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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : DHV Geländedatenbank: Bewertung Start-/ Landeplätze nach ihrer Schwierigkeit



BisZuDenWolken
04.12.2011, 13:05
Hallo,

sicher kennt ihr alle die DHV Geländedatenbank mit der Auflistung aller Start- und Landeplätze in Deutschland und den Alpen. Ich finde diese Datenbank sehr hilfreich, da ich als Gleitschirmneuling bisher nur wenige Gelände kennenlernen konnte und habe somit die Möglichkeit mich über neue Gebiete zu informieren.

http://www.dhv.de/db2/geostart.php

Was mir allerdings immer etwas fehlt ist eine vergleichbare Bewertung der Schwierigkeit der jeweiligen Start- und Landeplätze. Wäre es denn nicht sinnvoll wenn die Schwierigkeit der Gelände vielleicht auf einer Skala eingestuft wird und man dann Anhand dieser Skala sich gezielt Gelände mit dem gewünschten Schwierigkeitsgrad anzeigen lassen kann? z.B. Könnte man die bestehende Filterfunktion ( Höhendiff, Hanggelände/Schleppgelände, Windrichtung,...) durch eine Rubrik mit dem Inhalt der Schwierigkeit erweitern.
Auch eine Ein-/Ausblendung nach nötiger Lizenz A/B wäre schon hilfreich.

Natürlich weis ich dass im Text oftmals ein kurzer Hinweis zum Start und Landeplatz hinterlegt ist, allerdings müsste man dazu zunächst viele viele Geländedetails durchstöbern um dann irgendwann auf einen passenden Startplatz/Landeplatz mit angemessenem Anspruch zu stoßen. Mir ist auch bewusst dass ein einfach zu startendes/landendes Gelände keinen ruhigen, unturbulenten Flug verspricht. Ich fände es dennoch gut wenn es eine gewisse Unterstützung zur Auffindung von "unproblematischeren" Fluggeländen gäbe, denn ich denke ich wäre nicht der einzige Neuling der sich über mögliche Gelände in seiner Umgebung freuen würde.
Ich freue mich eure Meinung zu hören...

Viele Grüße

Cowboy
04.12.2011, 20:31
Ich wuerde mir in dem Gebiet, in dem ich fliegen will, anschauen, welche Berge fuer Schulung benutzt werden.

Meine Meinung.

....passt.
Allerdings musst du auch nach der Tageszeit fragen. `N nettes Plätzchen um 10 kann um 12 verdammt heiss sein.

KnuckleHead
05.12.2011, 09:18
Hallo Jens,

hier kannst du z.b. auch kucken : http://www.paragliding365.com/

Hier sind öfters Kommentare zu den Fluggebieten und eine Bewertung(wobei diese nicht nach Schwierigkeit ist) zu sehen.

VG
Max

Flug-K-Kai
05.12.2011, 10:11
Hallo,

das mit der Schwierigkeit ist recht schwierig, weil es eine Subjektive Empfindung ist.
Manche finden steile Startplatz weniger schwierig, weil sie sich mit schnellem Laufen und flachen Startplätzen schwer tun. Andere tun sich mit steilem Gelände schwer, weil weniger Raum für Startabbrüche besteht.

Andere finden Waldschneisen schwierig, weil sie sich eingeengt fühlen, manche sind vielleicht ganz froh, wenn sie immer klar wissen, wo sie hin zu starten haben....;)

Das ließe sich wahrscheinlich beliebig fortsetzen....

Was ich mir als hilfreich vorstellen könnte wären Symbole, welche den Startplatz beschreiben. Also z.B. den Charakter (Wiese, Schneise, Geröll...) die Steilheit (Vielleicht auf einer Skala von 1 -10), die Größe usw..

Aber letztlich sind vor allem die Windsituation und das Pilotenkönnen ausschlagebend. Und das kriegt man nur schwer in eine Datenbank.

Gruß Kai

winDfried
05.12.2011, 11:20
Ich finde eine Angabe zur "Schwierigkeit" zu einem Gelände in der DHV-Datenbank wäre keine gute Idee.
Es müssten nämlich schon mal mindestens ZWEI Angaben sein:
Ein Fluggelände kann einfach für Gleitschirme, aber schwierig für Drachen sein. Und genauso umgekehrt.

Notwenige Informationen kann man sehr schön aus dem Blick auf die Reliefkarte und auf das Satellitenbild entnehmen.
Die verlinkten Homepages der Geländehalter geben genauere Auskunft.

Die Angaben in der DHV-Datenbank wären "amtlich" verbindlich und müssten mit Konsequenzen
(Anforderungen an das nachgewiesene Pilotenkönnen) behaftet sein.

In den USA gibt es "ratings" für Startplätze, für die der Pilot dann ein "sign off" braucht.
Wollen wir das ? Ich meine, NEIN.
Denn das könnte Freiflieger vom Fliegen am ihrem Wohnort-nächst gelegenen Hang ausschließen.
Ein A-Schein Pilot, der bei ruhigen Bedingungen jeden Baum an "seinem" Hausberg kennengelernt hat,
kann sich dann auch wenn es ruppiger wird, dort einigermaßen sicher bewegen.
Da braucht es nicht unbedingt den B-Schein oder ein "felsiger Schneisen-Seitenwind-Start-SignOff".

In der Geländedatenbank des DHV will ich nur die Informationen finden,
für die ein Startplatz OFFIZIELL zugelassen ist, und welche Einschränkungen laut Zulassungspapieren vereinbart worden sind.
Für alles weitere muss der engagierte Jungpilot Kontakt zu den Geländehaltern aufnehmen,
und Zeit mit Beobachten im Gelände verbringen.
Danke. W.

shoulders
05.12.2011, 12:06
Was mir allerdings immer etwas fehlt ist eine vergleichbare Bewertung der Schwierigkeit der jeweiligen Start- und Landeplätze.Wie andere schon gesagt haben besteht das Problem darin, dass hier jeder seine eigene Skala bräuchte. Leider kann man komplexe Sachverhalte nicht ohne Weiteres beliebig verdichten, ohne dass dabei die Gültigkeit auf der Strecke bleibt - vor ähnlichen Problemen steht man auch im Berufsleben, wenn Manager schwierige Entscheidungen auf eine leicht faßliche Liniengrafik eingedampft zu bekommen wünschen (dann ist nämlich die Entscheidungsfindung relativ einfach; und wenn's doch falsch war, kriegt der Depp die Schuld, der sich auf die prinzipbedingt unvollständige Übersetzung der realen Welt in ein Schwarzweiß-Schema für LowBrainer eingelassen hat...).

Nicht nur deshalb würde auch ich die gängigen Methoden zur Geländebewertung vorziehen: selber recherchieren (was z.B. mit ParaGliding365 ziemlich bequem ist), Foren durchforsten, Locals fragen, einfach mal hinfahren und gucken...

Bei Schirmen hat sich doch auch mittlerweile herumgesprochen, dass es eine kindgerechte Aufteilung von 1er bis GehtGarNicht'er (mitsamt: "der Skalenverfasser ist schuld, wenn der Riesenklapper mit dem Einser (a) eingetreten und (b) nicht mehr von alleine aufgegangen ist" - ok, in südafrikanischer Dezember-Hammerthermik, aber das hat nicht mehr in die Skala gepasst ;)) nicht geben kann, sondern ein Lesen & Verstehen der jeweiligen Testberichte dringend zu empfehlen ist. Für Gelände, und vermutlich für alle fliegerischen Entscheidungen, gilt dasselbe: gar zu einfach kriegt man's nicht vorgekaut :)


CU
Shoulders

WA
05.12.2011, 12:36
- gar zu einfach kriegt man's nicht vorgekaut :)


Rasiermesserscharf auf den Punkt gebracht! :cool:

Cacao
05.12.2011, 22:10
Wenn man konkret eine Geländeschwierigkeit in Zahlen fassen wollte, landet man genau da, wo man auch die Schwierigkeit bei den Schirmen hat.
Nur bei den Schirmen kann der Hersteller eine Eigenschaft, die nicht in die angestrebte Bewertung passt, ändern.
Bei einem Gelände ist das fast unmöglich.
Deshalb müsste man die einzelnen Faktoren mit Bewertung alle aufzählen.
Dann kann man auch eine allgemeine Beschreibung mit Worten machen, das ist dann hilfreicher.
Eine zahlenmäßige Bewertung wäre ein Durchschnittswert, außer dem müsste dann noch die Streuung angegeben werden.
Damit ist der Zahlen-Wert, der vorher schon unbrauchbar war, dann praktisch nichtssagend, weil niemand weiß, worauf sich die Zahlen beziehen.

BisZuDenWolken
05.12.2011, 22:43
Hallo und danke für eure postings

Ich verstehe schon dass ein Versuch eine solche "Bewertung" zu treffen wohl leider nicht so ohne weiters mal eben schnell machbar ist. Mein Gedanke ging auch nicht zu einer detaillierten Bewertung mit feiner Abstufung ähnlich wie be iden LTF klassen (Ich weis, ich habe das Wort Skala verwendet). Aber ich fände es dennoch schön wenn man eine Hilfe in irgendeiner Art hätte, welche das auffinden von Anfängergerechteren Startplätzen vereinfacht. Zumal ich als Flachlandtiroler mit weiter Anfahrt kein bestimmtes Zielgebiet favorisiere.

Bisher sieht meine Suche eher so aus, dass ich beim DHV im gewünchten Fluggebiet sämtliche Startplätze anklicke, mir die Details und die Beschreibung ansehe, zu GoogleEarth wechsle und dort nochmals genauer hinsehe, um dann irgendwann für mich zu entscheiden "das wäre was, oder doch nicht". Ob sich die Situation dan nvor Ort allerdings auch so darstellt wie von mir erhofft ist dann leider fraglich. Und vor jedem Start in einem neuen Fluggebiet hier im Forum zu Posten und nach euren Meinungen zu fragen ist sicher auch nicht das goldenen vom Ei.


Ich wuerde mir in dem Gebiet, in dem ich fliegen will, anschauen, welche Berge fuer Schulung benutzt werden.
Ich denke für diese Aussage ist der tegelberg ein sehr gutes Negativbeispiel. (Schulungsgelände mit sehr anspruchsvollem Start)

Cowboy
06.12.2011, 08:09
[Ich denke für diese Aussage ist der tegelberg ein sehr gutes Negativbeispiel. (Schulungsgelände mit sehr anspruchsvollem Start) ]

Vielleicht noch ´n letzten Satz hierzu:
Der Tip mit Schulungsgelände hat die Aussage, dass, wenn die Bedingungen passen, ein Start ohne Akrobatik möglich ist.
Absolut "Schülerfreie" Starplätze sind mit Sicherhei auch nix für Anfänger oder Wenigflieger.

Basti G.
06.12.2011, 10:05
Hi Jens,

so extrem ist der Unterschied in der Regel gar nicht bei den Schwierigkeiten der Startpläte. Alle zugelassenen Startplätze sind in der Regel bei der passenden Windsituation gut zu starten.(Ich habe am Tegelberg gelernt...und der West-Startplatz ist toll und nicht wirklich anspruchsvoll, wenn man sich nicht am Andrang stört bzw. stressen lässt...trotzdem gibt es eine Einweisungspflicht).
Es gibt nur wenige Ausnahmen wie z.B. den Gipfelstartplatz Nebelhorn oder z.B. einige knifflige Waldschneisen im Mittelgebirge bei denen man wirklich vorsichtig sein sollte. Sollte das aber der Fall sein, besteht dort meist sowieso B-Scheinzwang. (wie an meinen Beispielen ersichtlich)

Viel wichtiger wie so eine Klassifizierung, ist das eigene Training der Starttechnik beim Groundhandling. Da man fast überall ein paar freie Wiesen finden können sollte, kann man sich auch als im Flachland wohnender Anfänger sehr schnell auf ein gutes Level bringen, so dass man vor schwierigeren Startplätzen keine Angst mehr haben brauch. Einfach öfter mal bei verschiedenen Windsituationen zum Handlen gehen. Wenn du sowohl bei schwachem, stärkerem, böhigem oder leichtem Seitenwind den Schirm gut kontrollieren kannst, wird dich kaum noch etwas überraschen.

Welcher Startplatz welche Bedingungen verträgt musst du einfach durch Erfahrung lernen. Das ist teilweise das größte Problem dort eine gute Einschätzung zu treffen. Auf Paragliding365 findest du häufig Hinweise zu Gefahren wie Leesituationen, Tubulenzen usw., aber gerade als Anfänger ist eine Einweisung durch einen erfahreneren Piloten vor Ort absolut anzuraten.

Schirmschoner
06.12.2011, 11:31
Hi Jens,
für die Alpen gibts den Fluggebietsführer von Oliver Guenay, der bewertet die Startplätze einfach/mittel/schwierig. Ich finde das Buch gelungen,
die Einstufung der Startplätze und der Fluggebiete entstehen hier natürlich aus der Sicht eines Vielfliegers und treffen nicht immer für alle Piloten gleichermaßen zu.
Paragliding 365 ist auch ne gute Wahl.
Vieleicht solltest Du dir einen Verein in deiner nähe suchen, von den Lokals lernst Du höchstwahrscheinlich eh am meisten und sicherer als im Selbstversuch.




@Basti G

Ich habe am Tegelberg gelernt...und der West-Startplatz ist toll und nicht wirklich anspruchsvoll
Wie konnte dann ein erfahrener Tandempilot im Seil der Tegelbergbahn Landen? Ein Fehler des Piloten ( Knoten, einseitige Aufziehen.....) können
fatale Folgen haben! Ich habe dort auch meinen Schein gemacht, einem Anfänger würde ich von diesem Startplatz abraten, es gibt einfachere Startplätze in der Nähe.

MFG Rob

seidenschwan
06.12.2011, 12:26
Grüß dich,


.... Aber ich fände es dennoch schön wenn man eine Hilfe in irgendeiner Art hätte, welche das auffinden von Anfängergerechteren Startplätzen vereinfacht.



Wie die Vorredner schon sagten... letztendlich können viele Startplätze, bis und ab einer gewissen Uhrzeit und bei einem gewissen Wind und in einer gewissen Jahreszeit absolut anfängertauglich sein. Aber wer soll entscheiden was wann zutrifft? Nur einer kann das! Du!




Zumal ich als Flachlandtiroler mit weiter Anfahrt kein bestimmtes Zielgebiet favorisiere.



Dann fang` damit an und guck dich um welches Gebit für dich am besten geeignet ist. Was ist ausserdem mit der Winde?



Bisher sieht meine Suche eher so aus, dass ich beim DHV im gewünchten Fluggebiet sämtliche Startplätze anklicke, mir die Details und die Beschreibung ansehe, zu GoogleEarth wechsle und dort nochmals genauer hinsehe, um dann irgendwann für mich zu entscheiden "das wäre was, oder doch nicht". Ob sich die Situation dan nvor Ort allerdings auch so darstellt wie von mir erhofft ist dann leider fraglich.



Das ging vielen von uns so. Und immer muss man selber prüfen... Du wirst anfangs nicht davon wegkommen in ein Gebiet zu fahren hoch zu steigen und wieder runter zu gehen weil du sagst nö das iss es nicht. Wenn du das machst machst du es richtig..



Und vor jedem Start in einem neuen Fluggebiet hier im Forum zu Posten und nach euren Meinungen zu fragen ist sicher auch nicht das goldenen vom Ei.


Im Forum jemanden den ich nicht kenne zu sagen: " Da, da kannst du gut starten. Oder da, da gehts für dich noch nicht. Ist sowieso der falsche Weg..

Ich denke du hast nun schon gemerkt dass das Gleitschirm/ Drachenfliegen mit jeder Menge Selbstentscheidung und Eigenverantwortung verbunden ist. Dazu gehört natürlich auch das Einholen der Meinung eines Fliegerkumpels der schon etwas Erfahrung hat...
Verlass dich auf deinen Bauch sagt der Nein zu einem Fluggebiet dann lass es Sagt er ja, dann prüfe noch einmal mit dem Kopf.... Überall dort wo beide das Go Zeichen geben kannst du dich raushauen..

Gruß Seidenschwan

moses
06.12.2011, 12:45
@Schirmschoner: Meinst Du schon, dass der Kommentar zum Tegelbergstartplatz so isoliert passt? Glaube nicht, dass bei in der Umgebung liegenden Startplätzen, bei entsprechenden Voraussetzungen, ein Flug in Seile oder sonstige Hindernisse auszuschließen ist.

Das kannst du schaffen am:
Buchenberg
Breitenberg
Neunerköpfle
...

so schlecht war die Antwort von BastiG nicht, OG´s Tipps sind da deutlich vorsichtiger zu betrachten...,

Gruß Moses

Basti G.
06.12.2011, 12:54
@Schirmschoner:
Nicht zu merken, dass eine Bremsleine komplett durch den anderen Tragegurt führt und zusätzlich verdreht eingehängt zu sein, hat nichts mit der "Schwierigkeit" des Tegelbergstartplatzes zu tun. Als "erfahrener" Tandempilot keine Pilotenhaftpflicht- bzw. Passagierversicherung zu haben, hat auch nichts mit den Schwierigkeiten des Tegelbergs zu tun. Eine derartige Schlamperei beim Startcheck kann an jedem Startplatz extrem gefährlich werden.

Den Fluggebietsführer von Oliver Guenay über den Alpenraum habe ich auch gekauft. Von meiner gesamten Flug-Fachliteratur war das bisher die größte Fehlinvestition. Außer einem groben Überblick...Gebiet interessiert mich bzw. interessiert mich weniger...kann ich darin nichts finden. Viele Berichte in paragliding365 sind wesentlich detailreicher bzw. aussgekräftiger und das auch noch kostenlos (auch wenn sicherlich einige schlechte Beiträge dazwischen sind)

winDfried
06.12.2011, 13:41
... Du wirst anfangs nicht davon wegkommen in ein Gebiet zu fahren hoch zu steigen und wieder runter zu gehen ...
Das ist generell eine gute Herangehensweise.

Im Gebiet zwischen Köln, Trier und Mainz gibt es fast 50 zugelassene Startplätze.
Fast keiner davon ist "Hinfahren, Fliegen, Freuen".
Ich habe mir praktisch jeden Startplatz samt zugehörigem Landeplatz angeschaut,
bin wieder weggefahren, und habe eine Nacht überdacht, ob ich es mir wirklich traue, dort zu fliegen.

Viele davon kenne ich inzwischen aus der Luft.
Einige kenne ich auch, wo ein Startversuch für mich nicht in Frage kommt.
Andere haben so eingeschränkte Anforderungen an Wind und Wetter, dass ich dort auch später häufiger wieder weggefahren bin,
weil "es" einfach nicht gepasst hat.
Das Pfadfindern macht doch auch Spaß. Und die Fliegerkollegen, die man dabei trifft, sind meistens interessante Charakterköpfe.
W.

Schirmschoner
06.12.2011, 14:20
@Moses

Ich finde Bastis Beitrag schon gut, nur den Startplatz am TB als einfach und für Anfänger geignet einzustufen hat mir eben nicht so gut gefallen.

Mein Beispiel war, ich gebs ja zu, Miserabel!
Was ich damit sagen wollte, für Anfänger gibt es einfachere Startplätze auf denen geg. auch ein gefahrloser Startabbruch möglich ist.

MFG Rob

Basti G.
06.12.2011, 15:42
Nur als Beispiel:
Der Tegelbergstartplatz ist steil genug um auch bei wenig Wind den Druck im Schirm zu halten und einen früh abheben zu lassen. Aufziehen kann man bei Bedarf auch im flachen Bereich. Es gibt keine Felsen, Stufen, Fußfallen, Sträucher usw. im Startbereich. Der Startbereich hat eine gleichmäßige Steigung was es erleichtert die Kappe zu stabilisieren. Es gibt keine schwer einschätzbaren Wind- bzw. Leesituation, Seitenrotoren, Turbulenzen im Startbereich. Es gibt immer mehrere hilfsbereite Starthelfer. Ein seitlicher Startabbruch ist gut nach rechts und mit etwas Glück auch nach links Richtung Rampe möglich. Es gibt keine vorgelagerte Baumreihe an der man hängen bleiben könnte. In der Regel ist genug Platz um Pendler, durch Böhen nach dem abheben, nach rechts und links auszugleichen.

...Es gibt extrem viele Startplätze die gleich mehrere der oben genannten Vorteile nicht bieten. Ich halte den Tegelbergstartplatz also für Anfänger, nach einer guten Einweisung und bis ca. 15 km/h Wind für absolut anfängertauglich....wohl genauso wie die unzähligen örtlichen Flugschulen.

Ich will hier nicht unsinnigerweise über die Qualitäten des Tegelbergstartplatzes diskutieren...aber die Meinungsverschiedenheit darüber verdeutlich nur wie unterschiedlich das subjektive Empfinden zu dem Schwierigkeitsgrad eines Startplatzes ist und wie wenig hilfreich eine ebenfalls subjektive Einschätzung in einem Fluggebieteführer, der dhv-Datenbank oder paragliding365 sein kann.

seidenschwan
06.12.2011, 16:52
Ich habe mir praktisch jeden Startplatz samt zugehörigem Landeplatz angeschaut,
bin wieder weggefahren, und habe eine Nacht überdacht, ob ich es mir wirklich traue, dort zu fliegen....

...Viele davon kenne ich inzwischen aus der Luft.
Einige kenne ich auch, wo ein Startversuch für mich nicht in Frage kommt.
Andere haben so eingeschränkte Anforderungen an Wind und Wetter, dass ich dort auch später häufiger wieder weggefahren bin,
weil "es" einfach nicht gepasst hat...

W.

Genau! Meinen jetzigen "Hausberg " zum Beispiel habe ich als ich zu fliegen anfing, fünf oder sechmal "besucht um festzustellen.- es haut für mich wieder nicht hin. Recht steiler Starthang, Klippenstartähnlich, im Hintergrund recht nah` Bäume... starkes Relief darum bei nicht Optimalem Wind eher Turbulent...

Irgendwann habe ich aber eine Windsituation gefunden die für Anfänger auch dort einfach gepasst hat. Ab da passte es immer öfter.

Also, BisZuDenWolken einfach geduldig dran bleiben und irgendwann siehst du deinen Hang der dir mal nicht so optimal erschien mit anderen Augen zum Beispiel so.....
Gruß Johann

dobo
07.12.2011, 09:32
Leute, wo ist denn das Problem? Wenn ich zehn mal an einem Startplatz war, brauche ich doch die Beurteilung nicht, dann weis ich doch wie es dort ausschaut.
Die Bewertung brauche ich doch nur um mich besser zu entscheiden, ob ich 100 km oder mehr Anfahrt in Kauf nehmen will in ein Gebiet, in dem ich noch nicht war. Und wenn jemand z. B. an Johanns Hausberg zum Fliegen gehen will, dann kann man dem doch einfach mitteilen, dass der dortige Klippenstart nix für Anfänger ist und man eine solide sichere Rückwärtsstarttechnik braucht und einen Landeplatz geschätzt 20 x 50 m zwischen Straße und Hecken treffen können muß. Auf einer Scala von 1 = Leicht/Fluganfänger/Lehrbetriebstauglich bis 10 = Startabbruch endet tödlich würde ich das obige Gebiet mit 7 - 8 bewerten, wie die meisten Gebiete hier in Nordbayern.

Eine Bewertung könnte ich mir auch in Anlehnung der Felskletterer in England vorstellen. Die geben für Ihre Kletterrouten eine Bewertung der sportlichen Schwierigkeit und der Gefährlichkeit der Route an. Da gibt es dann zum Beispiel relativ leichte Routen, die aber sau gefährlich sind und sau schwere Routen, die leicht und gut abzusichern sind. Da kann man sich als Kletterer auch ein Bild davon machen, wie fit bin ich sportlich und mental. Diese Bewertungen sind übrigens nicht in Stein gemeiselt, sondern können auch nachjustiert werden. Warum also nicht für Startplätze, Landeplätze und die Flugroute dazwischen einen ersten Anhaltspunkt geben.

Dass jeder dann selber wissen muß, ob er im Zweifelsfall am Startplatz stehend losfliegt oder lieber wieder einpackt, liegt selbstredend immer in eigener Verantwortung.

`Dominik´
07.12.2011, 15:42
Leute, wo ist denn das Problem? ...
Warum also nicht für Startplätze, Landeplätze und die Flugroute dazwischen einen ersten Anhaltspunkt geben.

Dass jeder dann selber wissen muß, ob er im Zweifelsfall am Startplatz stehend losfliegt oder lieber wieder einpackt, liegt selbstredend immer in eigener Verantwortung.

Stimme da voll und ganz zu.

Auch ich möchte als Anfänger nicht einige hundert km fahren um dann festzustellen, dass der Weg umsonst war. Und das geht nunmal nur, wenn man Infos von den locals und/oder den alten Hasen bekommt. DHV Geländedatenbank, Vereinspages, Videoportale etc. geben ja schonmal wichtige Infos. Aber ein Ratingsystem von mehreren "gespeist" wäre sicherlich hilfreich und ein weiterer Schritt Richtung Sicherheit.

Gruß

Basti G.
07.12.2011, 16:22
Kommt drauf an wer da "speisen" darf...wenn jeder abstimmen darf, werden wahrscheinlich die meisten stark frequentierten "sensiblen" Mittelgebirgsstartplätze zu absolut unstartbar erklärt.:o

Ich finde das jetzige Informationsangebot eigentlich mehr als ausreichend. Aber ich würde mich über ein gebündeltes Werk mit wirklichen Insidertipps, genaueren Beschreibungen der Situation vor Ort, die Lage der Hausbärte, sinnvollen Strecken, genauere Beschreibungen von meterologische Besonderheiten, der Lage von Notlandeplätzen, Gefahren usw. usw. (alla Oliver G. -> nur besser), dass einem die Einweisung durch einen Ortsansässigen beinahe erspart, mehr freuen als über ein fragwürdiges Ratingsystem. Wäre auch absolut bereit dafür einen stolzen Preis zu bezahlen. Paragliding365 ist da schon ein toller Ansatz. Das Ganze gepaart mit einem Wikipedia-ähnlichen Qualitätskontrollsystem wäre optimal.

Andererseits gefällt es mir auch dass man nicht drum herum kommt, mit Ortsansässigen zu reden. Denke das ist ein Grund warum man in unserer Szene so viel kommunikative Leute an jedem Start bzw. Landeplatz trifft.

Warum denn ausgerechnet den Startplatz mit einer Wertung versehen. Es ist ja bei weitem nicht ausschließlich der Startplatz der ein Gebiet anfängertauglich macht oder nicht. Sollte man dann auch ein Rating für Landeplätze, die Vorhersehbarkeit des Talwindsystems, durchschnittliche Thermik- bzw. Turbulenzstärke usw. usw. einführen? Das Starten ist die Phase im Gleitschirmfliegen, die man am einfachsten und ohne viel Aufwand trainieren kann. Warum also hier den Hauptfokus setzen. Wie schon gesagt, Probleme beim Start treten meist nicht durch die grundsätzlichen Gegebenheiten des Startplatzes auf, sondern durch Unterschätzung der aktuellen Wind/Wettersituation gepaart mit Überschätzung der eigenen Fähigkeiten.
Der Einfluss der Windstärke, der Gleichmäßigkeit des Windes und der Windrichtung auf die Schwierigkeit eines Startplatzes, ist viel extremer als der Einfluss durchschnittlichen Wetters auf einen Klettersteig.

BisZuDenWolken
07.12.2011, 16:41
Eine Bewertung könnte ich mir auch in Anlehnung der Felskletterer in England vorstellen. Die geben für Ihre Kletterrouten eine Bewertung der sportlichen Schwierigkeit und der Gefährlichkeit der Route an.

Genau das wollte ich anfangs auch schon erwähnen. So wird es doch bei uns in den Alpen mit den Klettersteigen auch gemacht. Gleich bei der Fertigstellung werden diese in Schwierigkeitsklassen Bewertet. Dadurch habe ich schon einen sehr guten Hinweis welche Steige für mich in Frage kommen und ob sich eine Anfahrt generell lohnt. Dabei geht es auch nur rein um den technischen Anspruch. Die Randbedingunugen wie Wetter usw. werden auch hier unberücksichtigt.
Ob ich dann in die Wand einsteige, auch wenn ich schon Gewitterwolken in der ferne sehe oder alles vereist ist, bleibt weiterhin ganz alleine meine Entscheidung. Ich finde das wäre in sehr ähnlicher Weise auf Fluggelände übertragbar.

Eine Bewertung könnte z.B. durch den DHV beim Zulassen eines neuen Geländes vorgenommen werden und alle bestehenden Startplätze nach und nach durch dafür geeignete Personsn z.B. Fluglehrer oder besonders erfahrene Piloten hinzugefügt werden.