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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aufhören oder weiter machen?



Thomas58
11.08.2011, 10:39
Hallo zusammen,

ich bräuchte mal einen Rat oder Denkanstoß. :rolleyes:

Ich habe meinen A-Schein 1997 gemacht und den B-Schein ein paar Jahre später. Seit dem sind meine Flüge von Jahr zu Jahr weniger geworden und in den letzten 2 Jahren bei null angekommen. Trotzdem behaupte ich ein gutes Schirmgefühl (viel Groundhandling) und eine sichere Starttechnik zu besitzen. Meine Flugtechnik in anspruchsvollen Situationen ist eher mittelmäßig. :o

Mein Schirm ist jetzt natürlich nicht mehr auf dem neusten Stand – trotz der ‚relativ‘ wenigen Flüge. Die vielen Stunden Groundhandling auf dem Übungshang sind natürlich auch zu berücksichtigen. Mein Gurtzeug und die Rettung sind ebenfalls von 1997. Der letzte Schirm-Check war ok.

Nach den letzten zwei fluglosen Jahren bin ich (53) an dem Punkt mich zu fragen, ob ich mein Hobby langsam an den Nagel hänge :( oder unter welchen Voraussetzungen ich weiter mache. Meine Fitness ist noch im grünen Bereich.

1. Neue Ausrüstung (Kosten?) oder taugt die alte Ausrüstung noch?
2. Bringe ich in Zukunft mehr Zeit fürs Fliegen auf?
3. Wie steht es tatsächlich um mein fliegerisches Können und meine Motivation?

Ich denke, nach einem neuen Check wird es meine betagte Ausrüstung ggf. noch 1-2 Jahre tun, bei der Rettung muss ich mich auf Meinung der Prüfer verlassen. Die Frage der Motivation und der Zeit fürs Fliegen muss ich mir natürlich alleine beantworten. Den Kumpels von früher geht es übrigens ähnlich.

Vielleicht geht es jemandem hier genauso oder ich bekomme hier noch einen Denkanstoß für mein Entscheidung?

Vielen Dank vorab und Gruß aus Langen

Thomas

tjackermann
11.08.2011, 11:10
Tägliche Frage mit Kindern als Versorger
aber mit 52 WEITERMACHEN!
Das Durchschnittsalter der Gleitpiloten liegt- glaub ich- bei 47 J (Quelle:DHV?)
Wenn ich mich umschaue; sind viele über 60 J sogar mal 70.
Ein Sport, der bis ins hohe Alter geht
und die Ausrüstung bei so wenig benutzung hält Jahre (obwohl die Hersateller lieber neues verkaufen
T

cooly
11.08.2011, 11:20
das ist eine ziemlich persönliche Entscheidung, die vorallem davon abhängig ist, womit Du Deine Freizeit verbringen willst, ob Du dazu gleichgesinnte möchtest (oder hast), wieviel Zeit Du aufbringen kannst.

Falls Du Dich fürs weiterfliegen entscheidest, stellt sich die Frage ob Du nur Feierabendabgleiter machen willst oder mehr. Für letzters mal ein Sicherheitstraining einplanen?

Der Rettungsschirm von 1997 gehört in die Tonne.
Hat das Gurtzeug von 97 einen vernünftigen Protektor?
Wie alt ist der Schirm? Wurde beim Check mal die Luftdurchläßigkeit und damit Sackfluggefahr überprüft?

Geier
11.08.2011, 11:29
Hallo Thomas

Ich schließe mich mal an die Aussage von Cooly an. Besonders diese Jahr habe ich auch nur wenige Starts geschafft. Wenn Flugwetter ist, sitze ich im Büro. Habe auch einige Jahr Pause gemacht und dann wieder neu begonnen. Ich bin 55 Jahre alt und freu mich über jeden schönen Flug. Nur Deine Klamotten solltest Du umbedingt mal prüfen lassen und ein Sicherheitskurs zusammen mit Gleichgesinnten machen, hört mit dazu.

Jochen

piti
11.08.2011, 11:57
2. Bringe ich in Zukunft mehr Zeit fürs Fliegen auf?
3. Wie steht es tatsächlich um mein fliegerisches Können und meine Motivation?
Thomas

wenn du diese 2 fragen mit ja beantworten kannst kauf was neues und flieg solange du lust hast.
kannst du aber nur eine frage mit ja beantworten, dann suche dir ein neues hobby.


ihl piti

Westerwälder
11.08.2011, 12:07
Hallo.
Ich stehe vor genau der gleichen Frage.
Deshalb habe ich folgenden Thread gestartet:

http://www.gleitschirmdrachenforum.de/showthread.php?26661-Betreutes-GS-Fliegen-incl.-Ausr%FCstung&

Die letzten zwei Jahre bin ich auch nicht zum fliegen gekommen (keine Zeit, oder wenn Zeit dann Wetter schlecht)
Vor den 2 Jahren war die Flugasbeute schon recht dürftig und wurde immer weniger.
Aber ganz aufhören möchte ich doch nicht. ;)

Gruß
Westerwälder

Hägo
11.08.2011, 12:09
Servus,

zum sicheren Gleitschirmfliegen brauchts (finde ich) regelmäßige "Übung", das ist wie beim Motorradfahren oder (Gebirgs-)Klettern.
Also wenn Fliegen, dann möglichst oft, lange und mit nicht zu langen Pausen dazwischen. Nur dann hat man die nötige Routine
und man fühlt sich sicher bei dem was man tut. Also denke ich, ist das in erster Linie eine persönliche Entscheidung, ob man
beruflich/privat/familiär/geldmäßig es sich so einrichten kann, dass man die nötige Zeit fürs Fliegen hat.

Hägo

lemma
11.08.2011, 12:23
...Die Frage der Motivation und der Zeit fürs Fliegen muss ich mir natürlich alleine beantworten.

2. Bringe ich in Zukunft mehr Zeit fürs Fliegen auf?



Im Grunde hast du deine Frage schon selbst beantwortet.

1) du hast keine Motivation zum Fliegen, spendest dem Hobby keine Zeit = du hast schlichtweg kein Bock drauf = aufhören
2) du hast Bock, Motivation und nimmst dir die Zeit dafür


Bock & Motivation ergeben sich aus dem Spass an der Sache, macht es dir Spass ?

Falkomat
11.08.2011, 12:33
Hier mein Tip:

- Den alte Krempel in den Keller (nicht wegwerfen, sondern für zukünftige Retro-Videos aufheben!)
- Zu einer Flugschule deiner Wahl, mit Leihausrüstung 5 - 10 betreute Flügle machen

Wenn dir dann immer noch 5 Sachen einfallen die geiler sind als Fliegen, dann lass es bleiben und
kümmerst dich einfach um deine anderen Endorphinsprudler.

Wenn nicht, gute gebrauchte/neue Ausrüstung zulegen und die zweite Lebenshälfte genießen.
Eine dritte bekommt man nicht.

Ist dein Ort "Langen" bei Bregenz?
Wenn ja, hast du das GS Paradies vor der Nase und es gibt sowieso keine Ausreden mehr ;)

limeric
11.08.2011, 12:45
Hy, du denkst zu viel, das endet mit aufgabe. Mach ein ausruestungsabdate, und geh einfach fliegen,dann kommst du nicht auf komische ideen. Limeric

Stefan_Schumacher
11.08.2011, 13:32
Servus Thomas,

ein Freund hat mal gesagt, wenn Du sagst, Du hast keine Zeit für Dinge, die Dir wichtig sind, dann stimmt Deinen Planung einfach nicht oder sie sind nicht so wichtig, wie Du sagst.

Ich stehe übrigens auf dem Standpunkt, dass man nicht unbedingt Vielflieger sein muss, um sicher zu fliegen. Sicher fliegst Du, wenn Du in Bedingungen fliegst, die Deinem Können entsprechen, da reichen auch 2 bis 20 Starts im Jahr, wenn man das nötige Etwas mitbringt.

Überprüf doch einmal, was Dir im Moment wichtiger ist. Für viele ist es der Job, weil man soviel Verantwortung übernimmt, für einige die Familie, für jeden gibt es da etwas Individuelles. Finde heraus, was für Dich wichtig ist, und überprüfe, ob Du mit dem derzeitigen Stand auch "zufrieden" bist.

Liegt alles an Dir!
Stefan

dicker-moench
11.08.2011, 14:25
Irgendwann hast du auch so viel Zeit, du weist dann gar nix mehr damit anzufangen. --> Rente

Und wenn du dir nicht schlüßig bist. Es muss ja keine neue Ausrüstung sein, ne Gebrauchte tut es auch. Nur nicht von 1997. Man bekommt ne ganze Ausrüstung oder Einzelteile. Siehe DHV Gebrauchtmarkt. Sonst kann mich mich nur allen anderen Anschließen außer Hägo.
Andi

Vibe
11.08.2011, 14:43
Irgendwann hast du auch so viel Zeit, du weist dann gar nix mehr damit anzufangen. --> Rente

Andi

Kenne ich ganz viele die erzählen "Wenn ich erst einmal in Rente bin..." Ist aber alles Quatsch. Wenn du es jetzt nicht tust, dann tust Du es auch nicht wenn du in Rente gehst. Dann ist es dir nämlich nicht wichtig.

Gruß

Claus

Swift
11.08.2011, 15:17
Aufhören. Der Entschluss ist innerlich wohl schon gefasst, Du suchst vllt. nur noch eine Rechtfertigung.

Grüße

tommi
11.08.2011, 15:31
Thomas, ich denke auch so wie Du schreibst, solltest Du (erst einmal) aufhören.

Einmal weil ich wenig Fliegen für gefährlich halte. Ich denke, dass es von Vorteil ist, wenn einige Vorgänge "wie von selbst ablaufen" weil man sie ständig macht.
Das kannst Du evtl. mit einem sehr gutmütigen Schirm etwas kompensieren, ist aber nicht der Hit.

Vor allem aber, da Dir etwas fehlt. Flieger müssen begeistert sein und leiden, wenn es nicht geht zu Fliegen. Das ist bei Dir (derzeit) nicht so.

Kann ja gut sein, dass Du jetzt aufhörst und es Dich mit der Zeit immer mehr juckt wieder anzufangen.
Und dann wie Flakomat Dir geraten hat:

"Hier mein Tip:

- Den alte Krempel in den Keller (nicht wegwerfen, sondern für zukünftige Retro-Videos aufheben!)
- Zu einer Flugschule deiner Wahl, mit Leihausrüstung 5 - 10 betreute Flügle machen"

Grüße,

Tommi

WillyCH
11.08.2011, 16:15
Hi
Den Vorschlag von Tommi find' ich gut. Geh mal zu einer Flugschule und lass Dich beraten, entdecke das Gefühl wie sich ein "moderner" Schirm starten lässt und gewinne wieder ein Gefühl fürs Fliegen. Wenn danach das "Reissen" wieder kommt, weitermachen. Unbedingt. Wenn nicht, besser aufhören...
Viel Vergnügen und alles Gute
Ueli

Thomas58
11.08.2011, 20:43
Wow - so viele nette Kommentare und Meinungen - vielen Dank!

Das geht von uneingeschränktem 'Weitermachen' bis zu kategorischem 'Aufhören'.

Vielleicht noch ein paar nicht unwichtige Lebensumstände. Ich wohne nicht gerade im Gebirge (ist übrigens das Langen in Hessen ;)) und meiner Meinung nach ist Flachlandfliegerei was für Könner. Die Sicherheitshöhen sind hier einfach viel zu niedrig. Meine übrigen Hobbies sind Geocachen, Klettern, Tanzen, Radeln, Wandern und selten Paddeln.
Ich habe mal versucht die Fahrerei in die Berge durch einen Motorschein zu umgehen - hat mir null Spaß gemacht. Das brummende Dreckding auf dem Rücken hat mich nur genervt.
Tatsächlich ist mein Zeitbudget fürs (regelmäßige) Fliegen seit Jahren einfach immer geringer geworden. Dann habe ich mir auch oftmals den Frust am Startplatz geholt, weil die Bedingungen für mein fliegerisches Können einfach zu anspruchsvoll waren. Ich starte zwar ziemlich sicher rückwärts (sogar 1x auf Lanzarote :eek:) aber im Flachland (z. B. Odenwald) geht mir die Klammer. Ich packe lieber den Schirm wieder ein als meine Gesundheit zu riskieren.

Den Vorschlag bei einer Flugschule einen betreuten Auffrischungskurs zu machen finde ich hervorragend. Zum Einen kann ich dann mal einen Schirm der neuen Generation testen, zum Anderen kann meine Freundin einen Schnupperkurs machen und vielleicht haben wir dann noch ein gemeinsames Hobby mehr. Wie es aussieht, kann ich mit meiner bestehende Ausrüstung (außer an der Düne) wohl nichts mehr anfangen. Das ist natürlich auch ein wichtiger Punkt.

Wir werden auf der Caravan in Düsseldorf wohl einen kleinen Wohnwagen (Adria Action) kaufen und das Budget ist damit mehr als erschöpft. Für eine neue Ausrüstung mit Schirm, Gurtzeug, Rettung und Helm (ist hinüber) fehlt dann momental leider die Liquidität. Aber wenn mich die Flugschulausrüstung wieder motiviert, wird sich auch dafür eine Lösung finden.

Muss mir nur noch überlegen was ich mit der DHV- und Vereinsmitgliedschaft (3x dort geflogen) mache. Wahrscheinlich bis zur Entscheidung 'weitermachen' kündigen.

Abschließend: ich träume tatsächlich oft nachts vom Gleitschirmfliegen und wünsche mir schon sehr, daß mich das Hobby wieder packt. Momentan ist die Flamme durch die äußeren Umstände (altes Material, wenig Zeit, begrenztes Budget) leider ziemlich klein.

Nochmals vielen Dank an alle und Gruß

Thomas

Micha0365
11.08.2011, 21:44
Wenn ich mal zu alt oder zu unlustig bin zum Fliegen, dann fange ich an zu tauchen
und wenn das auch nicht mehr geht, dann studiere ich noch mal.
Und irgend wann will ich mir auch noch eine Segeljacht bauen.

Nur so als Anregung ... :D

chpw
11.08.2011, 22:02
Vor allem aber, da Dir etwas fehlt. Flieger müssen begeistert sein und leiden, wenn es nicht geht zu Fliegen. Das ist bei Dir (derzeit) nicht so. i
Hier möchte ich mich ausnahmsweise mal wieder einklinken. Ich denke, es ist gut, wenn Flieger begeistert sind. Das heißt aber noch lange nicht, dass man nicht auch fliegen kann, obwohl man noch andere Interessen hat! Ich bin einfach genervt von dieser Mystifizierung des Gleitschirmfliegens. Natürlich wirkt es sich stark auf das Leben aus, man hängt am Wetter, ist viel unterwegs und ist emotional sehr beteiligt. Und sicher kann man gar nicht genug Zeit mit airtime und groundhandling verbringen. Und vielleicht schaut jemand, für den unser Sport Priorität Nummer 1 ist, naserümpfend auf so einen Freizeitflieger. Ist doch egal, auch ein Abgleiter kann geil sein! Ich verstehe einfach nicht, warum bei uns jeder meint, seine Art zu fliegen sei die Richtige? Aber natürlich bin auch ich ein Besserwisser: Du hast eine Ausrüstung von ´97? Weg damit! Nichts, aber auch gar nichts davon, solltest Du heute noch benutzen. Egal, wie wenig es gebraucht ist. Gerade das seltene, wenig erfahrene Fliegen sollte mit halbwegs aktueller Ausrüstung erfolgen. Macht auch mehr Spaß ...
... und den wünsche ich Dir,
Chris

Cacao
11.08.2011, 22:07
Komisch, dass darauf keiner kommt. Denn Thomas58 hat ja seit2 Jahren aufgehört, soweit ich lese. Die Frage müsste lauten: Soll ich wieder anfangen, oder soll ich es bei Ausstieg belassen.
Wenn wieder Einstieg, dann mit Flugschule. Wenn aber das Geld nicht reicht, dann ist eigentlich die Entscheidung gegen das Fliegen schon gefallen.

Thomas58
11.08.2011, 23:09
Komisch, dass darauf keiner kommt. Denn Thomas58 hat ja seit2 Jahren aufgehört, soweit ich lese. Die Frage müsste lauten: Soll ich wieder anfangen, oder soll ich es bei Ausstieg belassen.
Wenn wieder Einstieg, dann mit Flugschule. Wenn aber das Geld nicht reicht, dann ist eigentlich die Entscheidung gegen das Fliegen schon gefallen.

Deswegen habe ich hier gepostet um solche Denkanstöße zu bekommen - danke! Bei Licht betrachtet geht es tatsächlich eher um einen 'Wiederanfang' als ums 'Weitermachen'. Das mit der Flugschule ist tatsächlich der beste Schritt. Die finanzielle Frage werde ich im zweifelsfall auch gelöst bekommen.

Ich denke, ich werde ganz schnell merken, ob mich das Gleitschirmfieber wieder packt oder nicht. Beim Motorgleitschirm habe ich nach dem ersten Überlandflug sofort gewußt - das ist nicht mein Ding. Hat mich null berührt. Ganz anders als beim Thermikfliegen im Allgäu :D

Gruß
Thomas

paraherbie
11.08.2011, 23:13
Hallo Thomas,
irgendetwas machst Du falsch. Keine Zeit und kein Geld? Kenne die Situationen keine Zeit, dafür Geld oder Zeit und kein Geld. Das solltest Du zuerst lösen.

Das Dir Fliegen fehlt kann ich schon heraushören. Aber wenn Dir was fehlt, dann richte Dich halt danach und gebe die anderen Hobbies nach und nach auf, Du verzettelst Dich damit, deswegen kommst Du auch nicht mehr zum fliegen. Außerdem hast Du dann auch wieder mehr Geld zum Fliegen und nach und nach Ausrüstung kaufen. Vielleicht brauchst Du ja nicht alles neu, sondern kannst es nach und nach ersetzen.

Ich habe es z.B. aufgegeben, Musik zu machen, fehlt mir schon irgendwie, aber das Fliegen ersetzt es mehr als was mir fehlt!
Ich wohne übrigens in Deiner Nähe und fliege auch im Odenwald. Es stimmt schon dass das Gelände nichts für Anfänger, (bis auf die Übungshänge) ist.
Wenn Du mehr zum Fliegen kommst wirst Du automatisch wieder besser und kannst dann auch wieder sicher im Odenwald fliegen.
Es gibt auch schöne Fluggebiete an der Mosel, im Schwarzwald und Vogesen. Wenn Du ganz verrückt bist, (so wie ich) fährst Du so oft wie es geht in die Alpen und fliegst zwischendrin zu Hause. Dann wird das mit der Routine auch wieder.

Wenn Du keine Lust hast, wegen dem Fliegen auf ein anderes Hobby zu verzichten, dann lass das Fliegen sein, das wird nichts! (aber nur dann)

Viele Grüße
Herbert

Thomas58
12.08.2011, 09:15
Hallo Thomas,
irgendetwas machst Du falsch. Keine Zeit und kein Geld? Kenne die Situationen keine Zeit, dafür Geld oder Zeit und kein Geld. Das solltest Du zuerst lösen.

Das Dir Fliegen fehlt kann ich schon heraushören. Aber wenn Dir was fehlt, dann richte Dich halt danach und gebe die anderen Hobbies nach und nach auf, Du verzettelst Dich damit, deswegen kommst Du auch nicht mehr zum fliegen. Außerdem hast Du dann auch wieder mehr Geld zum Fliegen und nach und nach Ausrüstung kaufen. Vielleicht brauchst Du ja nicht alles neu, sondern kannst es nach und nach ersetzen.

Wenn Du keine Lust hast, wegen dem Fliegen auf ein anderes Hobby zu verzichten, dann lass das Fliegen sein, das wird nichts! (aber nur dann)

Viele Grüße
Herbert

Ich denke, das trifft den Nagel auf den Kopf.

Ich muss mich ganz ehrlich fragen, ob ich bereit bin andere Hobbies zu reduzieren und mehr Zeit fürs Fliegen aufzuwenden. Alles geht einfach nicht. Und nur 2x im Jahr ein paar Tage ins Allgäu zu fahren, generiert keine fliegerische Sicherheit. Früher war ich jede freie Minute am Übungshang und jetzt scheinen andere Hobbies wichtiger (das ist ganz sicher die Schlüsselfrage bei meinem Dilemma).
Hilfreich wird aber in jedem Fall ein Auffrischungskurs in der Flugschule sein um ggf. die alte Leidenschaft wieder zu entfachen.

Also Fazit:
1.) kann ich mir - realistisch betrachtet - zeitlich das Fliegen noch erlauben und worauf würde ich verzichten? Das ist die wichtigste Frage! Die muß ich zuerst beantworten.
2.) wenn 'ja' - ab in die Flugschule und mal sehen was passiert.
3.) danach gutes Gebrauchtmaterial kaufen und wieder das Fliegen genießen.

Hab ich was vergessen?:confused:

Vibe
12.08.2011, 09:25
Kann es sein, dass das Dilemma auch mit Deiner Frau zu tun hat ? Teilst du die anderen Hobbies mit ihr und fliegen tut sie eben (noch) nicht ?
Ich würde das verstehen. Meine Frau ist auch, was Hobbies angeht, sehr sportlich orientiert und wenn sie nicht fliegen würde, dann wäre es sicher auch für mich schwierig und ich würde versuchen andere Hobbies zu finden die ich mit ihr zusammen machen kann.
Wenm es so ist, dann lass sie halt den Schnupperkurs machen (ich würde den sogar einem Tandemflug vorziehen) und wenn sie auch Spaß dran bekommt, dann ergibt sich alles von alleine. Meine Frau und ich richten jeden Urlaub danach aus das wir viel in die Luft kommen und wenn es mal ein langes WE gibt versuchen wir auch raus zu kommen und das obwohl wir mitten im Ruhrgebiet wohnen.

Gruß

Claus

DonQuijote
12.08.2011, 09:38
kann ich mir - realistisch betrachtet - zeitlich das Fliegen noch erlauben und worauf würde ich verzichten? Das ist die wichtigste Frage!
Genau. Mach mal ne Tabelle. Auf der einen Achse steht:
- Geocachen
- Klettern
- Tanzen
- Radeln
- Wandern
- Paddeln
- Fliegen

Auf der anderen Achse steht "+" und "-".
Jetzt schreibst Du alle Aspekte rein, die Dir einfallen. Was gibt mir das jeweilige Hobby? Was muss ich dafür aufwenden? Räumliche Aspekte, Auswirkungen auf die Beziehung bzw. Deine Frau, Kohle usw...

Dann nimm die beiden besten - und lass den Rest einfach bleiben ;)
Das ist zwar sehr typabhängig, aber ich glaube dass es im Endeffekt für die meisten beglückender ist, wenn man sich etwas fokussiert.

Carmina
12.08.2011, 09:43
Hör auf damit, bevor du einen Unfall machst.

Pikachu
12.08.2011, 10:01
Beruf, Familie und Freizeit...

Wer das optimal organisiert, bekommt einen Preis! ;)

Lieber Thomas, ich kann dich so gut verstehen...

Leider gibt es Berufe bzw. Jobs, in denen ein "pünktlicher Feierabend" nicht immer drin ist, und je höher man in der Verantwortung steht, desto weniger flexibel ist man, was außerberufliche Tätigkeiten anbelangt. Da Fliegen auch nicht sooo billig ist, sehe ich oft Menschen mit relativ gutem Einkommen am Startplatz; dann fehlt aber oft die Zeit, die Jüngere mitbringen können.

Was aber in jedem Fall möglich ist: Jahreszeit- und wetterabhängige Organisation der Freizeitaktivitäten. Und bei Überschneidungen Einzelfallentscheidungen treffen!

Mal ehrlich: Wenn es draußen 30° sind, würde ich nicht radeln und auch nicht tanzen. Aber vielleicht Fliegen! Oder, falls der Wind zu stark ist, vielleicht paddeln?

Im Winter geht Tanzen wunderbar, was auch der Ehefrau wieder zugute kommt (ich nehme mal an, sie ist Deine Partnerin), weil dann die Outdooraktivitäten eher in den Hintergrund rücken.

Generell betrachtet, gibt es Schwerpunktsportler und auch "Generalisten", "Schnupperer", die möglichst viel ausprobieren wollen und viel Abwechslung mögen. Wenn Du zu letzteren gehörst, dann sollte Dir natürlich auch klar sein, daß Deine Übung für jede einzelne Aktivität begrenzt bleibt und Dein Limit damit immer weit niedriger liegen wird als bei Schwerpunktsportlern.

Dennoch muß man nicht verzichten, wenn man in seinen Grenzen verbleibt! Da Du ausgebildeter ULer bist, kennst Du Dich auch sehr gut mit meteorologischen Gegebenheiten aus. Flieg also weiter, aber nur, wenn die Umstände es zulassen! Und wenn es Dir Spaß macht. (Vielleicht liegt ja da das Problem? Vielleicht hast Du als Generalist bereits die Lust verloren und Hunger auf etwas Neues? ;) )

Thomas58
12.08.2011, 21:54
Hör auf damit, bevor du einen Unfall machst.

Das ist übrigens in meinem Alter ein nicht so ganz abwegiges Argument! Da denke ich natürlich auch dran.

Wenn ich dann morgens vom Joggen komme oder im Steinbruch an der Wand hänge dann meine ich trotzdem - ich war schon mal unfitter ;)

Trotzdem - Botschaft ist angekommen und ganz sicher mehr als eine Überlegung wert. Ich hab auch wirklich schon brenzlige Situationen erlebt und weiß wie wichtig automatische Abläufe, Erfahrung und schnelle Reaktionen sind.

Also danke für das Argument!

Thomas58
12.08.2011, 22:15
Beruf, Familie und Freizeit...

Wer das optimal organisiert, bekommt einen Preis! ;)

Generell betrachtet, gibt es Schwerpunktsportler und auch "Generalisten", "Schnupperer", die möglichst viel ausprobieren wollen und viel Abwechslung mögen. Wenn Du zu letzteren gehörst, dann sollte Dir natürlich auch klar sein, daß Deine Übung für jede einzelne Aktivität begrenzt bleibt und Dein Limit damit immer weit niedriger liegen wird als bei Schwerpunktsportlern.

Dennoch muß man nicht verzichten, wenn man in seinen Grenzen verbleibt! Da Du ausgebildeter ULer bist, kennst Du Dich auch sehr gut mit meteorologischen Gegebenheiten aus. Flieg also weiter, aber nur, wenn die Umstände es zulassen! Und wenn es Dir Spaß macht. (Vielleicht liegt ja da das Problem? Vielleicht hast Du als Generalist bereits die Lust verloren und Hunger auf etwas Neues? ;) )

Das mit dem Generalist ist auf mich definitiv zutreffend. Ich mache nichts fanatisch. Ich war mal in einem Gleitschirm-Camp in Frankreich und hat riesen Spaß gemacht. Nach ein paar Tagen hatte ich genug vom Fliegen und hab mir lieber die Gegend angeschaut. Geht mir aber mit dem Cachen oder Klettern auch so. Die Ausgewogenheit ist mehr mein Ding.
Somit wird das Fliegen auch auf eine Abwegungsentscheidung hinaus laufen. Ich weiß aber, daß das Fliegen regelmäßig praktiziert werden muß, denn im Gegensatz zum Klettern gibts in der Luft keinen Sicherungspartner. :eek:

Vielleicht wird meine Partnerin (mit der ich alle Hobbies teile) sich beim Schnupperkurs (würde sie sofort mitmachen) auch fürs Fliegen begeistern und dann werden die Karten in Sachen Freizeitgestaltung eh komplett neu gemischt.

Was ich hier aber sehe ist, daß mein Dilemma doch wesentlich vielschichtiger ist, als ich dachte. Ich bin/war eigentlich immer sehr stolz auf meine Entscheidungsfreudigkeit. Aber in diesem Fall (mit den neuen Hobbies und der reduzierten Zeit) weiß ich echt nicht was ich machen soll.

Ich werde die ganzen Meinungen hier noch mal gründlich durchlesen (noch mal vielen Dank dafür) und auf meine innere Stimme hören. Ich möchte diesen Konflikt nur endlich mal los werden, denn die Grüblerei belastet mich seit langem. :mad:

Nachdenkliche Grüße :confused:
Thomas

Blue"s"ky
13.08.2011, 09:18
"Nach ein paar Tagen hatte ich genug vom Fliegen und hab mir lieber die Gegend angeschaut. Geht mir aber mit dem Cachen oder Klettern auch so. Die Ausgewogenheit ist mehr mein Ding."

Hallo Thomas,
diese 3 Sätze reichen fast für eine Antwort.
Irgendwie klingt das nach innerer Unruhe oder täusche ich mich da ?
Mal schnell dies, mal schnell das, dann mal fix jenes.

Wenn Du dir gerne die Gegend anschaust und dir das Freude macht gäbe es immer noch die Leichtausrüstung mit der Du auf den Berg gehst, dir dabei die Gegend anschauen kannst und anschließend wenn es passt gemütlich in´s Tal segelst.

Gruß
Sepp

"In der Ruhe liegt die Kraft"
so alt und abgedroschen und trotzdem...

Gregor
13.08.2011, 11:02
Thomas,

ich bin in einer ähnlichen Situation. A-Schein seit 1995, aber nur Gelegenheitsflieger. Letzter Flug vor 2 Jahren. Nur meine Ausrüstung ist aktueller als deine :-)

Ich bin aber davon entfernt, das Fliegen aufzugeben. Ich weiß auch, dass man eigentlich mehr fliegen sollte, damit es sicherer wird. Aber man muss ja nicht alles mitmachen beim fliegen. Von daher fahre ich schon seit Jahren in das immer gleiche Fluggebiet (Stubaital) und mache da auch keine wilden Sachen. Sollte ich mich unsicher fühlen oder mehr erleben wollen, dann schließe ich mich einer Flugschule an. Genau das hatte ich nämlich vor 2 Jahren auch gemacht, im Allgäu. Und ich hoffe, dass ich das die nächsten Jahre auch noch so mache. Ich denke mal, dass ich in 2 Wochen wieder losfahre Richtung Stubai..... :-)

Gregor

didi0851
16.08.2011, 21:37
Hallo Thomas,
ich konnte aus gesundheitlichen Gründen das vergangene Jahrzehnt nicht fliegen.
Meine letzte Eintragung im Flugbuch war im April 2001 , Wallberg.
Die Ausrüstung lag trocken und temperiert in der Bodenkammer.
Ich mußte sogar vor 3 Jahren mein Wohnmobil verkaufen, da ich keine Perspektive erkennen konnte.
Seit März diesen Jahres habe ich in meiner Umgebung mit Hilfe von Google Earth alle brauchbaren Hänge und Wiesen untersucht und bin auch vor Ort gewesen.
Ich habe wieder angefangen, Rückwärts-Start nach den Zeitungsartikeln zu trainieren und fühlte mich nach ca. 3 Wochen wieder als Herrscher über den Flügel, der zwar veraltet, aber voll funktionsfähig ist.
Seit Juni fliege ich wieder an kleineren Hängen mit geringer Flughöhe.
Der Anfang war nicht leicht und ich habe mich durch nichts und niemanden antreiben lassen, außer meinem eigenen Willen.
Der erste Flug war ein sehr aufregendes Ereignis, aber alles lief wie gelernt und jetzt habe ich bereits eine Menge Selbstbewußtsein aufgebaut und nutze möglichst jeden fliegbaren Tag.
Wenn die Leute über den verregneten Sommer klagen, denke ich mit sehr positiven Erinnerungen an jeden einzelnen meiner Schönwetter-Flüge im Sommer 2011.

Du mußt nun selbst entscheiden, was Dir das Fliegen bedeutet.
Natürlich verfolge ich laufend die grandiosen XC-Flüge im Internet und bewundere die Leistung der Piloten. Für mich persönlich zählen vor allem meine eigenen Erlebnisse.

Gruß didi0851