PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fullstall-Übungen beim Groundhandling



SATurn
20.10.2011, 15:11
Wir waren dieser Tage wieder mal über Wasser und ich für meinen Teil habe Stalls trainiert.
Dabei ist mir aufgefallen, daß ich von den vielen Stunden "Schirm-am-Boden-verkehrt-Fliegen" stark profitiert habe.

Obwohl ich diesen speziellen Schirm noch nie gestallt hatte, waren mir die Differenzen des Steuerdrucks irgendwie vertraut.
Ich bzw. eher meine Arme "wussten" automatisch was sie zu tun hatten und wo die verschiedenen Druckpunkte liegen.

Wer ohnehin viel groundhandelt und ans Sackflug bzw. Stalltraining denkt, dem kann ich folgende Übungen nur empfehlen.

Einstiegsübung: Normal einhängen und Schirm mit der Eintrittskante nach unten auflegen. Mittels der Steuerleinen (anbremsen) "aufziehen" und auf etwa 45-60 Grad halten. Das entspricht in etwa der Tailslide- bzw. Vorfüllposition.

Fortgeschrittenenübung: Den Schirm "wandern" lassen. Also aus der Vorfüllposition "stallen" und wieder "vorfüllen".

Angeberübung: Den Schirm normal über sich fliegen, einseitig abreissen (Kappe dreht um 180 Grad) und auf der Vorfüllposition wieder abfangen.

Águila Austriaca
20.10.2011, 15:32
Wir waren dieser Tage wieder mal über Wasser und ich für meinen Teil habe Stalls trainiert.
Dabei ist mir aufgefallen, daß ich von den vielen Stunden "Schirm-am-Boden-verkehrt-Fliegen" stark profitiert habe.

Obwohl ich diesen speziellen Schirm noch nie gestallt hatte, waren mir die Differenzen des Steuerdrucks irgendwie vertraut.
Ich bzw. eher meine Arme "wussten" automatisch was sie zu tun hatten und wo die verschiedenen Druckpunkte liegen.

Wer ohnehin viel groundhandelt und ans Sackflug bzw. Stalltraining denkt, dem kann ich folgende Übungen nur empfehlen.

Einstiegsübung: Normal einhängen und Schirm mit der Eintrittskante nach unten auflegen. Mittels der Steuerleinen (anbremsen) "aufziehen" und auf etwa 45-60 Grad halten. Das entspricht in etwa der Tailslide- bzw. Vorfüllposition.

Fortgeschrittenenübung: Den Schirm "wandern" lassen. Also aus der Vorfüllposition "stallen" und wieder "vorfüllen".

Angeberübung: Den Schirm normal über sich fliegen, einseitig abreissen (Kappe dreht um 180 Grad) und auf der Vorfüllposition wieder abfangen.

Kleines Video wäre gut.:cool:

H.M.Murdoch
20.10.2011, 15:35
Also das Teil wie beim "Sandausdertüteklopfen" auf die NAse drehen und kräftig anbremsen damit das Teil steigt. Hab ich noch nie probiert. Mir reichte es wenn sich das Flügelchen erhob und der Dreck in die Nase purzelte. Ist aber mal ne nette Idee...:)

123kem
20.10.2011, 15:59
Wir waren dieser Tage wieder mal über Wasser und ich für meinen Teil habe Stalls trainiert.
Dabei ist mir aufgefallen, daß ich von den vielen Stunden "Schirm-am-Boden-verkehrt-Fliegen" stark profitiert habe.

Obwohl ich diesen speziellen Schirm noch nie gestallt hatte, waren mir die Differenzen des Steuerdrucks irgendwie vertraut.
Ich bzw. eher meine Arme "wussten" automatisch was sie zu tun hatten und wo die verschiedenen Druckpunkte liegen.

Wer ohnehin viel groundhandelt und ans Sackflug bzw. Stalltraining denkt, dem kann ich folgende Übungen nur empfehlen.

Einstiegsübung: Normal einhängen und Schirm mit der Eintrittskante nach unten auflegen. Mittels der Steuerleinen (anbremsen) "aufziehen" und auf etwa 45-60 Grad halten. Das entspricht in etwa der Tailslide- bzw. Vorfüllposition.

Fortgeschrittenenübung: Den Schirm "wandern" lassen. Also aus der Vorfüllposition "stallen" und wieder "vorfüllen".

Angeberübung: Den Schirm normal über sich fliegen, einseitig abreissen (Kappe dreht um 180 Grad) und auf der Vorfüllposition wieder abfangen.
Danke für deine Erfahrung! :)
Deine ersten beiden Übungen werde ich mal ausprobieren. Ich hab meinem "neuen" Schirm (von 1-2 auf 2) zwar schon in sehr heftigen Thermiken und Turbulenzen sicher beflogen und viel Groundhandling praktiziert, aber noch kein ST damit absolviert.


Grüße,
Kilian

Laisch
20.10.2011, 16:56
Kleines Video wäre gut.:cool:

Hier:

Bei 2:20 siehst kurz was gemeint ist ;)


http://vimeo.com/15931684
http://vimeo.com/15931684

SATurn
20.10.2011, 17:31
Nicht entmutigen lassen wenns mit den grossen Serienschirmen nicht ganz so leicht klappt wie on Toms Video. ;)

Águila Austriaca
20.10.2011, 18:09
Hier:

Bei 2:20 siehst kurz was gemeint ist ;)


http://vimeo.com/15931684
http://vimeo.com/15931684

Danke, suuuupppper Video. Das am Boden:D werde ich sicher versuchen:cool:, daß in der Luft:eek:, sicher nicht:o.

dicker-moench
20.10.2011, 19:18
was ich letztens beim Groundhandling auch festgestellt habe, dass man hier Verhänger, selbst wenn sie groß sind, über ein kurzes Abreisen/Stallen der Gegenseite raus bekomme. Wirklich nur brachial tief runterreisen und sofort frei geben. Selbst wenn die Kappe noch nicht im Zenit steht, geht das Problemlos. Funzte mit dem Cayenne und mit dem Aircross 1-2er.

schwachwindkomiker
20.10.2011, 20:33
hey tom... vielen dank für des richtig guade video. voi geil zum 300moi ahschaun. jetzt mog i sofort ausse aufd wiesen.

Andreas Wolkerstorfer
23.10.2011, 20:22
http://www.youtube.com/watch?v=KY0Pgf7h9ec

(zeigt die "Angeberübung")

HumanFly
24.10.2011, 12:46
Ich finde diese Übung auch überaus sinnvoll und praktisch, insbesondere um z.B. den Sand an der Düne wieder aus dem Schirm zu bekommen.

Ich wurde jedoch gewarnt, dass es sehr schnell passieren kann, dass der Schirm, der ja mit der Eintrittskante nach unten geflogen wird, auf die Eintrittskannte knallt, wobei gerne mal Zellwände, bzw. das Innenleben der Kappe in Mitleidenschaft gezogen wird.
Könnt ihr das bestätigen? Gibt es einen Trick mit dem man das vermeiden kann?

Wie steuert ihr den Schirm "im Rückwärtsflug" grundsätzlich? Benutzt ihr nur die Steuer- / Bremsleinen? Nutzt ihr die A-Leinen, die jetzt ja quasi an die Schirmunterseite führen, als Bremsleinen?

Gruß,
Andi

SATurn
24.10.2011, 13:00
Ich wurde jedoch gewarnt, dass es sehr schnell passieren kann, dass der Schirm, der ja mit der Eintrittskante nach unten geflogen wird, auf die Eintrittskannte knallt, wobei gerne mal Zellwände, bzw. das Innenleben der Kappe in Mitleidenschaft gezogen wird.
Könnt ihr das bestätigen? Gibt es einen Trick mit dem man das vermeiden kann?

Hallo Andi, der "Trick" ist daß Du die Steuerleinen nicht zu weit freigibst. Am Anfang passiert`s sicher mal daß die Kappe auf den Boden knallt. Deswegen zu Beginn lieber einen älteren Schirm nehmen ;)


Wie steuert ihr den Schirm "im Rückwärtsflug" grundsätzlich? Benutzt ihr nur die Steuer- / Bremsleinen? Nutzt ihr die A-Leinen, die jetzt ja quasi an die Schirmunterseite führen, als Bremsleinen?

Nur die Bremsleinen. Durch Nachgeben bzw. Anziehen hältst Du die Kappe in dem Bereich schräg vor Dir indem es sich am ruhigsten anfühlt bzw. die Kappe mehr oder minder ganz geöffnet bleibt.

Vibe
24.10.2011, 13:05
Noch zu erwähnen wäre, dass der Körpereinsatz bei dieser Übung extrem wichtig ist. Nur über die Bremsleinen geht das so gut wie gar nicht (vor allem bei niedrig qualifizierteren Schirmen ist es sehr schwer). Man muss sich sehr stark nach hinten lehnen. Deshalb ist es für viele am Anfang viel einfacher es erst einmal im Sitzen zu erlernen, weil man sich dann weit nach hinten lehnen kann ohne Gefahr zu laufen umzufallen. (Klingt lustig ist aber so).

Gruß

Claus

SATurn
24.10.2011, 13:43
Deshalb ist es für viele am Anfang viel einfacher es erst einmal im Sitzen zu erlernen, weil man sich dann weit nach hinten lehnen kann ohne Gefahr zu laufen umzufallen.

Stimmt. Im Winter auf Schnee kann man so auch schon mal ein paar hundert Meter am Hosenboden zurücklegen ;)

Andi1965
24.10.2011, 20:45
das werde ich testen.. :-)
kann man die Übung auch Einleiten mit dem Runterziehen einer A-Leine? Statt stallen mit der Bremse?
Kann man den Schirm auch wieder zurückdrehen??

Grüße Andi

SATurn
24.10.2011, 20:56
das werde ich testen.. :-)
kann man die Übung auch Einleiten mit dem Runterziehen einer A-Leine? Statt stallen mit der Bremse?

Kannst Du mal probieren... :) Obs allerdings Sinn macht...?

Kann man den Schirm auch wieder zurückdrehen??
Klar, gutes Timing vorrausgesetzt, kein Problem.

Laisch
25.10.2011, 07:32
Wie steuert ihr den Schirm "im Rückwärtsflug" grundsätzlich? Benutzt ihr nur die Steuer- / Bremsleinen? Nutzt ihr die A-Leinen, die jetzt ja quasi an die Schirmunterseite führen, als Bremsleinen?


Das ganze kannst du dir so vorstellen, wie wenn du normal mit den A-Gurten (in jeder Hand einer) handelst.
Ziehst du rechts mehr an steigt die rechte Seite schneller, ziehst du links ...
Gerade das schwierige dabei am Anfang ist, dass man im Vorhinein schon wissen muss was der Schirm demnächst macht um richtig gegenzusteuern.
Gewichtsverlagerung spielt dabei auch eine große Rolle, so kanns nämlich schnell passieren dass der Schirm plötzlich außerhalb des Windfensters ist (zu schräg zum Wind) und dann wird eine Seite schlechter angeströmt und unterschlägt andauernd.
Wenn man die Zusammenhänge versteht kann man so z.B. den Schirm der beim verpatzten Start plötzlich auf der Eintrittskante liegt wieder zurückdrehen. Am einfachsten geht das wenn man eine Bremse gefühlvoll zieht, so dass die eine Schirmseite steig und dann mit dieser mitwandert. Und schon liegt er wieder normal.
Wer es noch besser machen will kann es so machen wie axel mit seinem Seven in dem Video bei 2:15 ca.

http://vimeo.com/18800455

Wird mit 1-2ern warscheinlich nicht funktionieren ohne Bodenberürung. Aber z.b. mit dem Aspen gehts.
Braucht halt sehr viel Übung und Feingefühl.
So wie der Axel bring ichs z.B. nur selten hin, meistens streift kurz der Stabilo.


Nachtrag: A-Leine als Bremse missbrauchen brauchst du nicht, da die sowieso kürzer sind als die Bremsleinen und er sozusagen dauernd angebremst ist ;)

Pleasure
25.10.2011, 08:46
Stimmt. Im Winter auf Schnee kann man so auch schon mal ein paar hundert Meter am Hosenboden zurücklegen ;)

oder bei Starkwind über die Düne bis ins Lee gezogen werden... so gesehen letztes Jahr in Iquique :D

sah lustig aus

HumanFly
25.10.2011, 15:55
danke für die guten Antworten!

ich versuchs mal zusammen zu fassen..

Der Schirm liegt mit der Eintrittskante nach unten auf dem Boden. Ich blicke zum Schirm, die Tragegurte sind "normal" eingehängt und die Leinen laufen nicht überkreuzt, ich greife mir beide Steuerleinen. Der Schirm wird vom Wind am Boden gehalten, weil die A-Leinen, die jetzt als D-Ebene / Bremsen fungieren, quasi zu kurz sind und der Schirm dadurch angebremst wird.
Wenn ich jetzt beide Steuerleinen symetrisch verkürze entspricht das dem üblichen Zug an den A-Leinen und der Schirm beginnt vor mir zu steigen.
Gebe ich die Bremsleinen frei fällt der Schirm, wegen der verkürzten A-Leinen, nach unten auf die Eintrisskante. Das sollte man vermeiden, weil die Zellen platzen können bzw. das Innenleben beschädigt wird.
Ziehe ich zuviel an den Bremsen entspricht das einem Frontstall.
Kommt der Schirm rechts schneller hoch müsste ich also die rechte Bremse etwas nachlassen und links etwas mehr anziehen, analog zum "normalen" aufziehen mit den A-Gurten.

Wie funktioniert das mit der Gewichtsverlagerung / drehen der Hüfte?
Ist es möglich einen aktuellen 1-2 Schirm so stabil 90° überm Kopf zu kontrollieren?
Könnte man so quasi im Sackflug rückwärts starten? :eek:

El Zorro
25.10.2011, 16:15
Nein, rückwärts starten geht so nicht. Im Prinzip hast Du es schon richtig erfasst. Nur, wenn Du die Bremsen zu weit ziehst entspricht das nicht einem Front- sondern einem Fullstall. Ein Frontstall in dem Sinn gibt es nicht, denn es kann sich nichts entleeren. Ist im Prinzip wie in der Luft auch. Beim Stall ist der Schirm ja weitgehend schon entleert, was soll also da klappen? ;)

Am besten Du fühlst über den Zug auf den Bremsen, was der Schirm will. ( Links oder rechts oder beidseitig anfahren ).
Wenn der Zug z.B. abrupt zunimmt, ist der Schirm im Begriff anzufahren - also nach vorne zu wollen. Da können dann mal schnell überrschende Kräfte wirken.
Und wenn das nicht in Deinem Sinn ist, hältst Du jeweils dagegen. Am besten immer dem Schirm etwas voraus sein, das bringt aber nur die Erfahrung.
Ist gar nicht so schwer. Bei zuviel Sand in der Front - etwa im zweistelligen Kilobereich, geht dann aber auch nichts mehr und man muss das Gröbste zunächst von Hand rausschütten.

Gruß
Bernd

Vibe
25.10.2011, 16:38
Ein ungleichmäßiges Steigen des Schirmes über die Bremsleinen zu kontrollieren geht übrigens nur in ganz, ganz kleinem Maße. Du must 99,9% schon dadurch korrigieren das du richtig zum Schirm stehst.

Gruß

Claus

HumanFly
25.10.2011, 17:50
danke und was ist mit:

Wie funktioniert das mit der Gewichtsverlagerung / drehen der Hüfte oder "unterlaufen"?
Ist es möglich einen aktuellen 1-2 Schirm so stabil 90° überm Kopf zu kontrollieren?

andsch
25.10.2011, 19:53
... 90° überm Kopf zu kontrollieren?

Wärend die Kappe beim Vorwärtsflug sauber von Luft umströmt wird und du einen Innendruck in der Schirm hast wird das Tuch im Flyback oder Sackflug primär von unten angeströmt. Daher wirst du den Schirm am Boden nie 90° über dich bekommen, wenn die Strömung von unten fehlt kollabiert die ganze Geschichte.
In der Luft sorgt das "Fallen" nach unten für die entsprechende Anströmung der Kappe, wie beim Fallschirm. Daher heisst der Sackflug im englischen auch Parachutal.
Da hast du den Schirm dann auch 90° über dir.
<disclaimer>bitte nicht einfach so ausprobieren!</disclaimer> ;)

Laisch
26.10.2011, 10:47
danke und was ist mit:

Wie funktioniert das mit der Gewichtsverlagerung / drehen der Hüfte oder "unterlaufen"?
Ist es möglich einen aktuellen 1-2 Schirm so stabil 90° überm Kopf zu kontrollieren?

Ja richtig, einfach ein drehen mit der Hüfte. Wie beim normalen Groundhandling auch. Unterlaufen geht schon aber hierbei arbeitest du fast ausschließlich nur mit den Bremsen und der Hüfte.
90 grad stabil ist nicht möglich. Es ist kurzzeitig möglich annähernd 90 Grad zu schaffen, da ist er aber nicht stabil. Stabil halten kannst du ihn bis 60 oder 70 Grad.

Starten wäre theoretish möglich, du bräuchtest nur eine schöne senkrechte Felswand. Ich würde da aber eher davon abraten ;) :P

frostie
02.11.2011, 09:37
FS üben im GH bringt´s richtig