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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : landung in italienischer klamm. oder itze was mach ich jetzt



berndw
20.06.2011, 08:00
http://www.youtube.com/watch?v=RK1eapcBfwI&feature=player_detailpage

das ist doch mal ein schönes beispiel für ne geführte
gleitschirmtour.
itze was mach ich jetzt?!?

zum lernen wunderschön:
zuerst fliegt der "pilot" in schönem steigen am grat lang, dann mit möglichst viel bodenabstand immer nur mitten im taleinschnitt, dort jedoch hat er den meisten gegenwind und es geht am stärksten runter.
das macht er so lange bis er irgendwo und auch noch gegen einen felsen, einschlägt.
kaninchen und schlange.
zwischendurch funksprüche "wo kann ich landen??"
"sch... jetzt ist es wohl vorbei"
er gibt jegliches vorausschauendes handeln auf.

die alternative wäre:
näher an die wand dort ist das sinken weniger.
wo geht´s wieder hoch?
da fliegt er durch einiges steigen, z.b. als er sich über den letzten grad in´s noch kleinere tal spülen lässt. auf 06:30
das hätte er greifen und wieder aufdrehen können.
als nächstes fliegt er an einigen lichten hangflächen vorbei,
dort gezielt einlanden wäre auch möglich gewesen.
und zuletzt: immer wissen wo ich bin und wohin ich will
er war in der luft, hätte sich also schon im flug einen weg zum absteigen suchen können, bzw. in einem tal bleiben können aus dem´s auch raus geht.

aber nein wir haben ja funk:
"itze was mach ich jetzt?"

p.s. auf youtube berichtet er noch, dass er vom hubschrauber geborgen wurde und die bergrettung seine ausrüstung am nächsten tag aus dem wald holen musste. seine antworten auf die kommentare sind lesenswert.
p.ps ich fühle mich berechtigt, das hier zu posten, da der unglücksrabe sein video ja selbst veröffentlicht hat.

Willi Wombat
20.06.2011, 09:10
Hat er erstaunlich cool gemacht, ich wäre nervöser gewesen.
Dass es extremes Glück war, nicht im letzten Moment an einem Baum einzufädeln ist aber auch ganz meine Meinung.

Ehrlicherweise muss man schon zugeben, dass es großer Erfahrung bedarf, sich in so einer Situation rechtzeitig für eine auch sehr haarige Hanglandung zu entscheiden und die sauber durch zu ziehen.
Von freier Fläche mag man an den Hängen nicht gerade sprechen nur weil sich die Bäume nicht berühren.
Da ist ein Knöchelbruch auch mit einzukalkulieren.

Wenn man sich dann so einer Entscheidung nicht wirklich sicher ist ist man schon sehr verleitet auf ein gutes Ende durch gnädigen Eingriff der heiligen Jungfrau zu hoffen.
Und diesmal hat es ja auch geklappt.

WA
20.06.2011, 09:26
"itze, ich hab blaue Knie, sonst alles i.O."

Ich bin einige Male vom Stol nach NW geflogen und habe mir so meine Gedanken über`s Absaufen gemacht.

Bayerische Open 09, da staunte ich am Freitag über 4 Piloten die stur Richtung Jachenau flogen, obwohl da nur Baumlandung möglich falls absaufen. Ging gerade so gut für einen, er fand den rettenden Bart!

Man muß beim Streckenfliegen schon sehr vorausschauend fliegen, sonst stehst im Wald. Vielleicht ist das der Grund, weshalb meine Streckenflüge eher kurz!:rolleyes:

Gruß, WA

PS. Da gibts einen Salzburger Rentner, d`r Richi, der fliegt ständig vom Stol nach Gemona und zurück....mal den fragen!;)

Thomas C
20.06.2011, 09:49
das ist doch mal ein schönes beispiel für ne geführte
gleitschirmtour.

das muss spaß machen, aus dem bequemen sessel heraus so eine "launige" analyse aus einem video heraus zu machen... :rolleyes:

würde ich mir ohne zumindest den tracklog zu haben nicht wirklich erlauben, wo es an dem tag steigen oder nicht steigen hatte, wo man landen hätte können...

aber manches wird schon stimmen... ich halte es wie wolfgang, meine strecken sind oft auch kurz weil ich weniger risiko eingehe als ich glaube es bei anderen zu sehen :o

P.S.: zu Richi: ja der kann sicher was dazu sagen, aber nachfliegen würd ich ihm nicht ohne zu wissen was man tut, der scheint manchmal zu zaubern... was (auch) an der zahl der flüge in der region liegen wird ;)

schwachwindkomiker
20.06.2011, 10:03
der richi fliegt seit jahren immer wieder die gleiche strecke. der kennt jeden baum und jeden ast. mit ihm braucht man sich gerade in kobarid nicht messen.
der ist die hälfte seiner zeit dort unten am campen.

deswegen heisst er übrigens auch "kobarichi" ;-)

H.M.Murdoch
20.06.2011, 10:37
Das bekräftigt mich in meinem Flugstil:
Von einem Notlandeplatz zum Anderen und selbst wenn das Ziel schon verlockend in der Ferne ruft: Passt der Gleitwinkel nicht muss es ein Umweg sein...

In meiner Sturm und Drang Zeit habe ich als "Notlandeplatz" Sträucher schätzen gelernt: Die sind nicht so hoch wie Bäume, dichteres Laub und Zweigwerk haben sie auch. Die federn den Anflug wunderbar ab ohne dass ein fester Stamm im Wege herumsteht. (Man muss sich allerdings einen mindestens mannshohen Strauch oder besser strauchgruppe aussuchen. Sonst ist man durch ohne abgebremst worden zu sein)
Den Schirm kann man selber freischneiden. Es ist allerdings ein elendes Frickeln bis man seine Flügel wieder frei hat.

Zworms
20.06.2011, 10:49
Der Vollständigkeit halber noch das Video von der Bergeaktion.

https://picasaweb.google.com/lh/photo/0cuZUdwl5c8pLtFAmmTS9Q?feat=blogger

Ich persönlich finde es gut, dass er das Video öffentlich gemacht hat. Daraus kann man nur lernen.

See you in the Sky
Z!

floebi
20.06.2011, 11:46
hut ab von der gelassenheit...eigentlich laut video ziemlich eine grobe landung...da tun mir ja die knie beim zuschauen schon weh!

marabu
20.06.2011, 13:36
Der Vollständigkeit halber noch das Video von der Bergeaktion.

https://picasaweb.google.com/lh/photo/0cuZUdwl5c8pLtFAmmTS9Q?feat=blogger

Ich persönlich finde es gut, dass er das Video öffentlich gemacht hat. Daraus kann man nur lernen.

See you in the Sky
Z!

Was kann man da lernen ?
Ich kann nur sagen, Respekt für das Veröffentlichen, aber sonst ??

Aber vielleicht meinst du auch, dass man Steigen immer annehmen sollte, vor allem in solchen Situationen.

Thomas C
20.06.2011, 13:38
Was kann man da lernen ?

dass man mit diesem musikgeschmack besser keine videos untermalen sollte :eek:

marabu
20.06.2011, 13:51
Hallo,
nach Ansicht des Bergevideos nehme ich meinen "Respekt für das Veröffentlichen" zurück:D.

Zworms
20.06.2011, 14:02
Was kann man da lernen ?

Ist eine rhetorische Frage, oder???

ruewa
20.06.2011, 14:09
So recht freiwillig war die Landung dem Augenschein nach und auch laut Aussage des Piloten ja keineswegs. Was man von der Entscheidung, die eigene Einstellung zum Sport mit dem Nickname "Bremsgriffguenni" zu illustrieren, allerdings nicht sagen kann...

Auf den Kommentar eines kundigen Nutzers


Du hast geschrieben : In einem Nachbartal hatte sich ein Gewitter gebildet und den Wind von Nord auf Süd drehen lassen.

Egal wo das Gewitter war, es war nah genug um den Wind zu beeinflussen.

antwortet der Unglücksrabe


Keine Frage...wo Du Recht hast... hast Du Recht :-) Habe mich da aber voll auf meinen Flugguide verlassen....was aber auch meine eigene Dummheit war...auch hier keine Frage :-) Tja, das war Lernen auf die harte Tour, passiert mir aber sicher auch nicht wieder.

Der Veranstalter (http://itzefly.blogspot.com/2011/05/gemona-streckenflug.html) hingegen hebt eher den Fun-Aspekt des Ganzen hervor:


Samstag, 21. Mai 2011
Gemona / Streckenflug
Labiles Wetter, schwül und heiss! Wir haben vereinbart rechtzeitig gegen 15 Uhr zu landen um nicht in die Gewitter zu kommen. Alle haben dies eigehalten und so traffen wir uns am Landeplatz in Bordano. Auch Gino mit seinen Freunden aus Tarvis kam rechtzeitig zum Landebier. Viel Streckenflug war nicht möglich und trotzdem konnten Hans und ich 47 Punkte machen. http://www.xcontest.org/ Auch Günni machte mit uns fast die ganze Strecke mit. Am Piciat mussten wir alle wieder zur Ostseite zurück kämpfen und mich und den Günni hat es in die Schlucht runtergedrückt. Ich konnte am Gegenhang wieder aufdrehen und Günni ging in die Schlucht zum Landen. Mitten in die Klamm landete Günni sicher in das Flussbett und versuchte dann die Steilen Hänge hinauf zur Strasse zu kommen. Ihm hat die Kraft aber verlassen und so musste der Helicopter eine Seilbergung durchführen. Der Hans wie auch Thomas kamen über die Kante von Piciat drüber und waren somit sofort wieder im schönen Aufwind. Um 20 Uhr waren wir alle wieder zusammen in der Pizzeria La Perla. Danke an die Rettungsmannschaft von Gemona! (Hervorhebung R.W.)

Scheint ein richtig entspannter Tag gewesen zu sein. Tja: Worunter subsummiert man das nun? Ein Tag Hitzefrei?

Gruß Rüdiger

marabu
20.06.2011, 14:19
Danke für die Infos, ich melde mich ab.
Selbst in Argentinien würde ich mich wohler fühlen.
Lieber Asche als Schlamm:)

Thomas C
20.06.2011, 14:57
... Tja: Worunter subsummiert man das nun? Ein Tag Hitzefrei?

ein gutes beispiel für den risikoshift. super verstärkt durch die lockere kommentierung des veranstalters ;)

SATurn
20.06.2011, 16:15
..versuchte dann die Steilen Hänge hinauf zur Strasse zu kommen. Ihm hat die Kraft aber verlassen und so musste der Helicopter eine Seilbergung durchführen.

Hubschraubereinsätze wie dieser wären ganz leicht zu vermeiden.
Ich fordere schon lange den jährlichen Fitnesstest für Gleitschirmpiloten:
Einmal mit der eigenen Flugausrüstung eine militärische Hindernisbahn unter 10 Minuten machen. Bei Nichtbestehen: Schein weg. :D

H.M.Murdoch
20.06.2011, 16:26
...eine militärische Hindernisbahn ...

Noch ein Bürojob?
Nee dann doch lieber Ausdauersport :-)

hinterweltler
20.06.2011, 16:39
haaaahaahhhhaaaaaahahahahahahahaha
Das wird ein Klassiker. Danke dem Unglückspiloten für's Veröffentlichen, irgendwie find ich dich sympatisch, und imo kann man ne Menge draus lernen. Ist mir auch schon mal so gegangen, da werden die Optionen immer weniger, je weiter es runtergeht. hihihihihihi

cooly
20.06.2011, 16:50
Klasse wo man mit dem Schirm noch sicher landen kann!
Mit dem Drachen würd ich mich das nicht trauen :-)

Lord of the Wings
20.06.2011, 17:26
Ich flieg' auch lieber nach IFR Regeln.
IFR = I follow roads

Águila Austriaca
20.06.2011, 18:52
Wer frei von jeder Sünd is, werf den ersten Stein:(

Baschi
20.06.2011, 19:17
Wer frei von jeder Sünd is, werf den ersten Stein:(

Keiner.

Aber darum geht es hier eher nicht. Vielleicht darum, dass manchen Piloten das Funktionieren der GoPro wichtiger ist wie das richtige Einhängen des Tragegurts
(wer hats gesehen ? :eek: :D )

und nach so einer verkorksten Aktion lieber ein do....es Statement abgeben als sich über den Blödsinn aufzuregen, den sie gerade gemacht haben.

Vielleicht ist das die Spezies an Piloten, die Schubi

http://www.gleitschirmdrachenforum.de/showthread.php?26416-Sicher-in-die-Zukunft-EN-A*-Schirme-in-der-Schulung-und-mit-A-Lizenz&p=307759#post307759

vor sich selbst schützen will. Ein Bodygard hätte ihm allerdings aus der Schlucht bzw. Schei.... auch nicht mehr rausgeholfen :D


PS: Für den Fall einer solchen Außenlandung war ich in jungen Jahren bei einem großen Reiseveranstalter:

Y - Tours, wir buchen, sie fluchen :D (Für alle nicht eingeweihten=> Es nannte sich Wehrdienst, dort gabs mehrere 20km Märsche mit ordentlich Gepäck auf dem Buckel)

nikolaus
20.06.2011, 20:01
..., dass manchen Piloten das Funktionieren der GoPro wichtiger ist wie das richtige Einhängen des Tragegurts
(wer hats gesehen ? :eek: :D )

Leider erst auf Deinen Hinweis hin ...

LG Jochen

ruewa
20.06.2011, 21:31
Vielleicht darum, dass manchen Piloten das Funktionieren der GoPro wichtiger ist wie das richtige Einhängen des Tragegurts (...)

Vielleicht ist das die Spezies an Piloten, die Schubi (...) vor sich selbst schützen will.

Zunächst @SATurn & Baschi: Spart Euch bitte die Häme über den schlappen Flachländer. Der Mann hat sich verletzt: Im Funk ist von "blauen Knien" die Rede, im YouTube-Kommentar vom "immer dicker werdenden Fuß". Ist auch nicht verwunderlich. Im Gegenteil: Daß er nicht schwere Verletzungen davongetragen hat, ist schlicht und ergreifend purer Zufall. Daß der Veranstalter diesen verkorksten Flug lieber als famoses Pfadfinderabenteuer darstellt, steht auf einem anderen Blatt. Aber das Video spricht für sich: Der Pechvogel darf sich Glückskind nennen!

Er hätte gar nicht in diese Situation kommen dürfen. Nun muß man fragen, woran lag's? Da, Baschi, gebe ich Dir recht, muß man zunächst einmal über "diese Piloten-Spezies" reden, deren Hauptleidenschaft offenbar im Zumüllen des Internets mit Banalitäten-Videos (http://www.youtube.com/watch?v=PI_zW8A8hKc) besteht und die ihren schlagenden Ausdruck in der Wahl von Nicknames wie "Bremsgriffguenni" findet. Wenn es noch eines Beweises bedürfte, daß man den Spruch "Spass inne Backen bisse Arz kommt" manchmal durchaus wörtlich nehmen sollte, hier ist er...

Die Frage ist aber, sind solche Mentalitäten nicht geradezu geschäftstragend? Werden sie nicht sogar vom Erlebnis-Business verstärkt oder womöglich gar produziert?

Eines ist mir an dem Video besonders aufgefallen. Der Film ist ja mit einer Helmkamera aufgenommen worden. Was man sieht, sind also die Kopfbewegungen des Piloten. Bei 2:30 etwa schaut der Pilot einmal kurz nach rechts, dann kurz nach links - bemerkenswert hastig. Und kurz vor dem Aufschlagen, als er, schon deutlich in Panik, unschlüssig überlegt, ob er nicht doch lieber das Seitental nehmen soll, blickt er auch ein paarmal kurz hin und her. Ansonsten aber starrt er stur geradeaus, blickt nicht nach links, nicht nach rechts. Die Kopfdrehungen betragen maximal 20°. D.h. er sucht nicht die Umgebung nach Möglichkeiten und Hinweisen für eine Entscheidung ab, sondern er fliegt durch einen Tunnel. Und das ist weit oben schon der Fall. Das ist m.E. ein klares Indiz dafür, daß er der Situation, in einem solchen Gelände auf Strecke zu gehen, überhaupt nicht gewachsen ist. Er fliegt stur seinem "Itze" hinterdrein, bedenkt aber nicht (bzw. nimmt es hilflos in Kauf), daß er dafür längst zu tief ist.

Ich vermute, alleine auf sich gestellt hätte er das nie gewagt. Was sollte man nun eher aufs Korn nehmen, Bernd? Die bodenlose Naivität eines "Bremsgriffguennis" (Schulung 2008) - "Itze wird's schon richten"? Oder die Geschäftsgrundlage der ItzeFlies dieser Welt, nämlich das treuherzige Versprechen von "Streckenfliegen Light & Easy" gegenüber Anfängern, die im Grunde noch Lichtjahre davon entfernt sind, fliegerisch reif für derart anspruchsvolle Gegenden zu sein?

"Bremsgriffguenni" hat erklärt, er habe daraus gelernt. Nocheinmal werde ihm das nicht passieren. Und: Den Kumpels mit den 2ern, denen habe die Höhe gereicht, um über den Grat zu kommen, ihm halt nicht. Er scheint also zumindest soviel aus der Sache gelernt zu haben, daß er als nächstes dringend einen 2er-Schirm braucht...

Ich hingegen fürchte, er hat noch nicht einmal begonnen, zu begreifen, was er noch alles daraus lernen müßte.

Gruß Rüdiger

"Willio"
20.06.2011, 21:48
.....ich würde sagen wer in so einem terrain fliegen geht,für den ist pflicht, sich diese filme zur abendlektüre zu machen:Dhttp://www.dmax.de/video/ausgesetzt-in-der-wildnis-tipps-zum-ueberleben-ii-1/

berndw
20.06.2011, 22:51
uups, so hoch wollte ich das garnicht hängen.
rüdiger hat natürlich mal wieder deutlich gründlicher recherchiert
und wo ich nach steigen und den aussagen des solopassagiers gelauscht habe,
die blickwendungen beobachtet. angststarre sieht nur aus wie coolness!
ja: viel zu früh macht sich panik, hoffnungslosigkeit und hilflosigkeit breit.
fliegt er auf kammhöhe noch entspannt mit den schlaufen in der hand,
hält sich bremsgriffgünni bald nur noch kramphaft an seinen tollen bremsgriffen fest.

mit wem ich in dieser situation am wenigsten tauschen möchte ist ITZE.

ja rüdiger diese reiseveranstalter fördern eine ALL INCLUSIVE, VOLLKASKO mentalität

aber hier haben wir die chance launig aus dem fernsehsessel zu beschreiben, was wir
anders machen würden.

wenn sich nur einer der vielen klicks hier, in ähnlicher situation,
an handlungsalternativen erinnert und nicht nur durch puren zufall überlebt
nicht ferngesteuert, sondern selbstbestimmt am prallhang wieder aufsoart oder
nahe der wand, das relief nutzend in die zivilisation rausrutscht,
hat sich dieser faden schon gelohnt.

möglicherweise hat er ja auch gelesen ein gebüsch am 50° hang bremst mich weicher ab
als ein felsen in der klamm, oder mein schirm im reissenden gebirgsbach geht unfreundlicher mit mir um,
als der nächste tannenbaum.

p.s. ich glaube günni hat nicht gelernt: mit einem 2er wär ich noch rübergekommen,
sondern: auch einen 1er muss ich selbsverantwortlich pilotieren!
und wenn er postuliert sowas passiert mir niemals wieder, passt das zu seiner reaktion die ausrüstung gleich im gelände zu entsorgen.

zuppi
21.06.2011, 05:54
Mann, dieser Thread hat mir jetzt so richtig (nach über 20 Jahren Fliegen) die Augen geöffnet... Ich bin, erkenne ich jetzt, immer noch ein absoluter Anfänger! Ich habe schon in der Natur Mühe immer die richtige Linie zu finden. Auch weiss ich nicht immer wo es hochgeht und wann ich eindrehen soll. Und all das findet ihr in einem Video raus! Respekt!
Auch weiss ich jetzt, dass ich den Kopf viel mehr drehen muss, da ich sonst einen Tunnelblick kriege und die besten Möglichkeiten nicht mal erkenne.
Und dass ich der Sicherheit wegen besser wieder auf einen 2-3 oder gar Prototypen umsteigen muss, da ich mit meinem 1-2 schon von vornherein keine Chance habe mich aus eine blöden Situation zu retten.
Man lernt eben nie aus.

(Allfällige Ironie ist rein zufällig und absolut gewollt)

H.M.Murdoch
21.06.2011, 08:22
Ist doch auch ein schönes Beispiel dafür, dass LTF A Schirme und/oder geführte Flugreisen eben nicht automatisch zu mehr Sicherheit führen;)

Gruß H.
Na was meinst Du wohl wie das mit einem LTFBler abgegangen wäre. Das wäre sowas von gefährlich geworden, geradezu katastrophal und unbeherrschbar... ;-)

Baschi
21.06.2011, 08:25
Ist doch auch ein schönes Beispiel dafür, dass LTF A Schirme und/oder geführte Flugreisen eben nicht automatisch zu mehr Sicherheit führen;)


Was für ein LTF A ???? :confused:

Er fliegt einen Ozone Rush2, ein High End 1-2er :eek:

(den ich auch noch in meinem Besitz habe und wegen seiner Wendigkeit so liebe. Leider sieht man von dieser Wendigkeit im Video nicht allzu viel :rolleyes: )

thmu
21.06.2011, 09:04
LTF A Schirme haben ummantelte Leinen, die man viel leichter aus einem Baum rausbekommt. Daher sind diese Schirme sicherer, denn sie erweitern das Manöverspektrum um hemmungslose, weiche Baumlandungen. Mit einem Hochleister mit unummantelten Rennleinen würde man sich sowas ja nicht trauen. Also sieht man hier ein schönes Beispiel, warum LTF A Schirme in dieser Situation sicherer gewesen wären. Außerdem haben Hochleister eine höhere Streckung. Damit bleibt man in schmalen Klamms viel leichter stecken als mit einem pummeligen LTF A Schirm. Wieder ein klarer Vorteil von LTF A Schirmen.
Dieser Vorfall zeigt: Schubi hat Recht!

rolx
21.06.2011, 09:22
Hallo thmu,

falsch gedacht - mit den nichtummantelten Leinen rasierst Du die Bäume ab und schneidest Dir praktisch Deine eigene Landeschneise... Ergo: EN-D Schirme sind sicherer ;);)

Gruß, rolX (www.rolX.de)

hob
21.06.2011, 12:28
Ich flieg' auch lieber nach IFR Regeln.
IFR = I follow roads

...einfach köstlich! :p:D

Gruß hob

Christian
21.06.2011, 12:34
also die kleine Klammtour mit Badeinlage hätten die Freunde ja sonst auch NIE gemacht. Wenn das mal nicht das Ganze wert war weis ich auch nicht :-)

Glück gehabt das der Schirm solange frei geflogen ist. Mit Glück kommt man halt auch oft davon.

Sind wir doch froh das es hier gut ging und hoffen wir das wir nicht mal in so eine Situation kommen.

Christian

gmpskst
21.06.2011, 18:04
...also, nun will ich mich doch als "Schuldiger" mal zu Wort melden, ich kann es mir einfach nicht mehr verkneifen.
Ich bin so froh, dass es hier einige wirklich erfahrene Notlander gibt, die ihre Erfahrungen kund tun.... Einige haben total tolle Tipps und Ratschläge auf Lager, was sich denn auch manchmal sooo Klasse und logisch anhört.
Natürlich bin ich absichtlich dort hin geflogen, habe auch nicht genug mit dem Kopf hin und her gewackelt und logisch, habe ich auch den flaschen Notlandeplatz gewählt.... Asche auf mein Haupt...:confused:
Mal ehrlich... und das hier wirklich nur an die Superschlauen.... jep... habe ne Menge Fehler gemacht ( und jeden Einzelnen auch schon 1198234872355 mal gehört )...sogar eingesehen habe ich sie...die Fehler. Auch wenn der berndw meint ( er schein ja auch psychologisch sehr gut drauf zu sein ) ich hätte nichts aus den Fehlern gelernt... ich kanns nicht ändern. bereits fünf Tage später bin ich am lijak geflogen und habe den Flug wegen mir nicht mehr ausreichender Höhe abgebrochen...das zum Lernfaktor.
ABER ICH KANN ES NICHT MEHR ÄNDERN...... es ist passiert!!!!
----------------
eigentlich finde ich ja so eine diskussion echt spanndend...wenn sie aber den fast zu einem monolog weniger wird...dann sollte doch lieber ein lehrsread eröffnet werden.

und ihr könnt den itze gerne hier in der luft zerreissen...warum auch immer denn ich habe die entscheidungen getroffen ( wenn auch falsch...jawohl herr bernd :-) auch er hatte die situation nun mal falsch eingeschätzt. er ist und bleibt ein klasse scout und ich fliege immer wieder mit ihm ( wenn ich auch in zukunft mal anders fliege )

und hier noch ein liebenswerter hinweis an all die, die mir die baumlandung empfohlen haben...... ihr kennt euch also mit notlandungen aus? ahhh ja...so,so!!!! es war mein erste und werde kein urteil fällen denn ich bin denn nun auch schon mal notgelandet.

leute, leute.... für konstruktive ratschläge( von man(n) zu man(n) ) habe ich immer was über denn ich kann nur was lernen..... aber so ist das einfach nur ka..e!

zusammengefasst.... meine fehler habe ich erkannt, wegen nicht ausreichender streckenflugpraxis ( und die bekommt man eben nur wenn man es auch versucht ), habe ich einige fehler gemacht, keine frage...mir ist der "arsch auf grundeis" gegangen und habe sicher in den letzten minute total die übersicht verloren....wurde leider nicht mit dem streckenfliegerundnotlandegen geboren... in zukunft werde ich sicher auch erst einmal IFR :D fliegen...aber nicht aufgeben. wir "schlappen flachländer" ( danke ruewa ) können sicher nicht mit euch Profis mithalten....wenn ihr denn irgendwann aus der Winde und 300m Ausklinkhöhe einen 80km Flug hinlegt...ziehe ich den Hut...hier bei uns im Flachland gibt es nämlich keine Idiotenpumpen wo es immer zieht;)
Mal echt..... wenn die Kuh vergisst....dass sie ein Kalb war......

Wünschen muss ich es ja niemandem....denn ihr macht es ja auf jeden Fall besser.... zumindest hier im Forum!
Ansonsten wünsche ich Euch niemals so eine Situation ( in die einige ja niemals kommen werden ).... und immer einen sicheren landeplatz.

So... nun habe ich mir mal a weng von der Seele geschrieben... und es geht doch gleich besser:rolleyes:


Ach ja ruewa...Bremsgriffguenni ist in der Ausbildung entstanden.... ich hatte mal bei einem Start keine Bremsgriffe in der Hand....würde Dir auch nie passieren... ich weiß ;-)
Und Tschuldigung dass ich es nicht dramatisch genug gemacht habe und in jedem Kommentar in aller Deutlichkeit meine unbändige Angst mitgeteilt habe..... es ist nun mal vorbei...wenn es auch viel Glück war! Muss ich nun mein Leben lang Angst vor einem Waldstück haben.....??? Dann lieber das geschehene mit Humor hinter sich lassen und nicht ewig in ängstlicher Erinnerung....
Weißt Du..... ich lebe noch! Das zählt..auch wenn ich doch nix daraus gelernt habe!!!!

Vielleicht sieht man sich ja mal bei einem Landebier.....und immer schön mit dem Kopf hin und her wackeln....auf keinen Fall die Augen benutzen... nur den Kopf ;-)

WA
21.06.2011, 18:36
:):):)

wa

HH20
21.06.2011, 18:37
...Dann lieber das geschehene mit Humor hinter sich lassen....



Beim Humor hört der Spaß auf.
Du bist übrigens nicht der Erste, dem solch eine Notlandung geglückt ist:


http://www.youtube.com/watch?v=VeeWaCWJxL0

Andreas

Oberlender
21.06.2011, 18:56
Eigentlich hast du nur einen einzigen Fehler gemacht, nämlich das Video auf youtube zu posten...

gmpskst
21.06.2011, 19:07
:mad:jau...stimmt...ist auch gleich weg :-)
Und der Clou? Es war nur auf einer Seite für unsere Vereinsmitglieder.....

lemma
21.06.2011, 19:18
:mad:jau...stimmt...ist auch gleich weg :-)
Und der Clou? Es war nur auf einer Seite für unsere Vereinsmitglieder.....

jeder schreibt bzw. denkt hier er hätte es besser gemacht, tatsächlich hast du mit deiner erfahrug sicherlich den einen oder andern (mich inkludiert) vor einer solchen erfahrung evtl. bewahrt.
die fliegerei führt oft zu sehr kurzfristigen entscheidungen die nicht mehr rückgängig gemacht werden können - jeder kann von den erfahrungen anderer lernen.
evtl. kann man ja dann in der kürze der zeit die bessere entscheidung treffen.

danke für das video, lass es da !

SVK
21.06.2011, 19:45
danke für das video, lass es da !

seh ich auch so

Nemeton
21.06.2011, 19:55
für was steht das "itze"?

Danke Hans

martin2005
21.06.2011, 20:08
Eigentlich hast du nur einen einzigen Fehler gemacht, nämlich das Video auf youtube zu posten...

Das war sicher kein Fehler! Unagenehm vielleicht, weil, wer den Schaden hat braucht ...

Aber du und ich (und alle anderen) können daraus lernen. Ich sehe mir auf youtube oft solche Videos an, denn nur aus Fehlern lernt man und nicht aus glorifizierten Heldengschichten.

Ich bin früher gerne sorglos in Ablösungen reingestartet (muss nicht laufen). Jetzt beobachte ich die erst mal, nachdem ich einige Videos von mächtigen Klappern+drehen zum Hang+einbomben gleich nach dem Start gesehen habe.

gmpskst
21.06.2011, 20:24
für was steht das "itze"?

Danke Hans

I=international
t=training
z=zone
e=europe
:eek:

Ne ne... Itze ist ein sehr bekannter Flugguide .... und ein Guter....!
.... und da stehe ich dazu.....!!! Ich war´s... ich war´s.... nicht Itze!

cmyk
21.06.2011, 20:36
Hallo gmpskst;

nix ist in dieser 'Branche' schlimmer, als einen Fehler zuzugeben. ;)
Lass' se reden. Ist gut ausgegangen und Du und einige Leser/Seher haben was
dazu gelernt. Ich auch.

Gruß Christian

(bekennender Alpensch***er, der sich aber ein Grinsen beim Hangkratzen und 'Bodenturnen' der 'Cracks' nicht verkneifen konnte. :)

berndw
21.06.2011, 21:25
:mad:jau...stimmt...ist auch gleich weg :-)
Und der Clou? Es war nur auf einer Seite für unsere Vereinsmitglieder.....
schade günter,
´s war ein wirklich schönes lehrstück.
´s hätte noch einigen was bringen können, weil´s so eindrücklich die verkettung der
kleinen missgeschicke gezeigt hat.
vom falsch eingehängten rechten tragegurt(evtl überhastet nervös gestartet) über das nicht genug höhe machen für die talquerung, das nicht zurückfliegen ins steigen als du gemerkt hast, dass es nicht reicht, das nur ans landen denken und sich keine optionen im fliegen suchen bis hin zum überblick verlieren wo bin ich jetzt überhaupt.

du sagst:
auch den flaschen Notlandeplatz gewählt.... Asche auf mein Haupt...
Mal ehrlich... und das hier wirklich nur an die Superschlauen.... jep... habe ne Menge Fehler gemacht ( und jeden Einzelnen auch schon 1198234872355 mal gehört )...sogar eingesehen habe ich sie...die Fehler. Auch wenn der berndw meint ( er schein ja auch psychologisch sehr gut drauf zu sein ) ich hätte nichts aus den Fehlern gelernt... ich kanns nicht ändern. bereits fünf Tage später bin ich am lijak geflogen und habe den Flug wegen mir nicht mehr ausreichender Höhe abgebrochen...das zum Lernfaktor.
ABER ICH KANN ES NICHT MEHR ÄNDERN...... es ist passiert!!!!

wenn man möchte und du es zuliessest, könnte man über dieses video fliegen lernen.
nicht notlanden oder flüge abbrechen.

bitte sag mir wo ich dich beleidigt, verspottet, oder fälschlich kritisiert habe, ich werde es
sofort ´rausnehmen.

gmpskst
21.06.2011, 21:52
Hallo Bernd,
mein Bedarf an Erklärungen ist einstweilen gedeckt.....
Du hättest Deinen Beitrag sicher auch ohne die ausgeprägten persönlichen Nuancen verfassen können....dann wäre es ein prima "Fehlerbericht" gewesen, keine Frage. Hier gibt es keine Probleme mit Kritik an meinem Flug....sondern der ganze persönliche Sch.... hätte einfach wegbleiben können.
Ich habe Mist gebaut ( au Backe...das mit dem Tragegurt sehe ich erst jetzt:eek: )..... Schau...es gibt doch zwei Möglichkeiten... entweder objektiv oder aber persönlich.... und Du hast eben den persönlichen Weg gewählt.....und darauf habe ich nun mal keinen Bock! Da lösche ich das Video lieber..... und Ruhe is......
Wir haben noch nicht zusammen am Tresen gesessen......denn dann wäre es mir egal!;)

Ach ja, da waren einige persönliche Mails..... und da wurde ich gefragt warum ich was gemacht habe.... und es wurde nicht spekuliert....

Zitat: zuerst fliegt der "pilot" in schönem steigen am grat lang, dann aus angst vor den wänden immer nur mitten im taleinschnitt, wo´s runtergeht und er den meisten gegenwind hat.
das macht er so lange bis er irgendwo und auch noch fett gegen einen felsen, einschlägt.

Woher nimmst Du diese Erkenntnisse?........ Das war wohl der besch.... Kommentar den ich gelesen habe.
Das ich aus "Unwissenheit was falsch gemacht habe... keine Frage... aber so eine Stuss zu behaupten....ärgert mich nun mal sehr!

P.S. Spott mag ich für meine Entscheidung vedienen....aber bitte keine unsachlichen Spekulationen.... das ist Kinderk...!

bigben
21.06.2011, 22:28
@gmpsks
hast (bis auf die Flugfehler) alles richtig gemacht, Dein Video veröffentlicht und dafür auch Spott ertragen müssen. Was soll´s! Wer keine Fehler macht , lernt nix und wer alles richtig macht lernt sowieso nix. Also mach Dich locker, laß Dein Video drin, denn jeder Lernwillige , der es sieht wird seine Schlüsse für sich selbst draus ziehen und wenn das Video nur EINEM Deine Erfahrungen erspart, hat es sich schon gelohnt. Als wenn die ganzen "Lästerer" noch nie einen Fehler gemacht hätten.
Und wenn Du alle DEINE Fehler nicht noch einmal machst wird Dein nächster Streckenflug locker 100km lang - es sei Dir gegönnt.

"Hut ab" vor Deiner Offenheit

P.S. Kritikpunkt: Dein Nickname ist gruselig- den kann man ja noch nicht einmal aussprechen :D

chpw
21.06.2011, 22:34
Hallo Günther,
ich bin zwar nicht in der Situation, fachmännisch zu beurteilen, was an deinem Streckenflug falsch war. Weil ich bisher keine Strecken fliege. Aus den Kommentaren zu deinem Missgeschick lerne ich aber viel. Und das ist eben nur möglich, weil du das reingestellt hast. Dafür bin ich dankbar. Der überhebliche und unangenehm niedermachende Ton mancher Kommentare stört mich auch. Beim ersten Lesen. Ich möchte da wirklich nicht gern an deiner Stelle sein. Aus der Distanz des Dritten kann ich dann aber wieder sehen, dass dieses unangenehme Gefühl daraus entsteht, dass viele hier eben schreiben, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Diese Art der der Verständigung ist eher für die mündliche Kommunikation von Angesicht zu Angesicht geeignet. Es fehlt der direkte Kontakt, die unmittelbare Reaktion.
Was mir an deinem Flug trotzdem gefällt, gerade im Zusammenhang mit der Situation, ist, dass du sauber und weitestgehendst verletzungsfrei runtergekommen bist. Ich kann sehr mitfühlen, wie dir der Arsch auf Grundeis gegangen ist. Du wurdest (oder hast dich, meinetwegen) weit aus der Sicherheit deiner bisherigen Erfahrungen herausgetrieben. Du musst vedammten Schiss gehabt haben und dich auf einmal sehr allein gefühlt haben. Dann hast du dich für eine Option entschieden, die dir auf Basis deines Könnens und deiner Erfahrung größtmögliche Unversehrtheit sicherte. Und hast das konsequent durchgezogen. Und sogar noch ziemlich gut. Und dafür hast du meinen Respekt.
Herzliche Grüße,
Chris

gmpskst
21.06.2011, 23:19
P.S. Kritikpunkt: Dein Nickname ist gruselig- den kann man ja noch nicht einmal aussprechen

Ach was .... ist doch einfach... geämpeäskaäeste:)...oder eben Günni;)

Águila Austriaca
22.06.2011, 03:19
:mad:jau...stimmt...ist auch gleich weg :-)
Und der Clou? Es war nur auf einer Seite für unsere Vereinsmitglieder.....

Nur weil hier einge Schlaumeier, Schulmeisterei mit vernünftiger fachlicher Kritik verwechseln:o, würde ich das Video nicht rausnehmen. Ich finde es sehr lehrreich und Danke dir für deine Offenheit:cool:, es ins Youtube zu stellen.

Willi Wombat
22.06.2011, 07:42
Was kann den nun wirklich gelernt werden?

Wenn man vom initialen Problem absieht dass sich Bremsgriffgünni in das falsche Tal spülen ließ, sehe ich keinen zwingend zu vermeidenden ernsten Fehler.

Es gibt in diesem Tal keinen ordentlichen Notlandeplatz. Maximal mehr oder weniger beschissene mit jedenfalls hohem Verletzungsrisiko.
Keiner von denen die ich da sehe gewährleisten eine sichere Notlandung.
Wenngleich es im Nachhinein gesehen tatsächlich das Beste gewesen wäre oben einzulanden.

Die Thermik mit der man sich vielleicht wieder hätte herausarbeiten können höre ich im Video nur als schwache Piepser. Da kann ein Eindrehen genauso gut 5m Höhenverlust bringen.

Eine Landung im Bachbett bietet immerhin die längste Chance doch noch das Tal rauschleichen zu können.

Laisch
22.06.2011, 08:24
Was kann den nun wirklich gelernt werden?

Also ich finde dass das Video in dem Sinne lehrreich ist, da es sicher manche Leute zum Nachdenken anregt und es zeigt, dass man vor allem als Streckenneuling etwas vorausschauender fliegen sollte.
Ich kenn da auch ein paar Geschichten wo derjenige auf einmal mitten am Plateau einer Bergkette steht weil sich die Überquerung dieser nicht ausgegangen ist. Meist hat man dann da oben auch noch keinen Handyempfang und man muss >6h in hochalpinen Gelände herumirren um irgendwie da wieder rauszukommen. :eek:

Ich z.B. versuche meine "Strecken" immer so zu fliegen, dass ich im Falle eines Absaufens immer einen Notlandeplatz vor Augen habe auf den ich früh genug ausweichen kann. Da ich meistens mit dem Tandem auf Strecke gehe it das sowieso obligatorisch.
:rolleyes:

winDfried
22.06.2011, 08:31
Hey Günni,
bleib mal locker und lass Dein Vid drin.
Den BerndW kannst Du Dir hier angucken (http://www.gleitschirmdrachenforum.de/showthread.php?9728-Videolinks!!&p=307984&viewfull=1#post307984).

Er hat Dein Vid ja nicht hier zur Diskussion gestellt, weil Du besonders lächerlich wärest.
Dein Erlebnis ist nur ein Beispiel, dass auch geführtes Fliegen nicht unbedingt die Sicherheit erhöht.
Genau das wird aber von interessierter Seite hier überall propagiert.

Ein Streckenflug über nicht landbares Gelände ist nur durch fliegerisches Können zu bewältigen, und wird wie Du ja erfahren konntest, nicht durch Betreuung am Funk sicherer.
Als Einsteiger (wie auch ich einer bin) plant man seine Strecken eben entlang von Notlandeflächen...
Und zwar selber. Das kann man nicht delegieren.

Flugbetreuuer müssen sich meiner Meinung nach auf die reine Dienstleistung Anfahrt zum Startplatz, theoretische Geländeeinweisung und Abholung nach Aussenlandung beschränken.
Versprechungen wie "sicher auf Strecke mit Atze und Paul" oder wie auch immer sind hohl und leer.

JörgE
22.06.2011, 09:30
Zitat berndW: "zuerst fliegt der "pilot" in schönem steigen am grat lang, dann aus angst vor den wänden immer nur mitten im taleinschnitt, wo´s runtergeht und er den meisten gegenwind hat. das macht er so lange bis er irgendwo und auch noch fett gegen einen felsen, einschlägt."

Woher nimmst Du diese Erkenntnisse? ... Das war wohl der besch... Kommentar den ich gelesen habe. Das ich aus "Unwissenheit was falsch gemacht habe...keine Frage...aber so eine Stuss zu behaupten...ärgert mich nun mal sehr!

... um zur Sachlichkeit zurückzukehren. Ich interpretiere das so, dass Du meinst die von Bernd beschrieben "Fehler" seien gar keine gewesen? Wieso war an dem Tag Deine Flugroute in der Mitte des Tales und nicht am Hang die richtige Entscheidung? Da wir nicht dabei waren interessiert das zur Bewertung des Ganzen sicher viele.

Gruß
Jörg

PS: winDfried´s Ergebnis sollten sich viele zu Herzen nehmen .....

Flynix
22.06.2011, 09:59
...
Dein Erlebnis ist nur ein Beispiel, dass auch geführtes Fliegen nicht unbedingt die Sicherheit erhöht.
Genau das wird aber von interessierter Seite hier überall propagiert.
...

Widerspuch. Ich behaupte: Geführtes Fliegen erhöht die Sicherheit !

Dein Misverständnis ist wohl, dass erhöhte Sicherheit gleichbedeutend sei mit absoluter Sicherheit.
Die gibt es beim Fliegen nicht.

Pikachu
22.06.2011, 10:11
Ja, Windfrieds Überlegungen sind sicher richtig, allerdings habe ich nur selten von Betreuern gehört oder gelesen, die mit "sicher durch die Turbulenz mit XYZ!" werben. Jeder Pilot sollte sich in dem Stadium, wo er über Streckenflüge nachdenkt, darüber im Klaren sein, was er da angeht. So bewaldete Hänge sind doch eher die Regel als die Ausnahme, und mit ein wenig Überlegung kommt wohl jeder darauf, daß auch der beste Betreuer keine Thermik herzaubern kann oder Landewiesen aus dem Ärmel schüttelt.

Von einer guten Betreuung erwarte ich daher auch keine Anweisung in "höchster Not" - wer diese benötigt, sollte vielleicht noch einmal einen Schritt zurück tun - sondern eine gute Einweisung ins Fluggebiet und eine vernünftige PLANUNG im voraus. Dabei sollten die theoretischen Grundlagen zum Thermikfliegen beim Piloten bereits verinnerlicht sein und sich die Planung auf die besonderen Umstände des jeweiligen Geländes, seiner Windsysteme, seiner Thermikquellen und natürlich des Wetters (Mikroklimas) konzentrieren.

So eine Betreuung sollte natürlich in einer möglichst homogenen Gruppe erfolgen, damit nicht die "Cracks" unter- und die Anfänger überfordert sind.

Anfänger waren (oder sind) wir übrigens alle mal, Häme gegenüber Flugfehlern sind völlig unangebracht.

Ich fand den Film auch sehr aufschlußreich, habe ihn aber noch nicht mit Ton gehört. Schade, daß er nun nicht mehr verfügbar ist. Es hätte mich auch interessiert, warum "Günni" nicht weiter am Grat entlang geflogen ist. War das eine Anweisung vom "Itze"?

seidenschwan
22.06.2011, 10:34
,,

Hey Günni.. ich möcht mich a bisserl entschuldigen... habe im andern thread Blöd über deine Notlandung dahergeredet..
Wollte dir damit aber nicht zu nahe treten . Ich fand einfach daß es gut zu Schubis Empfehlung passte. Hatte einfach den Eindruck daß die " Betreuung" null gebracht hat.

Und dein Komentar am Schluss des Videos gut dazu passte..:D:D.

Also ich fand du hast die Situation sehr gut gemeistert.. Mich hätts wohl auf die Schnaut.. gehaun....


Ne ne... Itze ist ein sehr bekannter Flugguide .... und ein Guter....!
.... und da stehe ich dazu.....!!! Ich war´s... ich war´s.... nicht Itze!

wenn du schuld warst für was dann die Betreuung???? Also doch jeder selber???

Nix für ungut

Seidenschwan

gmpskst
22.06.2011, 10:40
Inzwischen haben mich etliche ( sogar fruendliche ) Emails erreicht, in denen um die weitere Freigabe des Videos gebeten wird....jep, getan:) Um jetzt mal die Spekulationen.....a weng beseite zu legen, schildere ich hier mal, was aus meiner Sicht passiert ( schiefgelaufen ) ist.
Gestartet am Cuarnan ( jau...wohl tatsächlich mit gedrehtem Tragegurt ), dort an der hinteren Bergkette aufgesoart und noch einmal kurz schwung geholt... dann rüber zum San Siemone und mit guter Höhe angekommen... auch dort wieder Höhe gemacht bis ausreichend Höhe für die Querung des Stausees vorhanden war. Rüber, über den Stausee und auch dort mit guter Höhe angekommen...es ging sofort seher ordentlich nach oben bis an den Gipfelgrat den wir dann entlang geflogen sind. Nach etwa 4-5KM kam der höhere Querkamm ( nicht höher als der Grat ). Hier kamen mir die ersten, fälschlicher Weise nicht weiter beachteten Zweifel.... die beiden anderen flogen weiter und ich wie ein Lemming hinterher...voller Euphorie :eek:. Es ging weiter am Grat entlang und ich konnte auf der Leeseite Tolmezzo sehen. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich schon.... prima, wenn nix geht dann lieber auf die Leeseite und sicher runter nach Tolmezzo.... über Funk bekam ich dann die Info... " Günni, komm, wir drehen um " Zu diesem Zeitpunkt war ich aber nur noch ganz knapp am Grat, wieder Zweifel...dachte aber es könne vielleicht einen anderen Weg zurück geben, da Itze nicht am Grat entlang flog sondern direkt zu dem besagten Querkamm ( Richtung Talmitte ). Dier sten zwei KM kaum sinken oder Nullschieber..so dachte ich, prima so kommst ja mit guter Höhe an. Der letzte KM vor dem Querkamm hatte es dann in sich... es ging mit tw. 3,5m abwärts...da habe ich gesehen das der andere Pilot über den Querkamm flog, nur wir beide kamen immer tiefer...den Querkamm habe ich dann um max. 10m verpasst und bin nach rechts in das Tal abgedreht um auch aus dem Abwind raus zu kommen.... es ging zwar nicht mehr so heftig runter..so dachte ich den Querkamm etwas tiefer noch überfliegen zu können...nix.... immer knapp drunter...der Pilot vor mir ( ca 600m weiter ) flog dann über einen kleinen Kamm ( rechts ) und ging mit mal wie ein Rakete nach oben...das wollte ich gleich tun denn inzwischen wurde mir mehr als nur mulmig.. Als ich an der Stelle ankam...Totenstille, nur ein müdes Piiiep... zum eindrehen war ich zu niedrig über den Bäumen ( max 10m )...dann ging mir nur noch druch den Kopf...Landeplatz suchen. Aus der Höhe sah die Klamm aus wie ein ausgetr. Flussbett, die Felsen konnte ich nicht erkennen, auch nicht die Abstände der Bäume....also rein da, sieht doch gut aus...dann kam der Schock..Felsen...Bäume eng...aber es war zu spät für eine andere Entscheidung ( für mich )..das ziehst Du jetzt durch...möglichst ruhig und präzise Steuern, keine hektischen Bewegungen... ( daher auch der wackelnde Fuß..das war pures Adrenalin )...na ja...dann habe ich nur versucht zwischen den Bäumen durchzuzirkeln...was mir Gott sei es gepriesen und gepfiffen..auch gelungen ist. Gelandet ( eingeschlagen ) und den nassen Schrim irgendwie in den Packsack...das waren dann so an die 35Kg auf dem Rücken... was tun? Die Straße war nur 400m weit weg...nach oben, steil nach oben. Ich wusste die Klamm geht Richtung Stausee..also war es dann für mich die logische Entscheidung diese Richtung einzuschlagen....aaaber mit 35Kg auf dem Rücken und ein Fuß der von Schritt zu Schritt dicker wird, war das nach 600m ( für die ich fást drei Stunden brauchte ) zu Ende. Die Felsen wurden immer größer... die Wasserquerungen immer tiefer... OK Scheißegal, pack den Schirm an eine möglichste hohe Stelle, speicher die GPS-Position und versuche es solo weiter. Nach 100m wegen der tierischen Schmerzen...Ende. es zog ein Gewitter auf ( es waren inzw. 4 Stunden vergangen. Ups---Gewitter in einer Klamm? Nix gut! Habe mir einen Platz weiter oben gesucht mich in Unterhose auf einen Stein gesetzt umd die Klamotten trocken zu bekommen....kein Funk, kein Handy...nix. Dann nach 5 Stunden der ersehnte Funkspruch... Günni, hörst Du mich? Hier ist Heiko!..... GPS Position durchgegeben, die Bergrettung sollte kommen, hat aber wegen der Höhe abgedankt....tja...da bleitb nur noch der Heli. Wenn mein Fuß OK gewesen wäre, hätte ich es aus eigener Kraft geschafft, Notfalls mit Übernachtung.. aber ich konnte keine mm mehr auftreten. Der Schirm war mit erst einmal ( tschuldigung ) scheißegal....ich wollte wieder die Sonne sehen :) Mit dem Heli am Seil zum Landeplatz....alles da Guardia Finanza, Bergwacht, Feuerwehr, Rettungswagen.....man war das peinlich! Ihr habt ja alle die Fotos von Hans gesehen.... ich habe keine Autogramme gegeben sondern musste meine Personalien aufschreiben...und die waren alle echt nett und freundlich! Dann der Rest Krankenhaus, Röntgen.... war nur eine kleine Absplitterung an der Hacke, Schienbeine OK. Der Chef beim Röntgen sprach Deutsch....." Wenn Sie nicht Knochen wie ein Elefant hätten, würden Sie hier und heute nicht sitzen"... Tja, und glaubt mir...ich habe viel gelernt, auch das es einer Meeeenge Erfahrung braucht sich auf eine Strecke in nicht urbanen Gelände zu wagen.....hier bei uns im Flachland ist es sicher schwerer die Thermik zu finden und zu zentrieren....aber wir können im Notfall auch auf einem Parkplatz landen...!

Ich habe meine Lehren daraus gezogen und hoffe, der ein oder andere.... bekommt nun auch den notwendigen Respekt vor scheiß-bewaldeten Tälern....und Sachen die aussehen wie ein Flußbett:)
Ich fliege weiter, auch auf Strecken.... aber eben IFR = I follow Roads ( der Spruch von einem Poster war göttlich ).
So, nun habt ihr den Flug aus meiner Sicht....wie er sich abgespielt hat....und wirklich!!!! Ich weiß das ich ne Menge Fehler gemacht habe...der größte war aber sicher, das ich mich zu Entscheidungen habe überreden lassen!

P.S. den Schirm werde ich wechseln....sonst kann ich ja gleich aufdrucken lassen...ja, ich bin der Klamm-Lemming :D

Es war keine Flugbetreuung....sondern ein Flugurlaub mit geilem Service´von jemandem der alle Fluggebiete kennt.....meine Entscheidungen (wenn auch falsch ) habe ich selber getroffen..auch wir im Flachland müssen den B-Schein noch machen und bekommen ihn nicht als Dreingabe .... ;-)

gmpskst
22.06.2011, 11:33
wenn du schuld warst für was dann die Betreuung???? Also doch jeder selber???


Hallo Seidenschwan... ich denke schon. Wir sind doch alle ausgebildete Piloten... der eine mit mehr, der andere mit weniger Erfahrung.
Für unser handeln sind wir eigenverantwortlich und können nicht sagen....aber der... hat gesagt!
Wir aus´m Flachland sind schon froh solche Leute wie Itze zu kennen.... er kennt sehr viele Fluggebiete und weiß immer wo geflogen werden kann. Immerhin hat er in der Höhe so lange auf mich gewartet, bis ich per Funk sagen konnte..... es geht, ich stehe auf meinen Beinen.... danach musst er ja selbst erst mal wieder zurück... passt scho!

Sepp Gruber
22.06.2011, 11:48
Hi Günni (gmpskst),

erst mal herzlich willkommen im Forum. Ebenfalls herzlichen Glückwunsch zu diesem, den Umständen entsprechend positiven Ausgang deines Abenteuers. In der Summe hast du eine echte Mist-Situation mit außerordentlich wenig Kollateralschaden hingebogen. Das Wichtigste dabei ist, dass du dich praktisch nicht nennenswert verletzt hast. In einer derartigen Situation hat das oberste Priorität, hier kann man durchaus auch eine gezielte Baumlandung (mit bewusster Umklammerung des Geästes oder Wipfels) planen, da diese zumeist glimpflich verlaufen.

Wichtig für dich ist der dadurch entstandene Lernprozess. In vielen Jahren wirst Du zu den "erfahrenen" Fliegern zählen. Es wird dir dann so gehen wie mir, dass du auf eine Summe guter wie schlechter Erlebnisse zurückblicken kannst, die eben die Grundlage deiner Erfahrung darstellen. Wer keine Fehler macht, lernt im Allgemeinen auch nur bedingt dazu. Von mir aus gesehen und aus heutiger Sicht betrachtet, ist meine persönlich Erfahrung stark mit den von mir gemachten Fehlern verknüpft.

Jeder der fliegt weiß, dass dieser Sport mit einem, nein, eher mehreren Risiken verbunden ist. Je länger Du fliegst, desto mehr Erfahrung sammelst Du und desto sicherer wirst Du in deiner eigenen Beurteilung. Trotz (oder gerade wegen) der Summe meiner jemals gemachten Fehler fliege ich nach wie vor gerne und sicherer als früher. Es fühlt sich so an, als ob ich langsam erwachsen würde. Es ist ein gutes Gefühl und Du befindest dich auf dem Weg dorthin.

Nur eine Sache ist absolut sicher: Auslernen werden wir nie..

Allzeit gute Landung, Sepp
_______________________

Meine Videos auf Vimeo (http://vimeo.com/jgruber)

XiiX
22.06.2011, 12:48
Ich z.B. versuche meine "Strecken" immer so zu fliegen, dass ich im Falle eines Absaufens immer einen Notlandeplatz vor Augen habe auf den ich früh genug ausweichen kann.

Das zählt mittlerweile auch zu meinen "besonders goldenen" Regeln.
Den ich war immer der Meinung, das ich mich daran halte - weil ich das auch so schon praktiziert habe (Streckenflug vor einem See abgebrochen, weil ich mich nicht zu einem Überflug ohne Notlandemöglichkeit getraut hatte).
Trotzdem hat es mich dann doch erwischt - wollte mit guter Höhe einen Talsprung wagen (ich Peile mit Kimme-Korn ob die Höhe reicht oder nicht) und hatte dann nur noch saufen.
Unter mir dann ein Tal mit einem unbefestigten Forstweg, einem Bach, zuviel Baum und einem strammen Talwind.

Ich kenne also leider auch das Gefühl, wenn man rechts und links steile Wände hat und der Wald vor einem (gefühlt) kein Ende hat.

Ich habe noch versucht jedes Steigen auszukurbeln, das brachte nicht den gewünschten Erfolg. Ich bin dann auch an eine Wand (keine Prallwände) hin. Anfangs gings zwar rauf - ein Zuckerschlecken war das aber nicht (Schleudergang). Irgendwann war Schluss - es ging einfach nicht weiter rauf.
Also konzentrierte ich mich wieder auf den Untergrund - mittlerweile hatte ich mich da schon ein Stück vorgekämpft, das Bachbett unter mir wurde immer breiter, das rettende Talende rückte näher. Nach einem Klapper und geringer Höhe war dann für mich aber mit weiteren "Experimenten" Schluss - zum Talende würde es nicht mehr reichen.

Ich bin also so "windschlüpfrig" wie es eben ging, stur Richtung Talende geflogen, irgendwann dann auch in der Waldschneise dem Bachbett entlang - das lief zwei Ecken auch gut. Ca. zwei Meter über dem Boden am letzten Eck, hab ich mich dann wohl schon "gelandet" gesehn und hab nicht weit genug ausgeholt. Die damit nicht beachteten Meter Flügelspannweite auf der Eckseite, haben sich dann auch prompt am letzten Baum der Ecke eingefädelt.
Es wurde eine ungeplant abruppte aber wenigstens noch stehende Landung, die den Schirm leicht beschädigte - also bin ich mit einem blauen Auge davon gekommen

Das Video erinnerte mich daher stark an meinen Flug und ich hab den Link gleich einem Fliegerfreund gesendet, der nicht hier im Forum mitliesst, damit er sich ein Bild machen kann wie das damals ungefähr war. Ein Video sagt doch mehr als die Erzählung.

Als ich das Video sah dachte ich erst noch:"Ok - der kommt da vielleicht ähnlich heil raus wie ich", als ich dann aber auf den letzten Metern die Felsen erkennen konnte..."Holladiewaldfee". Dann noch die Postings der anderen wegen der geringen Wasserführung...da kam mir mein letzter Besuch der Breitachklamm in Erinnerung.
Da kann ich nur froh sein, das mein Bachbett, tatsächlich ein Bachbett war.

Jedenfalls auch von mir ein Danke für das Video.

"Willio"
22.06.2011, 13:00
...... Na da kann ich auch ein Lied davon singen und zwar mir mal passiert im höllental vom Schwarzwald:-(
Bei der talquerung ging an der anderen Tagseite nix mehr:-(.... Dann langsam runtergesunken und ziemlich viel gegenwind gehabt!
.... Und war schon nach dem hirschsprung( Insider kennen das)
..... Rechts Bahngleise , Links davon steile Wald mit Felsen und unten dann Stromleitungen ..... Es gab nur eine Wiese ca.20m breit und ca. 40 m lang...... Davor Stromleitung und dahinter....:-(......
Mit viel können und Glück da reingezirkelt.....!
...... Kann dem Flieger von dem Video sehr gut nachfühlen.... In so einer Situation .... Sind alle guten Ratschläge .... Nix wert , das weiß nur derjenige selber, der mal so was erlebt hat!

cloudkiss
22.06.2011, 13:08
*R*E*S*P*E*K*T* & *D*A*N*K*E* von meiner Seite für das erneute einstellen des Video´s... das ist wohl das spannendste Video, dass ich bislang in Bezug auf Gleitschirmfliegen gesehen habe... Glückwunsch dass es ohne große Verletzungen ausgegangen ist. Es wird auf jeden Fall beim ein oder anderen zum bewussteren Streckenfliegen beitragen, darum find ich es gut, dass du es wieder online gestellt hast... lass es bitte eingestellt... schmunzeln werden nur die drüber, die selbst nicht fliegen - diejenigen, die nicht empfinden können was man in solchen weniger schönen Sekunden kurz vor der "Landung" (oder des eventuellen Einschlagens...) fühlt - und das kann uns allen ja wohl ziemlich "Latte" sein...

Herzlichen Dank für´s einstellen - mutig, und lehrreich...

Netten Gruß

nullschieber
22.06.2011, 13:20
Danke auch von mir....

gibt es irgendwo den Track dazu? Hab ih noch nicht gesehen.

Danke, chrisitan

tommi
22.06.2011, 13:41
Wenn ich den Satz "Itze was mach ich jetzt" durch den Gedanken "Mist, was mich jetzt" ersetze, fällt mir doch auch die ein oder andere Situation ein, an die mich das Video erinnert.
Schön das es gut ausgegangen ist und unser Horizont für die Landeplatzsuche erweitert wurde*.:-)

Tommi

*Nein der zweite Teil des Satzes ist nicht ernst gemeint

Robi
22.06.2011, 14:15
Naja, es war in Zeiten vor GPS, HD-Gopro und Co, da bin ich vor den Blaubergen abgesoffen und in der Wolfsschlucht* gelandet. Ähnlich spektakulär, nur bissel breiter.
Allerdings wußte ich schon damals wie man Füße und Bergstiefel benutzt. Die Bergrettung oder gar ein Heli waren nicht wirklich vonnöten.



*Wer nicht nur per Auto, Seilbahn und Gleitschirm in den Bergen unterwegs ist kennt wohl diesen Klassiker in den Bayrischen Voralpen.

UdoH
22.06.2011, 16:10
Ich denk grad mit Schrecken drüber nach, wenn man dort mit dem Drachen rein gemusst hätte, klar man wäre natürlich nie in die Situation gekommen :D

Gezielte Baumlandung? Hm

Viele Grüße
Udo

PS: Scheißwetter!

FliegenWilli
22.06.2011, 18:04
Danke Günni für deinen ausführlichen Bericht!
Kann man echt gut nachfühlen, was das für'n Scheiß Gefühl ist...

Ich finde schon, dass ein Flug-Guide für Anfänger sehr hilfreich sein KANN. Zwar nicht IM Flug (da kann er allenfalls per Funk Tipps geben). Aber VOR dem Flug, bei der Entscheidung ob hier und jetzt geflogen werden kann oder man besser den Startplatz wechselt oder gar den Tag ganz cancelt. Diese Entscheidung ist im unbekannten Gelände ja auch nicht ohne.

Gruss
FliegenWilli

Narvik
23.06.2011, 17:05
@gmpskst

Mann du hattest echt Schwein bei deiner Landung ehrlich sei Froh das es so ausgegangen ist. Ein Bekannter ist letztes Jahr ziemlich in die gleiche Situation geraten wie du, er ist in ein Tal rein nicht mehr zurück über den Grat gekommen und wegen des starken Talwindes musste er so wie du notlanden aber halt auf einer Wiese mit Steinen. (war der einzig freie Fleck) es hat ihn die letzten 2-3 Meter runtergehauen da er ins Lee der umliegenden Bäume geraten ist.
Seine Ferse sieht jetz so aus:

http://www.bilder-space.de/show_img.php?img=a15488-1308844935.jpg&size=thumb (http://www.bilder-space.de/bilder/a15488-1308844935.jpg)

Sein Absturz wurde beobachtet er hatte kein Funk, und Handy geht in diesem Tal nicht da es ein Naturschutzgebiet ist und keine Sendestationen vorhanden sind.

Pikachu
23.06.2011, 17:55
@Günni

Danke fürs Wiedereinstellen. Hatte nun Zeit, es mir mehrmals mit Ton anzuschauen.

Mit Deiner Schilderung komme ich nicht ganz mit. Habe aber noch ein paar Fragen.

1. Mit dem "Querkamm" meinst Du da diese sonnenbeschienene Spitze, über der ein anderer Schirm fliegt, der viel höher ist als Du?

2. Sind in dem Film Schnitte drin? Zwischen 4:20 und 4:21 scheint mir ein Schnitt zu sein.

3. Als Du das erste "Flußbett" (bei ca Minute 6:00h) gesehen hast, warum hast Du nicht versucht, noch an dem sonnenbeschienenen Hang links etwas zu finden? Selbst wenn's nicht geklappt hätte, wäre das "Flußbett" immer noch leicht zu erreichen gewesen. Was hat denn der Itze zu dem Zeitpunkt gesagt?

4. Bei 6:54h piepst das Vario. Ist das der Punkt, wo Du meintest, es wäre zu tief zum Aufdrehen?

5. Danach fliegst Du vom "Flußbett" weg. Warum? Itzes Rat?

Du findest dann ein wesentlich schmaleres "Flußbett". Dennoch scheinst Du keinerlei Bedenken wegen der Bäume links und rechts zu haben. Hattest Du da eine Art "Tunnelblick"?

Alles ernst gemeint. Danke für Deine Antworten. Ich finde den Film auch recht lehrreich. Habt Ihr vorher den Flugweg durchgesprochen?

Genußflieger
23.06.2011, 19:07
Für mich ist der entscheidende Fehler in den ersten beiden Minuten. Z.B. bei Sekunde 46 fliegst du 20-30 Sekunden durch Thermik und machst keinen einzigen Kreis. Bei 1:36 gibts z.B. auch nen starken Bart und du drehst nicht ein. Dabei bist du hier schon unter Gradniveau und das als unerfahrener Flieger in einem unbekannten Gelände mit kaum Landemöglichkeiten.

DonP
24.06.2011, 21:44
Inzwischen haben mich etliche ( sogar fruendliche ) Emails erreicht, in denen um die weitere Freigabe des Videos gebeten wird....jep, getan:) Um jetzt mal die Spekulationen.....a weng beseite zu legen, schildere ich hier mal, was aus meiner Sicht passiert ( schiefgelaufen ) ist.
Gestartet am Cuarnan ( jau...wohl tatsächlich mit gedrehtem Tragegurt ), dort an der hinteren Bergkette aufgesoart und noch einmal kurz schwung geholt... dann rüber zum San Siemone und mit guter Höhe angekommen... auch dort wieder Höhe gemacht bis ausreichend Höhe für die Querung des Stausees vorhanden war. Rüber, über den Stausee und auch dort mit guter Höhe angekommen...es ging sofort seher ordentlich nach oben bis an den Gipfelgrat den wir dann entlang geflogen sind. Nach etwa 4-5KM kam der höhere Querkamm ( nicht höher als der Grat ). Hier kamen mir die ersten, fälschlicher Weise nicht weiter beachteten Zweifel.... die beiden anderen flogen weiter und ich wie ein Lemming hinterher...voller Euphorie :eek:. Es ging weiter am Grat entlang und ich konnte auf der Leeseite Tolmezzo sehen. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich schon.... prima, wenn nix geht dann lieber auf die Leeseite und sicher runter nach Tolmezzo.... über Funk bekam ich dann die Info... " Günni, komm, wir drehen um " Zu diesem Zeitpunkt war ich aber nur noch ganz knapp am Grat, wieder Zweifel...dachte aber es könne vielleicht einen anderen Weg zurück geben, da Itze nicht am Grat entlang flog sondern direkt zu dem besagten Querkamm ( Richtung Talmitte ). Dier sten zwei KM kaum sinken oder Nullschieber..so dachte ich, prima so kommst ja mit guter Höhe an. Der letzte KM vor dem Querkamm hatte es dann in sich... es ging mit tw. 3,5m abwärts...da habe ich gesehen das der andere Pilot über den Querkamm flog, nur wir beide kamen immer tiefer...den Querkamm habe ich dann um max. 10m verpasst und bin nach rechts in das Tal abgedreht um auch aus dem Abwind raus zu kommen.... es ging zwar nicht mehr so heftig runter..so dachte ich den Querkamm etwas tiefer noch überfliegen zu können...nix.... immer knapp drunter...der Pilot vor mir ( ca 600m weiter ) flog dann über einen kleinen Kamm ( rechts ) und ging mit mal wie ein Rakete nach oben...das wollte ich gleich tun denn inzwischen wurde mir mehr als nur mulmig.. Als ich an der Stelle ankam...Totenstille, nur ein müdes Piiiep... zum eindrehen war ich zu niedrig über den Bäumen ( max 10m )...dann ging mir nur noch druch den Kopf...Landeplatz suchen. Aus der Höhe sah die Klamm aus wie ein ausgetr. Flussbett, die Felsen konnte ich nicht erkennen, auch nicht die Abstände der Bäume....also rein da, sieht doch gut aus...dann kam der Schock..Felsen...Bäume eng...aber es war zu spät für eine andere Entscheidung ( für mich )..das ziehst Du jetzt durch...möglichst ruhig und präzise Steuern, keine hektischen Bewegungen... ( daher auch der wackelnde Fuß..das war pures Adrenalin )...na ja...dann habe ich nur versucht zwischen den Bäumen durchzuzirkeln...was mir Gott sei es gepriesen und gepfiffen..auch gelungen ist. Gelandet ( eingeschlagen ) und den nassen Schrim irgendwie in den Packsack...das waren dann so an die 35Kg auf dem Rücken... was tun? Die Straße war nur 400m weit weg...nach oben, steil nach oben. Ich wusste die Klamm geht Richtung Stausee..also war es dann für mich die logische Entscheidung diese Richtung einzuschlagen....aaaber mit 35Kg auf dem Rücken und ein Fuß der von Schritt zu Schritt dicker wird, war das nach 600m ( für die ich fást drei Stunden brauchte ) zu Ende. Die Felsen wurden immer größer... die Wasserquerungen immer tiefer... OK Scheißegal, pack den Schirm an eine möglichste hohe Stelle, speicher die GPS-Position und versuche es solo weiter. Nach 100m wegen der tierischen Schmerzen...Ende. es zog ein Gewitter auf ( es waren inzw. 4 Stunden vergangen. Ups---Gewitter in einer Klamm? Nix gut! Habe mir einen Platz weiter oben gesucht mich in Unterhose auf einen Stein gesetzt umd die Klamotten trocken zu bekommen....kein Funk, kein Handy...nix. Dann nach 5 Stunden der ersehnte Funkspruch... Günni, hörst Du mich? Hier ist Heiko!..... GPS Position durchgegeben, die Bergrettung sollte kommen, hat aber wegen der Höhe abgedankt....tja...da bleitb nur noch der Heli. Wenn mein Fuß OK gewesen wäre, hätte ich es aus eigener Kraft geschafft, Notfalls mit Übernachtung.. aber ich konnte keine mm mehr auftreten. Der Schirm war mit erst einmal ( tschuldigung ) scheißegal....ich wollte wieder die Sonne sehen :) Mit dem Heli am Seil zum Landeplatz....alles da Guardia Finanza, Bergwacht, Feuerwehr, Rettungswagen.....man war das peinlich! Ihr habt ja alle die Fotos von Hans gesehen.... ich habe keine Autogramme gegeben sondern musste meine Personalien aufschreiben...und die waren alle echt nett und freundlich! Dann der Rest Krankenhaus, Röntgen.... war nur eine kleine Absplitterung an der Hacke, Schienbeine OK. Der Chef beim Röntgen sprach Deutsch....." Wenn Sie nicht Knochen wie ein Elefant hätten, würden Sie hier und heute nicht sitzen"... Tja, und glaubt mir...ich habe viel gelernt, auch das es einer Meeeenge Erfahrung braucht sich auf eine Strecke in nicht urbanen Gelände zu wagen.....hier bei uns im Flachland ist es sicher schwerer die Thermik zu finden und zu zentrieren....aber wir können im Notfall auch auf einem Parkplatz landen...!

Ich habe meine Lehren daraus gezogen und hoffe, der ein oder andere.... bekommt nun auch den notwendigen Respekt vor scheiß-bewaldeten Tälern....und Sachen die aussehen wie ein Flußbett:)
Ich fliege weiter, auch auf Strecken.... aber eben IFR = I follow Roads ( der Spruch von einem Poster war göttlich ).
So, nun habt ihr den Flug aus meiner Sicht....wie er sich abgespielt hat....und wirklich!!!! Ich weiß das ich ne Menge Fehler gemacht habe...der größte war aber sicher, das ich mich zu Entscheidungen habe überreden lassen!

P.S. den Schirm werde ich wechseln....sonst kann ich ja gleich aufdrucken lassen...ja, ich bin der Klamm-Lemming :D

Es war keine Flugbetreuung....sondern ein Flugurlaub mit geilem Service´von jemandem der alle Fluggebiete kennt.....meine Entscheidungen (wenn auch falsch ) habe ich selber getroffen..auch wir im Flachland müssen den B-Schein noch machen und bekommen ihn nicht als Dreingabe .... ;-)

Super haltung, damen hoch für dich, lass dich von den ganzen A-löchern und besserwissern hier nicht runtermachen - du hast aus meiner sicht 10x mehr rückgrat als die typen die immer alles besser wissen aber offenbar selber nicht fliegen - denn sonst würden sie ja auch fehler machen und online stellen damit andere was lernen können ,-)

also thumbs up und alles gute !

P

gmpskst
25.06.2011, 16:57
@Günni

Danke fürs Wiedereinstellen. Hatte nun Zeit, es mir mehrmals mit Ton anzuschauen.

Mit Deiner Schilderung komme ich nicht ganz mit. Habe aber noch ein paar Fragen.

1. Mit dem "Querkamm" meinst Du da diese sonnenbeschienene Spitze, über der ein anderer Schirm fliegt, der viel höher ist als Du?

Nein.... er fliegt am Hauptkamm und darüber.....

2. Sind in dem Film Schnitte drin? Zwischen 4:20 und 4:21 scheint mir ein Schnitt zu sein.

Ja, es sind etliche Schnitte drin...

3. Als Du das erste "Flußbett" (bei ca Minute 6:00h) gesehen hast, warum hast Du nicht versucht, noch an dem sonnenbeschienenen Hang links etwas zu finden? Selbst wenn's nicht geklappt hätte, wäre das "Flußbett" immer noch leicht zu erreichen gewesen. Was hat denn der Itze zu dem Zeitpunkt gesagt?

Ne.... das Flußbett hätte ich nicht mehr errichen können... über den Hügel vor dem Flußbett bin ich mit 10m Überhöhung gekommen... ich bin dort hin geflogen, weil Itze genau an dieser Stelle vor mir ab nach obern ging... Es waren zwei Flußbette in dem Tal.
Der linke Hang lag komplett im Lee....das war das Problem! Über genau diesen Hang hättt ich rüber gemusst....

4. Bei 6:54h piepst das Vario. Ist das der Punkt, wo Du meintest, es wäre zu tief zum Aufdrehen?

Ja, das Vario hat gepiept..... gepiiiept... als Flachlandflieger piept das Vario bei mir bei geringsten Steigwerten. Genau auf der Rückseite dieses Hangs ist Itze aufgestiegen und ich hatte gehofft.... ich auch :-)

5. Danach fliegst Du vom "Flußbett" weg. Warum? Itzes Rat?

Es waren zwei unterschiedliche Flußbette... siehe oben und schau noch mal nach...dann drehe ich in den Wind und genau auf das Flußbett zu.

Du findest dann ein wesentlich schmaleres "Flußbett". Dennoch scheinst Du keinerlei Bedenken wegen der Bäume links und rechts zu haben. Hattest Du da eine Art "Tunnelblick"?

Quatsch...wie kommst Du darauf? Grundsätzlich hatte ich Schiss bis zum Anschlag. Zuerst hatte ich an die Schütte auf der rechten Seite gedacht, dort hätte ich aber quer einlanden müssen...die Schütte war aber nur 10-20m breit.... also zu 90% in die Bäume und das wollte ich nun mal nicht.... von oben habe ich erst sehr spät gesehen, wie eng es wirklich wird....

Alles ernst gemeint. Danke für Deine Antworten. Ich finde den Film auch recht lehrreich. Habt Ihr vorher den Flugweg durchgesprochen?

Nein, war spontan und so erst nicht geplant... es sah aber die ersten 1,5 Stunden sicher und gut aus.

gmpskst
25.06.2011, 17:11
Danke auch von mir....

gibt es irgendwo den Track dazu? Hab ih noch nicht gesehen.

Danke, chrisitan

Sende ich Dir auf Wunsch gerne zu.....


Für mich ist der entscheidende Fehler in den ersten beiden Minuten. Z.B. bei Sekunde 46 fliegst du 20-30 Sekunden durch Thermik und machst keinen einzigen Kreis. Bei 1:36 gibts z.B. auch nen starken Bart und du drehst nicht ein. Dabei bist du hier schon unter Gradniveau und das als unerfahrener Flieger in einem unbekannten Gelände mit kaum Landemöglichkeiten.

Da war noch absolut alles im grünen Bereich...es ging einfach am Kamm entlang.... hier wußte ich noch gar nicht was kommen würde. Nochmal.... ich bin Itze gefolgt als er mir zurief...es geht zurück..... und das war mein Fehler....!!! Ich hätte einfach am Kamm bleiben sollen und zusehen müssen, dass ich wieder Höhe bekomme... Ich dachte aber Itze nimmt einen anderen Weg zurück! Der eigentliche Mist fängt bei ca der 4 1/2 Minute an..... so ganz ein unerfahrener Flieger bin ich mit 600 Flügen vielleicht nicht...aber absolut unerfahren bei Streckenflügen in den Bergen gebe ich gerne zu :o
Wobei natürlich bei den 600 Flügen sicher 400 dabei sind.... Winde...rauf und wieder runter denn bei uns hier oben ist es nicht so einfach einen tragenden Bart zu finden. Aus der Winde hast du max. 2 Min. Zeit etwas zu finden....dann gehts zum Landeplatz wenn man nicht jedes Mal zurück laufen will.
............. und um das zu ändern.... habe ich es ja versucht :D... und ich tue es auch wieder...aber eben NUR mit sicherem Landeplatz in erreichbarer Weite :p

Sepp Gruber
25.06.2011, 22:37
.. habe ich es ja versucht :D... und ich tue es auch wieder...aber eben NUR mit sicherem Landeplatz in erreichbarer Weite :p
Anbei ein wohl gemeinter Tip, in dem ich auf meinen Film zum Thema Streckenfliegen (http://vimeo.com/13759051) verweise. Dabei kannst du feststellen, dass ich entweder mit absolut ausreichender Höhe unterwegs bin, andernfalls ist immer und grundsätzlich eine Landemöglichkeit in Reichweite.

Die Streckenfliegerei macht mir nur dann Spaß und Vergnügen, wenn ich auch im Worst Case (http://de.wikipedia.org/wiki/Worst_Case) unversehrt aus der Sache raus komme. Beispiel: Ich fliege um einen Berg. Vor mir ein langes Tal mit Wald. Um darüber hinweg zu kommen, benötige ich Thermik, da mein Gleitwinkel nicht reicht. Also muss ich abwägen, ob ich das Risiko eingehe. Weist dieses bewaldete Tal nun eine landbare Fläche auf, so muss ich im schlechtesten Fall ein paar Std. zu Fuß gehen, bleibe aber selbst unversehrt. Und habe somit kein Problem. Ich kann das Wagnis eingehen. Fehlt mir aber eine bereits vorher sichtbare Landemöglichkeit, so hebt meine Risikoabwägung die dunkelrote Kelle. Im schlechtesten Fall bin ich tot. Ich gehe dieses Risiko definitiv nicht ein.

Gruß Sepp
______________________

Meine Videos auf Vimeo (http://vimeo.com/jgruber)

Pikachu
26.06.2011, 17:34
@Guenni

Danke für Deine Antworten.


Der linke Hang lag komplett im Lee....das war das Problem! Über genau diesen Hang hättt ich rüber gemusst....

Ok, also kam der Wind von "links" (vermutlich N/NW?). Dann fliegst Du aber - wenn ich das recht sehe - ab 7:10 doch auch ins Lee, oder?

Das mit der nicht vorhandenen Planung hatte ich mir so gedacht...

Alles in allem noch gut ausgegangen. "Tunnelblick" war nicht bös gemeint, aber ich dachte, man sollte doch Angst haben, daß der Schirm rechts oder links hängen bleibt und man dann ganz gemein einbombt... Eine gezielte Baumlandung als relativ ngefährliche Alternative ist Dir nie in den Sin gekommen (das meinte ich mit "Tunnelblick")?

berndw
26.06.2011, 21:56
hallo sepp, genau das meine ich.


Anbei ein wohl gemeinter Tip, in dem ich auf meinen Film zum Thema Streckenfliegen (http://vimeo.com/13759051) verweise. Dabei kannst du feststellen, dass ich entweder mit absolut ausreichender Höhe unterwegs bin, andernfalls ist immer und grundsätzlich eine Landemöglichkeit in Reichweite.
......
Ich kann das Wagnis eingehen. Fehlt mir aber eine bereits vorher sichtbare Landemöglichkeit, so hebt meine Risikoabwägung die dunkelrote Kelle. Im schlechtesten Fall bin ich tot. Ich gehe dieses Risiko definitiv nicht ein.

Gruß Sepp
______________________



genau da liegt der unterschied zwischen FLIEGERN und LANDERN!

grade freitag weststart donnersberg,
das steigen geht wunderschön am startplatz vorbei nach hinten in bewaldete unlandbare
schluchten.
aber ich bin im steigen, über mir ´ne wunderschöne wolke.
also bleib ich im steigen und fliege und lebe.

bitte entschuldigt mein beharren, der grundsätzliche fehler war:
an´s landen zu denken wenn man raus fliegen kann

gmpskst
26.06.2011, 23:23
Der große Unterschied besteht für mich in den nachvollziehbaren Tipps von Sepp...echte Tipps, die helfen.... nachvollziehabr sind und verständlich. Bernd hingegen wieder mit tollen Tipps denn jetzt weiß ich ganz genau den Unterschied zwischen Fliegern und Landern..... :confused:
Mal ehrlich Bernd.... was war denn das jetzt schon wieder?
Du schreibst schon wieder über etwas...wo Du nicht dabei warst...also wieder mal Spekulationen. Zitat: an´s landen zu denken wenn man raus fliegen kann
Schade...................:(
Sepp hingegen schreibt...untermalt ( Video )... und erklärt.... das sind Tipps, mit denen einen Streckenneuling was anfangen kann........ Alles andere nervt! Pardon aber es ist so!
Kritik erkenne ich grundsätzlich an....daraus lerne ich...aber Kritik, ohne ein....wie man es besser mache könnte....( bitte ohen Spekulationen )... finde ich einfach nur......
Das ist für mich pures "Posen".... wobei etliche Leute hier im Forum nicht Situationen als gegeben dargestellt haben, sondern gefragt haben, ob es sich so abgespielt haben könnte.....( siehe auch Pikachu )!
Man.......Bernd... oder magst Du aus Deinem reichen Erfahrungsschatz ( den Du ja ohne Zweifel haben wirst ) nichts an uns Streckeneinsteiger weitergeben? Kritik ohne fundierte Begründung...hilft NIX!

berndw
27.06.2011, 10:38
guten morgen Günni,
bitte entschuldigt, dass ich meine antwort auf sepps



Die Streckenfliegerei macht mir nur dann Spaß und Vergnügen, wenn ich auch im Worst Case (http://de.wikipedia.org/wiki/Worst_Case) unversehrt aus der Sache rauskomme.

Fehlt mir aber eine bereits vorher sichtbare Landemöglichkeit, so hebt meine Risikoabwägung die dunkelrote Kelle. Im schlechtesten Fall bin ich tot.

so hoch aufgehängt habe.
(fliege im steigen und lebe)

mich hat zornig gemacht, dass er nur nochmehr angst vor dem unlandbaren gelände erzeugt, statt handlungsalternativen aufzuzeigen.
macht das fliegen weniger spass, ist es schwiedriger eine thermik anzunehmen, sauber
auszudrehen, wenn man´s muss?


vielen dank für deine herausforderung.
du fragst nach handlungsalternativen
mein konkretes vorgehen wäre gewesen:

1. mit itze aufdrehen und auf gleicher höhe mitfliegen.

2. er ist höher voraus,
also erstmal höhe machen mindestens genausoviel wie er zur
talquerung benötigt hat und dann hinterherfliegen.

3. ich bin ihm hinterhergeflogen und merke ich komme nicht mit,
zurückfliegen in´s letzte steigen, höhe machen und es nochmals versuchen.

das waren die einfachen lösungen.

4. ich bin zu tief um zum letzten sicheren steigen zurückzukommen,
zu einer stelle fliegen, die die gleiche ausrichtung hat wie die, an der ich das letzte steigen hatte.
oder das relief lesen, eine vorstellung haben wie der wind weht und danach prallhänge und aufwindbänder suchen.

5. sobald ich steigen finde,
d´rin bleiben, aufdrehen (du kannst es, hast es auf diesem flug schon mehrfach bewiesen) und weiterfliegen.

6. das steigen reicht nicht zum weiterfliegen,
es verschaft dir zeit, überblick und einen grösseren aktionsradius evtl gar zum rausfliegen.

7. ich finde kein steigen,
an die wände fliegen und im verminderten sinken (gut auf den fluginstrumenten zu beobachten) rausfliegen.


hättest du an´s fliegen gedacht, hättest du´s gekonnt.

Eagle 1
27.06.2011, 10:48
[QUOTE=Sepp Gruber;308480]entweder mit absolut ausreichender Höhe unterwegs bin, andernfalls ist immer und grundsätzlich eine Landemöglichkeit in Reichweite.

Worst Case[/URL] unversehrt aus der Sache raus komme. Gruß Sepp
______________________

Dumme Frage, aber was ist bei Dir absolut ausreichende Höhe bzw. worst case???
Beispiel: Du fliegst 200 Meter über Grat und hast einen Totalzerstörer. Bis Du die Kiste wieder im Griff hast - falls Du nicht die Rettung wirfst - sind die 2oo Meter verbraten. Landeplatz ist mit der Höhe nicht mehr zu erreichen. Und nun?????

Quaxi
27.06.2011, 11:24
mich hat zornig gemacht, dass er nur nochmehr angst vor dem unlandbaren gelände erzeugt, statt handlungsalternativen aufzuzeigen.


Hallo Bernd,

ich weiß du bist im Forum eher der "Heiß"spund. Ich kann dir meist auch zustimmen mit deiner generellen Einstellung zum Fliegen, aber diesesmal glaub ich hast du wirklich zuschnell auf "antworten" gedrückt, bevor du nachgedacht hast.

Du willst einem kompletten Streckenflugneuling im Ernst (:confused:) einreden, es macht nichts aus in unlandbares Gelände ohne Landemöglichkeit im Gleitwinkel einzufliegen, weil bei einem thermisch aktiven Tag auch dieses Gebiet verlässlich geht? (Ok. du hast recht, nüchtern bertrachtet geht das auch)

Mal im Ernst Bernd: Wenn wir zwei bei einem Landebier über's Streckenfliegen diskutieren und wir über solche Themen senieren würden - dann würde ich dir vielleicht sogar zustimmen, aber nicht wenn du solche "Tipps" einem StreckenANFÄNGER gibst. Es gibt einen Grund warum in der deutschen Sprache die Wörter "PROFI" und "ANFÄNGER" eine unterschiedliche Bedeutung haben. Du kannst das Risiko abschätzen, du behält einen kühlen Kopf und wirst das beste noch aus der Situation machen (im worst case vielleicht sogar eine perfekte Baum/Strauch-Landung), aber für einen Anfänger kann das sehr schnell sehr gefährlich werden.

Ich glaube Günne hat aus dieser Situation sehr viel gelernt. Ähnlich ging es mir im ersten Flugjahr gleich nach dem A-Schein. Hab mich in Bassano vom Piave-Tal richtung Feltre derart versenkt, dass ich erst nach 1 h Fußmarsch wieder sowas Ähnliches wie eine Straße unter den Füßen hatte :) ... Passiert mich auch nicht mehr ;) Und @bernd: du hast dich sicherlich auch schon oft irgendwo versenkt, wo du dir im Nachhinein dachtest: wie blöd konnte ich nur sein. Falls nicht bist du der erste Meister der (nicht) vom Himmel fiel :cool:

immer schöne Flüge und hoffentlich bald gutes Wetter

quaxi

Pikachu
27.06.2011, 12:49
Ich weiß ja nicht, was der Itze am Funk alles gesagt hat, aber wenn er gewußt hat, daß der Günni ein absoluter Neuling in diesem Gebiet ist, dann hätte er ihm auch die entsprechenden Tips aus der Luft geben müssen (meine Meinung). Da es offenbar ein "Spontanausflug" ins unlandbare Gelände war (auch nicht gut, was soll der Günni dabei lernen?), hätte ich als mitfliegender Betreuer ihn wohl nicht in dieser engen Klamm landen lassen. Wie der Bernd schon richtig schreibt, wenn der "Schüler" so weit unten ist und dann noch sagt: "Das wird wohl nichts mehr!", dann muß man ihn lotsen.

(Vielleicht hat er ja auch die entsprechenden Anweisungen gegeben, und der Günni hat sie nur nicht umgesetzt. Ein wenig mehr verantwortliche "Betreuung" würde ich jedenfalls schon erwarten, auch wenn - wie es immer so schön heißt - jeder "alleinverantwortlich" fliegt... Kommt natürlich drauf an, was Günni gebucht hat.)

gmpskst
27.06.2011, 15:23
Hallo Pikachu...
Ganz wichtig... Itze ist KEIN Fluglehrer.... ich muss mir da schon selber in den Hintern treten :-) Als Itze mir sagte, ich solle ihm folgen....hätte ich es nicht tun müssen. Allerdings gebe ich Dir in soweit recht, dass er mich vielleicht nicht gerade bis in die hintere Ecke des Tals lotsen sollen, keine Frage. Der Pilot, der über mir war...war ein anderer. Itze war ca. 500m vor mir, auf gleicher Höhe....darum ging ich ja davon aus, das es schon passt so....
Genau an der Stelle ab Min. 7:00 ist der Punkt, wo Itze ab nach oben gegangen ist....da wollte ich es eben auch probieren...... der Wind kam aus dem Tal ( Klamm ) und ich dachte, es müsse doch am Ende des Tales hochgehen... bei Itze gings:o

Wir haben bei Itze unseren Flugurlaub gebucht....... auch Itze hat aus der Sache gelernt und wird sicher nicht mehr so ohne weiteres Leute mit auf so eine Tour in ein Tal nehmen.
Wie schon gesagt.... einige Tage später bin ich am Lijak bei meiner persönlich gesteckten Sicherheitshöhe über einem Wald abgedreht....andere sind noch weiter geflogen ......I net!....

Pikachu
27.06.2011, 16:47
Alles klar, ich dachte, er würde betreute Streckenflüge anbieten.

Sepp Gruber
27.06.2011, 19:44
..bitte entschuldigt mein beharren, der grundsätzliche fehler war:
an´s landen zu denken wenn man raus fliegen kann

Jungs, down-coolen, es wird nicht so heiß gegessen wie gekocht. Also:

Ich bin auf Strecke, ich habe Steigen. Ich drehe mein Steigen aus, weil ich meist bis an die Basis ausdrehe. Erst mit dieser "ausreichenden" Höhe gehe ich auf Strecke, es ist meine Art des Streckenfliegens. Bin ich oben, dann gleite ich und steige nicht mehr. Müsste ich in diesem Fall, was zum Glück meist nicht gegeben ist über unlandbares Gebiet und zugleich wäre keine im Gleitwinkelbereich liegende Notlandemöglichkeit, dann fliege ich tatsächlich nicht in das Gelände ein und drehe ab. Das heißt nicht, dass ich landen gehe, es heißt, dass ich mir eine Route suche, auf der ich notlanden könnte.

Die Begründung ist ganz einfach: Niemand kann mir garantieren, dass ich, auch an einem thermischen Tag, genau dann Steigen bekommen, wenn ich es benötige. Und ist die Strecke nicht im Gleitwinkelbereich und weist zusätzlich keine zu erreichenden Landeplätze auf, dann gibt es für mich keinen Grund, da hinein zu fliegen.

Das Ganze ist aber relativ theoretisch. In meinem Gebiet in dem ich unterwegs bin, also Bayrische Alpen, Chiemgau, Tirol, Pinzgau, Pustertal, Drautal, Dolomiten, Venetien, kenne ich kaum eine Gegend, wo man nicht in Tal rausfliegen könnte oder eine Almwiese erreichbar ist. Höchstens das Steinerne Meer Richtung Königsee, da gibt es ein Gelände, das tatsächlich über eine lange Strecke nicht landbar ist. Meine Frage: Muss ich nun unbedingt da drüber? Für mich ein sonnenklares NoGo.

Ebenso La Palma (http://vimeo.com/19254017). Ich halte mich grundsätzlich im Gleitwinkelbereich zum Landeplatz auf. Ich habe es in meiner noch unerfahrenen Zeit einmal nicht getan. Das Ergebnis war nicht so lustig, dass ich das wiederholen möchte.



Dumme Frage, aber was ist bei Dir absolut ausreichende Höhe bzw. worst case???
Beispiel: Du fliegst 200 Meter über Grat und hast einen Totalzerstörer. Bis Du die Kiste wieder im Griff hast - falls Du nicht die Rettung wirfst - sind die 2oo Meter verbraten. Landeplatz ist mit der Höhe nicht mehr zu erreichen. Und nun?????

Ausreichend Höhe ist die Höhe, mit der ich einen (Not)Landeplatz erreichen kann. Und ich habe seit 16 Jahren keinen Totalzerstörer mehr gehabt. Weil ich seit meinem einzigen und letzten weiß, was man(n) unter einem Lee versteht und wo es sich befindet. Grundsätzlich ist aber klar, dass immer etwas unvorhergesehenes passieren kann. Ich versuche zumindest, die vorhersehbaren Gefahren auszuschließen. Und ich würde mich für keinen Strecke dieser Welt wissentlich in Gefahr begeben. Da bin ich lieber Mitglied der schnellen Einlandetruppe.

Worst Case ist der Supergau beim Fliegen. Der größte anzunehmende Unfall. Ist das Ergebnis meiner gedanklichen Überlegungen, dass ich aus der Sache nicht unversehrt heraus komme, dann gehe ich diese Sache einfach nicht an. Fertig. Nun könnte man natürlich argumentieren, dass grundsätzlich jeder Flug mit einem GAU enden kann, dann wären wir argumentativ auch beim Schnitzel. Fresse ich es zu schnell, kann ich daran ersticken. Also fresse ich eben nicht so schnell und fliege auch nicht derart unbedarft und gedankenlos, dass mir etwas passiert. Räumt mich nun eine Düsenjet vom Firmament, ist das ein Fall, den ich in all meiner Voraussicht nicht eingeplant habe. Realistischer ist ein tatsächlich erlebter Fall, als ich mit einer Pasagierin, deren Mann und Kinder ihr den Flug zum Geburtstag geschenkt hatten, von einem Drachen, der seitlich / hinten anrauschte, gerammt wurde. Der Mann hatte mich einfach übersehen, ich hatte ihn erst im letzten Augenblick eher zufällig im Augenwinkel erblickt. Es passierte 500m über Gipfel, die Sache endete relativ glimpflich, wir beide berührten uns, jeder konnte aber weiter fliegen. Tatsache ist, dass ich auch oder gerade mit gezogenem Retter in ein absolut felsiges Gelände abgegangen wäre. Es gibt Momente, die sind einfach nicht planbar oder vorherzusehen. Dinge, an die man einfach lieber nicht denkt. Aber gerade deshalb versuche ich die erkennbaren Risiken definitiv zu meiden.

Grundsätzlich steht es jedem frei, seine eigenen Erfahrungen selbst zu machen. Mein Ziel ist es, in 20 Jahren immer noch zu fliegen. Deshalb gibt es für mich keine Diskussion, ob ich mir Risiken erlaube, die bereits ein erkennbares Gefahrenpotential aufzeigen. Das muss ich auch nicht, denn ich fliege weder Wettbewerbe, noch muss ich so weit wie möglich fliegen oder mir oder meiner Umwelt irgend etwas beweisen. Ein Mann wie ich, also ein Mann mit 3 gebrochenen Lendenwirbeln und Titanschrauben im Handgelenk muss nur Eines: Weiterhin unfallfrei fliegen.

Gruß Sepp
______________________

Meine Videos auf Vimeo (http://vimeo.com/jgruber)

nullschieber
28.06.2011, 10:45
1. mit itze aufdrehen und auf gleicher höhe mitfliegen.

2. er ist höher voraus,
also erstmal höhe machen mindestens genausoviel wie er zur
talquerung benötigt hat und dann hinterherfliegen.

3. ich bin ihm hinterhergeflogen und merke ich komme nicht mit,
zurückfliegen in´s letzte steigen, höhe machen und es nochmals versuchen.

das waren die einfachen lösungen.

4. ich bin zu tief um zum letzten sicheren steigen zurückzukommen,
zu einer stelle fliegen, die die gleiche ausrichtung hat wie die, an der ich das letzte steigen hatte.
oder das relief lesen, eine vorstellung haben wie der wind weht und danach prallhänge und aufwindbänder suchen.

5. sobald ich steigen finde,
d´rin bleiben, aufdrehen (du kannst es, hast es auf diesem flug schon mehrfach bewiesen) und weiterfliegen.

6. das steigen reicht nicht zum weiterfliegen,
es verschaft dir zeit, überblick und einen grösseren aktionsradius evtl gar zum rausfliegen.

7. ich finde kein steigen,
an die wände fliegen und im verminderten sinken (gut auf den fluginstrumenten zu beobachten) rausfliegen.


hättest du an´s fliegen gedacht, hättest du´s gekonnt.


Das ist doch mal konstruktiv....
Ist nicht immer ganz leicht so cool zu bleiben, aber meistens ist das cool bleiben und Suchen die bessere Wahl.

gmpskst
28.06.2011, 12:46
Hatte heute mal ein echt nettes Gespräch mit berndw am Telefon.... super nett und da kamen auch echte Tipps rüber. Unseren Tresen-Termin machen wir auf jeden Fall..:D
Manchmal ist es einfach netter persönlich, keine Frage.
Es sind ja einige Jungs dabei, von denen ich ne Menge lernen kann.... und ich nehme mit, was ich kann!
Bernd...wir sehen uns denn sicher an der Mosel ........ rufe Dich an wenn es Zeit wird!
Auch Sepp.... Dank Dir..für mal was echt Konstruktives.....
Jetzt wo die "geladene" Luft etwas ruhiger geworden ist..... macht der Thread ja richtig Spass ;)

Na, möchte noch jemand einen 10 Monate alte Rush2 haben? Ich mag die Farben nicht mehr......:cool:
....oder ich muss ihn denn doch von unten bedrucken lassen.... Ja, ich bin´s!....

nikolaus
28.06.2011, 15:46
Na, möchte noch jemand einen 10 Monate alte Rush2 haben? Ich mag die Farben nicht mehr......:cool:
....oder ich muss ihn denn doch von unten bedrucken lassen.... Ja, ich bin´s!....

Nachdem Du Deine Knochen riskiert hast, um ihn heil runterzubringen? Nee Du, der ist mir zu teuer. :-)

War nur Spass, ich träume von einem Anakis und fliege einen Rookie (und das ist auch gut so).

LG Jochen

Brems-Held
16.04.2012, 22:26
So....nun aber!
Am 19.05.2012 findet am Ort meiner Schandtat ein richtig geiles Fliegerfest am San Bernadia statt.
Auf mein Einjähriges wird ne schöne Party gemacht und wer Lust hat, macht danach einen schönen Abstecher in die Klamm.....den Weg wrkläre ich gerne...leider kann ich selber nicht mit
Ausrichter sind die Piloten vom örtlichen Fliegerclub......

Free-Style
17.04.2012, 09:04
So....nun aber!
Am 19.05.2012 findet am Ort meiner Schandtat ein richtig geiles Fliegerfest am San Bernadia statt.
Auf mein Einjähriges wird ne schöne Party gemacht und wer Lust hat, macht danach einen schönen Abstecher in die Klamm.....den Weg wrkläre ich gerne...leider kann ich selber nicht mit
Ausrichter sind die Piloten vom örtlichen Fliegerclub......

Ich möchte mich bedanken das dieser Thread nochmal hochgeholt wurde, es war sehr interessant das ganze zu lesen. Ich hatte den Video schon auf Youtube vor 2 Monaten gesehen, aber keinerlei Hintergrund Info dazu gefunden. Die Diskussion zu dem Thema fand ich zuletzt dann noch sehr interessant. Ich konnte die fliegerischen Entscheidungen in dem Video nicht verstehen, als ich dann aber gelesen habe das eine Beeinflussung über Funk zur Flugroute stattgefunden hat, dann wurde es mir zumindest insofern nachvollziehbar.

Ich habe für mich überlegt: solche Flüge wollen wohl gut vorbereitet sein mit sehr guten Kenntnissen über die Flugroute (das Gebiet) und einem richtigen Flugplan mit genügend Ausweichoptionen. Ich würde mich in der Hinsicht wohl auch nicht auf jemanden anderen verlassen, weil es kann leider immer passieren dass man mit einmal, mehr oder weniger überraschend, alleine Unterwegs ist. Auf Funk würde ich mich auch nicht allzu sehr verlassen, ich hatte im Video den Eindruck das der Funk ein sehr trügerisches Gefühl der Sicherheit vermittelt hat. Selbst ist der Pilot.

Mir ist jetzt nur nicht klar wer ist "gmpskst" und wer ist "Brems-Held"? Der letzte Beitrag stiftet für mich in der Hinsicht etwas Verwirrung.