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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hammertagpleite (GS), warum?



Stefan Hörmann
20.05.2007, 22:02
Hallo,

wer von der fliegenden Zunft war am Sonntag (20.05.07) so richtig böse, weil der versprochene Hammertag nicht in der gewünschten Form eingetreten ist? Es hat ja eigentlich alles für die spezifizierten Gebiete gepasst und noch um 4 Uhr in der Früh sah der Sonntag prächtig aus.

Die Luftmasse war indifferent geschichtet, also weder labil noch zu stabil, der vert. Temperaturgradient war einfach klasse, die Höhenwindsituation hervorragend schwach dazu nicht ganz trocken mit leckeren hochbasigen Cu-Wolken. Dazu ein recht geringer Luftdruck und die Feuchte des Regens war vom Samstag schon sicher gut weggetrocknet.

Zwar haben die Top-Piloten unter Drachen/Starre das vorhergesagte Soll an km erreicht, die Gleitschirme hinken dem aber doch deutlichst hinterher. Das lässt die Vermutung von zuviel Wind aufkommen.

In der Tat hat mich z.B. Adi G. bereits um 15h, gelandet wegen Föhndurchbruch im Inntal, angemeckert, wo denn nun der Föhn so plötzlich herkomme. Föhn, den es nur an der Seegrube gab? Und scheinbar sind ne ganze Reihe von Top-Leuten auch anderwo immer wieder unter GS abgesuppt.

Was war in der Luft los? Egal ob subjektiv, objektiv, Deine Meinung zum Fliegen am Sonntag würde mich sehr interessieren. Zielregion: Nördliche, mittlere und südliche Zentralalpen.

Gruß,
Stefan

Thomas C
21.05.2007, 04:09
emberger:

zuviel ostwind :-(
viele piloten standen doch schneller als erwartet wieder am boden

dabei hatte es mit den ersten thermikwolken über den bergen um 9:00 sehr vielversprechend begonnen :cool:

Eagle 1
21.05.2007, 05:51
Stubaital am Elfer: ca. 11 Uhr erster Start. ganz schwache Thermik und irgendwie etwas schwammig in der Luft. Abgesoffen.
Ab 13 Uhr Start nichgt mehr möglich. Föhndurchbruch.

noipser
21.05.2007, 06:54
Hi Stefan,

wir waren am Hochgrat (Oberstaufen/Steibis), sind dort am Fr und Sa recht ordentlich
geflogen (zum Mittag und zurück). Haben uns am Sa Abend sehr über die Info-SMS
mit dem Hinweis auf den Hammertag gefreut.

Nur einer von 5 Piloten hat es aber am So geschafft oben zu bleiben. Die anderen
(inklusive mir) standen nach 15 Minuten am Boden, und das obwohl die Bedingungen
wirklich gut aussahen. Wir haben es nicht verstanden. Dann kam der Ostwind und
nix ging mehr...

Gruß,
Andi

Independence Radical
21.05.2007, 08:32
????????????
Noipser,
an was für einem Berg warsch Du am Sonntag??

EX-IR

#herby#
21.05.2007, 08:52
Hallo Stefan,

bin am Sonntag zwischen 12:00 und 14:00 Uhr am Rofan herrumgeflogen. Man konnte so bis auf 2800m aufdrehen.
Ab 2500 kann der Wind spürbar aus SW mit ca. 10 bis 20 Km/h (nach GPS).
1/8 - 2/8 Cumulusentwicklung erst ab 15:00 Uhr. Kein Anzeichen von Lentis.
Im Tal (Achensee) selber hatte es den ganzen Tag Südwind mit ca. 10 bis 15Km/h. Erst gegen 18:00 Uhr setzte der Nordwind (Bayrische Wind) ein.

Martin Prerovsky
21.05.2007, 09:04
Servus,

wir waren am Stoderzinken und kamen bei dem Ost 2 bzw. 3 Lee´s weit. War kein Spaß. Aber immer noch besser als das Zurücktrampen zum Auto, denn außerhalb der Saison ist die Ramsau so was von tot...

Gruß,
Martin

JHG
21.05.2007, 09:29
Kössen: Ost am Startplatz, gegen späteren Nachmittag dann auf N drehend die Bummerln schienen sich am Nachmittag aus SO zu nähern aber sehr langsam. Bis 14:00 konnte man sich kaum halten, aber auch dann eher mühsam. Einzelne Blasen haben aber durchgezogen, wenn man da dabei war gings gleich auch 1000 Meter drüber.
Am späteren Nachmittag war dann das komplette Tal thermisch und man konnte in 5 -700 Metern überm Tal herumfliegen. es trug einfach überall.

zeckenklauber
21.05.2007, 09:39
emberger:

zuviel ostwind :-(
viele piloten standen doch schneller als erwartet wieder am boden

dabei hatte es mit den ersten thermikwolken über den bergen um 9:00 sehr vielversprechend begonnen :cool:

genauso wars :(:(

Heli
21.05.2007, 09:55
Na wenigstens war ich nicht der einzige der vom gestrigen tag enttäuscht wurde ...
War auf der Hohen Salve in Söll ...
Bis Mittag ging garnichts!

Danach war alles sehr zerissen, schwer zu zentrieren ... Basis war um 13:00 Uhr nur knapp über 2.100 m.
Auf der Höhe war lt. GPS ein 20'er Ostwind ...
Zum obenbleiben hats gereicht ... aber sobald man versucht hat weg zufliegen gabs nur saufen ...

Und um drei hab ichs dann nochmal auf der Südseite (Brixenthal) versucht, und bin gnadenlos mit 4-5 m sinken abgesoffen ... da kam dann auf einmal der Talwind aus Wörgl (West). Und wenig später bin ich in Hopfgarten gestanden ...

naja, probier ma mal heut nachmittag ob was geht ...

Grüße - Heli

tigloo
21.05.2007, 10:39
Höhenstrasse/Arbiskopf: Thermikstart gegen 11:00, Anfangs Ostwind mit ca. 15km/h, drehte gegen 12:00 langsam auf Süd.

Bin zwischen 12:00 und 12:30 gestartet, Aufdrehen war dann noch bis zu 2900m möglich, in der Höhe 20-25km/h aus Süd. Bedingungen wurden spürbar schwächer, um 13:30 waren bei blauem Himmel am Eingang vom Zillertal nur mehr 1900m drin. 0.5m/s Steigen, vom Wind zerrissen.

Im Inntal um 13:30 deutlicher Wind aus Ost, ca. 15km/h, hat anscheinend im Zillertal den anfangs vorherrschenden Südwind neutralisiert, am Landeplatz in Mayrhofen war den Berichten zufolge um die Zeit null Wind.

Gegen 15:00 (da stand ich dann schon an der Kanzelkehre unten) fing es wieder schön an zu quellen, allerdings habe ich keinen Piloten mehr in der Luft gesehen. So gegen 17:00 sah es von der Kanzelkehre so aus, als würde es im Westen langsam Überentwicklungen geben.

Viele Grüße,

Till

noipser
21.05.2007, 12:08
Wir waren die 3 Tage (also Fr bis So) am Hochgrat...


????????????
Noipser,
an was für einem Berg warsch Du am Sonntag??

EX-IR

Independence Radical
21.05.2007, 14:14
Wir waren auch von Fr-So
Ist von Lindenberg aus auch kein Problem :-)
Gestern am So ist es ab 13 Uhr auf 2300 gegangen
Waren ungefär 10 Schirme in der Luft und und eigentlich ist keiner abgesoffen.
Von Ostwind keine Spur.

EX-IR

PS:Würde Dir gerne die gps daten reinsetzen bin aber auf montage unds gps flackt dahoi.

Richy Roth
21.05.2007, 14:56
Am Sonntag um 12.30 Uhr am Tegelberg.
Angezogen wie Hannibal Lektor und dann:

"Das Schweigen der Varios:(

siegmarlange
21.05.2007, 15:00
Na wenigstens war ich nicht der einzige der vom gestrigen tag enttäuscht wurde ...
War auf der Hohen Salve in Söll ...
Bis Mittag ging garnichts!

Danach war alles sehr zerissen, schwer zu zentrieren ... Basis war um 13:00 Uhr nur knapp über 2.100 m.
Auf der Höhe war lt. GPS ein 20'er Ostwind ...
Zum obenbleiben hats gereicht ... aber sobald man versucht hat weg zufliegen gabs nur saufen ...

Und um drei hab ichs dann nochmal auf der Südseite (Brixenthal) versucht, und bin gnadenlos mit 4-5 m sinken abgesoffen ... da kam dann auf einmal der Talwind aus Wörgl (West). Und wenig später bin ich in Hopfgarten gestanden ...

naja, probier ma mal heut nachmittag ob was geht ...

Grüße - Heli
hi,
bin gestern gegen 1400 uhr an der salve gestartet(weiss-oranger zoom)
hab nach kurzer suche an der sued-west seite einen kernigen bart erwischt und bin nach 5 minuten ueber hoch brixen direkt an den wilden kaiser(am ellmauer tor)geflogen.die baerte unterwegs waren teilweise ganz schoen sportlich.bin den kaiser komplett abgeflogen ohne hoehenverlust.war ein schoener flug,aber alles andere als entspannt!angaben zu hoehe oder steigwerten gibts leider keine!(fliege ohne vario-gps etc.:cool: )
gruss siegmar lange

Wolfgang Jauch
21.05.2007, 15:28
Hallo Stefan,

wir waren gestern am Neunerköpfle. Der Wind war da kein Problem, war schwach und kam aus nordwestlichen Richtungen. Allerdings waren die Steigwerte nicht besonders berauschend darfür waren die Bärte turbulenzarm.
Kann es sein, dass da von irgendwoher Warmluft eingeflossen ist? Der leichte Föhn über den Brenner war allerdings von meteoblue vorhergesagt.
Wenn man nicht gerade die Welt umrunden wollte, wars aber ein sehr schöner Flugtag. Da bewährt sich doch immer wieder das Motto: "Erwarte nichts, dann wirst du auch nicht enttäuscht."

Grüße

Wolfgang

http://xc.dhv.de/xc/modules.php?name=leonardo&op=show_flight&flightID=10080

MartinP
21.05.2007, 18:54
Perfekter Tag im Lechtal. Es hat nur ein wenig gedauert bis ich durch die Sperrschicht durchgekommen bin (nen Epsilon war schon ne halbe Stunde früher durch:). Nur am Ende vom Lechtal hat sich der Talwind vom Brewa mit dem Höhenwind verbunden und verstärkt. Sonst war überall nur maximal 10km/h, meistens eher drunter. Schöne starke, große ruhige Bärte.
Hier der Flug dazu:
http://xc.dhv.de/xc/modules.php?name=leonardo&op=show_flight&flightID=10113

parasnoopy
21.05.2007, 21:21
Am Brauneck war es voll am Sonntag. Meine Beobachtung: Beim Start um 11:40 noch eher Ostwind der zunehmend auf Süd dreht. Eine Stunde Später drückt der Südwind nördlich vom Brauneck bis auf mindestens 1400 m runter mit ca. 10 km/h. Der Bayrische ist flach im Tal und nicht so kräftig.

Thermik geht bis knapp 2000 m einfach und mild. Nur wenige Bärt gehen darüber hinaus Über der Bene-Wand geht mehr. Reine Blauthermik, erst ab 15 Uhr erste Wölkchen. Es geht Thermisch Nordseite wie Südseite und wird gleichzeitig zu beiden Seiten gestartet. Bedingungen sind eher schwach.

Gruß Parasnoopy

Heli
22.05.2007, 08:48
hi,
bin gestern gegen 1400 uhr an der salve gestartet(weiss-oranger zoom)
hab nach kurzer suche an der sued-west seite einen kernigen bart erwischt und bin nach 5 minuten ueber hoch brixen direkt an den wilden kaiser(am ellmauer tor)geflogen.die baerte unterwegs waren teilweise ganz schoen sportlich.bin den kaiser komplett abgeflogen ohne hoehenverlust.war ein schoener flug,aber alles andere als entspannt!angaben zu hoehe oder steigwerten gibts leider keine!(fliege ohne vario-gps etc.:cool: )
gruss siegmar lange

Hallo Siegmar,

hab den ersten flug um ca. halb eins gestartet ... war dann eine zeitlang am Großen Palven mit einem Segler beim drehen ... ging schon - war aber auch nicht wirklich angenehm.

zu der zeit als du den Bart gefunden hast war ich grad am boden beim zusammen packen ... der zweite start war um ca. 15:00 uhr ...
scheint das ich einmal zu früh und einmal zu spät unterwegs war ... :-)

Der Kaiser ist immer wieder was besonderes und jedesmal ein erlebnis.

Gestern (Montag) ging es über der Kleinen Salve etwas zu kurbeln ... etwas später war dann der Bayrische Wind so stark das er bis zum Gipfel hoch reichte und es dort zum soaren ging.

Grüße - Heli

shortdiver2
22.05.2007, 13:24
Das nennt man "jammern auf höchsten Niveau"!
Ihr Glücklichen, ich war krank am WE und der Einzige Wind war... Ach laßmers lieber. :D

Lord of the Wings
22.05.2007, 14:53
...meine Erfahrungen von der Südseite:
um 11 Uhr in den DOLOS, abgesoffen!!!
um 14 Uhr, wenn man normalerweise nicht mehr starten kann wg. zu starker Thermik, gings ganz gemütlich mit 4 bis 5 m/s auf über 3k.
Kein Hammertag :-(
PS: war am Antelao, im Ampezzotal

Stefan Hörmann
22.05.2007, 15:49
Hallo,

zunächst einmal vielen Dank Euch Allen für die vielen Rückmeldungen die mich im Forum und via Mail erreicht haben. Aufgrund der vielen Rückmeldungen kann ich verständlicherweise nicht jedem pers. antworten und versuche das in diesem Posting weitgehend und weiter ausholend mit einer kleinen Ursachenforschung nachzuholen.

Wetterlage am Sonntag:
Wir hatten über Frankreich eine wetterwirksame Tiefdruckrinne welche die Westalpen mit feucht-labiler Luft zunehmend beeinflusste, sowie über dem Balkan ein Höhentief das den Ostalpen ebenfalls recht feuchte Luft brachte. Beide Systeme waren schwach, aber deutlich im Bodendruckfeld gekennzeichnet. Über den Alpen hingegen war nicht nur das Bodendruckfeld, sondern auch das Geopotentialfeld (Höhenluftdruck) in der Höhe mit einem sehr flachen Gradienten ausgestattet. Eine Lage mit absolut prima Windbedingungen für eigentlich sehr weite Strecken in den spezifizierten Gebieten.

Tiefer Bodendruck (Konvergenz) an zwei Punkten führt zwangsläufig zur Divergenz dazwischen. Ich nehme stark an, dass diese Divergenz über den Alpen gelegen hat, bedingt durch das Abfließen der Luftmassen in mittleren Höhen bzw. zumindest über der nächtlichen Strahlungsinversion zum tiefen Luftdruck hin.

Entwicklung am Sonntag:
Im Verlauf des Sonntages hielt der Zustand an. Zusätzlich konnte sich das nördliche Alpenvorland mit einsetzender Einstrahlung etwas stärker erwärmen als das südliche Alpenvorland sowie die durch Tiefeinfluss tangierte westliche und östliche Flanken der Alpen. Dadurch kam es zu einem hydrostatischen Gradienten, welcher ein kleines Tief nördlich der Alpen zur Folge hatte.

-> Hydrostatischer Druckgradient: Warme Luft = tieferer Luftdruck, kalte Luft = höherer Luftdruck.

Damit ist auch die schwache bis mäßige Südströmung über den Alpen zu begründen. Dies WAR von den Modellen (GFS und NMM(Meteoblue) vorhergesagt worden. Dabei war der Druckgradient Nord/Süd sehr schwach mit max. 2-3 hPa. Für mich ein Grund, aufgrund der guten bis sehr guten Schichtung, mit der erwarteten starken thermischen Komponente, den Föhnfaktor völlig zu vernachlässigen. Die thermischen Windsysteme sollten dem Föhnwind bei weitem genug Mächtigkeit entgegensetzen können. Kräftiger Talwind und hochreichender Bayerischer Wind um die Faktoren beim Namen zu nennen. Ich war mir absolut sicher, dass die Windsysteme den Föhnfaktor, der ja eben auch (mutmaßlich) für das Absinken (und Inversion) verantwortlich war, keine Rollen spiele wird. Es gibt genügend solcher sehr schwachen Föhnlagen (wenn man das überhaupt so nennen kann) in denen die thermischen Winde den Süd vollständig kompensiert haben. Da bin ich selbst schon klasse Strecken (für mein Niveau) geflogen. Am Sonntag jedoch war einiges anders!

Ich habe mir die Wettermeldungen von Sonntag der Bergstationen und einigen Analysekarten und -Temps angeschaut die meine Vermutung doch weitgehend bestätigen. Eine 100%ige Bestätigung kann ich dafür jedoch nicht abgehen.

Ich gestehe ein, wahrscheinlich würde ich bei einer nahezu ähnlichen Wetterlage mit solch eindeutig guten bis sehr guten Streckenindizien ohne dem neuen Wissen den selben Fehler noch einmal machen und zum Run in die Alpen aufrufen! Es ist einfach nicht die Regel, dass so wenig Gradient bei solche einer an sich guten Schichtung ausreicht um z.B. die Piloten an der Seegrube weinend ins Tal zu treiben oder die Spitze der Leistungspiloten am Hochfelln bitter böse ins Nachbartal zu runterzuhämmern.

Gleitschirm vs. Drachen:
Eine Frage bleibt offen. Warum haben die Drachen/Starre das vorhergesagte Streckenziel annähernd erreicht, die Gleitschirme jedoch meist nicht wirklich? Es gingen ziemlich widersprüchliche Meldungen ein. Die einen loben, die anderen tadeln, ganz unterschiedlich für die Regionen wo sie unterwegs waren. Der eine fliegt mit dem Drachen von Laber ne ewig weite Strecke, der Gleitschrim am selben Berg tadelt einen. So ging es eigentlich überall :-) Das soll ich nun mal richtig deuten können.

Eines habe ich jedoch auch gelernt. Es macht Sinn, die guten und sehr guten Flugtage noch deutlicher von echten Hammertagen zu trennen. Der bisher schwammige Übergang erfordert Nachbesserung. Deshalb werde ich für Hammertage ebenso harte Kriterien ausarbeiten die etwa so aussehen könnten:

Thermikbeginn: Nicht später als 11 Uhr
Thermikende: Frühestens 18 Uhr
Wolken: Höchstens 3-4/8
Wind: Höchstens 15 km/h 3000m

Profistrecken: min. Gleitschirm: 200km / Drachen u. Starre: 350 km

Dazu: Keine Föhntendenz, keine Überentwicklungen

Viele Grüße,
Stefan

MartinP
22.05.2007, 18:31
Hallo Stefan,
noch ein Erklärungsversuch hinsichtlich PG - HG. Ich fand es vor allem schwierig die Bärte zu finden. Zu Beginn des Tages war es erstens komplett blau und zweitens standen die Bärte weit auseinander und vor allem an Stellen, wo es nicht wirklich logisch war. Ich glaube viele haben geflucht, dass es schwer war die Bärte rechtzeitig zu finden, da herrscht schon eine gewisse Einigkeit. Und ein HG hat bei gleicher Ausgangshöhe einfach mehr Zeit und Fläche zum Suchen, würde ich mal sagen. Soweit meine Erklärung.

Zur Schelte wegen des blinden Alarms: Lieber renn ich 5 x zu oft los, als 1 x zu wenig (just my two cents). Also lieber mal Hammertag ausrufen und dann halt nicht recht gehabt haben. Ich finds gut so - es gehört doch zum Fliegen.

Dem 1. Teil kann ich überhaupt nicht zustimmen, dem 2. schon :)
Lieber 5x zu oft als 1x zu wenig.

Ma Schmi
22.05.2007, 19:17
Vielleicht könnte man die Hammertage wirklich etwas differenzieren.

Wenig Höhenwind ist für Gleities sicher ein starkes Kriterium, aber wer kann das schon so genau vorhersagen?
Ausserdem ist stärkerer Wind weniger schlimm wenn die Bärte dafür stark sind und dadurch relativ gerade und wenig zerissen rumstehen.

Starke Thermik ist für schnelle Piloten sicher toll.
Für Otto Normalflieger ist mäßige aber zuverlässige Thermik meist besser.
Starke Thermik macht starke Saufzonen und tendiert zum Zentralisieren. Dadurch stehen die Bärte weiter auseinander und man hat weniger Chancen gemütlich von einer zur nächsten zu tuckern.
Für < 100km Piloten ist es kein Gewinn wenn sie den halben Tag schauen müssen das sie nirgendwo eingesaugt werden und die übrige Zeit beschleunigt durch 5m Saufen jetten sollen.
Ich habe mal eine "Strecke" abgebrochen nachdem ich schon im Hausbart beim allerersten Aufdrehen um 12.00 der Wolke nur knapp entkommen konnte.

Wolken finde ich nicht so wichtig, solange sie nicht ausbreiten.
Vor allem wenn sie erst später auftreten.

Thermikzeit: Schön wenn sie lange geht, aber für das Gros der Streckenpiloten reichen sogar läppische 5h.
Das macht für Schnecken wie mich theoretisch 100km und die guten Leute fliegen über 150km in der Zeit.
Wer das geschafft hat wird sicher nicht maulen dass er umsonst auf den Berg gejagt worden ist.

Was ich ganz schön fände wäre eine ganz kurze Tendenzeinschätzung am "Hammertag" in der Früh:
Steht die Prognose unverändert, oder weisen die aktuellen Werte der Messstationen auf eine Verschlechterung z.B. mehr Wind hin.
z.B. "Go erteilt"
oder "Wind scheint eher von Süd rüber zu drücken"
oder "Doch feuchtere Luft wie gedacht"

UlrichPrinz
22.05.2007, 20:34
Hi Markus,

Gut geschrieben! Ergaenzung:


Starke Thermik ist für schnelle Piloten sicher toll.
Für Otto Normalflieger ist mäßige aber zuverlässige Thermik meist besser.
Starke Thermik macht starke Saufzonen und tendiert zum Zentralisieren.

Das geht allen Piloten gleich, egal wie gut. Wie du in Burkis Streckenbuch auch unter
Interviews mit den Cracks nachlesen kannst. Gerade die "Pusher", die gerne mit Speed fliegen
zwischen den Baerten, haben es dann auch nicht gern, wenn es mit + und - 6m hoch
und runter rauscht...


Thermikzeit: Schön wenn sie lange geht, aber für das Gros der Streckenpiloten reichen sogar läppische 5h.

Ja, aber Stefan will ja gerade Hammertage von den Guten Tagen Unterscheiden.
(Was ich wirklich gut finde!) Und genau das macht einen Hammertag aus: Dass er lange geht!

LG, Ulli

P.S: Der Sonntag in Molveno: Stundenlanges vergebliches Soaren direkt auf
Startplatzhoehe (dort weit unter den Gipfeln an einem Vorhuegel):
Keine Chance wegzukommen, Woelkchen weit oben ueber den Gipfeln,
Raetselraten, was das nun heissen soll...

flypara
22.05.2007, 21:00
Was ich ganz schön fände wäre eine ganz kurze Tendenzeinschätzung am "Hammertag" in der Früh:
Steht die Prognose unverändert, oder weisen die aktuellen Werte der Messstationen auf eine Verschlechterung z.B. mehr Wind hin.


Das ist doch einer der wichtigsten Punkte für eine qualitativ gute Aussage.

Hier in der Schweiz konsultieren die meisten Streckenpiloten das Emmagramm und das Regtherm in der früh mit den neuesten Daten.
Auch z.B.Schänis Soaring gibt schon früh am morgen Empfehlungen ab. (ist zwar für Segelflieger, aber die Höhe der Bodeninversion ist sehr wichtig. Und er hat eine sehr gute 'Thermiknase')
Alles zu finden auf meiner HP (falls jemand hier in der CH fliegt)

cheers
raphael

Stefan Hörmann
22.05.2007, 21:34
Das ist doch einer der wichtigsten Punkte für eine qualitativ gute Aussage.

Hier in der Schweiz konsultieren die meisten Streckenpiloten das Emmagramm und das Regtherm in der früh mit den neuesten Daten.
Auch z.B.Schänis Soaring gibt schon früh am morgen Empfehlungen ab. (ist zwar für Segelflieger, aber die Höhe der Bodeninversion ist sehr wichtig. Und er hat eine sehr gute 'Thermiknase')
Alles zu finden auf meiner HP (falls jemand hier in der CH fliegt)

cheers
raphael

Hallo Raphael,

ich tu das ebenso, deswegen ist auch der Hammertagalarm immer Stress pur. Um 4-5h aufstehen, ausführlich Lage checken und entweder Hammertag absagen oder stehen lassen. Die Piloten, die aus Deutschland (weit anreisend) in die Alpen fahren wollen aber etwas anderes. Sie wollen am Abend zuvor die Prognose im Kasten haben um stressfrei am anderen Tag am Berg stehen zu können. Daher gab es auch heuer schon am Abend öfters die Vorankündigung, am Zieltag in der Früh dann entweder Pro oder Contra Streckentag via Mail/SMS. Warum das am Sonntag nicht geschehen konnte (keine Diskussionsgrundlage an dieser Stelle), das kann mein Mail/SMS-Provider besser erklären! Darüber hinaus ist es immer ein Drahtseilakt zwischen Machbarkeit und Anspruch der Piloten.

Damit bitte wieder zurück zum eigentlichen Thema. Ich mag hier ja nicht zwingend alle Details zum GFS-Service verbreiten um nicht der Ausnutzung durch Werbung beschuldigt zu werden.

tschüssle,
Stefan

gueneps
22.05.2007, 21:59
Hallo,

aufgrund der guten bis sehr guten Schichtung,
Viele Grüße,
Stefan

Hallo Stefan ,

der Temp von Innsbruck zeigte am So bis 1500 m eine sehr stabile Schichtung an, erst darüber wars gut. Auf der Schmitten gings auch erst richtig spät, was mich nicht so richtig überraschte.
Ich verstehs nicht, dass sich die Cracks den Temp nicht ansehen, sonst wärs relativ offensichtlich gewesen, dass es am Felln nicht unbedingt abgehen wird, wie ich eigentlich auch am Sa vermutet hatte.

Günter

Stefan Hörmann
22.05.2007, 22:38
Hallo Stefan ,

der Temp von Innsbruck zeigte am So bis 1500 m eine sehr stabile Schichtung an, erst darüber wars gut. Auf der Schmitten gings auch erst richtig spät, was mich nicht so richtig überraschte.
Ich verstehs nicht, dass sich die Cracks den Temp nicht ansehen, sonst wärs relativ offensichtlich gewesen, dass es am Felln nicht unbedingt abgehen wird, wie ich eigentlich auch am Sa vermutet hatte.

Günter

Hallo Günther,

das ist richtig, dass der Temp in 1500m eine markante Inversion gezeigt hat. Hier der Originaltemp.

Hier groß:
http://weather.uwyo.edu/upperair/images/2007052000.LOWI.skewt.gif

Detail:

http://www.gleitsegelwetter.de/ibk200507.gif
Eingezeichnet die drei Phasen, Thermikbeginn bei etwa 20 Grad, Temperatur mit erreichbarer Thermikhöhe von 2500m bei 23 Grad und bei Temperaturmaximum am Nachmittag mit 3000m bei 27 bis 28 Grad. Tatsächlich hatte Innsbruck wie auch das Inntal zwischen 29 und 30 Grad als Tagesmaximum, also so arg stabil war es nun auch wieder nicht!

Allerdings ist dies die nächtliche Grundschichtinversion, bedingt durch die kräftige nächtliche langwellige Wärmeabstrahlung und das Ansammeln von Kaltluft im Tal. Diese Inversion ist wenig bedeutend für die Thermikentwicklung, da sie von der tageszeitlichen Erwärmung durchheizt und von der Thermik komplett durchmischt wird. Was man auch sagen muss ist, dass dieser Temp leider nur den Ist-Zustand vermittelt. Die Entwicklung mit besserem Gradienten wegen der starken Tageserwärmung und den noch geringeren Druckgegensätzen, den zeigt der Temp nicht an. Die Prognosetemps (GFS) die ansich gut funktionieren waren diesbezüglich schon nicht schlecht, zumindest oberhalb der 2000m-Marke (wegen Alpenorographie).

Der Hochfelln, der Alpenrand sowieo, war einfach nicht der ideale Startplatz bei der Lage. Da darf man sich vielleicht auch die Frage stellen, ob der Hochfelln in diesem, bisher viel zu warmen Jahr (wärmster Frühling evtl. seit 100 Jahren), sich nicht eher schon im "Sommerschlaf" befindet und ihm die besondere Lage nicht noch die Decke über den Kopf gezogen hat. Nur mal so ne (wenig fundierte) These in den Raum gestellt.

Gruß,
Stefan

arcusXC
23.05.2007, 09:31
Da darf man sich vielleicht auch die Frage stellen, ob der Hochfelln in diesem, bisher viel zu warmen Jahr (wärmster Frühling evtl. seit 100 Jahren), sich nicht eher schon im "Sommerschlaf" befindet und ihm die besondere Lage nicht noch die Decke über den Kopf gezogen hat. Nur mal so ne (wenig fundierte) These in den Raum gestellt.
Schon möglich das die Thermikentwicklung eher Ende Juni (eines "normalen Jahres) als Mitte Mai entspricht, trotzdem ist dass doch von der am Tag vorliegenden Schichtung abhängig. Siehe zum Beispiel letzten Montag - um 10:20 die erste kleine CU am Felln, um 10:40 gings easy an die Basis von etwa 2500m!
So fängt übrigens ein Hammertag an, der seines Namens würdig ist :)

Gruss
Stephan

Schirmschoner
23.05.2007, 19:53
Ich war am Hahnenkamm und dort sind schon einige Toppiloten kurz nach dem Start abgesoffen, also von unten raus wars schon ein gewürge.
Zum Wind kann ich nur sagen das ich für die ersten 30km 2,5Std. gebraucht habe (Bach), fur den rückweg allerdigs nur 40min. Das Spricht für nen kräftigen Südwind. Die Thermik war in dieser Zeit ok, wobei sie in Bach bis knapp 4000m gereicht hat. Im Tannheimer Tal wars danach nur noch ein gebettel hat aber für meinen Tagesplan voll ausgereicht. Mein fazit:
extrem durchwachsener tag mit kurzzeitigen lichtblicken.
@Cybermartin
Unterm Eps war Gerhard zugange
1. G. ist ein sehr guter Pilot.
2. G. flieg seinen Eps im untersten Gewichtsbereich und stand als ich abflog fast wie ne "Boje" in der Luft

MartinP
23.05.2007, 20:08
Wie gesagt, zum Problem wurde der Wind meiner Meinung nach erst kurz vor Warth, der hinweg hat zwar gedauert, aber das war ok, hatte nie mehr als 10km/h Gegenwind, und für was hat man schlieslich nen Beschleuniger ;>

Stefan Hörmann
24.05.2007, 21:34
Schon möglich das die Thermikentwicklung eher Ende Juni (eines "normalen Jahres) als Mitte Mai entspricht, trotzdem ist dass doch von der am Tag vorliegenden Schichtung abhängig. Siehe zum Beispiel letzten Montag - um 10:20 die erste kleine CU am Felln, um 10:40 gings easy an die Basis von etwa 2500m!
So fängt übrigens ein Hammertag an, der seines Namens würdig ist :)

Gruss
Stephan

Hallo Stephan,

die Alpen funktionieren da anders und die Schichtungsverhältnisse werden mit dem Tagesgang je nach Alpenregion stark modifiziert.

Während in den Alpen die Thermik immer höher steigt, die Schichtung aus den Tälern bis hoch hinauf labilsiert wird (durch thermische Durchmischung), sinkt die Luft am Alpenrand wieder ab. Luftmassensinken und Du hast schnell eine Absinkinversion welche die Basis und Thermik doch ziemlich bremst. Dazu kommt dann auch noch der Bayerische Wind der die wenige Thermik in ein thermisch-dynamisches Aufwindchen verwandelt und oft verbläst.

Schon mal gesehen wie einer mit dem Gleitschirm einen Streckenflug im Alpenvorland macht wenn die Alpen thermisch gut funktionieren? :-) Gut, Steffen Traut und die Schrattenbacher Flieger haben das schon öfters gemacht, aber das waren immer Rückseitentage wo die Berge einfach tot sind. Auch den Hans Keim seine Chiemseeflüge sind klassische Rückseitentage wo in den Bergen die Thermik schlecht oder gar nicht funktioniert.

Ganz interessant in dem Zusammenhang ist auch der Artikel "Alpines Pumpen" der beim DWD schon vor einigen Jahren erschienen ist.

http://www.dwd.de/de/FundE/Veroeffentlichung/Ergebnisse/FE_Bericht_Nr_72.pdf

Ne nette Lektüre für Sonntag und Montag.

Viele Grüße,
Stefan

Martin Prerovsky
25.05.2007, 16:25
Kleines OT zu "Hammertagspleiten":

Sind gestern zu 5t auf den Sulzberg gelaufen, weil schöner NO angekündigt war. Fazit: 3 kamen noch raus... Der Rest (einschließlich meiner) wollte nicht bei Nullwind springen, was man bei dem Startplatz dann tut. Später kamen noch 4 andere hinterher, da haben´s nochmal 2 geschafft. Einer sogar nach Süd, nachdem tatsächlich noch Bergwind kam. Da war´s aber schon fast finster und wir unten. 2mal bin den Drecksbuckel gelaufen, 2mal nicht geflogen. Scheiss Quote...

Gruß,
Martin

Gipfelflieger
25.05.2007, 17:50
@Maddin, das ist doch eine Quote von 100% :D
VG
Sepp
http://www.ParaAlpin.de

Martin Prerovsky
25.05.2007, 19:24
@Maddin, das ist doch eine Quote von 100% :D
VG
Sepp

So gesehen hast Recht. Das hat nicht mal die SED geschafft;)
Schau mer mal morgen am Schönberg!

Gruß,
Martin

luaas
27.05.2007, 16:30
Wir waren am Sonntag am Bischling. Raus ging es den ganzen Tag nur am Oststart, davor war dann sehr verbocktes Soaring angesagt. Irgendwo wenig über Starthöhe lag eine schwache, aber den ganzen Tag rel. stabile Inversion. Die kräftigeren Bärte schossen durch - um in der Höhe vom Südwind versetzt zu werden. Die Basis lag dann über 3000m. Bei 2300m eine Windscherung, die einige Flieger unerwartet durchschüttelte.

Auch im Tal spielte der Wind ein wenig verrückt. Am Nachmittag fast ständig thermisch-böiger "Bergwind" am Landeplatz, dass selbst Locals sagten, so etwas noch nie erlebt zu haben. Vielleicht Südföhn mit Stotterbremse?

parasnoopy
27.05.2007, 21:34
Hi Luaas,

ich bin heute aus dem Gasteiner Tal über Zell am See und Kössen nach München gefahren. In allen Nord/Süd ausgerichteten Tälern pfiff der Föhn bis auf den Talboden. Böig, immer gegen den eigentlichen Talwind und recht heftig. Schön das Ihr trotzdem sicher gelandet seid.

Kopfschüttelnd, Parasnoopy

luaas
27.05.2007, 21:40
Hi Luaas,

ich bin heute aus dem Gasteiner Tal über Zell am See und Kössen nach München gefahren. In allen Nord/Süd ausgerichteten Tälern pfiff der Föhn bis auf den Talboden. Böig, immer gegen den eigentlichen Talwind und recht heftig. Schön das Ihr trotzdem sicher gelandet seid.

Kopfschüttelnd, Parasnoopy


Hallo Parasnoopy,
in meinem Post steht "Sonntag", bezieht sich allerdings auf den 20.5. (Stefans Hammertag), nicht auf den heutigen Föhntag. Kannst das Kopfschütteln jetzt einstellen ;)
Lucian

parasnoopy
27.05.2007, 21:54
Ich bin beruhigt :), allerdings war die Luft heute auch nicht tuchfrei, und die Basis hoch, deshalb bin ich nicht gleich drauf gekommen.

Martin Prerovsky
10.06.2007, 21:00
Um mal wieder den Fokus auf "Pleiten" zu lenken:

Wer ausser mir zweifelt gerade an seienm Flugverstand?

Seit April hab keinen gscheiten Flug zustande gebracht, Streckendruck wäre also da. Aber was mach ich?

Letzter Sonntag: Mangels Flugwettererwartung bleib ich daheim - prompt ging´s...

Donnerstag: Um dem ostwindanfälligen Nordalpenrand zu entgehen fahr ich ins Pinzgau. Wo ging´s? Genau, am ostwindanfälligen...

Gestern: Weil im Pinzgau und südlich schon früh Gewitter drohen, fahr ich ins ach so geliebte Kössen... Nach "Frühstart" um halb eins erst mal abgesoffen. Dann zwar schönen Bastelflug gehabt, aber für unterwegs nichts mehr erreicht. Und im Pinzgau? Flogen sie dreistellig...

Heute: Webcams, Prognosen und Karten rieten mir ab. Also Alternativprogramm. Ein Blick eben in den dhv.xc lässt mich schon wieder weinen... Ja verdammt, peil ich denn gar nix mehr? An soviel Fehlentscheidungen kann ich mich in meiner ganzen Flugzeit nicht erinnern. Und jeden der letzten Tag war´s harmloser als angekündigt oder erwartet. Absicht? Progoseunsicherheit? Flache Isobaren?

Leicht genervter Gruß,
Martin

ShaunP
10.06.2007, 21:27
Auch wenn's jetzt langsam OT wird - Martin, Du sprichst mir aus der Seele !!! Letzter "richtiger" Flug am 22.04...

Letzten Freitag ein halbes Stündchen rumgekurvt, dann wurd's zu dunkel und begann zu regnen.

Gestern: angekündigt waren massive Überentwicklungen ab dem späten Vormittag - was war? Das Einzige was überentwickelte war mein Hals als es den ganzen Tag geilstes Wetter war und ich an meiner Terasse gebastelt habe. Dabei dachte ich noch, das wäre nicht zu steigern...

Denkste: Krönung war der heutige Tag. Sollte es da nicht komplett grausam werden ??? Kann mir einer sagen, warum sich das Wetter nicht an die Prognose hält ???:mad::mad:

Gute Nacht
Markus

Warum kann sich das Wetter nciht mal irren wenn Föhn angesagt wird ?

zeckenklauber
10.06.2007, 21:36
Hatte mich auch gegen die Schmitten entschieden, weil ja die Überentwicklungen sehr früh vorrausgesagt waren. Anscheinend wars dann doch nicht so schlimm ...

Hatte auch schon seit ewig keinen ordentlichen Flug mehr. In letzter Zeit gibts eigentlich fast nur noch 2 Wetterlagen. Entweder es pisst, oder es weht kräftiger Ostwind. Turbulente und zerissene Bedingungen hatte ich dagegen schon zuhauf in letzter Zeit, bin auch schon ein wenig frustriert. Zwei "Hammertage" an der Emberger waren auch nicht so der Hit, mit relativ tiefer Basis und Ostwind ...

Leider kannst Gift drauf nehmen, dass wenn du dann doch mal entgegen den Prognosen früh aufstehst und an die Schmitten fährst, dass nix geht ... und die Prognose doch mal stimmt :mad:

Ich hab diese Woche frei, und schon wieder feuchtlabil :mad:, zumindest laut Prognose. Wer fährt schon gerne 2,5 h einen Weg um mal zu schauen obs doch nicht so stark aufbaut ...

Jürgen S.
11.06.2007, 07:30
harmloser als angekündigt
Grade bei Austrocontrols Windvorhersagen hatte ich das Gefühl schon öfter. Gelegentlich ändern die sich dramatisch zwischen Spät- und Frühschicht.

Bei flacher Druckverteilung und wenig Wind scheint das Wettervorhersagen schwieriger zu sein. Oder auch einfacher: "teils sonnig, teils bewölkt mit teils kräftigen Schauern und Gewittern" (http://www.br-online.de/wetter/action/reisewetter/bergwetter.do).

Von den beiden Konzepten sich entweder langfristig festzulegen (z.B. die Waldstettener (http://xc.dhv.de/xc/modules.php?name=leonardo&op=list_flights&nacclubid=324&nacid=1&year=2007&month=6) á la "an Fronleichnam fahren wir ins Pinzgau") oder der Streckenjägerlauerstellung (Wetterberichtbeschwörungsleser, Webcamverflucher) hat dieses Mal ersteres bessere Ergebnisse gebracht. Meistens isses wohl eher andersrum.

Die angesprochene Inversion (http://xc.dhv.de/xc/modules.php?name=leonardo&op=show_flight&flightID=11722) hätte allerdings in den Wetterberichten erwähnt werden müssen.

Gruß, Jürgen

luaas
11.06.2007, 15:52
Bei flacher Druckverteilung und wenig Wind scheint das Wettervorhersagen schwieriger zu sein. Oder auch einfacher: "teils sonnig, teils bewölkt mit teils kräftigen Schauern und Gewittern" (http://www.br-online.de/wetter/action/reisewetter/bergwetter.do).

Die angesprochene Inversion (http://xc.dhv.de/xc/modules.php?name=leonardo&op=show_flight&flightID=11722) hätte allerdings in den Wetterberichten erwähnt werden müssen.

Gruß, Jürgen


Hallo Jürgen,
Du hast es voll erfasst. Die Flachdrucklagen sind für Meteorolügen kaum zutreffend vorhersagbar. Durch die flache Druckverteilung kommen regionale Effekte massiv ins Spiel, und das z.T. so kleinräumig, dass die meisten Wettermodelle allein schon von ihrer Auflösung keine vernünftigen Lösungen anbieten. Das trifft sogar auf die "angesprochene Inversion" zu. Auch die kann so regional herrschen, dass kein Meteorologe sie vorher genau benennen kann.

Man muss bedenken: Normalerweise sind Hochs und Tiefs großräumige Gebilde.
Überm Tief steigt die Luft auf, im Hoch sinkt sie ab. Vereinfacht muss man sich auch Gewitterwolken wie Mini-Tiefdruckgebiete vorstellen. Dort steigt die Luft auf, doch irgendwo daneben gibt es die gegenläufige Bewegung: Luft sinkt ab. Fliegt man nun in einiger Entfernung von Überentwicklungen, bewegt man sich möglicherweise in einer Region mit lokalem Luftmassensinken. Das kann die Wolken ausreichend "deckeln", um dort in labiler Luft aber dennoch sicher fliegen zu können.

Wo genau aber Gewitter entstehen, und wo die Luft dann im Gegenzug absinkt,
liegt im Bereich der chaotischen, kaum prognostizierbaren Wetterphänomene. Drum wird es, gerade bei labilen Flachdrucklagen, auch immer wieder solche überraschenden Hammertage bzw. Hammertagpleiten (wg. falscher Gebietswahl) geben.

Jürgen S.
11.06.2007, 16:10
Hallo Lucian,
allein es fällt mir schwer zu glauben, dass ein Gewitter 8h lang eine Inversion über der Fläche eines 166km FAI-Dreiecks erzeugt. Ich kann nur spekulieren, wo der Torsten das mit der 4500m Inversion her hat. Durch Wolkengucken?

Immerhin ist sie weder hier (http://weather.uwyo.edu/cgi-bin/sounding?region=europe&TYPE=GIF%3ASTUVE&YEAR=2007&MONTH=6&FROM=912&TO=912&STNM=10868) noch hier (http://weather.uwyo.edu/cgi-bin/sounding?region=europe&TYPE=GIF%3ASTUVE&YEAR=2007&MONTH=06&FROM=0912&TO=0912&STNM=11035) erkennbar. Bei mir heisst es immer noch Meteorologen. :D
Gruß, Jürgen

luaas
11.06.2007, 16:26
Hallo Lucian,
allein es fällt mir schwer zu glauben, dass ein Gewitter 8h lang eine Inversion über der Fläche eines 166km FAI-Dreiecks erzeugt. Ich kann nur spekulieren, wo der Torsten das mit der 4500m Inversion her hat. Durch Wolkengucken?

Immerhin ist sie weder hier (http://weather.uwyo.edu/cgi-bin/sounding?region=europe&TYPE=GIF%3ASTUVE&YEAR=2007&MONTH=6&FROM=912&TO=912&STNM=10868) noch hier (http://weather.uwyo.edu/cgi-bin/sounding?region=europe&TYPE=GIF%3ASTUVE&YEAR=2007&MONTH=06&FROM=0912&TO=0912&STNM=11035) erkennbar. Bei mir heisst es immer noch Meteorologen. :D
Gruß, Jürgen


Hallo Jürgen,

Torsten schrieb nichts von einer Inversion, sondern von einem Deckel auf 4500m. Das wird ein Schätzwert sein, den er auf Basis von Beobachtung der oben "gedeckelten" Wolken nennt. Ansonsten spricht er ja auch von einer niedrigen Basis und war ja auch im ersten Teil des Fluges nur selten höher als 2000m unterwegs.
Gleichzeitig schreibt er aber auch von "ein paar" Überentwicklungen (also Wolken höher als 4500m) und Schauerzellen und schließlich dem thermiktötenden Zirrusschirm einer Gewitterwolke, der ihn zum Landen zwang.

Was ich meine: Das mit dem einem Gewitter war beispielhaft gemeint, um zu verdeutlichen, wie kleine Zellen auch kleinräumige Gegeneffekte auslösen können, die Meteorologen nicht im voraus erkennen können. Bei labilen Lagen mit mehreren Gewitterzellen wird die Vorhersage von Gebieten mit aufsteigenden und absinkenden Luftmassen noch vertrackter.

Letztendlich kommt es auf den Piloten an, der bei entsprechenden Wetterlagen nicht nur Glück mit der Startplatzwahl hat, sondern auch die Route anhand der aktuellen Wetterentwicklung so legt, dass er in die Bereiche des besseren Flugwetters einfliegt und unter ständiger Wolkenbeobachtung die allzu labilen Bereiche meidet bzw. umfliegt.

Mit "Meteorolügen" will ich übrigens nicht diesen Berufsstand diffamieren. Vielmehr haben die Wetterleute bei solchen Lagen halt das Pech, zwangsläufig für bestimmte Regionen Falschaussagen zu machen, wenn sie sich z.B. auf Aussagen wie "am Nachmittag Gewitter" pauschal festlegen. Die von Dir zitierte Variante "teils sonnig, teils bewölkt mit Schauern und Gewittern" ist zwar die einfachste, aber letztendlich sogar ehrlichste und beste Variante, die man bei solchen Wetterlagen liefern kann.

Jürgen S.
11.06.2007, 19:49
Dazu ein paar Bilder vom 9.6.2007

http://xc.dhv.de/xc/modules/leonardo/flights/272/photos/2007/Flugbilder%20318.jpg

http://xc.dhv.de/xc/modules/leonardo/flights/816/photos/2007/Blick%20zum%20Zillertal.jpg

http://xc.dhv.de/xc/modules/leonardo/flights/107/photos/2007/westendorf9_6%20004kl.JPG

gueneps
11.06.2007, 21:00
Hallo,

die letzte Aufnahme stammt von mir und wurde um 14:30 gemacht. Zu diesem Zeitpunkt wars abzusehen, dass es hier wahrscheinlich nicht so schnell überentwickeln würde. Zuvor quellte es doch ganz ordentlich und die weitere Entwicklung war noch nicht abzusehen. Ins Pinzgau zu fliegen hatte mich doch etwas gereizt, allerdings war relativ viel Bewölkung zu erkennen und die Basis auch nicht gerade hoch, so dass man schnell mal am Boden steht. So wars ne richtige tolle Lokalrunde mit einem breiten Grinsen nach der Landung.
Der Temp von Innsbruck machte mir doch etwas Hoffnung auf einen besseren Tag als Freitag, da er deutlich trockenere Luft zeigte.

Günter

J.Zitzmann
12.06.2007, 13:32
Ganz interessant in diesem Zusammenhang aber auch die Wetterwarnung von Stefan am Sa früh, der hier von explosionsartig auftretenden Gewittern vom Bodensee bis zum Chiemgau sprach...hatte glücklicherweise (?!) eh keine Zeit am Sa, aber: wäre ich angesichts der Prognose ausgerückt??

Fakt ist: (fast) alle guten Leute der Sportklassenwertung waren am Sa unterwegs; ich gehe davon aus, dass auch diese Jungs und Mädels nicht ad ultimo Zeit verbraten können, folglich sich schon auch die guten Tage raussuchen (müssen).
Nur: warum waren überzufällig eben gerade die Guten unterwegs? Haben die eine spez. Wetterbericht?
Natürlich nicht, aber das macht eben mE auch das "Gutsein" aus: einen trotz allg. Meinung als mittelmäßig/schlecht geltenden Tag dennoch als gut fliegbar zu definieren und zu nutzen (was ja auch nicht jedem der Topleute gelang).
Und: in der Früh unbedingt aktuelles Studium betreiben: s. Günthers Beitrag: der Temp zeigte für den Sa tatsächlich gute Bedingungen!

Oben auch schon angesprochen: die Wetterberichte bei Austrocontrol (spez. Tirol) differieren von Früh- zu Spätschicht ungeheuer! s. diesen Sonntag: war am Sa abend eigentlich als sehr gewittrig eingestuft, am So (dann ab 8.00!!!!-wem nutzt das noch was, ausser denen, die vor Ort sind!) hiess es dann: nur sehr vereinzelt Auftreten von Gewittern, rel. schwach windig...

Fazit: genau weiß ich`s auch nicht...aber für mich ist klar: wenn du punkten willst, musst du jeden freien Tag nutzen mit auch etwas unsicherer Prognose nutzen, insbesondere wenn schwacher Wind progn. ist (Faktor 2.0 für FAI z.b.)!

PS: hätte mich wahrscheinlich vom Fliegen abhalten lassen...

J.Zitzmann
12.06.2007, 14:38
Servus Jörg,

Zitat JN:Du sprichst auch von den "Guten". Ich bin recht oft fliegen und treffe auch recht häufig "Gute" - meine Einschätzung ist, dass die zwar schon einen Riecher fürs jeweils gut gehende Gebiet haben, vor allem aber einfach JEDES Wochenende und VIELE einzelne, potenziell brauchbare Wochentage auf gut Glück ausrücken. Kann mir kaum vorstellen, dass es Vollchecker gibt, die sehr wenig fliegen gehen und nur die Hammertage erwischen.

Da bin ich mir nicht so sicher: klar, viele Versuche erhöhen die Chance für einen Topflug und: wenn diese Jungs nach 20km abhocken, werden sie ihren Flug vermutlich nicht ins Netz stellen (und wir werden so nicht erfahren, wie viele Versuche sie gebraucht haben..);
Denke aber schon, dass eben diese Guten deutlich weniger Versuche brauchen als der Normalo ("Riecher" und Können!). Aber natürlich auch, weil sie sich dann an den "echten" Hammertagen unter der Woche frei nehmen können..da hast du schon recht.

Gruß aus Gaissach
Jörg

robert
12.06.2007, 15:02
Hi!

Es mag schon einige begabte Flieger geben, die auch mit sehr wenigen Flügen pro Jahr ganz nette, kleinere Strecken fliegen - aber sicherlich keine großen!

Wer viel zum fliegen geht, wird zwar nicht automatisch zu einem guten Flieger, aber der Umkehrschluß gilt zu 100% - wer nicht wirklich viel Zeit investiert, kann kein guter Streckenflieger werden! Da gibt es die "Lokalmatadoren", die sehe ich einfach IMMER, wenn ich auf einen bestimmten Berg gehe, zumindest zwischen Mai und Juli. So zuverlässig wie das Amen in der Kirche. Denke daß die ein Abkommen mit ihrem Arbeitgeber haben, daß sie jederzeit kurzfristig freinehmen können, auch wenn sie schon in der Arbeit sind. Und die meisten von denen wohnen direkt im Fluggebiet. Ich denke, anders gehts nicht.

Gruß Robert

Stefan Hörmann
12.06.2007, 18:21
Ganz interessant in diesem Zusammenhang aber auch die Wetterwarnung von Stefan am Sa früh, der hier von explosionsartig auftretenden Gewittern vom Bodensee bis zum Chiemgau sprach...hatte glücklicherweise (?!) eh keine Zeit am Sa, aber: wäre ich angesichts der Prognose ausgerückt??

Hallo Jörg,

eigentlich bin ich ja bis Donnerstag noch im Betriebsurlaub... , aber gut :-)

Bitte wenn, dann richtig zitieren. Daher muss ich das richtigstellen!

Die Original-SMS lautete:
WETTERWARNUNG:ZwischenVierwaldstättersse u.Chiemsee spätestens@Mittag s.heftigeGewitter.Teils,explosionsartige,UNÜBERSCH AUBARE Entwicklungen.Auf der Hut sein!

Also, nicht Bodensee sondern Vierwaldstättersee und das machte bei der Lage einen großen Unterschied. Schaut man sich an, wo die guten/besseren Strecken geflogen worden sind, dann ist die "Fehlprognose" auf kaum 100km beschränkt. Das bestätigen mir auch die Webcamaufzeichnungen des Tages aus dem gesamten Nordalpenraum. Westlich der Zugspitze gab es ab ca. 14 Uhr einige, wirklich markante Überentwicklungen sowie heftige Gewitter die jedem Flieger das Fürchten lehren. Ich war beim Gewitterchasen den ganzen Tag im Allgäu unterwegs und was ich da ab 15 Uhr aus Süden gesehen habe, das war allererste Sahne.
http://www.gleitsegelwetter.de/alg.JPG

Jene Piloten, westlich vom Allgäu bis ins Alpstein- und Bodenseegebiet, die haben ab Mittag böse ins Wischi-Waschi-Donnerwetter geschaut.

Bei Gewittern gibt es in der Flugwetterpronostik eine geringe Toleranzgrenze, denn ich begleite nicht nur Profiflieger durch die Saison, sondern auch viele Piloten die als Gelegenheitsflieger unterwegs sind die Spaß haben wollen. Von daher muss ich den Maßstab tiefer ansetzen. Das Wissen um die potentielle, noch nicht vorhandene Gefahr, muss als Information in den Flugwetterberichte ohne wenn und aber einfließen.

Drei tote Thermiksportler (2GS/1SF ) sind mir vom verlängerten Wochenende bekannt, zwei fielen wahrscheinlich (nicht ganz sicher) dem Wetter zum Opfer, der andere hatte ein gesundheitliches Gebrechen.

Bei solch potentiell labilen (und unsicheren) Lagen die nat. auch durch stabile Phasen gekennzeichnet sind (wie eben im Osten) sind Wetterwarnungen wie die am Samstag berechtigt (wo ich eigentlich ja auch schon im Betrieburlaub war!)

Viele Grüße,
Stefan

Stefan Hörmann
12.06.2007, 18:23
Das allein reicht ja schon, um frohen Mutes loszufahren. Oder hatte der dieses Jahr schon mal mit irgendwas recht? (Stefan, nichts für ungut, ich bezahl auch weiterhin mein Abo und mach Dir keinen Vorwurf - es ist einfach oft Pech, glaub ich).

Solche Kommentare sind mir ja ohnehin die liebsten :D Aber wenn es Dir hilft (es wird helfen), dann vorweg die Info, dass wohl bald tagtägliches Detailwetter aus meiner Feder stammen könnte. Mehr Internas demnächst im Newsletter *g*. Pech gibt es nicht. Es gibt meteorologische Gründe warum dies und jenes mal besser, mal schlechter ist. Aber direkt gekontert: Wer machte es bisher besser? Der beste Wetterfrosch ist der Local vor Ort mit 200 Flügen und 600 Stunden im Jahr der mit dem Fensterblick und dem Wolkenbild jeden Meteorologen schlägt.

Gruß,
Stefan

J.Zitzmann
12.06.2007, 21:56
@Stefan
War keine Kritik!!!!
hatte den genauen Text der SMS nicht mehr ganz im Kopf (sorry, ist aber in meinem Zusammenhang nicht von Relevanz), für mich wichtig war v.a. (da ich eben in diesem Bereich lebe und dort zum Fliegen gehe) das Einschliessen der Region Oberbayern bis Chiemsee in diese Wetterwarnung .
Bin dir für derartige Warnungen immer dankbar, und werde sie für meinen Teil auch berücksichtigen. Deswegen habe ich ja auch ein Abo!
Im Übrigen: wie schon gesagt, hatte keiner deiner meteorologischen Kollegen diesen Tag auf der (XC-)Rechnung.
Dies belegt nur nochmal die dennoch gute Einschätzung einiger Piloten!
Grüße
Jörg

Tobias S.
12.06.2007, 23:23
Bei solch potentiell labilen (und unsicheren) Lagen die nat. auch durch stabile Phasen gekennzeichnet sind (wie eben im Osten) sind Wetterwarnungen wie die am Samstag berechtigt.

Vor allem befandest du dich mit dieser Prognose ja in sehr guter Gesellschaft, viele andere Wetterseiten und -dienste warnten ja ebenfalls vor kräftigen Gewittern, die ja auch verbreitet aufgetreten sind. Dass vielleicht in einem kleinräumigen Gebiet (100km sind beim Wetter nicht viel) trotzdem gute Flüge (unter teils mächtigen Wolken!) möglich sind, ändert nichts an der richtigen und guten Prognose.

Oft genug weist du ja eh drauf hin, dass lokal in einem gewissen Fenster gute Flüge möglich sein können.

Meine Meinung: Gerade bei Gewittergefahr begrüße ich eine tendenziell eher defensive Prognose, vor allem im Interesse der Piloten, die weniger Gelegenheit haben, aus einem reichen Erfahrungsschatz zu schöpfen. Der Local vor Ort wird ja durch die Prognose nicht daran gehindert, in die Luft zu gehen.

Stefan Hörmann
13.06.2007, 00:01
@Stefan
War keine Kritik!!!!
hatte den genauen Text der SMS nicht mehr ganz im Kopf (sorry, ist aber in meinem Zusammenhang nicht von Relevanz), für mich wichtig war v.a. (da ich eben in diesem Bereich lebe und dort zum Fliegen gehe) das Einschliessen der Region Oberbayern bis Chiemsee in diese Wetterwarnung .
Bin dir für derartige Warnungen immer dankbar, und werde sie für meinen Teil auch berücksichtigen. Deswegen habe ich ja auch ein Abo!
Im Übrigen: wie schon gesagt, hatte keiner deiner meteorologischen Kollegen diesen Tag auf der (XC-)Rechnung.
Dies belegt nur nochmal die dennoch gute Einschätzung einiger Piloten!
Grüße
Jörg

Hallo Jörg,

Kritik las ich an da anderer Stelle, nicht an Deinem Posting.

Es gibt ein gutes Sprichwort: Der Abonnent entscheidet über die Leistung, nicht der Anbieter. Das klappt jedoch nur wenn Orignalinformationen verbreitet bzw. zitiert werden. Ne Info über mehrere Ecken führt oftmals zur Verfälschung, zu falschen Annahmen. Man muss da wirklich aufpassen, denn ich kenne die Startplatzgespräche über Wetter, Wetterdienste, der Meteorolügen etc. bestens ja gar in Foren erkannt man dahingehend Nuancen einer Meinung.

Viele Grüße,
Stefan

Stefan Hörmann
13.06.2007, 00:19
Vor allem befandest du dich mit dieser Prognose ja in sehr guter Gesellschaft, viele andere Wetterseiten und -dienste warnten ja ebenfalls vor kräftigen Gewittern, die ja auch verbreitet aufgetreten sind. Dass vielleicht in einem kleinräumigen Gebiet (100km sind beim Wetter nicht viel) trotzdem gute Flüge (unter teils mächtigen Wolken!) möglich sind, ändert nichts an der richtigen und guten Prognose.

Oft genug weist du ja eh drauf hin, dass lokal in einem gewissen Fenster gute Flüge möglich sein können.

Meine Meinung: Gerade bei Gewittergefahr begrüße ich eine tendenziell eher defensive Prognose, vor allem im Interesse der Piloten, die weniger Gelegenheit haben, aus einem reichen Erfahrungsschatz zu schöpfen. Der Local vor Ort wird ja durch die Prognose nicht daran gehindert, in die Luft zu gehen.

Hallo Tobias,

das ist u.a. Antrieb des Engagements, die Risikominimierung voranzutreiben. Das umfasst auch oft auch die schwierige Aufgabe abzuwägen zwischen vertretbar und nicht vertretbar und einen Unterschied zwischen Profi und Gelegenheitspilot zu machen ist im Flugsport eine heikle Sache.

Die zu erwartende Gewitterlage war ja schon viele Tage zuvor erkannt (Mittwoch) und recht sicher vorhergesagt worden. So habe ich in den vielen Pilotenanfragen auch keinem geraten, sich vom Wetter auf die Couch setzen zu lassen, im Gegenteil. Ich habe sie alle bewusst in die Streckenfluggebiete geschichkt mit deutlich gekennzeichneten Gefahrenhinweisen denn es war klar, dass die stabileren Phasen gute Phasen werden würden. Tja, und einige Piloten die Biwagfliegen, die gerade mal ein Handy und den Geldbeutel mit dabei haben, die sind dankbar für eine solche, wenn auch überwarnende SMS.

Viele Grüße,
Stefan

noipser
13.06.2007, 06:46
... Tja, und einige Piloten die Biwagfliegen, die gerade mal ein Handy und den Geldbeutel mit dabei haben, die sind dankbar für eine solche, wenn auch überwarnende SMS.

Viele Grüße,
Stefan

Hallo Stefan,

so sehe ich das auch: Ich bin kein und werde nie ein guter Wetter(er)kenner sein
und erhalte lieber einmal zuviel als einmal zu wenig eine Wetterwarnung.

Zu beachten hierbei ist natürlich das es Kollegen gibt, die nach der dritten Warnung
die nicht eintrifft sagen: Das stimmt ja sowiso nicht, kann ich links liegen lassen und
ich hau mich raus.

Zu diesen Typ zähle ich mich nicht und werde also auch weiterhin solche
Wetterwarnung ernst nehmen.

Ps: Habe meine Augen offen gehalten und trotz der SMS Warnung am Samstag
einen schönen Flug im Pinzgau (Wildkogel) machen können :-)

Allzeit gute Landungen,
Andreas

Martin76
14.06.2007, 07:03
hi,

GFS Chef ;-) auf Urlaub, laut den Texten in Austrocontrol, stärkerer Südwind, und es ist kein grundsätzlich freier Tag. Bin gespannt wieviele Piloten heute fliegen gehen und welche Strecken geflogen werden.

Gruß Martin,