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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Fliegt" ein Gleitschirm unter Wasser?



Stefan Hörmann
03.08.2006, 20:16
Hi,

bei den Regenmengen die in den nächsten Tagen (bis min. Dienstag) in den Nordalpen zusammenkommen werden (bis 150 Liter) ist mir grad ne Spontanfrage in den Sinn gekommen.

"Fliegt" ein Gleitschirm unter Wasser? :-)

Würde sich mal anbieten bei dem Regenwetter mit dem Schirm sich gleich in das Element der nächsten Tage zu begeben :-)

Leider sind die Aussichten für Flugwetter derart übel, dass man sich echt Alternativen suchen muss.


Gruß,
Stefan

Nachtwind
03.08.2006, 20:32
Ja... klasse oder? 2 Monate Prüfungsstress und drinnesitzen bei 38° und 2 Monate ohne einer Wolke am Himmel. Und pünktlich zum Ausbildungsbeginn jetzt das. Ich könnt in die Tastatur beissen :D

Nachtwind

mark
04.08.2006, 08:11
Servus

Ich hatte mal einen Saber XS (bei ca 107kg Abfluggewicht) den ich genau für diesen Zweck verwendet habe. Der Schirm flog auch bei strömendem Regen tadellos.
Der Trocknungsaufwand an mehreren Regentagen war aber sehr gross - jeden Tag nasser Schirm auslegen...Trocken wird dieser aber in einer Nacht absolut nicht - das Wasser sammelt sich dann in Pfützen. Derzeit vermisse ich so eine Kiste.

Markus

PS: Mache werden lachen, aber so ein Regenflugtag gewürzt mit etwas Westwind hatte so richtig was "Outdooriges" an sich.

digitalhippie
04.08.2006, 09:59
Sehr interessante Frage Stefan!

Ich denke der Schlüssel ist die Reynolds-Zahl (http://de.wikipedia.org/wiki/Reynolds-Zahl), die für Luft und Wasser sehr unterschiedlich ist.

Ein Profil wird immer für den entprechenden Anwendungsfall berechnet, also in unserem Fall ca 90kg mit etwa 10 m/s in Luft. Nimmt man nun das gleiche Profil in z.B. Wasser, muß man sehr viel mehr Gewicht anhängen (ein paar Tonnen) und es wird vermutlich auch deutlich langsamer 'fliegen'. Die Grenzen dieses Experiments sind: Die strukturelle Integrität des Materials sowie der Wiederstand und die Tatsache, daß ein Gleitschirm kein starres Profil besitzt, er kann also bei zu großem Wiederstand einfach zusammenknüllen (vgl. Ein GS ohne Pilot und GZ fliegt auch nicht alleine durch die Luft, sondern flattert irgendwie runter).

Man kann also den Spieß vermutlich umdrehen und gerade so viel Gewicht anhängen, daß er langsam zum Meeresgrund runtergleitet (man muß halt näherungsweise auf die gleiche Reynolds-Zahl kommen) - es sei denn, das Gewicht zerreißt den Schirm.

Ein GS mit angehängtem Piloten wird unter Wasser sicher nicht fliegen. Manche habe es versucht, keinem ist es gelungen wegen der falschen Reynolds-Zahl ;)

Just my 0.02 €

Henrik.

David
04.08.2006, 16:24
[..] Ein GS ohne Pilot und GZ fliegt auch nicht alleine durch die Luft[...]
Aber ohne Pilot, nur mit Gurtzeug geht schon:

Video bei Youtube.com (http://www.youtube.com/watch?v=OSkeqeUwvKk) :D

hape
06.08.2006, 20:19
Nicht schlecht das Video! Da sieht man mal wieder, dass ein Gleitschirm manchmal ohne Pilot viel besser fliegt.....

Erinnert mich aber irgendwie an die Problematik der offenen Beingurte...

H.-P.

nikolaus
10.08.2006, 17:46
Ich hoffe, Ihr habt Euch die Sicherheitshinweise des DHV gründlich durchgelesen?
http://www.dhv.de/typo/Fliegen_wenn_s_regne.1784.0.html

Gruß Jochen

arcusXC
12.08.2006, 14:58
Och, Wasser tut net weh - Hagel schon -> Hagelunwetter von gestern bei Mailand :eek:
"Schneehagel" (http://www.meteoforum.com/upload/9082112.jpeg)
"Schneehagelberge (http://www.meteoforum.com/upload/9083162.jpeg)