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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Modellflieger im gleichen Bart mit GS/HG, wie seht ihr das?



micbu
03.09.2012, 16:40
Angeregt durch einen Beitrag in einem Forum für Modellflieger:
http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/346891-Sind-bemannte-Gleitschirmflieger-im-selben-Bart-f%C3%BCr-euch-OK?highlight=micbu
Würde ich dieses Thema auch gerne hier mal angesprochen haben.
Wie seht ihr (GS/HG) das, Modellflugzeuge im gleichen Bart und Coexistenz? Seid ihr euch der Gefahren bewußt oder sind Modelle für euch einfach nur ein Thermikanzeiger?
Hier mal Teile meiner Beiträge aus dem anderen Forum:

Ich bin selber Modell- und Gleitschirmflieger. (.......)
Jeder GS Flieger sollte sich darüber im klaren sein, dass ein nahes Modellflugzeug ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt.
Jeder Modellflieger sollte sich darüber im klaren sein, dass die Gesundheit eines Menschen vor der Unversehrtheit eines Modelles geht.
Natürlich ist es ärgerlich wenn man von einem GS aus dem Bart verdrängt wird. Egal, auf stur schalten hilft niemandem.
Sebs macht es hier vor. Man muss aufeinander zugehen sich mit der jeweils anderen Seite unterhalten. Nur ein Miteinander schafft Frieden auf beiden Seiten, nicht ein Gegeneinander.
Wenn irgendwelche Veranstaltungen geplant sind, dann sollten betreffende Vereine informiert werden, damit man sich darauf einstellen kann. Muss man sich als GS doch einem Modell nähern um z.B. nicht in einem Wald notlanden zu müssen, dann sollte das Modell schleunigst das Weite suchen. Modelle sollten sich NIE einem GS nähern. GS Flieger sollten es sich verkneifen, ohne Not, in einen Bart einzusteigen in welchem sich Modelle tummeln.

Letztes Wochenende war ich mal wieder auf der Wasserkuppe. Fluggebiet war an beiden Tagen die Abdsrodaer Kuppe (NO-Wind).
Modelle und GS also sehr dicht zusammen. Es verlief alles ganz harmonisch. Der Flugleiter hat beide Seiten immer freundlich in die Schranken gewiesen wenn mal einer zu dicht an die andere Fraktion gerückt war.
Ich persönlich bin ein paar mal gelandet wenn die Fetzenflieger zu nahe bei den Modellen waren. Sicherheit geht vor. Ich war den Tütenfliegern aber auch nie böse wenn die sich mal ein Modell als Thermikmarkierer ausgesucht haben. Zum einen haben die es viiiiiieeeeeel schwerer als wir oben zu bleiben und ein absaufen oder eine Zwischenlandung verursacht zudem viel größere Umstände als wenn ich mich mal bücken muss um mein Modell aufzuheben und wieder in den Hang zu werfen. Auch ein ganz kurzes Gespräch mit den Teebeutelfliegern hat das gute Miteinander bestätigt. Ich selbst hatte dieses mal keinen Schirm dabei, würde mir aber wünschen, dass es immer so ein gutes Miteinander geben würde. Von Seiten der Modellflieger waren keine Klagen zu hören.

Michael

einrad
03.09.2012, 16:53
Ich würde mich in erster Linie davor fürchten, dass der Modellpilot kaum sagen kann, ob seine Kiste ein paar Meter weiter vorne oder weiter hinten ist. Daher halte ich die Kollisionsgefahr für recht hoch und würde es nach Möglichkeit meiden kleinräumig mit Modellen zusammen zu fliegen.

Ein gemeinsames Bier (o.Ä.) nach dem Fliegen ist deswegen ja nicht ausgeschlossen.
;)

JP Philippe
03.09.2012, 17:04
Hi,

ich kann mit dem Modellflieger bei größerem Abstand unmöglich einschätzen wie nahe ich an dem Gleitschirm dran bin, also so von der räumlichen Tiefe her. Im "Pulk" kurbeln - no way.
Hier hilft nur defensiv fliegen mitm Modellflieger.
Situation: Ich fliege bei mir hinterm Dorf mit einer 1,22m E-Kunstflugmschine. Wiegt vlt 1,2Kg und kann 700Watt Peak raushauen. Mit dem Prop will ich auf garkeinen Bekanntschaft machen. Manchmal kommen Motorschirme vorbei oder drüber geflogen. Ich bleib einfach weg von den Burschen.

Aus der Sicht des Gleitschirms kenn ich das nur aus Oppenau West und Greifenburg.
Mit einem kleinen leichten Flieger ("Zagi") auf Augenhöhe beim Hangkratzen mag das gehen. Aber F3F Karren oder 4m E-Segler sind schon ziemlich gefährlich IMO.

-JP

Stefan Traut
03.09.2012, 18:43
In unserm Fluggebiet Schrattenbach haben wir seit jeher Mischflugbetrieb von Gleitschirm, Drachen und Modelfliegern.
Die Modelle haben zum Teil riesige Abmessungen (5-6 m Spannweite). Das Miteinander funktioniert bei und bestens. Das miteinander Kreisen in ein Bart funktioniert auch solange nicht zu viele Piloten in einem Bart kreisen. Man muss aber dazusagen, das wir nur sehr erfahrene Modellflieger im Verein haben die auch lieber mal einen Bart verlassen als ein Risiko einzugehen.

Stefan Traut
1. Vorstand der Schrattenbachflieger e.V.

Sommerflieger
03.09.2012, 19:00
[...] Modellflugzeuge im gleichen Bart und Coexistenz? [...]

Für mich ein absolutes Nogo ohne wenn und aber.

Fliege oft in Oppenau wo es einen abgesteckten Sektor für die Modellflieger gibt in den ich
einfach nicht einfliege sobald dort Betrieb herrscht. Meine Gesundheit ist mir wichtig. Nie
im Leben würde ich auf die Idee kommen zusammen mit einem ferngesteuerten Modellsegler
- bei dem der Pilot im Zweifel mehrere hundert Meter von seinem Flugzeug entfernt steht -
im gleichen Bart zu drehen. Ich würde im Zweifel immer wegfliegen. Niemand kann aus solch
einer Entfernung präzise abschätzen ob der Abstand Gleitschirm/Modellflugzeug gefährlich
ist oder nicht - auch nicht die erfahrenen womit ich Stefan Traut hiermit ganz deutlich
widersprechen will. Natürlich möchte ich nicht abstreiten daß in Eurem Verein ein gutes
Miteinander herrscht und bis dato alles gut gegangen ist.

Gruß,

Sommerflieger

Martin Prerovsky
03.09.2012, 20:51
Servus zusammen,


wenn alle Modellflieger mit aktivem FPV unterwegs wären, dann sähe ich da überhaupt kein Problem. http://de.wikipedia.org/wiki/FPV (http://de.wikipedia.org/wiki/FPV)


Kleines Viedobeispiel:
http://www.youtube.com/watch?v=FbD4Ic2UmLA&feature=player_embedded

Gruß,
Martin

Kranfahrer
03.09.2012, 21:05
Hallo,

ich bin der gleichen Meinung wie Sommerflieger. NIEMALS würde ich freiwillig als Gleitschirmflieger mit Modellflugzeugen gleichzeitig fliegen wollen.

Ich bin selber auch Modellflieger und weiß aus eigener Erfahrung, daß die meisten Modellsteuerer fast nur direkt auf ihr Modell schauen und kaum den übrigen Luftraum beobachten aus folgenden Gründen:

- Die Fluglageerkennung beim Modell (welches ja mitunter weit entfernt fliegt) ist schwieriger und es erfordert ständige Beobachtung.
- Modelle sind mitunter durch die geringe Massenträgheit sehr wibbelig in der Luft und man muß Richtungsänderungen durch Turbulenz sehr rasch ausgleichen sodaß man nur kurz wegschauen kann
- Schaut man sich einmal für kurze Zeit den umgebenden Luftraum an läuft man Gefahr sein Modell aus den Augen zu verlieren und man muß es danach erstmal "wiederfinden" was bei mehreren Modellen in der Luft sehr schwierig sein kann

Aus diesen Gründen hat ein Modellflugpilot weitaus weniger Sorge davor mit jemand anderes zu crashen (weil in der Regel viel seltener) als sein Modell aus den Augen zu verlieren oder es plötzlich in einer extremen Fluglage wiederzufinden und dann wegen falschen Steuerns zu erden. Er kann sich also nicht so intensiv dem Problem der (für Gleitschirmflieger überlebenswichtigen) Kollisionsvermeidung widmen wie wir Gleitschirmflieger.

Modellflieger haben sehr viel mehr Möglichkeiten der Geländewahl deshalb sollten sie den Gleitschirmfliegern ihre wenigen Gelände für sich alleine lassen! Alles andere ist ein Spiel mit dem Risiko!

Mfg

JHG
03.09.2012, 22:10
http://www.gleitschirmdrachenforum.de/showthread.php?15495-Kollision-mit-Modellflugzeug-und-Retterabgang

El Zorro
03.09.2012, 22:42
Ich flieg auch beides. Prinzipiell hab ich eher die Hosen voll, wenn ein ( grösseres ) Modell in meiner Nähe ist, weil ich weiss wie weh die Dinger tun können.
Es gibt ein paar ganz wenige Modellpiloten, mit denen ich bedenkenlos auch in einem Bart kurbeln würde.
Das mit der Entfernungsschätzung ist vom Modellpiloten aus ab einer gewissen Entfernung des Modells extrem schwierig bis unmöglich. ( ohne FPV ).

Man kann aber zweidimensional arbeiten und einfach optisch niemals einen GS/Drachen kreuzen, dann kann man auch keinen treffen.
So einfach ist das (theoretisch).

Mit meinem kleinen unbespannten Schaumkeks ( Zagi ) flieg ich schon auch mal in der Nähe von Schirmen rum. Selbst ein Treffer mitten auf den Kopf würde nicht weh tun. Der Pilot könnte jedoch erschrecken und dann in Folge Mist bauen. Das ist es nicht wert. Drum halte ich mich auch damit stets in respektvollem Abstand.

Es gibt Ausnahmen. Manche befreundete GS-Piloten und ich machen auch mal Spielchen wie "Fang das Flugzeug". Das geht aber auch nur wieder gescheit im Soaringbereich der Düne und in gegenseitigem Einverständnis. Und macht jeweils beiden oder mehreren Beteiligten Spass.

Prinzipiell sollte man den Flugbetrieb jedoch trennen. Wie beim GS gibt es auch bei den Modellern ausgewachsene Chaoten. Und da ist dann bei schnelleren/grösseren Modellen schnell Schluss mit lustig.

Andi1965
04.09.2012, 00:01
Das mit der Entfernungsschätzung ist vom Modellpiloten aus ab einer gewissen Entfernung des Modells extrem schwierig bis unmöglich. ( ohne FPV ).

Man kann aber zweidimensional arbeiten und einfach optisch niemals einen GS/Drachen kreuzen, dann kann man auch keinen treffen.
So einfach ist das (theoretisch).

Prinzipiell sollte man den Flugbetrieb jedoch trennen. Wie beim GS gibt es auch bei den Modellern ausgewachsene Chaoten. Und da ist dann bei schnelleren/grösseren Modellen schnell Schluss mit lustig.

Auch ich fliege beides und stimme Zorro zu. Es ist nicht möglich "sicher" abzuschätzen ob ich vor oder hinter etwas bin. Auf meinem Ex-Modellfluggelände wurde vor Jahren eine Hochspannungsleitung errichtet, die parallel zum Queranflug verlief. Wegen der wunderbaren Asphaltstartbahn starten dort auch wertvolle vorbildgetreue (sogar ganzmetall und Sternmotor) Modelle. Es blieben leider schon einige in dieser Leitung hängen, weil die Piloten sich verschätzten.
Diese Piloten waren keine Anfänger! Und ja, Es gibt solche und solche unter den Modellfliegern. Viele Modellflieger sind aber wirklich nett sozusagen!!!!! :-) Aber Abschätzungen in dieser Sache sind wirklich 99,99 Prozent der Piloten nicht möglich.
Grüße Andi

Ich bin auch öfter mal mit Bumerangs unterwegs..(wie auch immer :-)) Immer dachte ich weit genug weg von Bäumen zu sein..aber die Hooks.. Ich weiß mittlerweile. Nicht abschätzbar.. :-)
(Die Bau oder Bastelzeit gewisser Modelle beträgt oft mehrere Jahre. Es wurde sich einfach nur verschätzt bei der Landung)

Sommerflieger
04.09.2012, 10:57
wenn alle Modellflieger mit aktivem FPV unterwegs wären, dann sähe ich da überhaupt kein Problem.

Wenn ich das richtig verstehe sind diese Modelle mit einer Kamera und somit mit einer mehr oder weniger festen Perspektive
ausgerüstet, "Schulterblicke" oder ein "sich-umschauen-und-ständig-den-Luftraum-beobachten" wie man es beim Kurbeln in
der Thermik halt macht ist damit nicht möglich. Zusätzlich kann die Kamera plötzlich defekt sein, es können Übertragungsschwierigkeiten
auftreten, die Sonne kann in das Objetiv einstrahlen, sodaß das Bild für einen kurzen Moment komplett weiss ist, Das Display kann
durch Sonneneinstrahlung schwer abzulesen sein, etc., etc.

Alles in allem ist der Modellsegler immer noch unbemannt und im Ernstfall gehen halt ein paar tausend Euro den Bach runter: ärgerlich
aber nicht essentiell. Wenn dem Gleitschirmflieger etwas passiert geht es gleich um Menschenleben. Es liegt also in der Natur der Sache,
daß man mit einem Fluggerät in dem man nicht selber sitzt anders bzw. risikoreicher manövriert als wenn man sich selbst in der Luft befindet.

Daher ist das FPV insgesamt für mich kein überzeugendes Argument freiwillig mit einem Modellflieger den Bart teilen zu wollen.
Wie gesagt: da mach ich mich lieber vom Acker und freue mich meines Lebens.

Gruß,

Sommerflieger

Kalman
04.09.2012, 11:45
Da ich früher mal selbst Modell geflogen bin, weiss ich wie schwer es ist die Tiefe genau abzuschätzen. Als Modellflieger damals habe ich mich von allen Hindernissen fern gehalten. Und als Gleitschirmflieger heute würde ich ganz schnell die Biege machen wenn mir ein Modell um den Schirm herum fliegt.

Offtopic:



http://de.wikipedia.org/wiki/FPV (http://de.wikipedia.org/wiki/FPV)


http://www.youtube.com/watch?v=FbD4Ic2UmLA&feature=player_embedded



Rechtlich höchst bedenklich. Nicht nur die Videoaufnahmen der Leute / Häuser (Recht am eigenen Bild), sondern vor allem das tiefe überfliegen der Menschenansammlungen / Städte... Da gibt es eine Mindesthöhe von 1000 Fuss / 300 Meter. Keine Ahnung ob das jetzt auch für Modelle gilt, aber wenn da mal die Funkverbindung abreisst und das Teil in die Menschenansammlung stürzt, dann will ich nicht der Pilot sein... Bei Modellflugshows jedenfalls wird nicht über den Zuschauern geflogen, sondern wie bei richtigen Airshows auch, parallel dazu.

Sommerflieger
04.09.2012, 13:01
Rechtlich höchst bedenklich. Nicht nur die Videoaufnahmen der Leute / Häuser (Recht am eigenen Bild)

Im o.g. Video bezüglich des Rechtes am eigenen Bild völlig unbedenklich. Es ist niemand als Person zu erkennen und wenn dann
eindeutig als Beiwerk einer Landschaft oder Stadtansicht zu klassifizieren. Es sind ja keine Portraits der Menschen entsanden.
Häuser und Privatgrund kannste filmen/fotografieren wie Du lustig bist so lange Du den Privatgrund nicht betrittst und dies von
öffentlich zugänglichem Raum tust.

Alle Deine anderen Bedenken bezüglich Sicherheit u.ä. teile ich.

Gruß,

Sommerflieger

Thomas C
05.09.2012, 11:30
http://www.gleitschirmdrachenforum.de/showthread.php?15495-Kollision-mit-Modellflugzeug-und-Retterabgang

Eigentlich wurde 2006 schon alles geklärt, aber scheinbar geht noch eine runde ;-)

Manntragenden LFZ ist auszuweichen von nicht-manntragenden. Ist das soooo schwer zu verstehen? Hier an der Hohen Wand hat das dazu geführt, dass mittlerweile kaum noch modelle fliegen bei manntragendem flugwetter. Die vielen restlichen tage gehören eh dem rest!