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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ueli Steck lernt fliegen



WillyCH
04.04.2013, 21:59
https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=8yns694E5Qg
Ein spannendes Projekt, welches unserem Sport vor allem in der "Alpinszene" einigen Aufschwung bringen könnte (hike&fly für eine neue Zielgruppe).
Zwei Fragen dazu:
1.) bekommt Tom Coconea jetzt Konkurrenz an den X-Alps? :-P
2.) was war da mit Advance? Offenbar arbeitet Ueli mit Chrigel zusammen und während der Ausbildung fliegt er einen PI mit Easyness. Und später plötzlich Ozone-Equipment. Hat da Advance nochmals ein mögliches "Zugpferd" verloren?!

Happy Landings
Ueli (ein anderer)

Patrik
05.04.2013, 11:02
Ueli Steck ist vorgestern zu seiner Everest Expedition 2013 (http://www.uelisteck.ch/de/aktuelles/aktuelles/338-no-2-limits-expedition.html) aufgebrochen. Ziel ist die Besteigung des Mt. Everest abseits der Normalroute. Ich vermute, dieses sehr hochkarätige Duo wird sich den Weg zum Gipfel auf einer anspruchsvollen Neutour suchen.
Ich gehe davon aus, dass Ueli Steck seine GS-Ausrüstung mit hat. Ob der Schirm bei der angedachten Everest-Begehung eine Rolle spielt und ob auch sein Tourpartner Simone Moro GS-Pilot ist, weiss ich nicht. Ev. soll der Schirm auch bloss im Rahmen von Akklimatisations- und Vorbereitungstouren in der Gegend als Abstiegshilfe dienen.
Der erste mit Schirm am Everest wäre er jedenfalls nicht, bereits 1988 flog Jean Marc Boivin in bloss 11 Min vom Everest runter.

Wird also nix mit als Konkurrenz für Chrigel bei den X-Alps, hat schon was anderes vor. ;) Läuferisch sicher sehr stark und in Bezug auf Routenführung zu Fuss durch die Alpen würde Ueli mit seinen bergsteigerischen Skills zweifellos Highlights setzen. Aber fliegerisch wäre er (noch) nicht auf dem nötigen Level, um in diesem Wettbewerb mitzuhalten.

Gruss pat

Himmelberührer
29.04.2013, 15:38
Die Nerven am Mount Everest scheinen blank zu liegen, möglicherweise ein Tribut des dort
vorherrschenden "Massentourismus". Ueli Steck jedenfalls hat dort ziemliche Nehmerqualitäten
an den Tag legen müssen: Massenschlägerei am Mount Everest (http://www.trax.de/massenschlaegerei-am-mount-everest/id_63167698/index)

WillyCH
29.04.2013, 15:51
Vielleicht bekommt er ja jetzt eine WildCard für die X-Alps?:D

uweneesen
29.04.2013, 21:39
was suchen die europäer da auch?

DonQuijote
29.04.2013, 21:45
was suchen die europäer da auch?
Hohe Berge.

uweneesen
30.04.2013, 10:58
braucht niemand! sind bloss im weg...

viele grüsse

berndw
30.04.2013, 11:01
Die Nerven am Mount Everest scheinen blank zu liegen, möglicherweise ein Tribut des dort
vorherrschenden "Massentourismus". Ueli Steck jedenfalls hat dort ziemliche Nehmerqualitäten
an den Tag legen müssen: Massenschlägerei am Mount Everest (http://www.trax.de/massenschlaegerei-am-mount-everest/id_63167698/index)

Ich schmeiss mich weg, wer den Link zum Stress mit Einheimischen postet.:D

DonQuijote
30.04.2013, 11:29
wer
"Der mit den Kühen schlägert."



braucht niemand!
Manchen reicht halt Bratwurst und Dosenbier um zufrieden zu sein. Und manchen halt nicht...

blackstromer
30.04.2013, 11:47
"sherpa tensing" war noch heile welt - "sherpa heute" ein harter überlebenskampf - bei denen liegen die nerven blank - ein weiterer risikofaktor also in der hochalpinen szene - ich empfehle steck neben dem gleitschirmtraining noch ein crashkus in selbstverteidigung - doch angesichts des MOBS wär dies wohl eher kontraproduktiv ;)

uweneesen
30.04.2013, 12:31
[QUOTE=JN;377500
Manchen reicht halt Bratwurst und Dosenbier um zufrieden zu sein. Und manchen halt nicht...[/QUOTE]



Ja ja, fragt sich was was ist :)

winDfried
30.04.2013, 13:21
@BerndW,

Ich schmeiss mich weg, wer den Link zum Stress mit Einheimischen postet.:D
also trotz seiner Seltsamkeiten zum Thema gleitschirmfliegEnte Schlagertussi (http://www.gleitschirmdrachenforum.de/showthread.php/27217-Das-Bild-vom-Gleitschirmsport-in-der-Öffentlichkeit?p=333862&viewfull=1#post333862) oder zu Startplatzkühen vor Gericht (http://www.gleitschirmdrachenforum.de/showthread.php/28193-Kuh-Zwischenfall-am-Startplatz-Spießer-bei-Hindelang-gt-Strafanzeige?p=374026&viewfull=1#post374026),
finde ich nicht, dass unser Foren-Freund "_immelberührer" sein Recht auf freie Meinungsäußerung hier schon eingebüßt hätte.

Seinen Hinweis auf

... dort vorherrschenden "Massentourismus"....
finde ich nämlich sehr treffend.
Vielleicht hat der Extremsportler Ueli nur den Unwillen ausbaden müssen, den andere dort hinterlassen haben ?

Schließlich waren vor nicht ganz zwei Jahren schon ein
paar andere Lichtgestalten des Para-Massentourismus (http://www.gleitschirmdrachenforum.de/showthread.php/25728-Mit-Gleitschirm-Mt-Everest-überfliegen-!?p=353142&viewfull=1#post353142) in der gleichen Gegend unterwegs.
W.

WillyCH
30.04.2013, 14:31
Seinen Hinweis finde ich nämlich sehr treffend.
Vielleicht hat der Extremsportler Ueli nur den Unwillen ausbaden müssen, den andere dort hinterlassen haben ?

Nicht, dass diese Information bezüglich Massentourismus neu wäre, aber es ist sicher nicht falsch sie anzubringen.

Ich habe bei diesem Fall einen etwas anderen Verdacht. Ueli Steck und seine "Mini-Speed-Expedition" bringt den Locals einfach nicht den Profit, den eine "normale" Expedition mit dem ganzen Bedarf an Hilfspersonal generiert. Dann kam dazu, dass diese Gruppe offenbar bei Arbeiten für die Kunden störte (nichts anderes ist nämlich die Vorbereitung von Fixseilen) und dann ergab das eine Wort das andere. Wem dann die restlichen Sherpas zur Seite stehen wenn die Streithähne ins Basislager zurückkommen ist auch klar...

Ueli Steck sagte in einem Interview, dass die Vorfälle der Höhepunkt der immer grösser werdenden Spannungen zwischen den "Locals" und den "Westlern" seien. Unter dem Strich wohl ein Problem, das eben diese Westler selbst geschaffen haben. Vielleicht ist es ganz gut, dass es zu diesem Vorfall kam und jetzt ein wenig Ruhe einkehrt...

Happy Landings
Ueli

blackstromer
30.04.2013, 15:51
Vielleicht ist es ganz gut, dass es zu diesem Vorfall

kann ich kaum zustimmen, in meinen Augen ist jeder Selbstjustiz ausübende Mob bodenlos verachtenswert :eek: so nach dem Motto - nur in Gruppen sind wir stark und mutig


http://youtu.be/EljXKfJnKNo

Suizo36
01.05.2013, 09:01
offenbar war kein Flug vom Everest geplant..

http://www.derbund.ch/wissen/natur/Ueli-Steck-bricht-EverestExpedition-ab/story/13501216

Schwip
02.05.2013, 11:38
noch eine Mount Everest Meldung:

http://www.blick.ch/news/ausland/der-blonde-schutzengel-von-ueli-steck-id2289130.html

Himmelberührer
02.05.2013, 20:46
_immelberührer

Ein Spiel? Fein, lass mich raten: "H" ist der Lösungsbuchstabe. War aber einfach, jetzt du! _epp

chpw
02.05.2013, 20:57
Ein Spiel? Fein, lass mich raten: "H" ist der Lösungsbuchstabe. War aber einfach, jetzt du! _epp

Nein, kein Spiel. Sondern vielleicht eher ein sehr subtiler Hinweis, dass in Deinem Pseudo an anderer Stelle ein Buchstabe fehlt.

winDfried
03.05.2013, 11:06
Ein Spiel? Fein...

Vielleicht ist das "_"nur das heruntergefallene "-" aus der Mitte des "H", und die beiden "I I" haben die Flucht ergiffen ?
Oder ein Feiner Hinweis, dass da auch noch andere Lösungsbuchstaben zu sinnvollen und treffenden Lösungen führen,
wie im richtigen Leben halt.

Wenn Du beispielsweise bei uns als Gastflieger auftauchst, bekommst Du die Chance auf einer Pferdeweide zu landen:
dann ergäbe "Sch" eine weitere sinnvolle Lösung.
Wenn dann so ein Gaul Deinen Schirm ramponiert, kannst Du mal versuchen die Besitzer zu verklagen.
Die verklagen dann allerdings auch Dich. Und das wird teuer, denn die haben i.d.R. die besseren Anwälte.
Nur unser Startplatz ist dann beim Teufel, ähnlich wie evtl. Startmöglichkeiten am Everest...

Vielleicht hältst Du mir zu Gute, dass ich _epp (ich vermute "S") trotz aller Antipathie
Dein Recht auf Meinungsäußerung hier im Forum verteidigt habe, und Deinen obigen Beitrag ausnahmsweise gut fand.
Den Versuch von meinem Vereinskamerad BerndW, Dich nur wegen früherer Mißtöne ab zu qualifizieren hat mir nämlich nicht behagt,
obwohl wir uns sonst in der Bewertung Deiner Beiträge für die Fliegerszene einig sind.

Weiterhin viel Spaß in der Luft (nur bitte nicht in meiner Nähe) wünscht,
W. (Der mit dem *P*epp!")

chpw
03.05.2013, 11:12
Vielleicht ist das "_"nur das heruntergefallene "-" aus der Mitte des "H", und die beiden "I I" haben die Flucht ergiffen ?
Oder ein Feiner Hinweis, dass da auch noch andere Lösungsbuchstaben zu sinnvollen und treffenden Lösungen führen, ...


Großartig, danke! :D


... Vielleicht hältst Du mir zu Gute, dass ich _epp (ich vermute "S") trotz aller Antipathie
Dein Recht auf Meinungsäußerung hier im Forum verteidigt habe, ...

Eben, so sehe ich das auch, anscheinend hat der _immelberührer das nicht verstanden.

batflyker
03.05.2013, 14:21
Hoffentlich wird er am Schulungshang nicht verprügelt, weil er sich an den anderen vorbeimogeln will wie am Everest :-)

Andi1965
04.05.2013, 01:45
worum gehts hier? kidding..?? seit 12 Monaten? 24??? 36 ??

Himmelberührer
03.06.2013, 15:46
In der Sendung Bergauf-Bergab, Mo 27.05.2013, 14:30 Uhr war eine persönliche Stellungnahme von Ueli Steck zu den
vieldiskutierten Vorfällen am Mount Everest zu sehen. Diese kann zur Zeit in der BR-Mediathek (http://mediathek-video.br.de/B7Mediathek.html) abgerufen werden,
die persönliche Schilderung beginnt ab Minute 20:50.

Und hier noch einer der neuesten Zeitungskommentare: Ueli Steck hat Vorrecht (http://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/125123/)

harald e. wolf
03.06.2013, 16:21
Irgendwie interessant: Da schreiben Leute, die noch nie im Sagarmatha-Park - geschweige denn Richtung Base-Camp oder weiter - unterwegs waren, die Nepali-Mentalität nicht kennen, sondern nur die wer-zahlt-schafft-an-Mentatlität. R.M. zählt auch dazu. U.S. kann auch nicht anders. Schade. Das Bild in der medialen Öffentlichkeit hier hat absolut nichts mit der Realität vor Ort zu tun.

Mal hinfahren, ins Basecamp laufen und schauen, was realiter abgeht. Das ernüchtert! Nepal-Alpinismus heute ist ein trauriges Geschäft mit allen möglichen Kollateral-Schäden, die man sich als Nichtkenner garnicht vorstellen kann. Auch ich habe mein Bild in gut 20 Jahren Nepaltrekking komplett revidieren müssen.

XC
03.06.2013, 16:33
Und hier noch einer der neuesten Zeitungskommentare: Ueli Steck hat Vorrecht (http://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/125123/)

Mit dem Artikel stimme ich vollkommen überein. Die Geldsäcke, die sich mit Sauerstoff von den Sherpas auf den Gipfel raufziehen lassen, sollen warten bis die Top-Alpinisten vorbei sind!

Greetz
Fritz

blackstromer
03.06.2013, 16:44
Mit dem Artikel stimme ich vollkommen überein. Die Geldsäcke, die sich mit Sauerstoff von den Sherpas auf den Gipfel raufziehen lassen, sollen warten bis die Top-Alpinisten vorbei sind!

Greetz
Fritz

Toll wenn mal jemand öffentlich Stellung bezieht - Ich stimme voll und ganz überein !

Schirmschoner
03.06.2013, 16:55
@XC,
und der Papst hatt ein vorrecht bei den Islamisten???
Egal was ein RM sagt, ein Ueli Steck ist Gast in einem Land und dessen Gepflogenheiten hat er sich auch zu fügen!! Ende der Durchsage! Wenn in der Schweiz die Einheimischen bei seiner Erscheinung auf die Knie fallen, so ist das für Nepalesen nicht verbindlich. Oder fallen alle Schweizer beim Besuch vom Dalai Lama auch sofort auf die Knie? Ein Menschenleben hat immer den gleichen Status, egal welcher Name davor steht.

MFG Rob

blackstromer
03.06.2013, 17:20
uups Rob - ich glaub da bekämen wir uns ganz schön in die Haare - deshalb lass ich das mal :D

Schirmschoner
03.06.2013, 17:29
@Blackstormer,
glaub ich nicht, könnte aber ne sehr interessante Unterhaltung werden!


MFG Rob

marabu
03.06.2013, 17:35
hallo,
1:0 für schirmschoner.
Ein Sprichwort (sinngemäß):Wenn du in Rom bist, dann mach es wie die Römer.

Andi1965
03.06.2013, 17:36
"Uns wurde vorgeworfen, einen Eisschlag ausgelöst zu haben, ein Sherpa soll dadurch verletzt worden sein", sagt Steck. "Das ist Quatsch, wir haben keinen Zentimeter Eis losgetreten." Die Sherpas brachen ihre Arbeit ab, nachdem Moro den Chef der Gruppe als "Mother****er" beschimpft hatte. Später, so Steck, hätten die Sherpas nach der Rückkehr des Trios in Lager 2 Vergeltung geübt.

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/schlaegerei-am-mount-everest-ueli-steck-im-interview-a-899357.html
http://www.amazon.de/dp/B000050X8Q

7 euro

Willi Wombat
03.06.2013, 18:13
Ich finde es absolut inakzeptabel was da am Everest dem Vernehmen nach passiert ist.
Die Diskussion darüber erschreckt mich allerdings fast in gleichem Maße.

Genauso schlimm wie das Geschwafel einiger Leute, die Nepalesen als ausgebeutete edle Wilde sehen, die sich zu Recht mit Zähnen und Klauen gegen die fremden Invasoren verteidigen ist der bräunliche Mist den Franz Stämpli in der "Jungfrau Zeitung" zum Besten gibt. http://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/125123/
Da werden Argumentationslinien verfolgt, wie sie vor 100 Jahren gängig waren als man noch glaubte, der weiße Mann wäre prinzipiell überlegen und gottgegeben bevorteilt.

Hallo!
Auch in Nepal wohnen gebildete Menschen, die ihrem ehrlichen Beruf z.B. als Bergführer professionell nachgehen und sich normalerweise so benehmen, dass ihre Gäste gerne wiederkommen.
In einer über Jahrzehnte sorgfältig und erfolgreich gepflegten Tourismusindustrie wird gutes Geld verdient, wie das in vielen Gegenden der Welt üblich ist.
Die brauchen da weder die angebliche Schweizer Erfahrung von vor 100 Jahren, noch die väterliche Nachsicht des moralisch Überlegenen für Leute die sich u.U. eines kriminellen Übergriffs schuldig gemacht haben.
Beides ist ausgesprochen arrogant.

Sehr moderat und differenziert sind dagegen die Berichterstattung in "Bergauf Bergab" und die Aussagen von Ueli Steck selber.


...So tragen "Kultur" wir nach Afrika.
Geladen! Gebt Feuer! Halleluja!
Piff paff, piff paff, hurra!
O glückliches Afrika!

(Liedtext 1890 geschrieben, von Zupfgeigenhansel aufgenommen)

Schirmschoner
03.06.2013, 19:08
Hey Capitän Wombat,

so schaugts aus. Natürlich haben wir wieder versucht ein 300km Fai zu fliegen und waren deswegen leider nicht nich am Everst! ;) Weder Lynchjustiz noch Hoheitsdenken haben in einer modernen Welt Platz.
Von Ausen Betrachtet ist keiner im Recht, und nur weil ein Schweizer im Interview etwas glaubhaft beauptet, ist es noch lange nicht die Wahrheit. Das gleiche gilt für den Nepalesen, wobei ich kein Ähnliches Interview wie mit Ueli gefunden habe. Sollte einer so ein Interview hier posten können, vielen Dank!
Wir glauben gerne, was wir Glauben wollen. Die mediale Eingenommenheit der Eupresse(z.B Jungfrauzeitung) ist mir to much. Zeigt aber auch auf, das die Wahrheit gerade durch Printmedien etwas einseitig gefärbt werden. Deshalb, Bild Dir deine Meinung nächste Woche, diese Woche steht erstmal Fliegen auf dem Programm;)

MFG ROB

Himmelberührer
04.06.2013, 05:16
Das gleiche gilt für den Nepalesen, wobei ich kein Ähnliches Interview wie mit Ueli gefunden habe. Sollte einer so ein Interview hier posten können, vielen Dank!
MFG ROB

Dies wäre wirklich sehr schön, denn bisher liegt eine derartige Stellungnahme zu den Vorwürfen des geplanten Mords nicht vor.

blackstromer
04.06.2013, 08:36
@Blackstormer,
glaub ich nicht, könnte aber ne sehr interessante Unterhaltung werden!


MFG Rob

kann ich mir nicht vorstellen - aber wer weiss das Leben ist zu kurz und unberechenbar - jedenfall erachte ich Steck als integre Persönlichkeit. Es ist in keiner Weise zu entschuldigen was sich die Nepalesen geleistet haben - dies hat nichts mit Kultur oder Religion oder Schweiz (was auch immer du da vermischt) zu tun - jeder Mob ist ein Mob - und das greift tief, wenn man einem solchen ausgesetzt ist. Die Leute dort gehören gemassregelt - anders geht es nicht - :eek:

JHG
04.06.2013, 09:30
Mit dem Artikel stimme ich vollkommen überein. Die Geldsäcke, die sich mit Sauerstoff von den Sherpas auf den Gipfel raufziehen lassen, sollen warten bis die Top-Alpinisten vorbei sind!

Greetz
Fritz



Wieso eigentlich ?

Ist doch eher umgekehrt. Die Topalpinisten sollten die hart arbeitenden Sherpas während des Überholens nicht behindern oder gar gefährden.


PS:
Ich unterstelle nicht dass die Gruppe das getan hat.
Tätliche Angriffe bis hin zu Lynchjustiz sind absolut abzulehnen und auch nicht gerechtfertigt selbst wenn es Behinderungen oder Gefährdungen gegeben hätte.

Schirmschoner
04.06.2013, 18:27
@Blackstormer,

jedenfall erachte ich Steck als integre Persönlichkeit.
Absolut richtig!

Es ist in keiner Weise zu entschuldigen was sich die Nepalesen geleistet haben
Wieder richtig! Habe ich das irgendwo versucht?

dies hat nichts mit Kultur oder Religion oder Schweiz (was auch immer du da vermischt) zu tun
Wo habe ich das getan? Ich habe lediglich integre Persöhnlichkeiten (ist der Dalai Lama doch, oder?) für ein Gegenbeispiel benutzt. Sorry, aber Ueli Steck ist nun mal Schweizer und kein Amerikaner. Vorrecht gibts keines, egal wo mann herkommt.
Nachdem Dir meine Beispiele scheinbar zu unverständlich sind, habe ich mir erlaubt Dich aus einen anderem, aktuellen Fred zu zitieren:


zudem wäre es unfair gegenüber weniger geschickten Zeitgenossen, dass bei speziellen Wetterlagen im Pulk diese immer zuunterst angesiedelt sein würden (müssten) - man spricht hier von Nötigung - das wäre dasselbe wenn in einer unübersichtlichen Kurve das überhohlende Fahrzeug den Vortritt hätte und der überholte am Strassenrand parken müsste - so schauts aus

Finde ich passt ganz gut zum Thema.
Da hätte ich noch eine Frage: Wen jetzt Kriegel Maurer, der ja in der Szene integer ist, startet und den Pulk von unten aufmischt, muß der dann auch Außen vorbei oder machen ihm dann die Anderen Platz?:eek:


Die Leute dort gehören gemassregelt -
Die Leute dort????? Sorry, was soll das denn???

MFG Rob

netmax
04.06.2013, 20:20
In der ZEIT gibt es ebenfalls ein Interview mit einer - unbeteiligten - Sherpa zu den Hintergründen und dem Massentourismus am Mount Everest:
http://www.zeit.de/2013/22/mount-everest-erstbesteigung-sherpa

SATurn
04.06.2013, 22:19
Und wer des Englischen mächtig ist, findet hier den Bericht von Chad Kellogg (http://www.outdoorresearch.com/blog/stories/drama-at-21000-feet-chad-kellogg-reports-on-the-everest-brawl) der während der Ereignisse im Basislager war.

Libelle
05.06.2013, 08:37
Der wiederum verlinkt auf den Bericht: http://www.alanarnette.com/blog/2013/04/30/everest-2013-the-sherpas-viewpoint/
Am Ende gibt es dann noch ein Addendum, das wiederum aussagt, dass alles ganz anders gewesen ist.

Also, nix genaues weiß man nicht.....

Himmelberührer
05.06.2013, 17:12
Es wäre interessant mal die Dinge aus der Sicht der Sherpas zu erfahren, die bei den Vorfällen anwesend waren. Es gibt immer
2 Seiten einer Medaille und daß sich wohlstandsverwöhnte Westler in anderen, ihnen fremden Kulturkreisen manchmal nicht zu benehmen wissen
und hier und da respektlos den Menschen vor Ort begegnen ist mir nicht neu...


Mir auch nicht, und bis es so weit ist, muss man sich wohl mit ein paar alten Filmen begnügen
(Oder mit Fliegen, aber das ist bei mir gerade leider nicht möglich, Zeitkiller Job):


http://www.youtube.com/watch?v=Y3UQmGws5HY

Himmelberührer
04.04.2014, 14:08
Ein Artikel den Reinhold Messner vor einigen Stunden auf FB geteilt hat - könnte auch hier von Interesse sein:

Ungereimtheiten bei Stecks Annapurna Solo (http://www.bergsteigen.com/news/ungereimtheiten-bei-stecks-annapurna-solo)

harald e. wolf
04.04.2014, 15:15
Da gibt es mehr davon...

Ich war mal beim Vater von Sherpa Lopsang im Haus in Namche eingeladen. Sein Sohn war auf der Tour dabei. Und er erzählte mir diese Geschichte, die auch in Büchern bestätigt wurde (s.u. in englisch).

Worum ging's? Sandy Hill Pittman, 41 (milliardenschwere Unternehmerfrau eines Mediatycoons der USA). Der Sherpa Lopsang trug ihre Mitbringsel, Ausgaben von Vogue, Vanity Fair u.a. und mehrere Kilo Batterien für CD-Player, gute 50 CDs (man hat ja auf dem Gipfel Tage Zeit zum Hören...), einen kleinen Drucker ( - für was???) und ein damals noch ca. 6 Kilo Sattelitentelefon samt schwerer Spezialbatterien. Und eine Kaffeemaschine samt 12 Kilo Auto-Batterie! Selbst zum Gipfel hatte sie noch ca 10 Kilo ++ an CDs, Batterien und Telefon etc. dabei (konnte aber vor Erschöpfung nicht mehr in die USA telefonieren). Amerika war erschüttert...... Sherpa Lopsang Jangbu musste Pittman an vielen Steilstellen hochziehen, und die letzten guten 800 Mtr wurde sie im Garnov-Bag von zwei bis drei Sherpas hochgezogen. Oben Beutel auf, Maske drauf, hingestellt, Foto und Video, einpacken und wieder 600 mtr. runterhieven. Und das über 8.000 Meter.
Lopsang Jangbu konnte deshalb vorne keine Seile zur Sicherung der Bergsteiger verankern. Teil der Tragödie. Dann im Abstieg im ZL 3 (wo für jeden 4-5 O2-Reserve-Flaschen lagen - mit Namensschildern drauf) hat sie einige gestohlen/stehlen lassen - der gewisse Sherpa erhielt dafür ein dickes Bündel Dollars (seit dem arbeitet er nicht mehr). Deshalb kam ein anderer Bergsteiger in Lebensgefahr. Oder starb sogar - weiss ich nicht mehr genau. Eine Geschichte von vielen.


...Pittman, the socialite wife of legendary television businessman Bob Pittman, joined expert guide Scott Fischer's team and was acting as a web correspondent for NBC Interactive Media. In her first report, she wrote: "I have got as much in the way of computers and electronic hardware as I have climbing equipment: two portable microcomputers, a camcorder, three 35 mm cameras, a digital camera, two tape recorders, a CD player, a printer and a sufficient quantity (I hope) of solar panels and batteries to make the whole lot operate. I would not like to leave without taking a blend of coffee from Dean & DeLuca, as well as my espresso machine. And because we will be on Everest for Easter, I have also taken four chocolate eggs. Hunting for Easter eggs at 5,000 meters should be interesting." All of these items were carried up the mountain not by Pittman, but by Lopsang Jangbu Sherpa, an employee of the Fischer team. Furthermore, Pittman planned a meeting with her friends--including Martha Stewart--at the base camp and reportedly had the latest copies of Vogue and Vanity Fair ferried up to her at the camp while the team acclimatized to the high altitude of the Himalayas....

Himmelberührer
18.04.2014, 22:33
Lawine tötet zwölf Sherpas (http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/mount-everest-lawine-toetet-zwoelf-bergsteiger-12901307.html)

Pedro
19.04.2014, 01:41
Also da denke ich ob der Ueli Steck fliegen lernt oder nicht ist doch für den Flugsport absolut unerheblich.
Was die Streitereien zwischen Ueli Steck und den Sherpas anbetrifft steht da Aussage gegen Aussage die wir nicht mal nachprüfen können und ist deshalb auch absolut unerheblich.
Die ganze Sache hat sich übrigens sehr schnell abgeflacht und man hört nichts mehr davon, da kann man doch an der Warheit zweifeln !

Da war doch auch mal dieser Südtiroler Bergsteiger der den Everest anscheinend ohne Sauerstoff bezwungen hat, der hat doch in aller Öffentlichkeit auch am Fernsehen steif und fest behauptet er hätte sogar leibhaftig den Yeti gesehen.
Ist doch alles nur um den Kommerz anzukurbeln !

man, man, man - ist doch 1. April vorbei :D

harald e. wolf
19.04.2014, 11:40
höchster Stress. Noch 2-3 Wochen, dann ist Saisonende. Geld ist bezahlt. So passiert es leider immer wieder.

Gailtaler
30.04.2017, 10:56
Ueli Steck ist tödlich verunglückt. R.I.P.

http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/bergsteiger-uli-steck-toedlich-am-mount-everest-verunglueckt-14994367.html

mountainrescue
30.04.2017, 16:28
Sch... die Besten sterben jung! R. I. P

Gesendet von meinem SM-G920F mit Tapatalk

Martin Prerovsky
30.04.2017, 22:12
Scheisse...

Gailtaler
30.04.2017, 22:13
Es bleibt vielleicht der Trost, daß er an dem Ort und bei der Tätigkeit gestorben ist die er am meisten liebte...

Gruß.

Pedro
30.04.2017, 22:51
Das Restrisiko oder die Rutine hat ihn eingeholt !
Ueli Steck hat doch selber gesagt: Wenn er so weiterfährt wie noch letzes Jahr dann kann es plötzlich zum Knall kommen, nun gehe er für diesmal mit mehr Verstand an die Sache ran.
Ja wenn die Sache zur Rutine wird, dann wird es gefährlich. (auch im Gleitschirmsport)

conny-reith
01.05.2017, 07:19
Das Restrisiko oder die Rutine hat ihn eingeholt !
Ueli Steck hat doch selber gesagt: Wenn er so weiterfährt wie noch letzes Jahr dann kann es plötzlich zum Knall kommen, nun gehe er für diesmal mit mehr Verstand an die Sache ran.
Ja wenn die Sache zur Rutine wird, dann wird es gefährlich. (auch im Gleitschirmsport)
.
Jeder ist seines Glückes Schmid. >Er hatte eine Vorahnung


http://www.huffingtonpost.de/2017/04/30/ueli-steck_n_16341996.html

Gruß Conny

Glyder
01.05.2017, 18:35
Es gibt sogar im Spiegel ein Artikel über ihn:
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/ueli-steck-nachruf-a-1145599.html

Scheint wohl in der Schweiz eine echte Berühmheit zu sein.

Ich personlich kann mit so Typen wenig anfangen, die ständig meinen irgendwelche Rekorde brechen zu müssen.

Aber trotzdem R.I.P.

Buntspecht
01.05.2017, 18:50
Es gibt sogar im Spiegel ein Artikel über ihn:
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/ueli-steck-nachruf-a-1145599.html

Scheint wohl in der Schweiz eine echte Berühmheit zu sein.

Ich personlich kann mit so Typen wenig anfangen, die ständig meinen irgendwelche Rekorde brechen zu müssen.

Aber trotzdem R.I.P.

"Irgendwelche Rekorde" ist bei ihm deutlich zu tief gegriffen. Es sind wahre Eckpfeiler für die Bergsportgeschichte. Mit den 8000ern hat kaum einer (inklusive mir) einen Bezug. Wenn man als Normalsterblicher aber sieht, was er in den Alpen geleistet hat, wird einem schon bewusst, was für Leistungen das sind. (Eiger-Nordwand!)
Ich denke, dass Steck einer der ganz ganz Großen ist. Wer mit Alpinismus nichts anfangen kann ( und das betrifft sicher auch viele Gleitschirmflieger), ist da vielleicht anderer Meinung.

DonQuijote
02.05.2017, 21:29
Ueli war der aktuell wohl beste Bergsteiger der Welt. Mindestens so was wie der Chrigel bei uns.

conny-reith
03.05.2017, 07:31
Ueli war der aktuell wohl beste Bergsteiger der Welt. Mindestens so was wie der Chrigel bei uns.

Hallo Don,

so sehe ich es auch, hatte seinen Weg schon vorher verfolgt, er war ein Getriebener.

Genusspilot
03.05.2017, 09:22
Traurig das zu lesen. Ich hab in den letzten Monaten seine Bücher gelesen und war fasziniert von seiner Entschlossenheit und seiner Zielstrebigkeit.
Er war sich des Risikos wohl bewusst, aber es war eben seine Art zu Leben.
Jung stirbt, wen die Götter lieben.

X-Dream Dani
03.05.2017, 13:01
...vielleicht ist es noch zu früh aber wann soll es denn sein?

Bei allen Unfällen, bei bekannten Persönlichkeiten insbesondere, wird stets ihre Besonnenheit, ihre akribische und minutiöse Vorgehensweise, ihre Erfahrung und ihr Ausnahmekönnen hervor gehoben....

Wenn ein solches überragendes Können vorhanden gewesen wäre, wäre der Unfall nicht passiert!
Mann greift allzu schnell zu Ausreden, unqualifizierten Aussagen wie "Unfälle passieren...". Ja, sie passieren aber nicht weil sie dem Zufallsprinzip unterstellt sind. Unfälle werden verursacht!

Natürlich sind die Chancen ein Unfall zu haben bei hohem Könnenstand ungemein höher als beim Anfänger oder Laien. Trotzdem ist eine Fehleinschätzung oder Missinterpretation der Situation, der Lage, der eigenen Fähigkeiten oft der Grund für Unglücke wie sie gerade bei Sportlern leider allzuoft passieren.
Es ist eine einfache mathematische Gleichung die die Tatsache verhärtet, dass vermutlich die besonneren, die besser vorbreiteten und erfahreneren Sportler noch am Leben sind!

Ich habe Ueli nie persönlich kennen gelernt. Er war bestimmt ein großartiger Sportler und Mensch. Sein Tod ist für viele Zurückgeblieben schmerzhaft. Ich kann sein extremes Treiben in seinem Sport sehr gut nachvollziehen. Auch ich habe lange Bergsport betrieben. Ändert es doch nicht die Tatsache, dass sein Tod unnötig ist und mit der Summe richtiger Entscheide verhindert hätte werden können.

Mein Beileid an die Familie und Freunde.

http://www.blick.ch/news/schweiz/bernhard-russi-ueber-seinen-freund-ueli-steck-in-einer-anderen-dimension-id6616109.html

Willi Wombat
03.05.2017, 15:50
...Bei allen Unfällen, bei bekannten Persönlichkeiten insbesondere, wird stets ihre Besonnenheit, ihre akribische und minutiöse Vorgehensweise, ihre Erfahrung und ihr Ausnahmekönnen hervor gehoben....Denn es ist erstens oft wahr und zweitens gute Sitte über Tote möglichst nicht mehr schlecht zu reden.


Wenn ein solches überragendes Können vorhanden gewesen wäre, wäre der Unfall nicht passiert!....Unfälle werden verursacht!Können schützt nachweislich nur bedingt, drum tut uns allen Bescheidenheit gut.


Ändert es doch nicht die Tatsache, dass sein Tod unnötig ist und mit der Summe richtiger Entscheide verhindert hätte werden könnenStimmt schon, aber kein Risikosportler und auch kein Gleitschirmpilot denkt in dieser Kategorie.
Ueli hat offensichtlich in vollem Bewusstsein und Freude ein Leben auf Messers Schneide geführt und dabei etwas zu wenig Glück gehabt.
Genau so wie es jedem von uns bei jedem Flug passieren kann.

Mein Beileid seinen Angehörigen.

X-Dream Dani
03.05.2017, 17:53
Denn es ist erstens oft wahr und zweitens gute Sitte über Tote möglichst nicht mehr schlecht zu reden....was einem nicht hindern sollte offensichtliche Lobdusselei einfach zu unterlassen. Schlecht über Tote zu reden ist ebenso pietätlos wie das übertriebene Schönreden....


Können schützt nachweislich nur bedingt, drum tut uns allen Bescheidenheit gut.Können schützt zu einem grossen Teil und sollte folglich mit Vernunft und Bescheidenheit herausgefordert werden!


Stimmt schon, aber kein Risikosportler und auch kein Gleitschirmpilot denkt in dieser Kategorie.im Nachhinein eines Unfalls ist es die logische Konsequenz, dass in dieser Kategorie gedacht werden sollte - alternativ ist nur noch die aktive Lernresistenz oder Dummheit.


Ueli hat offensichtlich in vollem Bewusstsein und Freude ein Leben auf Messers Schneide geführt und dabei etwas zu wenig Glück gehabt. "Glück" ist das letzte auf das man beim Risikosport setzen sollte. Wer es trotzdem tut oder benötigt verlässt die Basis des Könnens und Wissens....

Gailtaler
03.05.2017, 18:21
Oh mann. Bitte, bitte bitte bitte zitiert doch nicht auch noch diesen völlig sinnlosen Sermon des ewig besserwissenden "Forum-Super-Konstrukteurs".
Was soll man denn noch machen, mehr als ignorieren geht doch nicht, bringt aber nichts wenn man wieder gezwungen wird solche Zitate zu lesen.
Einfach nur unterirdisch, wie so oft...

Gruß.

Himan84
03.05.2017, 21:15
Zitat von X-Dream Dani:
Wenn ein solches überragendes Können vorhanden gewesen wäre, wäre der Unfall nicht passiert!


Es bleibt immer ein Restrisiko, vor allem beim Höhenbergsteigen hinsichtlich der Höhenkrankheit (AMS, HAPE, HACE). Kann man beim aktuellen Fall ja noch nicht ausschließen dass es eine Rolle gespielt haben könnte.

Gab ja schon Höhenbergsteiger, die ein halbes Dutzend Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff bestiegen haben und dann bei einer Akklimatisierungstour auf relativ niedriger Höhe durch HAPE/HACE ums Leben kamen.
-> Restrisiko, Zufall

X-Dream Dani
03.05.2017, 21:45
Es bleibt immer ein Restrisiko, vor allem beim Höhenbergsteigen hinsichtlich der Höhenkrankheit (AMS, HAPE, HACE). Kann man beim aktuellen Fall ja noch nicht ausschließen dass es eine Rolle gespielt haben könnte.

Gab ja schon Höhenbergsteiger, die ein halbes Dutzend Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff bestiegen haben und dann bei einer Akklimatisierungstour auf relativ niedriger Höhe durch HAPE/HACE ums Leben kamen.
-> Restrisiko, ZufallDas Restrisiko würde durch absolutes Wissen und Können eliminiert werden. Ich sträube mich nicht gegen die Tatsache, dass man Risiko bewusst sucht und eingeht. Ich habe mühe, dass die Verunfallten immer als außergewöhnliche Übermenschen dargestellt werden müssen. Das würden die Opfer bestimmt nicht wollen, da sie sich meist selber gar nicht so sehen. Auf der anderen Seite sind unscheinbare und weniger auffällige Sportler unter Umständen fähiger, besitzen mehr Können und Wissen und sind vielleicht aus genau diesem Grund noch am Leben. Ihnen würde ein Lob zustehen....

vivicorsi
03.05.2017, 22:47
Das Restrisiko würde durch absolutes Wissen und Können eliminiert werden. Ich sträube mich nicht gegen die Tatsache, dass man Risiko bewusst sucht und eingeht. Ich habe mühe, dass die Verunfallten immer als außergewöhnliche Übermenschen dargestellt werden müssen. Das würden die Opfer bestimmt nicht wollen, da sie sich meist selber gar nicht so sehen. Auf der anderen Seite sind unscheinbare und weniger auffällige Sportler unter Umständen fähiger, besitzen mehr Können und Wissen und sind vielleicht aus genau diesem Grund noch am Leben. Ihnen würde ein Lob zustehen....

Ein Restrisiko kann man per Definition eben nicht eliminieren.

X-Dream Dani
03.05.2017, 22:54
Ein Restrisiko kann man per Definition eben nicht eliminieren....weil es das absolute Wissen und Können nicht gibt! Daher benutzte ich das Wort "würde"....

Bike&Fly
04.05.2017, 06:22
Dani:

Meine Frau ist letztens beim Geradeausgehen auf dem Gehsteig umgeknickt, Bänderanriss. Sie ist sehr sportlich, entsprechend schlank und motorisch fit.

Ist es nun so, dass ihr das fürs Gehen auf dem Gehsteig notwendige Wissen fehlt, es absolutes Wissen nicht gibt, oder wo liegt ihr "selbst Schuld"-Anteil in diesem Falle? In ihrer Geburt?

Im Lee is schee!
04.05.2017, 06:58
...oder wo liegt ihr "selbst Schuld"-Anteil in diesem Falle?

An ihrer fehlenden Körperspannung?
Sie hat sich nicht auf´s Gehen konzentriert sondern war abgelenkt?
Es passiert nie etwas ohne Grund.

Lufthansi
04.05.2017, 07:14
Dani:

Meine Frau ist letztens beim Geradeausgehen auf dem Gehsteig umgeknickt, Bänderanriss. Sie ist sehr sportlich, entsprechend schlank und motorisch fit.

Ist es nun so, dass ihr das fürs Gehen auf dem Gehsteig notwendige Wissen fehlt, es absolutes Wissen nicht gibt, oder wo liegt ihr "selbst Schuld"-Anteil in diesem Falle? In ihrer Geburt?

Gutes Beispiel,

das Gehen lernt man von klein auf, es geht in Fleisch und Blut über. Weil es deshalb vermeintlich so einfach ist, konzentriert man sich nicht mehr wirklich beim gehen auf das Gehen. Man macht nebenbei andere Sachen.
Ich denke, hätte sich deine Frau nur auf das Gehen konzentriert, alle Fälle die schiefgehen können kalkuliert das Gehirn mit ein, wäre es nicht zum umknicken gekommen. Sie hätte die Gefahrenstelle vorher erkannt.


Wie dem auch sei, Bergsteiger sind Menschen denen vermutlich sehr wohl bewusst ist schneller/früher als "Normalos" auf unnatürlicher Weise zum Tode zu kommem. Sie gehen das Risiko bewusst ein. Die die es wirklich trifft sind immer die Angehörigen.

Gruß

marcel1
04.05.2017, 07:24
An ihrer fehlenden Körperspannung?
Sie hat sich nicht auf´s Gehen konzentriert sondern war abgelenkt?
Es passiert nie etwas ohne Grund.

Richtig, ohne Grund passieren Unfälle nicht. Sofern sie aber wie in diesem Fußweg Beispiel auf ein sogenanntes Augenblicksversagen zurückzuführen sind, dann sind sie durch Können nicht zu verhindern. Glaube nicht, daß es irgend jemanden gibt, der in seinem Leben noch nie gestolpert und gefallen ist.

Man nutzt seine Beine ständig, irgenwann ist man mal unaufmerksam. Ebenso geht es Vielfliegern - es reicht einmal unaufmerksam. Die meisten GS-Unfälle sind auf eine Verkettung von Fehlern zurück zu führen - aber manchmal reicht tatsächlich auch ein Fehler.

Wird beim Bergsteigen nicht anders sein. Wer permanent nix anderes macht und dabei an seine Grenzen geht, hat dieses Restrisiko sicherlich in relevantem Umfang.

Die eine Sache, die selbst nicht-Bergsteiger Ueli Steck kaum abspechen dürften, ist sein Können. Möge er in Frieden ruhen - für viele Bergsteiger war er sicherlich eine Inspiration.

X-Dream Dani
04.05.2017, 10:08
Dani:

Meine Frau ist letztens beim Geradeausgehen auf dem Gehsteig umgeknickt, Bänderanriss. Sie ist sehr sportlich, entsprechend schlank und motorisch fit.

Ist es nun so, dass ihr das fürs Gehen auf dem Gehsteig notwendige Wissen fehlt, es absolutes Wissen nicht gibt, oder wo liegt ihr "selbst Schuld"-Anteil in diesem Falle? In ihrer Geburt? Hätte sich deine Frau konkret die Aufgabe gestellt den Gehsteig ohne zu stolpern zu beghen, hätte sich entsprechend vorbereitet und wäre konzentriert jeden Schritt prüfend und kontrolliert gegangen und mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht gestolpert.

Sportler die sich auf das Vorhaben entsprechend vorbereiten, begeben sich genau so konzentriert an ihre Aufgabe. Natürlich sind gerade im Outdoorsport diverse schwierig bis praktisch unmöglich einzuschätzende Risiken vorhanden. Ich erachte es als bemerkenswert, dass nach Unfällen der Verunfallte ausschließlich "erfahren" und "routiniert" war und mit "außergewöhnlichem Könnenstand" und an die "gut vorbereitete Aktion" gegangen ist. Mann spricht den Verunfallten per se heilig weil ihm Schlimmes widerfahren ist. Ich will hier keinen Verunfallten verurteilen. Ich spreche die Zurückgebliebenen an, die sich vielleicht in ihrer Trauer besser aufgehoben fühlen, wenn sie den Verunfallten aus diesem schadlosen und reinen Blickwinkel sehen. Wenn ich das für mich privat mache ist dies das Eine, wenn ich dies öffentlich mache, dann wirkt es für mich heuchlerisch und falsch und wird am wenigsten dem Verunfallten gerecht.

vivicorsi
04.05.2017, 18:24
Hätte sich deine Frau konkret die Aufgabe gestellt den Gehsteig ohne zu stolpern zu beghen, hätte sich entsprechend vorbereitet und wäre konzentriert jeden Schritt prüfend und kontrolliert gegangen und mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht gestolpert.

Sportler die sich auf das Vorhaben entsprechend vorbereiten, begeben sich genau so konzentriert an ihre Aufgabe. Natürlich sind gerade im Outdoorsport diverse schwierig bis praktisch unmöglich einzuschätzende Risiken vorhanden. Ich erachte es als bemerkenswert, dass nach Unfällen der Verunfallte ausschließlich "erfahren" und "routiniert" war und mit "außergewöhnlichem Könnenstand" und an die "gut vorbereitete Aktion" gegangen ist. Mann spricht den Verunfallten per se heilig weil ihm Schlimmes widerfahren ist. Ich will hier keinen Verunfallten verurteilen. Ich spreche die Zurückgebliebenen an, die sich vielleicht in ihrer Trauer besser aufgehoben fühlen, wenn sie den Verunfallten aus diesem schadlosen und reinen Blickwinkel sehen. Wenn ich das für mich privat mache ist dies das Eine, wenn ich dies öffentlich mache, dann wirkt es für mich heuchlerisch und falsch und wird am wenigsten dem Verunfallten gerecht.

Mutmaßungen anzustellen die Uelis Risikoeinschätzung in Frage stellen- wobei wohlgemerkt noch keiner die genaue Ursache des Unfalles kennt- wird aber auch nicht dem tödlich Verunglückten gerecht...

X-Dream Dani
04.05.2017, 19:09
Mutmaßungen anzustellen die Uelis Risikoeinschätzung in Frage stellen- wobei wohlgemerkt noch keiner die genaue Ursache der Unfalles kennt- wird aber auch nicht dem tödlich Verunglückten gerecht......wie du vielleicht bemerkt hast, habe ich dem von dir zitierten Beitrag den Namen "Ueli Steck" nicht benutzt. Ich unterstelle dem Ueli gar nichts ausser dass er ein mir sympatischer Mensch gewesen ist! Also, "gerecht" bleiben und genau lesen....

vivicorsi
04.05.2017, 19:48
...wie du vielleicht bemerkt hast, habe ich dem von dir zitierten Beitrag den Namen "Ueli Steck" nicht benutzt. Ich unterstelle dem Ueli gar nichts ausser dass er ein mir sympatischer Mensch gewesen ist! Also, "gerecht" bleiben und genau lesen....


ich bin gerecht, der ganze thread bezieht sich auf ueli steck ,und auch deine beiträge vorher.... apropos genau lesen.

X-Dream Dani
04.05.2017, 20:43
ich bin gerecht, der ganze thread bezieht sich auf ueli steck ,und auch deine beiträge vorher.... apropos genau lesen.Es ist die logische Konsequenz, dass Ueli in der Einschätzung ein Fehler gemacht haben muss. Hätte er keinen Fehler gemacht, wäre der Unfall nicht passiert! Wer das Wetter, die Aufgabe, das eigene Können, die physische und psychische Form, die Tagesform, das Material, die Situation am Berg, die mentale Stärke, die logistische Aufgabe, das Unvorhersehbare und all die weiteren Faktoren, perfekt und zu 100% korrekt eingeschätzt worden, so würden sich alle Unfälle verhindert werden können.
Die Beurteilung des von Ueli ausgeführten Aktionen ist subjektiv und abhängig vom einzelnen Betrachter. Seine Leistungen sind zweifelsfrei außergewöhnlich. Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass die meisten Verunfallten, wenn sie die Chancen noch hätten, Entscheidungen im Nachhinein anders fällen würden. Diejenigen die dies nicht tun würden, müssen wir hier bestimmt nicht erklären....

X-Dream Dani
04.05.2017, 20:52
"Man muss erkennen, dass man ab einem gewissen Alter nicht mehr so geschickt ist und nicht mehr die gleiche Schnellkraft besitzt wie mit 25. " Ein aus meiner Sicht entscheidender Satz im Interview mit Reinhold Messner...

https://www.oltnertagblatt.ch/leben/leben/reinhold-messner-zu-ueli-stecks-tod-ich-frage-mich-ob-er-mehr-vorhatte-als-er-bekannt-gab-131284857

Genusspilot
04.05.2017, 21:57
Wer das Wetter, die Aufgabe, das eigene Können, die physische und psychische Form, die Tagesform, das Material, die Situation am Berg, die mentale Stärke, die logistische Aufgabe, das Unvorhersehbare und all die weiteren Faktoren, perfekt und zu 100% korrekt eingeschätzt worden, so würden sich alle Unfälle verhindert werden können.

Sorry Dani, aber in Physik hast du nicht aufgepasst. 1927 wurde von einem gewissen Herrn Heisenberg nachgewiesen, dass es immer eine Unschärfe bei der Messung der aktuellen Situation gibt und sich daraus abgeleitet die Zukunft nie mit absoluter Sicherheit vorhersagen lässt.
Und zum Thema Risikovermeidung: wenn ein Bergsteiger nur dann auf den Berg steigt, wenn er mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass er ohne Fehler zu machen überleben wird, dann wird er nie aufbrechen. Kein Mensch kann durch die Eiger Nordwand (nur ein Beispiel) klettern ohne das Risiko einzugehen von einem Stein erschlagen zu werden. Vielleicht kann man das Risiko durch perfekte Einschätzung und Erfahrung auf 0,0001% reduzieren. Nie wird man 100% sicher sein.
Dein Glaube an 100% Sicherheit ist weder theoretisch (Physik), noch praktisch (das Leben) richtig.
Extrembergsteiger strapazieren das Restrisiko nunmal öfter als andere Leute und die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls steigt.
Ist aber bei uns Piloten nicht viel anders und wir müssen permanent darauf achten, dass das Restrisiko nur wenige Möglichkeiten bekommt.

Das wars von meiner Seite zu diesem traurigen Thema.
Ich finde, Ueli war eine starke Persönlichkeit und hat viele Menschen dazu inspiriert an sich zu arbeiten und Ziele zu erreichen.
Gute Nacht!

X-Dream Dani
04.05.2017, 22:11
Sorry Dani, aber in Physik hast du nicht aufgepasst. 1927 wurde von einem gewissen Herrn Heisenberg nachgewiesen, dass es immer eine Unschärfe bei der Messung der aktuellen Situation gibt und sich daraus abgeleitet die Zukunft nie mit absoluter Sicherheit vorhersagen lässt. etwas anderes abe ich ja nicht behauptet. Ich sprach auch in diesem Beitrag von "hätte"....also auch du; genauer lesen!


Dein Glaube an 100% Sicherheit ist weder theoretisch (Physik), noch praktisch (das Leben) richtig. Wo liest du, dass ich an die 100%ige Sicherheit glaube?

Wie gesagt, es geht nicht darum ob es möglich ist das Risiko absolut einzuschätzen oder nicht. Es geht darum, dass die Nachwelt sich ein falsches Bild zeichnet....

DanMUC
05.05.2017, 08:47
Es ist die logische Konsequenz, dass Ueli in der Einschätzung ein Fehler gemacht haben muss. Hätte er keinen Fehler gemacht, wäre der Unfall nicht passiert!

Erst kürzlich las ich einen Auszug aus einem Buch über Resilienz. Dabei wurde treffend beschrieben, wie sich unsere Gesellschaft in den letzten Jahrhunderten von einem Weltbild mit einem allmächtigen Gott, der allen Ereignissen Sinn gibt, zu einem Weltbild gewandelt hat, das die Selbstverantwortung des Einzelnen in den Vordergrund stellt. Und dass diese zwanghafte Fixierung auf Selbstverantwortung bei krisenhaften Ereignissen gerade der Verarbeitung eben solcher im Wege steht.

Beispielhaft wurde dort eine Therapiesitzung mit einem Vergewaltigungsopfer geschildert. Die Tat fand in einer Tiefgarage statt. Das Opfer gab sich selbst die Schuld an der Vergewaltigung, da sie an diesem Tag die Entscheidung getroffen hatte, die Tiefgarage zu betreten.

Die meisten normal strukturierten Menschen würden dieser Einschätzung wohl widersprechen. Genauso wie die meisten Menschen deinem Weltbild der völligen Selbstverantwortung widersprechen würden - und dies in diesem Faden auch tun.

Ich persönlich finde deine Auslassungen zu Uelis Unfall tatsächlich nahezu unerträglich.
Deine Sicht der Dinge widerspricht sowohl meinem Weltbild als auch meinem persönlichen Erfahrungsschatz, der leider auch Flug- und Bergunfälle mit einschließt.

Seba
05.05.2017, 08:55
Ich persönlich finde deine Auslassungen zu Uelis Unfall tatsächlich nahezu unerträglich.


Da schließe ich mich an.

Danke für Deinen Beitrag. Grüße, Sebastian

neo423
05.05.2017, 09:53
Ich persönlich finde deine Auslassungen zu Uelis Unfall tatsächlich nahezu unerträglich.


Ich empfinde das nicht.

Tina Sanders
05.05.2017, 10:31
Ich persönlich finde deine Auslassungen zu Uelis Unfall tatsächlich nahezu unerträglich.


Ich finde sie auch fast unerträglich, aber nicht weil ich sie nicht teile, sondern weil sie so viel Richtiges beinhalten. Es ist unerträglich, dass eigentlichealle Unfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Mit großer Wahrscheinlichkeit auch bei dem Unfall von Ueli Steck. Das nimmt doch aber nichts von seinen Leistungen oder Erfolgen.

Wir streben doch alle an, dass wir trainieren und üben, damit wir besser werden und mit unserem Können, die Gefahren von Unfällen verringern. Gleichzeitig versuchen wir Situationen vorher in Bezug auf unser Könnenstand einzuschätzen.

Unfälle gerade im Gleitschirmbereich trifft doch alle Könnensstände und in allen Verletzungsleveln. Niemand ist davor gefeit einen Fehler zu machen und damit einen Unfall zu riskieren. Nicht mal Dani! ;-)
Wer aber denkt, durch sein Könnenstand keine Gefahr für Fehleinschätzungen oder Unfällen zu haben, lügt sich selber in die Tasche!

Da hat die Internationale gegen Gott dann einfache schon recht!

"Es rettet uns kein höheres Wesen, keine Gott, kein Kaier noch Tribun, uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun!"

Tina

P.S. Habe gerade einen lieben Menschen bei einem Gleitschirmunfall verloren, was mich sehr traurig machen. Grund war letzendlich eine Fehleinschätzung. Die Frage dees warums bleibt trotzdem im Herzen.

MURMEL
05.05.2017, 10:37
Es ist immer Schade und traurig, wenn jemand relativ jung stirbt. Selbstverständlich hat man Mitgefühl mit dem Verunfallten und den Angehörigen. Und deshalb ist es sicherlich immer auch schwierig, dann mit einem solchen Ereignis auch kritisch umzugehen.

Aber solche Sprüche wie "Die besten sterben jung" , oder eine Menge ähnlich gelagerter Aussagen , halte ich einfach für unangemessen und auch nicht zielführend. Ich höre solche Sätze zwar immer wieder, vornehmlich von jüngeren Leuten, gerne auch von Basejumpern, Motorradfahren, aber auch von Musikliebhabern (wenn ich an Janis Joplin u.v.m.) gehört. Und sie werden als Argument genommen, hohe Risiken einzugehen, manchmal unvernünftiges Tun zu rechtfertigen und ein frühes Lebensende zu glorifizieren.

Aber es gibt viele tolle Sporter, Musiker usw. , die alt geworden sind und das Leben über die 40 hinaus bietet so viel. Also ob die besten so gerne gestorben sind, wenn sie gewusst hätten, was alles so noch schönes kommen kann.

Viele Grüße

Michael C.

TomK
05.05.2017, 11:17
[...]
Tina

P.S. Habe gerade einen lieben Menschen bei einem Gleitschirmunfall verloren, was mich sehr traurig machen. Grund war letzendlich eine Fehleinschätzung. Die Frage dees warums bleibt trotzdem im Herzen.
.
Vorne weg, herzliches Beileid an alle Beteiligten und viel Kraft bei der Bewältigung der individuellen Trauer.

Der finale Verlust eines Lieben, oder einer "seelenverwandten" Prsönlickeit darf und soll doch ganz unterschiedliche Reaktionen auslösen. In unserer "Hochblüte" der westlichen Welt sind halt die jahrhundertalten, religiös geprägten Rituale für Vorwärtsblickende kaum noch rational anwendbar.

Persönlich hat sich mein Abschiednehmen als Vollwaise seit Ende der 1990er Jahre, nach Identifizierung von Wasserleichen, Bergsteiger- und Gleitschirmtoten auch deutlich verändert. Als absurdeste (Trauer-)Erlebnisse habe ich eine stündige Polizei-Autofahrt mit eingeschaltetem Funk in Erinnerung, wo Dutzende rapportierte Alltagstragödien meinen Gemütszustand nach der Leichenidentifizierung wieder schlagartig in ein "Reallicht" rückten. Auch an der Beerdigung eines 50j Gleitschirmfreundes war ich schlicht überfordert, dass (aus Rücksichtnahme auf dessen zwei Vorschulkinder) das Ganze eher einem fröhlichen Volksfest glich und dem "noch präsenten Papi" hunderte bunte Luftballons auf seine neue Reise nachgesandt wurden.

In diesem Sinne finde ich jede Stellungnahme verständlich. Ein kurzer Einzeiler oder 9 Grundsatzdebatten müssen hier im Forum ihren Platz haben - auch wenn diese Manchem nur als pietätlose Abschreckung zur eigenen, persönlichen Vearbeitung dienen können.

Alles wird gut.
Thomas

X-Dream Dani
07.05.2017, 14:19
Ich persönlich finde deine Auslassungen zu Uelis Unfall tatsächlich nahezu unerträglich. Um Gottes Willen! Wieso tust du dir das an?
Meine Frau sieht sich hin und wieder einfach gestrickte Horrorfilme oder billige Liebes-Schnulzen an. Diese Art von Filmen sind für mich auch unerträglich. Daher arbeite ich an solchen Abenden oder lese ein Buch. Wenn dich doch die Konfrontation einer Meinung die nicht der Deinigen entspricht solch einer Belastung gleichkommt, dass sie die Schwelle des Erträglichen übersteigt, also zur Überbelastung oder sogar Schäden führen kann, dann lese doch solche Zeilen einfach nicht. Ignoriere solche Informationen! Ich gebe dir einen guten Tipp; versuche es mit Distanz, mit einer gewissen Entspanntheit oder einem intensiven Erlebnis im Extrembereich - Mount Everest Besteigung als Beispiel. Das schaft Distanz und lenkt von unwesentlichem ab!

Zum Thema:
Während der Zeit als ich noch intensiv Bergsport betrieben habe, habe ich einige sehr gute und versierte Alpinisten kennen gelernt. Alle samt haben mit und während ihren Expeditionen und Projekten eine ausgeprägte Haltung zum Hier und Jetzt entwickelt. Wer sich solchen extremen Herausforderungen stellt, setzt sich mit allen Bekannten, mit allen Eventualitäten und Optionen auseinander. Man versucht möglichst alle Unbekannten zu erfassen und bei potentialer Gefahr die möglichst ideale Lösung mit der besten Risikoabschätzung zu erreichen. Im Risikomanagement ist die Auseinandersetzung mit den Gefahren mit unter das entscheidende Element. Die logische Konsequenz ist ebenso, dass man sich mit dem Tod beschäftigt. Die Personen die ich in meinem Leben getroffen habe die sich in den extremen Bereichen bewegt haben, haben nicht Angst vor dem Tod als solches, vielmehr wie sie diesen unter Umständen erreichen würden. Ein endlos langes daher Siechen anlässlich einer unheilbaren Krankheit ist für solche Menschen, wie für die meisten unter uns, eine unvorstellbare Qual. Der Tod zu finden bei einem ihrer Expeditionen ist ein klar definierter und optionaler Bestandteil ihrer Planung und Vorbereitung. Keiner meiner Freunde ist suizidgefährdet. Vielmehr stehen sie extrem konsequent und enorm rational im Leben. Zum Leben gehört der Tod!

Wie ich es bereits mehrfach versucht habe zu erklären, geht es mir gar nicht um Ueli. Mich wundert es viel mehr, dass man Menschen die in der Öffentlichkeit standen spätestens nach ihrem Ableben zwanghaft versucht zu vergöttern. Auch ich habe meine Vorbilder, ja gar Idole. Ich glaube nicht an die Wiedergeburt aber ich glaube dass die Seele der Verstorbenen irgend wie und irgend wo uns erhalten bleiben. Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Seelen unantastbar und unschadbar sind. Diese Seelen sind von uns nicht mehr beeinflussbar. Wie wir über sie denken oder gar sprechen, spielt für sie keine Rolle mehr. Weshalb haben wir die Tendenz Verstorbene zu vergöttern? Für sie machen wir das nicht. Für wen machen wir es denn sonst? Versuchen wir uns damit in ein besseres Licht zu stellen, da wir uns in die Position stellen, in der wir die Kompetenz haben sollen die Person einzuschätzen? Vergötterung ist für mich als Atheist einen nicht nachvollziehbaren Prozess. Verstorbene zu vergöttern ist für mich nicht im Grundsatz falsch. Wenn es dem einzelnen dazu dient die Trauer zu bewältigen, dann sei es drum. Trauerbewältigung wie auch Religion ist für mich eine sehr persönliche und private Sache. Damit Hausieren oder gar Missionieren gehen ist heuchlerisch.

Damit mich hier nun alle verstehen; mein Unverständnis bezieht sich nicht auf Ueli oder seine Projekte oder seinen Unfall. Meine Aussagen beziehen sich auf diejenigen die sein Ableben glorifizieren und ihn öffentlich vergöttern. Wer sich je mit solchen Menschen die solche Extreme begehen unterhalten hat, der weiss, dass man der Vergötterung ihrer Person diesen Menschen nicht gerecht wird!

Ralf Antz
07.05.2017, 20:01
vielleicht ist es machmal besser, einfach mal die Klappe zu halten?
Rechthaberisches Getue hat hier nix zu suchen - nein, ich muss sagen "meiner Meinung nach".
DAS ist in der Tat unerträglich.

DonQuijote
07.05.2017, 20:20
Ignoriere solche Informationen!
Genau. Nun hat es D. L. auf meine (kurze) Ignorierliste geschafft. Erstens mag ich diese endlosen, selbstzentrierten Auslassungen nicht mehr lesen. Vor allem aber halte ich seine Einstellungen zu diversen humanen Themen für nicht mehr tragbar.

Wenn ich gefragt werde (kommt recht häufig vor), setze ich mich nun auch dafür ein, ihn nicht mehr länger durch Produktkäufe und Trainings zu unterstützen. Genug ist genug.

"Unerträglich" ist genau das richtige Wort.

Ueli, ich hoffe Du kannst drüber lachen, dort wo Du jetzt bist. R. I. P.

X-Dream Dani
08.05.2017, 00:07
vielleicht ist es machmal besser, einfach mal die Klappe zu halten?Ralf, schreib doch ein Buch - du hast dieser Welt bestimmt viel zusagen... :-)

Malamute
08.05.2017, 07:51
Ralf, schreib doch ein Buch - du hast dieser Welt bestimmt viel zusagen... :-)

Hallo Dani, das wäre doch etwas für Dich!

Aufgrund deines überdurchschnittlichem Wortschatz und extrem ausgeprägter Rhetorik würdest Du als Autor sicher gefragt sein.

So als X-Dream Autor!

Grüße Harry

Seba
08.05.2017, 08:17
Ich wäre allen Forumsteilnehmern äußerst dankbar, wenn Beiträge die nichts mit Ueli Steck zu tun haben in einen neuen Thread mit passenden Titel gepostet werden.

Für alle die sich für Nachrichten seiner Angehörigen interessieren ist der News-Bereich von Uelis Homepage sicher die beste Quelle: http://www.uelisteck.ch/de/


Grüße, Sebastian

Willi Wombat
08.05.2017, 09:48
Es ist mir nicht klar, warum so ein pietätloser Thread nicht einfach geschlossen wird.
Es gibt ja viel Mist in diesem Forum, aber hier stellt sich unsere Gemeinschaft mal wieder eine besonders beeindruckende Visitenkarte aus.

marabu
08.05.2017, 13:51
Hallo,
ich habe in einem anderen Faden auch versucht vom Persönlichen wegzukommen. Leider vergeblich. Die Diskussion an sich finde ich für das normale Forumsniveau eigentlich in Ordnung. Ein neuer Faden (Vorschlag von Seba) wäre die Lösung.
LG
marabu
PS: Don Q und Dani werden wohl in diesem Leben keine Freunde mehr werden. Es gibt Schlimmeres:D

Himmelberührer
10.05.2017, 09:05
Ich fand die Ausführungen von X-Dream Dani interessant und habe selbst etwas dazu gelernt. Danke.

Dass Extrembergsteiger zu Tode kommen ist irgendwie nichts Neues. R.I.P.