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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Landung mit angelegten Ohren



Veggieglider
25.04.2011, 00:11
Servus liebe Fliegergemeinde,

obwohl ich aktuelle Forumseiträge und gängige Fachliteratur zu diesem Thema konsultiert habe, bleiben für mich wichtige Fragen zur potenziellen Landung mit angelegten Ohren unbeantwortet.

In der vergangenen Woche hat es über dem Landplatz bei eingesetztem Talwind dermaßen getragen, dass ich nach längerer Zeit des Ausharrens kleine Ohren angelegt habe und damit eingelandet bin.
Dabei habe ich erst kurz vor dem Aufsetzen Beschleuniger und die äußeren A-Leinen ausgelassen. Die Bremsen hielt ich ungewickelt in der Hand. Die Landung verlief völlig problemlos. Nur Glück gehabt?

Möglicherweise gehe ich bei dieser Landepraxis von falschen Annahmen aus, obwohl ich mir diese Technik natürlich nicht selbst ausgedacht habe:

- Das Fliegen mit angelegten Ohren (korrektes Anlegen und Auslassen vorausgesetzt) ist eine relativ stabile Abstiegshilfe und in Bodennähe (unter 100m) die einzig mir sinnvoll erscheinende Methode
- Bei Turbulenzen verringert sich durch angelegte Ohren die Angriffsfläche und die Flächenbelastung steigt
- Durch das Beschleunigen beuge ich einer potenziellen Sackflug- bzw. Stallgefahr (genügend?) vor; bei starker Aufwinddynamik erhöhte Sackflug- bzw. Stallgefahr

Leider stehen meine Anfängerkenntnisse z.T. im krassen Gegensatz zu den Erfahrungen wirklich kompetenter Piloten.
Ich habe mir mal erlaubt, Dani aus dem Zusammenhang eines anderen Beitrages heraus zu zitieren, ohne hoffentlich seine Inhalte zu verzerren (Aus Forumsthema: Brauche Erstkaufrat: Z-One von Firebird):
"Ohrenanlegen im Landeanflug ist unnütz, falsch und gefährlich!"
Das schreibt er ganz sicher nicht grundlos!
Hat diese Aussage universelle Gültigkeit?
Sollte man das Risiko, in Bodennähe die Ohren anzulegen, bei einigermaßen überschaubaren Bedingungen generell nicht eingehen?

In der DHV-Info 160 beschreibt Michael Nesler (den ich genauso wertschätze wie Dani) auf Seite 28 ff die Methode des (großen) Ohren anlegens in Turbulenzen als Mittel der ersten Wahl. (In "Nestflucht" weist er aber auch darauf hin, dass es durchaus Tücken beim Ohrenanlegen gibt).
Ich sehe in den Aussagen keine Widersprüche (daher auch keine konkurrierenden Aussagen), da es scheinbar um den Einsatz in unterschiedlichen Flugsituationen geht.

Ich interpretiere es so, dass bei großer Gefahr das oben beschriebene Restrisiko in Kauf genommen werden kann, während ohne große Not von einer Landung mit Ohren abgesehen werden sollte.

Allerdings fallen mir keine Alternativen ein, wie ich ich Bodennähe z.B. bei tragendem Landeplatz o.ä. gefahrenreduziert zügig herunterkommen kann.

Darüber hinaus ist mir nach wie vor nicht klar, ob es systemimmanente Gründe für oder gegen das Einklipsen der Bremsen gibt (eigentliche gebe ich diese nach Möglichkeit in der Luft nie frei).

Da es zu diesem Thema keine (mir bekannten) einheitlichen Lehrmeinungen gibt, wäre es sehr hilfreich, wenn ihr eine differenzierte, möglichst begründete Einschätzung eurer eingen Erfahrungen/Kenntnisse schildern könntet.

Vielen Dank für eure Mühe im Voraus, Markus

andsch
25.04.2011, 15:18
Die ersten 3 Negativa die mir da einfallen.

- wenn man beim anlegen in Bodennähe was versaut (falsche Leine zieht etc. ) kann das schnell wehtun, da gibt's im Videothread so ein oder 2 Beispielvideos.
- durch die angelegten Ohren verringert sich die Rolldämpfung und der Schirm macht in turbulenten Bedingungen deutlich stärkere Rollbewegungen als normal.
- Die Hände sind mit dem Festhalten der A-Leinen beschäftigt und können den Schirm in seinen Nick und Rollbewegungen nicht mehr über die Bremsen zügeln!

Gerade der dritte Punkt sollte einem zu denken geben...

limeric
25.04.2011, 18:03
Hy,

das Gerät ist mit angelegten Ohren langsamer, ggf. hauts dir hin bei entsprechenden Talwind.

Grüße Limeric

achilleos
25.04.2011, 18:48
servus leude,

also warum ein schirm mit angelegten ohren mehr rollen soll, erschließt sich mir nicht. is doch weniger fläche die angehoben werden kann?! langsamer? so sehr bremst die eingeklappte fläche nich.

hatte auch schon eine ähnliche erfahrung, extrem starker talwind -> rückwärtsflug...
nur mit sehr großen ohren und beschleuniger ging es überhaupt mal ein wenig abwärts mit nur noch wenig rückwärtsflug. und genau so bin ich gelandet.
mir wäre es zu unsicher gewesen, die ohren in noch etwas höhe rauszunehmen, nur weil es in einem lehrbuch steht!!

meiner meinung nach spricht da auch gar nix dagegen mit angelegten ohren zu landen. in diesen fällen, wenn man bereits aus großer höhe damit absteigt und die windsituation es erfordert.
um die letzten 30 meter abzubauen, manchmal trägts ja noch direkt überm landeplatz, würde ich das nicht mehr empfehlen, da erst einzuleiten. hier lieber abachtern o.ä. und warten. lange hält das ja in der regel nicht an.

Vibe
25.04.2011, 18:56
servus leude,

also warum ein schirm mit angelegten ohren mehr rollen soll, erschließt sich mir nicht. is doch weniger fläche die angehoben werden kann?! langsamer? so sehr bremst die eingeklappte fläche nich.


Weniger Fläche = Mehr Flächenbelastung = größere Dynamik.

Hast Du noch nie mit angelegten Ohren nur mit Gewichtsverlagerung gerollt ? Wirst Dich wundern wie agil die Kiste da ist.

Ist doch das gleiche wenn Du mal einen Schirm 20kg überm Limit fliegst. Der geht auch viel besser ums eck.

Gruß

Claus

achilleos
25.04.2011, 19:10
ja, steuern läßt er sich gut durch gewichtsverlagerung. aber daß es mehr schaukelt, ungewolltes rollen, hab ich noch nicht festgestellt.

nikolaus
25.04.2011, 21:06
Darüber hinaus ist mir nach wie vor nicht klar, ob es systemimmanente Gründe für oder gegen das Einklipsen der Bremsen gibt (eigentliche gebe ich diese nach Möglichkeit in der Luft nie frei).

Die Frage hatte ich hier auch schon gestellt: http://www.gleitschirmdrachenforum.de/showthread.php?25620-Wie-gro%DF-k%F6nnen-gro%DFe-Ohren-sein&p=293760&viewfull=1#post293760

Mein Fluglehrer dazu: "Wenn Du die Bremsen tatsächlich brauchen solltest, wirst Du keine Zeit haben, sie erst zu suchen..."

Das Video zwei Posts weiter (#70) passt zur Ausgangsfrage (ob das so auch amtlich ist, kann ich nicht beurteilen).

LG Jochen

Stefan_Schumacher
25.04.2011, 21:06
Servus,

erstmal, ich lande normalerweise nicht mit angelegten Ohren, weil ich natürlich auch von diesen Sackflügen und Stalls gehört habe und ich lieber mit Schräglage meine Höhe verliere, da dann mehr Druck in der Fläche ist.
Einmal bin ich mit Ohren ebenfalls rückwärts fliegend gelandet, weil ich es für die beste Lösung nach einer Fehlentscheidung hielt.

Aber: An meinem derzeitigen Hausflugberg landen Tandempiloten und Soloflieger schon die letzten 15 Jahre mit Ohren, da sie ohne Ohren in gemischt dynamisch/thermischen Bedingungen nur schwer toplanden könnten. Bisher ist auf Grund dieser Landetechnik noch nicht ein Unfall passiert und die Bedingungen sind hier teils ziemlich turbulent. Die Tandemflüge gehen pro Jahr wohl oft über die Tausend hinaus (grob geschätzt).
In ruhiger Luft würde ich aus meiner Erfahrung deshalb angelegte Ohren, insbesondere mit Beschleunigereinsatz nicht verteufeln, auch in turbulenten Bedingungen nicht ohne Weiteres.
Die Frage der richtigen Trimmung und des Alters des Schirms sollte man natürlich schon stellen, bevor man sich darauf einlässt, aber das sollte auch im normalen Flug eine Rolle spielen. Ich kenne jemanden, der nach seinem zweiten Stall aus heiterem Himmel die Leinen seines Schirms durchschnitten hat, obwohl der Schirm von außen noch relativ flugtüchtig aussah.

Diese Fragestellung ist ähnlich der des Pumpens, wenn es nicht sein muss, lasst uns doch einfach normal landen gehen, wenn die Gefahr der Ohren oder des Pumpens geringer erscheinen, als die zu erwartende Gefahr, wenn diese Mittel nicht eingesetzt werden, na dann muss der Pilot halt die Entscheidung treffen, die er für richtig hält.
Nur um sich einen zweiten Anflug zu sparen? Nein, dann lieber noch etwas landen üben, mach ich auch immer so, kann auch schon mal ne halbe Stunde dauern, wenn es zu sehr rockt.

Nur mal so
Stefan

sphinx
25.04.2011, 23:56
Bei zu kurzer Landung ist noch nie was passiert. Bei zu langer sehr wohl.

sphinx

einrad
26.04.2011, 09:57
Bei zu kurzer Landung ist noch nie was passiert. Bei zu langer sehr wohl.

sphinx

Das halte ich definitiv für falsch.
Noch nie jemandem gesehen, dem plötzlich die Baumreihe vorm Landeplatz zu hoch wurde?

Harald

wachs
26.04.2011, 10:19
Moin,

ich landete auch gelegentlich mit angelegten Ohren. Nachdem ich dies als Anfänger in der Flugschule A gelernt hatte.

Als ich dies im Rahmen eines Sicherheitstrainings gemacht habe weil die Einteilung halt mist war hat mich dieser Fluglehrer, der Flugschule B, angemacht das dies gefährlich sei weil... Sackflug Schirm kippt nach hinten... ich bin jetzt genauso verunsichert wie der Orginal Poster.

Stichpunkte:

Sicher man kann schlechter Steuern.


Sackfluggefahr mit dem Beschleunigerkompensieren?


Ohren Auslassen vor dem Aufsetzen oder nicht.


Fahrwerk ausfahren mit einem Bein im Beschleuniger?


Ich glaub um Toplanden ging es hier auch nicht.

Da es hier anscheinend soviele verschiedene Meinungen/ Erfahrungen gibt wie Piloten würde mich hier mal die Lehrmeinung des DHV interesieren.

Michael

Dito
26.04.2011, 10:25
Bei zu kurzer Landung ist noch nie was passiert. Bei zu langer sehr wohl.

Bitte?? Was soll eine "zu kurze Landung" sein?? :confused:

Dito


Verstehe, Du meinst die Landestrecke.

JuergenFliege
26.04.2011, 10:38
Hi Markus,

das Landen mit angelegten Ohren ist kein Flugmanöver das bisher großartig im Zusammenhang mit Unfällen aufgefallen ist. Weder im Forum noch auf Youtube noch im DHV Info noch bei meinen Fliegerkumpels.

Dein Szenario war hundert Meter Resthöhe zum tragenden Ladeplatz - was wären die Alternativen?

1.) Spirale
2.) B-Stall
3.) Runterpumpen
4.) Runterwingovern

Da halte ich beschleunigte Ohren mit der Option auch direkt so zu Landen für das geringste Übel.
Noch ungefährlicher wäre die Aussenlandung auf einem nichttragenden Notlandeplatz.

DonQuijote
26.04.2011, 10:48
Die Gefahr eines turbulenzbedingten Klappers in Bodennähe ist mit angelegten Ohren zwar geringer, da mehr Flächenbelastung. ABER: Sie ist nicht gebannt. Wenn der Schirm in einer sehr heftigen Turbulenz doch klappt, wird man mit angelegten Ohren diesen Klapper nicht verhindern können - und dann knallts. Das ist der Hauptgrund (und meiner Meinung nach ein eminent wichtiger), warum ich in Bodennähe keine Ohren anlegen würde.

Im Klartext: Angelegte Ohren = kein aktives Fliegen möglich!!

Ich finde (für mich) runterachtern/wingovern/spiralen mit offenem Schirm erheblich angenehmer und sicherer. Ich gebe die Kontrolle über meinen Flügel ungern freiwillig ab...

mats
26.04.2011, 12:07
Mal angenommen, der Flügel hat eine Minimal und Maximalgeschwindigkeit.
So wird durch geklappte Ohren der Geschwindigkeitsbereich verändert.
Besonderes Augenmerk sollte der Minimalgeschwindigkeit gelten.
Die Minimalgeschwindigkeit steigt beim Anlegen der Ohren !!!
(Die Ist-Geschwindigkeit bleibt womöglich gleich)
Deshalb kommen Ist-Geschwindigkeit und Minimalgeschwindigkeit immer dichter zusammen => Stallpunkt.
Empfehlung 1: Beschleuniger treten.
Empfehlung 2: Mit Sicherheitshöhe Ohren wieder öffnen oder mit Ohren UND Beschleuniger landen.

Pleasure
26.04.2011, 13:19
....oder mit Ohren UND Beschleuniger landen.

also wenns plötzlich nicht mehr so trägt, was in Bodennähe durchaus auch mal sein kann, mit potenziellen 4-5m/s sinken???

mats
26.04.2011, 14:09
Lieber Pleasure,

Du hast Recht. Das ist der grosse Mist, warum viele die Methode mit den angelegten Ohren zum Landen NICHT empfehlen!

Ohren anlegen macht eh nur Sinn, wenn das Manöver für länger als 10 Sekunden geflogen wird. Bei 5m/s Sinken macht das schon 50 Höhenmeter aus, was ich unter „Empfehlung 2“ versuchte zu beschreiben mit: „Mit Sicherheitshöhe Ohren wieder öffnen…“

Dein Szenario beschreibt schon die letzten 3-5 Sekunden vor der Landung.
(Wenn es hier so abartig runtergeht, warum waren dann die Ohren drin? Es gehen diesem Szenario strategische Fehlentscheidungen voraus. Dies ist aber ein anders Thema.)
Starkes Sinken und Ohren drin + Beschleuniger klingt vielleicht doof, ist es auch.

Wenn in dieser Situation der Beschleuniger gelöst und die Ohren geöffnet werden, ist der Schirm ganz dicht an der Minimalspeed und dem in der geringen Höhe unangenehmen Stallpunkt. Dann braucht nur noch eine kleine Turbulenz (und bei 4-5m/s ist es evtl. turbulent) kommen, und die Minimalspeed ist unterschritten, der Schirm kippt nach hinten und der Pilot fällt „sanft“ auf seinen hoffentlich vorhandenen Protektor.

Ich empfehle also niemanden sich in eine so dumme Situation zu begeben!!!!
Aber wenn man bereits in einer so beschissenen Situation ist, empfehle ich nicht noch zusätzlich die Rückenwirbel zu riskieren.

JuergenFliege
26.04.2011, 14:24
Ich finde (für mich) runterachtern/wingovern/spiralen mit offenem Schirm erheblich angenehmer und sicherer. Ich gebe die Kontrolle über meinen Flügel ungern freiwillig ab...

Hi JN,

So wie ich Markus verstanden habe ist er Anfänger.
Du bist Ligapilot mit mehr als tausend Flügen.
Einem Anfänger würde ich jetzt nicht unbedingt empfehlen in turbulenter Landeplatzthermik das Wingovern anzufangen. Wenn es gut steigt müssen ja auch richtige Wingovers geflogen werden und nicht nur ein bischen rumgewackele...
Da halte ich vom Anfänger bis Hobbypiloten die Gefahr zu verunfallen für grösser als beim Ohrenanlegen.
Ein Semiprofi oder sonstiger Crack macht da schnell mal ne Bodenspirale inklusive stehender Landung auf einem Würfel und Freibier:cool:

tjackermann
26.04.2011, 14:33
Die Gefahr eines turbulenzbedingten Klappers in Bodennähe ist mit angelegten Ohren zwar geringer, da mehr Flächenbelastung. ABER: Sie ist nicht gebannt. Wenn der Schirm in einer sehr heftigen Turbulenz doch klappt, wird man mit angelegten Ohren diesen Klapper nicht verhindern können - und dann knallts. Das ist der Hauptgrund (und meiner Meinung nach ein eminent wichtiger), warum ich in Bodennähe keine Ohren anlegen würde.

Im Klartext: Angelegte Ohren = kein aktives Fliegen möglich!!

Ich finde (für mich) runterachtern/wingovern/spiralen mit offenem Schirm erheblich angenehmer und sicherer. Ich gebe die Kontrolle über meinen Flügel ungern freiwillig ab...


Völlig Richtig
Leider gibt es kein Kochrezept sondern eine Momententscheidung
Mit angelegten Ohren bis du nicht mehr groß Handlungsfähig
Allerdings ist es schon irgendwie stabiler. zum Klappen ist ja nicht mehr viel da aber "frontstallen" oder "sackfliegen" da der Schirm mordmäßiger dynamikt- klar bei dem widerstand gegen Böen
D.h. big ears mach nur im Notfall wenn es nicht anders geht, und halte die Luft an oder bete, dass der Schirm sich selbst stabil hält
Öhrchen mach ich schon mal ohne Not auch bei laminarem (See)Wind z.B. beim Toplanden
T





hoffentlich richtige EEmpfehlung ohne beurteili

SATurn
26.04.2011, 14:49
Kurze Verständnisfrage: Wenns gut trägt, warum will man dann eigentlich runter? :D

Nun was zum Thema:
Ich habe folgendes unterrichtet:
Ohrenanlegen als Abstiegshilfe: Ja.
Ohrenanlegen als Landehilfe: Nein. Und zwar wegen den von Jörg genannten Nachteilen.

thmu
26.04.2011, 14:54
Kurze Verständnisfrage: Wenns gut trägt, warum will man dann eigentlich runter? :D

Wegen der dicken Wolke. Da sitzt nämlich ein Wolkentroll drin, der dich mit nem Staubsauger ansaugt um dich dann mit Hagelkörnern zu bewerfen. Da muss man vorher erst landen gehen um sich mit Blasröhrchen und Papierkügelchen zu bevorraten, damit man zurückballern kann.

tjackermann
26.04.2011, 15:00
Wegen der dicken Wolke. Da sitzt nämlich ein Wolkentroll drin, der dich mit nem Staubsauger ansaugt um dich dann mit Hagelkörnern zu bewerfen. Da muss man vorher erst landen gehen um sich mit Blasröhrchen und Papierkügelchen zu bevorraten, damit man zurückballern kann.

und vielleicht auch noch nachdem man unter Retterauslösehöhe in 30 m nach 5 min und der 10 Kurve überm bockingen Landeplatz doch mal denkt, unten wärs in Abwägung sicherer

in 100 m drüber mach ich eher den JN odder thmu:eek:

SATurn
26.04.2011, 15:07
Bockiger Landeplatz -> Andere Wiese nehmen.

Meiner Beobachtung zufolge geschehen viele Landeunfälle deshalb weil zu krampfhaft versucht wird genau dieses eine Fleckchen Wiese zu treffen obwohl´s nicht unbedingt notwendig wäre...

DonQuijote
26.04.2011, 15:22
@ Jürgen: Meinst Du gestern? Hätt ich da ein Bier bekommen? Echt jetzt?

Aber Du hast recht. Wingovers und Spiralen sind nur sinnvoll, wenn man das gut kann und flachere Achter nützen nicht so viel.

Nochmal ein Gedankenansatz:
Man will runter, weil es überentwickelt, eine Front reinkommt etc. Also legt man OBEN die Ohren an und gibt Gas. Man fliegt so bis in etwa 150 Meter Höhe über und ein paar Hundert Meter VOR (luvseitig) den Landeplatz. In dieser Höhe hat es nicht mehr viel Steigen, nur noch (Tal-)Wind. Wozu also noch die Ohren. Ohren auf, schön steuern und ranachtern (wenn nötig bei sehr viel Wind halt rückwärts). Man kommt so besser gegen den Wind an als mit angelegten Ohren.

Du schreibst "in turbulenter Landeplatzthermik" - Gerade DA sollte man keine Ohren anlegen. Runter gehts in der Höhe auf jeden Fall. Man muss halt Geduld haben, lieber noch ne halbe Stunde überm Landeplatz rumeiern und die Sinkzonen suchen als irgendwie einbomben. Oder eben, wie SATurn richtig sagt, gleich ne andere Wiese suchen, wo es eben nicht so thermisch ist. Mach ich oft, wenn es mir über dem geplanten Landeplatz zu turbulent scheint - flieg ich halt weiter gerade aus, irgendwo lässt es schon nach.

Und zum Thema Toplanden: Ich bin der Meinung, dass jemand der steile Achter (Wingover ist hier definitiv der falsche Ausdruck) und seitliches Anfliegen nicht kann, besser gar nicht toplanden sollte, solange es an der Kante stark steigt. Und wenn es keinen Aufwind gibt, brauchts auch keine Ohren.

Ich bleibe dabei. Auch (oder gerade) für Anfänger gibt es keinen Grund, bis zum Boden mit angelegten Ohren zu fliegen.

Man sieht sehr oft EN-A oder -B Schirme mit angelegten Ohren landen. Hochleister eigentlich kaum. Woran liegt das wohl? Mit einem EN-A und angelegten Ohren fühlt man sich in (trügerischer) Sicherheit, weil das ganze bockstabil wirkt. Mit einem Hochleister merkt man deutlich, dass auch mit angelegten Ohren die Klapper- (oder Stall-)Gefahr da ist. Da lässt man das lieber und bleibt stattdessen brems- und manöverierfähig.

Deshalb sollte man gerade Anfänger davor warnen, finde ich.

JuergenFliege
26.04.2011, 16:01
@ Jürgen: Meinst Du gestern? Hätt ich da ein Bier bekommen? Echt jetzt?

Aber Du hast recht. Wingovers und Spiralen sind nur sinnvoll, wenn man das gut kann und flachere Achter nützen nicht so viel.

gleich ne andere Wiese suchen, wo es eben nicht so thermisch ist. Mach ich oft, wenn es mir über dem geplanten Landeplatz zu turbulent scheint -

Volle Zustimmung - ich zitier mal "JuergenFliege":


Noch ungefährlicher wäre die Aussenlandung auf einem nichttragenden Notlandeplatz.

seidenschwan
26.04.2011, 16:11
Die Gefahr eines turbulenzbedingten Klappers in Bodennähe ist mit angelegten Ohren zwar geringer, da mehr Flächenbelastung. ABER: Sie ist nicht gebannt. Wenn der Schirm in einer sehr heftigen Turbulenz doch klappt, wird man mit angelegten Ohren diesen Klapper nicht verhindern können - und dann knallts. Das ist der Hauptgrund (und meiner Meinung nach ein eminent wichtiger), warum ich in Bodennähe keine Ohren anlegen würde.

Im Klartext: Angelegte Ohren = kein aktives Fliegen möglich!!

Ich finde (für mich) runterachtern/wingovern/spiralen mit offenem Schirm erheblich angenehmer und sicherer. Ich gebe die Kontrolle über meinen Flügel ungern freiwillig ab...

In sehr heftigen turbulenzen...Gefahr nicht gebannt trotz angelegter Ohren.. Bodennähe :confused::confused:

Und da willst du lieber Wingovern??????:confused:

Was soll man davon halten?

Na ja.... wer`s kann


Johann

Stefan_Schumacher
26.04.2011, 19:10
In sehr heftigen turbulenzen...Gefahr nicht gebannt trotz angelegter Ohren.. Bodennähe :confused::confused:
Und da willst du lieber Wingovern??????:confused:
Johann

Steile Kurven! Mit Richtungswechsel! Ist mir auch lieber, immer schön Druck auf den Leinen, man könnte es als Abachtern mit erhöhter Schräglage bezeichnen. Natürlich kommt es auch auf die Bedingungen und deren Berechenbarkeit an.

Ab 60 Grad Schräglage hat man schon nettes Sinken, nur bekommst Du damit sicher in Bodennähe nicht die Fluglehrerauswahlprüfung hin.

Die Methode gibt Dir die aber die Möglichkeit, zu variieren, falls es gerade stärker über dem Landefeld steigt, oder plötzlich das Saufen anfängt. Es gibt da halt Gebiete, in denen es gegen 14 Uhr nachmittags über dem gleichen Landeplatz mal hüh und mal hott geht. Und der nächste Landeplatz ist vielleicht garnicht erreichbar.

Wenn es einmal auf engem Raum herunter muss, dann sind die angelegten Ohren einfach zu träge.

So long
Stefan

Stefan_Schumacher
26.04.2011, 19:16
Volle Zustimmung - ich zitier mal "JuergenFliege":

Noch ungefährlicher wäre die Aussenlandung auf einem nichttragenden Notlandeplatz.


Ja, nur kann ich mir bisher noch keine Thermikbrille leisten, die mir sagt, ob es da gerade trägt oder nicht. ;-)
Spätestens, wenn man mit den Füßen die Thermikblase auslöst, ist auch der lange nicht benutzte Notlandeplatz ein Hexenkessel, weil er so lange Energie speichern konnte.

WA
26.04.2011, 19:18
Servus,

als angefangener Fortgeschrittener möchte ich auch noch meinen Senf los werden:

Mal grundsätzlich zum Runterkommen, bis auf eine Höhe wo es nicht mehr thermisch steigt, mag ja Ohrenanlegen dienlich sein, aber nie und nimmer käme ich auf die Idee in dem thermisch turbulenten Talwindbodenbereich wo es auf und ab geht, die Ohren einzusetzen.

In diesem Bereich, sagen wir mal um 10-30m gibts nur eins, Schirm offen und Abreiten was immer da kommt. Hoch, Runter, vor und zurück, aber doch nicht mit Ohren, da ist man ja gefangen. Mal nen kurzen rechts links Schwenk, Abachtern, Schirm prall gefüllt, bleibt offen und schon ist man sicher über dem Boden. Ja das Spiel kann auch schon mal etwas länger dauern, aber wer wird da noch Ohren rein und raus machen wollen, ganz zu Schweigen vom Beschleunigen:eek:

Immer mehr verstehe ich Dani`s Spruch vom, sinngemäß, mit Ohren landen, ein No Go!

OK, der Beginner ist mit solchen dyn. Manövern verm. übervordert, aber dann hat er beim Start schon was falsch gemacht odrr?

Mein Motto: Fahrt ist das halbe Leben, auch in Bodennähe.

AHL WA

Swift
26.04.2011, 19:51
aus gemachter Erfahrung lasse ich in Bodennähe, also bei weniger als 100 m, die Finger vom Ohrenanlegen, dass man ohnehin niemals ohne Beschleunigereinsatz machen soll. Gerade wenns "bockig" wird, ist Fahrt lebensrettend und man kann auf das gevorschiesse und gearbeite des Schirm ohne die Finger in den A-Leinen einfach besser reagieren. Allermeistens kann man sich eh eine andre ruhigere Landestelle suchen.

DonQuijote
26.04.2011, 21:46
Und da willst du lieber Wingovern?
Wingovern im Wortsinn natürlich nicht. Aber wechselweise steile Kurven fliegen schon. Mit meinem Schirm halte ich das für sehr save, da man Entlaster, Abkipper, zu viel Sinken etc. verzögerungsfrei und effektiv kontern kann. Das ist sehr viel sicherer als sich auf die Pseudostabilität eines Schirms mit angelegten Ohren zu verlassen und quasi ohne Schirmkontrolle gen Boden zu sinken. Ich bin allerdings schon lange keine 1er mehr geflogen, vielleicht ist es mit diesen Schirmen kritischer, da die langen Steuerwege vernünftige Reaktionen zumindest erschweren (achtung, reine Hypothese, kein 1er-Bashing!).

seidenschwan
27.04.2011, 07:55
Ich bin allerdings schon lange keine 1er mehr geflogen, vielleicht ist es mit diesen Schirmen kritischer, da die langen Steuerwege vernünftige Reaktionen zumindest erschweren (achtung, reine Hypothese, kein 1er-Bashing!).

Ok. Da muss ich beipflichten. Das mit den Steuerwegen hab´ich auch schon bei meinem wechsel auf 1-2 gemerkt.....

Johann

tjackermann
27.04.2011, 08:07
und ab nem 2er mußt du die Ohren auch nicht mehr halten:D

Quaxi
27.04.2011, 09:06
Ich habe in meiner Fluglaufbahn erst ein einzigesmal ein Wegsteigen an die Basis < 50 m über Grund gesehen. Das war im Talwind in einer Megakonvergenz (--> überregionaler Wind schlug ins Tal durch und traf auf den Talwind). In dieser Situation wäre ich (und auch der Pilot damals) nie auf die Idee gekommen die Ohren anzulegen, so hat's da gekachelt. Einzig sichere Methode: In eine Richtung "flüchten" oder abspiralen.

Grundsätzlich bevorzuge ich mit dem Schirm die "Hab-Geduld-Abachter-Methode". 5 Kreise mehr und man ist safe am LP.

batflyker
27.04.2011, 09:33
Hmm

Also in gewissen Starkwindgebieten wie z.b. Monte Cucco Italien kannst du an guten Tagen mit 30-35 kmH Wind zwar noch gut starten und fliegen, aber Toplanden wird extrem schwierig, da du immer so gegen 10-15 Meter über dem Patz schwebst und fast nicht runterkommst. In dieser Situation geht landen mit angelegten Ohren optimal, ich mache das seit Jahren so und hatte noch nie Pobleme.:)

sphinx
27.04.2011, 10:11
In niedriger Höhe bei termischen Turbulenzen lange zum Landen rumachtern, find ich nicht gerade safe.

Wenn ich mich bei thermischen Bedingungen für die Landung entscheide, wird der Schirm möglichst steil am Anfang der Landewiese mit angelegten Ohren runtergedrückt. Beim 2er bleiben die Ohren drin und der Schirm lässt sich bis zum Ausflaren voll mit Gewicht und Bremse steuern.
So kenne ich es auch von der grossen Fliegerei. Da wird auch nicht soft ausgeflart und ewig geglitten. Das Risiko in Bodennähe durch eine Turbulenz noch mal (womöglich einseitig) hochgewirbelt zu werden, ist viel zu hoch für bodennahes Fliegen.

sphinx

tjackermann
27.04.2011, 12:05
genau getroffen, so hatte ich es gemeint.
und DU must dein Risiko beurteilen, Ohren angelegt Risiko höher aber x Risikozeit kürzer
gegen Aktiv Fliegen und x 5 min Bodennah geschüttelt zu werden.

Sphinx flog ich 1 mal kurz, war mir ein zu wildes Kerlchen- und ich jung und unbedarft

T

Veggieglider
27.04.2011, 19:51
Zunächst vielen Dank für die Schilderung Eurer Erfahrungen!

Selbst wenn sich kein eindeuties Bild hinsichtlich der Vor-und Nachteile des Ohrenlandens herauskristallisiert hat, habe ich eine Menge aus Euren Berichten gelernt.

Mit dem Einsetzen jeder Technik erkauft man sich ja leider nicht nur Vorteile, sondern muss entsprechend auch mit potenziellen Gefahrenquellen rechnen.
Diese überhaupt erst einmal zu kennen bzw. zu erkennen, stellt natürlich die Grundlage für das persönliche Risikomanagement dar - für Anfänger ein nicht zu unterschätzendes Problem.
Einige Aspekte hatte ich so bisher beim Fliegen noch nicht ins Kalkül gezogen und bin daher wohl auch schon öfter leichtfertig mit angelegten Ohren gelandet, obwohl es die Situation nicht unbedingt erfordert hätte.

Vielleicht können wir ja mal eine Anfängerfibel mit den wichtigsten "No go´s" auflegen - wer sich berufen fühlt (neuer Beitrag?), möge seinen Erfahrungsschatz lüften - wäre ganz sicher eine tolle Theorieunfallprophylaxe (was für ein Unwort).

Mit bestem Gruß
Markus

Nic
27.04.2011, 21:54
Vielleicht können wir ja mal eine Anfängerfibel mit den wichtigsten "No go´s" auflegen - wer sich berufen fühlt (neuer Beitrag?), möge seinen Erfahrungsschatz lüften - wäre ganz sicher eine tolle Theorieunfallprophylaxe (was für ein Unwort).

Hatte sowas schon mal vorgeschlagen - zusammen mit nützlichen Tipps und Tricks, damit man sich nicht lange durchs Forum durchackern muß.
Hatte bisher aber keine positive Resonanz.
Vielleicht gibt es ja jetzt mehr Unterstützung dazu - oder ein anderes Forum?
Finde die Idee weiterhin sinnvoll. Vielleicht geht das auch mal ohne Trollereinen.
Mach doch einen neuen Thread dazu auf! Vorschläge zum Procedere und zu Inhalten willkommen!!
Nicolas

Águila Austriaca
28.04.2011, 04:35
In Santiago fliegen wir an einem Ort wo sogar einige Fluglehrer den Anfängern raten mit angelegten Ohren bis zirka 5m über dem Boden, den Landeplatz anzufliegen. Ich persönlich ziehe es vor, drausen Höhe abzubauen und mich dann mit Pendelbewegungen (richtige Wing-Over sind es nicht) herunter zu arbeiten:rolleyes:.

iam-peter
28.04.2011, 12:37
... Tipps und Tricks ... oder ein anderes Forum? ...

Guckst Du hier: http://www.expandingknowledge.com/Jerome/PG/Main.htm

FliegenWilli
05.06.2011, 13:07
zusammen mit nützlichen Tipps und Tricks, damit man sich nicht lange durchs Forum durchackern muß.
Oder dort ist auch viel Platz und auf deutsch:
http://de.paragliding-wiki.org/index.php5?title=Gleitschirmbuch

Bauchstarter
05.06.2011, 14:42
ähem, unter den roten links sind (wie bei wikipedia) noch keine einträge gemacht worden. bei den blauen schon. ;)

Pikachu
05.06.2011, 14:43
Da gibt's derzeit eben noich nix zu lesen. Rote Links=Leere Kapitel.
;)

Nic
06.06.2011, 09:00
Oder dort ist auch viel Platz und auf deutsch:
http://de.paragliding-wiki.org/index.php5?title=Gleitschirmbuch

HAllo Fliegen-Willi und alle Anderen!
Da ist viel Platz ist nett formuliert - sagen wir es - auch euphemistisch - so:

Hier können wir miteinander etwas aufbauen, eine Website, mittels derer es allen Piloten möglich sein könnte, sich (ohne vertrollte Inhalte) rasch über wesentliche Dinge zu informieren. Dazu könnten Beiträge dieses Forums rüberkopiert oder verlinkt werden - ist das in Ordnung (jurisitsch)? - und technisch machbar wohl sowieso.
Wer steckt hinter dieser Seite - und könnte man zusätzliche Kapitel hinzufügen?

Nicolas

seidenschwan
06.06.2011, 10:00
Wer steckt hinter dieser Seite
Nicolas

Da Schumacher Stefan?

Seidenschwan