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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eure ersten GS Flüge alleine...



FliegerFr
26.02.2013, 21:06
Hallo zusammen,

da ich ein recht neuer A-Schein Pilot bin und noch wenig alleine geflogen bin wollte ich gerne von euch wissen wie eure ersten allein Flugerfahrungen so waren...
hattet Ihr anfangs ein mulmiges Gefühl, angst oder wart Ihr nervös bei den ersten Flügen?

Grüsse

Flieger

Willi Wombat
26.02.2013, 22:52
Die meisten Piloten sind auch nach 10 Jahren noch vor jedem Start nervös und haben ein mulmiges Gefühl.
Daran muss man sich wohl gewöhnen.

Ich empfehle, wenn du in keinem Verein bist, in eines der bekannten Massenfluggebiete zu gehen und das zu tun was die meisten machen.
Persönlich bin ich am Anfang mutterseelenalleine von Walk and Fly Startplätzen geflogen und das war nicht besonders schlau.

Oberlender
26.02.2013, 23:14
Au ja. Aber eigentlich auch nur, weil ich unbedingt fliegen gehen wollte und das Wetter und die Auswahl der Startplätze nicht immer optimal waren. Ich denke, das erste Flugjahr ist sicherlich die schwierigste Zeit (statistisch gesehen vielleicht auch die gefährlichste) und man sollte immer zweimal überlegen, was man macht. Ist sicher auch ein Charaktertest.

Wolfgang S.
27.02.2013, 01:10
Ich weiß noch, dass ich lieber bei Sonnenschein und starken thermischen Böen geflogen bin als bei bedecktem Himmel und stetigem Wind. Ein bedeckter Himmel war mir einfach unheimlich.
Mit der Zeit legt sich das. Heute wünsche ich mir die alten Zeiten zurück. Es war einfach alles viel aufregender!

Stefan S.
27.02.2013, 06:15
Ich denke die Nervosität bleibt wirklich für immer.
Ich hatte meinen ersten allein Flug am brauneck und muß sagen das daß die beste Entscheidung für mich war. Super nette Leute die auf Fragen ( es gibt keine blöde Fragen ) gute Antworten geben.

Das schwirigste ist zu sagen, ok ich bin mir nicht sicher usw. Ich fliege heute nicht.

Grüße

michi_e
27.02.2013, 07:55
Ich habe mir ein Fluggebiet ausgesucht und mich dann mit der dortigen Flugschule in Verbindung gesetzt. Vor Ort dann eine Einweisung und den ersten Flug begleitet am Funk hat mir Sicherheit gegeben. Meistens war eh Höhenschulung, so dass ich mich für einen Flug einfach dranhängen durfte. Ich bin halt so erhlich zu mir selbst, dass mir klar ist, wo meine Grenzen sind - das fängt bei der Meterologie an...

So habe ich einige Fluggebiete kennen gelernt, in denen ich mich heute "frei" bewege.

Viel Spass, Michi

Gooseman
27.02.2013, 11:50
Hallo Flieger,
ich bin mir nicht sicher, was Du mit 'alleine' meinst:

- Ohne (Schul-)Funk im Ohr
- Ohne Flugbuddy (aber andere Flieger) an einem bekannten Startplatz
- Ganz alleine an einem bekannten Startplatz
- Alleine und unbekannt :)

In unserer Flugschule war Fliegen ohne Knopf im Ohr relativ schnell normal, insofern musste ich bei Prueflingen an der Pruefung schmunzeln bei der Aussage 'Mein erster Flug ohne Funk!'.
Ohne Flugbuddy ist nach dem Schein schon etwas verschaerfter, meistens kann man aber andere Piloten am Start fragen.. hab noch nie schlechte Erfahrungen gemacht.
Ganz alleine am (Normal-)Startplatz sollte man sich fragen: warum bin ich alleine? Bin ich der Einzige mit einem freien Wochentag oder ist es Sonntag und ich hab die Foehnwarnung verpasst?
Und last but not least: komplett neu und alleine.. mein solcher Erstflug erzeugte tatsaechlich etwas Nervositaet, aber mehr im Vorfeld als am Startplatz. Ich denke Nervositaet hat immer einem Grund und wenn der Bauch sagt dass irgendwas nicht i.O. ist packe ich auch heute noch an einem bekannten Startplatz inmitten von Freunden wieder ein.

Bottom Line: Hoere auf Deinen Bauch. Flieg soviel mit Freunden und Flugschule wie Du willst, wenn Du bereit fuer den naechsten Schritt bist wirst Du es merken.

Gruss,
G.

seti1337
27.02.2013, 13:54
Also ich bin einfach auf eigene Faust losgezogen ganz alleine. Wetter hab ich mir vorher angeschaut und für mich alleine entschieden ob gut oder schlecht, bzw. Vorort natürlich nochmal gecheckt aber alles ganz alleine ohne Hilfe.

Bin auch direkt alleine in die Fliegerurlaube ohne Guide, Freunde etc. ich stehe aber grundsätzlich darauf alleine unterwegs zu sein und wenn dann nur mit 2 bestimmten Piloten.

Was ich gar nciht mag sind Rudelbildungen am Startplatz und das teilweise rumgegrabbel/gelaber am/über den Schirm. Meißtens setze ich mich auch etwas abseits um einfach meine Ruhe zu haben und die Luft zu spüren und zu beobachten, um einen guten Startzeitpunkt zu wählen.

Aber mein Vorgehen sollte man vielleicht nicht unbedingt als Vorbild nehmen, bzw. nur wenn Du eine ähnliche Einstellung hast :)

soundglider
27.02.2013, 14:40
Seit meinem ersten Höhenflug war ich eigentlich nicht mehr nervös. Wichtig für mich war eine gute und kontrollierte Starttechnik, die ich durchs Groundhandeln gelernt habe. Seit ich sozusagen Vertrauen in meine Fähigkeiten habe, bin ich nicht mehr nervös. Einen leichten Anflug von Nervosität oder Aufgeregtheit hatte ich dann erst wieder, als ich das erste Mal aus dem Gleitwinkel zum Landeplatz rausgeflogen bin.

Wenn ich alleine an einem neuen Startplatz bin, versuche ich mich natürlich im Vorfeld im Internet so gut wie möglich vorzubereiten. Wenn ich dann dort bin, laber ich einfach die Locals an, rede über potentielle Gefahren (Kabel, Winde usw.) und schau noch ein bisschen den anderen zu, dann gehts los!

FliegerFr
27.02.2013, 15:00
Hallo Gossemann,

Si, ich meinte ohne Funkunterstützung also einfach selbstständig an einen Berg gehen und anschließend losfliegen....Also ich muss schon zugeben, dass ich schon nervös bin wenn´s dann ab in die Luft geht....allerdings wenn ich dann mal am fliegen bin vergesse ich alles um mich herum:) Das einzige was mich "stutzig" macht sind die doch relativ häufigen tödlichen bzw. schweren Verletzungen. Da es ja nicht nur "Frischlinge" sondern auch alte Hasen trifft...

Grüsse

Flieger

WillyCH
27.02.2013, 15:33
Hi Flieger
Ich würde Dir empfehlen, Dich so lange an Startplätzen zu bewegen, an denen es noch andere Leute hat bis Du dort das Gefühl hast "ja, ich ich starte hier auch ohne fremde Hilfe" (weder mit dem Schirm noch was das Meteo angeht). Zuerst an Startplätzen die Du schon kennst, danach an "fremden" Orten. Wenn das überall sauber klappt wird der erste Start an einem normalen Startplatz -den Du idealerweise schon kennst- ohne Leute rundum (siehe auch die Fragen von Goosman nochmals zur Sicherheit) zum Erfolgserlebnis.

Ich mag mich noch gut an meinen Erst-Alleinflug vom Weissenstein (Mittwochnachmittag, nur mit dem Postauto vernünftig erreichbar) erinnern. Ich stand dort oben und war sehr unsicher, warum ich denn alleine sei. Der Wind kam schön mit 7-10km/h in Ablösungen von vorne, hinter dem Grat über dem Startplatz gab es ein paar kleine Cumuli. Dennoch hab ich nochmals mit dem Handy alle Windstationen in der Gegend abgeklappert aus Respekt vor dem "bösen Startrotor". Als ich dann in der Luft und am Aufdrehen war: unbezahlbar...

An unbekanntem oder gar komplett unbeflogenem Ort alleine zu starten (wo man's denn darf:D ) ist dann nochmals was anderes, aber in meinen Augen einer der schönsten Aspekte der Freifliegerei. Dort gibt es dann in der Regel keine Windsäcke, Rasen-Startplätze und es können sich böse Löcher, Kühe und Steine spontan auf den Starter stürzen. Auf solche Aktionen lasse ich mich nur ein, wenn ich das Meteo für überschaubar halte, einen Plan B habe (Ausweichstartplatz, letzte Bahn usw) und mich körperlich wie mental topfit fühle.

Happy Landings (und auch Starts)
Ueli

einrad
27.02.2013, 16:11
Für mich war das erste Abheben am Übungshang (Wow, der Fetzen tragt ja!) das größere Aha-Erlebnis als der erste sowie dann die weiteren Höhenflüge.

Ich erinnere mich noch gut an das Gesicht des Fluglehrers, als ich nach dem ersten Höhenflug die Frage "Wie war's?" mit "Wie erwartet." oder so ähnlich beantwortet habe. Das war dann bei den ersten Flügen ohne Lehrer auch so.
(Nervosität oder ein gewisse Spannung am Start ist natürlich trotzdem da.)

Immer genug Respekt und viel Spaß noch,

Harald

setup
27.02.2013, 16:18
Als mir während der A-Schein Ausbildung ein Fluglehrer sagte: "Mit dem A-Schein "darfst" Du fliegen, d.h. nicht dass Du es kannst" wusste ich erst nicht was er meinte.

Als ich dann mit der Lizenz und neuer Ausrüstung (ratet mal wo ich gelernt habe :)) zum ersten Mal an eines der Gelände meines neuen Vereins kam, fanden sich gleich zwei Piloten, die sich meiner annahmen. Wir fuhren gemeinsam nach Raumbach, einem Gelände, an dem man gut mit Vorwärtsstart starten kann. Ich sah meinem Vereinsmitglied zu und startete kurz hinter ihm. Am Ende der Soaringkante, an der mein Vereinskamerad leicht überhöht hatte, wunderte ich mich, dass die Ortschaft unter uns plötzlich zum Greifen nahe war. Nach der "gekonnten Wende mit nahezu kaum Höhenverlust" tauchte vor mir eine Hochspannungsleitung auf ... kurzum, der einzige Fluchtweg war der Dorfplatz oder die Bäume und Sträucher am Hang. Das Einzige, das ich während dieses Fluges richtig gemacht habe war, mich für die Bäume zu entscheiden. Danke Ralf und Micha für die 2-stündige Bergungsaktion.

Nachdem der Wind etwas gedreht hatte fuhren wir an einen anderen Startplatz. Hier war das Starten ebenfalls recht easy, das Fliegen auch... wenn nur das Landen nicht gewesen wäre. Ich danke dem Baum vor dem Campingplatz dafür, dass er mich so herzlich empfangen hat. Der dritte Flug mit Landung auf einer Wiese verlief dann schon besser, allerdings lag mein Schirm komplett quer über einer Reihe von Weinreben :mad:. Der letzte Flug des Tages verlief dann erstaunlich unspektakuär. Jetzt wusste ich was der Fluglehrer (Lutz aus Dresden) meinte.

Ich wünsche jedem Rookie ähnlich geduldige Vereinskameraden wie ich sie hatte oder fußballfeldgroße Landepläze oder mehr Talent :)

Grüße,
Michael

DonQuijote
27.02.2013, 16:27
A(ratet mal wo ich gelernt habe :))
Ich wünsche jedem Rookie ähnlich geduldige Vereinskameraden wie ich sie hatte oder fußballfeldgroße Landepläze oder mehr Talent :)
und ich wünsche jedem Rookie eine Flugschule, in der er normales, selbstständiges Landen lernt, bevor er den A-Schein bekommt.

WA
27.02.2013, 17:40
- Das Einzige, das ich während dieses Fluges richtig gemacht habe war, mich für die Bäume zu entscheiden.

- Ich danke dem Baum vor dem Campingplatz dafür, dass er mich so herzlich empfangen hat.

- Der dritte Flug - - allerdings lag mein Schirm komplett quer über einer Reihe von Weinreben :mad:.

- Der letzte Flug des Tages verlief dann erstaunlich unspektakuär.


- Mir scheint Du hast Nehmerqualitäten! :cool:

Selber war ich sehr motiviert, ging gleich alleine los, startete gleich mal rückwärts und hatte öfters Bremsleinen verdreht, schließlich hatten wir das im Winter mangels Wind auch nicht geübt, aber mit der Zeit hat sich das gelegt. 6 Wo. später den B-Schein Kurs, 12 Wo. später ein Siku, Spiralen und Wo´s was mein Alpha 3 hergab und heute nach fast 7 Jahren sagt man mir nach:

"Er neigt zur Übervorsicht"

Ich betrachte es als Kompliment! ;)

Ps. Aber das mit der "Ratetmal welche Schule das war" mußt Du nochmal erklären - Unglaublich!

tim_w
27.02.2013, 17:41
Wenn viele am Start sind, fühle ich mich immer noch als möglicher Bremsklotz ungut. Dabei habe ich aber auch die Erfahrung gemacht, dass ich auf ein „ich bin Anfänger“ (ich bin es auch noch) viele sehr nette, sehr hilfsbereite Menschen traf, bei denen ich das Gefühl hatte, dass sie mir gerne halfen. Teilweise hatte ich auch Probleme mit dem Starten, was daran lag, dass ich die Bremsen beim Startlauf zu wenig öffnete. Als ich etwas ratlos war, erklärte mir ein Franzose in einer sehr angenehmen Weise, was ich machen müsse. Viel habe ich auch vom Zuschauen am Startplatz gelernt. So bin ich dank zuschauen, fragen und Grundhandling sicherer geworden. Bestimmt wird dir auch passieren, dass dich manche zum Fliegen überreden wollen, obwohl du innerlich nicht willst. Manche von denen sind einfach nett und die Umstände wären kein Problem, andere haben aber ganz offensichtlich jegliches Maß verloren (ich habe gesehen, wie eine Flugschule am Treh einen Flieger rausschickte, als richtig gute Leute meinten, dass sie bei den Lentis und kräftiger Thermik lieber mal einpacken). Gleich, ob "eigentlich kein Problem" oder "Wahnsinn", lass dich nicht kirre machen.
Der zweite Ansatz ist vielleicht nicht so empfehlenswert, aber mir tut er gut. Ich bin relativ oft alleine gestartet (ohne Flieger in der Nähe). Angekommen rauche ich immer erst in aller Ruhe eine Zigarette und achte auf Wind und Gelände. Vielleicht hat dies neben den unbestritten gegebenen Gefahren den Vorteil, dass man wirklich selbst entscheidet und deshalb mit allen Sinnen dabei ist, ohne das Lemmings-Spiel mitzumachen. Allerdings habe ich mich auch einmal verschätzt.
Und schließlich bin ich manchmal mit sehr angenehmen Fliegern unterwegs, die wie ich auch einfach den Blick vom Berg genießen können, wenn die Situation unklar ist. Natürlich könnten mehr Flüge dabei herauskommen, wenn einer etwas mehr "ziehen" würde, es ist aber auch angenehm zu merken, dass kein Druck da ist und wenn einer für sich entscheidet zu fliegen und der andere nicht, dann ist das dann einfach so und das Landebier wird dennoch zusammen getrunken.
Alla, viel Freude beim Fliegen, Tim

Ps.: und noch eins: lass dir bald den Rückwärtsstart beibringen, oder bringe ihn dir selbst bei. So schwer, wie man am Anfang denken mag, ist er nicht und er eröffnet dir Startmöglichkeiten, die vorwärts zumindest sehr schwer wären.

und zum Treffen der Landewiese: schon verrückt, wie man direkt nach der Schulung plötzlich an Stellen runterkommt, die man so nie im Blick hatte. Ich war direkt nach der Schulung froh, wenn ich den Landeplatz am Wagga traf und der ist richtig groß.

FliegerFr
27.02.2013, 17:55
mh...das Starten bereitet mir eigentlich gar keine Probleme. Was mir schwieriger fällt ist die korrekte Landeeinteilung bzw. die Höhenabschätzung im Landeanflug.
Dummerweise habe ich letzten Sommer in 2,5 m die Höhe unterschätzt und ordentlich die Bremsen durchgezogen und bind dadurch recht hart aufgekommen.
Ist zwar nix passiert aber ich habe mir schon gedacht, dass darf nicht noch einmal passieren......und nun verfolgt mich diese Dummheit immer:rolleyes:

Grüsse

Manfred Stiens
27.02.2013, 18:32
Das war direkt nach dem Pruefungsflug.
"Ihr habt ja jetzt den Schein, dann macht mal" sagte der Fluglehrer und ging in die Wirtschaft Kaffe trinken.
Also ohne Aufsicht gestartet, von 1.6 auf 2.0 aufgedreht. Dann meldete sich meine innere Stimme, -- du bist Anfaenger, das ist jetzt hoch genug.
Also raus aus dem Bart und abgleiten.
Weils so gut ging auf Startplatz Niveau wieder rein und das gleiche noch mal bis auf 2.2 und dann beim dritten Durchgang bis auf 2.400m.
Insgesamt eine Stunde Thermikflug die mir unvergesslich bleiben.

Ansonsten, ich starte nicht, wenn ich kein gutes Gefühl habe. Ich verbringe zudem sicher mehr Zeit mit der Flugvorbereitung (Wetter, Lokals, Gebietsinformationen und GH) als mit Fliege und dass seit 2007.

Es ist schon ein tolles Hobby.

Wolfgang S.
27.02.2013, 18:37
Wenn es daran liegt, dass du wirklich die Höhe falsch einschätzt, dann hätte ich einen kleinen Tipp, der mir immer sehr hilft: Schiebe im Endanflug, nachdem du dich aufgerichtet hast, die Füße nach vorne, sodass du sie sehen kannst. So kann man viel besser den Abstand zwischen Füßen und Boden abschätzen. Gerade Brillenträger haben da manchmal ein Problem.

KDK
27.02.2013, 20:01
Hallo Wolfgang,

das ist mal ein einfacher und guter Tip. Ungefähr wie, in der Autobahnabfahrt nach längerer Fahrt unbedingt einmal auf den Tacho zu schauen.

Ich probiere ihn das nächste Mal gleich aus, vielen Dank.:)

Grüße
KLAUS

Wolfgang S.
27.02.2013, 20:15
Gerne! :-)

Bei mir war es immer das Problem, dass ich dachte, ich wäre zu hoch. Irgendwann haben dann die Füße geschleift. Und weil das tierisch doof aussieht musste ich mir was einfallen lassen :D

setup
27.02.2013, 20:23
-
Ps. Aber das mit der "Ratetmal welche Schule das war" mußt Du nochmal erklären - Unglaublich!

Welche Schule ist bekannt für Ihren Geschäftssinn? Finde ich gar nicht negativ, ich hätte ja auch Nein sagen können.
Ebenso wenig war das Erlebte auf die Schule zurückzuführen. Ich war schlicht und ergreifend zu naiv und hatte Anfängerglück. Die ersten Soloflüge in Geländen zu machen, wo die Landeplätze oft nur einen Bruchteil des Schulungsgeländes betragen, sollte man sich reiflicher überlegen, als ich das getan habe.
Mittlerweile klappts ganz gut mit dem Landen und Bäume treffe ich nur noch in Ausnahmefällen. Hier ein Bild von der Mosel im letzten (meinem fünften) Flugjahr:

19885


Fliegt vorsichtig!

Michael

magic_boomerang
27.02.2013, 20:33
Mein erster Flug war Januar 85 von der Aiguille Rouge (3600 m) in einem umgebauten Tandemfallschirm als Passagier von Jean Marc Boivin. Skistart in die Klippe.
Der zweite Flug: gleicher Tag, gleicher Startplatz, gleicher Schirm. Pilot : ich , allein.

Mir fällt nur dazu ein, dass ich das Erlebte eigentlich immer noch nicht beschreiben kann.
Das soll übrigens nicht heroisch rüberkommen, sondern einfach nur idiotisch. Wie es eben war.
88 habe ich dann endlich einen Schein (sog. Ösi Schein) gemacht und habe staunend einige neue Grundbegriffe erlernt. :o

Das Kribbeln vor dem Start ist eigentlich leider nur noch selten da. Meist bei sehr anspruchsvollen alpinen Startplätzen.
Weg ist auch, sich vor anderen beweisen zu müssen. Geblieben ist die Leidenschaft und Fliegen zu m ü s s e n .

DonQuijote
27.02.2013, 20:59
Ich habe bei einer sehr schlechten Schule das Fliegen "gelernt", sprich Geld hingetragen, ein paar Abgleiter in toter Luft ohne weitere Erklärungen gemacht und dafür dann einen Schein bekommen - und das immerhin erst im Jahr 2000. Thermik kannte ich nur vom Hörensagen und dann stand ich also plötzlich alleine da mit meinem sackteuer eingekauften Uralt-Philou und null Ahnung. Ich bin dann gleich am nächsten Wochenende wieder in eins der Schulungsgebiete gefahren, nur war ich ganz allein am Startplatz, weil niemand Zeit hatte. Alles sah gut aus und ich bin gestartet. Es kam, wie es kommen musste: ich traf zielsicher den ersten Thermikbart meines Lebens, der mich mit gefühlten 20m/s nach oben beförderte. In Echt waren es vermutlich 3 m/s. Für Angst war ich zu überrascht, wusste auch nicht was ich tun sollte und machte halt so lange Kreise, bis es mich zerlegte. So gründlich übrigens, dass ich an der Hinterkante des Philou (!!) vorbeigeschrammt bin. Was genau war, weiß ich bis heute nicht.

Am nächsten Tag also zweiter Versuch. Diesmal waren am Startplatz (einem anderen, man muss ja flexibel sein) zwei Piloten vor mir da. Das beruhigte schon mal. Ich baute meinen Schirm zusammen mit ihnen auf und startete unmittelbar hinter den beiden. Einmal waren wir in der Schulung hier gewesen und eine tiefe Schneise hinabgeflogen. Die beiden bogen aber rechts ab und hielten auf einen flachen Hügel zu. Bereits damals regte sich plötzlich mein Verfolgerinstinkt, auf den ich heute meine Begeisterung fürs Wettkampffliegen zurückführe. Ich verfolgte sie also frohen Mutes. Was ich nicht wusste ist, dass das Gleiten der beiden UP Targa unwesentlich optimaler war als das meines Philou. Irgendwann merkte ich, dass der Gipfel des flachen Hügels für mich etwas knapp werden würde. Nach links, zurück in meine bekannte Schneise, war der Weg durch flaches Gelände mit Bäumen versperrt. Rechts vom Hügel war die Liftschneise - no go! Also draufhalten und beten. Die Targas flogen mit etwa 20 m Abstand drüber. Ich flog frontal in die Flanke. Glücklicherweise hatte es in diese Leeseite megatonnenweise Schnee verfrachtet - in dem ich ansatz- und spurlos verschwand. Bis zum Hals im Tiefschnee rudernd, dachte ich es wäre eine gute Idee, erst mal den Schirm zu mir her zu ziehen. Hätte ich nicht die A-Ebene dazu benutzt, wäre sie auch gut gewesen. So aber zog ich eine 20qm-Schaufel uferlos tief in den Schnee. Die folgenden Stunden gehörten zu den anstrengendsten meines Lebens. Patschnass bin ich dann wieder zum Start hoch gerobbt, nochmal gestartet und in meiner gewohnten Schneise problemlos ins Tal geflogen.

Danach hab ich mir dann überlegt, dass meine Freiflug-Pannen-Quote offensichtlich bei 100% liegt und dass das keine besonders glückliche Prognose für die fliegerische Zukunft zulässt. Ich bin dann erst mal für viele Flüge nur noch von "meinem" gewohnten Startplatz zum gewohnten Landeplatz geflogen, hab eisern das Vorwärts- und Rückwärts-Starten und Punktlanden trainiert, bis dann irgendwann der Kopf frei genug war für neue Abenteuer. Gemerkt hab ich mir, dass es nie gut ist, zu viel auf einmal auszuprobieren, sei es in Sachen Gelände, Material, Wetter oder sonstwas.

Heute bin ich eigentlich nur noch aufgeregt, wenn ich was ganz besonderes vorhab - oder vor Wettkampftasks. Aber es waren schon ein paar hundert Starts, bis es so weit war...

setup
27.02.2013, 23:51
Danke Jörg,

gut zu wissen, dass ich nicht als Einziger "Startschwierigkeiten" hatte ;)

Grüße,
Michael

berndw
28.02.2013, 05:52
Früher....
Meinen ersten Flug in Willingen mit einem Drachen, Laufen, Laufen, Laufen und dann unter meinem Bauch entlangschauen und meine
Füsse frei sehen unbeschreiblich, danach geradeaus kurz vor einem Stacheldrahtzaun ausdrücken und mit Glück dahinterstehen, unbezahlbar. Dieser Flug war zwar in der Schulung, aber da es 1984 noch keine Funkunterstützung gab war jeder Flug ein Freiflug.

Als ich meinen ersten Drachen, Atlas hatte startete ich vogelgleich in einem Steinbruch und landete nach Aufsetzer mit dem Flügelrohr
5-10m tiefer geradeaus eben in der Abfangkurve in einer Geröllhalde: Gerätebruch.

Fazit: Drachenfliegen ist nix für mich, ´s geht nicht einfach mal versuchen ob´s funktioniert.

1989 mit meinem ersten Dream gings schon besser, viele Erstbefliegungen und Austestungen hier im Flachland, ob der Gleitwinkel reicht.
7, in Worten Sieben, Baumlandungen im Ersten Jahr, auch beim Gleitschirmfliegen braucht man Nehmerqualitäten.

Wie beneide ich die heutigen Anfänger, die sich um Gleitwinkel keine Gedanken mehr machen müssen,
die Fliegen gehen, nicht Starten und Landen,
die Oben bleiben,
die an jedem Startplatz Freunde finden, die ihnen was zum Gelände sagen können,
die Sicherheitstraining mit Funk machen können, nicht jeden Flugzustand selbst erarbeiten und mit Reaktionen die man vom Hörensagen kennt, ausleiten müssen.
Bei mir hat´s 3Flugjahre, einen 1-2er, einen 3E, und 2 Wettkampfschirme gedauert, bis ich das Erstemal runter WOLLTE.
Heute ist Alles viel einfacher und das ist die Gefahr, die Michael Nesler erlebt,
mit Piloten am Limit.
Sch.... bin ich alt.

Jodem Dom
28.02.2013, 08:02
sch.... Bin ich alt.

Ja

espero
28.02.2013, 13:19
Bei mir hat´s 3Flugjahre, einen 1-2er, einen 3E, und 2 Wettkampfschirme gedauert, bis ich das Erstemal runter WOLLTE.

Das mit dem HERUNTERWOLLEN hatte ich bei meiner ersten begleiteten Flugreise auf Lanzarote. Alle Wolken sind lieb, nur eine hatte den Spaß mit mir, nach
unten schnell zu wachsen. Obwohl ich schon auf den Rand der Wolke zusteuerte, die Ohren anlegte und dann auch noch in den Beschleuniger rein bin, wollte
die Wolkenbasis einfach mich nicht loslassen. Als ich dann sicher aus ihr raus war, sah ich, dass ich inzwischen nur noch halbe Startplatzhöhe hatte. Das heißt
mein Arcus ging schon ordentlich runter, dass aber die Wolkenbasis mir nacheilte war auch ein Aha-Erlebnis. :D

Grüßle
Uli & Arcus 6 & Rush 3 :cool:

martinpi
28.02.2013, 17:22
Ich ziehe den Hut vor den "alten Haudegen" die noch selbst auf alles draufkommen mussten.

Das Thema "erster Alleinflug" ist schön in Stefan Ungemach's wunderbarem Blog abgehandelt:
http://www.kein-held.de/content/schlechtflieger/_Einhandflieger.htm

Bei uns in der Ausbildung hat es irgendwann am Startplatz bei der Ausgabe der Funkgeräte geheißen:
"Ah, du find'st eh alanich do obe" (du findest sowieso alleine den Weg hinunter).
Also Abgleiter ohne Funk.

Und dann bin ich, mit der Schulungsbestätigung in der Tasche, von Flugschule zu Flugschule gereist und habe - je nach Situation mit oder ohne Funkgerät - an den betreuten Höhenflügen teilgenommen.

Noch mit Schulungsbestätigung bin ich einmal alleine am Startplatz gestanden. Im Urlaub, unter der Woche, nach vorheriger telefonischer Beratung ("geländebezogener Flugauftrag") durch Mugi von der Flugschule Aufwind.
Das Gefühl, meine Startentscheidung alleine zu treffen, den Landeplatz nicht durch andere Schirme markiert zu sehen,...
http://knackwurstflieger.blogspot.co.at/2012/08/hohenfluge-komplett.html

@JN, die Schnee-Geschichte ist toll! Ich glaube mich zu erinnern dass dut eine kürzere Version davon schon einmal erzählt has?


Gemerkt hab ich mir, dass es nie gut ist, zu viel auf einmal auszuprobieren, sei es in Sachen Gelände, Material, Wetter oder sonstwas.
Jaaa, das will ich beherzigen!!!

HatHat
28.02.2013, 21:03
Mein erstes mal alleine am Startplatz, war irgendwann vor 2 Jahren auf der HohenWand bei Wien, mein jetziger Hausberg.
Die komplette Ausbildung in thermisch starken Gebiet war ca. 7 Monate davor.
2 andere erfahrene Kollegen waren auch dort. Ich gab mich zu erkennen das es jetzt mein erster Alleinflug ist. Daraufhin hat einer gesagt er würde laut "Abbruch" schreien falls etwas beim Start nicht passen sollte.
Es war etwas stärkerer Wind an den Tag, aber in meiner Ausbildung hatte ich auch 3 Landungen wo ich gefühlte 1 kmH Vorwärtsfahrt bei der Landung hatte .
Nach endlos langem Auflegen, (und sich wundern warum die andern nicht rausgehen--> war bisserl stärkerer wind) startete ich und bekam ein "Alles ok" zugerufen. Ich soarte ein paar Minuten und gut war es.

Jetzt nach 2 Jahren hab ich "gelernt" mich vorallem von den anderen abzugrenzen!
Es gibt Tage da gehen gefühlte 100 Paragleitflieger dort starten und ich komme hin und denke mir,..hmmmm neeee heute nicht, das passt mir irgendwie nicht!
Andererseit gibt es Tage da stehen alle herum und warten, und ich denke mir woow perfekter Tag nix wie in die Luft!

Brichtl
28.02.2013, 21:28
Hi,

ich hab meinen Schein seit Oktober letzten Jahres und mein erster "Alleinflug" war dann gleich ne Woche drauf in Kössen:),
ich versuche auch noch immer mit Kumpels aus der Höhenschulung zum Fliegen zu gehen und hab immer ein Funkgerät dabei falls ich mich irgendwo Einklinken kann. Bis heute habe ich immer sehr gute Erfahrungen mit den Lokals am Startplatz gemacht und bekam immer nen Rat und Unterstützung wenn ichs gebraucht hab.
Mein Fluglehrer hat damals gesagt: "Unter Fliegern ist man immer willkommen und hilft sich wo man kann."...das kann ich bestätigen.
Also such dir nen schönen Startplatz aus, nimm dein Funkgerät mit und sprich die anderen Piloten an.

koleinair
28.02.2013, 22:00
Sorry OT

Hallo Brichtl,

hab dir schon vor ein paar Monaten mal eine PM geschrieben aber so wies aussieht
siehst du nicht in dein Postfach. Ich wohne nur 15km von dir entfernt und evtl. kann man ja mal gemeinsam was machen.
Groundhändeln, Fliegen, whatever. Meld dich wenn du Interesse hast

DanielE.
01.03.2013, 01:00
Hallo zusammen,

da ich ein recht neuer A-Schein Pilot bin und noch wenig alleine geflogen bin wollte ich gerne von euch wissen wie eure ersten allein Flugerfahrungen so waren...
hattet Ihr anfangs ein mulmiges Gefühl, angst oder wart Ihr nervös bei den ersten Flügen?

Grüsse

Flieger

Also ich hatte immer am meisten Bedenken vor der Landeeinteilung :). Aufgeregt bei den Starts, die Gefahr sich zu blamieren, haben aber anscheinend auch noch sehr erfahrene Piloten :)

FliegerFr
01.03.2013, 10:00
Schön, dass es anderen auch so geht:)!

Grüsse

Thomas

martinpi
01.03.2013, 11:18
Ich habe mich hier schon als Hobby-Philosoph geoutet. Wer sich nicht für meine Gefühls- und Gedankenwelt interessiert, möge diesen Beitrag bitte überspringen. Und ein bisschen OT ist es auch.


Mit der Zeit legt sich das. Heute wünsche ich mir die alten Zeiten zurück. Es war einfach alles viel aufregender!

Ich glaube das ist ein wichtiger Punkt. Dann muss man irgendwas neues machen damit es wieder aufregend ist. Und dann reden irgendwelche Leute von Adrenalin-Junkies, Draufgängern etc. und blöderweise liegen die nicht so ganz falsch.

Das erste Mal auf der Übungswiese abheben und einen Meter über dem Boden dahingleiten: Juhuuu, ich kann fliiiiieeeegen!!!!! Der kleine Martin hat ein neues Spielzeug.

Ich bin auf dem Skywalk (Aussichtsterrasse) auf der Hohen Wand gestanden, habe den Paragleitern fasziniert zugeschaut und gedacht: Eines Tages werde ich auch da drüberfliegen. Dann war der große Moment da: Ich fliege über den Skywalk! Ich grinse hinunter, die Leute winken herauf, Jaaaa!
Und jetzt (60 Höhenflüge, also noch nicht viel Erfahrung): Start, Linkskurve, Skywalk, business as usual. Wo ist die Faszination geblieben?

Im Zen gibt es den Begriff Anfängergeist (http://martinpi.tipido.net/Meditation/hierundjetzt.html#Anf%C3%A4ngergeist). Mir wieder ins Bewusstsein holen dass es etwas ganz besonderes ist, fliegen zu können. In mich hinein spüren und mir wieder diese Faszination zurückholen. Mich ins hier und jetzt holen. Für einen Moment, das genügt schon.

didi0851
01.03.2013, 22:26
....Dann muss man irgendwas neues machen damit es wieder aufregend ist. Und dann reden irgendwelche Leute von Adrenalin-Junkies, Draufgängern etc. und blöderweise liegen die nicht so ganz falsch.

Das erste Mal auf der Übungswiese abheben und einen Meter über dem Boden dahingleiten: Juhuuu, ich kann fliiiiieeeegen!!!!! Der kleine Martin hat ein neues Spielzeug.

.... Wo ist die Faszination geblieben?

Im Zen gibt es den Begriff Anfängergeist (http://martinpi.tipido.net/Meditation/hierundjetzt.html#Anf%C3%A4ngergeist). Mir wieder ins Bewusstsein holen dass es etwas ganz besonderes ist, fliegen zu können. In mich hinein spüren und mir wieder diese Faszination zurückholen. Mich ins hier und jetzt holen. Für einen Moment, das genügt schon.

Für mich fing das Flug-Abenteuer (fast) wieder neu 2011 an: Nach ca. 10 Jahren Abstinenz wegen gesundheitlichen Problemen wieder am Start !!
War irre aufregend ! Theorie alles vorhanden, aber was traut man sich da wirklich noch zu mit dem verstaubten,geliebten Schirm ?
> 2012 mein absolutes Spitzen-Jahr, wenn ich mal nur die Thermik-Erlebnisse betrachte ... sauber .....:cool:

Gruß
didi

Mankei
05.03.2013, 19:20
An dem Anfängergeist, da ist schon was dran.
Ich hab ja erst letztes Jahr meinen Schein gemacht, werd also noch eine ganze Weile Anfänger bleiben.
Die ersten Flüge waren lang und schön, ein Bekannter hat mich mitgenommen und mir ein paar Gebiete gezeigt. Hat Spaß gemacht, die ersten Kontakte mit richtiger Thermik, ein paar mal einen Spagat gemacht, das erste mal an die Basis gekommen, diesen Ausblick aufs Oberland werd ich nie vergessen. Links und rechts von mir haben die anderen Flieger Hurra geschrieen, weil es so ein geiler Tag war. Und ich wollt nie wieder landen.

Und dann, das erste mal am Montag vormittag völlig alleine geflogen. Montag vormittag ist blöd, weil da alle Flieger dieser Welt arbeiten müssen, und man daher eher schlecht anhand der anderen beurteilen kann, ob es fliegt oder nicht. Also trotzdem krampfhaft alle 3 Minuten die Windwerte vom Patscherkofel und von der Zugspitze abgefragt, eine halbe Stunde lang die Windfahne angeschaut, ist das da nicht doch eine Linse da hinten? ...und dann zögerlich doch endlich ausgelegt. Und gestartet. Und einen großartigen Plan zurechtgelegt. Der hat dann dazu ....neinnein, der Wind hat mich verblasen. Es war keine Außenlandung. Also, ich wollte nicht auf dem Campingplatz neben der Bundesstraße landen, sondern auf meiner Landewiese. Aber da hätt ich einen Kilometer gegen den Wind fliegen müssen, über eine Ortschaft hinweg, bei nur noch 500m über Grund. Irgendwann muss man einsehen, das klappt jetzt nicht mehr.

Und allerspätestens dann merkt man, daß man ganz für sich allein verantwortlich ist. Kein Fluglehrer quatscht in ein Funkgerät. Keine göttliche Hand fängt einen auf, Mama kommt nicht und es gibt auch keine Pausentaste. Da lernt man sich kennen. Und man muss jetzt liefern.

Schaun wie der Wind weht, wo wie Fahnen flattern, wo Leewirbel liegen müssten, Bäume, Stromleitungen, Seilbahnen, sich für eine Landeplatz entscheiden, den Anflug planen (überhaupt: einen Plan zu haben ist geil), und dann in Gottes Namen eine anständige Landung hinlegen die so aussieht, als wäre sie genau so beabsichtigt gewesen.

Ich war scheiß froh, daß alles gut geklappt hat. Aus den Augen eines alten Hasen betrachtet war das sicher wenig aufregend. Aber mir gibt sowas einen ganz guten Schub fürs Selbstvertrauen. Und nebenbei noch genug Motivation, mir ab jetzt schon lang vorher Gedanken über meinen gewünschten Flug zu machen ;-)