogar von" fast anfängertauglich"
z.b litespeed 4 mit offener VG gesprochen
dann könnte ich ja theoretisch die VG mit meinem können schrittweise steigern
bin gerade beim umstieg von GS auf HG!
danke für die beiträge
Ulf Brech
06.11.2002, 08:29
Moin,
durch die von der VG abhängigen Schränkungsanschläge bei den neuen Hochleistern ist es sicherlich gelungen, mehr Sicherheit mit mehr Leistung zu vereinen. Der Litespeed (5) fliegt bei loser VG mit viel Bügeldruck und hat große Pitch-(up)-reserven. Er reagiert noch angenehm direkt auf Steuerimpulse ohne sich aufzuschaukeln und V-Stall ist sehr klein. Im Vergleich zu einem gutmütigen Turmdrachen vie z.B. Vector, Speed oder Xtralite ist er auf jeden Fall viel zäher(längere Rollzeiten). Das ist in der Luft relativ egal, aber beim Landen werden Fehler nicht so einfach verziehen und beim Start sollte auch alles stimmen.
Es hängt natürlich vom Talent des Piloten ab, wie schnell man damit klarkommt, aber auf dem Weg dorthin ist es mit dem Litespeed auf jeden Fall schwieriger und teuerer. (Steuerbügelseitenrohr 75 Euro) Besser erst mal 'nen einfachen Turmhochleister für fast umsonst (im Winter ist es sowieso egal) und dann weiter sehen.
Gruß Ulf
hangglider
07.11.2002, 00:47
Tu es nicht !
Fliege lieber zuerst maxmal einen voll 2 eingestuften Drachen.
Die bekommt man gebraucht relativ günstig.
Ein Turmloser wird dich überfordern.
zuerst danke für die tips!
aber welche gebrauchte 2 od. 2-3 geräte
könntet ihr mir vorschlagen die auch vom preis her
im rahmen sind, denn sehr lange werd ich mit diesem teil
warscheinlich nicht fliegen wenn ich einigermaßen zurecht
komme muss ein turmloser her
Ulf Brech
08.11.2002, 08:22
Wie schwer bist Du denn?
mein gewicht liegt bei ca. 75kg
hätte einen merlin 148 od. up speed im auge
od. ist davon abzuraten?
Hi,
der UP ist ein sehr gutes Ger?t, hier simmt die Leistung und das handling.
Gru? Manf
Hallo funfly,
der Merlin ist auf jeden Fall bei den Steuerkräften leichtgängiger und wendiger als der UP. Ein Nachteil des Speed ist auf jeden Fall das Ersatzteilproblem. Es gibt zwar einen neuen Betreuer aber dieser kann die Ersatzteile nur nach Vorlage von alten Teilen fertigen, da der ehemalige Besitzer Weber seine Bauunterlagen nicht rausrückt.
Schau dir auch mal den Sport von Wills Wing oder den Milan von Bautek an, sind auch schön zu fliegende Drachen mit sehr guter Leistung im unteren Geschwindigkeitsbereich.
Egal wie Du dich entscheidest, auf jeden Fall probefliegen dann merkst Du gleich mit welchem Vogel du zurechtkommst.
Hallo,
also ein merlin ist bestimmt kein anfängerdrachen. da kannst du problemlos eine turmlosen der neuesten generation fliegen. was starten und landen angeht, geht der turmlose wahrscheinlich noch einfacher als ein merlin. heute gewinnt man gar nichts mehr wenn man einen turmhochleister einem turmlosen vorzieht. der turmlose ist sogar noch sicherer was die flugeigenschaften, bzw. nickstabiliät angeht. du wirst nie das gefühl haben es reisst dir den bügel aus der hand wenn du in starke thermik einfliegst.
die generelle frage ist doch, ob man als anfänger nicht erst mal 2 jahre einen vector oder was vergleichbares fliegen sollte. höhe wegziehen zu können ist ja so schön auf den ersten aussenlandungen...ausserdem ist routine durch nichts zu ersetzen ausser durch noch mehr routine.
in diesem sinne
gruss
michi
baertschi
11.11.2002, 12:52
Hallo Funfly
Ich möchte die Aussage von Michi unterstreichen. Ich stand letzten Frühling vor derselben Problematik (siehe Thread zum Thema „Delta: Direkter Umstieg von Anfängerflieger auf Turmlosen sinnvoll?“). Damals habe ich unter anderem den Merlin und den WW Fusion (Turmlos, kam 96/97 auf den Markt) Probe geflogen. Vom Flugverhalten her habe ich keine wesentlichen Unterschiede festgestellt (soweit man dies nach einem einzigen Probeflug beurteilen kann). Jedenfalls hatte ich z. Bsp. beim Probeflug mit dem Moyes Xtralite oder Bautek Saphir (haben beide einen Turm) wesentlich mehr Stress... Ich habe mich dann für den Fusion entschieden, mit dem ich zwischenzeitlich ca. 25 Flüge gemacht habe und sehr zufrieden bin.
Michi hat es bereits gesagt, worin eine mögliche Problematik liegt: So besteht auch für mich aufgrund der grösseren Gleitzahl eines Turmlosen und meiner mangelnden Erfahrung (habe ca. 100 Flüge) die Hauptschwierigkeit beim Fliegen mit dem Fusion darin, wie ich bei kleinen ungünstigen Landeplätzen am besten die Landeeinteilung mache bzw. rasch Höhe abbaue.
Schlussendlich stellt sich für Dich natürlich auch die Frage, wie Du Dein Geld investieren willst bzw. wie Deine Pläne und Ambitionen für die Zukunft aussehen. Als Anfänger ohne langjährige Erfahrung muss man halt eher mit einem Crash rechnen. Bei einem Turmdrachen für 1000 Euro fällt ein Totalschaden nun mal weniger ins Gewicht als bei einem Turmlosen für 3000 Euro oder bei einem Starren für 7000 Euro. Sofern Du für die Zukunft mit einem Starren liebäugelst, macht es allenfalls Sinn, Dein Geld dafür zu sparen und halt mal ein zwei Jahre mit einem günstigen Turmdrachen zu fliegen.
Viel Glück bei der Entscheidung. Gruss Matthias Bärtschi.
Robert Benedek
11.11.2002, 18:24
Hi,
also ich bin vom Funfex auf den Merlin umgestiegen.
Am Merlin ist in der Luft nicht viel auszusetzen. Meiner hat nicht gezickt - man darf halt nicht gleich beim ersten Flug die Speedbar bis zum Knie durchziehen. Das geht recht leicht.
Wer kräftig genug ist und ein gesundes Kreuz hat (Gewicht, VG-Betätigung) ist mit dem Vogel bestens bedient.
Laminare Grüße
RB
danke für eure tips
wie oben schön beschrieben ist es ja teilweise auch die gleitzahl
die es für anfänger schwierig macht so ein ding zu fliegen,
wie sehen da eigentlich die unterschiede von diversen geräten
in der gleitzahl aus
Hallo funfly,
gleitzahl hin oder her so pauschal kann man das eigentlich nicht sagen aber ich denke dass die gleitzahlen bei allen drachen ob mit oder ohne turm im bereich von 10-11 im normalen flug (bestes gleiten) liegen. Was bei den turmlosen halt fakt ist, dass die ihr bestes Gleiten ungefähr bei 55 km/h haben also dort knapp unter 1m/s sinken haben. das sieht bei einem merlin z.B. anders aus. man merkt die mehrleistung von turmlosen eigentlich erst im oberen geschwindigkeitsbereich und bei langen gleitstrecken tun einem aufgrund des geringen bügeldrucks einfach nicht so schnell die arme weh.
wo man auch noch merkt ist natürlich beim landen, da haben die turmlosen je nach VG stellung einen ziemlich grossen bodeneffekt, bzw. ausgleitstrecke. das kann man natürlich mit einem bremsschirm beheben, aber ich sag die es ist ein scheiss gefühl wenn man sich seinen drachen nicht mehr ohne bremsschirm zu landen traut.
das ziel muss doch sein seinen drachen auf dem berühmten bierdeckel landen zu können, nur so macht das fliegen auch wirklich spass weil du einfach keinen stress hast. es kann ziemlich schnell sein, dass du anfängst fluggebiete zu meiden weil dir die landeplätze nicht passen (obwohl der da drüben mit dem mrx schon wieder perfekt trifft). wie oft gibt es landeplätze die leicht abfallend sind?
verteh mich nicht falsch, aber in erster linie gehts für mich obwohl ich auch comps fliege beim fliegen um spass und nicht um leistung ( und es geht mitunter ziemlich fix dass man den verliert).
ich möchte auch nicht zu pessimistisch erscheinen es kann auch gut sein du kommst immer super klar wenn du dir jetzt einen turmlosen kaufst...
gruss michi
querformat
12.11.2002, 09:12
Hallo funfly,
ich pflichte Michi bei. Man verliert sehr schnell den Spaß, wenn's stressig wird, und das lohnt sich einfach nicht. Aber den Litespeed würde ich schon mal probefliegen; er ist wohl wirklich sehr gutmütig mit entspannter VG. Dasselbe habe ich beim Laminar auch empfunden.
Der Merlin hat sehr wenig Bügeldruck, und läßt sich z.B. hinter dem UL sehr entspannt fliegen. Aber am Anfang Bügeldruck gibt auch deutlich Rückmeldung, und das ist auch Sicherheit. Das Sinken wird aber echt ruckzuck mehr, wenn Du etwas schneller fliegst.
Übrigens: verschiedene Hersteller haben heute quasi dasselbe Segel auf kingposted und topless; zum Beispiel Sensor oder auch Litespeed. Letzten gibt es als Litesport mit Turm, und der Leistungsverlust (wirklich nur in höherem Geschwindigkeitsbereich) soll nicht sooo groß sein. Aber er ist preiswerter und natürlich auch "sorgloser" zu transportieren.
Paß nur auf: die erste Generation der Turmlosen war nicht immer so toll. Wenn Topless, dann besser die Aktuellen, das ist meine Erfahrung.
Grüße, Paul
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Dietrich Schröder
12.11.2002, 09:48
Habe mir gerade meinen zweiten Drachen gekauft, einen gebrauchten WW Ultrasport (DHV 2). Fliegt superschön, ist ziemlich leicht (29kg), und einfach aufzubauen.
Die Leistung reicht mir, ich will (vorerst) Manfred Ruhmer noch keine Konkurrenz machen.
Wenn Du gleich mit einem tumlosen Hochleister einsteigst, ist die Wahrscheinlichkeit nicht ganz klein, dass Du ziemlich bald in einen nicht ganz bequemen Landeplatz reinsemmelst, einen Totalschaden baust und die Lust am Fliegen erstmal oder endgültig verlierst. Damit wärst Du nicht der erste. Außerdem kannst Du Dich kaum noch auf spätere Steigerungen freuen. Der schönste und weiteste Flug ist Scheiße, wenn er nach verpatzter Landung im Krankenhaus endet.
Nimm lieber erstmal einen Intermediate, z.B. Laminar Easy, US oder einen anderen der im letzten Fly & Glide vorgestellten Vögel. Fliege ohne Stress und steige um auf einen Turmlosen, wenn Du Dich reif dazu fühlst. Besser werden macht Spaß! Aber ständig überfordert zu sein und mit zusammengekniffenen Hinterbacken zu fliegen macht keinen Spaß.
Habe ich jetzt etwa irgendwas wiederholt, was die Anderen schon gesagt hatten??? :o)
viel Glück
Dietrich
Wichtelmann
12.11.2002, 15:32
Hallo Michi,
in deinem Beitrag schreibst du, daß Turmgeräte und turmlose HG eine Gleitzahl zwischen 10-und 11 haben.
Ein paar Zeilen weiter gibst du das beste Gleiten von Turmlosen bei 55 kmh und unter 1m/sec. an.
Dies würde einer Gleitzahl von ca. 15 entsprechen.
Ich denke, daß die Wahrheit irgend wo zwischen 10 und 15 liegt.
Kennt jemand Vergleichsfliegen aus der jüngsten Vergangenheit?
Mich würde auch der tatsächliche Leistungsunterschied zwischen Starren und Turmlosen interessieren.
Im OZ-Report habe ich einen Bereicht aus dem Jahr 2000 gefunden, wo der Verfasser Straub über dieses Thema doziert.
Zumindest im Wettkampf sind die Leistungsunterschiede in der Gleitzahl eher marginal. Die turmlosen Wettkampgeräte sind den Atos angeblich ebenbürtig.
Was habt ihr für Infos zu diesem Thema und wie sind eure eigenen Erfahrungen in Bezug auf Leistungsunterschied Turmlos und Starre??
Fette Wolken
Wichtelmann
Ala delta
12.11.2002, 19:10
Hallo Michi,
10 - 13 - 15.
Bei gütegesiegelten Geräten fliegt kein Turmloser einem Starren davon.
Aladelta
Thomas Gietl
12.11.2002, 20:15
Original geschrieben von Ala delta
10 - 13 - 15.
Bei gütegesiegelten Geräten fliegt kein Turmloser einem Starren davon.
Doch, wenn der eine Pilot mit dem Turmlosen besser umgehen kann als der andere mit dem Starrflügler ;)
Happy landinx
Thomas
Ich verstehe, das Geradeausfliegen oder Gleiten mit nem Starren ist wirklich kompliziert, das kann nicht jeder ;-) (grins)
Jens
Thomas U.
13.11.2002, 08:40
Unter folgendem Link gibt es eine Ergebnistabelle vom Gleitwinkelfliegen in Anger (aus dem Jahr 2001). Bei 300 m Höhenunterschied mußte eine Strecke von 3 km geflogen werden (also 10er Gleitwinkel).
http://private.addcom.de/kamml/club/ang.htm
Gruß, Thomas
Hallo Leute,
Ich hab gewusst, ich sollte nichts über Gleitzahlen schreiben...
Ich weiss nur eins( und das aus Erfahrung):
mit einem Turmlosen der neuesten Generation, komplett optimiert (Gurtzeug, dünne Verspannung, Helm mit Visier, Slipstream etc), flieg ich mit einem Starren dessen Pilot Räder am Bügel hat und vielleicht noch mit einem alten Gurt fliegt auf jeden Fall (bis 70-80 km/h) mit. Jeder ders nicht glaubt, kann sich gerne mit mir treffen und wir probierens aus...
@ wichtelmann:
Ich bin in meiner aussage von unter 1m/s von mir persönlich ausgegangen, das muss und kann nicht auf alle anderen turmlosen zutreffen (denk mal z.B. an den alten Stealth, der hat noch keine Pitchkompensation, man muss ihn (wie noch ein paar andere Geräte) aber trotzdem zu den Turmlosen zählen...
Verstehst du was ich meine?
Ich denke man kann über Geltzahlen sowieso nur spekulieren. Jeder der schon mal versucht hat eine vernünftige Polare seines Fliegers zu erfliegen weiss, wie schwer das ist...
Yours
Michi
Im übrigen ist das ziemlich erfreulich, hier mal wieder ein paar Deltapiloten zu treffen die zusammen über interessante sachen diskutieren...
Wichtelmann
13.11.2002, 10:47
Hallo Michi,
zumindest die Wettkampfversionen des Litespeed und der MRX700 gleiten anscheinend annähernd so gut wie die Atos.
Die Leistungsunterschiede können auch bei den Seriengeräten auf gar keinen Fall so riesig sein, sonst müßten die Unterschiede in den geflogenen Strecken zwischen den Turmlosen und den Starren deutlich größer sein.
Ich sehe es genauso wie du, daß ein Großteil des Leistungszuwachses der letzten Jahre durch die Verbesserungen im Detail (Trapez, Gurt, Unterverspannung) resultiert.
Alleine die Arme des Piloten verursachen doppelt so viel Widerstand wie der Turm eines Drachens mit Oberverspannung.
Turmloses Drachen sehen zwar klasse aus, die Optik müssen wir aber sehr teuer bezahlen.
Ich bin mir sicher, daß wenn man die Enwicklungsresourcen der letzten Jahre in ein Turmgerät gesteckt hätte, dieses wahrscheinlich genauso gut gleiten würde wie die heutigen Turmlosen.
Dies ist ja tendenziell in dem neuen Moyes Litesport erkennbar.
Wenn man außerdem davon ausgeht, daß die aktiven Drachenpiloten mit den Jahren erfahrener und besser werden, ist es schon erstaunlich, daß z.b das 205 km FAI aus den 90ern von Jo Bathmann nur unwesentlich verbessert wurde. Dies kann 2 Gründe haben. Eventuell haben die Piloten die ganzen Jahre nichts oder wenig dazugelernt und die Geräte sind gleichzeitig ein bißchen besser geworden, oder andersherum die Piloten besser und erfahrener geworden sind, die Geräte aber bei weitem nicht soviel besser wurden, als man uns mit den Herstelleraussagen glauben machen will.
So richtig erstaunlich finde ich, daß es in der heutigen Zeit nicht machbar ist, einen wirklich aussagefähigen Gleitwinkeltest durchzuführen. Im Computerzeitalter in Kombination mit GPS-Systemen müßten vergleichbare Werte zu ermitteln sein.
Ich vermute, daß unterm Strich alle Hersteller Angst davor haben.
Wäre ja nicht so Klasse, wenn sich herausstellen sollte, daß ein 10 Jahre alter AT und Sensor vielleicht nur 1-1/1 Gleitzahlen schlechter ist alls die 7000€ Orchideen von heute.
Und auch die 17-18er Gleitzahlen der Starren würden ziemlich sicher auch ganz schnell um ein paar Zählerchen schrumpfen.
Fette Wolken
Wichtelmann
Hi Wichtelmann,
Ich stimm Dir erstmal zu!
Du hast aber einen wichtigen Punkt vergessen:
Die Geschwindigkeit mit der geflogen wird. Bei den heutigen Ligadurchgängen wird beim Gleiten mit durchschnittlich 70-80km/h geflogen. Würden die Jungs mit 40 Km/h fliegen, bräuchte keiner einen Turmlosen...
Gruss
Michi
Wichtelmann
13.11.2002, 11:40
Hallo Michi,
interessant ist es, sich auf der Liga-homepage die Einzeldurchgänge anzuschauen.
In allen Durchgängen kommt nur eine Minderzahl der Piloten überhaupt ins Ziel.
Von diesen Wenigen haben in der Regel nur eine Handvoll Piloten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 30 km/h.
Dies bedeutet, daß der Gleitanteil auch während eines Wettkampfflugs nur einen ganz geringen Anteil an der Gesamtflugzeit ausmacht (bei den Polaren der HG ist das logisch).
Viel wichtiger für unsere Art von Fliegen ist das schnelle Steigen und unproblematische Fliegen in der Thermik.
Dies erklärt auch, weshalb die Gleitschirmpiloten auch sehr weite Strecken fliegen können, auch wenn die Polare ihrer Schirme viel schlechter als die eines HG sind.
Den wirklichen Vorteil den die Turmlosen haben, ist die Geschwindikeitsreserve und die flachere Polare beim Gegenwindflug.
Aber welcher XC-Pilot fliegt schon freiwillig (außerhalb von Wettkämpfen) große Streckeabschnitte gegen stärkeren Wind?
Ich behaupte, daß nach den aktuellen OLC Regeln die Streckenunterschiede bei Toppiloten die ein Turmgerät bzw. einen Turmlosen oder Starren fliegen nur marginal sind.
Die Entwicklung der Turmlosen dient doch eindeutig dem herkömmlichen Wettkampfsport, der klassiche XC Pilot und der Freizeitflieger zahlt viel Geld für Geräteeigenschaften die er in der Regel aufgrund seiner Flug/Streckenplanung gar nicht braucht.
Die weitesten und besten Streckenflüge sind die, in denen der Pilot so lange wie möglich in der Luft ist - und dazu ist die Gleitleistung bzw. gutes Gleiten bei hoher Geschwindigkeit nebensächlich.
Ich bin mal vor ca. 20 Jahren von der Zillertaler Höhenstraße in 3 Stunden nach Schladming geflogen. Das war ein 40er Schnitt auf ca. 120 km. War trotzdem ein Sch...Ergebnis, da ich bereits um 14.00 Uhr abgesoffen bin. Meine Kiste hatte ich damals auf Maximalgleiten und hohe Geschwindigkeit getrimmt, einen Bart habe ich zuviel ausgelassen und das letzte schwache Steigen konnte ich nicht ausdrehen. Hätte ich eine halbe Stunde länger bis nach Schladming gebraucht und hätte mit einem "weicher" eingestellten Gerät das schwache Steigen auskurbeln können wäre der Tag für mich noch 5 Stunden länger gewesen (die Wolken standen im Osten bis 19.00 Uhr).
Fette Wolken
Wichtelmann
Ulf Brech
13.11.2002, 12:00
Moinmoin,
gestern war am Kandel an der Südflanke etwas Hangaufwind sowie sehr schwache Thermik. Man konnte sehr gut die Sinkgeschwindigkeiten der einzelnen Fluggeräte anhand ihrer Höhe abschätzen. Der alte Zephir war meißtens ein paar Meter unter meinem Litespeed und die Schirme auch (obwohl die an richtig schwachen Tagen eher über mir Fliegen). Aber die zwei Atos' waren deutlich höher.
Das niedrige geringste Sinken der Starrflüger macht das Fliegen bei schlechten Bedingungen bestimmt angenehmer, doch dann werden sowieso keine Rekorde geflogen. Und bei Streckkenflügen an Hammertagen kommt es mehr auf das Sinken bei hoher Geschwindigkeit an und da liegen die Turmlose und Starre nicht mehr so weit auseinander - aber beide weit unter den Werten von Turmdrachen und Schirmen. (Siehe auch OLC und FAI)
Gruß Ulf
Wichtelmann
13.11.2002, 12:45
Hallo Ulf,
Ich glaube schon, daß die Atos im laminaren Hangaufwind und bei schwacher Thermik Vorteile gegenüber den Flexiblen haben.
Wäre ja schlimm, wenn ein 12m Gerät für 10000€ schlechter wäre als ein 10 Jahre alter Zephir, der nicht mal zu seiner aktuellsten Zeit ein Übergerät war.
Ich stimme dir auch zu, daß an absoluten Hammertagen die Turmlosen und Starren Vorteile haben.
Sobald zwischen den Bärten gebrettert werden kann spielen diese Geräte ihre Vorteile aus.
Was ist aber an den sogenannten guten Durchschnittstagen an denen hauptsächlich geflogen wird.
Je mehr bei wechselhaften Bedingungen gekurbelt werden muß, je weniger lassen sich die Vorteile der aktuellen Rennmaschinen ausspielen.
Und wenn man die besten Flüge der Flexis, Starren und GL im Alpenraum vergleicht, sind die Unterschiede wirklich nicht so riesig.
Anders siehts zur Zeit noch im Flachland aus.
Es wird aber auch hier nur eine Frage der Zeit sein, bis die GLer mit Rückenwind regelmäßig über die 200 km fliegen.
Ich behaupte sogar, daß in den kommenden Jahren mehr GLer die 200er Marke im Flachland überfliegen werden als die HGler.
Es ist halt einfacher mit dem GL im Zug zurückzufahren als mit dem Drachen nach einem Rückenwindflug stundenlang auf den Rückholer zu warten (der dies auch nur 1-2 mal mitmacht).
Wie dem auch sei, ich finde die Turmlosen klasse, die Starren gefallen mir noch besser (wenn sie stabiler wären).
Daß aber ein WW Talon doppelt so viel kostet wie früher ein HP ist mit der Leistungsdifferenz dieser Geräte nicht einmal ansatzweise zu rechtfertigen.
Fette Wolken
Wichtelmann
Martin76
13.11.2002, 13:38
@wichtelmann
was mit einem Litespeed 4 möglich ist sieht man wohl hier:
http://records.fai.org/hang_gliding/current.asp?id1=o-1&id2=1
Tomas Suchanek flog mal 375 km auf Dreieckskurs, da hat sich wohl einiges getan zu den 205 von Jo Bathman, weiters glaube ich, daß "km-mäßig" in den Alpen geländebeding nicht mehr viel möglich ist. Allerdings gebe ich dir recht wenn du sagts:
der Freizeitflieger zahlt viel Geld für Geräteeigenschaften die er in der Regel aufgrund seiner Flug/Streckenplanung gar nicht braucht.
Allerdings spielt das bei den meißten keine Rolle. Es geht nicht darum etwas zu haben was man benötigt, sondern eine heiße Rennmaschine die geil ausschaut sprich Eindruck schindet. Ich fliege selbst einen MRX 2002 obwohl ich`s wahrscheinlich nicht bräuchte. Allerdings wollte ich mir keinen NEUEN Drachen mit Turm kaufen, wenn die heutigen turmlosen, zumindest bis 2/3 gespannt, so unproblematisch zu handeln sind.
Martin
Wichtelmann
13.11.2002, 14:51
Das Auge freut sich mit - an den neuen Geräten.
Den Suchanek Flug mit Bathmanns zu vergleichen ist allerdings aufgrund der Geländestruktur nicht ganz o.K.
Fette Wolken
Peter
hallo zusammen!
es freut mich dass dieses thema so grosses interesse findet
und sich in der diskussionsvielfalt almählich ausbreitet.
da hätt ich gleich die nächste frage:
wie wichtig ist eigentlich die genaue flächenbelastung bei HG?
bezüglich speed,dynamik,leistung usw.
denn bei GS ist dass ein eher wichtiger punkt auch sicherheitsbedingt
Ala delta
13.11.2002, 19:26
Diese Gleitzahlangaben sind von mir über ein GPS 12 in Verbindung mit Breuniger Comp. abgelesene Werte. Die Werte streuen im Flug z.B. beim Turmdrachen zwischen 8 und 11. In optimierter Lage ist auch einmal eine 12 kurzzeitig drinn.
Beim Atos fliege ich in der Regel zwischen 14 bis 16. Die Gleitzahl zu Turmlosen Drachen habe ich im hinterherfliegen in mehreren Fluggebieten abgeschätzt. Dabei ist mir noch kein Turmloser Drachen davon gestiegen. Wobei ich dem Turmlosen dann aber auch nicht böse wäre. Mich interessiert dann nur noch die Landetechnik.
Während ich den Atos zwischen 47 und 60 km/h in diesen Gleitzahlen fliege. Liegt der Turm Drachen 38 bis 48 km/h.
In Bezug auf die Strecke sehe ich im Turmdrachen, die Möglichkeit des engräumigen Fliegens. Mögliche Hanglandungen. Kurven in niedriger Höhe. = höhere Risikobereitschaft.
Der Starre fliegt großräumiger. Er muß sauber geflogen werden. Und in enger Thermik ist man schon mal der Verlierer (wenn man nicht alles riskieren möchte). Die Landung ist eher die eines Jumbos - d.h. wenig Richtungswechsel im Endlandeanflug. Hanglandungen???? = Sicherheit fliegen.
Ich bin kein Strecken-Top-crack und fliege ganz normal mit Räder, einem Fahrraddress und optimiertem Gurt.
Im Übrigen halte ich Turmdrachen immer noch für sehr vielseitige und tolle, weil einfache Fluggeräte.
High flights and happy landings.
Hans alias aladelta
hangglider
14.11.2002, 00:36
@funflyer
"wie wichtig ist eigentlich die genaue flächenbelastung bei HG?
bezüglich speed,dynamik,leistung usw. "
Wie bei jedem Fluggerät, bist Du zu leicht, macht die Kiste mit Dir was sie will, bist Du zu schwer, dann gehts eben verstärkt abwärts. Wobei letzteres bei den aerodynamisch besseren Geräten (sowohl HG als auch GS) die kleinere Rolle spielen sollte.
Im oberen Mittelfeld des angegebenen Gewichtsbereichs halte ich bei HG für ideal.
Ulf Brech
14.11.2002, 07:42
Original geschrieben von hangglider
"wie wichtig ist eigentlich die genaue flächenbelastung bei HG?
bezüglich speed,dynamik,leistung usw. "
Moin,
Ohne Luftwiederstand (vor allem Rest-) und würde sich ein Fluggerät nicht bei steigender Geschwindigkeit immer mehr verformen, wäre bei größer werdender Flächenbelastung der Gleitwinkel (in der Luft) konstant, unter Zunahme von Vorwärts- und Sinkgeschwindigkeit. (Deshalb kommen wir auch, wenn wir nicht in die Fläche kriechen, nie an die Gleitleistung der Segler heran) Da das aber (leider) nicht der Fall ist, haben wir relativ enge Grenzen für unser Fluggewicht, um es an die Flugbedingungen anzupassen.
An guten Tagen fliegt man eher schwer, um schneller gleiten zu können und an schlechten Tagen eher leicht, um besser steigen zu können. Da man meißtens nicht, wie der Windsurfer, mehrere Segel zur Verfügung hat, muß man das über Ballast regeln.
Bei Fußstart- (und Lande-) geräten muß man auch den Stallspeed beachten um am Boden überhaupt die nötige Geschwindigkeit erlaufen zu können.¨
Ansonsten sollte man vor dem Kauf des Drachen wissen, ob man eher schnell (z.B. für Akro), oder lieber gemütlich unterwegs sein will.
An ruppigen Tagen, habe ich mir schon oft einen kleineren Drachen (Sturmsegel) gewünscht doch an schwachen Tagen ohne Wind am Start war ich mit meiner großen Fläche sehr zufrieden.
Gruß Ulf
Wichtelmann
21.11.2002, 11:05
Hallo,
ich habe durch Zufall einen richtig guten Artikel von Wills Wing zu diesem Thema gefunden.
Deckt sich gut mit meiner persönlichen Einschätzung und Erfahrung.
Fette Wolken
Wichtelmann
http://www.willswing.com/articles/Article.asp?reqArticleName=HowToChoose&reqLangExt=_deutsche#
thomas_schober
24.11.2002, 17:09
Hi Dietrich,
Ich beschaeftige mich als auch gerade mit dem Thema Umstieg auf ein leistungsfaehigeres Geraet.
Du hast einen Artikel in der FLY&GLIDE erwaehnt, der mich interessieren wuerde. Koenntest du mir den Ausgabemonat nennen, oder noch besser die interessanten Seiten einscannen und mir per Mail zuschicken.
Vielen Dank,
Thomas
Original geschrieben von Dietrich Schröder
Habe mir gerade meinen zweiten Drachen gekauft, einen gebrauchten WW Ultrasport (DHV 2). Fliegt superschön, ist ziemlich leicht (29kg), und einfach aufzubauen.
Die Leistung reicht mir, ich will (vorerst) Manfred Ruhmer noch keine Konkurrenz machen.
Wenn Du gleich mit einem tumlosen Hochleister einsteigst, ist die Wahrscheinlichkeit nicht ganz klein, dass Du ziemlich bald in einen nicht ganz bequemen Landeplatz reinsemmelst, einen Totalschaden baust und die Lust am Fliegen erstmal oder endgültig verlierst. Damit wärst Du nicht der erste. Außerdem kannst Du Dich kaum noch auf spätere Steigerungen freuen. Der schönste und weiteste Flug ist Scheiße, wenn er nach verpatzter Landung im Krankenhaus endet.
Nimm lieber erstmal einen Intermediate, z.B. Laminar Easy, US oder einen anderen der im letzten Fly & Glide vorgestellten Vögel. Fliege ohne Stress und steige um auf einen Turmlosen, wenn Du Dich reif dazu fühlst. Besser werden macht Spaß! Aber ständig überfordert zu sein und mit zusammengekniffenen Hinterbacken zu fliegen macht keinen Spaß.
Habe ich jetzt etwa irgendwas wiederholt, was die Anderen schon gesagt hatten??? :o)
viel Glück
Dietrich
Dietrich Schröder
29.11.2002, 13:56
Hallo Thomas,
das müsste in der September-Ausgabe gewesen sein. Leider kann ich Dir mangels vernünftigem Scanner die Seiten nicht einscannen (jedenfalls nicht vor Weihnachten :)), weil ich derzeit noch nur einen HP Officejet habe, und keinen Flachbettscanner.
Lohnt sich aber (der Artikel), es sind dort eine ganze Reihe Drachen vorgestellt, mit Neupreisen usw.
Viele Grüße
Dietrich
PS Der Ultrasport geht super gut, ich bin total glücklich.
laminarez
30.11.2002, 11:05
also meine erfahrung war, dass ein umstieg problemlos ist.
in meinem fall laminar easy 14 auf litespeed 4.
ich habe mich schwer geärgert das nicht vorher getan zu haben. ok der litespeed ist halt auch genial...
dazu sagen muss ich allerdings, dass ich sehr viel geflogen bin vorher; von "anfänger" kann man also nicht direkt reden.
wen du einen 2er wirklich sicher beherrschst, auch wenn´s mal thermisch bockt etc.. steig´sofort um
grüße joerg
Hallo!
meine ganze aktion mit dem umstieg ( werde aber auch weiterhin mit dem schirm fliegen) hat sich etwas verschoben und so bin ich erst jetzt in den genuss gekommen eine starre fläche zu fliegen
zur zeit ist noch der übungshang angesagt aber es dauert nicht mehr lange bis zu den höhenflügen auf die ich mich schon richtig freue
der grund warum ich in diesem beitrag noch was anhänge ist der dass ich nun einen drachen brauche für die höhenflüge und übern winter zum üben und natürlich auch zum fliegen
vielleicht hätte von euch wer einen zu verkaufen
ein gurtzeug brauch ich auch noch
vielleicht ergibt sich was
mfg
christian
Hallo,
die Frage war doch
hallo!
meine frage ist
...
in manchen tests wird sogar von" fast anfängertauglich"
z.b litespeed 4 mit offener VG gesprochen
dann könnte ich ja theoretisch die VG mit meinem können schrittweise steigern
bin gerade beim umstieg von GS auf HG!
danke für die beiträge
Ich fand solche Äußerungen in Testberichten schon immer etwas leichtfertig. Sie werden von Leuten geschrieben, die seit zahllosen Jahren Drachen fliegen, dann einen Turmlosen mit (wirklich) gutem Handling bei offener VG testen und dann etwas von "fast anfängertauglich" daherreden. Natürlich: Für den Tester verhält sich das Gerät äußerst gutmütig, aber für jemand, der gerade mit Einfachseglern zurechtkommt und noch wenig Flugerfahrung hat, stellt auch ein gutmütiger Turmlos-Hochleister mit offener VG erhebliche Anforderungen bei der Landung, und zwar wegen des (trotz offener VG) hohen Gleitwinkels und wegen des (im Vergleich zum Einfachsegler) deutlich engeren Fensters zum Rausdrücken (Wegsteigen des Geräts bei zu frühem Drücken!). Ich jedenfalls hatte, als ich vom Einfachsegler auf einen damaligen Turmhochleister (Reflex C1) umstieg, doch einige Mühe (und 2 verbogene Steuerbügel), bis ich bei der Landung zurechtkam.
@ Jörg: Dein Umstieg war eben viel behutsamer als das, was sich funfly vorstellt: Du bist viel geflogen mit einem (doch schon recht leistungsfähigen) Intermediate, dann auf Litespeed umgestiegen. Das geht ohne Probleme, da bin ich ganz Deiner Meinung. funfly stellt sich die Frage aber während der Umschulung auf Drachen.
Nochmal: Die "Hochleisterlüge" besteht darin, dass Turmlose nur von vielfliegenden Spitzenpiloten beherrscht werden können. Das stimmt einfach nicht. Aber man sollte im eigenen Interesse den Umstieg nicht zu früh und den "Upgrade-Schritt" nicht zu groß machen.
Gruß
Carsten.
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