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vlado13
15.08.2006, 21:51
Hallo an alle,

für morgen ist Föhn für die Nordalpen angesagt. Meine Frage: Wie sieht es in Kössen aus bei Föhn??? Kann man dort bei Föhn fliegen???

Danke voraus für die Antwort

Stefan Hörmann
15.08.2006, 21:59
Hallo an alle,

für morgen ist Föhn für die Nordalpen angesagt. Meine Frage: Wie sieht es in Kössen aus bei Föhn??? Kann man dort bei Föhn fliegen???

Danke voraus für die Antwort

Hi,

kein gewöhnlicher Föhn. Es handelt sich um "labilen Sommerföhn". Der Föhn hat es im Sommer besonders leicht wenn bei wenig Hocheinfluss wie morgen keine schützende Inversion vorhanden ist. Von daher, je weniger Sonne, desto eher geht's (oder auch nicht). Je thermischer es wird, umso böser kann der Föhn werden. Dazu morgen auf der Südseite feines Reinwaschen mit dickem Südstau.

Patscherkofel bereits 70 km/h Spitzenwind um 22 Uhr. Sonnblick, Zugspitze und noch paar andere "erst" bei 50 km/h Spitze. So wie es aussieht in den nächsten Stunden bereits Föhndurchbruch bis Innsbruck herab.

Wird alle 10 Min. aktuallisiert:
http://meteo9.uibk.ac.at/MountainMet/stations/data/realtime/meteodat_ffdd_day-1to0.gif

Sehr schön. In 95% aller Föhnfälle dreht der Wind in Innsbruch vor Föhndurchbruch auf WEST.

Pauschalaussagen zum Föhn sind nie angebracht.

Zur Bestimmung ob schon eine Föhnströmung anliegt ist die Windkarte vom Sattelberg im Wipptal gut geeignet.
http://meteo9.uibk.ac.at/MountainMet/stations/data/realtime/sattelberg_ffdd_day-1to0.gif

Da sieht man dass bereits heute Nachmittag der Einschlag auf Süd stattgefunden hat.

edit: "heute Nacht müsste heißen :-)"

Quelle der Karten: http://meteo9.uibk.ac.at/MountainMet/stations/stations.html


Gruß,
Stefan

vlado13
16.08.2006, 08:11
Danke Stefan,

also brauche ich nicht hinfahren?

sonnenscheiner
16.08.2006, 08:24
Meine Frage: Wie sieht es in Kössen aus bei Föhn??? Kann man dort bei Föhn fliegen???
grrrrrrrr!!! Nein, wenn Föhn ist, ist auch in Kössen Föhn Punkt (sorry grrrrr) ;)

Und auch wenn nur eine schwächere Südlage anliegt, ist in Kössen eher schlecht, da das das Gebiet am Tiroler Achental liegt, einem sog. Föhnstrich. Das bedeutet, dass der Bayrische Wind sich dort nicht (oder nur erschwert) durchsetzen kann und damit der Anstoß für die Aufwind/Startwindentwicklung fehlt. Der gegenüberliegende Brennkopf geht dann besser, auch soll Westendorf dann besser als Kössen sein.

vlado13
16.08.2006, 08:33
Alles klar. Ich dachte nur,weil man sagt: Wenn es nirgendwo geht ,dann geht es noch in Kössen. Die Aussage ,daß Kössen in Föhnstrich liegt ist eindeutig. Ich habe es nicht gewusst. Also fahre ich nicht hin !!! Punkt. Vielen Dank Sonnenscheiner.

Oliver
16.08.2006, 09:53
Hallo,

das föhnresistenteste Fluggebiet dürfte das Markbachjoch in der Wildschönau sein. Wenn es sonst nirgends mehr geht, dort schon.

Grüße von Oliver

SVRicci
16.08.2006, 09:55
Föhn? Wo ist der Föhn?
Ich hocke hier am Bodensee bei Dauerregen und Nordwest wind!

Heli
16.08.2006, 10:05
Vergiss Westendorf bei Südlagen!
Aktuell geht da oben ein 20'er Süd ...

Wennst Starkwind fliegen möchtest in der Gegend, dann auf die Hohe Salve in Söll rauf ... da kannst wenn der Föhn nicht durchbricht oben bei diesen Verhältnissen soaren ....

Grüße - Helmut

seidenschwan
16.08.2006, 10:18
Ich weis net, ich war gestern in Westendorf- und die Hohe Salve iss ja gleich neben an- da hätts noch nicht so " Föhnig" sein solln. Habe aber klapper beim Start und Zerleger in der Luft beobachtet. Der Wind war zwar schwach, kam aber von überall her nur nicht aus Startrichtung.


oben bleiben, Seidenschwan

Heli
16.08.2006, 10:50
bin gestern auf der salve geflogen ... war zwar leicht bockig und wind hat von Nord über West auf Süd und wieder zurück gedreht ... aber nit tragisch ....

gueneps
16.08.2006, 21:30
Trotzdem dass es am Patscherkofel fast den ganzen Tag über Spitzenwerte von deutlich über 100kmh gab, wurde in Kössen und am Tegelberg geflogen. Auch am Brauneck gabs nachmittags kaum über 20kmh Wind. Das soll einer verstehen.
Sind sie alle verrückt oder haben sie einfach nur Glück gehabt.

Gruß Günter

foehnflieger
16.08.2006, 21:54
Glück gehabt ;)

als bekennender Föhnflieger - wie der Name schon sagt - geh ich sowies nie vorm richtigen durchbruch zum fliegen :p is ja langweilig sonst :D

Ich habe heute auch lange die Wolken Richtung Blomberg, Brauneck und Jochberg beobachtet :( und es war mit Sicherheit recht spaßig in der Luft :cool: für die nimmerstatten Fluggeilen.
Interessant war das der Wind in Bodennähe bei uns aus NordWest bis West kam....die sich bildenden Cumuli hat´s oben aber dann ganz schön in die andere Richtung verblasen.....

Im Moment legen die Windwerte auch schon wieder zu und am Kochelsee kachelt´s Morgen Früh bestimmt kräftig für die Surfer ;)

Flydoc
16.08.2006, 22:01
Hey Föhni !!
Starkwind-Kollege!!
War gestern am Diedamskopf: Südwestwind:
Deutlich zu sehen aus 3000 m , wie im Rheintal der Föhn durchpfiff
und am Didi gings easy...( und Stundenlang )
SpätNM noch Andelsbuch reingezogen , da waren bereits Rentnerbedingungen
für Thermikverweigerer.

Stefan Hörmann
17.08.2006, 05:29
Hallo und einen wunderschönen guten Morgen,

bin schon seit geraumer Zeit an der Arbeit um für die DHV-Jugend zu schauen was aus diesem Föhntag herauszuholen ist und das sieht leider ziemlich schwach auch, Föhn sei Dank.

Hier mal die vier wichtigen Föhnphasen anhand des Beispiels von Innsbruck.
http://www.gleitsegelwetter.de/temp/17-08-06/foehn.jpg

Phase 1 - Nächtliche Inversion:
Bildet sich durch die nächtliche Abkühlung jeden Tag sofern nicht direktes Frontgeschehen für vertikale Luftmassenumlagerung sorgt. Im Sommer wird sie mit der Thermik weggeheizt, sofern die Sonne genug powern kann.

Phase 2 - Beginn thermische Durchmischung:
Bis zum Beginn des Föhn's muss die Sonne noch ordentlich powern damit die nächtliche Inversion weggeheizt worden ist. Der Durchbruch in diesem signifikanten Föhntal der Alpen erfolgt dann meist schlagartig innerhalb von Minuten. Der Föhnwind selbst sorgt dann für die Durchmischung der Luft aus höheren Schichten herab.

Phase 3 - Föhnphase:
Mit fehlender und schützender Inversion hat der Föhn keine Probleme beständig und den ganzen Tag über bis ins Tal durchzugreifen.

Phase 4 - Übergangsphase:
Mit sinkendem Sonnenstand sinken die Temperaturen im Tal, der Föhn ist aber noch länger stark genug um für zeitweise Durchmischung zu sorgen. Die Luftmasse im Tal ist dabei sehr unruhig und bewegt sich wie eine angestoßene Schüssel mit Wasser. Das ist ersichtlich an den längeren Phasen mit Wildwechsel. Erst mit weiterer Abkühlung tut sich der Föhn immer schwerer die kältere Luft wegzuschieben.

Phase 5 - Einsatz der nächtlichen Inversion
Irgendwann ist die Inversion aber markant genug und der Föhn gleitet über selbige. Im Tal bestimmt dann Talauswind die Windrichtung, wobei der tiefere Luftdruck im Alpenvorland für ein Absaugen der Alpenluft aus den Tälern führt.

Viele Grüße und einen schönen Föhntag,
Stefan

Stefan Hörmann
17.08.2006, 05:30
Hey Föhni !!
Starkwind-Kollege!!
War gestern am Diedamskopf: Südwestwind:
Deutlich zu sehen aus 3000 m , wie im Rheintal der Föhn durchpfiff
und am Didi gings easy...( und Stundenlang )
SpätNM noch Andelsbuch reingezogen , da waren bereits Rentnerbedingungen
für Thermikverweigerer.

Hi,

naja, also vorgestern fing die Föhnphase auch erst an und in den "föhnstabilen"
hält es eben sehr lange noch bis sich da etwas tut.

Gruß,
Stefan

Stefan Hörmann
17.08.2006, 05:33
Trotzdem dass es am Patscherkofel fast den ganzen Tag über Spitzenwerte von deutlich über 100kmh gab, wurde in Kössen und am Tegelberg geflogen. Auch am Brauneck gabs nachmittags kaum über 20kmh Wind. Das soll einer verstehen.
Sind sie alle verrückt oder haben sie einfach nur Glück gehabt.

Gruß Günter

Hallo Günter,

das ist das Ausnutzen der Föhnsituation zumeist von ortskundigen die sich in ihrem Fluggebiet sehr gut auskennen und (hoffentlich) die Situation gut einschätzen können. Zumindest das Brauneck liegt durch die Inssbrucker Nordkette sowie das Karwendelgebirge und die Wachau ziemlich geschützt. Dazu braucht es noch etwas mehr Dynamik und heute Donnerstag mit erwartendem Föhnmaximum in den Nachmittags- und Abendstunden wird das auch dort einwenig einfacher sein; die Fetzen im Säckle zu lassen.

Gruß,
Stefan

gueneps
17.08.2006, 09:24
das ist das Ausnutzen der Föhnsituation zumeist von ortskundigen die sich in ihrem Fluggebiet sehr gut auskennen und (hoffentlich) die Situation gut einschätzen können.

Hallo Stefan,

das glaube ich eher weniger, das sind eher die Urlauber, die sehen es ist gutes Wetter, also kann man auch fliegen.

Grüße Günter

MaTo
17.08.2006, 11:43
Hallo Flydoc!

Wo hast Du den Föhn im Rheintal gesehen?:eek:

Ich sitze jeden Tag hier drin und glaub mir, gestern hat sich noch nicht einmal ein Blatt bewegt!

Ich hatte mich schon auf Soaring am Stettelberg gefreut, aber so eine Flaute draussen am See...

unglaublich!

Greets Marc

JP Philippe
17.08.2006, 18:42
Gut zu wissen wies am Diedams ausgeschaut hat.. und die Bahn läuft auch noch.
Wie stark ist da z.Zt. der Talwind?

Also die letzten Tage war hier am Bodensee nix mit Föhn, max. 2Bft.
Aber nix Inversion, es gab super Thermik (für den Modellflieger..).
Keine Ahnung wo der is, der Föhn?
vielleicht hält ja der Bayrische dagegen, wobei, es sah auch nicht nach wirklich viel Entwicklung in den Bergen aus..

-JP

foehnflieger
17.08.2006, 20:32
Also ich war heut ein wenig mit´m Moped unterwegs, weils bei der nichtabschätzbaren Fönlage momentan selbst mir zu heiß zum fliegen ist ;)

Bin gegen 12 am Walchensee entlang :eek: Surfer und Segler fröhnen ihrem Sport bei Nordwind am See :o
Ein paar Kilometer weiter bei Mittenwald bläst mich der Südwind fast vom Töff :confused: drunt im Inntal bei Zirl bläst´s von Ost, 30km weiter bei Haiming pfeiffts aus West :confused:
Bin dann ins Kühtai...dort auch wieder starker Wind aus West und unten in Zirl angekommen hat der Wind wohl gerade Kaffeepause gemacht :D

Zurück über Mittenwald....immer noch sehr starker Südwind - nur diesmal Rückenwind.....am Walchensee retten sich die letzten ans Ufer da Flaute einsetzt.
Was und wohin oder woher der Wind aauch immer kam......die Wolken am Himmel sprachen recht eindeutig, zumindest die in der Region Karwendel/Benediktenwand.
Flott zerissen ziehende Wolken aus Süd Südwest.....mit sicherheit koa Spaß in der Luft....

gueneps
17.08.2006, 20:57
Ich war heut an der Salve, na ja mittags ost/so mit 20/30kmh, eigentlich fliegbar, wenn da nicht im Hinterkopf wäre, das der Patsch um 10 schon Spitzen über 90 hatte.
Wenn ich gewusst hätte, dass es nicht stärker wird, wäre ich vielleicht geflogen, aber so hat die Angst überwogen und ich habs sein lassen. Solche Flüge machen mir in der Regel keinen Spaß, man weiß einfach nicht wie es weiter geht. Auch wenns die 3.te Urlaubswoche ist, in der ich kaum in die Luft war, die Vernunft hat noch die Oberhand. Morgen ist ein neuer und der letzte Versuch.

Grüße Günter

SVRicci
17.08.2006, 21:19
In Andelsbuch war es heute ab ca 15:30 suppi. Und in Bezau wohl auch.

Gast2
17.08.2006, 22:36
In einiger Entfernung waren wohl "geschliffenere" Wolken zu sehen, aber nix weltbewegendes.

auf eine fröhliche unfallstatistik 2006!

Stefan Hörmann
17.08.2006, 23:39
Hallo,

ich war gestern auf einer netten Föhntour durch Tirol. Fette Lentis zu Anfang von der A7 aus gegen 11 Uhr Richtung Süden. Am Neunerköpfle sind ein paar Hansel geflogen gewesen. Waren grad am packen. Ein Schirm lag lange am Startplatz, ob er noch geflogen ist weiss ich net. Bin weitergefahren. Zu der Zeit aber schon etwa 40er in 2500m. Am Hahnenkamm bei Reutte war auch einer Kurbel, so gegen 11:30 Uhr. Dann ging es aber los mit dem Föhn. Ab Weissenbach im Lechtal kam der Wind aus Süden. Zwar eher schwach mit 20 km/h, aber turbulent wie die sau. Dürfte der Kampf des Föhn mit dem Talwindregime gewesen sein. Dann wurde es wieder ruhiger. Der Talwind war wieder da, aber nur sehr schwach. An der Jöchelspitze haben auch ein paar Jungs gerade ihre Fetzen verpackt. Geflogen ist da keiner mehr, denn der SW-Wind war arg knackig, die Cu's sichtlich stark zerfetzt. Bin dann Richtung Flexenpass hoch. In Warth Südwind um 20 km/h.

Übrigens: Schon sehr oft beobachtet, dass ab dem Hochtannbergpass westlich der Föhn stets viel schwächer ist als östlich vom Arlberg.

Bin weiter nach Zürs und auf den Hexenboden hochgelaufen. Schwacher Südwind im gesamten Hangbereich. Die Cu's in der Höhe (Basis 3000m) hatten es aber eilig nach Norden, zeitweise mit schönen Fischchenformen. Am Arlbergpass legte der Föhn wieder zu. 30-40 km/h aus Süd und wie gewohnt unfliegbar turbulent. St. Anton runter bis kurz vor Landeck war der Talwind wieder aktiv, aber wieder nur sehr schwach. Zudem zunehmender Bedeckungsgrad auf 6/8 ausgebreitet Cu. Kurz vor Landeck hat es dann von Süden her losgekachelt wie irre. 30-40er im Mittel, 50-60 in Spitzen. Diese Böigkeit..., fantastisch. Bis nach Imst hatte der Föhn immer wieder starke Phasen. Ab Fernpass war's wieder aus mit dem Föhn, bis nach Reutte. Da hat's dann wieder geföhnt.

Ab 20 Uhr etwa hat sich die Föhnmauer bis ins Allgäu vorgerbeitet und es wurde sehr sehr trübe. Dann hats auch noch angefangen zu nieseln. In Oberstdorf nur wenige Tröpfchen, bis Kempten immer mehr.

Föhn ist Föhn? Nö, nicht überall wo Föhn drin ist steht auch Föhn drauf. Die Cu's heute haben in dem von mir besuchten Alpenteil zumeist sehr wenig mit Lentis zu.

Hannes Schmalz hatte es 2000 in einem seiner Vorträge bereits aufgezeigt, gesehen habe ich diese Art von Föhnbewölkung höchst selten und heute seit sehr langer Zeit mal wieder.

Gruß,
Stefan

Stefan Hörmann
17.08.2006, 23:43
Gut zu wissen wies am Diedams ausgeschaut hat.. und die Bahn läuft auch noch.
Wie stark ist da z.Zt. der Talwind?

Also die letzten Tage war hier am Bodensee nix mit Föhn, max. 2Bft.
Aber nix Inversion, es gab super Thermik (für den Modellflieger..).
Keine Ahnung wo der is, der Föhn?
vielleicht hält ja der Bayrische dagegen, wobei, es sah auch nicht nach wirklich viel Entwicklung in den Bergen aus..

-JP

Hallo Jean-Pierre,

damit es am Bodensee Föhn hat braucht es ein anderes Kaliber von Föhn und selbst dann kommt der Föhn selten bis zum Bodensee, geschweige denn bis ans Nordufer (Kressbronn ist bekannt für Föhnwind) voran. Diese Föhnlage jetzt ist auch eher eine leichte, maximal mäßige Föhnlage gewesen mit Föhnmaximum in dieser Nacht.

Gruß,
Stefan, der sich gleich noch an die Arbeit macht... Du vermisst etwas :-(

Stefan Hörmann
18.08.2006, 00:16
Doch! Erster Flug mittags, etwas zäh und kaum bockelig auf ca. 1700, Wind 10, in Böen max 20 km/h aus Süd. Zweiter Flug nach Nord, schöne, etwas sportlichere Thermik bis auf ca. 1800. Nach 1 Stunde war´s aufgrund einer Abschattung vorbei, soaren an Klein Lanzarote fand mangels Talwind nicht statt. Beim Radeln am Walchensee war dann der Wind völlig eingeschlafen.In einiger Entfernung waren wohl "geschliffenere" Wolken zu sehen, aber nix weltbewegendes.

Gruß,
Martin

Hi,

und was sagt uns das? Auch gar nix. :-)

Das ganze hin und her bei Föhn über ob oder ob nicht ist doch sowas von müsig.

Was sehr seltsam ist hier in diesem Forum:

Es gibt so viele bekennende Föhnflieger die es noch nie erwischt hat. Draussen an den Startplätzen oder in den Seminaren hört man wirklich viel von den Piloten von ziemlich heftigen Föhnerlebnissen. Ja wo sind die Piloten hier Forum die es schon im Viereck herumgewaschen hat? Ist keiner Bereit von seinen Erfahrungen zu berichten; oder gibt es sie gar nicht... ???

In den letzten 3 Jahren hatten wir in den Alpen ja noch mehrheitlich Glück mit den Föhnlagen. Was, wenn wir wieder in eine Zeit mit Starkföhnerignissen bekommen?

Es wäre nicht schlecht, solche Verharmlosungstheorien von Wettergefahren bleiben zu lassen, vor allem auf einer so hochfrequentierten Plattform wie dem DHV-Forum. Es ist auch eine Art von Kollegialität wie ich mit Fluggebietstipps für meine Fliegerkollegen umgehe, oder nicht? Bei sicherheitsrelevanten Dingen sollte die Kollegialität noch vor dem eigenen Ego stehen.

Föhn ist und bleibt aufgrund seiner Unberechenbarkeit eine der größten Wettergefahren für uns Fetzenfliegen und uns Meteorologen obliegt die Pflicht davor zu warnen und die Contrafraktion zu bilden. Das ist meine "offizielle" Meinung dazu.

Ich für mich persönlich sehe ich die Dinge differenzierter, denn ich weiss dass bei solch Wetterlagen wie jetzt viele Fluggebiete echt noch gut gehen und im Schutz der Föhnströmung nur geringe, aber stets beachtenswerte, Gefahren gegeben sind. Das hat m.E. aber nichts in einem Forum verloren wo solche Pauschalaussagen ganz schnell den Charakter von "Fluggebietstipps" annehmen und das kann saugefährlich sein!

Es lesen hier nicht nur die Cracks, die Älpler die schon in jeden Föhnwinkel reingegrochen und/oder wieder ausgespuckt worden sind!

tschüssle,
Stefan

yok
18.08.2006, 08:56
Hallo Stefan,
Das ist ein allgemein anzutreffendes Phänomen in der HG/GS-Fliegerei. Mir ging es früher auch so, dass wenn ich wegen eines sich aufbauenden Gewitters landen gegangen bin, und es hat sich dann aufgelöst, dass ich dann dachte, es war eine Fehlentscheidung. Die Leute wägen ab zwischen dem unnötigen Verlust eines Fluges oder Schwierigkeiten in der Luft im weitesten Sinne und denken, das wäre eine 50/50-Angelegenheit. Dass es aber eine 999/1-Angelegenheit sein sollte, weil es hier um Verletzungen, Behinderung oder Tod gehen kann im Gegensatz zu einem entgangenen Fluggenuss, das geht erst nach selbst gemachter massiver Negativerfahrung in den Kopf rein. Am Kandel sieht man auch, dass die Leute bei Süd am Weststart rausgehen, obwohl das wegen eines Lees sehr gefährlich ist, und jeder weiss es. Aber wenn schon 10 heil rausgekommen sind, dann gilt der Start als sicher. Dabei geht es um Wahrscheinlichkeiten, und wenn bei guten Flugbedingungen vielleicht jeder 1000. einen Unfall hat und bei schlechteren auch "nur" jeder 100., dann ist das einfach ein zu hohes Risiko, weil es verdammt nochmal 10x höher ist als sonst. Und da Fliegen sowieso eine saugefährliche Veranstaltung ist, die nur gerade so eben zu rechtfertigen ist, ist ein stark erhöhtes Risiko schlichtweg nicht akzeptabel. Diese Betrachtung erschliesst sich aber leider nur intellektuell und daher ist es sehr schwierig, sie in praktisches Flugverhalten umzusetzen.
Schau mal in den PWC-Fiesch-Thread rein (unter Streckenfliegen), was da für ein Schwachsinn gelabert wird von wegen ein Beckenbruch, der nicht operiert werden muss, sei doch eher eine Lapalie... einen kleinen Tick mehr, und der Rollstuhl steht vor dem Bett, würde ich dazu sagen. Aber ich glaube, es liegt leider in der Natur des Menschen, dass die meisten nicht aus der Erfahrung der anderen lernen können, sondern nur aus der eigenen. Ich gehöre auch zu dieser Mehrheit...
Aber lass dich nicht entmutigen, warne die Leute weiterhin, und lasse dich davon leiten, dass wenn du 1000 einen möglichen Flug versaust, aber dafür einen vor einem Unfall rettest, dass es dann auf jeden Fall gelohnt hat.
Beste Grüsse, yok

Patrick Jung
18.08.2006, 09:27
An der Emberger sind gestern auch sehr viele Gleitschirm- und Drachenflieger geflogen. Der Sonnblick hat Windwerte von über 80 kmh Spitze gemeldet. Lentis und Stauung im Gailtal und am Himmel der Tanz der Beglobbten.

Wie so oft ist alles gut gegangen, was die Leute natürlich in ihrem Tun wieder einmal bestätigt. Komisch nur, das bekannte Viel- und Wettbewerbsflieger am Boden zu sehen waren.;)

Gruß Patrick
(Der am Boden blieb)

Eagle 1
18.08.2006, 09:31
@yok
Da kann und muss ich Dir in allen Punkten 100% zustimmen.

Weiterhin schöne und vor allem sichere Flüge
Jonny

sollruchstelle
18.08.2006, 09:33
na nen 80er ist halt auch für ein Atos ein wenig zu viel...;) ...für schirm ist das sowas wie die Verpflichtung zum schnellen Rückwärtsfliegen...:p

gruß

@yok

Der Beckenbruch der nicht operiert werden muss ist kein Beckenbruch sondern ein Haarriss...ein Kratzer im Auto ist auch kein Totalschaden egal ob Du ganz knapp am Baum vorbeigeschossen bist und dir nur den Kratzer geholt hast.
Zu allen anderen Punkten kann ich Dir nur zustimmen, klar hätte es mit wenig mehr zum Rolli gereicht, naja das kann ich nicht genau beurteilen, bin weder Ewa noch Mediziner, aber es ist nun mal glimpflich abgelaufen. Aber mit diesem Herdentrieb hast Du schon recht. Einer geht, den zweiten juckts auch zu gehen, der zweite wartete und der dritte geht, der zweite denkt "oh-sche****, jetzt bin ich aber spät dran" und geht hinterher, der vierte sagt, naja ich geh auch irgendwann aber weil ja eigentlich grenzwertige Bedingungen herrschen warte ich nochmal 2 min, der fünfte wird zum 4.und geht, der 4 und jetzt 5. geht auch und er 6. wird zum ersten im Heli weil es ihn runtergeschlagen hat...jaja ich kenns dieses Lemmingverhalten.

Nicht nur im Bewerb...

gruß

zeckenklauber
18.08.2006, 10:19
Komische Föhnlage momentan! Ich kenn mich wirlich nicht aus!

Wollte heute eigentlich fliegen gehn aber bei den Winden ... da is nix berechenbar.
Eigentlich ist Süd-West Strömung. Die Austrocontrol sagt aber für Oberösterreich 40-50 kmh aus 260° (!!??) und hier in Linz blästs mit 30 aus Nord-West (!!??). Ein Kollege von mir war gestern mit Miefquirl unterwegs und berichtet auch von Nord-West im Mühlviertel.
Aktueller Windwert von Hinterstoder ist aber 16km/h Süd (!!??) und Feuerkogel Spitzen mit 50 aus Süd (!!??)

Ich kenn mich echt nicht mehr aus. *frustriertbin*

lg, zeckenklauber

frankmann
18.08.2006, 11:14
Hi Patti,

die 90 % Regel.

ZU 90 % GEHT JA ALLES GUT.

Gruß

Frank

Ps Zuhause regnets wied Sau

FlyFlo
18.08.2006, 12:07
@ yok

Gutes Statement.
Die Abwägung zwischen Start und Kein Start ist in unserem Sport viel extremer, als bsp. Kino oder kein Kino, oder Fahrradtour oder keine Fahrradtour.

Denn: die Aussicht auf einen Flug (=Start) ist mit so unglaublich vielen positiven Attributen/Emotionen besetzt, dass das Gewicht für eine Startentscheidung viel schwerer wiegt, als es bei einem Kinobesuch oder einer Fahrradtour der Fall sein wird.

Aber: die möglichen Konsequenzen eines Fluges (bei schlechtem Wetter oder anderen Komplikationen) können ebenfalls viel extremer als bei einem nicht wahrgenommenen Kinobesuch oder der nicht angetretenen Fahrradtour ausfallen.

Wenn bislang alle Flüge (gottseidank) unbeschadet absolviert wurden, wiegt die Pro-Start-Gewichtung ungleich höher, als die möglichen Konsequenzen.

Ich muss mir dabei selbst an die Nase fassen: wenn ich eingecheckt bin, alle Systeme auf "go" sind, schleicht sich ein (trügerisches?) Gefühl der Sicherheit ein, da es sich anfühlt und aussieht wie immer ("normales" Wetter vorrausgesetzt), und bisher hat ja alles geklappt. (114 Flüge).

Jede Startentsscheidung muss aber äußerst individuell, egozentriert und unter Berücksichtigung vieler (aller!) äußeren und inneren Faktoren getroffen werden.

Bin schon oft mit der Bahn wieder runter gefahren, auch wenn andere noch raus sind. Aber sobald sich ein Hauch von Zweifel einschleicht, lasse ich es. Denn: der Zweifel bleibt, und es wird dann eh kein schöner / entspannter Flug.

Weiterhin schöne Flüge und sichere Landungen,
FlyFlo

Naja, das ist euch aber sowieso schon bekannt :o

Paraglider2
18.08.2006, 12:19
Bei uns in der Suedostschweiz heisst Föhn nicht automatisch, das überall Föhn ist. Der Föhn ist jedesmal anders. Und in jedem Tal anders anzutreffen. In dem einten Tal kann schon lange nicht mehr geflogen werden, in einem anderen Tal kannst du noch stundenlang in der Luft sein.
Ich als Älpler bin schon zweimal in einer Föhnlage geflogen, die ich leider unterschätzte. (Beides war in einem Föhnanfälligen Tal) Ich dachte wegen diesen 3hp Druckunterschied und wirklich nur sehr schwachen Anzeichen wird's kein Problem sein. Ich merkte jedoch in der Luft dann beide Male, dass der Föhn auch innert kürzester Zeit zuschlagen kann. (Er war zwar nicht turbulent, aber ich stand mit voll gedrücktem Beschleuniger in der Luft und war froh, heil auf dem Boden zu kommen.)

Seither bin ich auch ein bisschen vorsichtiger.