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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst



seidenschwan
14.04.2011, 09:42
Hallo,

In einem anderen Thread hier, wurde die Meinung vertreten Angst gehöre zu den Risikosportarten. Und wäre zudem dabei noch förderlich.

Das hat mich schon beschäftigt. Ich bin nämlich da anderer Meinung.

meine Antwort in dem Thread war:
"Eines meiner Ziele beim fliegen ist es eben gerade von Angst frei zu sein. Denn sie behindert uns nur in klarer und schneller Entscheidungsfähigkeit! Ja Angst lähmt uns! Und das ist, gerade in Risikosportarten nicht förderlich."

Ich Denke aber daß fast jeder von uns beim fliegen schon mal in einer Situation war in der er (vielleicht auch unbegründet) Angst bekam.

Oft denke ich auch am Landeplatz, wenn es mir mal wieder recht bockig vorkam und ich andere so reden höre, daß da was überspielt wird. So auf die Tour: " Bockig? Ach was nöööö ich muss mal auf die Toilette sonst wär ich noch ewig oben geblieben..." Wenn man genau hinschaut sieht man dann zittrige Finger.

Jetzt würde mich mal Interessieren wie andere Piloten das sehen.

Ist die Angst vielleicht doch mehr verbreitet als zugegeben wird? Und wenn ja was tut man in der Luft sollte sie einen Überraschen:confused:

Mir ging es zum Beispiel vor einiger Zeit so daß ich den ganzen Tag schon das Trinken vergessen hatte. Um 15 Uhr dann nach dem Start gings gut nach oben a kleines bisserl bockig und nach ner Stunde fliegen wurde mir irgendwie so komisch. Leicht schwindelig. Als mir das mit dem trinken einfiel hatte ich zum runterkommen noch ca 1000m wollte aber wegen dem Unwohlsein nicht spiralen ( da hatts mich sowieso immer) das war dann nicht mehr so toll. Ich merkte wie da was hochkam in mir. Angst?

Ich habe dann die Ohren angelegt mich kurz auf den Atem konzentriert und wurde wieder ruhig. Dann ging sogar die Spirale. Nach dem Einlanden hab ich gemerkt daß ich echt leicht dehydriert war und soff ne Flasche Limo aus.:D Nicht aufgepasst.

Was meinen alte und neue Hasen????

Gruß Johann

tommi
14.04.2011, 10:02
Vielleicht ist es eine Definitionsfrage. Angst, Respekt vor den Bedingungen, mulmiges Gefühl. Diese Sachen liegen m.E. dicht beieinander.
Deinen Gedanken zu Angst, die blockiert und an schnellen Entscheidungen hindert, finde ich richtig.
Aber es gibt ja auch andere Situationen, wo mir schon ordentlich mulmig wurde. Z.B. einmal in Bassano, als es mit bis zu 10 Metern rauf ging. Mir wurde es zu heftig und ich bin Richtung Garden Relais rausgeflogen. Dann schaute ich noch einmal zum Berg, sah die ganzen Schirme und die gute Arbeitshöhe. Also hab ich mich umentschieden. Zurück zum Berg und nach 5 Stunden gelandet. Das war so ein Fall, in dem ich schon sagen würde, ich hatte etwas Angst, war dann aber in der Lage sie zu überwinden und hab mich entschieden weiter zu fliegen.

Grüße,

Tommi

lemma
14.04.2011, 10:02
respekt ist gut, angst schlecht

Geier
14.04.2011, 10:06
Hallo Johann

Obwohl ich schon recht lange fliege habe ich immer noch etwas Schiss bei einer 0-Wind-Landung. Mit genug Luft unter den Füßen komme ich eigentlich auch mit heftigen Bedingungen gut zurecht, ohne dass ich mir gleich in die Hose mache. Ich gestehe aber jedem sein eigenes Angstpotential zu. Liber Angst als eine zur Schau gestellte Überheblichkeit aufgrund jahrerlange Routine. Gerade die vielgepriesene Routine führt dann zu Fehlern, wo man dann sagt: wie konnte dem das passieren.

Jochen

DonQuijote
14.04.2011, 10:30
Es gibt so viele Arten von Angst und diverse Übergangsformen zu Bedenken, Respekt, Panik etc. Jeder Flieger erlebt wohl in diversen Situationen unterschiedliche dieser Formen. Man kann deshalb kaum global sagen "Ich habe beim Fliegen Angst".

Eine abstrakte Angst, mich beim Fliegen zu verletzen oder ums Leben zu kommen habe ich beispielsweise, wenn ich daheim auf dem Sofa ans Fliegen denke.

Vor dem Fliegen selbst, also Starten, Fliegen, Landen, starke Thermik oder starker Wind fühle ich unmittelbar davor keinerlei Angst.

Allerdings gibt es auf längeren "ernsthaften" Strecken- oder Wettkampfflügen immer wieder einzelne Situationen, in denen ich Angst habe. Meist ist dies sehr kurzfristig, zum Beispiel "Mist, ich komme gegen den starken Wind wohl nicht über die Kante da vorne, und werde dann wohl voll im Lee vermöbelt." "Der Endanflug über die Stadt war doch etwas zu tief, das wird knapp." "Ich sehe den 1.000 Meter tiefen, trockenen Einschnitt vor mir auftauchen, in den voll die Mittagssonne brennt, die Thermik beginnt mich voll nach vorne zu beschleunigen, gleich kommt der 10 Meter-Bart." "Mist, quer durch die Waldlichtung, die meine einzige, angepeilte Landemöglichkeit ist, geht eine Stromleitung, die ich übersehen habe." "Mist, auf der Südseite sollte der Talwind anstehen und jetzt ist hier das volle Lee und mich beutelts runter." usw...

Solcherart "Angst", die manchmal auch durchaus intensiv ist, kommt m. E. beim Fliegen immer wieder vor. Ich denke nicht, dass ich das will oder gar brauche, aber ich nehme es für geile Flüge in kauf. Sobald die jeweilige Situation vorbei ist, wars dann ja meist eben doch nicht so schlimm...

hartmut_k
14.04.2011, 10:56
"respekt ist gut, angst schlecht "

Hallo miteinander,

so etwa würde ich das auch auf den Punkt bringen.
Respekt und Angst sind für mich ein und das selbe Gefühl - nur in unterschiedlicher Stärke und Ausprägung. Im Körper wird Adrenalin ausgeschüttet - das sorgt zunächst für erhöhte Reaktionsbereitschaft - ab einer gewissen Dosis lähmt es jegliche - bewussten Reaktionen . Das ist für mich dann der Übergang vom Respekt zu Angst.

Vor dem Start versuche ich mir durch genaue Gelände+Wetterbeobachtung vorzustellen, welche "kritischen" Situationen wo auf mich zukommen könnten, mache meinen "Flugplan" danach. Und wenn mir zuviel Unwägbarkeiten dabei sind, kann ich auch "nein" sagen.
Die eine oder andere Überraschung wird natürlich auch noch während des Fluges auf mich zukommen, dagegen hilft alle Erfahrung der Welt nicht. Und mein Adrenalinpegel wird dabei steigen..... Jetzt ist es wichtig, schnell und entschlossen, nach vorher gedanklich eintrainierten Mustern zu handeln, um nicht soviel Adrenalin zu prozieren, das "lähmen" kann:
zB beim ersten Rascheln und einseitigen Entlasten über mir sanft gegenbremsen
oder Nickbewebungen der Kappe bein Ein-/Ausfliegen aus dem Bart über die Bremse weitestgehend abfangen, oder...
Ab und an fasse ich auch mal an den Rettungsgriff und stelle mir vor, wie ich sie jetzt entschlossen herausschleudere...
Natürlich ist das alles keine 100%-Garantie, nie in eine Situation zu kommen, die ich nicht mehr beherrschen werde. Aber ich hoffe, so den "grünen Bereich" erheblich zu meinen Gunsten vergrössern zu können.
Ja, zugegeben: Es gab in den 16 Jahren auch Situationen - da hat das Glück das Schlimmste verhindert.

Gruss Hartmut

cooly
14.04.2011, 11:23
Mist, ich komme gegen den starken Wind wohl nicht über die Kante da vorne, und werde dann wohl voll im Lee vermöbelt
Der Endanflug über die Stadt war doch etwas zu tief, das wird knapp
Ich sehe den 1.000 Meter tiefen, trockenen Einschnitt vor mir auftauchen, in den voll die Mittagssonne brennt, die Thermik beginnt mich voll nach vorne zu beschleunigen, gleich kommt der 10 Meter-Bart
Mist, quer durch die Waldlichtung, die meine einzige, angepeilte Landemöglichkeit ist, geht eine Stromleitung, die ich übersehen habe
Mist, auf der Südseite sollte der Talwind anstehen und jetzt ist hier das volle Lee und mich beutelts runter

Kommt mir bekannt vor. Das sind aber alles "planbare" Situationen für die man einen Plan B oder gar C haben sollte, oder die man durch passende Routenwahl vermeiden kann. Hat man wirklich einen Plan B im Kopf, sollte keine Angst aufkommen.
Hat man aber keinen Plan B, dann kommt Angst/Stress auf, mindestens bis ein Plan B gefunden wurde.


Sobald die jeweilige Situation vorbei ist, wars dann ja meist eben doch nicht so schlimm...

So eine Selbsteinschätzung an mir würde ich überprüfen. Hört sich so an wie: ich hab' ja immer Glück gehabt, also gehe noch weiter an mein Limit ran/darüberhinaus.

Angst würde ich bezeichnen, wenn ich körperlich Stresshormone spüre, merke wie die Gedanken schneller laufen (wo ist der Ausweg.., Fluchtinstinkt), Hände werden feucht. Das verschafft zwar kurzzeitig erhöhte Aufmerksamkeit, kann aber auch zu einer Blockade führen, die es z.B. unmöglich macht den rettenden Leebart auch auszukurbeln, der einem vor der Landung im unlandbaren Tal bewahrt (da war wohl vorher schon ein Flugplanungsfehler!).

Wir lernen die körperlich gespürte Angst zu überwinden, um in gefährlichen Situationen die richtigen Entscheidungen treffen zu können.

Die Drachenflugausbildung besteht bei den ersten Hüpfern am Übungshang zu 80% aus Angstüberwindung, weil man nicht kennt was auf einen zukommt, und welche Reaktionsmöglichkeiten man hat (auch wenn man sie mental durchgespielt hat). Deshalb verkrampfen viele Schüler auch. Wenn man die Handlungsoptionen kennt, d.h. Bewegungsabläufe gelernt hat, kommt keine Angst auf.

Das kenne ich auch vom Klettern. Meine ersten Kletterrouten waren voller Angst, inzwischen machts Spaß und nur an für mein Niveau schwierigen Stellen gibt es feuchte Hände. Oder aber bei Planungsfehler: Wetterumschwung, Dunkelheit setzt ein - das gibt Stress und führt zu Fehlern!

Fazit: Angstüberwindung trainieren. Körperlich spürbare Angst vermeiden durch mentale Vorbereitung und antizipieren der Handlungsoptionen. Nicht blos kurzzeitig reagieren, sondern Sitationen wie oben beschrieben durch Routenwahl vermeiden.

piti
14.04.2011, 11:26
Allerdings gibt es auf längeren "ernsthaften" Strecken- oder Wettkampfflügen immer wieder einzelne Situationen, in denen ich Angst habe. Meist ist dies sehr kurzfristig, zum Beispiel "Mist, ich komme gegen den starken Wind wohl nicht über die Kante da vorne, und werde dann wohl voll im Lee vermöbelt." "Der Endanflug über die Stadt war doch etwas zu tief, das wird knapp." "Ich sehe den 1.000 Meter tiefen, trockenen Einschnitt vor mir auftauchen, in den voll die Mittagssonne brennt, die Thermik beginnt mich voll nach vorne zu beschleunigen, gleich kommt der 10 Meter-Bart." "Mist, quer durch die Waldlichtung, die meine einzige, angepeilte Landemöglichkeit ist, geht eine Stromleitung, die ich übersehen habe." "Mist, auf der Südseite sollte der Talwind anstehen und jetzt ist hier das volle Lee und mich beutelts runter." usw...

Solcherart "Angst", die manchmal auch durchaus intensiv ist, kommt m. E. beim Fliegen immer wieder vor. Ich denke nicht, dass ich das will oder gar brauche, aber ich nehme es für geile Flüge in kauf. Sobald die jeweilige Situation vorbei ist, wars dann ja meist eben doch nicht so schlimm...

genau so sehe ich das auch. sobald die angst den respekt überholt habe ich etwas falsch gemacht.

ihl piti

tommi
14.04.2011, 11:30
sobald die angst den respekt überholt habe ich etwas falsch gemacht.

Die Zusammenfassung gefällt mir!

Tommi

Planer
14.04.2011, 12:09
Woher kommt der Drang, Gefühle in Schubladen packen zu wollen? Die Gleichung Angst = Panik = Blockade halte ich für genauso fragwürdig wie die zitierte Meinung, Angst sei für Risikosportarten (!) förderlich.

Bei meinen rund 300 Flügen hatte ich 3 Mal begründetete Angst, vielleicht hat mir das geholfen, konzentrierter zu reagieren.

Was mir bisweilen passiert: Ich fliege 1000m über Grund und bekomme Angst. Keine Ahnung, wovor, ich habe einfach das Gefühl, hier nicht hinzugehören. Kein Lee, keine ruppige Thermik, eigentlich nur Genussflugphase. Ich schau mir dann die Karabiner an, den Rettungsgriff, Gurte, Leinen, Kappe, und dann ist es wieder vorbei.

Anfangs hatte ich bei neuen unbekannten Startplätzen immer Angst davor, dass beim Start irgend was schief geht. Nach und nach und mit sicherer werdender Technik ist das (fast) verschwunden und ich kann schon den Start angstfrei genießen. Was mir ausnehmend gut gefällt. Auf das Adrenalin kann ich nämlich gut verzichten.

Sicher immer schlecht ist eine Blockade, die rationales Handeln blockiert, egal ob das aus Angst resultiert oder aus anderen Gefühlen heraus. Hatte ich noch nicht, aber wirklich im Griff hat man solche Panikreaktionen sicher nicht, weil sie schlicht nicht planbar sind.

Genusspilot
14.04.2011, 12:16
Ich hab bei jeder größeren Talquerung Angst auf der anderen Seite abzusaufen ;-)
Vielleicht nicht ganz das angesprochene Thema, gehört aber auch zu den Emotionen beim Fliegen ;-)
Hans

Jürgen S.
14.04.2011, 12:22
Hi,
Begrifflich kann man objektunbestimmte Angst von objektbezogener Furcht unterscheiden. Siehe auch Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Angst).

Bei JNs Aufzählung geht es eigentlich um die Furcht vor ganz bestimmten Gefahren, letzlich ein Schutzmechanismus, der Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit erhöht. Eine gute Sache.



was tut man in der Luft sollte sie einen Überraschen:confused:
Überrascht einen die Angst vor etwas Unbestimmtem in der Luft, dann hat man ein Problem: denn Fliehen geht ja nicht wirklich. Man sollte als Pilot besser vorher überlegen, ob man den Flugbedingungen gewachsen ist. Angstvolle Lähmung ("Totstellen") ist beim Fliegen auch eher ungünstig.

Angst kann man von "ein bißchen" bis zur Todesangst haben. Ich behaupte jetzt mal, wenn einer große Angst in der Luft bekommt, dann ist er rausgestartet nach dem Motto "wird schon gut gehen" um dann in der Luft sich nichts sehnlicher zu wünschen, als wieder sicher am Boden zu stehen.
Gruß, Jürgen

JP Philippe
14.04.2011, 12:33
Jo,

Angst ist vlt. schlecht, aber es hilft nichts sich zu sagen, man habe keine Angst.

Ich verstehe Angst als Gefühl das bei bedrohlichen/gefährlichen Situationen aufkommt. Bedrohlich ist beim Fliegen hauptsächlich Kontrollverlust und Gefahr für meine Gesundheit. Angst ist so eine Art Alarmglocke als Warnung bei subjektiv empfundenen Gefahr. Das ist ein Vorteil.
Der Nachteil: Die belastet emotional und das methodische Denken ist erschwert.
Wichtig ist deshalb, das dann die Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit voll erhalten bleibt.
Angstblockade sieht man oft (auch bei Grundkursen, das Schüler einfach nicht mehr reagieren z.B.). Manchmal auch so eine Art Panik. Das sollte man definitiv angehen und nicht auf sich beruhen lassen.
Meine Gedankengänge sind dann:
Ich bin in Gefahr?! (Es darf laut geflucht werden!)
Konzentration!
Was genau ist das Problem?
Welche Pluspunkte habe ich (Höhe, Schirm fliegt, welche Tricks kann ich, Rettung, ect.)
Wie komme ich hier raus, welche Ansätze lösen das Problem?
Wenn es keine direkte Lösung gibt: Was kann ich probieren?
Wieviel Zeit/Höhe habe ich für Versuche? Wie riskant sind diese Versuche?
Und dann alle potentiellen lösungen durchprobieren vom geringen Risiko zum höheren hin, die Ansätze die keine anderen Ausschliessen zuerst (wenn ich gleich die Rettung werfe kann ich nichtmehr versuchen zu flüchten z.B.).

Was die Fähigkeit angeht, die Angst beiseite zu schieben und sich mit voller Konzentration dem Problem zu widmen, ist sicherlich von Mensch zu Mensch verschieden. Allerdings lässt sich auch hier trainieren. Besonders das einüben von Reaktionsmustern bei einem Sicherheitstraining möchte ich hier mal wieder nennen. Viele Leute sind auch am Start total gestresst und haben Angst - das muss doch nicht sein!

Naja, ich meine auch Leute zu kennen, die tatsächlich keine Angst haben. Aber das ist die absolute Ausnahme und IMHO auch nicht wirklich gesund..
Ich weiss über mich - auch aus Erfahrung - das ich auch mal Angst habe, aber recht gut Handlungsfähig bleibe und so bisher aus allen potentiell gefährlichen Situationen raus gekommen bin. Und das waren schon ein paar. Bei einem normalen Flugtag habe ich aber keine Angst.
Kennt Ihr Euch auch so genau?
>Seid Ihr da ehrlich Euch selbst gegenüber?<

JP

hartmut_k
14.04.2011, 12:39
"Auf das Adrenalin kann ich nämlich gut verzichten."
--- das sehe ich anders.

Hallo Planer,

lies mal hier:
http://www.medizinfo.de/endokrinologie/hormone.htm
Das Adrenalin gehört zu den Endorphinen (->Glückshormone) und ist damit auch für dafür verantwortlich:


"Man kann die Sehnsucht nicht erklär'n, man mu sie selbst erleben:
Drei Schritte in den Abgrund und das Glücksgefühl zu schweben!
Du kannst fliegen, ja, du kannst!
Lass den Wind von vorne wehn
Breite die Flügel, du wirst sehn:
Du kannst fliegen, ja, du kannst! "

(aus "Lilienthals Traum" von Reinhard May)

Für mich ein starkes Motiv, fliegen zu gehen.
Nur die Überdosis Adrenalin, verbunden mit lähmender Angst halte ich für schädlich.

Gruss Hartmut

Planer
14.04.2011, 13:04
"Auf das Adrenalin kann ich nämlich gut verzichten."
--- das sehe ich anders.

Für mich ein starkes Motiv, fliegen zu gehen.
Nur die Überdosis Adrenalin, verbunden mit lähmender Angst halte ich für schädlich.

Gruss Hartmut

Sorry, Adrenalin und Noradrenalin sind Stresshormone. Und genau die brauche ich nicht. Endorphine gerne auch im Übermaß. :-)

Andreas W.
14.04.2011, 13:07
Ich denke, ein kurzer Adrenalinschub kann nicht schaden. Ich hatte mal einen bei meinem ersten "alleine" - Höhenflug mit Flugauftrag, als ich noch nicht den A-Schein hatte.
Als mich starker Talwind recht weit versetzt hatte dachte ich einen Moment lang, ich erreiche nicht mehr den Landeplatz. Abgesehen davon, dass ich dafür an vielen anderen Stellen hätte landen können, habe ich nach diesem kurzen Schrecken einfach noch mal analysiert und war dann sicher: Sieht so aus als käme ich doch dorthin, und falls nicht lande ich bei den Kühen da vorne. Dieser kurze Moment war schon Angst.
Die ersten richtig ruppigen Verhältnisse hingegen machten mir keine Angst. Ich wackelte im Gurtzeug hin und her und ertastete zwischendurch immer auch mal meinen Retter. Dabei dachte ich: "So hat's im Schulungsfilm ausgesehen, so muss das sein", und dann war's gut :rolleyes:

hartmut_k
14.04.2011, 13:25
Hi Planer,

ich glaub, hier ist es besser erklärt:
http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/vsc/de/ch/8/bc/vlu/botenstoffe/einleitung.vlu/Page/vsc/de/ch/8/bc/botenstoffe/endorphine.vscml.html

Also: Vorsicht bei Überdosierung !
Ist wohl nicht so einfach zu trennen, Glück und Stress...
Aber vielleicht kann uns das ein fliegender Arzt oder Biochemiker besser erklären. Bestimmt haben wir mit dieser Diskussion bald einen, der sich zu Wort meldet....

Gruss Hartmut

Planer
14.04.2011, 13:37
Hi Planer,

ich glaub, hier ist es besser erklärt:
http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/vsc/de/ch/8/bc/vlu/botenstoffe/einleitung.vlu/Page/vsc/de/ch/8/bc/botenstoffe/endorphine.vscml.html

Also: Vorsicht bei Überdosierung !
Ist wohl nicht so einfach zu trennen, Glück und Stress...
Aber vielleicht kann uns das ein fliegender Arzt oder Biochemiker besser erklären. Bestimmt haben wir mit dieser Diskussion bald einen, der sich zu Wort meldet....

Gruss Hartmut

Naja,

für mich kommt das Glück erst, wenn der Stress rum ist...

Aber immerhin gibts ein Hormon, das für beides zuständig ist:

"Dopamin: Dopamin ist eine Vorstufe des Adrenalins und hat einen großen Anteil an unseren motorischen Fähigkeiten. Es ist aber auch zuständig für Glücksgefühle und Wohlbefinden. Es wird von Cocain getriggert. Zuviel Dopamin taucht allerdings auch bei Schizophrenen auf."

Also nicht zu viel koksen vorm Fliegen! Gefährlich wirds an trüben Novembertagen, wenn der Flieger in mir ins Büro verbannt ist, das kann schon schizophrene Anfälle auslösen. Wer bin ich wenn ja wie viele oder so. Aber vielleicht finden wir einen Doc, der jedem die passende Mischung zum Überbrücken der trüben Jahreszeit zusamenmixt.

Und wasn Gück: Jetzt ist Frühling.:):):):):)

tjackermann
14.04.2011, 14:00
Nahezu alle sind nervös oder haben "Angst" vorm Start.
was glaub ihr warum der Schnee um den Startplatz herum immer so gelb ist
um den Landeplatz aber nie:D

chpw
14.04.2011, 14:23
...
was glaub ihr warum der Schnee um den Startplatz herum immer so gelb ist
um den Landeplaz aber nie:D

Besser als umgedreht! :D

Blondes Flugstück
14.04.2011, 14:34
Wir fahren jetzt gleich los…
An den Gardasee zum Siku…
Um meinem geliebten gehätschelten S8 mal grob die Sporen zu geben…
Mal seine „bösen“ Seiten kennen zu lernen…
Es ist diese gemeine Phantasie – die mir im Vorfeld ein total mulmiges Gefühl in den Bauch löffelt und Vorahnungsbilder brenzligRealistischBunt ausmalt!

Angst vorm Siku?
Eher wie JN beschreibt (nur nicht grad aufm Sofa :) ): Eine bewusst auslebende selbstquälende theoretische AngstFolter – aber auf körperSicherem Boden…

So ne Art mentales VorAngst-Training – vielleicht um dann am Startplatz davon frei zu sein? :D

MurmelMulmigruß

magic_boomerang
14.04.2011, 14:42
Ich bin kein Mediziner, habe darüber aber einen interessanten Vortrag gehört.

Der Großhirn ist für rationales Denken zuständig und nur über Synapsen (also nicht physisch) mit dem Kleinhirn verbunden. Das Kleinhirn ist für die intuitive Steuerung des Körpers zuständig.
Bei Angst oder Streß (also Gefahr) wird sofort die Synapsenverbindung getrennt.
Dadurch ist man in der Lage schneller zu reagieren. Wenn also die Keule des Feindes auf mich zuschwingt muß ich nicht lange überlegen: "Aha, das ist also eine Keule. Die sieht schwer und hart aus. Wenn ich getroffen werde könnte ich ernsthaft verletzt werden. Das hätte ich dem Typen nicht zugetraut. Was mache ich jetzt? Uswuswusw..."
Das Kleinhirn gibt stattdessen die klare Anweisung auszuweichen oder abzuhaun o.ä..

Wenn ich einen Riesenklapper mit Verhänger kassiere, ist Angst das bescheuertste. Wenn ich in solchen Situationen bin (ich habe sie oft trainiert), bin oft selbst überrascht , wie kühl und rational ich bleibe und handle. Das Zittern kommt immer erst danach.
Thomas

Andreas W.
14.04.2011, 14:48
Wir fahren jetzt gleich los…
An den Gardasee zum Siku…

Viel Spaß :D

Quaxi
14.04.2011, 14:58
Ziemlich OT die Frage in diesem Thread aber, warum?

In der Ausbildung sind Landung mit 0 Wind oefters der Fall.

Vielleicht ist er von "der anderen" Fraktion, die mit Metall und Carbon im Tuch ;) (nein keine 2-leiner !! ;D )

@Planer: sehe es genau so wie du mit der Angst und dem Adrenalin. Ich fand's auch ziemlich leicht dich zu verstehen und habe sofort kappiert was du sagen wolltest. Vielleicht liegts auch daran, dass ich ein relativ einfach gestrickter, ungebildeter Arbeiter bin. Aber im Forum musst du dir einfach - bevor du auf senden klickst - im Klaren sein, dass einigen wenigen's schönstes Hobby ist, Phrasen anderer auseinander zu nehmen und am besten durch Besserwisser-Links (http://www.chemgapedia.de/vsengine/v...ine.vscml.html)schön plakativ als unwissend an den Pranger zu stellen. Und das Ganze natürlich noch schön durch die Blume ;)

Ach ja... FRÜHHHLING!!!! :D :D schönes Wochenende allen!

hartmut_k
14.04.2011, 15:01
Nahezu alle sind nervös oder haben "Angst" vorm Start.
was glaub ihr warum der Schnee um den Startplatz herum immer so gelb ist
um den Landeplatz aber nie:D

Um kleine Landeplätze herum doch schon, oder ???
:D:D:D

hartmut_k
14.04.2011, 15:38
@Planer: sehe es genau so wie du mit der Angst und dem Adrenalin. Ich fand's auch ziemlich leicht dich zu verstehen und habe sofort kappiert was du sagen wolltest. Vielleicht liegts auch daran, dass ich ein relativ einfach gestrickter, ungebildeter Arbeiter bin. Aber im Forum musst du dir einfach - bevor du auf senden klickst - im Klaren sein, dass einigen wenigen's schönstes Hobby ist, Phrasen anderer auseinander zu nehmen und am besten durch Besserwisser-Links (http://www.chemgapedia.de/vsengine/v...ine.vscml.html)schön plakativ als unwissend an den Pranger zu stellen. Und das Ganze natürlich noch schön durch die Blume ;)

Ach ja... FRÜHHHLING!!!! :D :D schönes Wochenende allen!

Danke für die Blumen, Quaxi. So macht Forum echt Spass.
Prüf mal Deinen Besserwisser-Link.
Ich klink mich dann mal aus der Diskussion aus....

---> http://www.gleitschirmdrachenforum.de/showthread.php?8392-Forum-Regeln
Nr.7

Planer
14.04.2011, 15:42
Danke für die Blumen, Quaxi. So macht Forum echt Spass.
Prüf mal Deinen Besserwisser-Link.
Ich klink mich dann mal aus der Diskussion aus....

---> http://www.gleitschirmdrachenforum.de/showthread.php?8392-Forum-Regeln
Nr.7

Kinner Kinner, ihr zwei müsst sofort den PC ausmachen und fliegen gehen...

Jana
14.04.2011, 16:27
Was mir bisweilen passiert: Ich fliege 1000m über Grund und bekomme Angst. Keine Ahnung, wovor, ich habe einfach das Gefühl, hier nicht hinzugehören. Kein Lee, keine ruppige Thermik, eigentlich nur Genussflugphase. Ich schau mir dann die Karabiner an, den Rettungsgriff, Gurte, Leinen, Kappe, und dann ist es wieder vorbei.


Geht mir ähnlich. Habe eigentl. Höhenangst jedoch macht mir das beim Fliegen eigentl. nichts aus. Wenn ich allerdings sehr hoch bin und dann mal Zeit hab ein Stück zu gleiten bekomme ich oft ein mulmiges Gefühl. Es steigt einfach in mir auf. Denke dann über die Karabiner nach und, dass da mein Komplettes Gewicht dran hängt und denke drüber nach wie so ein Ding aufgeht und rausrutscht. Auch Gedanken wie unter meinem Hintern sind jetzt gut 1000 m Luft kommen hoch. War früher viel extremer und ich hab das mittlerweile im Griff und kann mich gut Kontrolieren, aber die Mulmigkeit kehrt doch ab und an wieder. Geht meistens in Bruchteilen von Sekunden und der Gedanke ist Plötzlich da. Bin aber froh dass ich mich trotzdem im Griff habe und ich glaube auch man kann es trainieren. Sage mir dann immer 1000 m Luft unter, Hintern sind 1000 mal Sicherer als nur 30 m an der Kante.

Andere Sache ich hatte lange Zeit Angst vor dem Landen. Starten war bei mir nie ein Problem, Rückwärts, Forwärts; Starkwind alles no Problem. Aber ich bin einmal am Übungshang total schlecht aufgekommen und hingebrettert weil ich unbedingt noch die eine Kurve fliegen wollte obwohl es natürlich nich mehr drin war. Hab mir dann sicher ein Jahr lang nur Fluggebiete mit großen Landeplätzen oder Fluggebiete die ich gut kenne rausgesucht. Die Angst ist mittlerweile eher in Respekt umgeschlagen und ich überlege mir immer sehr genau wenn ich irgendwo neu hinkomme wie ich bei welchen Bedingungen Landen will. Schau mir auch immer ein paar Dummys an um sicherzugehen, dass das auch so klappt wie ich will.

Planer
14.04.2011, 16:41
Geht mir ähnlich. Habe eigentl. Höhenangst jedoch macht mir das beim Fliegen eigentl. nichts aus. Wenn ich allerdings sehr hoch bin und dann mal Zeit hab ein Stück zu gleiten bekomme ich oft ein mulmiges Gefühl. Es steigt einfach in mir auf. Denke dann über die Karabiner nach und, dass da mein Komplettes Gewicht dran hängt und denke drüber nach wie so ein Ding aufgeht und rausrutscht. Auch Gedanken wie unter meinem Hintern sind jetzt gut 1000 m Luft kommen hoch. War früher viel extremer und ich hab das mittlerweile im Griff und kann mich gut Kontrolieren, aber die Mulmigkeit kehrt doch ab und an wieder. Geht meistens in Bruchteilen von Sekunden und der Gedanke ist Plötzlich da. Bin aber froh dass ich mich trotzdem im Griff habe und ich glaube auch man kann es trainieren. Sage mir dann immer 1000 m Luft unter, Hintern sind 1000 mal Sicherer als nur 30 m an der Kante.

Andere Sache ich hatte lange Zeit Angst vor dem Landen. Starten war bei mir nie ein Problem, Rückwärts, Forwärts; Starkwind alles no Problem. Aber ich bin einmal am Übungshang total schlecht aufgekommen und hingebrettert weil ich unbedingt noch die eine Kurve fliegen wollte obwohl es natürlich nich mehr drin war. Hab mir dann sicher ein Jahr lang nur Fluggebiete mit großen Landeplätzen oder Fluggebiete die ich gut kenne rausgesucht. Die Angst ist mittlerweile eher in Respekt umgeschlagen und ich überlege mir immer sehr genau wenn ich irgendwo neu hinkomme wie ich bei welchen Bedingungen Landen will. Schau mir auch immer ein paar Dummys an um sicherzugehen, dass das auch so klappt wie ich will.

Hallo Jana,

schön, das es anderen auch so geht, und sie das auch noch zugeben.:)

Zum Landen: Bei Außenlandungen ist das mit den Dummies so eine Sache.... Wir hatten im Schwarzwald letztes Jahr (Nach meiner Kenntnis, also mindestens) 5 schwere Unfälle, allesamt beim Landen und nicht nur Anfänger dabei. Meine Strategie: spätestens 30m über Grund konzentriere ich mich zu 100 Prozent und spiele alle Strategien durch: Plötzliche Ablösung, Böe von hinten, drehender Wind, Böe von vorn, Kappenstörung. Aufrechte Sitzhaltung, auch wenn man dafür belächelt wird, Bremsen gaaaanz leicht gezogen. Entspannung erst bei Bodenkontakt. Hat bis jetzt immer, auch in haarigen Situationen (Keine Wiese, sondern lauter Baumstümpfe, Lee von Baumreihen,...) immer geklappt. Nie den Gedanken aufkommen lassen "Jetzt bin ich ja praktisch schon unten (5m)" Damit schwindet auch die Angst UND das Risiko.

seidenschwan
14.04.2011, 16:49
Ich bin kein Mediziner, habe darüber aber einen interessanten Vortrag gehört.

Der Großhirn ist für rationales Denken zuständig und nur über Synapsen (also nicht physisch) mit dem Kleinhirn verbunden. Das Kleinhirn ist für die intuitive Steuerung des Körpers zuständig.
Bei Angst oder Streß (also Gefahr) wird sofort die Synapsenverbindung getrennt.
Dadurch ist man in der Lage schneller zu reagieren. Wenn also die Keule des Feindes auf mich zuschwingt muß ich nicht lange überlegen: "Aha, das ist also eine Keule. Die sieht schwer und hart aus. Wenn ich getroffen werde könnte ich ernsthaft verletzt werden. Das hätte ich dem Typen nicht zugetraut. Was mache ich jetzt? Uswuswusw..."
Das Kleinhirn gibt stattdessen die klare Anweisung auszuweichen oder abzuhaun o.ä..

Wenn ich einen Riesenklapper mit Verhänger kassiere, ist Angst das bescheuertste. Wenn ich in solchen Situationen bin (ich habe sie oft trainiert), bin oft selbst überrascht , wie kühl und rational ich bleibe und handle. Das Zittern kommt immer erst danach.
Thomas

Gut gesagt. Ich denke daß man Angst abtrainieren kann. In kritischen Situationen handelt man durch sie eher Impulsiv. Da die Ergebnise ihrer Aktivität eher Grobmotorischer Natur sind.

Was für die Beherschung Komplexer Systeme eben Kontraproduktiv ist. Wenn man in Kritischen Situationen kalt und berechnend handeln kann ist das von größtem Vorteil. Es muss nur schnell genug gehen und das erreicht man doch auch durch Training. Mentaltraining wie Echttraining. Und Geistige Konzentration auf das hier und jetzt.

Diese Konzentration auf das Augenblicklich wichtige (Wenn sie denn gelingt;) ) ist es die bei mir auch die, in Zweifelhaften Situationen, keimende Angst verschwinden lässt.

Ich denke, dieser Typ hätte die Situation mit Adrenalin und Angst nicht mehr unter Kontrolle gebracht.

http://vimeo.com/19449457

Johann

piti
14.04.2011, 17:17
Meine Strategie: spätestens 30m über Grund konzentriere ich mich zu 100 Prozent und spiele alle Strategien durch: Plötzliche Ablösung, Böe von hinten, drehender Wind, Böe von vorn, Kappenstörung.

sorry aber mit 30m höhe kannst du nicht mehr gross auf fehler agieren. bei landungen schaue und orientiere ich mich schon in 100m über grund auf solche sachen. viele unnötige unfälle geschehen beim landen, weil die piloten zu spät bemerken was abgeht auf dem landeplatz.

ihl piti

Planer
14.04.2011, 17:48
sorry aber mit 30m höhe kannst du nicht mehr gross auf fehler agieren. bei landungen schaue und orientiere ich mich schon in 100m über grund auf solche sachen. viele unnötige unfälle geschehen beim landen, weil die piloten zu spät bemerken was abgeht auf dem landeplatz.

ihl piti

Bei allem Respekt, aber das ist grober Unfug. Natürlich schaue ich mir die Landesituation schon vorher an, bei voraussehbar knifflligen Außenlandungen auch aus 300m Höhe. Aber ein Großteil aller Landeunfälle werden durch Störungen <30m verursacht, und gerade da muss man vorbereitet sein und schnell UND richtig reagieren. Zeit und Gelegenheit zum Fehlermachen und -vermeiden gibts da noch reichlich. Gerade da.

Andreas W.
14.04.2011, 18:21
... Ich denke, dieser Typ hätte die Situation mit Adrenalin und Angst nicht mehr unter Kontrolle gebracht.

http://vimeo.com/19449457

Johann

Und ich dachte, das sei ein geplantes neues Abstiegsmanöver gewesen, um möglichst schnell aus der Wolke wieder heraus zu kommen :D

Schon cool, wie der das wieder auseinander gezuppelt hat, um dann wieder aufzudrehen ...

Jana
14.04.2011, 22:06
Bei allen Aussagen hier solltet ihr auch nicht vergessen Angst ist etwas Gutes. Wer keine Angst hat, der wird sprichwörtlich"gefressen."

Letzten endes darf die Angst dich nur nicht kontrollieren, sondern sollte für dich ein Warnsignal sein. Dein Körper sagt dir "he die Situation hier schmeckt mir nicht". Niemand kann von sich felsenfest behaupten er hätte alles immer im Griff und würde niemals Angst haben, das glaube ich einfach nicht. Die einen handeln ihre Gefühle einfach besser oder aber sind noch nie in eine Situation gekommen wo wirklich Angst oder Ängste entstanden sind.

Das Problem bei wirklicher Angst oder Panik ist die Blockade des rationalen logischen Denkens. Wie oft hat man schon gelsen. Der Pilot ist Starr ohne Reaktion in den boden Spiralt oder ähnliches. Wichtig ist es sich durch ständiges üben und Wiederholen ein Verhaltensmuster einzutrainieren, das in dem Moment greift und "übernimmt" ,wenn dein rationales Ich aussteigt. Und die ganzen Toppiloten haben das alle drauf. Ich glaub aber trotzdem, dass die Angst empfinden in den brenzlichen Momenten. Auch wenn es manch einer nicht zugibt bzw. hinterher die Angst nicht mehr im Bewustsein präsent hat, da bei Ihm in der Gefahrensituation selbst ein einstudiertes Programm übernommen hat.
Genau deshalb Kuck ich mir die Landeplätze immer so genau an. Ich versuch mir für alle Fälle einen Plan zu machen so dass ich nachher in der Luft nicht mehr drüber nachdenken muss sondern meinen Plan schon parat habe. Das klingt natürlich stark nach shema F, da sich im Landeanflug alles immer schnell mal ändern kann, aber seitdem ich es so mache Lande ich deutlich entspannter....

piti
14.04.2011, 22:52
Zitat von piti
sorry aber mit 30m höhe kannst du nicht mehr gross auf fehler agieren. bei landungen schaue und orientiere ich mich schon in 100m über grund auf solche sachen. viele unnötige unfälle geschehen beim landen, weil die piloten zu spät bemerken was abgeht auf dem landeplatz.

ihl piti





Bei allem Respekt, aber das ist grober Unfug. Natürlich schaue ich mir die Landesituation schon vorher an, bei voraussehbar knifflligen Außenlandungen auch aus 300m Höhe. Aber ein Großteil aller Landeunfälle werden durch Störungen <30m verursacht, und gerade da muss man vorbereitet sein und schnell UND richtig reagieren. Zeit und Gelegenheit zum Fehlermachen und -vermeiden gibts da noch reichlich. Gerade da.

ok dann ist das ein grober unfug was ich geschrieben habe. entschuldigung.

ihl piti

artemis
15.04.2011, 03:24
mal ganz ehrlich Leute,

dieses ganze gerede über Angst oder wie geht ihr damit um geht mir ein bisserl auf den Zeiger. auch auf die Gefahr hin das ich mir hier unbeliebt mache, wenn irgend jemand gewollt hätte das wir fliegen hätte er uns Flügel gegeben. Andererseits haben wir aber auch die Fähigkeit entwickelt uns Flügel zu schaffen, zwar nicht ganz perfekt aber hey, ganz akzeptabel oder? Also, Resümee der Geschichte, genießen wir unser Leben. Jemand der sich entscheidet zu fliegen sollte sich dessen bewusst sein das es immer ein Restrisiko gibt, den X faktor. Es kann uns immer und überall treffen.Jedes Mal wenn ich fliegen gehe werde ich mir auf´s Neue bewusst das ich eventuell früher ins Nirvana eingehe, als wenn ich zu Hause geblieben währe. Das wiederum schärft meine Sinne bis auf´s Äusersste. Und genau das ist es Was ich will, eins sein mit der mich umgebenden Luft, mit meinem Schirm, meine Gedanken nur auf eins fixiert. den Alltag hinter mir lassend, Phönixgleich mich zu erheben um dann neugeboren landen.

lebet lang und in Frieden

hartmut_k
15.04.2011, 06:31
Hallo Planer
Eigentlich wollt ich ja nichts mehr dazu schreiben.......


Kinner Kinner, ihr zwei müsst sofort den PC ausmachen und fliegen gehen...

Mach ich doch gerne. Hast vollkommen recht.
Und danke dafür, dass Du mein Geschreibsel mit Humor erträgst.
"Wer bin ich wenn ja wie viele" - ist übrigens auch ein guter Buchtip zum Thema...


Gruss Hartmut

SATurn
15.04.2011, 06:35
Zitat eines bekannten Streckenfliegers: "Dort wo ich mich am meisten fürchte, gehts am besten hoch."
;-)

Segelohr
15.04.2011, 06:52
Zitat eines bekannten Streckenfliegers: "Dort wo ich mich am meisten fürchte, gehts am besten hoch."
;-)

Hahaaa, der is gut. Von wem ist das ?

seidenschwan
15.04.2011, 07:36
dieses ganze gerede über Angst oder wie geht ihr damit um geht mir ein bisserl auf den Zeiger. Jemand der sich entscheidet zu fliegen sollte sich dessen bewusst sein das es immer ein Restrisiko gibt, den X faktor. Es kann uns immer und überall treffen.Jedes Mal wenn ich fliegen gehe werde ich mir auf´s Neue bewusst das ich eventuell früher ins Nirvana eingehe, als wenn ich zu Hause geblieben währe. Das wiederum schärft meine Sinne bis auf´s Äusersste. Und genau das ist es Was ich will, eins sein mit der mich umgebenden Luft, mit meinem Schirm, meine Gedanken nur auf eins fixiert. den Alltag hinter mir lassend, Phönixgleich mich zu erheben um dann neugeboren landen.

Ja und genau um das gehts mir. Fakt ist.- das solange wir uns in der Luft fortbewegen, egal ob nach oben, unten, vorwärts oder rückwärts, Angst absolut unsinnig und wertlos ist. Solange kann uns ja auch nichts passieren. Die Luft ist unsere Versicherung. Erst mit der Annäherung zum Boden bekäme Angst eine eventuelle Berechtigung.

In diesem Thread und schon in anderen wird aber wieder mal deutlich das doch einige - nicht wenige- Piloten in der Luft Angst oder ähnliche Gefühle, verspüren. Die hindern doch daran, ebenso wie du es siehst, eins zu sein mit der uns umgebenden Luftmasse und mich auf das hier und jetzt voll zu konzentrieren. Und doch sagen manche Angst wäre wichtig auch beim fliegen. Das kann ich nicht nachvollziehen. Ich sehe das schon auch eher so, wenn ich mich entscheide zu fliegen, dann kaufe ich ich dieses Restrisiko mit ein. Nichts desto trotz muss ich mich in der Luft auch mit meinen Körperreaktionen auseinandersetzen. Beim Fliegen muss man also nicht nur den Schirm beherschen sondern auch seinen Körper?

Ich finde das zumindest,- sagen wir mal Interessant.

Johann

Swift
15.04.2011, 07:50
ja, den Körper beherrschen wäre nicht schlecht. Zumindest alle Schliessmuskel, damit es keine volle Hose gibt.

seidenschwan
15.04.2011, 07:55
ja, den Körper beherrschen wäre nicht schlecht. Zumindest alle Schliessmuskel, damit es keine volle Hose gibt.

Jaa das dachte ich mir scho das der blöde schmarrn wieder kommt......

na gut ich find es ja oft lustig...

Johann

SATurn
15.04.2011, 12:06
Ja und genau um das gehts mir. Fakt ist.- das solange wir uns in der Luft fortbewegen, egal ob nach oben, unten, vorwärts oder rückwärts, Angst absolut unsinnig und wertlos ist. Solange kann uns ja auch nichts passieren.

Hallo Johann,
schon mal knapp an den Leinen und der Kappe vorbeigesprungen?
Glaub mir, da brauchts keinerlei Boden um es mit der Angst zu tun zu bekommen.... ;)

So eine Leine um den Hals gewickelt... ungute Vorstellung, finde ich....:eek:

seidenschwan
15.04.2011, 14:45
Hallo Johann,
schon mal knapp an den Leinen und der Kappe vorbeigesprungen?
Glaub mir, da brauchts keinerlei Boden um es mit der Angst zu tun zu bekommen.... ;)

So eine Leine um den Hals gewickelt... ungute Vorstellung, finde ich....:eek:

Knapp vorbei noch nicht. Das maximalste war Beim Schleppen in 200m Höhe ein Seilriss den ich voll verpasst hab` Die Kappe kam so weit vor mich daß der Horizont weg war und ich schön beobachten konnte wie sich die Eintrittskante einrollte. Dann bin ich im 90 Grad Winkel daran vorbeigefallen hab die Hände oben gelassen und als er wieder nach vorn kommen wollte stark gebremst. Er nickte nochmal nach vorn und das wars. Komscherweise empfand ich so gut wie keine Angst dabei. Eher so ne art Flash? Hätte ich da richtige Angst bekommen wär`s wohl in dei Hose gegangen. Aber zum Angst bekommen ging alles irgendwie zu schnell
Johann

Johann

nikolaus
15.04.2011, 14:49
Wenn ich höre, dass ich nicht der einzige bin, der sich VORM Fliegen (gelber Schnee) fürchtet, ist es auch gleich nicht mehr so peinlich... :)

Ob er Angst nun "besiegen" muss, oder sich irgendwie mit ihr arrangieren kann, hat wohl jeder bereits für sich entschieden. Falls man sie "einfach herrunterschluckt" wird sie vermutlich schwer kontrollierbar und genau im unpassendsten Moment wieder "hochkommen".

LG Jochen

Planer
15.04.2011, 19:39
Wenn ich höre, dass ich nicht der einzige bin, der sich VORM Fliegen (gelber Schnee) fürchtet, ist es auch gleich nicht mehr so peinlich... :)

Ob er Angst nun "besiegen" muss, oder sich irgendwie mit ihr arrangieren kann, hat wohl jeder bereits für sich entschieden. Falls man sie "einfach herrunterschluckt" wird sie vermutlich schwer kontrollierbar und genau im unpassendsten Moment wieder "hochkommen".

LG Jochen

Find ich auch sehr sympatisch, dass "Angst haben" nicht mit "Weichei sein" gleichgesetzt wird.

Richtig "Angst" wurde mir, als mir ein altgedienter Vereinskollege bescheinigt hat, ich gelte als "angstfrei". (Nach einem ziemlichen Horrorflug). Da habe ich mir wirklich Gedanken gemacht und auch mein Verhalten deutlich überdacht.

bigben
15.04.2011, 22:11
Angst ist ein ganz schlechter Begleiter - Angst lähmt und verleitet ggf. zu dann (falschen) panikartigen Reaktionen. Wer Angst hat sollte landen gehen und es am nächsten Tag wieder versuchen.
Respekt ist ein recht guter Begleiter - Respekt hält die Wachsamkeit und Spannung aufrecht und sensibiliert für die latent vorhandenen Risiken

Ich hatte einmal eine Situation mit massiven Turbulenzen bei durchbrechendem überregionalem Wind ohne wirkliche Ausweichmöglichkeit, entweder noch weiter gen ausfallendem Wind oder ins Lee flüchten. Beides wollte ich nicht. Also habe ich alles Gelernte zusammengerauft und angewendet und bin 6km weiter im Haupttal sicher gelandet. Wirkliche Angst hatte ich dabei nicht, war aber zumindest am Anfang enorm unsicher. Fazit: Man lernt auf alle Fälle mit den aufkommenden Gefühlen (Angst / Unsicherheit) umzugehen ohne panisch zu werden, denn es ist ja eh keiner da der einem helfen kann. Und wenn man nach 5 Minuten merkt, dass es zwar absolut unangenehm aber beherrschbar ist, wird man merklich ruhiger und viel sicherer. Vor allem die unguten Gefühle verschwinden langsam. Es war ein sche.. Flug aber auf die Erfahrung möchte ich nicht verzichten, aber das gehört wohl zum Fliegen dazu, oder?

In diesem Sinne:
"Immer sicher Flüge"

Águila Austriaca
16.04.2011, 05:28
Ich finde Angst ist ein guter Begleiter, der einen Vorsichtig macht und als Vorwahrner von Gefahren wirkt. Angst darf nur nicht lähmend wirken. Als ich vor kurzem in Turbulente Luft kam und richtig durchgeschüttelt wurde ist das erste mal (früher hätte ich Angst bekommen :eek:und versucht diesen Bereich so schnell wie möglich zu verlassen) so etwas wie ein Glücksgefühl (hatte richtig Spass dabei):D in mir hochgekommen. Nach dem Landen habe ich vor diesem Glücks-Spassgefühl Angst bekommen.

MuhTiger
16.04.2011, 07:41
Angst müsste eigentlich immer beim Fliegen als potentiell lebensbedrohlicher Zustand auftreten. Als Folge der Gewöhnung tritt sie aber nur noch in bestimmten Situationen auf. Angst muss nicht lähmen, im Gegenteil, in vielen Fällen erhöht sie Konzentration, Reflexgeschwindigkeiten und körperliche Leistungsfähigkeit.
Angst tritt bei bestimmten Ereignissen auf und verschiedene Reaktionsmuster darauf sind programmiert. (Kampf, Erstarrung, Flucht welche beim GS nicht möglich ist und dann meist in einem Übersprungsverhalten resultiert) In welches Muster wir in welcher Situation fallen, ist einerseits von der Persönlichkeit abhängig, andererseits aber auch zufällig. D.h. wenn ich einmal hochkonzentriert und aktiv alles im Zeitlupentempo wahrgenommen habe und perfekt darauf reagiert habe, kann das nächste Mal bei identischer Situation auch Erstarrung auftreten.
Vor (bei einem potentiellen) Unfall hat hoffentlich jeder Angst. Dass ein ernsthafter Unfall aus der Situation wird, hat häufig mit angsgesteuertem Verhalten zu tun, wie z.B wenn kein Versuch unternommen wird die Spirale auszuleiten bis es kracht, oder der Notschirm über mehrere hundert Meter Absturz nicht geworfen wird.
Wir können die Angst bewusst machen und uns zu gewissen Reaktionsmustern hin ein Stück weit konditionieren. SiKus z.B. gehören ganz klar dahin, schade habe ich noch nie erlebt, dass die Angst dort theoretisch und praktisch thematisiert wird.
Meiner Meinung nach ist Angst ist ein wichtiger Bestandteil des Fliegens, welcher zu stark vernachlässigt wird. Angst kann uns schützen und retten, aber auch die Flugfreude nehmen oder in einem Unfall resultieren. Schön auch als Zeichen, wird die Angst hier nun thematisiert. :)

conny-reith
16.04.2011, 07:51
Ich finde Angst ist ein guter Begleiter, der einen Vorsichtig macht und als Vorwahrner von Gefahren wirkt. Angst darf nur nicht lähmend wirken. Als ich vor kurzem in Turbulente Luft kam und richtig durchgeschüttelt wurde ist das erste mal (früher hätte ich Angst bekommen :eek:und versucht diesen Bereich so schnell wie möglich zu verlassen) so etwas wie ein Glücksgefühl (hatte richtig Spass dabei):D in mir hochgekommen. Nach dem Landen habe ich vor diesem Glücks-Spassgefühl Angst bekommen.
.
.
Da kenne ich auch eine bei der sollte es immer richtig knallen.

Bis es dann mal "noch richtiger " geknallt hat. :eek:

Dann wurde sie ruhiger

Gruß Conny

und ein Schönes Wochenende :)

Warmluftblase
16.04.2011, 10:04
Angst muß nicht immer ein negatives Gefühl sein, sondern gewollte lustvolle Anspannung.
Z.B. Horrorfilme, 10 Meter Brett, Geisterbahn...
Folgt auf die Angstspannung eine Angstlösung, wird dies als angenehm erlebt, was durchaus konditionierendes Suchtpotential hat.
Auf dieser Suche nach Erregung und Nervenkitzel entwickeln Viele eine ausgesprochene
Angstlust, eine Lust am Risiko und der Gefahr.
Dieses bewusste Risikoverhalten kann auch therapeutisches Mittel gegen die Angst vor der Angst sein. Zahlreiche Menschen haben so gelernt, daß sie Ihre Ängste in den Griff bekommen können.

zitiere hier sinngemäß den österreichischen Psychologen Hans Morschitzky, nicht daß mir jetzt einer `nen Doktortitel verleihen will.


sichere und schöne Flüge, Jo

Águila Austriaca
16.04.2011, 12:50
.
.
Da kenne ich auch eine bei der sollte es immer richtig knallen.

Bis es dann mal "noch richtiger " geknallt hat. :eek:

Dann wurde sie ruhiger

Gruß Conny

und ein Schönes Wochenende :)


Hallo Conny, Danke für den Wink;). Arbeite daran, dass ich ruhiger werde bevor es bei mir "noch richtiger knallt":eek:

Ruhige und Schöne Flüge

Michael Bauer
18.04.2011, 12:27
Hallo!

Zu dem Streit, ob Angst nun nützlich ist oder nicht:

Für mich ist Mut nicht die Abwesenheit von Angst (das wäre Leichtsinn), sondern Mut ist das Überwinden von Angst. Derjenige, der es schafft, sich von der Angst nicht lähmen zu lassen und stattdessen vernünftig zu handeln, obwohl er in einer furchteinflößenden Situation ist, ist in meinen Augen mutig.

Man darf Angst auch nicht mit Furcht verwechseln: Furcht ist viel, viel rationaler, richtet sich gegen eine konkrete Gefahr und ist daher viel näher mit dem in der Diskussion mehrfach genannten Respekt verwandt. (Das sieht man auch an dem altertümlichen Wort "Ehrfurcht"). Angst hingegen ist ein unangenehmes Gefühl ohne rationale Begründung. Gestern hatte ich beispielsweise Angst (übrigens zum ersten Mal): Ich stand am Startplatz der Ebenalp. Die Bedingungen waren beinahe optimal und ziemlich harmlos. Der Wind war schwach, die Richtung passte, es gab keine dicken Wolken über die man sich Gedanken machen musste, ... und dennoch fühlte ich mich richtig unwohl. Ich weiß nicht was die Ursache dafür war und ich versuchte dieses Gefühl mit meinem Verstand zu bekämpfen, denn ich war mir im Kopf 100%ig sicher, dass der Flug problemlos werden würde - es half nichts. Ich kann nichtmal sagen, wovor ich Angst hatte. Es war nicht so, dass meine Gedanken um den Absturz kreisten. Ich fühlte mich nur unwohl und mein Puls war zu hoch. Es dauerte etwa eine Stunde, bis ich diese Nervosität abgelegt hatte. Sobald ich anfing, den Schirm auszulegen, war ich total entspannt. Und der Flug war tatsächlich so problemlos wie prophezeit.

Kennt Ihr dieses lähmende Gefühl, das ich hier beschrieben habe? Wie gesagt: Ich hatte es zum ersten Mal. Ich kenne das Gefühl, dass man am Startplatz steht und nicht weiß, was man von der Windrichtung halten soll, bis man sich regelrecht wünscht, dass sie ganz auf Rückenwind dreht, damit man endlich einen Grund hat, mit der Bahn runter zu fahren, aber das ist was anderes.

Michael

bigben
18.04.2011, 18:09
Hallo!

Kennt Ihr dieses lähmende Gefühl, das ich hier beschrieben habe? Wie gesagt: Ich hatte es zum ersten Mal. .......

Michael

Ja kenne ich, zwar nicht als "lähmendes" aber als Bauchgefühl. Und wenn sich das meldet - bleibt der Sack zu. Keine Ahnung warum - aber es trügt selten.

bigben

Águila Austriaca
19.04.2011, 01:18
Kennt Ihr dieses lähmende Gefühl, das ich hier beschrieben habe? Wie gesagt: Ich hatte es zum ersten Mal. Ich kenne das Gefühl, dass man am Startplatz steht und nicht weiß, was man von der Windrichtung halten soll, bis man sich regelrecht wünscht, dass sie ganz auf Rückenwind dreht, damit man endlich einen Grund hat, mit der Bahn runter zu fahren, aber das ist was anderes.

Michael

Hallo Michael.
Bitte versteh mich nicht falsch, kann durchaus komplett daneben liegen. Wäre es möglich, dass du für dich das falsche Hobby ausgesucht hast und jetzt Angst hast es dir einzugestehen, da du die Konsequenzen fürchtest? Das würde ja bedeuten, dein Hobby aufzugeben und vielleicht fürchtest du dann (was natürlich kompletter Unsinn wäre), dass dich einige für einen Weichling halten könnten.

Bei mir ist es umgekehrt. In letzter Zeit mache ich mir wegen zuwenig Angst Gedanken. Wenn zum Beispiel am Start einige vor mir sind, würde ich sie am liebsten den Hang runter schubsen:p, nur damit ich sofort raus kann:D.

Michael Bauer
19.04.2011, 06:01
Guten Morgen, österreichischer Adler!

Du hast recht: Du liegst komplett daneben. ;-)

Das Angstgefühl, das ich beschrieben habe, hatte ich in meiner Fliegerlaufbahn exakt einmal, nämlich vorgestern vor meinem zweiten Start. Ab Beginn der Startvorbereitungen war es weg. Ich habe den Flug genossen und würde dieses Hobby auf keinen Fall aufgeben wollen. Um einen "Image-Schaden" würde ich mir auch wenig Gedanken machen. Diejenigen meiner Flieger-Freunde, die mir mehr bedeuten als nur Kameradschaft, denken nicht in den Kategorien "Hartei" und "Weichei".

Den anderen Fall (das mit dem Rückenwind) habe ich nur beschrieben, um dieses Angstgefühl klar dagegen abzugrenzen. Diese Fälle, in denen die Bedingungen unklar sind, machen mir keine Angst. Wie ich im anderen Thread beschrieben habe, starte ich in solchen Fällen nicht, sondern zögere meine Entscheidung so lange hinaus, bis ich ein klares Go oder No-Go geben kann. Dieses Hinauszögern zehrt an den Nerven, vor allem wenn es lange dauert, aber es hat mit Angst nichts zu tun.

Schöne Flüge!
Michael

MURMEL
19.04.2011, 09:54
"Kennt Ihr dieses lähmende Gefühl, das ich hier beschrieben habe? Wie gesagt: Ich hatte es zum ersten Mal".

Kenn ich und kann es auch nicht immer genau festmachen. Aber wahrscheinlich nimmt unser Unterbewußtsein mehr wahr als wir glauben. Und wenn dann der Schirm im Sack bleibt, ist da gar nicht so falsch. Oder das Gefühl verschwindet und dann ist das auch gut. Manchmal läßt sich das auch durch autogenes runteratmen in den Griff bekommen. Das geht sogar, wenn das Gefühl mal im Flug kommt. Kann man üben. Dann bleibt erhöhte Aufmerksamkeit aber die Angst ist weg.

Aber ich glaube auch nicht, daß man deswegen Fliegen usw aufgeben muß. Es hilft einfach auch, seine Grenzen zu kennen. Und warum soll man sich nicht auf sein
Bauchgefühl verlassen. Und das der eine mutiger und der andere weniger mutig ist,
ist nun mal so. Hier sagt man "jeder Jeck ist anders".

Michael

Águila Austriaca
19.04.2011, 12:02
[QUOTE=Michael Bauer;301506]Guten Morgen, österreichischer Adler!

Du hast recht: Du liegst komplett daneben. ;-)

Hallo Michael,

Sorry, war nur so eine Theorie von mir:o. Wie ich hier ja auch geschrieben habe, finde ich die Angst, solange sie nicht lähmend wirkt, ja als einen guten Sicherheitsfaktor. Der einen duchaus vor Dummheiten und Unfällen bewahren kann.
In dem Sinne, verlass dich auf dein Bauchgefühl
und schöne Flüge:D

Laisch
20.04.2011, 08:22
Und wenn dann der Schirm im Sack bleibt, ist da gar nicht so falsch.

Wenn der Schirm im "Sack" bleibt, das würde mir angst machen ;) :P

Thomas C
21.04.2011, 11:41
hallo,

wie so oft gibt es berufene menschen die sich mit uns beschäftigenden themen auseinandergesetzt haben.

zum thema angst und ihre bedeutung für den menschen kann ich (dem auch philosophisch interessierten) nur empfehlen:

"Wilhelm Schmid: Mit sich selbst befreundet sein (Suhrkamp)"

Der ganze erste Abschnitt beschäftigt sich mit dem thema angst, risikosportart und dem leben an sich.

viel vergnügen damit,
-thomas

toni&vroni
22.04.2011, 06:15
Hallo zusammen,

in meiner Anfangszeit erzählten meine Fliegerkollegen beim Landebier zumeist von ihren großartigen Flügen und bei den Geschichten konnten die Klapper und Totalzerstörer gar nicht groß genug sein! Von Ängsten war da nicht die Rede und ich dachte mir, was sind das denn für tolle Typen! Ich konnte nicht mitreden, denn ich war ja noch nicht so weit. Heute weiss ich, sie waren entweder Grobmotoriker oder versuchten auf diese Weise mit ihren Ängsten umzugehen.

Auf einem Vortrag über das Streckenfliegen, hab ich mal als Zuhörender in die Runde gefragt, ob noch jemand der Anwesenden mit Ängsten zu kämpfen hätte. Keiner verneinte dies! Der Moderator erzählte, das auch bei ihm gelegentlich der „Stiften rausschaut“ und erläuterte noch das es ihn nicht wundert, dass das Thema in der Fliegerszene kaum thematisiert wird, denn wir sind ja zum größten teil Männer!

Sich gegenseitig Schwächen einzugestehen ist für Männer eher unüblich!

Ja, auch ich hab Ängste!

Angst sensibilisiert, solange sie nicht überhand nimmt! Ich höre viel auf mein Bauchgefühl, wobei dies abhängig von meiner Tageskondition ist.

Angst im Flugsport (http://www.flugschule-goeppingen.de/info/service/fachartikel/angst-im-flugsport.html)

Danke für diesen Thread!

Happy Landing´s Klaus

Übermutter
24.04.2011, 21:04
Ich höre viel auf mein Bauchgefühl, wobei dies abhängig von meiner Tageskondition ist.

Genau das könnte ich auch unterschreiben. Es gibt Tage, da bin ich nicht völlig fit, fahr dann eben doch zum Start und plage mich dort dann mit "Bauchweh". Aber ich hab schon vor längerer Zeit entschieden, dass ich ab einem gewissen Maß an Bauchweh einfach am Boden bleibe.

Und gerade jetzt im Frühjahr, wenn´s auch hoch oben mal ordentlich tubulent wird, muss ich mich selbst manchmal daran erinnern, dass Höhe meine beste Versicherung ist.
Wenn ihr mich dann mal laut fluchen hört - ist nicht böse gemeint, dient nur der Entspannung :D

Ich glaube wirklich, ein gesundes Maß an Angst ist eine gute Sache und uns Menschen eine wichtige Lebensversicherung. Wenn wir dann noch lernen, uns von der Angst nicht ins Tot-Stellen zwingen zu lassen, tut uns das sicher nicht nur bei Fliegen gut.

Und ganz nebenbei sind diese "ich bin nur sooooo knapp dem Tod entronnen"-Geschichten für mich ein echter Graus!!! Da frage ich mich doch, ob derjenige besonders grobmotorisch ist? Einen Schirm fliegt, der ihn nicht mag? Sowas mit Absicht provoziert, um was zu erzählen zu haben :confused: ? Soll ich nun bewundernd schmachten? Oder selbst lieber nicht fliegen, weil, oh Gott, viel zu gefährlich?????

Viel sympathischer dagegen diejenigen hier, die sich tatsächlich hinstellen können und sagen, "da hatte ich die Hosen voll"!
Also auch von mir: Danke für diesen Thread!

Nemeton
25.04.2011, 19:37
Ich schließe mal von mir auf andere :)

Alle Piloten, welche sehr sehr viel fliegen - befassen sich oft mit Ängsten. Ich denke dieses Gefühl gehört einfach zum (über)leben dazu. Ganz egal bei welcher Tätigkeit.

Inzwischen kann man(n) es sich auch erlauben - Angst - zu haben.

Grüße Hans

WA
25.04.2011, 23:31
Gott sei Dank und Euch auch liebe Forum Teilnehmer, nun bin ich nicht mehr alleine mit meinen Urängsten.

WA

PS. Der Virus lässt mich weiter fliegen!

harald e. wolf
27.04.2011, 17:59
Wohl ein wahres Problem.

Bei mir z.B. gibt es einen Phobie-Cross-Over respektive Phobo-Phobie. D.h.: Nach einigen wirklich heftigen Quasi-Finish's im Wildwasser, Klettern, Extrem-Ski/Snowboard melden sich die neuro-muskularen Einlagerungen (=Memory-Effekt); nicht einfach, diese in heftigen Luft-Situationen diese zu separieren, da die Neuronen nicht differenzieren können zwischen Luft und Wasser (z.B.).

Interessant meine Tests mit der Pulsuhr: In Momenten mit Totalzerlegern ging er nicht über +/- 120 - obwohl gefühlte 210 (zuvor um +/- 85 bei normalen Bedingungen. Durch mein int. und ext. Ausdauertraining ist er recht niedrig und stellt sich schnell nach Schocks auf leicht erhöhten RP zurück).

Meine Empfehlung dazu: Viel fliegen, in allen noch beherrschbaren Situationen, ausgeprägtes Mentaltraining. Eine Abhandlung dazu gibt es via PN.

Stefan_Schumacher
27.04.2011, 19:52
Servus,

ich kenne drei Stufen von Vorflugangst:
1. Komme zum Startplatz, packe aus und fliege: Keine Angst.
2. Komme zum Startplatz, muss dem (eigentlich noch nicht fälligen) Harndrang nachgeben und fliege: Respekt vor dem Kommenden.
3. Komme zum Startplatz, hab das Gefühl, da muss noch mehr entleert werden, der Sack bleibt wie schon zuvor erwähnt zu, und ich genieße die Aussicht: Angst? Nö, gesunder Respekt vor meinem inneren Wachhund. Ist mir schon drei, vier Mal passiert.
Also vor dem Fliegen keine wirkliche Angst.

Beim Fliegen hatte ich schon öfter einmal Situationen, in denen mir der Stift ging: -Totalzerstörer bei Full-Speed mit sofortiger Spirale
- plötzlich ungewohnt starker Wind, Rückwärtsflug mit Sinken an der Soaringkante, die bei dem Wind eigentlich tragen sollte.
- Jet fliegt neben mir in fast gleicher Höhe vorbei.
- Kurz vor der Landung geht unter mir thermisch die Post ab, Rauchfahnen wechseln die Richtung wie sie wollen.
In diesen Situationen hilft die erhöhte Aufmerksamkeit, die sofort einsetzt, die Möglichkeiten auszuloten, die man noch hat. Richtige Angst hatte ich noch nicht (beim Fliegen).

Am meisten Angst habe ich eigentlich immer, wenn ich anderen beim Fliegen zuschaue, da kann ich halt nicht mal schnell an den Bremsleinen ziehen.

Willi Wombat
27.04.2011, 21:46
Ich fürchte mich bei fast jedem Flug ein bisschen vor dem Sterben.
Das kann einem nämlich beim Fliegen recht leicht passieren.

Es macht aber auch einen wesentlichen Teil des Unterhaltungswertes aus.
Wenn es keine Schwierigkeit gäbe, die man Kraft eigenen Könnens im Griff zu haben glaubt, könnte ja jeder Depp durch die Luft gondeln.
Da könnte man sich ja weder über die graue Masse erheben noch die eigenen Grenzen erfühlen.
Eine sauber überflüssige Arbeit wäre das dann.

seidenschwan
28.04.2011, 16:51
Meiner Meinung nach darf man bei diesem Sport keine Angst haben, selbst bei einer Situation die einen Retterwurf benoetigt.

Ansonsten beschaeftigt man sich mehr mit seiner Angst (oder man stellt jegliche Taetigkeit ein) als der Loesung dieser Situation.

Aber genau das ist ja das Problem. Die einen sagen sie ist hilfreich, was mir äusserst zweifelhaft erscheint, die anderen sagen sie wirkt im bestenfall störend. Fakt scheint zu sein daß Angst je nach Situation schon die eine und andere Rolle spielt. Also sollten wir sie in unsere Flugüberlegungen auch miteinbeziehen und mit genügend Training besiegen oder beherrschen können.


Willi Wombat: Es macht aber auch einen wesentlichen Teil des Unterhaltungswertes aus.
Wenn es keine Schwierigkeit gäbe, die man Kraft eigenen Könnens im Griff zu haben glaubt, könnte ja jeder Depp durch die Luft gondeln.

Ich finde der Wesentlich teil des Unterhaltungswertes besteht immer darin wenn ich sehe daß ich eine kritische Situation ohne "Angst" zu bekommen gemeistert habe, Dann war ich komplett aufmerksam und im hier und jetzt Handlungsfähig habe das Gefühl der absoluten klarheit und Freiheit. Deshalb könnt ich auch nie starten wenn im Vorfeld schon Angst aufkäme...

Johann

Michael Bauer
28.04.2011, 18:48
Ich fürchte mich bei fast jedem Flug ein bisschen vor dem Sterben.
Das kann einem nämlich beim Fliegen recht leicht passieren.

Es macht aber auch einen wesentlichen Teil des Unterhaltungswertes aus.
Wenn es keine Schwierigkeit gäbe, die man Kraft eigenen Könnens im Griff zu haben glaubt, könnte ja jeder Depp durch die Luft gondeln.
Da könnte man sich ja weder über die graue Masse erheben noch die eigenen Grenzen erfühlen.
Eine sauber überflüssige Arbeit wäre das dann.


Echt?

Ich fürchte mich beim Fliegen nie vor dem Sterben. Wenn ich Angst kriege, dann ist es entweder ein zielloses Unwohlsein, oder ich fürchte mich vor etwas konkretem: "Langt das noch über die Bäume???" sowas in der Art. Ich verschwende aber nie einen Gedanken an die gesundheitlichen Folgen.

Und selbst wenn ich mich vor dem Sterben fürchten würde, so würde das nicht zum Unterhaltungswert des Fliegens beitragen - im Gegenteil!

Mich von der Masse abzuheben oder Grenzen zu fühlen waren auch nie die Motivation für mich, fliegen zu gehen.

Michael

Willi Wombat
28.04.2011, 20:23
Ich finde das Wesentliche des Fliegens kann man schön mit dem des Kletterns vergleichen.
Am (alpinen) Klettern kann man nämlich sehen, dass die Überwindung der Schwierigkeit und auch der eigenen Angst unter todernsten Bedingungen der bestimmende Teil des Spiels ist.
Jedes Wanderschwein kann 10m neben der Kletterroute genau das selbe Bergerlebnis nahezu gefahrlos genießen. Eigenlich ziemlich clever, aber halt uncool.
Der Kletterer ist der, der von allen einschließlich sich selber bewundert wird.

Beim Fliegen ist es auch nicht anders, nur dass der Wanderweg daneben fehlt.

Im übrigen spreche ich nicht von lähmender oder panischer Angst die einen noch Jahre im Schlaf verfolgt sondern von höchster Aufmerksamkeit im Bewusstsein, dass eine falsche Reaktion den Tod bedeuten kann.

Schirmschoner
29.04.2011, 16:09
Servus,
ich kann mich den Ausführungen von JN/Muhtiger nur anschließen. Wenn nach einer "schwierigen Situation" Das Herz bis zum Hals schlägt, ist das dann Respekt oder Angst gewesen? Lähmend wirkts aber bei mir nicht und welcher Streckenflieger kennt dieses gefühl nicht? " Dauerherzbumpern" brauch ich auch nicht, würde das Fliegen aber nur aus Abgleiten oder Soaring bestehen, dann würde ich wahrscheinlich Golf Spielen.

MFG Rob

Skade
29.04.2011, 16:56
Ich habe n bischen Angst vor Bedingungen, wo ich nicht mehr weiß, sind sie fliegbar oder sind die Bedingungen über meinem Können.

Es ist leicht zu sagen das man sich für defensives Wetter entscheidet.
Irgendwann hat man die ersten 2 Tage während der Flugwoche noch nichts geflogen und man steht am vermeintlich perfekten 3. Tag oben am Berg, und der Wind pfeift doch zu stark.

Langsam geht die Sonne unter, die Bahn fährt nicht mehr und der Startplatz leert sich immer mehr und man "muss" eigentlich raus, weil der Fussweg 2-3 Stunden ins Tal dauert.

Eugen
29.04.2011, 18:30
Ich finde das Wesentliche des Fliegens kann man schön mit dem des Kletterns vergleichen.
Am (alpinen) Klettern kann man nämlich sehen, dass die Überwindung der Schwierigkeit und auch der eigenen Angst unter todernsten Bedingungen der bestimmende Teil des Spiels ist.
Jedes Wanderschwein kann 10m neben der Kletterroute genau das selbe Bergerlebnis nahezu gefahrlos genießen. Eigenlich ziemlich clever, aber halt uncool.
Der Kletterer ist der, der von allen einschließlich sich selber bewundert wird.

Beim Fliegen ist es auch nicht anders, nur dass der Wanderweg daneben fehlt.

Im übrigen spreche ich nicht von lähmender oder panischer Angst die einen noch Jahre im Schlaf verfolgt sondern von höchster Aufmerksamkeit im Bewusstsein, dass eine falsche Reaktion den Tod bedeuten kann.

Willi,
ich finde Deinen Vergleich mit dem alpinen Klettern nicht sehr gelungen,denn wenn ich Wiederholungen mache sind die entsprechenden Haken und Standplätze eingerichtet und ich kann im Vorstieg nur ins Seil fallen. Bei Erstbegehungen im alpinen Stil sind der Hammer,die Haken,die Keile die Friends Standard und ich kann bevor ich an die Grenze meines Könnes gehe den ultimativen Absturz voraussehend verhindern und gleichzeitig dadurch die Angst in untere Bereiche verschieben (ich kann ja nicht abstürzen), das geht in der Luft zwar auch, ist aber beim zerlegen des Schirmes nicht mehr vorausschauend möglich.
Allerdings spielen sich in der Situation des Erkennens, das ich am Fels stürze,die gleichen Hemmungen ab,wie in der Situation zu erkenne, die Rettung zu ziehen. Beide Tatsachen ergeben meistens das Erkennen, ich komme lebend runter,nur bleibt da immer die Frage W I E .
Und Willi,es gibt keine Wanderschweine,entschuldige Dich bitte dafür.Als ich damals solche Touren wie zum Beispiel die Große Zinne Nordwand Comici im Alleingang gemacht habe,hatten die Wanderer bei mir auch keinen solchen Stellenwert,ich habe das aber immer mit den Worten Jochbummler benannt. Heute bin ich dankbar in meinem Alter ein Wanderer zu sein,der ab und zu auch noch mal einen Vierer in den Dolos klettert.
Zum Schluß: Ich verstehe aber dennoch,was Du sagen willst,aber wie ich schon sagte,der Vergleich hinkt sehr stark.

SATurn
29.04.2011, 18:44
Beim Fliegen ist es auch nicht anders, nur dass der Wanderweg daneben fehlt.

Hat Dir noch nie ein Motorflieger lässig aus dem Cockpit zugewunken, während Du ums Überleben kämpfend am Hang gekratzt hast? ;) :D