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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : entstehende/ vergehende Thermikwolken unterscheiden



martin2005
02.06.2006, 15:55
Hallo,

Ich habe brav (als immer noch bekennender Anfänger) das Thermikbuch vom Burkhard gelesen, der empfiehlt die Thermikwolken lesen zu lernen. Speziell soll man zwischen auflösenden und entstehenden Thermikwolken (und die dazugehörige aufsteigende Luftmasse) unterscheiden.

Immer wenn ich (derzeit selten wegen Wetter) die Gelegenheit habe Thermikwolken zu sehen (zB auf Arbeit), dann versuche ich dies zu beobachten, hab aber wenig Erfolg dabei. Ich rede hier nicht unbedingt von Hammertagen, wo sich sowieso überall die Cummuli auftürmen sondern Situationen (zB im Flachland) wo der Weg von einer sichtbaren Wolke zur nächsten doch beträchtlich ist.

Irgendwelche Tipps dazu?

lg
Martin

PS: Und wie immer sorry falls das Thema schon irgendwo ausführlich diskutiert wurde, und ich nur zu blöd war dies zu finden.

Steffi
02.06.2006, 19:23
Irgendwelche Tipps dazu?

Hallo Martin,

also, wenn sie entstehen, werden sie größer, wenn sie vergehen, werden sie kleiner. ;-)

Ganz am Anfang sieht man nur Schlieren, die sich dann verdichten.

Solange die Wolke noch wächst, hat sie in der Regel auch ne schöne glatte Basis. Wenn die Basis anfängt, auszufransen, ists i.d.R. vorbei.

Wenn's ne stationäre Thermikquelle ist, die pulsiert, kannst Du das entstehen und vergehen recht gut beobachten. Grad dürften die Bedingungen dafür aber nicht ideal sein :-(

Gruß,
Steffi

martin2005
02.06.2006, 19:55
D.h. entweder die Basis ist bereits zerfranst oder ich muss die Wolke einige Minuten beobachten um eine Tendenz (Wachsen oder nicht) entdecken zu können. Aus einem kurzen Blick oder Foto ist es somit schwer zu beurteilen. Ist das so korrekt.

Danke
Martin

Steffi
03.06.2006, 14:46
Aus einem kurzen Blick oder Foto ist es somit schwer zu beurteilen.
Also ich kanns nicht. Wenn Du in der Luft unterwegs bist und zum Beispiel am Kurbeln bist, solltest Du deshalb auch immer schon in 'weiterfliegrichtung' gucken, wo was entsteht. Das geht ganz gut, weil Du da die Veränderung mit jeder Umdrehung mitkriegst. Wenn Du erst oben guckst, wohin, wird's schwierig, weil Du dann nur ne Momentaufnahme hast.

Gruß,
Steffi

Patrick Jung
03.06.2006, 17:22
[Zitat von Steffi]Also ich kanns nicht. Wenn Du in der Luft unterwegs bist und zum Beispiel am Kurbeln bist, solltest Du deshalb auch immer schon in 'weiterfliegrichtung' gucken, wo was entsteht. Das geht ganz gut, weil Du da die Veränderung mit jeder Umdrehung mitkriegst. Wenn Du erst oben guckst, wohin, wird's schwierig, weil Du dann nur ne Momentaufnahme hast.

Recht hast du anhand der Wolken deinen Flugweg zu beurteilen und festzulegen. Das macht glaube ich jeder Streckenflieger so.
Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, das du mit jedem Kreis den du fliegst die Qualität der Wolken neu beurteilen kannst, schon gar nicht wenn sich noch andere Flieger mit dir in der Luft befinden. Letzlich ist es doch immer eine Momentaufnahme die wir sehen und nach der wir Entscheidungen treffen. Wenn ich mehrere Wolken zu Auswahl habe , schaue ich wahrscheinlich genauso wie du ob die Basis noch schön glatt ist. Gleichzeitig ist es aber sinnvoll den Wolkenschatten zu betrachten um zu schauen, ob die Basis schon löchrig ist und die Sonne schon durchkommt. Die Schattenränder geben Aufschluß darüber, wo die Wolke noch aktiv ist. Die Seite mit den schärfsten Konturen geht in der Regel auch am besten.

Nichts desto trotz, manchmal geht der Thermikofen genau dann aus wenn man die Wolke erreicht hat:(

Letzlich glaube ich, es ist gut, möglichst viel zu lernen um dann zur Intuition zu finden und das Erlernte überwiegend im Unterbewusstsein arbeiten zu lassen.

Grüße - Patrick

Jürgen S.
03.06.2006, 21:06
Hallo,
Zitat von http://www.expandingknowledge.com/Jerome/PG/Article/Technique/Cross_Country/WillGadd_Thermals/Part_2.htm

>>Many pilots make the mistake of climbing to base, then looking around and heading for whatever cloud looks “best,” regardless of where it is in its life cycle.<<

Um den Lebenszyklus beurteilen zu können, musst du sie mehrmals angeschaut haben. Soweit die Theorie.
HTH, Juergen

Steffi
04.06.2006, 08:50
Hallo Patrick,

Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, das du mit jedem Kreis den du fliegst die Qualität der Wolken neu beurteilen kannst, schon gar nicht wenn sich noch andere Flieger mit dir in der Luft befinden.
Muß ja nicht bei jedem Kreis sein aber ab und zu mal schauen, was sich rundrum tut, während Du noch steigst, ist sicher nicht verkehrt. Wenn sooo viele unterwegs sind, daß Du nur noch nach den anderen schauen kannst und keine Zeit hast, auf die Wolken zu schauen, hast Du normalerweise ja auch genug Anzeiger im nächsten Bart und kannst danach fliegen.

Gleichzeitig ist es aber sinnvoll den Wolkenschatten zu betrachten um zu schauen, ob die Basis schon löchrig ist und die Sonne schon durchkommt. Die Schattenränder geben Aufschluß darüber, wo die Wolke noch aktiv ist. Die Seite mit den schärfsten Konturen geht in der Regel auch am besten.
Das ist 'n guter Tip. Wenn man unter den Wolken ist, ist es manchmal schwer zu beurteilen, wie sie als Ganzes aussehen. Da ist der Schatten sicher hilfreich. Werd ich mal mehr drauf achten. Bisher nehm ich den Schatten hauptsächlich, um die Zugrichtung zu sehen und mögliche Auslösestellen zu finden.


Nichts desto trotz, manchmal geht der Thermikofen genau dann aus wenn man die Wolke erreicht hat:(
ja :(


Letzlich glaube ich, es ist gut, möglichst viel zu lernen um dann zur Intuition zu finden und das Erlernte überwiegend im Unterbewusstsein arbeiten zu lassen.
Ja, das ist der beste Weg. Das dauert halt ne Weile. Und es ist für nen Neuling manchmal schwierig von so jemandem was zu lernen. Man kann's dann nämlich oft nicht mehr erklären, warum man jetzt so entschieden hat und da hin geflogen ist ;)

Gruß,
Steffi