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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Heuschnupfen/Allergie beim fliegen...



Alfons Zitterbacke
26.04.2011, 14:35
Hallo zusammen,

ich möchte Euch, die es evtl. betrifft fragen, wie Ihr als Allergiker und Heuschnupfengeplagte beim Fliegen und Flugvorbereitungen mit diesem Thema umgeht.

Bin davon seit Kindesalter betroffen und habe eigentlich das gesamte Frühjahr Symptome (Schnupfen, juckende Augen :eek: ).
Diese beeinträchtigen mich zwar relativ wenig und ich komme mit Medikamenten (Lorano, Aerius) symptomfrei über den Tag, die ich einnehme wenn ich feststelle, dass es wie die letzten Tage kritisch wird. An Regen- und darauffolgenden Tagen kann ich auf die kl. Tablette verzichten.
Jedoch kann es ja sein, dass man in der Nähe der Inversionsschicht und in der Thermik so hohe Konzentrationen an Pollen hat, dass die Medikamentierung versagt (bin noch Fußgänger will aber bald anfangen)?

Bin gespannt auf Eure Meinungen/Erfahrungen hören.

Danke im Voraus.
Alfons.

pat1975
26.04.2011, 14:58
Hi Alfons,

mich hats auch ziemlich gebeutelt die letzten Tage.
Nehme inzwischen Cetirizin schon vorbeugend.
Allerdings hab ich die Erfahrung gemacht, daß es im Gebirge recht stressfrei ist, was den Heuschnupfen angeht. Habe da keine Beschwerden gehabt seither.
Also noch ein Grund fliegen zu gehen :-)

Grüße,
Patrick

woodstock
26.04.2011, 15:02
...lange oben bleiben hilft auch.
Probleme bekomme ich nur nach der Landung
viel spass
woodstock

pat1975
26.04.2011, 15:05
...lange oben bleiben hilft auch.
Probleme bekomme ich nur nach der Landung
viel spass
woodstock

Da bist ja dann auch nimmer aufm Berg, sondern im Tal bei den Gräsern :p

DonQuijote
26.04.2011, 15:10
Bei mir legen sich die Symptome normalerweise schon weitgehend in der Stunde, die ich am Startplatz rumstehe, da hier meist viel weniger Pollen sind als unten im Tal. Beim Fliegen selbst, ist es sehr selten ein Thema, vielleicht mal ein Nieser, aber so schlimm wie im Tal ist es nie. Die Pollenkonzentration in der Thermik oder an der Basis ist m. E. VIEL geringer als im Tal über der Wiese. Heuschnupfensymptome treten meiner Erfahrung nach nicht so stark auf, wenn man auf was anderes konzentriert ist (im Auto zum Beispiel nur bei langweiligem Geradeausfahren, im stressigen Stadtverkehr kaum). Ich nehm immer schon ein, zwei Tage vor dem Fliegen Vividrin Nasenspray, das reicht.

cooly
26.04.2011, 15:12
In der Luft hatte ich bisher wenig Probleme, nur vor Start und nach der Landung.
Problem bei der Einnahme von Medikamenten ist deren Nebenwirkung auf Deine Reaktionszeit. Du könntest erwägen einen Integralhelm mit Visier zu verwenden.
Oder vor dem Flug keine Medikation und soweit wie möglich mit Wasserspülung auskommen (Gesicht und Augen mit klarem Wasser ausspülen hilft mir zumindest kurzfristig weiter). Erst dann nach der Landung die Medikamente.

Wenn ich merke ich bin ziemlich dumpf im Kopf von der Allergie, wie bei einer leichten Grippe, verzichte ich auch mal auf einen Flug.

Eine Desensibilisierung hat bei mir die Symptome etwas verringert aber ganz weg ging es nicht. Möglicherweise wurde ich eben nicht gegen alles (Gräser/Bäume) desensibilisiert.

SVK
26.04.2011, 15:17
Ich mach grad zum zweiten mal so eine Desensibilisierung gegen Gräserpollen (heisst das so:confused:).

Hat mich gut durchs letzte Jahr gebracht, jetzt mach ich das seit ca. 3 Wochen wieder - und schwupps hats mich in Italien am WE wieder komplett zerbröselt. Heftiger Schnupfen, brennende Augen. In der Luft bzw. am Berg keinerlei Probleme.

Gibts was sinnvolles als Vorbeugung gegen die brennenden Augen? Die sind m.E. das nervigste gewesen. Lorano etc. hab ich vor 2 Jahren mal ausprobiert, hatte bei mir aber null Effekt.

WillyCH
26.04.2011, 15:34
Moinsen
Ich leide auch heftigst, am schlimmsten in der Stadt. Vor allem Birken, Platanen und Gräser machen mir übelst zu schaffen...
Wenn ich in den Alpen bin, brauche ich in der Regel keine Medikamente. Unter der Woche halte ich mir mit zwei Pillen Claritine Pollen pro Tag (eine frühmorgens, eine abends) einen "Serum-Pegel", der mich dann auch nicht so müde macht. Die Pille am Freitagabend nehme ich dann noch wenn ich in die Berge fahre, lass dann aber die Pillen weg übers Weekend. Sonntagabend gibt's dann wieder eine. So fahre ich recht gut. Zur "Hochblüte" im Gebirge nehme ich einen ganz gewöhnlichen Meerwasser-Spray, der mir mir hilft die Pollen etwas zu verdünnen.
-Wenns in der Stadt ganz übel wird, greife ich zudem noch zu Spersallerg-Monodosen für die Augen, die wirken interessanterweise auch auf den Rachen.

Ich hoff, dies hilft ein wenig
Stets niesfreie Flüge
Ueli

Skysurferle
26.04.2011, 16:01
Hallöle,

ich kann Reactine Duo empfehlen. Diese morgens einwerfen und den ganzen Tag stressfrei am LP, SP und in der Luft bis abends. Leider sind diese ab diesem Jahr verschreibungspflichtig. Einige Apotheken haben noch paar Päckchen welche man so bekommt.

Gruß

SVK
26.04.2011, 18:07
Also daß man in der hochallergenen Zeit die Desensibilisierung macht ist mir volkommen neu. Bist Du sicher daß Du das gerade machst? Meine Allergologin sagte daß könne man nur während der Herbst/Frühwinterzeit machen da man sonst schwerste allergische Schocks riskieren würde.


Ja. Ich hab letztes Jahr auch erst Ende März/Anfang April damit angefangen. Die Ärztin meinte, es sei evtl. etwas spät, könne aber noch helfen. Und wie gesagt, letztes Jahr war ich komplett beschwerdefrei. Dieses Jahr hab ichs zeitlich ein bischen verpennt, aber trotzdem noch das Rezept von der Hautärztin bekommen.
Gräser, wogegen ich allergisch bin, sind ja wenn ich recht informiert bin, auch erst so ab Mitte Mai richtig aktiv. Davor hatte ich auch im Jahr zuvor keine Probleme.
Das Medikament heisst Staloral. Jeden Tag morgens ein paar Tropfen unter die Zunge, mit klar vorgegebener, auf bis zu 8 Tropfen/Tag steigender Dosierung.

Nebenwirkungen hab ich bislang nicht gespürt, nur ein leichtes Kitzeln unter der Zunge. Die erste Anwendung war allerdings unter ärztlicher Aufsicht, um die Verträglichkeit zu überwachen.

Uli Straßer
26.04.2011, 18:51
Hallo zusammen,

Akupunktur hat mir geholfen. Von Medikamenten und Desensibilisierung halte ich gar nichts. Außerdem habe ich einfach beschlossen, nicht mehr allergisch gegen Pollen zu sein. Hilft tatsächlich :).

Und generell: Beim Klettern, Gleitschirmfliegen und anderen die Konzentration schon allein wegen dem Lebenserhaltungstrieb stark fordernden sportlichen Aktivitäten werden durch den (hoffentlich) positiven Stress Adrenalin und Endorphine freigesetzt, die die allergischen Reaktionen blocken. Wenn ihr kurz vor dem Start, während dem Flug oder bis kurz nach der Landung keine oder wesentlich geringere Probleme mit den Pollen habt, liegt das primär nicht an der geringeren Pollenkonzentration.

Das habe ich auch beim Klettern bei mir beobachtet: Zerriss es mich auf dem Weg zum Einstieg durch mediterrane Landschaften im Frühling förmlich, kaum Hand an den Fels gelegt war der Heuschnupfen so gut wie weg. Beim (entspannten) Abstieg ging es dann meist wieder los. Pollen waren überall sicher mehr oder weniger gleich stark konzentriert.

Also, wer besonders stark vom Heuschnupfen geplagt ist: Fliegen in der bockigen Leethermik, und weg ist die Allergie :D.

Aber bitte nicht den Bereich des positiven Stresses verlassen, und der ist bekanntlich für jeden individuell anders ;). Ansonsten fangen die richtigen Probleme erst an.

Gruß

Uli

Alfons Zitterbacke
26.04.2011, 19:17
DANKE...!

...für Eure ersten schnellen Eindrücke/Erfahrungen.

Sie machen mir Mut, dass Thema fliegen weiter anzugehen :cool: .

Ja - Mir ist auch aufgefallen, dass man bei Aktivitäten (Rennradfahren) selber keine Probleme hat, aber sobald man absteigt es einen vollkommen "...zerlegt..." (das fand ich passend). Nun haben wir ja Dank Uli auch die Erklärung dafür!

Eine Desensibilisierung mache ich nun auch.
Nachdem meine Ärztin etwas gefunden hat, wo ich nicht 2x wöchentlich ne halbe Stunde in die Praxis zum impfen muss - und das 3 Jahre lang :eek: .
Nehme nun jeden Morgen eine Schluckimpfung (Sublingual :p ) über das ganze Jahr hinweg. Ob´s funktioniert werden wir sehen - habe nach dem 1. Jahr aber schon das Gefühl, dass es merklich weniger heftig ist.

Soweit
Alfons.

Nic
26.04.2011, 21:22
Moinsen
-Wenns in der Stadt ganz übel wird, greife ich zudem noch zu Spersallerg-Monodosen für die Augen, die wirken interessanterweise auch auf den Rachen.
Ueli
Klar - die Tränenflüssigkeit läuft in die Nase und dann in den Rachen ab ....
@ Uli Strasser: Sehr richtig Dein Post zu den Stresshormonen - und die Einstellung ist auch hilfreich!! Allerdings: Beim Fliegen dürften sowohl erniedrigte Pollenkonzentrationen als auch der erhöhte Adrenalinspielgel sich so auswirken, dass allergische Reaktionen kein Problem darstellen. Bei einer Aussenlandung auf einer ungemähten Wiese kann es durch das Aufwirbeln der Pollen dann aber fürchterlich werden ......

Zu den Antihistaminika: Die moderneren wie Cetirizin machen praktisch nicht mehr müde - im Gegenteil: Ich fühle mich damit deutlich fitter als ohne und dann mit Symptomen. Also kein Grund sie vor dem Fliegen nicht zu verwenden - notwendig sind sie aber in der Luft nicht!!
Nicolas

SVK
26.04.2011, 21:36
Ja - Mir ist auch aufgefallen, dass man bei Aktivitäten (Rennradfahren) selber keine Probleme hat,

Kann ich nicht bestätigen. Mein schlimmstes "Pollenerlebnis" hatt ich auf dem MTB. 4 Stunden, ich konnt am Ende kaum noch was sehen, so zugeschwollen waren meine Augen. Von der dauertriefenden Nase nicht zu sprechen.
Das war dann auch das Erlebnis, nachdem ich beschlossen hab, dass ich da was tun muss. Beim Bergsteigen etc. hatte ich aber auch nie Probleme. Genauso wenig, wie am Startplatz rumsitzend. Das muss dann zwangsläufig daran liegen, dass die Konzentration im Tal einfach höher ist als am Berg.
Bin in dieser Pollensaison wirklich gespannt, wies mir hier geht. Ich denke, der feuchte Frühsommer letztes Jahr war zwar schlecht zum fliegen, aber tendenziell gut für Allergiker.

DonQuijote
26.04.2011, 21:39
Das habe ich auch beim Klettern bei mir beobachtet: Zerriss es mich auf dem Weg zum Einstieg durch mediterrane Landschaften im Frühling förmlich, kaum Hand an den Fels gelegt war der Heuschnupfen so gut wie weg. Beim (entspannten) Abstieg ging es dann meist wieder los.
Exakt. Ich hab beim Sportklettern immer pünktlich nach dem Klinken des Umlenkers, noch während des Ablassens einen Niesanfall bekommen. Meine Kumpels haben sich darüber schon totgelacht.

Warmluftblase
26.04.2011, 22:59
Also warum auch immer, aber was noch hilft sind Naturheilmittel und die Homöopathie.
Habe mir dadurch die ganzen anderen Medikamente sparen können.

z.B. :Hewallergia Tropfen , Fa. Hevert
oder auch Heuschnupfenmittel Tabletten , Fa. DHU
Außerdem mein Allergiker - Geheimtip:
Kolloid K, Spenglersan - Meckel, wird in die Haut eingerieben - AUSPROBIEREN !!!

alles ohne Chemie und ohne Nebenwirkungen,

Grüßle, Jo

Alfons Zitterbacke
05.05.2011, 10:07
Eine Antwort die mich per PM erreichte und auf Nachfrage von mir geposted werden darf...

"Hallo!

Muss vor allem Uli Straßer zustimmen.

Beim Fliegen hab ich auch keine Probleme, denke aus den von Uli erwähnten Gründen. Will ich am Landeplatz meine Ruhe haben, nehme ich Xusal. Das ist verscheibungspflichtig. Es macht kaum müde und wird deshalb Linienpiloten empfohlen. Auch kann ein leicht cortisonhaltiges Nasenspray sehr helfen. Es macht auch keine Nebenwirkungen, wie beispielsweise Cortison in Tablettenform (z.B. Budesonid, auch verschreibungspflichtig). Hatte erst Angst vor Nebenwirkungen, da Cortison echt böse sein kann. Das ist aber bei dem Spray so lokal und gering dosiert kein Problem.

Entspannung, viel Sport und positiver Stress haben bei mir super geholfen. Hatte früher wöchentliche Asthmaanfälle, jetzt brauche ich nur noch 5 Tabletten Xusal pro Sommer...

Viele Grüße und einen Heuschnupfenarmen Sommer!!!"

i.A. Alfons

Martin Prerovsky
05.05.2011, 10:29
Servus zusammen,

war als Kind/ Jugendlicher höchst allergisch gegen alles Gängige. Bin aber seit über 25 Jahren komplett beschwerdefrei, dank Laserakupunktur. Keine Ahnung wie es funktioniert, bin auch bei allem Feldenkraisschüßlerwarzenbeprechen äußerst skeptisch, aber es funktioniert... Im Jahr der Anwendung hat es gar nicht gewirkt, aber seitdem ist Ruhe und läßt auch nicht nach:)

Gruß,
Martin

El Zorro
05.05.2011, 10:42
Bislang komme ich mit Cetirizin an den ganz harten Tagen ganz gut zurecht. ( Vorbeugend, wenn ich schon morgens merke, dass der Rüssel zu ist. )

Aber wenn ich jetzt höre, dass Akupunktur was bringt sollte ich es wohl mal damit versuchen.

Oben geht's meist, die kühle Luft tut gut. Nur in starken Schläuchen, wo auch Heuteile und Insekten an einem vorbeifliegen, geht's dann wieder los mit dem Geniese.

Richtig hart wird es nach einer Landung nahe oder gar in einem hochgewachsenen, blühenden Gräserfeld. Da reicht die Zeit dann grad noch, den Schirm in dem Schnellpacksack zu stopfen - dann geht's schon voll ab. Hier macht es für mich Sinn Cetirizin dabei zu haben. Genügend Tempos und evtl. auch ein Nasenspray.

Und am besten schnell in eine klimatisierte Zone ( Auto etc. )

Gruß
Bernd