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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wetteronline/Sonde/GFS: Was ist die Aufstiegstrajektorie?



co2frei
08.09.2006, 22:46
Hallo an die Wettergemeinde,

einiges aus den GFS-Wetterdiagrammen auf wetteronline.de habe ich verstanden. Was aber ist die dort grau eingezeichnete "Aufstiegstrajektorie"? Sollte sie gar flugrelevant sein?:confused:
Habe den Begriff bei metager.de im Internet nirgends gefunden.

Danke für jede Erklärung!
Schönen Gruß aus dem Flachland
Olaf

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(googeln tut nur, wer es nicht kennt)

Klemens
12.09.2006, 09:12
Hallo Olaf,

mir war der Begriff Aufstiegstrajektorie auch kein Begriff. Habe aber mal jemanden hier gefragt, der sich wirklich auskennt und der hat nach kurzem Studium der Diagramme festgestellt, dass es sich eigentlich nur um die Ermittlung des Hebungskondensationsniveaus handelt - auch am Rand als HKN gekennzeichnet.
Dabei wird ein Aufstieg der Luft zum Beispiel an einem Hindernis erzwungen und diese steigt trockenadiabatisch bis zur Sättigung (dem HKN auf). Diesen Punkt findest Du dort, wo die Trockanadiabate, die von der Temperatur in Bodennähe ausgeht sich mit der Linie gleichen Mischungsverhältnisses, die vom Taupunkt am Boden ausgeht, schneidet. [gut nachzulesen z.B. im Tempseminar unter Flugwetter bei wetterklima.de]. Der weitere Aufstieg verläuft entsprechend der Feuchtadiabate. Relevant ist dieses Niveau zum Beispiel bei der Wolkenbildung an Gebirgen, wenn diese angeströmt werden und die Luft gezwungen wird dort drüber zu fließen.

Hoffe geholfen zu haben :-) !

Einen schönen Tag wünscht

Klemens

Stefan Hörmann
13.09.2006, 11:49
Hallo an die Wettergemeinde,

einiges aus den GFS-Wetterdiagrammen auf wetteronline.de habe ich verstanden. Was aber ist die dort grau eingezeichnete "Aufstiegstrajektorie"? Sollte sie gar flugrelevant sein?:confused:
Habe den Begriff bei metager.de im Internet nirgends gefunden.

Danke für jede Erklärung!
Schönen Gruß aus dem Flachland
Olaf

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(googeln tut nur, wer es nicht kennt)

Hallo,

die graue dicke Linie ist eine "Hilfslinie" mit der man bestimmen kann ob es labil oder stabil ist.

Sie zeigt Dir den virtuellen Aufstieg eine Warmluftpaketes bei den gegebenen Bedingungen wenn es vom Boden ablösen würde. Klemens hat dies schon richtig beleuchtet.

Ganz wichtig zusätzlich ist:

Liegt die graue Kurve zum Prognosetermin 12z(18z) - Tagzeit

... links von der Temperaturkurve ist es stabil -> keine Gewittergefahr.
... in etwa deckungsgleich mit der Temperaturkurve -> leichte Gewittergefahr
... rechts von der Temperarkurve ist es labil -> stark erhöhte Gewittergefahr


Liegt die graue Kurve zum Prognosetermin 0z(6z) - Nachtzeit

... links von der Temperaturkurve ist es stabil -> keine Gewittergefahr.
... in etwa deckungsgleich mit der Temperaturkurve -> sehr geriche Gewittergefahr
... rechts von der Temperarkurve ist es labil -> leichte Gewittergefahr

Wichtig: Im Sommer wird es erst mit der tageszeitlichen Erwärmung so richtig labil, wenn es labil ist. Labilität = Feuchte + Hebung und die Feuchte ist auch nachts da, die Hebung bringt die Thermik am Tag.

Gruß,
Stefan