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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meinungsumfrage: "Mindestalter" für Ausbildung?



Gebirgler
06.04.2011, 12:21
In Deutschland ist das Mindestalter für die Ausbildung 14 Jahre.
Diese Altersgrenze will man nun auch in Österreich einführen.

Welche Erfahrungen und Meinungen habt ihr dazu?
Ist man mit 14 "reif" dazu?
Was sind die Vor- und Nachteile bei einer niedrigen Altersbeschränkung.

FlyBird
06.04.2011, 12:33
Hallo Gebirgler,

ich selbst habe auf legalem Wege mit 14Jahren meinen Sopi in Andelsbuch begonnen.
Das ist nun fast 6Jahre her. Einzige Einschränkung, ich habe ein Fliegerärztliches Athest zum Beginn der Ausbildung benötigt, welches aber nie jemand sehen wollte.

Die Scheinausstellung ist die einzigste Differenz zwischen D und At.
In D bekommt man seinen A-Schein mit 16Jahren und in At bekommt man seinen Sopi frühestens mit 15Jahren.

Mir persönlich hat das frühe "erlernen" nicht früh genug anfangen können.
Bereits mit 12 bin ich am Übungshang viel unterwegs gewesen und konnte
zu Schulungsbeginn bereits rückwärts Aufziehen.
Zu erwähnen ist, mein Vater fliegt nun seit mehr als 20Jahren. Von Anfang an
hat er auf volle Sicherheit Wert gelegt.

Fliegen ist etwas so tolles ;-)
Wenn der Körperbau stimmt und der Fliegerarzt das teure OK gibt,..

ACTION

Die DHV-Jugend informiert hierbei gerne!
dhv-jugend.de (http://www.dhv-jugend.de)

GlidingFreak
06.04.2011, 14:41
Hey ihr,

meiner Meinung nach hat die Sache eigentlich nur Vorteile: Je früher man beginnt umso mehr verinnerlicht man die Geschichte. Ein bekannter von mir (und Ferdi - grüß dich übrigens :) hat mit Groundhandling mit 7 Jahren begonnen. Er hat den Sopi seit er 15 ist. Wenn man in so jungen Jahren mit Groundhandling beginnt bekommt man denke ich viel mehr Gefühl für den Schirm. Das hilft enorm beim späteren Fliegen.

by the way: Segelflugausbildung darf man ebenfalls mit 14 beginnen. Schein bekommt man mit 17. Da gibt es keine Diskussion über Vor- oder Nachteile. Wer nicht spurt erhält Flugverbot :)

Happy Landings.

Roman

H.M.Murdoch
06.04.2011, 14:52
.... Wer nicht spurt erhält Flugverbot :)...


Roman

Und das versuch mal bei einem Gleitschirmküken durchzusetzen.

MURMEL
06.04.2011, 15:26
Ich hab mit knapp 15 Anfang der 70 iger mit meiner Segelflugausbildung begonnen.
Wenn man so früh beginnt, bringt das einen persönlich ein ganzes Stück weiter was
die Übernahme von Verantwortung für sich und andere angeht.
Aber bei uns (und ich durfte das auch oft genug erleben) wurde nahezu jeder Verstoß gegen Flugaufträge mit Startverbot und ein bis vier Wochen Flugzeuge schieben am Wochenende belohnt, bis wir es kapiert hatten, das die Auflagen zu unserer und anderer Sicherheit da waren. Das Startverbot ließ sich natürlich auch einfach durchsetzen.

Ich fand es toll, so jung fliegen zu dürfen und heute find ich es richtig, daß man uns so die Regeln "einsichtig" gemacht hat. Und die Angst, nicht fliegen zu dürfen, war viel größer als unsere Einsicht und unser Mut.

Die meisten brauchten aber das Startverbot gar nicht. Und deshalb würd ich es in der
Gleitschirmfliegerei auch versuchen mit 14.
Aber auch deutliche Konsequenzen vereinbaren. (Da kann man ja als Lehrer mit Eltern zusammen Möglichkeiten ausdenken).
Und wer mit 14/15 einiges begriffen hat, muß es dann später auch nicht mehr lernen.



Alles Gute
Michael

KaiS
06.04.2011, 16:26
Nicht ganz außer Acht sollte man allerdings die Haftungsfrage lassen.

Wann die "Reife" eines Menschen weit genug für das ein oder andere Hobby fortgeschritten ist, liegt bestimmt in einem hohen Maße an individuellen Merkmalen und Voraussetzungen begründet, als auch in Erziehung, Elternhaus und sozialem Umfeld.

Tatsache ist, dass früher einmal die "Volljährigkeit" erst mit 21 begonnen hat und der Grund das auf 18 vorzuverlegen hauptsächlich in der Wahlberechtigung zu suchen war - also eher politisch motiviert und nicht durch schnellere Reifung.

Tatsache ist auch, dass ein Mensch juristisch gesehen erst mit Volljährigkeit voll eigenverantwortlich für sein Tun und Handeln ist (und da immer noch unter "Jugendstrafrecht" fällt).

Oder andersrum: Fragt mal beliebige 12-jährige, ob sie dafür wären jetzt schon Führerschein machen zu dürfen um legal Auto zu fahren. Die meisten wären sicherlich dafür.

Und dann lasst mal einen 12-jährigen ans Steuer Eures Autos....

Worüber hier aber diskutiet wird, ist ob man Kindern (sorry) erlauben will frühzeitig einen Sport legal zu betreiben, der in höchstem Maße Eigenverantwortlichkeit verlangt, bei dem eine reale Gefahr für Leib und Leben durchaus gegeben ist und leichtsinnige/fahrlässige/vorsätzliche Fremdgefährdung möglich ist (ich sage nur "Kampfanflüge").

Es mag immer Außnahmen geben, aber eine offizielle Regelung bezieht sich eben auf JEDEN der dieses Alter erreicht hat. Und wie schon weiter oben jemand geschrieben hatte: "bei meinen eher nein", gibt es doch jede Menge Kinder, die besser mit 14 noch nicht fliegen sollten. Zum einen wegen einem hohen Maß an Risikobereitschaft und zum anderen wegen möglicher Fremdgefährdung, für das sie juristisch gesehen nicht strafmündig sind - sondern die Eltern.

Kinder sind eben keine "kleinen Erwachsenen". Oder wolltet Ihr in ner Lufthansa-Maschine fliegen wo ein 12 jähriger am Steuer sitzt (der vielleicht tolle Reaktionsgeschwindigkeiten in beliebigen Computerspielen hat).

Wir alle mussten auch bis 18 warten um den Führerschein zu machen. Kurzum: ich find die Regelung wie sie jetzt ist -mit 16- durchaus sinnvoll.

Kai

Matthias Meisinger
06.04.2011, 18:44
ich selbst habe auf legalem Wege mit 14Jahren meinen Sopi in Andelsbuch begonnen.
Das ist nun fast 6Jahre her. Einzige Einschränkung, ich habe ein Fliegerärztliches Athest zum Beginn der Ausbildung benötigt, welches aber nie jemand sehen wollte.

Die Scheinausstellung ist die einzigste Differenz zwischen D und At.
In D bekommt man seinen A-Schein mit 16Jahren und in At bekommt man seinen Sopi frühestens mit 15Jahren.


Hi Flybird,
in Ö ist der Ausbildungsbeginn bei 15 Jahren. Ob das vor 6 Jahren auch schon so war, hab ich nicht im Kopf. Wie hat Dir denn da ein Attest weitergeholfen?
Gruß, Matze

bigben
07.04.2011, 08:24
Ich denke , das ist nur teilweise vom Alter abhängig, sondern vielmehr von der persönlichen Reife des Jugendlichen. Wer die geistige Reife, Verantwortungsbewußtsein, eine gesunde Sicherheitsphilosophie, sowie guten Lehrer / Mentor / Ausbilder hat, kann mit 15 Jahren durchaus sicher und erfolgreich fliegen. Bei meinem Sohn hat das bestens funktioniert. Wichtig ist hierbei dem Nachwuchs die Sinnhaftigkeit von bestimmten Dingen mitzugeben, wie perfektes GH / Schirmbeherrschung, eine restriktive Sicherheitsphilosophie und das permanente hinterfragen von Situationen bei denen der Jugendliche verinnerlichen sollte, das der Schirm im Zweifel halt im Sack bleibt. Vor allem aber den RESPEKT vor den permanenten Gefahren des Gleitschirmfliegens. Wer zappelig, naiv oder nach dem Motto lebt, "komm ich nicht heute komme ich Morgen, oder "passt schon" dem würde ich eher einen andren Sport anraten.

In diesem Sinne "Immer sicher Flüge"

H.M.Murdoch
07.04.2011, 08:34
Ich habe genug abovefifties erlebt denen ich die Eignung für diesen Sport absprechen müsste. Die Meisten von denen wurden dann auch durch Unfälle aussortiert. Keine tötlichen aber immerhin kaputte Knochen. Und die heilen im ALter wesentlich schlechter...

Es bleibt also nur bei einer persönlichen Beurteilung der "geistigen Reife" (Was immer das auch sein mag) und der Vorgabe durch den Gesetzgeber welche den Rahmen vorgibt. Und zwar für alle gleich, auch wenn der Einzelne durch den Rahmen inadequat eingeschränkt wird.

FlyBird
07.04.2011, 08:42
Meine Flugschule hat dies damals als
Pflicht (nach At-Recht) verlangt.
Auf der Aeroclub HP stehen die 15 Jahre
als Mindestalter zum Beginn der Ausbildung.

(war ich dahmals illegal unterwegs?)

Ich denke, dass ich als Deutscher, vielleicht
nach deutschem Recht mit 14Jahren in At die
Ausbildung beginnen durfte.
Das fliegerärztliche Attest war wohl nur für
den Fall der Fälle.

Es wundert mich, dass hier einige das Mindestalter
von 14 Jahren kritisieren! Das ist schon ewig (evtl
von Anfang an) so.
Die Eltern haben bei der Entscheidung die
letztentliche Entscheidungskraft.

Da der Einstieg in unseren Sport mit hohem
finanziellem Aufwand verbunden ist. Entsteht allein
daraus schon für einen 14 Jährigen ein hohes
Verantwortungsgefühl. Zahlen es die Eltern,...(?)..
Die "Angst"/Aufregung beim ersten Start löste
bei mir automatisch "erwachsenes" Denken aus.

Wenn man in Kontakt mit so jungen Piloten tritt
merkt man immer ihre stark vorrangeschrittene Reife.

Tim1978
07.04.2011, 09:41
ich sehe das wie rollerfahren. auch hier müssen die kinder bzw jugendlichen eigenverantwortung zeigen. das schöne ist, als eltern hat man dann noch ein wenig den finger drauf. nämlich über die erziehung etwas zu machen. mach deine schule, flieg ordentlich und ne den 2er schirm gibt es nicht. zumal sie sich so etwas nicht leisten können. sie kommen nur zum startplatz, wenn sie jemand fährt. gut ist wenn eltern selbst fliegen. in den zwei jahren, in denen wir eltern die finger drauf haben und entscheiden können wann sie fliegen, sonst machen wir vorhänger aus dem gleitschirm, ist die zeit in der sie wirklich auch einiges lernen können. so ähnlich wie mit dem führerschein ab 17. nur sitzen wir nicht daneben und können eingreifen. können aber entscheiden ob sie jetzt ne startfreigabe haben. :D
außerdem finde ich einen 18 jährigen unverantwortlichen autofahrer gefährlicher, wie einen 16 jährigen. Mit einem Auto kann ich auch viel mehr schaden anrichten, wenn ich mir so die kreuze am straßenrand ansehe. 4 leute im auto überholt in ner kurve, kontrolle verloren, ein weiteres auto erwischt usw. Eltern müssen sich nur klar machen, dass auch so ein jungspunnt vom himmel fallen kann und sich schwer verletzen. finde das jetzt aber genau so schlimm, wenn es sich um einen erwachsenen handelt.

ich habe letztens in ner flugschule ausgeholfen. auch hier war ein 14 jähriger der mit der ausbildung beginnen will. was ich obercool fand, seine mutter macht die ausbildung gleich mit, weil sie nicht stundenlang am startplatz abhängen will, um sohnemann dann irgendwo einzusammeln.
um noch mal auf den buben zurück zu kommen. dafür das er noch nie einen gleitschirm in der hand gehabt hat, hat er es sehr gut gemacht. der hat das ding sogar immer wieder unterlaufen, obwohl die Bedingungen nicht besonders toll waren. boeiger wind von der seite. ist gleich beim ersten startversuch abgehoben. ich möchte behaupten, das er mehr gefühl für den schirm hatte, wie bei dem ein oder anderen am startplatz.
seine mutter hat es auch ganz gut gemeistert. und dann gab es teilnehmer, die allem völlig überfordert waren. selbst die teilnehmer vom grundkurs, die schon einige flüge hatten, waren mit den jetzt nicht mehr so optimalen bedingungen überfordert und haben kaum einen sauberen start hinbekommen.

ich weis aber das hier einige gegner sind, dass jugentliche fliegen, weil sie noch nicht selbst entscheiden können. kinder können schon ganz gut entscheiden was sie wollen und wenn man ihnen klar macht, dass es zum unfall jeder zeit kommen kann, weil das wetter bzw die luft nicht berechbar ist, können die meisten auch damit umgehen. und wie schon gesagt, wir können dahinter stehen und sagen, ne heute bzw. jetzt fliegst du nicht. wenn sie selbst schon erlebt haben, dass papa vom himmel gefallen ist. kinder von fliegenden eltern bekommen doch einiges mit. gespräche: der horst hat gestern im baum gehangen und hast du gehört der heli war gestern da, weil einer abgestürtzt ist usw.
und wenn die kinder nicht selbst entscheiden können, weil die kinder fliegen wollen, dann können es die eltern.

bigben
07.04.2011, 11:21
ich sehe das wie rollerfahren. auch hier müssen die kinder bzw jugendlichen eigenverantwortung zeigen. das schöne ist, als eltern hat man dann noch ein wenig den finger drauf. nämlich über die erziehung etwas zu machen. mach deine schule, flieg ordentlich und ne den 2er schirm gibt es nicht. zumal sie sich so etwas nicht leisten können. sie kommen nur zum startplatz, wenn sie jemand fährt. gut ist wenn eltern selbst fliegen.
..............

genauso ist das. Es geht dabei NICHT darum für den Nachwuchs zu entscheiden, sondern ihm die Entscheidungshilfe genauestens zu erläutern. NUR dann bleibt es hängen und hilft in Situationen, in denen der Jugendliche selbst Entscheidungen treffen muß. Dazu noch Funkkontakt und man kann dem Nachwuchs gleich noch vor den Fehlern bewahren, die man selber mal gemacht hat. Das funktioniert bei uns hervorragend.



..............um noch mal auf den buben zurück zu kommen. dafür das er noch nie einen gleitschirm in der hand gehabt hat, hat er es sehr gut gemacht. der hat das ding sogar immer wieder unterlaufen, obwohl die Bedingungen nicht besonders toll waren. boeiger wind von der seite. ist gleich beim ersten startversuch abgehoben. ich möchte behaupten, das er mehr gefühl für den schirm hatte, wie bei dem ein oder anderen am startplatz.

Ja die Erfahrung habe ich auch gemacht. Das ist für uns Erwachsene schon manchmal bitter, wenn man sieht, dass die Jugend für bestimmte Lernerfolge und Fähigkeiten nur 1 Jahr und wir für das Gleiche 3 Jahre gebraucht haben. Mein Sohn hat für das recht sichere Rückwärts aufziehen, inkl. Benutzung Bremsen, C/D, Umgreifen, Ein-Ausdrehen, halbwegs Kiten und Schirm auf den Stabilo stellen bis Wind ca. 25km/h keine 10 GH Sessions gebraucht. Da kann man schon neidisch werden.

Das Ganze gepaart mit viel Spaß, der notwendigen Energie und Vernunft - dann wird das auch was. Man muß da natürlich, was das strikte Risikomanagement angeht, Vorbild sein und nicht fliegen, weil man gerade da und fluggeil ist weil es vielleicht noch geht, sondern da muß der Sacke eben zu bleiben. Letzeres ist dann auch nicht nur für den Nachwuchs gut, sonder auch für die eigene Gesundheit.

In diesem Sinne "Immer sichere Flüge"

FlyBird
07.04.2011, 14:36
Sicherlich <14Jahre!

(wenn der mit mir im Pulk -nach seiner Ausbildung- fliegen würde,
hätte ich keine Bedenken!)


http://vimeo.com/22063059

magic_boomerang
07.04.2011, 14:45
Mein Sohn ist 11 und begeisterter Copilot.
Vorab: ich zähle sicher nicht zu den engagieren Vätern, die ihre Kinder in Richtung ihrer eigenen Sportart "fördern" möchten. Ich habe mich lange betteln lassen, bis ich ihn mitgenommen habe.

Aber zum Thema:

Ich finde, daß Kinder mit 14 durchaus körperlich und mental in der Lage sein können Flugsport auszuüben. Wichtig ist, daß sie es mit Leidenschaft tun.
Meine Tochter (14) reitet Vielseitigkeitsturniere. Das finde ich viel gefährlicher und körperlich, sowie mental, deutlich komplexer und anspruchsvoller. Da kann ich oft nicht hinsehen, aber sie macht das absolut überlegt und hat einen hervorragenden Trainer. Damit kann ich ihr vertrauen.
Wenn mein Sohn fliegen lernen möchte, dürfte er das - aber unter intensiver Betreuung.
Das Problem an der Sache sind sicher nicht die Kinder, sondern die Eltern, die eine enorme Verantwortung tragen.
Die Ausbildung v o r der Flugschule würde ich wohl selbst übernehmen...

Thomas