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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hummelflug in Thermik 9-2012



berndw
13.09.2012, 12:40
Wow wiedermal macht das Thermikmagazin Stimmung für
niedrig klassifizierte Schirme.
Martina Mittelberger beschreibt einen wundervollen Streckenflug mit ihrem
Gin Yeti.

Taucht sie auf seite 40 noch trotz aller Fluchtversuche für ein Paar Sekunden in das strukturlose Weiss der Wolke ein,
fliegt sie dann auf Seite 42 zuerst von der Wolke inhaliert, nach Kompass weiter und dann kann sie es sich wenige Zeilen
tiefer, weil allein in der Luft erlauben, sich bewusst in die Wolke einsaugen zu lassen.

Solch einen Schirm möchte ich auch.

ich wüsste gerne ob das Motorradmagazin auch einen romantischen Bericht abdrucken würde,
wie ich mit meinem 17PS Gespann mit 100km/h durch die Fussgängerzone rase?

"Willio"
13.09.2012, 12:47
Ist wolkenflug nicht verboten:-).....jaja ich war auch schon drin:-).....
Aber das so offensichtlich veröffentlichen ....?

tommi
13.09.2012, 13:09
Ich hab mir auch meinen Teil gedacht und mich gefragt, ob sie wirklich das richtige Hobby hat. Vor allem als es sinngemäß hiess: "dieses Mal flog ich bewusst in die Wolke, es war ja niemand da..."
Ich hab Zweifel, ob jemand, der es nicht schafft zu Verhindern unfreiwillig in eine Wolke zu kommen, wirklich freiwillig hinein sollte...

Das wesentliche Problem ist aber die Gefährdung anderer.

In Wolkennähe ist die Sicht ja meist nicht ganz so gut, da der Weitblick durch die höhere Luftfeuchtigkeit gehindert ist. Ohne es gemessen zu haben, wage ich zu behaupten, dass bei einer Wetterlage mit 30 Kilometern Fernsicht in ca. 100 Metern Wolkenabstand auf gleicher Höhe nur noch eine Sicht von maximal 6 Kilometern sein dürfte (passt in mein kommendes Rechenbeispiel:-)), eher weniger.

Ein Segelflieger der mit 180 Sachen unter einer Wolkenstraße herpflügt, wird diese Strecke in 2 Minuten zurückgelegt haben. Ein Drachenflieger in ca. 4 - 6 Minuten.
Segelflieger sind in der Höhe auserdem sehr schwer zu erkennen (weisses Fluggerät vor milchigem Hintergrund), wie ich beim Mischbetrieb in der Südheide schon öfters festgestellt habe.

Es ist wiklich schön, dass es immer leistungsfähigere EN A Schirme gibt, deshalb sollte man als User aber nicht zwangsläufig das Gehirn ausschalten.

Viele Grüße,

Tommi

gerifly
13.09.2012, 13:24
Ich staune, dass der Kommentar hier zu diesem Bericht über den Wolkenflug im Thermik so lange gebraucht hat............. ;)
Hab mir nämlich auch so meine Gedanken gemacht über diese Zeilen dort...........

Gruss Geri

WillyCH
13.09.2012, 13:29
Ging mir auch so. Vor allem erweckt der Bericht den Eindruck, dass auch unerfahrene Piloten dank eines A-Schirms problemlos allein auf Strecke gehen können (und sollen) und weder Angst, Unsicherheit, mangelnde Landeplätze noch Wolken ein Hindernis sind. :mad:
Happy Landings
Ueli

berndw
13.09.2012, 15:27
Leider ist die Pilotin nur ein Teil der Geschichte.
Ich frage mich, lesen die in der Redaktion nicht was sie drucken,
oder ist es denen in ihrer 1er Promotion egal?
S.a. "back 2 Square 1"
hier besser: "setzen sechs".

DonQuijote
13.09.2012, 15:51
Ach, diese ganzen gebetsmühlenartig wiederholten Artikel in der Thermik und im DHV Magazin mit immer der selben Leier "niedrig klassifizierte Schirme sind sicherer", "Leistung braucht eh keiner", "90% aller Piloten sind unter einem EN-A besser aufgehoben", "Stäbchenschirme sind böse", "Wettkampffliegen ist gefährlich", "XC-Fliegen ist ein Breitensport für jeden" usw. interessieren doch eh nur noch ein bestimmtes Pilotenklientel: Diejenigen, die sich gerne bestätigen, dass nicht sie schuldig sind wenn was schief geht, sondern immer das Material. Und diejenigen, die eine Ausrede brauchen, um sich persönlich nicht weiterbilden und nicht hart trainieren zu müssen.

Aber seht es mal so: Die Hummel und die Pilotin passen wohl schon irgendwie zusammen.

Vor allem erweckt der Bericht den Eindruck, dass auch unerfahrene Piloten dank eines A-Schirms problemlos allein auf Strecke gehen können (und sollen) und weder Angst, Unsicherheit, mangelnde Landeplätze noch Wolken ein Hindernis sind. :mad:
Das ist echt ein Problem. Scheint aber mittlerweile die gängige Denke zu werden.

marabu
13.09.2012, 16:48
@JN
Danke. Du hast es in Kürze auf den Punkt gebracht.:)
Der "Faden" geht bestimmt noch lang, aber das Ergebnis ist mit deinem Post schon festgehalten.

tommi
13.09.2012, 17:35
Ich staune, dass der Kommentar hier zu diesem Bericht über den Wolkenflug im Thermik so lange gebraucht hat............. ;)

Gruss Geri

Liegt bestimmt daran, dass sich niemand als Erster mit Spießervorwürfen konfrontiert sehen wollte....

reinhard may
13.09.2012, 18:04
Hallo
Mal abgesehn davon,daß ich den Bericht noch nicht gelesen habe,stellt sich mir bei Wolkenflug immer diesselbe Frage,haben die Piloten keine Angst? Klar,bis an die Basis kommt sogar so ein alter Thermikverweigerer wie ich auch schon mal und Nebelschwaden um mich rum sind auch manchmal nett. Aber in der Wolke noch Höhe machen,soll´s ja geben,das ist für mich ein absolutes Nogo. Ich hab da einfach ein megaungutes Gefühl und möchte mir eine stärkere Störung der Kappe ohne Orientierung auch nicht vorstellen. Warscheinlich ist das aber mit den sicheren Breitensportgeräten gar kein Problem und ich bräuchte mir mit so einem Gerät keine Sorgen machen.

Gruß Mayer

"Willio"
13.09.2012, 18:46
@maxl..... Hierum gehts ja nicht, dass sowas nicht auch schon einigen passiert ist, ob gewollt oder nicht,aber das so in einer Zeitschrift zu bringen, das sich dann so liest.... Ei wie toll das ist usw... Geht garnicht!
Neben bei ist es ja verboten, man hätte halt den Text besser vorher zensieren sollen!
Lesen die Leute vom Thermikmagazin eigentlich vorher nicht die Geschichten?
Klingt ja wie Anstiftung zum nachmachen.....

artemis
13.09.2012, 19:21
Ach, diese ganzen gebetsmühlenartig wiederholten Artikel in der Thermik und im DHV Magazin mit immer der selben Leier "niedrig klassifizierte Schirme sind sicherer", "Leistung braucht eh keiner", "90% aller Piloten sind unter einem EN-A besser aufgehoben", "Stäbchenschirme sind böse", "Wettkampffliegen ist gefährlich", "XC-Fliegen ist ein Breitensport für jeden" usw. interessieren doch eh nur noch ein bestimmtes Pilotenklientel: Diejenigen, die sich gerne bestätigen, dass nicht sie schuldig sind wenn was schief geht, sondern immer das Material. Und diejenigen, die eine Ausrede brauchen, um sich persönlich nicht weiterbilden und nicht hart trainieren zu müssen.

Aber seht es mal so: Die Hummel und die Pilotin passen wohl schon irgendwie zusammen.

Das ist echt ein Problem. Scheint aber mittlerweile die gängige Denke zu werden.

@ JN,

thumbs up :D

dicker-moench
13.09.2012, 19:28
Maxel: ich bin in meinen 500 Flügen nur einmal in eine Wolke eingeflogen. Und das nur weil sich diese vor mir tiefer aufbaute (Verschiedene Basishöhen/StufenThermik) Über dem Startplatz Wolkenbasis 1700 Meter ich bin ins nächste Tal geflogen wo sich Wolken erst auf 1000-1300 bildeten, als ich die Flugroute eingeschlagen hatte. Es gab kein Zürück und keine Kursänderung, weil keine landbaren Flächen im Gleitwinkelbereich. Also bin ich Frontal durchgeflogen. Nach dem Durchfliegen holte mich die Wolke sogar noch mal ein und verschluckte mich ein zweites mal.

Sonst hatte ich keinen Wolkenflug nötig bzw. hatte keine Probleme damit dieser zu entfliehen. Meiner Frau hatte soweit ich weis auch noch keinen Wolkenflug.

martinpi
26.09.2012, 20:19
@maxl..... Hierum gehts ja nicht, dass sowas nicht auch schon einigen passiert ist, ob gewollt oder nicht,aber das so in einer Zeitschrift zu bringen, das sich dann so liest.... Ei wie toll das ist usw... Geht garnicht!
Neben bei ist es ja verboten, man hätte halt den Text besser vorher zensieren sollen!
Lesen die Leute vom Thermikmagazin eigentlich vorher nicht die Geschichten?
Klingt ja wie Anstiftung zum nachmachen.....

Sowas ähnliches habe ich mir schon bei der Beschreibung des Nachtfluges in einer früheren Ausgabe gedacht.

Quaxi
27.09.2012, 10:29
Ich hab´ diesen Artikel nicht gelesen, aber mal ganz ehrlich: wer von uns/Euch ist denn nicht wenigstens einmal in seinem Fliegerdasein bewusst und absichtlich in eine Wolke ´reingeflogen, nur um mal nachzuschauen, wie´s da drin denn so ist?

Ok ... ich bekenne mich: Absichtlich - jawoll! Ich liebe Wolken :)

Wolkenfliegen sollte aber gelernt sein! Es braucht umsichtige Piloten, die das Revier nicht erst die letzten 2 Minuten vor "Eintauchen" sondern schon lange beoabachten: Sind noch andere hier? Könnte schon wer drinnen sein? Sieht mich wer ob ich einfliege? Mit wem fliege ich (=vertraue ich demjenigen, dass er mich in meinem Bummerln alleine lässt?)? Wie dick ist die Wolke? Wo komme ich raus? Nur kleine Abstecher machen, denn nach 2-3- Minuten ist jegliche Orientierung weg! Beibehalten von "Orientierungspunkten": Fliegt man von oben ein, sollte man die Sonne immer durchscheinen sehen! Fliegt man von unten ein, sollte noch etwas vom Boden zu sehen sein. Auch wenn man kurz verschwindet muss man wissen, in welche Richtung der "Ausgang" liegt bzw. in welche Richtung man schnellstmöglich wieder Boden/Sonne zu sehen bekommt! ==> Vario mit Kompassfunktion oder ein normaler Kompass sind unabdingbar!

Außerdem: Wolkenfliegen in Hot-Spots (zB Dolos, Bassano, Kössen, Pinzgau etc....) oder an einem Hammertag auf einer Rennstrecke ist ein absolutes NO-GO!Wolkenfliegen kann man aus Spaß zu 3 zu 4 am Hausberg machen, wenn sonst niemand hier ist! Aber auch nicht an einem guten Streckentag, wenn Segelflugzeugs oder andere Streckenjäger unterwegs sind!
Wolkenfliegen immer nur bei rel. kleinen Wolken probieren --> da ist der "Ausgang" nie weit weg. Am Anfang nur mal mit den Wolkenfetzen spielen.

Und ganz wichtig: Die fotokamera bereits eingeschaltet mitnehmen, falls man einen HALO_Ring beobachten darf :D ;)

WA
27.09.2012, 10:44
- Am Anfang nur mal mit den Wolkenfetzen spielen.


Wehret den Anfängen!

Wolkenflug ist ein absolutes No Go. (Die Gesetzeslage ist eindeutig)
Vorher abdrehen, Ohren rein, B-Stall machen, Spirälerchen fliegen - Nur weg von dem Ding! :eek:

(Hmm, könnte in der Wolke ein Bier kühler werden?):p

Quaxi
27.09.2012, 10:50
(Hmm, könnte in der Wolke ein Bier kühler werden?):p

haha :D .... Noch besser als an der Basis mein lieber Wolfi! :cool: ... kostet am LP aber 50 Cents mehr :D

berndw
27.09.2012, 11:35
Ok ... ich bekenne mich: Absichtlich - jawoll! Ich liebe Wolken :)
Wolkenfliegen immer nur bei rel. kleinen Wolken probieren --> da ist der "Ausgang" nie weit weg. Am Anfang nur mal mit den Wolkenfetzen spielen.
Und ganz wichtig: Die fotokamera bereits eingeschaltet mitnehmen, falls man einen HALO_Ring beobachten darf :D ;)
Hi Quax,
die Dame redet von "durch die Wolke fliegen mit Kompassnavigation"
und danach nochmal, weils so schön war, nicht von "mit Wolkenfetzen spielen" und
Halos fotografieren.
Die Segelflieger fürchten sich vor den mit den Füssen aus der Wolke hängenden
Teebeuteln.
Leider scheinen sich die Teebeutel nichtmehr vor Wolken, Sicht und Kontrollverlust
zu fürchten.

Quaxi
27.09.2012, 11:48
Hi Quax,
die Dame redet von "durch die Wolke fliegen mit Kompassnavigation"


Hi Bernd,

muahaha :D ... das ist ja zu geil! Naja wer sich traut. Ich würd mir ja in die Hosen machen! Und außerdem ist DAS natürlich eine ganz andere Liga! NO-GO!

Wo ist denn die Dame überhaupt geflogen? Falls in den Bergen, dann hat sie echt "Balls of Titanium" ... oder so ählnich :cool:
Aber auch im Flachland ist es doch nicht so lustig, wenn man nach, sagen wir mal, 10-15 Minuten völlig pitsche-patsche nass aus einer Wolke kommt und dann feststellen muss, dass man über einer unlandbaren Stadt oder einem Wald ist... Kann ich mir zumindest vorstellen, dass das einige stressen könnte ;)

MaTo
27.09.2012, 15:20
Wo ist denn die Dame überhaupt geflogen?

Eine einfache Frage, einfach beantwortet:
Bei uns um die Ecke...
Start in Schnifis (Walsertal) und Landung im Klostertal.
Schön dokumentiert und veröffentlicht im XC und der Thermik!


Für mich persönlich war dieser Beitrag der letzte Tropfen der das Faß zum Überlaufen gebracht hat!
Alleine die Reaktion des Verantwortlichen der Thermikredaktion, mit Verweis auf die Pressefreiheit, war mehr als unterirdisch und gehört ...
Das man so dämlich sein kann und der Austrocontrol so eine Steilvorlage liefert, Respekt!

Meine Kündigung des Abos ist zum Glück offiziell bestätigt worden.
Leider bekomme ich das Käseblatt noch bis Mitte nächsten Jahres...

Gruß MaTo

Thomas C
27.09.2012, 15:56
Das man so dämlich sein kann und der Austrocontrol so eine Steilvorlage liefert, Respekt!

leider wirklich kein einzelfall, diesmal nur besonders dreist wg. veröffentlichung auch noch in einer zeitschrift :cool:

creg
27.09.2012, 16:12
...Leider scheinen sich die Teebeutel nichtmehr vor Wolken, Sicht und Kontrollverlust
zu fürchten.

Nee, das kann ich so nicht stehen lassen. Bitte nicht wegen ein paar Wahnsinnigen verallgemeinern :cool:

Ich persönlich würde niemals freiwillig in eine Wolke fliegen - ich häng an meinen Knochen und meinem Leben! Und die, mit denen ich fliege, habe ich auch noch nicht von sowas erzählen hören...
Ich weiß doch, dass ich schon bei normalen Sichtbedingungen manchmal "unsichtbar" bin (letztens erst noch in 1000m Höhe mit ner Echo-Maschine erlebt, die genau auf meiner Höhe auf mich zuhielt) und mit meiner Geschwindigkeit eine stationäre Luftboje für andere darstelle.

Freifaller
27.09.2012, 16:23
Ich war mal mehrere tausend (Höhen-) Meter in einer Wolke, allerdings beim Fallschirm Springen im Freifall. Bei ca. 4.000m rein, mit Halo, und froh, bei 1.200m endlich wieder die Erde zu sehen. War übrigens erlaubt, da über Sardinien, wo es keinen anderen Flugverkehr gab.
Trotzdem würde ich mit dem Gleitschirm nie absichtlich rein oder durch fliegen. Es war irgendwie unwirklich, nur weiss um einen herum und die einzige Möglichkeit zur Orientierung (oben oder unten) war die Fallrichtung.

Andi1965
27.09.2012, 16:36
Nachdem ich den GH Beitrag der Ausgabe ja schon erwähnt habe muß ich fairerweise zum Hummelflug sagen, daß mir der Beitrag wirklich gefallen hat. Im Hummelflug gab es auch 5 Zeilen Wolkenflug. Trotzdem hat mich der Beitrag angenehm überrascht. Sehr schön geschrieben und für mich spannend und immer nachvollziehbar. Ich kann das hier jetzt nicht länger verschweigen. Grüße Andi

MURMEL
27.09.2012, 16:53
Schön, daß hier doch eine einigermaßen einhellige Meinung zu dem Thema vorherrscht. Hatte irgendwie schon befürchtet, daß unter uns Gleitschirmfliegern viele Volltrottel sind. Aber Sonntag am Col Rodella,
aufliegende Bewölkung, also Gipfel in den Wolken und nicht nur einer läßt sich in die Wolke ziehen.
Oder Dienstag wieder, 30 iger Wind, Gipfel wieder in den Wolken, die ersten werden rückwärts zwischen Col Rodella und Langkofel verblasen, andere Richtung Pass Pordoi, andere stehen im Talwind und fliegen rückwärts und trotzdem werden Leute, die noch nicht einmal selbständig bei Wind starten können, von
ihren "Flugbegleitern" in die Luft befördert.

Ich sag mal
Hals- und Beinbruch

Michael C.

Pedro
27.09.2012, 17:32
Quaxi schreibt:

Wolkenfliegen immer nur bei rel. kleinen Wolken probieren --> da ist der "Ausgang" nie weit weg. Am Anfang nur mal mit den Wolkenfetzen spielen.

Jaja denkste -

Da war ich mal in einem Thermikschlauch unter einer wirklich kleinen Wolke aber plötzich hat sich das Wölklein zu einem grosses Ungetüm entwickelt und ich war mitten drin, wissend dass in der Umgebung auch noch andere Gleitschirmflieger waren.
Da wusste ich nur noch was Oben oder Unten ist weil die Leinen ja nach oben zu Schirm gehen, den Schirm habe ich auch nicht mehr gesehen aber zwischendurch ist der Schirm für Sekundenbruchteile wieder aufgetaucht und wieder verschwunden.
Dann nach langen bangen Minuten hat sich mitten in der Wolke ein Loch aufgetan, ein grosses rundes Loch (Zentrum vom Thermikschlauch) da habe ich genau auf den Landeplatz sehen können, Landeplatz anvisiert und die grossen Ohren rein, es war echt mühsam, kaum runter und kaum vorwärts, ein Fullstall oder dergleichen war nicht möglich weil ich nahe an der Kante über einer Felswand war, habe mich aber wenigstens aus der Wolke schmuggeln können.

Quaxi vergess besser deine Theorie vom Wolkenflug es ist barer Unsinn und könnte mal zum Verhängnis werden.

Unter einer Wolke oder Wolkenstrasse fliegen JA (Streckenflug) aber nur mit dem nötigen Abstand und Respekt !
pedro

Quaxi
28.09.2012, 08:52
Lieber Pedro,

du bist eben unbeabsichtigt in eine Wolke gesaugt worden. Das hat nichts mit dem zu tun was ich schreibe. Ich rede vom voll beabsichtigten Rantasten an Wolken. Wolken sind per se ja nicht gefährlich. Ich schreibe ja auch nicht, man soll sich direkt unter einer Wolke einsaugen lassen, sondern langsam erst mal mit Wolkenfetzen spielen etc....

Da du mein Statement einfach aus dem Kontext reißt zitiere ich mich nochmals selbst. Hättest du diese Punkte beachtet, wäre dir das nicht passiert.


Es braucht umsichtige Piloten, die das Revier nicht erst die letzten 2 Minuten vor "Eintauchen" sondern schon lange beoabachten: Sind noch andere hier? Könnte schon wer drinnen sein? Sieht mich wer ob ich einfliege? Mit wem fliege ich (=vertraue ich demjenigen, dass er mich in meinem Bummerln alleine lässt?)? Wie dick ist die Wolke? Wo komme ich raus? Nur kleine Abstecher machen, denn nach 2-3- Minuten ist jegliche Orientierung weg! Beibehalten von "Orientierungspunkten": Fliegt man von oben ein, sollte man die Sonne immer durchscheinen sehen! Fliegt man von unten ein, sollte noch etwas vom Boden zu sehen sein. Auch wenn man kurz verschwindet muss man wissen, in welche Richtung der "Ausgang" liegt bzw. in welche Richtung man schnellstmöglich wieder Boden/Sonne zu sehen bekommt! ==> Vario mit Kompassfunktion oder ein normaler Kompass sind unabdingbar!

Um es auf den Punkt zu bringen: Du hast in diesem Fall die Umgebung einfach nicht richtig beobachtet. Eine Wolke "explodiert" ja nicht einfach. Außerdem haben die Steigwerte 1:1 mit der Geschwindigkeit des Wolkenwachstums zu tun. Bei Steigwerten von 10m/s wachsten Wolken wirklcih extrem rasch an, da natürlich unglaublich viel Luft und darin angereichtere Luftfeuchtigkeit, nach oben befördert wird. Bei Steigwerten von 2-3 m/s und relativ trockener Luft wachsen Wolken natürlich nicht so schnell.

Und noch was: Wenn man unbeabsichtigt in eine wirklich zu große Wolke, fast ohne Vorwärtsfahrt gerät, bzw. man erkennt, dass eine Flucht nicht mehr möglich ist, dann gibt es nur mehr eins: Einseitige Bremse bis zum Arsch, Gewicht nach innen, kurze Pressatmung und Spiralen was das Zeug hält. Von einer Wolke eingesaugt werden bei der "big ears" helfen, kann ich nicht recht glauben. Denn dann würde es sich um Steigwerte <3 m/s handeln und bei solchen "Steigwerten" eingesaugt zu werden, lässt auf eine grobe schlecht Flugplanung schließen.

ihl
quaxi

Pedro
28.09.2012, 11:56
Ach lieber Quaxi -

Lese doch bitte nochmals was ich geschrieben habe, du argumentierst hier wieder völlig falsch:

Und noch was: Wenn man unbeabsichtigt in eine wirklich zu große Wolke, fast ohne Vorwärtsfahrt gerät, bzw. man erkennt, dass eine Flucht nicht mehr möglich ist, dann gibt es nur mehr eins: Einseitige Bremse bis zum Arsch, Gewicht nach innen, kurze Pressatmung und Spiralen was das Zeug hält. Von einer Wolke eingesaugt werden bei der "big ears" helfen, kann ich nicht recht glauben. Denn dann würde es sich um Steigwerte <3 m/s handeln und bei solchen "Steigwerten" eingesaugt zu werden, lässt auf eine grobe schlecht Flugplanung schließen.

Hätte ich so gehandelt wie du argumentierst dann könnte ich hier nicht mehr schreiben, hatte ich doch geschrieben dass ich kurz über einer Kante von einer Felswand war, deine hier abgegebene Empfehlung hätte 100% den Tod bedeutet.
Darum glaube ich du verbreitest hier nur Theorie und hast nur sehr wenig oder gar keine Erfahrung in der Praxis.

Du kommst mir so vor wie jener Fluglehrer dem ich zugehört habe wie er auf eine Frage eines Schülers geantwortet hat:

Frage Schüler: Was geschieht oder was ist zu tun wenn der Retter zwischen die Leinen am Hauptschirm gerät ?
Antwort Fluglehrer: Ach das macht überhaupt nichts, der Retter geht auf und drück die Leinen am Hauptschirm zur Seite !

Theorie ist das was gehen sollte und doch nicht geht -

Ja Quaxi du kannst nun schreiben was du möchtest eine Antwort von mir wird ausbleiben.

quaxbp
28.09.2012, 13:01
Auch wenn ich mich vielleicht bei so manchem Wolken-Torrero unbeliebt mache... Wolkenflug mit unseren Fluggeräten ist schlichtweg fahrlässig und zurecht verboten!
Es gibt nämlich auch noch andere in der Luft, die das dürfen! Und wenn man sich nur mal im minimlasten vorstellt, man macht das so alles professionell wie Quaxi und dann kommt auf einmal so ein IFR-Stier und nimmt den professionellen Wolken-Torrero auf die Hörner...

Jm2C

Quaxi
28.09.2012, 14:01
mhm ... ja stimmt. Ich habe ja Null-Ahnung ... sorry, habs ganz vergessen ;)
Bin reiner Theoretiker. Sorry...
(Über der Felswand in eine Wolke gesaugt ... vielleicht kann ich von solchen Pro's ja noch was lernen? :rolleyes: )

und OFF....

Ralf B.
28.09.2012, 14:11
Zitat aus meinen Anfängen vor > 20 Jahren

"Wenn Du ein Vario piepsen hörst und Du weißt sicher,
daß es nicht dein eigenes ist - spätestens dann weißt Du,
daß Du was falsch gemacht hast...."


Ralf

quaxbp
28.09.2012, 14:33
mhm ... ja stimmt. Ich habe ja Null-Ahnung ... sorry, habs ganz vergessen ;)
Bin reiner Theoretiker. Sorry...
(Über der Felswand in eine Wolke gesaugt ... vielleicht kann ich von solchen Pro's ja noch was lernen? :rolleyes: )

und OFF....

Ich weiß nicht, ob das Thema was mit Ahnung zu tun hat?!?!

Eher mit Respektlosigkeit der Gesetzgebung gegenüber (die es nicht ohne Grund gibt), und vorallem Respektlosigkeit gegenüber seinem (und anderen ihrem) Leben!

Andi1965
28.09.2012, 14:37
Erst das: DHV-Info 175: Jetzt ist es mir auch wurscht, mit 130 Sachen...
Dann noch ein Streckenflug in einer Wolke. Eine Hanna Reitsch fliegt die V1, die Me-262 und die Me-163.
(http://greyfalcon.us/Hanna%20Reitsch.htm). Jetzt ist es aber wirklich bald genug. :-) pieks

Grüße andi

DonQuijote
28.09.2012, 16:55
Bin reiner Theoretiker.
hmm, wenn man das folgende liest, könnte man das schon meinen:

Wenn man unbeabsichtigt in eine wirklich zu große Wolke, fast ohne Vorwärtsfahrt gerät, bzw. man erkennt, dass eine Flucht nicht mehr möglich ist, dann gibt es nur mehr eins: Einseitige Bremse bis zum Arsch, Gewicht nach innen, kurze Pressatmung und Spiralen was das Zeug hält. Von einer Wolke eingesaugt werden bei der "big ears" helfen, kann ich nicht recht glauben. Denn dann würde es sich um Steigwerte <3 m/s handeln und bei solchen "Steigwerten" eingesaugt zu werden, lässt auf eine grobe schlecht Flugplanung schließen.
Wenn Du als Theoretiker mal in der Praxis in die Situation kommen solltest, wirklich von einer großen Wolke angesaugt zu werden - dann vergiss ganz schnell Deine Theorie, denn in der Realität funktioniert sie nicht! Vielleicht hilft beim Verständnis etwas Theorie: Sagen wir mal, die Wolke hat unten Steigwerte von 15 m. Du spiralst nun mit 20 m ab (was bei turbulenten Bedingungen nicht so ganz einfach ist wie in ruhiger Luft, aber gehen wir mal davon aus, dass es klappt). Dann musst Du diese Spirale für schlappe 600 m Sinken schon 2 Minuten durchhalten. Nur wird sich vermutlich das Saugen der Wolke und die Steigwerte in dieser Zeit weiter steigern - auch weiter unter der Wolke! Durch die Spiralerei bleibst Du im Steigkern, tendenziell zentrierst Du ihn sogar automatisch immer besser. Wenn Du nun einen Klapper oder größeren Schüttler einfängst und es Dich kurz aus der Spirale schmeißt brauchst Du sagen wir mal 20 Sekunden, um wieder sortiert zu sein und wieder auf 20 m Sinken beschleunigt zu haben. Dabei ziehts Dich bei sagen wir mal mittlerweile 18 m Steigen schon wieder fast 400 m hoch und Du fängst von vorne an. Auch ohne Klapper wirst Du irgendwann mit Spiralen aufhören müssen. Die Gefahr, dass die Wolke immer stärker zieht ist hoch. Wenn während dieser Spielchen Deine Wolke zum CB aufbaut - bist Du erledigt.

Big Ears und Vollgas haben von mir aus nur 3 m Sinken. Zuerst steigst Du also beim Wegfliegen (idealerweise in diesem Fall mit dem Wind) aus dem Steigkern weiter nach oben. Je näher Du aber an den Rand kommst, desto weniger Steigen hast Du. Wenn Du mit sagen wir mal 30 km/h Vorwärtsfahrt fliegst, bist Du nach gerade mal einer Minute einen halben Kilometer horizontal vom Steigkern weg! Irgendwann (und wenns ein paar Minuten oder sogar ne viertel Stunde dauert - ist ja in dieser relativ stabilen Stellung kein Problem) bist Du aus dem Steigen draußen und kommst ins Sinken.

Soviel zur Therorie. Beides ist nicht schön, aber für die Praxis gilt definitiv: Big Ears und Vollgas sind normalerweise VIEL besser als Spiralen um einer stark saugenden Wolke nachhaltig zu entkommen. Lernt man eigentlich aber schon in der Schule, oder nicht?

chpw
28.09.2012, 17:03
... Lernt man eigentlich aber schon in der Schule, oder nicht?

Wär's dann nicht doch wieder Theorie? :confused:

Egal, ich werde wohl auch auf die GROSSEN beschleunigten Ohren setzen, wenn's mir mal passieren sollte.

DonQuijote
28.09.2012, 17:06
Wär's dann nicht doch wieder Theorie?
Stimmt. In der Praxis kann man das auch lernen, aber das ist halt so ne Sache... :cool:

chpw
28.09.2012, 17:25
Wär's dann nicht doch wieder Theorie? :confused:

Stimmt. In der Praxis kann man das auch lernen, aber das ist halt so ne Sache... :cool:

Schon Recht, ich zähle mich gar nicht zu den Theoriegegnern. Finde es im Gegenteil sehr nützlich, im Fall der Fälle ein oder besser mehrere plausible und zutreffende Theorien parat zu haben, die nun für den Praxiseinsatz abgewogen werden können. Hat bei mir jedenfalls schon funktioniert (zum Glück nicht im Zusammenhang mit Wolkenflug).

Und da wir schon bei der Theorie sind: Große Ohren ergeben ungefähr 3m/s Sinken? Nicht mehr? Dann müsste ich mal meine Theorien überprüfen, ich würde da wirklich mehr erwarten. Und das kann ich ja sogar in der Praxis tun ...

PeterG.
28.09.2012, 17:55
Theorie und Schule geht solange gut bis euch die Realität mal in den A.... tritt....

Soviel zu Wolken und Spiralen;)

Wer es noch nicht kennt.... alle alle Folgen schauen ;) (http://www.youtube.com/watch?v=YTEoD2j4xdQ)


Peter

DonQuijote
28.09.2012, 18:03
Wer es noch nicht kennt....
der war gut :)

Martin Prerovsky
28.09.2012, 19:12
alle alle Folgen schauen ;) (http://www.youtube.com/watch?v=YTEoD2j4xdQ)

Gnade! Schon das Intro is der Hammer http://cheesebuerger.de/images/smilie/froehlich/a020.gif (http://www.cheesebuerger.de/smilie.php)
Ich geh dann mal weiterlachen...

Gruß,
Martin

bigben
29.09.2012, 19:53
..............


Und da wir schon bei der Theorie sind: Große Ohren ergeben ungefähr 3m/s Sinken? Nicht mehr? Dann müsste ich mal meine Theorien überprüfen, ich würde da wirklich mehr erwarten. Und das kann ich ja sogar in der Praxis tun ...


Habe ich nicht aus meinem letzten ST in Erinnerung, dass bei GROSSEN Ohren (es waren noch etwa 2 - 2,5m offen) mein Vario sowas wie >6 m Sinken angezeigt hatte und gleiches noch vom ST Leiter gehört habe? Ebenso ,dass bei vorgenannten Steigwerten z.B ein B- Stall gar nicht mehr zu ziehen ist, weil bei z,B. bei > 5m Steigen die benötigte Kraft (Eigengewicht) gar nicht zur Verfügung steht um ihn überhaupt einleiten zu können.

Ich glaube hier ist ein Fachmann gefragt

Gruß bigben

thunder1986
29.09.2012, 20:25
Ebenso ,dass bei vorgenannten Steigwerten z.B ein B- Stall gar nicht mehr zu ziehen ist, weil bei z,B. bei > 5m Steigen die benötigte Kraft (Eigengewicht) gar nicht zur Verfügung steht um ihn überhaupt einleiten zu können.
Gruß bigben
Das musst du mir genauer erklären, wieso das einen unterschied beim B-stall machen soll.
Das Gewicht das am Schirm hängt ist immer das selbe, egal ob du steigst oder sinkst... nur in dem Moment wenn du in das Steigen einfliegst und es dich beschleunigen muss ist die Belastung kurzzeitig höher.

Andi

dicker-moench
29.09.2012, 21:44
es gibt da große Unterschiede was Leute unter Big Ears verstehen. Unter anderem auch die SHT-Leiter untereinander. Im Lehrvideo-DHV und DHV-Buch wird schon von 3-6m/s gesprochen für normale Ohren. Gut 4,5 m/s habe ich mit normalen Ohren, Beschleunigt schon hinbekommen. Also möglich je nach Schirmtyp. Große Ohren also wenn noch 5-10 Zellen stehen haben wesentlich mehr sinken als nur 3m/s. Bei mir war es so an oder über 6 m/s mit großen Ohren ein wenig Wingovern und 9 m/s. Es kommt auch drauf an wie man sie zieht. Das nachgreifen mag ja gehen, aber hier habe ich die Ohren nie groß genug bekommen. Erst als mir gelehrt wurde, einfach pro Seite beide A-Leinen zu ziehen bekam ich richtig große Ohren. Aber ich durfte auch im SHT sehen, dass dies nicht mit allen Schirmen funzt. Sah auf jeden Fall seltsam aus. Erst wie ein Frontstall. Dann fuhr der Schirm wieder an, aber nur ein drittel des Schirm und nur von der linken des Schirmes die mitte davon. Auf der anderen Seite bildete sich eine Rossette und das eingeklappte Ohr kam nach vorn. So aus als wären nur noch wenige Teile der Kappe zum Fliegen bereit und der ander Rest hat keine Lust.
Weiterhin muss man aufpassen, wenn man die Ohren über zwei Leinen pro Seite reinholt, dass man ja bei Asymetrie einen Klapper verursacht udn der Schirm kann eben gegen den Hang drehen. Vom Lehrmeister habe ich gelernt deshalb gleichzeitig beidseitig reinholen. Habe ich nicht gemacht und auf den Knilch da am Funk gehört und erst eine und sofort die zweite Seite reingeholt. Also im Abstand unter einer Sekunde. Das was der Schirm meines Vorgängers anstellte reichte mir und war auch reproduzierbar. :D Wie sagte der Trainer. Jaja ja, das ist nicht gut.

bigben
30.09.2012, 10:07
@thunder,
ich habe den B-Stall bei > 5m Steigen noch nicht gemacht, aber der M. Nesler sagt, dass man ihn bei solchem Steigen nicht mehr gezogen kriegt, weil die benötigte Kraft größer , als dass Körpergewicht ist, d.h Du hängst an den B´s , bekommst sie aber nicht gezogen. Ich habe keine Grund ihm das nicht zu glauben.

@dicker-mönch
Wenn man weiß wie GROSSE Ohren gehen sind sie kinderleicht. Man nimmt die äußeren A plus die jeweils äußeren der inneren A´s. Es bleiben also nur die beiden inneren Einzelleinen stehen. Gezogen werden große Ohren symmetrisch mit mind. 50% Beschleuniger - ziehen und sofort 100% Beschleuniger, sonst geht´s in den Sackflug! Das geht sehr einfach und kostet kaum Kraft. Sinken deutlich > 6m/s wohl eher 8m/s. Über Gewicht sauber steuerbar und der Schirm ist sehr stabil!
Auslassen: Beschleuniger und Leinen langsam auslassen, Ohren einzeln öffnen.

Gruß bigben

bigben
30.09.2012, 10:41
Ich habe mal schnell 2 kurze Clips "Grosse Ohren" zusammengestellt


https://vimeo.com/50463722

Im übrigen erscheint mir JN´s Meinung absolut logisch und plausibel zu sein, zumindest in der Theorie:) Das wäre auch mein Weg

Das was JN über die Spirale sagt, gilt ebenso für den B-Stall, wenn man ihn denn überhaupt gezogen kriegt.


hmm, wenn man das folgende liest, könnte man das schon meinen:

Wenn Du als Theoretiker mal in der Praxis in die Situation kommen solltest, wirklich von einer großen Wolke angesaugt zu werden - dann vergiss ganz schnell Deine Theorie, denn in der Realität funktioniert sie nicht! Vielleicht hilft beim Verständnis etwas Theorie: Sagen wir mal, die Wolke hat unten Steigwerte von 15 m. Du spiralst nun mit 20 m ab (was bei turbulenten Bedingungen nicht so ganz einfach ist wie in ruhiger Luft, aber gehen wir mal davon aus, dass es klappt). Dann musst Du diese Spirale für schlappe 600 m Sinken schon 2 Minuten durchhalten. Nur wird sich vermutlich das Saugen der Wolke und die Steigwerte in dieser Zeit weiter steigern - auch weiter unter der Wolke! Durch die Spiralerei bleibst Du im Steigkern, tendenziell zentrierst Du ihn sogar automatisch immer besser. Wenn Du nun einen Klapper oder größeren Schüttler einfängst und es Dich kurz aus der Spirale schmeißt brauchst Du sagen wir mal 20 Sekunden, um wieder sortiert zu sein und wieder auf 20 m Sinken beschleunigt zu haben. Dabei ziehts Dich bei sagen wir mal mittlerweile 18 m Steigen schon wieder fast 400 m hoch und Du fängst von vorne an. Auch ohne Klapper wirst Du irgendwann mit Spiralen aufhören müssen. Die Gefahr, dass die Wolke immer stärker zieht ist hoch. Wenn während dieser Spielchen Deine Wolke zum CB aufbaut - bist Du erledigt.

Big Ears und Vollgas haben von mir aus nur 3 m Sinken. Zuerst steigst Du also beim Wegfliegen (idealerweise in diesem Fall mit dem Wind) aus dem Steigkern weiter nach oben. Je näher Du aber an den Rand kommst, desto weniger Steigen hast Du. Wenn Du mit sagen wir mal 30 km/h Vorwärtsfahrt fliegst, bist Du nach gerade mal einer Minute einen halben Kilometer horizontal vom Steigkern weg! Irgendwann (und wenns ein paar Minuten oder sogar ne viertel Stunde dauert - ist ja in dieser relativ stabilen Stellung kein Problem) bist Du aus dem Steigen draußen und kommst ins Sinken.

Soviel zur Therorie. Beides ist nicht schön, aber für die Praxis gilt definitiv: Big Ears und Vollgas sind normalerweise VIEL besser als Spiralen um einer stark saugenden Wolke nachhaltig zu entkommen. Lernt man eigentlich aber schon in der Schule, oder nicht?

UliH
30.09.2012, 10:54
Hallo bigben

Wenn die benötigte Kraft für einen B-Stall im Steigen größer würde, müsste sie im Umkehrschluss im Sinken geringer werden. Also bei mehr als 5 oder 6m/s sinken fallen die B-Gurte von allein runter. Das ist natürlich absoluter Blödsinn, genauso wie das Märchen, dass die benötigte Kraft im Steigflug größer wird. Sobald die vertikale Beschleunigung null ist, sich also eine konstakte Steig- oder Sinkrate eingestellt hat, ist die Kraft für einen B- oder sonstigen Stall wieder gleich. Wenn man in einem Expressaufzug fährt, kann man nach der Beschleunigungsphase auch nicht mehr feststellen wie schnell es aufwärts geht - und die benötigte Kraft um stehenzubleiben ist auch nicht größer als im Stand.
Wenn ein Luftfahreug sich in einer unbeschleunigten Bewegung, egal in welche Richtung, befindet, gibt es für die Insassen keine Möglichkeit mehr, irgendetwas über die Bewegungsrichtung oder -geschwindigkeit herauszufinden, ohne Bezug zur Erde/Horizont. Also entweder Sicht oder Instrumente. Das macht das Wolkenfliegen ja so schwierig. Wenn es keine Möglichkeit gibt die Richtung oder Geschwindigkeit festzustellen, kann es natürlich auch nicht schwerer sein einen B-Stall während des Steigens zu ziehen, sonst gäbe es ja ein Unterscheidungsmerkmal.

Gruß
Ulrich, der über 30 jahre Hubschrauber, auch in den Wolken, flog.

bigben
30.09.2012, 11:16
@UliH

wie ich schon sagte habe ich das noch nicht versucht. Ich kann Dir das auch wissenschaftlich nicht erläutern, ich habe es nur von einem renommierte ST Trainer zur Kenntnis genommen, der richtig Plan vom Fliegen ST und GS Konstruieren hat. Von daher ist mir das nach wie vor plausibel. Das man für einen B-Stall Kraft braucht ist bekannt, vielleicht braucht man mehr wenn´s stark steigt. Ich weiß´es nicht.

Gruß bigben

WA
30.09.2012, 11:38
-Das man für einen B-Stall Kraft braucht ist bekannt, vielleicht braucht man mehr wenn´s stark steigt. Ich weiß´es nicht.


Muß man das Eigensinken von ~ 1,5 m/s des Schirmes nicht zu dem erhöhtem Steigen unter einer Wolke in Bezug nehmen, so das dadurch der B-Stall schwerer zu ziehen ist?

Was sagen unsere Aerodynamiker dazu?

So rein gedanklich sehe ich einen Unterschied zwischen B-Stall in ruhiger Luft vs. aufsteigender Luft!

(Ich weiß es auch nicht:o)

bigben
30.09.2012, 12:15
Hi Wolfgang, genau das ging mir auch gerade durch den Kopf.
Meine Logik: Statisch gesehen (hier bezogen nur auf Vertikalkräfte) verharrt eine Masse in unveränderter Lage, wenn die Summe aller Kräfte = 0. Ist eine Kraft ungleich 0, bewegt sich eine Masse in die jeweilige Richtung der wirkenden Kraft. Das ist die Grundlage der technischen Mechanik und unbestritten.

Das ist doch physikalisch auch auf die Auftriebs-Gewichtskraft anwendbar, oder? Dann würde doch gelten: In ruhiger Luft hat ein Schirm ein Sinken von etwa 1,2m/s , also ist die Gewichtskraft etwas größer als der Auftrieb -> Folge: Sinken. Bei leichtem Steigen von 1,2m = 0 Sinken wäre das Kräfteverhältnis von Steigen und Sinken ausgeglichen. Folge: man verbleibt auf der gleichen Höhe. Bei starkem Steigen ist der Auftrieb erheblich größer als die Gewichtskraft, also ist doch die Auftriebskraft größer als die Gewichtskraft (Folge: Starkes Steigen) und daraus würde ich schließen wollen, dass dann die erforderliche Kraft zum Ziehen des B- Stalls auch größer ist, da ich sie ja gegen die erhöhte Aufriebskraft ziehen müsste.

Oder sehe ich das falsch? Ich sehe schon, da muß ein "nicht selbsterklärter" :) Experte dran.

Gruß bigben

UliH
30.09.2012, 12:59
Hi Wolfgang, genau das ging mir auch gerade durch den Kopf.
Meine Logik: Statisch gesehen (hier bezogen nur auf Vertikalkräfte) verharrt eine Masse in unveränderter Lage, wenn die Summe aller Kräfte = 0. Ist eine Kraft ungleich 0, bewegt sich eine Masse in die jeweilige Richtung der wirkenden Kraft. Das ist die Grundlage der technischen Mechanik und unbestritten.
Hallo

Leider doch nicht unbestritten: Wenn die Kräfte <> null findet eine Beschleunigung statt, wenn die Kräfte = 0 behält eine Masse ihren Bewegungsvektor bei. Wie sollte sonst der Mond um die Erde kreisen können, wer zieht oder schiebt ihn denn?


Das ist doch physikalisch auch auf die Auftriebs-Gewichtskraft anwendbar, oder? Dann würde doch gelten: In ruhiger Luft hat ein Schirm ein Sinken von etwa 1,2m/s , also ist die Gewichtskraft etwas größer als der Auftrieb -> Folge: Sinken. Bei leichtem Steigen von 1,2m = 0 Sinken wäre das Kräfteverhältnis von Steigen und Sinken ausgeglichen. Folge: man verbleibt auf der gleichen Höhe. Bei starkem Steigen ist der Auftrieb erheblich größer als die Gewichtskraft, also ist doch die Auftriebskraft größer als die Gewichtskraft (Folge: Starkes Steigen) und daraus würde ich schließen wollen, dass dann die erforderliche Kraft zum Ziehen des B- Stalls auch größer ist, da ich sie ja gegen die erhöhte Aufriebskraft ziehen müsste.


Oder sehe ich das falsch? Ich sehe schon, da muß ein "nicht selbsterklärter" :) Experte dran.

Gruß bigben

Auch letzteres ist nicht richtig. Wenn der Schirm mit konstant 1.2 m/s sinkt, sind alle Kräfte im Gleichgewicht, sonst müsste sich die Sinkrate und/oder Geschwindigkeit ändern.
(Physikunterricht 5. Klasse)

Gruß Uli

Christian
30.09.2012, 13:31
Ich staune, dass der Kommentar hier zu diesem Bericht über den Wolkenflug im Thermik so lange gebraucht hat............. ;)
Hab mir nämlich auch so meine Gedanken gemacht über diese Zeilen dort...........

Gruss Geri

Da seid Ihr alle selber Schuld wenn Ihr diese Zeischrift überhaupt noch lest :-)

nikolaus
30.09.2012, 16:02
Oder sehe ich das falsch? Ich sehe schon, da muß ein "nicht selbsterklärter" :) Experte dran.

Auch diese Schlussfolgerung ist fragwürdig.

Die Erklärungen von "thunder1986" und "UliH" waren richtig und wie ich finde wohl auch ohne Kenntnis Newtonscher Mechanik nachvollziehbar (entsprechende Bereitschaft vorausgesetzt).

Um "das Problem" mit Hilfe physikalischer Gesetzmäßigkeiten analysieren zu wollen, muss man mit diesen sicher vertraut sein. Ohne Verständnis der Beschleunigung wird das zumindest schwierig.


Ich habe keine Grund ihm das nicht zu glauben.

Mit Bemühung um ein "individuelles Verständnis" (also auf Basis eigener Erkenntnisse) statt blindem Vertrauen in eine Expertenmeinung, hätte die Aussage Neslers frühzeitig hinterfragt werden können. Dann wüsstest Du heute vermutlich, ob Herr Nesler in dieser Sache tatsächlich falsch lag, ob er sich ausschließlich auf die Phase der Beschleunigung bezogen hatte oder ob Du ihn einfach nur falsch verstanden hast. (Hier war kürzlich schon so ein Nesler-Zitat - ich glaube zu Rückenwindlandungen -, das mutmaßlich einfach falsch wiedergegeben wurde).

Statistisch werden Experten sicherlich öfter falsch verstanden, als dass sie tatsächlich irren, aber auch für Letzteres gibt es wahrlich genug Beispiele, die Grund genug sein sollten, ihre Aussagen wenigstens zu reflektieren. (Experten für Rassenfragen, Hexerei und Wirtschaft kann man ja vielleicht noch als para-religiös abtun, aber z.B. die Mediziner vor der Entdeckung der Mikroben? Seriöse Ahnungslose). Na ja gut, übertreiben sollte man`s auch nicht...

LG Jochen

WA
30.09.2012, 16:42
Dieser Unterschied ist nur gegeben, wenn es eine Beschleunigung (oder das Gegenteil) gibt. Dann erhoeht sich dein Koerpergewicht und ein Klimmzug wird erschwert.


Richtig, das verstehe ich und genau das meine ich auch und -

-

Steigst du allerdings konstant, ist alles wieder im Gleichgewicht.


schon klar - und wo ist es bei unserer Fliegerei konstant? - die Theorie lässt sich auf die Praxis nicht immer anwenden, meine ich jetzt einfach mal so aus meinem Bauch heraus!


Dementspechend duerftest du in einem Fahrstuhl, wenn er mal seine "Reisegeschwindigkeit" hat nicht in die Hoehe springen koennen. Das wird auch nur beim Anfahren erschwert.

;) Nun, hier stimmt was nicht - kommst selber darauf? ;)

WA
30.09.2012, 19:16
Was soll hier nicht stimmen?

Wenn du in einem, mit konstanter Geschwindigkeit, fahrenden Reisebus gerade in die Hoehe springst, kommst du dann:
A: Vor deinem Absprungpunkt
B: Hinter deinem Absprungpunkt
C: Genau auf deinem Absprungpunkt auf?

C: Genau auf deinem Absprungpunkt auf? So mein Verständnis!;)

PS. PN unterwegs.

dicker-moench
30.09.2012, 20:15
BigBen du hast mein Posting falsch verstanden. Ich nehme ebenfalls 4 A-Stammleinen um große Ohren zu machen. Vor dem SHT nur durch nachziehen. Hier waren die große Ohren wesentlich kleiner und uneffektiver. Aber viele bekommen nun mal das Nachziehen gelehrt.

https://www.youtube.com/watch?v=BgmSXXJxH_Q
Hier mal ein Video wo ebenfalls ein Pilot große Ohren zieht per 4 A-Stammleinen. Macht wohl nicht mit jedem Schirm wirklich spaß bzw. ist der Schirm so schön stabil wie in dem Video.:D Dani schreibt beim BlacklightTest, dass die große Ohren nicht funktionieren. Vielleicht macht der BL ähnliche Sauereien.

Gorgioff
04.10.2012, 09:04
@dickerMönch, Posting #58:

Der Blacklight macht keine Sauereien, wenn du die Ohren einholst. Er hat aber nur zwei A-Leinen auf jeder Seite, weshalb die Ohren nur in einer - allerdings recht ansehnlichen - Grösse gezogen werden können. Würde man beide A-Leinen benutzen, käme dabei ein Frontstall heraus. Das ist, was Dani Loritz beschrieben hat - eine konstruktionsbedingte Eigenart, aber nix Anrüchiges.

"Willio"
04.10.2012, 09:22
Also ich hab den blacklight am Dienstag erstmals geflogen,das mit den Ohren reinholen mit der äußeren A-Leine funktioniert perfekt!
Es kommt eine schöne große Fläche rein und man hat dann Super sinken ohne Ohrenschlagen oder ähnliches!
Dies finde ich besser als einen Schirm , bei dem man mindestens 2A -Leinen je Seite ziehen muss um effektive die Ohren reinzuholen!

"Willio"
04.10.2012, 10:07
@ flight noob
Zum ersten,das ist Geschmacksache , ob man lieber die Ohren mit 2 oder 1A-Leine reinholt!
Und dies ist konstruktionsbedingt verschieden , du kannst nicht sagen das man mit einem 3-A-Leiner bei 2 Leinen mehr flàche reinholt, wie bei einem 2A-Leiner!
Zum anderen ich bin kein Dealer, wenn mich jemand was zu einem Schirm fragt, gebe ich ihm Auskunft, wie hundert andere das auch machen!
Und wenn jemand mehr wissen möchte Verweise ich ihn an Flugschulen,oder Händler!

"Willio"
04.10.2012, 10:21
@noob
Nein bei mir kann man keine Gleitschirme ausleihen und Probe fliegen, wenn dann nur mit meinem eigenen!
Hab auch keine im Kofferraum liegen, falls du das meinst!

"Willio"
04.10.2012, 11:21
Nobb jetzt wird's lustig....hihi:-)
Cool dass du weißt ,was ich alles daheim hab an Schirmen!
Rainbow ist nicht gleich Rainbow:-)
Ganz genau hab ich ein Passion M
Und ein blacklight L!!!!
......sonst noch fragen?
Dann bitte per PN!