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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : soaren am Hang (Hangkratzen) - wie nah darf man "ran"



weindi
20.08.2012, 21:00
Hallo zusammen,

ich fliegen zwar schone eine Weile (A-Schein seit zwei Jahren/ ca. 35 Fluege im Jahr) jedoch bisher in den Alpen eher thermisch od. halt dann Abgleiter.

Wenn thermisch nix geht und man hoechstens im bayerischen Wind soaren kann, stehe ich ziemlich schnell wieder am Boden, ich meist zu weit draussen meine Schleifen versuche zu ziehen. Ich traue mich iregendwie auch nicht nah an den Hang heran, weil ich ueberhaupt nicht abschatzen
kann ob ich noch ausreichend hoch bin bzw. ob es mich durch den Wind in den Hang drueckt.

Meine Fragen an die Soaring Cracks unter euch:

a) welche Mindestabstaende (vertikal / horizontal) sind vernuenftig?
b) wie kann ich diese Abschaetzen (Peilen? aber wie? Vario?)
c) kann man dieses naeher an den Hang rantrauen trainieren oder kommt dies von alleine durch mehr Flugerfahrung
d) welche Anfaengerfehler/ -fallen sollte man tunlichst vermeiden?
e) Fluggebiete man og. am besten trainieren kann (Anmerkung: komme aus Muenchen und sollte fahrbar sein)

Herzlichen Dank fuer Eure Tipps im voraus

Didi

nikolaus
20.08.2012, 22:37
Von Anfänger zu Anfänger (ähnliches Level, aber weniger Angst vor Hangnähe - die Cracks, nach denen Du fragst, sehen das vielleicht anders, haben aber vielleicht, wenn es nicht gerade Fluglehrer sind, auch schon wieder einen gewissen Abstand zum Thema):


a) welche Mindestabstaende (vertikal / horizontal) sind vernuenftig?
Abhängig von Hangneigung, Bewuchs oder anderen Hindernissen, Turbulenzen und gleichmäßigkeit des Windes kaum zu beantworten. Über hohen Hindernissen und bei thermisch turbulenten Bedingungen kann der eingangs von Dir beschriebene Abstand ausgesprochen vernünftig sein, auch wenn`s dann eben nicht zum Obenbleiben reicht. Bei sportlichen Bedingungen hängt sehr viel davon ab, wie gut du auf Störungen reagieren kannst, insbesondere auf unerwartete, bzw. wie sicher Deine Gerätebeherrschung überhaupt (schon) ist.


b) wie kann ich diese Abschaetzen (Peilen? aber wie? Vario?)
Deinen Gleitwinkel musst Du ohne Hilfsmittel einschätzen können. Ich meine es gab eine Regel, nach der ein näherliegendes Hindernis, das gegenüber einem entfernteren "sinkt", überflogen werden kann. Der Beschleuniger sollte als Reserve "aufgespart" bleiben.


c) kann man dieses naeher an den Hang rantrauen trainieren oder kommt dies von alleine durch mehr FlugerfahrungIch hab`s im Vertrauen auf meine realistische Beurteilung meines Gleitwinkels (mit noch ausreichend Reserve) einfach ausprobiert. Alternativ wird ein hindernisfreier (breiter) Übungshang für den Anfang günstig sein (hatte ich auf der WaKu).


d) welche Anfaengerfehler/ -fallen sollte man tunlichst vermeiden?
Zwei Fehler hab ich selbst ausprobiert: Einmal habe ich das Aufwindband über einer Waldfläche seitwärts verlassen und musste einsehen dass ich es auf dem kürzesten Weg zum Waldrand nicht mehr schaffen würde (ich bin im letzten Moment ins Aufwindband zurückgeflogen); ein anderes Mal flog ich seitwärts in einen flacheren Teil, in dem dann der horizontale Windanteil stärker und der Aufwindanteil schwächer wurde (dieses Mal hat`s zum Wenden nicht mehr gereicht, und ich bin talwärts gerade noch über die Bäume gekommen). Meinen zweiten Fehler habe ich gemacht, als ich die horizontale Windkomponente an einem flachen Hang falsch eingeschätzt habe und glaubte, dass mein Hangabstand für einen Vollkreis ausreichen würde (hat er dann auch, aber viel knapper als erwartet).


e) Fluggebiete man og. am besten trainieren kann (Anmerkung: komme aus Muenchen und sollte fahrbar sein)?
LG Jochen

hartmut_k
21.08.2012, 07:37
Hallo zusammen,

ich fliegen zwar schone eine Weile (A-Schein seit zwei Jahren/ ca. 35 Fluege im Jahr) jedoch bisher in den Alpen eher thermisch od. halt dann Abgleiter.
d) welche Anfaengerfehler/ -fallen sollte man tunlichst vermeiden?

Didi

Hallo Didi,

enge Kurven in der Nähe (wenige Meter) grosser Bäume.
Warum ?
Kurve = Höhenverlust.
Hab ich 1996 mal ausprobiert.
Ergebnis: meine erste und bisher einzige Baumlandung.
Ansonsten hat Jochen schon alles so schön beschrieben......

zu e) noch eine Anmerkung:
Du hast die Alpen vor der Haustür - wieviel Berg brauchst Du noch zum Fliegen ?
Ich muss mich mit lausigen Hügeln begnügen oder weit fahren...
Würde gern tauschen.

Grüsse von H.

limeric
21.08.2012, 08:48
Hy,

auf Augenkontakt mit den Grillen, aber immer bereit zum abdrehen weg vom Hang ( seitlich driften - also so ca. 45° zum Hang).

Geländekenntnis und das Wort mit ,,J,, Jefühl !

Im Mittelgebirge geht das nicht anders.

Limeric

H.M.Murdoch
21.08.2012, 09:09
Gab es da nicht mal vor langer Zeit ein Videotutorial von einem Aussie? Ich glaube das war drei oder vierteilig und zeigte nicht nur in Realbildern sondern auch mit Grafiken sehr deutlich was wie geht und was nicht...
Ich find die serie nur nicht weil ich den Namen vergessen hab...

Quaxi
21.08.2012, 10:31
Solange du dir keine Zecken beim Fliegen einfängst, passt doch eh' alles? Falls es soweit ist, kannst du dir Gedanken machen, ob du nicht doch a Weng zu tief warst :D

piti
21.08.2012, 11:16
Solange du dir keine Zecken beim Fliegen einfängst, passt doch eh' alles? Falls es soweit ist, kannst du dir Gedanken machen, ob du nicht doch a Weng zu tief warst :D

:D:D:D:D

ihl piti

woodstock
21.08.2012, 11:54
Hi Didi
von München aus ist zB Kössen eine super Möglichkeit das Hangkratzen zu üben
oder der Wallberg
da kannst du lange den Hang herunterachtern und dich langsam rantasten.
Auch sind meistens genug andere Piloten am Hang mit denen du dich vergleichen kannst...

ansonsten kannst ja mal zum Münchner Fliegerstammtisch kommen...
ciao
woodstock

conny-reith
21.08.2012, 12:12
Hi Didi,

wie Petra schon empfiehlt.

Der Knackpunkt ist sich zu überwinden statt einer 180° Kehre eine ca 220° Kehre oder noch etwas mehr gegen den Hang zu fliegen
und rechtzeitig wieder abzudrehen

FleiingStiel
21.08.2012, 12:28
@Didi

So generell kann man das sicher nicht sagen, da die Möglichkeiten immer vom Pilotenkönnen sowie den Gelände- und Wetterbedingungen abhängig sind.

Ich finde es richtig, wie Du an die Sache heran gehst. Lieber absaufen als einschlagen.
Mit der Zeit wirst Du selbst einschätzen können, ob Du Dir einen geringeren Abstand zum Berg bei den herrschenden Bedingungen zutrauen kannst.

Von anderen würde ich eine solche Entscheidung nur bedingt abhängig machen.

Beim DHV hatte ich kürzlich gerade einen Bericht zur Kollisionsgefahr gelesen, der ganz gut passt:
http://www.dhv.de/web/fileadmin/user_upload/monatsordner/2004-06/Ausbildung/VideosKarl/Unfall_Walberla/20100420152648089.pdf

snowfly
21.08.2012, 12:40
Kurve = Höhenverlust.
Kann man so pauschal auch nicht sagen, manchmal lässt sich mehr Höhe mitnehmen wenn man den Schirm 90° zum Wind stellt

Pikachu
21.08.2012, 14:05
Hallo Didi,

ich versuche jetzt einmal, etwas konkreter zu werden, damit Du einen ersten Anhaltspunkt hast. Bitte denk immer dran, daß Du diese Anhaltspunkte immer an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen mußt. Ferner werde ich eher vorsichtige Vorschläge machen, sonst würdest Du ja nicht fragen...


a) welche Mindestabstaende (vertikal / horizontal) sind vernuenftig?

Ich würde mal mit 30m Hangabstand (horizontal) anfangen. Und 10-20m vertikal.


b) wie kann ich diese Abschaetzen (Peilen? aber wie? Vario?)

Das sind ca. 3 Schirmbreiten.


c) kann man dieses naeher an den Hang rantrauen trainieren oder kommt dies von alleine durch mehr Flugerfahrung

Kommt von alleine.
Kommt auch drauf an, wieviele Piloten mit Dir in der Luft sind. Wenn Du mit etlichen anderen im Aufwindband fliegst, dann fliege erstmal einfach den anderen hinterher. Das paßt dann in der Regel schon. Versuche, Dich an den anderen zu orientieren und nicht "alles anders" zu machen. Da, wo Deine Vorflieger wenden, da wende auch. Und nicht 50m vorher.



d) welche Anfaengerfehler/ -fallen sollte man tunlichst vermeiden?

1. Bei unpassenden Bedingungen starten (böig, zu thermisch, zu schwach, zu stark)
2. Gegen den Hang drehen
3. Die Vorflugregeln mißachten
4. Nicht auf andere achten
5. Zu niedrig fliegen.



e) Fluggebiete man og. am besten trainieren kann (Anmerkung: komme aus Muenchen und sollte fahrbar sein)

Überall im Alpenraum, wo es eine Kante hat. Geht in Tirol genausogut wie z.B. am Monte Baldo (Gardasee).
Später, wenn Du mehr Erfahrung hast: Küstengebiete, z.B. Dänemark. Bedingt auch Holland.

Üben, üben, üben!
:)

seti1337
21.08.2012, 14:15
Später, wenn Du mehr Erfahrung hast: Küstengebiete, z.B. Dänemark. Bedingt auch Holland.
Üben, üben, üben!
:)

Küstengebiete sind easy...nichts besonderes....Rückwärtsstart und los gehts.....nach 2stunden langweille ich mich und mache quatsch :))

ansonsten ist alles wie Auto fahren, man sammelt mit der Zeit erfahrung....versuch nicht immer alles an Maßen und Abständen fest zu machen, vieles kommt einfach aus dem Gefühl...und wenns es blöd kommt sitzt du zur Not im Baum. :D

paralu
21.08.2012, 15:21
Ich würde mal mit 30m Hangabstand (horizontal) anfangen. Und 10-20m vertikal.
Üben, üben, üben!


stehst du bei uns am boden :confused: aber in den alpen ist das schon ok würde sogar vorschlagen nach andelsbuch zum üben zugehen sind nur 200 km und man kann dort hangnah üben ohne gleich in den bäumen zu sitzen

Eagle 1
21.08.2012, 19:46
Und 10-20m vertikal.
Üben, üben, üben

Einen Retterwurf kannst Du dann allerdings vergessen!!!!

weindi
21.08.2012, 20:16
Hi zusammen,

erstmal vielen Dank fuer die interessanten Tipps.

@ Petra: Der genannte Fehler mit der Wende ist mir schon aufgefallen. Ein paar 180Grad Kurven und man ist ruckzuck viel weiter draussen als urpsruenglich geplant.

@ pikachu: Wie schaetzt du die Hoehe ein? Ich glaube einmal gelesen zu haben, dass wenn man in einem 45Grad Winkel seitlich auf den Boden peilt durch den geschatzten Abstand zwischen Peilpunkt und einem selbst der Hoehe entspricht. Wahrscheinlich wohl ein eher theoretischer Ansatz...

Was ist generell aus Euren Postings herauslese - und mir schon fast gedacht habe - ist ueben, ueben, ueben. Habe ich mir natuerlich auch fest vorgenommen. Wieviele Fluege, Flugstunden oder Jahre etc. (unter Soaringbedingungen) hat es bei Euch gedauert, bis Ihr das Gefuehl hattet es nun zu koennen.

Gruesse

Didi

Stefan S.
21.08.2012, 20:36
Hi

Ich gehe meistens am Brauneck (Lenggries, Bad Tölz) Fliegen, ca. 70 km von München.
Wenn der talwind zu nimmt bzw schon mehr von norden kommt gehts am Hügel vor dem Lande platz ganz gut.

Ich Lege das gewicht zum beispiel immer weg vom hang. wenn mal was wäre gehts schneller in denn freien Raum.
Immer auf die anderen schauen. Gibt leider zu viele die die vorflug regeln nicht kennen, Lieber selber mal früher weg trehen.
Ich winke denn anderen beim ersten sicht kontakt um zu zeigen = he ich hab dich gesehen, manchmal bekommt man auch eine antwort was ich gut finde.

grüße stefan

Steffen
22.08.2012, 09:17
Gibt leider zu viele die die vorflug regeln nicht kennen,

Mag jetzt blöd klingen, aber ich kenne keine Vorflugregeln - weil es keine gibt! Es gibt Ausweichregeln, ok, diese sollte man beherzigen......

Klingt nach einem marginalen Unterschied, finde ich aber gar nicht. Fliegen ist Einstellungssache und das drückt sich eben auch bei der Wahl der Begriffe aus. Beim Hangfliegen, wie auch sonst im Luftraum, gibt es eben kein Vorflugrecht (was tendenziell offensiv wäre), sondern es gelten Ausweichregeln (was ein defensiver Vorgang ist).

So gesehen kann man über die Gesetzgebung sagen, was man will, hier hat sie die Bezeichnung mit Bedacht gewählt. Gerade wenn man dann an manchen Startplätzen so Sprüche hört wie "wenn der mir mein Vorflugrecht nicht gibt, muss man halt auch mal Kampflinie fliegen", fällt mir auf, wie weise und vorausschauend oftmals doch Gesetzestexte formuliert sind.....

Pikachu
22.08.2012, 10:32
Hallo Didi,


@ pikachu: Wie schaetzt du die Hoehe ein? Ich glaube einmal gelesen zu haben, dass wenn man in einem 45Grad Winkel seitlich auf den Boden peilt durch den geschatzten Abstand zwischen Peilpunkt und einem selbst der Hoehe entspricht. Wahrscheinlich wohl ein eher theoretischer Ansatz...

Nun, es ist schon richtig, daß ein gleichschenkliges Dreieck, das einen rechten Winkel hat, zwei 45-Grad-Winkel aufweist. Der eine ist dann Dein Peilwinkel, und Deine Höhe über Grund (lotrecht) ist der eine Schenkel, der andere Schenkel ist die Entfernung zum Peilpunkt. Diese beiden Strecken sind gleich. So fliegt aber wohl niemand am Hang (oder doch?)...

15m entspricht so ganz ungefähr einem 5-stöckigem Haus.

Die Höhe ist auch nicht ganz so kritisch, da Du jederzeit vom Hang wegdrehen kannst, wenn Du zu tief kommst. Achte auf Dein Vario: Solange es "piepst", bist Du richtig. Wenn es still wird, achte auf die Höhe. Wenn es Sinken anzeigt, dreh weg. Kommt natürlich drauf an, wie Du es eingestellt hast. Ich habe meins so eingestellt, daß es bis zum Eigensinken (ca. 1m/sec) still ist und sich dann erst mit Sinkton meldet. Steigen soll es bereits ab 0,3m/sec durch sanftes Piepsen anzeigen (wäre ein Bart von ca. 1,3-1,5m/sec). So fliege ich eigentlich grundsätzlich nach Gehör und schaue nur selten auf die Anzeige.

Wie hast Du Deins eingestellt?

Und noch etwas für später: Wenn Du erst mal steigst, dann wirst Du schnell auf Grathöhe und darüber kommen. Hier mußt Du genau erspüren (lernen), wie weit Du hinter den Grat fliegen darfst. Einsteiger-Regel: Erstmal gar nicht! Versuch immer, VOR oder zumindest senkrecht ÜBER dem Grat zu bleiben.

Sepp Gruber
22.08.2012, 11:45
Auch beim Soaring muss man differenzieren..

Grundsätzlich gilt das bereits Gesagte..

Dicht am Gelände achtern, Kurven sind grundsätzlich "vom Hang weg" zu machen.
Die vorherrschende Flugrichtung des Piloten ist immer(!) weg vom Hang (Hintern seitlich zum Gelände).
Sollte der dynamische Wind in Thermik übergehen, dann weit genug vom Hang nach draußen fliegen um zu kreisen. Auch dort niemals den Kreis "zum Berg hin" einleiten.
Selbstverständlich sind die Ausweichregelungen zu beachten, wobei ich niemals dogmatisch darauf bestehen würde. Selbst bei einem geringen Zweifel weiche ich aus.
Der Geländeabstand ist wiederum relativ, es kommt absolut auf das Gelände in Verbindung mit der persönlichen Erfahrung an! Hierbei gilt ebenfalls das bereits Gesagte, von 10 cm bis zu X.

Erfahrung sammelst du durch Üben ;-) Bei mir gab es einen Auslöser, als ich vor 20 Jahren in Les Deux Alpes war. Dort sah ich die einheimischen Piloten, wie sie in nur wenigen Meter Abstand dicht am Felsen entlang-frästen. Manche der Jungs kickten die Baumwipfel mit ihren Füßen. Gestartet und Gelandet wurde am selben Platz.. Und ich stand da mit offenem Mund und staunte..

Besser als mit Worten kann man das an Beispielen zeigen. Hier fliege ich an der Sella-Wand. Die Thermik ist schwach (kein dynamischer Aufwind), somit muss nahe an der Wand geflogen werden. Dabei kann es erforderlich sein, den Abstand zur Wand nach Möglichkeit gering zu halten, besonders, da ich mit dem Tandem unterwegs bin. Der Abstand zur Wand beträgt dabei teilweise weniger als die Spannweite des Schirms. Vorab wurde mit meiner Copilotin besprochen, dass absolute Ruhe zu herrschen hat, ebenfalls habe ich sie gebeten, alle Eigenbewegungen nach Möglichkeit zu unterlassen. In diesem Moment fliege ich sicher mit Puls 120, mein Augenmerk gilt ausschließlich dem Abstand zur Wand und den anderen Piloten. Das ist "richtig Stress", ich übertreibe nicht.


http://vimeo.com/15766178

Hier ein weiteres Beispiel eins gänzlich anderen Geländes. Hier sieht man in der Hauptsache "Fränkie" von den Hamburgern, ein äußerst erfahrener Pilot, hervorragender Groundhandler und Starkwind-Starter. Der homogene Wind lässt in Verbindung mit seiner Erfahrung in der Tat einen Geländeabstand von wenigen Zentimetern zu.

Soaring at the Baltic Sea (http://vimeo.com/45952570)

An diesen Beispielen kann man sehr gut die unterschiedlichen Arten des Soarings / Fliegens nahe am Gelände beobachten. Grundsätzlicher Tip: Konzentration auf den Gelände-Abstand sowie auf die weiteren Piloten muss zu jeder Zeit gewährleistet sein.

Grüße Sepp
_____________________

Meine Videos auf Vimeo (http://vimeo.com/jgruber)

Pedro
22.08.2012, 12:25
Mag jetzt blöd klingen, aber ich kenne keine Vorflugregeln - weil es keine gibt! Es gibt Ausweichregeln, ok, diese sollte man beherzigen......

Klingt nach einem marginalen Unterschied, finde ich aber gar nicht. Fliegen ist Einstellungssache und das drückt sich eben auch bei der Wahl der Begriffe aus. Beim Hangfliegen, wie auch sonst im Luftraum, gibt es eben kein Vorflugrecht (was tendenziell offensiv wäre), sondern es gelten Ausweichregeln (was ein defensiver Vorgang ist).

So gesehen kann man über die Gesetzgebung sagen, was man will, hier hat sie die Bezeichnung mit Bedacht gewählt. Gerade wenn man dann an manchen Startplätzen so Sprüche hört wie "wenn der mir mein Vorflugrecht nicht gibt, muss man halt auch mal Kampflinie fliegen", fällt mir auf, wie weise und vorausschauend oftmals doch Gesetzestexte formuliert sind.....


(Mag jetzt blöd klingen) Da kann ich dir nur zustimmen und zudem unverständlich kompliziert.

Wenn 2 Piloten aufeinander zufliegen muss nach rechts ausgewichen werden.
Am Hang hat der Pilot der den Hang in Flugrichtung rechts von sich hat das Vorflugrecht (weil er nicht nach rechts ausweichen kann)
und der, der den Hang links von sich hat muss ausweichen (nach rechts)

un cordial saludo ... pedro

seidenschwan
22.08.2012, 13:03
http://www.youtube.com/watch?v=T_Igki_dJGg&feature=youtu.be

zum Beispiel so nah...kleiner Mitschnitt von nem Probeflug bei Tifnit.


Wenn es nur 5 KM/h Wind hat muss man schon mal näher ran. Macht aber dann auch keinen echten Spaß hätte eh nicht gedacht dass es bei so wenig Wind überhaupt geht
johann

seidenschwan
22.08.2012, 14:05
Wenn du mehr Wind hast gehts meistens ganz von selbst so hoch rauf dass du keine Angst haben musst


http://www.youtube.com/watch?v=Kbc0vgGkkWY&feature=youtu.be

Johann

enwe
22.08.2012, 16:11
... am wichtigsten ist es, ein eigenes Gefühl für „wie weit darf ich“ zu entwickeln und nur so weit heran fliegen, wie du dich noch wohl fühlst. Eigene Erfahrung macht's auch hier, wie fast überall im Gleitschirmsport.

Am wichtigsten ist sicherlich, das Gewicht weg vom Hang zu legen, dabei mit der inneren Bremse korrigieren. Wenns mal klappt, hast du das Gewicht schon auf der richtigen Seite...;)

paralu
22.08.2012, 21:14
Einen Retterwurf kannst Du dann allerdings vergessen!!!!

retter :confused: was fürn retter :D

weindi
23.08.2012, 20:58
Hallo zusammen,

@ sepp & seidenschwan: tolle videos - besonders der Dolomitenflug ist genial gefilmt; ich sehe schon, auch wenn ich mich mit meinen derzeitigen Koennensstand nicht so nah ran traue, ich muss noch viel ueben, ueben und nochmals ueben

@ pikachu: ich habe mein vario auch auf 0,3 m/s eingestellt. Den Sinktonn habe ich allerdings aus, da mein Braeuniger Vario (Alto) so einen haesslichen
Dauerton produziert. Ist der Sinkton beim Soaren hilfreich? Normalerweise muesste man doch merken, wenn dass Piepsen weg ist, dass man ggf. uber das Aufwindband hinausgeflogen ist.

Nochmals eine Frage an alle: Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man beim Kurven am Soaringhang am besten versucht diese ziemlich flach zu halten. D.h. Gewicht eher nach aussen um den Schirm flach drehen zu koennen. Wenn ich aber, so wie einige geschrieben haben, dass Gewicht vom Hang wegverlagern sollte bin ja schon auf der richtigen Seite und brauche nur die hanginnere Bremse loesen und kann so eine schoene geneigte Kurve machen. Fuer die flache Kurve muesste ich wieder einen Gewichtswechsel durchfuehren ..... wie haltet Ihr es mit dem Kurven am Ende vom Aufwindband?

Gruesse

Didi

Oberlender
23.08.2012, 21:49
ich rate dir eines: geh nochmals in deine Flugschule ( oder vielleich gleich in eine andere ), denn dieses Forum ist nicht geeignet dir das fliegen beizubringen. die tipps sind alle ok, aber sich mit flugfunk ranzutasten bringt dir mehr.

peder
23.08.2012, 23:04
Ich habe mir jetzt nicht mehr alles durchgelesen, aber ich glaube, der wichtigste Tipp wurde noch gar nicht genannt:

Versuche, die Kurven nach Möglichkeit immer im Steigen zu fliegen, und nicht wenn schon wieder im Sinken bist.

Ist zwar logisch, weil man beim "normalen" Thermikfliegen ja auch nicht im Sinken kurbelt, sondern im Steigen, aber manche Soaringanfänger achten nicht darauf.

Gruß Patrick

chpw
24.08.2012, 00:34
Ich habe mal an der polnischen Ostseeküste bei Reval (15 bis 20 Meter Hang) einen Piloten (vermutlich Local) bei schwachen Bedingungen beim Soaren bestaunt. Er hatte die meiste Zeit die Kante für sich alleine, weil wir anderen bei so wenig Wind keine Möglichkeit sahen, uns oben zu halten, konnte also ungestört seine Linien ziehen. Was er machte, erinnerte fast an Turnübungen, man hatte den Eindruck, er würde sich selbst an den Bremsen nach oben ziehen. Er stand immer wieder fast auf dem Strand, hatte den Schirm aber schon deutlich zur Kante zurück ausgerichtet und flog brutalen Kollisionskurs Richtung Kante. Wenn es anfing zu Steigen, ging er auf die Bremse, was eben wirkte, als würde er sich selbst hochziehen, fast wie ein Klimmzug. Er schaffte es immer gerade so über die Kante, oftmals mit seinen Füßen das Gras streifend. Ermutigt von seinem Erfolg bin ich auch mal gestartet - und in der ersten Wende gnadenlos abgesoffen. Wenn man bei 20 Meter Höhenunterschied überhaupt von Absaufen sprechen kann. Ich meinte aber, hier einen Zusammenhang zum Streckenfliegen zu sehen (wo ja bei Talquerungen im Saufen der Beschleuniger zum Einsatz kommt). Also hab ich es (an einem anderen Hang bei anderen Konditionen) ausprobiert: Wenn das Vario schweigt, Hände hoch (ich nutze nur Steigtöne). Wenn es piepst, ca. 50% Bremse und dann sukkzessive mehr. Wenn es aufhört zu piepsen, war es zu viel ;-) Am besten noch vorher wenden. Nach der Wende immer mit mindestens 45° an den Hang zurück. Nicht peilen (weil man ja auf eine Verbesserung hofft) sondern lediglich sicherstellen, dass man noch abdrehen kann, falls das Steigen doch nicht kommt.

seidenschwan
24.08.2012, 09:34
... der wichtigste Tipp wurde noch gar nicht genannt:

Versuche, die Kurven nach Möglichkeit immer im Steigen zu fliegen, und nicht wenn schon wieder im Sinken bist.
...

Gruß Patrick

Ja, genau.Mit sicherheit.


@ chpw...Ermutigt von seinem Erfolg bin ich auch mal gestartet - und in der ersten Wende gnadenlos abgesoffen. Wenn man bei 20 Meter Höhenunterschied überhaupt von Absaufen sprechen kann...

allerdings kommt gerade beim "Hangkratzen" auch der Gewichtsbereich voll zum tragen. Wenn ich mit meinem 1-2er ( den ich im untersten gewichtsbereich nutze) am Hang bei schwachen Bedingungen fliege, saufen andere schon ab und ich bleibe noch "oben"
Mit meinem 2er dagegen ( oberer Gewichtsbereich) bin ich dann auch am grounden.
Bei Thermik dagegen steigen oder saufen sie fast alle gleich gut....

Johann

paralu
24.08.2012, 12:27
Ich habe mir jetzt nicht mehr alles durchgelesen, aber ich glaube, der wichtigste Tipp wurde noch gar nicht genannt:

Versuche, die Kurven nach Möglichkeit immer im Steigen zu fliegen, und nicht wenn schon wieder im Sinken bist.

Ist zwar logisch, weil man beim "normalen" Thermikfliegen ja auch nicht im Sinken kurbelt, sondern im Steigen, aber manche Soaringanfänger achten nicht darauf.

Gruß Patrick

richtig ich zum beispiel beschleunige vor der kurve noch mal zusätzlich, je nach muss, um die überfahrt mitzunehmen

chpw
24.08.2012, 13:10
richtig ich zum beispiel beschleunige vor der kurve noch mal zusätzlich, je nach muss, um die überfahrt mitzunehmen

Das verstehe ich nicht so richtig. Kannst das bitte mal erklären?

Gruß und Dank,

Chris

Quaxi
24.08.2012, 13:41
@ pikachu: ich habe mein vario auch auf 0,3 m/s eingestellt. Den Sinktonn habe ich allerdings aus, da mein Braeuniger Vario (Alto) so einen haesslichen
Dauerton produziert. Ist der Sinkton beim Soaren hilfreich? Normalerweise muesste man doch merken, wenn dass Piepsen weg ist, dass man ggf. uber das Aufwindband hinausgeflogen ist.

Zum reinen Soaren kannst du das Vario auch getrost zu hause lassen. Man erkennt auch in schwachen Bedinungungen sehr gut ob man steigt oder sinkt, da man ja nahe bis Ameisenkniehoch übers Gelände wetzt. Und wenn ein Baum zuerst 20 m unter mir und nach der Wende 20 m über mir ist, dann gehts halt schlecht. Verkleinert sich die Bergstation unter einem so stark, dass man meint mit einem Teleobjektiv auf Voll-Raus-Zoom zu sein, dann steigt man definitiv.

Bezüglich Sinkton: Die meisten die ich kenne haben einen Sinkton bzw. SinkALARM (wie es ja eigentlich heißt) ab mind. 3-4 m/s Sinken eingestellt. Bei allem anderen wird man ja ganz bekloppt bei dem dauernden Gepiepse. Außerdem hat dein Vario DESHALB so einen krässlichen Sinkton, WEIL es eben als ALARM gedacht ist.

Generell kannst du auch Thermikfliegen ohne Vario üben (hab ich selbst schon oft gemacht), nur ist es schwerer einen Bart zu zentrieren bzw. ist es nicht überprüfbar ob man im Zentrum ist oder nicht. Mit Vario kannst du dich halt sehr schön in das Zentrum parken und da am Stabilo hochspiralen (... oh mann ich werd schon wieder ganz fluggeil :o ...)
Außerdem sind halt die Features wie Wind, Speed over Ground, Wendepunkte, CTR's... etc p.p. ganz nett und hilfreich.

just my 2 cents

ihl

quaxi

paralu
24.08.2012, 13:44
na ich weiß doch wo ich rum muss oder bzw. ich drehen will, also beschleunige ich vorher und wenn ich drehen muss weil ich dort bin, lass ich den beschleuniger los um die überfahrt die der schirm aufnimmt zum drehen zu nutzen.
klar tauche ich etwas durch, aber man muss es abschätzen können wieviel man den beschleuniger tretten muss oder kann,........... genauso lasse ich mich den hang gerne hochschieben oder in den hang reinversetzen, sieht man sehr oft in andelsbuch auf der nord- oder ostseite

seidenschwan
24.08.2012, 14:21
Das verstehe ich nicht so richtig. Kannst das bitte mal erklären?

Gruß und Dank,

Chris

Beschleuniger loslassen= fast wie bremsen. - dadurch Überfahrt. beim Drachen sagte man auch " Bügelthermik"

Seidenschwan

chpw
24.08.2012, 16:22
Danke seidenschwan und paralu, jetzt wird es verständlicher. Anstatt die Geschwindigkeit mit den Bremsen zu regulieren, wird sie mit dem Beschleuniger reguliert.

Ich muss das mal probieren, rein theoretisch bin ich irgendwie nicht überzeugt, dass das besser ist.

Gruß und Dank,

Chris

paralu
24.08.2012, 19:25
Danke seidenschwan und paralu, jetzt wird es verständlicher. Anstatt die Geschwindigkeit mit den Bremsen zu regulieren, wird sie mit dem Beschleuniger reguliert.
Chris

nicht falsch verstehen wir regulieren nicht die km/h mit dem beschleuniger ;) wir geben kurz gas und lassen den beschleuniger wieder los um dann die überfahrt, also den dadurch erreichten höhengewinn zum drehen zu nutzen versuch es doch mal bei einen normalo flug gib gas warte bis er fahrt aufgenommen hat und lass den beschleuniger wieder los aus einem sinken wird ein leichtes steigen :confused: oder so :D

Blondes Flugstück
24.08.2012, 20:34
Zum reinen Soaren kannst du das Vario auch getrost zu hause lassen. Bezüglich Sinkton: Die meisten die ich kenne haben einen Sinkton bzw. SinkALARM (wie es ja eigentlich heißt) ab mind. 3-4 m/s Sinken eingestellt. Bei allem anderen wird man ja ganz bekloppt bei dem dauernden Gepiepse

Für mich ist der Varioton HandlungsMusik! :)

Allerwichtigst finde ich das Beobachten der Blätter, das Wiegen der Baumwipfel…
Bei Wind ab ca 15km/h kann man sich im Aufwindband halten.
Blätter sind die Spielgefährden des Windes – sie zeigen dir seinen Weg, wie er den Bewuchs kämmt, das Relief hinaufstreichelt…
Habe mein Vario allerempfindlichst eingestellt und fliege ausschließlich nach Gehör – VarioSchweigen bedeutet schon handeln!
Ich fliege mich orientierend, herantastend, dem Wind angepasst angebremst.
Fliege windbewegten Bewuchs an, fliege aufwindzeichnenden Wald entlang und drehe lieber zu früh und NUR im Steigen. Natürlich vom Hang weg! Je nach Weitersteigen beim Umdrehen wird die Kehre weiter und flacher gezogen, sonst schnell und eng - um wieder ins Aufwindband ein- und entlang zu fliegen …
Hab ich ein solches Aufwindband gefunden, wird darin geachtert! Nach VarioTon - Mal enger, mal weiter, steiler, mal näher an den Hang, weiter vom Hang weg gegen den Wind, oder kürzere Achter und wenn etwas höher oder WaldWuchsGezeichnet dann auch ausgedehnter - aber immer suchend…

Höchstkonzentriert VariotonÄnderung-Handlungsaktiv werden die „Eckdaten“ abgecheckt…- und es ist ein ständiger Kampf um jeden Höhenmeter!
Wichtig dabei ist: Geduld! Ich habe Zeit! Jedes halbe Meterchen ist ein Gewinn!
Mit der Zeit kennt man „seinen“ Hang, weiß, wo die (Wende)Tankstellen sind – und die sind beim dynamisch fliegen ziemlich zuverlässig.
Je höher man sich hangelt, desto leichter wird der Kampf. Und iiiirgendwann ist man dann oben, kann großflächiger fliegen und evtl die Aufwindbandstellen kreisen…

Zur Zeit schauriges Grüßelchen :)

piti
24.08.2012, 21:23
http://youtu.be/cK6KY-8cIUQ

soaren geht auch ohne hangkratzen. bei so laminaren wind kann sehr nahe ans hinderniss geflogen werde.

ihl piti

FlyJo
25.08.2012, 01:29
http://youtu.be/cK6KY-8cIUQ



Das ist ja geil - wo ist das, wenn man fragen darf?

Und wie seid Ihr hochgekommen, vom Dach gestartet?

Und noch etwas piti, wo ich garade beim Fragen stellen bin: Was bedeutet das "IHL" bei dir? Frage mich das schon seit Jahren.

LG Jo

PeterG.
25.08.2012, 09:59
Moin,...

so ähnlich geht es auch in Almuneca/Spanien.... den Aufwind an den Hochhäusern nutzen und den Leuten den Kuchen auf dem Balkon weggucken:D:D

gestartet wird dort entweder etwas Landeinwärts in den Bergen oder direkt hinter dem Hochhaus unter einer Stromleitung raus... Um da zu starten muss man aber Nerven haben.. Nix für mich:eek:

Richtig kratzen kannst du in Frankreich in den Dünen oder sonstwo am Meer... (Polen / Dänemark,... ) Der Wind der ist sehr laminar und du kannst dich mehr auf deinen Schirm konzentrieren.. In Dänemark bin ich so schon einmal 5 Stunden geflogen.... Mit geflogener Pause um mir ne Wurst vom Grill zu holen...


Peter

HerlitzP
25.08.2012, 10:25
Und noch etwas piti, wo ich garade beim Fragen stellen bin: Was bedeutet das "IHL" bei dir? Frage mich das schon seit Jahren.

LG Jo

ihl = immer happy landings

WA
25.08.2012, 10:29
Das ist ja geil - wo ist das, wenn man fragen darf?


Auf einem der Häuser lese ich "Apardamentos" - Dann erinnere ich mich an den im Film gezeigten Penon d´Ifach. Also wird´s Calpe in Spanien sein! ;) Blos hatte es 1962 noch nicht so viele Hochhäuser. Naja, da sind wir ja auch noch nicht geflogen!


....oder direkt hinter dem Hochhaus unter einer Stromleitung raus...

Ist das ne neue Startart? :D

bigben
25.08.2012, 10:55
Ich habe mir jetzt nicht mehr alles durchgelesen, aber ich glaube, der wichtigste Tipp wurde noch gar nicht genannt:

Versuche, die Kurven nach Möglichkeit immer im Steigen zu fliegen, und nicht wenn schon wieder im Sinken bist.

Ist zwar logisch, weil man beim "normalen" Thermikfliegen ja auch nicht im Sinken kurbelt, sondern im Steigen, aber manche Soaringanfänger achten nicht darauf.

Gruß Patrick

Deshalb fliegt man vor der Kurve noch über die Kante drüber, und macht dann eine möglichst flache Kurve, damit man nach der Kurve dicht am Aufwindband rum ist und nicht draussen, wo es nicht mehr trägt.


Ich habe mal an der polnischen Ostseeküste bei Reval (15 bis 20 Meter Hang) einen Piloten (vermutlich Local) bei schwachen Bedingungen beim Soaren bestaunt. Er hatte die meiste Zeit die Kante für sich alleine, weil wir anderen bei so wenig Wind keine Möglichkeit sahen, uns oben zu halten, konnte also ungestört seine Linien ziehen. Was er machte, erinnerte fast an Turnübungen, man hatte den Eindruck, er würde sich selbst an den Bremsen nach oben ziehen. Er stand immer wieder fast auf dem Strand, hatte den Schirm aber schon deutlich zur Kante zurück ausgerichtet und flog brutalen Kollisionskurs Richtung Kante. Wenn es anfing zu Steigen, ging er auf die Bremse, was eben wirkte, als würde er sich selbst hochziehen, fast wie ein Klimmzug. Er schaffte es immer gerade so über die Kante, oftmals mit seinen Füßen das Gras streifend. Ermutigt von seinem Erfolg bin ich auch mal gestartet - und in der ersten Wende gnadenlos abgesoffen.....

Das macht man wenn es schwach ist. Hast Du Auftrieb und fliegst im Trimm, bist Du ruckzuck durch und hast nix davon. Deshalb bremst man den Schirm recht stark an, sobald man Auftrieb hat. Vorteil: Bremst man an, hat man mehr Auftrieb, man ist langsamer und bleibt länger drin. Wenn das nicht reicht stehtst Du halt unten und kannst Dich am Strand sonnen.

Gruß bigben

reinhard may
25.08.2012, 11:20
Moin,...

so ähnlich geht es auch in Almuneca/Spanien.... den Aufwind an den Hochhäusern nutzen und den Leuten den Kuchen auf dem Balkon weggucken:D:D

gestartet wird dort entweder etwas Landeinwärts in den Bergen oder direkt hinter dem Hochhaus unter einer Stromleitung raus... Um da zu starten muss man aber Nerven haben.. Nix für mich:eek:

Richtig kratzen kannst du in Frankreich in den Dünen oder sonstwo am Meer... (Polen / Dänemark,... ) Der Wind der ist sehr laminar und du kannst dich mehr auf deinen Schirm konzentrieren.. In Dänemark bin ich so schon einmal 5 Stunden geflogen.... Mit geflogener Pause um mir ne Wurst vom Grill zu holen...


Peter

Hallo
Der Startplatz "Los Pinos" war letzten Winter nicht mehr zu gebrauchen. Die Anwohner benutzen ihn als Halde für Gartenabfälle,Palmwedel etc. War immer eine schöne Möglichkeit mit wenig Fahrzeit zum Soaren über die Hotels zu kommen.

http://www.paragliding365.com/index-p-flightarea_details_3327.html

PeterG.
25.08.2012, 11:46
ahhhh,,,..

hier ist sogar ein Bild von dem Startplatz (http://www.paragliding365.com/index-p-image_details_8631_flightarea_3327.html) wo sich mir die Haaare aufstellten.

Ich war schon einige Jahre nicht mehr dort...

Peter

piti
25.08.2012, 23:14
Das ist ja geil - wo ist das, wenn man fragen darf?

Und wie seid Ihr hochgekommen, vom Dach gestartet?

Und noch etwas piti, wo ich garade beim Fragen stellen bin: Was bedeutet das "IHL" bei dir? Frage mich das schon seit Jahren.

LG Jo

hi jo

bin zur zeit in slowenien und kann dir erst jetzt antworten.

einiges wurde ja schon beantwortet.;)


das ist in calpe wie der wa schon mal richtig gesehen hat. start ist auf dem toix. der startplatz ist aber nicht so einfach wenns etwas pustet und der rückwärtsstart muss sehr gut beherrscht werden. der toix muss je nach windrichtung mehr oder weniger überhöht werden, für den fast 3km langen flug übers meer nach calpe zum soaren. in youtube hat es einige videos dazu. wann und bei welchem wind wie, ist manchmal etwas schwierig, und sollte auch das erste mal mit jemanden gemacht werden, der die gegebenheiten etwas kennt. leider hat es auch schon meerlandungen mit toten gegeben.

ihl piti

seidenschwan
27.08.2012, 08:49
ahhhh,,,..

hier ist sogar ein Bild von dem Startplatz (http://www.paragliding365.com/index-p-image_details_8631_flightarea_3327.html) wo sich mir die Haaare aufstellten.

Ich war schon einige Jahre nicht mehr dort...

Peter

Ooooch na ja . der Startplatz geht scho noch .. Aber wo ist der Landeplatz??

Johann

PeterG.
27.08.2012, 11:50
moin...

gelandet wird auf der anderen Seite der Häuser am Strand....

Peter

Parasole
27.08.2012, 14:38
Hallo Piti,
ab 2:10 beginnt unten eine schoene Kante. Da wir beim Thema Hangkratzen sind - ist es moeglich bei genuegend Wind dort vom Strand aufzusoaren?

piti
27.08.2012, 22:59
Hallo Piti,
ab 2:10 beginnt unten eine schoene Kante. Da wir beim Thema Hangkratzen sind - ist es moeglich bei genuegend Wind dort vom Strand aufzusoaren?

haben wir schon einige male versucht, aber das resultat war, schirm im gebüsch oder voll sand. wenn du da unter den häusern bist, stehst du auch bald am boden. der wind kommt halt auch sehr selten genau 90° zur küste.

ihl piti

weindi
29.08.2012, 09:37
Für mich ist der Varioton HandlungsMusik! :) :)


Allerwichtigst finde ich das Beobachten der Blätter, das Wiegen der Baumwipfel…
Bei Wind ab ca 15km/h kann man sich im Aufwindband halten.
Blätter sind die Spielgefährden des Windes – sie zeigen dir seinen Weg, wie er den Bewuchs kämmt, das Relief hinaufstreichelt…
Habe mein Vario allerempfindlichst eingestellt und fliege ausschließlich nach Gehör – VarioSchweigen bedeutet schon handeln!
Ich fliege mich orientierend, herantastend, dem Wind angepasst angebremst.
Fliege windbewegten Bewuchs an, fliege aufwindzeichnenden Wald entlang und drehe lieber zu früh und NUR im Steigen. Natürlich vom Hang weg! Je nach Weitersteigen beim Umdrehen wird die Kehre weiter und flacher gezogen, sonst schnell und eng - um wieder ins Aufwindband ein- und entlang zu fliegen …
Hab ich ein solches Aufwindband gefunden, wird darin geachtert! Nach VarioTon - Mal enger, mal weiter, steiler, mal näher an den Hang, weiter vom Hang weg gegen den Wind, oder kürzere Achter und wenn etwas höher oder WaldWuchsGezeichnet dann auch ausgedehnter - aber immer suchend…

Höchstkonzentriert VariotonÄnderung-Handlungsaktiv werden die „Eckdaten“ abgecheckt…- und es ist ein ständiger Kampf um jeden Höhenmeter!
Wichtig dabei ist: Geduld! Ich habe Zeit! Jedes halbe Meterchen ist ein Gewinn!
Mit der Zeit kennt man „seinen“ Hang, weiß, wo die (Wende)Tankstellen sind – und die sind beim dynamisch fliegen ziemlich zuverlässig.
Je höher man sich hangelt, desto leichter wird der Kampf. Und iiiirgendwann ist man dann oben, kann großflächiger fliegen und evtl die Aufwindbandstellen kreisen…

Zur Zeit schauriges Grüßelchen :)[/QUOTE]


Hallo zusammen,

für mich als "soaring" Anfänger eine wahre Freude/ Fundgrube die einzelnen Threads zu lesen.

@ Blondes Flugstück: super beschrieben!

Vielleicht postet der eine andere noch etwas zum Thema Kurven/ achtern im Aufwindbereich...

LG

Didi