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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Versicherung verweigert Zahlung ?



Flynix
06.07.2011, 09:57
...Bei einem Unfall wird sich jede Versicherung herauswinden. Die verweigern schon bei wesentlich geringeren Verletzungen der AGB´s die Zahlung. Jeder muss dann selbst abwägen ob er dazu bereit ist.

Gruß
Peter

Ich nutze mal Peters Statement um einen neuen Faden aufzumachen.

Allerorten hört man von ".. dann bist du nicht versichert...; ...dann zahlt keine Versicherung..."; etc.

Hat denn schon mal jemand konkret die Erfahrung gemacht , dass eine Versicherung beim Gleitschirmfliegen eine Zahlung verweigert hat?

Also echte Fälle, wo eine Versicherung wegen eines konkreten Verstoßes ( illegaler Startplatz / nicht zugelassene Ausrüstung / kein deutscher Schein und trotzdem in FR geflogen; etc.) nicht oder nur vermindert bezahlt hat ?

Oder sind das immer nur (deutsche) Spekalationen und ausgemalte Horrorszenarien?

sphinx
06.07.2011, 10:16
Für eine Zahlungsverweigerung muss der Versicherte "Grob Fahrlässig" oder "Vorsätzlich" handeln . Nur "Fahrlässig" reicht nicht aus.
Ausserdem muss die ggfs. vorhandenen Regelübertretung "Ursächlich" für den Unfall sein.
Ein heikler kleiner kleiner illegaler Startplatz könnte somit durchaus ursächlich sein. Eine illegale grosse Wiese eher nicht.

sphinx

JörgE
06.07.2011, 10:26
Für eine Zahlungsverweigerung muss der Versicherte "Grob Fahrlässig" oder "Vorsätzlich" handeln . Nur "Fahrlässig" reicht nicht aus.
Ausserdem muss die ggfs. vorhandenen Regelübertretung "Ursächlich" für den Unfall sein.
Ein heikler kleiner kleiner illegaler Startplatz könnte somit durchaus ursächlich sein. Eine illegale grosse Wiese eher nicht.

sphinx

..... Du scheinst den Glauben noch an das Gute im Menschen noch nicht verloren zu haben und/oder die Kreativität der Versicherungswirtschaft nicht zu kennen.

Ich rate jedem, der eine z.B. private Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung hat, auch eine Rechtschutzversicherung (bei einem anderen Konzern !) abzuschließen. Sobald Versicherungen größere Summen bezahlen müssen, werden Sie immmer einen Rechtsstreit mit Sachverständigen anzetteln und somit jeden nicht Rechtsschutzversicherten (wegen der hohen Kosten im Gerichtsverfahren) in die Knie zwingen!

Traurige Berufserfahrung. Ohne Rechtschutz kannst Du Dir die Raten der anderen Versicherungen besser auf´s Sparbuch legen.

Gruß
Jörg

PS: hatte noch nie mit einem Gleichtschirmunfall zu tun - bezweifle aber, dass es da anders sein wird

PPS: mein Statment sind keine Horrorszenarien sondern traurige, konkrete Berufserfahrung. Ich wüßte nicht, warum diese nicht auf einen Gleitschirmunfall übertragbar sein soll - denn die Schadenssachbearbeiter und vor allem die Vorgaben der Firmenleitung sind die gleichen. Oder glaubt einer, dass es bei einer Unfallversicherung einen besonders gütigen Sachbearbeiter für uns gibt ......

achilleos
06.07.2011, 10:35
servus leude,

sphinx hat schon recht! für eine zahlungsverweigerung der versicherung, muß der versicherungsverstoß ursächlich für den unfall sein, im kausalen zusammenhang stehen. selbst ein illegaler kleiner komplizierter startplatz ist absolut unerheblich, wenn der unfall ne halbe stunde später beim thermikkurbeln passiert.

anders natürlich, wenn man an diesem zu kleinen startplatz im baum hängt. da wird freilich die vers. sagen: aber du hättest da ja gar nicht starten dürfen, darum werden wir auch nicht zahlen.

sorry, jn, du hast recht.
einen fall weiß ich persönlich, bei dem die vers. nicht gezahlt hat. und sorry fürs ot, betrifft autofahren:
bin mal beim einparken, ganz leicht mit meiner lackierten stoßstange an ne uraltplastikstoßstange hingefahren. wollte die sache mit einer flasche wein wieder gut machen. er: nein -> werkstatt -> völlig überteuerter kostenvoranschlag...
ich schrieb an die vers.: kein kratzer, keine substanzverletzung, nur farbanrieb von meiner an seine stoßstange -> vers. hat nix gezahlt, da kein schaden.
meine erfahrung: vers. sind nicht blöd. ob sie unmenschlich sind, kann ich nicht sagen.

DonQuijote
06.07.2011, 10:38
@ Sphinx, Achilleos, JörgE: Genau diese Art von Postings gibts tausend mal hier im Forum. Und genau deshalb wollte Flynix nicht die x-fache gebetsmühlenartige Wiederholung ohnehin bekannter Befürchtungen, sondern konkrete Fälle in denen eine Versicherung nicht gezahlt hat. Das finde ich einen sehr spannenden Thread. Vielleicht kann man ihn von allen Postings frei halten, die eben keine konkreten Fälle schildern. Geht das? Für die Theorie gibts ja genug andere Threads...

Milli-Fly
06.07.2011, 20:10
Na mal 180 Grad gedreht. Meine Versicherung hat gezahlt... --> dem verunfallten Passagier...
Flugsport Kössen AXA...

skyman
06.07.2011, 21:04
Für eine Zahlungsverweigerung muss der Versicherte "Grob Fahrlässig"......

wie kommst du denn darauf..... :-(

Opossum
07.07.2011, 10:19
Wenn ihr über das Thema "grobe Fahrlässigkeit" sprecht, dann bitte auch den aktuellen rechtlichen Stand
(z.b.: http://www.daily-paragraph.de/index.php/archives/versicherungsrecht/grob_fahrlassig/3217)
beachten und nicht Fälle aus Oma´s Kiste hervorkramen und nochmal durchkauen...

Ansonsten halte ich mich aus der Diskussion wegen beruflicher Befangenheit raus...:D

skyman
07.07.2011, 10:49
Wenn ihr über das Thema "grobe Fahrlässigkeit" sprecht, dann bitte auch den aktuellen rechtlichen Stand
(z.b.: http://www.daily-paragraph.de/index.php/archives/versicherungsrecht/grob_fahrlassig/3217)
beachten und nicht Fälle aus Oma´s Kiste hervorkramen und nochmal durchkauen...

Ansonsten halte ich mich aus der Diskussion wegen beruflicher Befangenheit raus...:D

Wenn die angeblich befangen bist, solltest du aber auch richtig lesen.

Wir reden hierbei offenbar von Haftpflichtschäden. Dann ist der von dir vorgeschlagene URL leider falsch.

Opossum
07.07.2011, 10:58
@Skyman: Also bei mir steht in dem Artikel auch etwas von Haftpflicht...:rolleyes:

skyman
07.07.2011, 11:49
@Skyman: Also bei mir steht in dem Artikel auch etwas von Haftpflicht...:rolleyes:

Dabei geht es aber nicht um die Haftungsqoute, sondern um die Quotelung im Sachbereich, sofern z. B. grobe Fahrlässigkeit
im Raum steht. Das ist dann aber wieder ein anderes Thema.

Flynix
07.07.2011, 11:53
Wenn die angeblich befangen bist, solltest du aber auch richtig lesen.

Wir reden hierbei offenbar von Haftpflichtschäden. Dann ist der von dir vorgeschlagene URL leider falsch.

Genau. Bitte richtig lesen. Im Thread war nicht nur nach Haftpflichtschäden gefragt.

Ich hätte gerne konkrete Erfahrungen, egal, um welche Versicherungsart es sich handelt.
Hauptsache, sie steht im Zusammenhang mit unsrer Fliegerei und persönlichen (angeblichen oder tatsächlichen) Versäumnissen, die zu einer Zahlungsverweigerungh geführt haben.


(...und bis jetzt ist es dann doch lediglich bei Spekulationen geblieben)

thmu
07.07.2011, 12:44
Genauso interessant fände ich auch Berichte von Erlebnissen, in denen eine Versicherung TROTZ irgend eines formalen Problems gezahlt hat. (z.B. Check abgelaufen, schwarz geflogen, Versicherung wusste davon)

Flynix
07.07.2011, 12:52
Genauso interessant fände ich auch Berichte von Erlebnissen, in denen eine Versicherung TROTZ irgend eines formalen Problems gezahlt hat. (z.B. Check abgelaufen, schwarz geflogen, Versicherung wusste davon)

Stimmt,

auch positive, echte Erfahrungen würden ein realistisches Bild zum Thema gut ergänzen.

Hat jemand konkrete Erfahrungen beizusteuern?

iam-peter
13.07.2011, 12:44
Ich nutze mal Peters Statement um einen neuen Faden aufzumachen.

Allerorten hört man von ".. dann bist du nicht versichert...; ...dann zahlt keine Versicherung..."; etc.

Hat denn schon mal jemand konkret die Erfahrung gemacht , dass eine Versicherung beim Gleitschirmfliegen eine Zahlung verweigert hat?...

Vielleicht reicht ein Verweis auf eine vergleichbare Sportart:
"... wenn Lara einen Helm aufgehabt
hätte. Gestützt auf dieses Gutachten hat
die Versicherung nicht gezahlt ..."
Es handelt sich hier ums Reiten, dort ist der Helm noch nicht mal vorgeschrieben, s. http://www.reiterrevue.de/r30/vc_content/bilder/firma442/helmv_gy.pdf

Gruß
Peter

batflyker
13.07.2011, 13:21
Hallo zusammen

Ich spreche hier über einen Fall aus der Schweiz

Ich hatte 2006 einen schweren Gleitschirmunfall mit Helikopterbergung aus einem Wald mit Rückenverletzung nach Absturz in Folge massiven Klappers 30 Meter über der Baumgrenze.
In der nachfolgenden Befragung wurde ganz schnell klar, dass die Versicherung auf die Zugabe eines Pilotenfehlers pochte. Darum ist es ganz wichtig, bei der Schilderung des Ereignisses ganz genau auf die Wortwahl zu achten. Meine Versicherung hat erst klein beigegeben, nachdem ich den Nachweis erbracht habe, dass ich an diesem Startplatz über 200 Starts nachgewiesen habe, meine Kollegen mir sehr gute Fluerfahrung und Routine attestiert haben und die eingeholten Wetterdaten mir keine Fahrlässigkeit zugeordnet haben.

Also immer schön auf die Wortwahl achten bei der Protokollaufnahme:rolleyes:

conny-reith
13.07.2011, 14:12
Das kann ich bestätigen.

Wenn die VS ein Haar in der Suppe findet.

Zitat von oben ausführlicher.

----------------------------------------------------------

Lara
wachte aus dem Koma nie wieder auf – im
Januar 2004 starb das Mädchen.
Auf die Eltern kam neben all den Sorgen
und der Trauer aber noch jede Menge
Papierkrieg mit der Unfallversicherung, in
der sie den Reitsport angegeben hatten, zu.
Vereinbart war eine Invaliditätsleistung
von damals 100.000 Mark, ein Krankenhaustagegeld
von 20 Mark und eine Todesfallleistung
von 50.000 Mark. Gezahlt
wurde lediglich das Krankenhaustagegeld.
Warum? „Dass Lara keinen Helm getragen
hat, war im Gelände und auf einem so
jungen Pferd grob fahrlässig, sie traf also
ein großes Eigenverschulden“, so der Vater.
Ein Gutachten hat schließlich geklärt,
dass die Kopfverletzungen in dieser Form
niemals so schwerwiegend aufgetreten
wären, wenn Lara einen Helm aufgehabt
hätte. Gestützt auf dieses Gutachten hat
die Versicherung nicht gezahlt. Nicht einmal
die Todesfall-Leistung wurde ausbezahlt,
da der Tod – dreieinhalb Jahre später
– nicht als unmittelbare Folge des Unfalls
auftrat.
Abgesehen von der emotionalen Tragik.........usw usw

___________________________________________

Also Achtung !

Flynix
13.07.2011, 14:52
...
Meine Versicherung hat ...

Danke für diese Info.

Was war das für eine Versicherung ( also Haftpflicht, Berge-, Unfall oder private Krankenversicherung) ?

Grüße

MURMEL
13.07.2011, 15:40
Hallo zusammen,

ich habe im folgenden mal beispielhaft die BU-Bedingungen von drei Versicherungen kopiert , wo immer auf dieses Thema eingegangen wird. In allen Bedingungen heißt es widerrechtlich und vorsätzlich.
Aber lest bitte selbst.
Wichtig ist aber, daß die vorvertraglichen Angaben (also die Angaben im Antrag) korrekt sind.
Also wenn jemand Gleitschirm im Wettbewerb fliegt, hat er das bei Antragstellung anzugeben, wenn nach Sportarten gefragt wird, sind die anzugeben genauso wie die korrekten Gesundheitsangaben.
Die Versicherungen haben da vielmehr Möglichkeiten, sich ggfs der Leistungspflicht zu entziehen.

Hier nun der Bedingungsauszug :

HDI/Gerling

§ 3 In welchen Fällen ist der Versiche-
rungsschutz ausgeschlossen?
(1) Grundsätzlich besteht unsere Leistungs-
pflicht unabhängig davon, auf welcher Ur-
sache der Versicherungsfall beruht und wo
er eintritt. Bei folgenden Ursachen gilt je-
doch ein Ausschluss der Leistungspflicht.
Der Nachweis des Leistungsausschlusses ist
von uns zu führen.
(2) Wir leisten nicht, wenn die Berufsunfä-
higkeit verursacht ist:
a) unmittelbar oder mittelbar durch Kriegs-
ereignisse; dies gilt nicht, wenn die versi-
cherte Person in unmittelbarem oder mittel-
barem Zusammenhang mit kriegerischen Er-
eignissen berufsunfähig wird, denen sie
während eines Aufenthaltes im Ausland
ausgesetzt und an denen sie nicht aktiv be-
teiligt war;
b) unmittelbar oder mittelbar durch innere
Unruhen, sofern die versicherte Person auf
Seiten der Unruhestifter teilgenommen hat;
c) durch vorsätzliche Ausführung oder den
strafbaren Versuch eines Verbrechens oder
Vergehens durch die versicherte Person;
d) durch absichtliche Herbeiführung von
Krankheit oder Kräfteverfall, absichtliche
Selbstverletzung oder versuchte Selbsttö-
tung, es sei denn, dass uns der Anspruchser-
hebende nachweist, dass diese Handlungen
in einem die freie Willensbestimmung aus-
schließenden Zustand krankhafter Störung
der Geistestätigkeit begangen worden sind;
e) durch eine widerrechtliche Handlung, mit
der Sie als Versicherungsnehmer vorsätzlich
die Berufsunfähigkeit der versicherten Per-
son herbeigeführt haben;
f) durch Strahlen infolge Kernenergie, die
das Leben oder die Gesundheit zahlreicher
Menschen in so ungewöhnlichem Maße ge-
fährden oder schädigen, dass es zu deren
Abwehr und Bekämpfung des Einsatzes der
Katastrophenschutzbehörde der Bundesre-
publik Deutschland oder vergleichbarer Ein-
richtungen anderer Länder bedarf.

WWK
§ 5
In welchen Fällen
ist der Versicherungsschutz
ausgeschlossen?
Grundsätzlich besteht unsere Leistungspflicht unabhängig davon, wie es zu der Berufsunfähigkeit gekommen
ist.
Wir leisten jedoch nicht, wenn die Berufsunfähigkeit verursacht ist:
a) durch vorsätzliche Ausführung oder den Versuch einer Straftat durch die versicherte Person, bei
fahrlässigen und grob fahrlässigen Verstößen (z. B. im Straßenverkehr) werden wir jedoch leisten;
§ 5
In welchen Fällen
ist der Versicherungsschutz
ausgeschlossen?
b) unmittelbar oder mittelbar durch Kriegsereignisse oder innere Unruhen, sofern die versicherte
Person auf Seiten der Unruhestifter teilgenommen hat.
Diese Einschränkung unserer Leistungspflicht entfällt, wenn die versicherte Person während
eines Auslandsaufenthaltes von Kriegsereignissen oder von inneren Unruhen, an welchen sie
nicht aktiv beteiligt ist, betroffen wird, bis zum Ende des zehnten Tages nach deren Beginn.
Nach Ablauf des zehnten Tages leisten wir wiederum nicht, es sei denn, die versicherte Person
ist aus objektiven Gründen, die sie nicht zu vertreten hat, gehindert, das Gefahrengebiet zu
verlassen;
c) durch Strahlen infolge Kernenergie, die das Leben oder die Gesundheit zahlreicher Menschen
derart gefährden, dass zur Abwehr der Gefährdung eine Katastrophenschutzbehörde oder eine
vergleichbare Einrichtung tätig wurde;
d) durch absichtliche Herbeiführung von Krankheit oder mehr als altersentsprechenden Kräfteverfall,
absichtliche Selbstverletzung oder versuchte Selbsttötung der versicherten Person. Wenn
uns jedoch nachgewiesen wird, dass diese Handlungen in einem die freie Willensbestimmung
ausschließenden Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit begangen worden sind, werden
wir leisten;
e) durch eine widerrechtliche Handlung, mit der Sie als Versicherungsnehmer vorsätzlich die Berufsunfähigkeit
der versicherten Person herbeigeführt haben;
f) unmittelbar oder mittelbar durch den vorsätzlichen Einsatz von atomaren, biologischen oder
chemischen Waffen oder den vorsätzlichen Einsatz oder die vorsätzliche Freisetzung von radioaktiven,
biologischen oder chemischen Stoffen, sofern der Einsatz oder das Freisetzen darauf
gerichtet sind, das Leben einer Vielzahl von Personen zu gefährden und mit dem Einsatz oder
dem Freisetzen eine nicht vorhersehbare Veränderung des Leistungsbedarfs gegenüber den
technischen Berechnungsgrundlagen derart verbunden ist, dass die Erfüllbarkeit der zugesagten
Versicherungsleistungen nicht mehr gewährleistet ist, und dies von einem unabhängigen Treuhänder
bestätigt wird.


Conti

Grundsätzlich besteht unsere Leistungspflicht unabhängig davon, wie es zu der Berufsunfähigkeit gekommen
ist.
Wir leisten jedoch nicht, wenn die Berufsunfähigkeit verursacht ist:
a) durch vorsätzliche Ausführung oder den Versuch einer Straftat durch die versicherte Person, bei
fahrlässigen und grob fahrlässigen Verstößen (z. B. im Straßenverkehr) werden wir jedoch leisten;
§ 5
In welchen Fällen
ist der Versicherungsschutz
ausgeschlossen?
b) unmittelbar oder mittelbar durch Kriegsereignisse oder innere Unruhen, sofern die versicherte
Person auf Seiten der Unruhestifter teilgenommen hat.
Diese Einschränkung unserer Leistungspflicht entfällt, wenn die versicherte Person während
eines Auslandsaufenthaltes von Kriegsereignissen oder von inneren Unruhen, an welchen sie
nicht aktiv beteiligt ist, betroffen wird, bis zum Ende des zehnten Tages nach deren Beginn.
Nach Ablauf des zehnten Tages leisten wir wiederum nicht, es sei denn, die versicherte Person
ist aus objektiven Gründen, die sie nicht zu vertreten hat, gehindert, das Gefahrengebiet zu
verlassen;
c) durch Strahlen infolge Kernenergie, die das Leben oder die Gesundheit zahlreicher Menschen
derart gefährden, dass zur Abwehr der Gefährdung eine Katastrophenschutzbehörde oder eine
vergleichbare Einrichtung tätig wurde;
d) durch absichtliche Herbeiführung von Krankheit oder mehr als altersentsprechenden Kräfteverfall,
absichtliche Selbstverletzung oder versuchte Selbsttötung der versicherten Person. Wenn
uns jedoch nachgewiesen wird, dass diese Handlungen in einem die freie Willensbestimmung
ausschließenden Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit begangen worden sind, werden
wir leisten;
e) durch eine widerrechtliche Handlung, mit der Sie als Versicherungsnehmer vorsätzlich die Berufsunfähigkeit
der versicherten Person herbeigeführt haben;
f) unmittelbar oder mittelbar durch den vorsätzlichen Einsatz von atomaren, biologischen oder
chemischen Waffen oder den vorsätzlichen Einsatz oder die vorsätzliche Freisetzung von radioaktiven,
biologischen oder chemischen Stoffen, sofern der Einsatz oder das Freisetzen darauf
gerichtet sind, das Leben einer Vielzahl von Personen zu gefährden und mit dem Einsatz oder
dem Freisetzen eine nicht vorhersehbare Veränderung des Leistungsbedarfs gegenüber den
technischen Berechnungsgrundlagen derart verbunden ist, dass die Erfüllbarkeit der zugesagten
Versicherungsleistungen nicht mehr gewährleistet ist, und dies von einem unabhängigen Treuhänder
bestätigt wird.


Jetzt muß ein Jurist seine Meinung noch dazugeben,
was eine Straftat ist :

Z.B Starten auf nicht zugelassenem Gelände ?
Fliegen ohne entsprechende Lizen ?

Viele Grüße

Michael Conrad


Vorsicht, ich habe mit diesen Dingen beruflich zu tun.

Flynix
13.07.2011, 16:08
Wobei bei diesen Versicherungsbedingung ja selbst bei grober Fahrlässigkeit gezahlt wird.

Und sogar bei Straftaten, selbst wenn sie Ursache der Berufsunfähigkeit sind. Ausgeschlossen wird nur die absichtliche Herbeiführung der BU.

Trotzdem, ich will ja nicht spekulieren, sondern echte Fälle finden.
Und da sieht es für die Panikmacher :eek: bis jetzt noch schlecht aus :)

kerim
13.07.2011, 16:35
Hatte einen Fall hier in England (Februar 2011). Ein sehr guter Freund ist mit seinem Gleitschirm abgestuerzt. Rettung mit Heli, Ruecken Verletzung und Beide Fuesse gebrochen. Da er Schwarzflieger ist haben wir alle gezittert und uns gefragt ob die Versicherung wohl zahlt. Er ist selbststaendiger Fliesenleger und konnte eine Weile nicht arbeiten. Finanziell haette ihn die Sache sehr hart treffen koennen. Aber gluecklicherweise zahlte die Versicherung. Und warum soll sie das auch nicht? Schliesslich zahlt man dafuer doch auch seine Beitraege oder? Bin gespannt ob hier nochmal ein Fall auftaucht wo eine Versicherung nicht gezahlt hat.

Liebe Gruesse

Kerim

MURMEL
13.07.2011, 17:24
Hallo Flynix,

bei Straftaten wird nicht geleistet.

Das hab ich noch gefunden : (Quelle http://www.paracenter.com/downloads/Gleitschirmlehrmappe.pdf)

Straf- und Bußgeldvorschriften
Auch im Bereich des Gleitschirmfliegens sind schwere Verstöße (Straftaten) und für andere
Personen gefährliche Handlungen mit hohen Freiheitsstrafen und empfindlichen Geldbußen
bedroht. So fällt z.B. Trunkenheit beim Fliegen eines Gleitsegels unter die Vorschriften des
Strafgesetzbuches. Darüber hinaus macht sich strafbar, wer ohne Luftfahrerschein fliegt oder
ohne Lehrberechtigung Ausbildung durchführt.
Ordnungswidrigkeiten sind z.B. die Benutzung eines Gleitsegels ohne Musterzulassung oder
nicht vorhandener Versicherungsschutz.

Flynix
13.07.2011, 17:49
Hallo Flynix,

bei Straftaten wird nicht geleistet.


...nach nochmaligem Lesen: stimmt.


Da wäre ja doch mal interessant, wass so alles als Straftat zählt und was lediglich eine Ordnungswidrigkeit darstellt.

iam-peter
14.07.2011, 06:29
... Panikmacher :eek: bis jetzt noch schlecht aus :)

Um die Panik noch zu schüren, ein Auszug aus den AGB von Gerling:
"Gerling GKA AHB-Lu 97.1 §4 : ... Kein Versicherungsschutz besteht, wenn sich bei Eintritt des Schadenereignisses das Luftfahrzeug nicht in einem Zustand befunden hat, der den gesetzlichen Bestimmungen und behördlichen Auflagen über das Halten und den Betrieb von Luftfahrzeugen entsprochen hat und/oder die behördlichen Auflagen, soweit erforderlich, nicht erteilt waren". Aus Thread http://www.gleitschirmdrachenforum.de/showthread.php?10050-Tschechenschirme-amp-Versicherungsschutz

Und ein Statement von Karl Slezak:
"Zu bedenken ist auch, dass jede Versicherung, ob Unfall- (soweit das Flugsportrisiko eingeschlossen ist) oder Lebensversicherung aber auch im Fall der Lohnfortzahlung bei Krankheit (Unfall) gerne zickt, wenn festgestellt wird, dass bei der Tätigkeit, bei der sich der Unfall ereignet hat, ein Verstoß gegen gesetzliche Bestimmungen vorgelegen hat."

Gruß
Peter

Flynix
14.07.2011, 08:13
Um die Panik noch zu schüren, ein Auszug aus den AGB von Gerling:
...

Und ein Statement von Karl Slezak:
"Zu bedenken ist auch, ...

Danke fürs Panik schüren ;)

Gerade von den offiziellen PilotenInteressenvertretern währe doch mal z.B. schön zu hören:


"Es gab in den letzten x Jahren y Unfälle mit Todesfolge, z schwere Verletzungen und yx bleibende Schäden.
Dabei gab es keinen einzigen Fall, bei dem eine Versicherung eine Zahlung verweigert hätte."


Oder eben, falls doch, wie viele und mit welcher Begründung?
Fakten sind irgendwie schon was dolles:) , wobei wilde Spekulationen manchmal auch Spass machen :p

sphinx
14.07.2011, 08:29
Zitat Murmel: "Also wenn jemand Gleitschirm im Wettbewerb fliegt, hat er das bei Antragstellung anzugeben, wenn nach Sportarten gefragt wird, sind die anzugeben genauso wie die korrekten Gesundheitsangaben."

Teilnahme am OLC könnte somit auch als Wettbewerb ausgelegt werden. Wenn man im OLC sonst jeden Flug reinstellt, würde eine Versicherung wohl annehmen, dass man auch einen nicht im OLC reingestellten Flug (Wer macht das schon nach einem Unfall) als Wettbewerbsflug durchgeführt hat.

Ist ja interessant. Da habe ich bislang noch nicht dran gedacht.

sphinx

batflyker
14.07.2011, 09:58
Danke für diese Info.

Was war das für eine Versicherung ( also Haftpflicht, Berge-, Unfall oder private Krankenversicherung) ?

Grüße

Hallo

Ich will keinen Namen nennen, es war meine Unfallversicherung, über die ich bei meinem Arbeitgeber automatisch versichert bin.

FlyBird
14.07.2011, 10:26
als Frage zu sehen:

Ich geh mit A-Schein in CH als D zum ersten mal Fliegen.
Check abgelaufen, verunfalle.
Werde von Freunden ins KH gebracht. Dort wird es als
Sport (Gleitschirmunfall) aufgenommen. Meine standart
Krankenkarte wird verlangt.
Zuhause, melde ich den Unfall beim DHV. Bekomme einen
Fragebogen vom Gerling Konzern. Zahle meine KH-Tagespauschale
(is in CH wohl so) und höre seit dem nichts mehr von irgend
einer Versicherung.

Ging es da um kein Geld (CT, 100km Transport in Spezial Klinik),
oder warum interessiert sich eine Versicherung dafür nicht weiter?

Was passiert, wenn der Hubschrauber dazu kommt? Ich mein das
sind doch auch nur 3-4000€!? Wird da die Polizei hinzugezogen?
Lags daran, dass es keinen Notruf gab?

Frägt die Versicherung erst nach wenn bleibende Schäden auftauchen?


Ich bin in dem Glauben, dass wenn nicht die 110 angerufen wird, so
schnell kein "Fehlverhalten" festgestellt wird.

thmu
14.07.2011, 11:00
...nach nochmaligem Lesen: stimmt.


Da wäre ja doch mal interessant, wass so alles als Straftat zählt und was lediglich eine Ordnungswidrigkeit darstellt.

Neeiiiiiin! Bitte nicht solch eine Steilvorlage für hob um wieder endlos über das Naziflugrecht zu lamentieren!

Flynix
14.07.2011, 11:50
...
Ging es da um kein Geld (CT, 100km Transport in Spezial Klinik),
oder warum interessiert sich eine Versicherung dafür nicht weiter?
...

Wenn ich das richtig verstehe, ist das ein tatsächlich erlebter Fall?

So wie das aussieht, hat in dem Fall die "ganz normale Krankenversicherung" bezahlt.
Die zahlt meines Wiessens so ziemlich immer.

Die Mythen-Bildung um nicht zahlende Versicherungen beginnt meist erst bei solchen Sachen wie BU, Unfall-, und Lebensversicherung.

Die meisten Menschen schmeißen aber das ganze Thema in einen Topf: versichert Ja/Nein. Das ist natürlich Unsinn und würde an echten Beispielen aus der Wirklichkeit vielleicht etwas transparenter.

Die bisherige Erfahrung (auch hier im Fred) zeigt aber, dass in der Realität eine Zahlungsverweigerung, extrem selten ist (noch nie vorgekommen?), obwohl die Versicherungen nach den gängigen Theorien eigentlich immer was finden müssten.

janni
03.10.2011, 13:13
http://www.youtube.com/watch?v=XiXtAJt1ugo&feature=related

Andi1965
13.01.2012, 22:20
Traurige Berufserfahrung. Ohne Rechtschutz kannst Du Dir die Raten der anderen Versicherungen besser auf´s Sparbuch legen.

Gruß
Jörg

PS: hatte noch nie mit einem Gleichtschirmunfall zu tun - bezweifle aber, dass es da anders sein wird
[/B]

wie wahr...wie wahr... !!! Damit die Suchfunktion etwas findet, füge ich die Wörter:

Fliegen im Ausland, ordentlicher Luftfahrerschein, Versicherungsschutz, Schadenfall, Schadensfall

hinzu

meine Ausrüstung kommt in 5 Tagen, ich bin gespannt... mit der alten Ausrüstung habe ich schon einiges erlebt..sozusagen..

skyman
14.01.2012, 10:57
Um die Panik noch zu schüren, ein Auszug aus den AGB von Gerling:
"Gerling GKA AHB-Lu 97.1 §4 : ... Kein Versicherungsschutz besteht, wenn sich bei Eintritt des Schadenereignisses das Luftfahrzeug nicht in einem Zustand befunden hat, der den gesetzlichen Bestimmungen und behördlichen Auflagen über das Halten und den Betrieb von Luftfahrzeugen entsprochen hat und/oder die behördlichen Auflagen, soweit erforderlich, nicht erteilt waren". Aus Thread http://www.gleitschirmdrachenforum.de/showthread.php?10050-Tschechenschirme-amp-Versicherungsschutz

Und ein Statement von Karl Slezak:
"Zu bedenken ist auch, dass jede Versicherung, ob Unfall- (soweit das Flugsportrisiko eingeschlossen ist) oder Lebensversicherung aber auch im Fall der Lohnfortzahlung bei Krankheit (Unfall) gerne zickt, wenn festgestellt wird, dass bei der Tätigkeit, bei der sich der Unfall ereignet hat, ein Verstoß gegen gesetzliche Bestimmungen vorgelegen hat."

Gruß
Peter

Da folgt ein Mythos dem anderen .....

LEWI
14.01.2012, 11:37
// und dazu gehört wahrscheinlich auch das zur Zeit sehr beliebte und oft empfohlene Fliegen mit hoher Flächenbelastung bzw. über dem vom Hersteller zugelassenen Gewichtsbereich.