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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Klapper nach start in Manilla



kerim
07.04.2013, 13:46
War vielleicht nicht der beste Moment um zu starten* aber schoen gerettet. Vielleicht auch nicht schlecht zur Erinnerung an den ein oder anderen jetzt wo die Thermik Saison beginnt: Bremsen in der Hand und Schirm kontrollieren bis man vom Hang weg ist! Gemuetliche Sitzposition, Kamera, schlecht sitzendes Cockpit; das kann alles warten. :)


http://vimeo.com/63294640

http://vimeo.com/63294640

*Haette der Pilot mal die anderen Schirme beobachtet. Der Klapper kam quasi mit Ansage** (sage ich hier von meinem gemuetlichen Sofa :) :) :) )

**Thermik von vorne und ueber ihm steht ein Hochleister gegen den Wind von rechts, macht nur wenig fahrt und wird gut durch geschuettelt. Ein anderer Schirm vor ihm wird auf einmal extrem nach links weg getrieben.

Segelohr
07.04.2013, 14:16
Dachte mit am Anfang schon, daß der Wind scheinbar von rechts kommt, aber am Startplatz seltsam verhalten.
Ist da irgendwo rechts ein Hindernis/Geländeerhöhung ?

kerim
07.04.2013, 14:30
Dachte mit am Anfang schon, daß der Wind scheinbar von rechts kommt, aber am Startplatz seltsam verhalten.
Ist da irgendwo rechts ein Hindernis/Geländeerhöhung ?

Klar ist da ein Hindernis aber keines was man sehen koennte. Es handelt sich um eine Luftmasse die durch Bodenkontakt erwaermt aufgrund ihrer neu erreichten Leichtigkeit des Seiens dem Hangverlauf folgend gen Wolkenbasis stroemt. Manche nennen es auch ganz schnoede einfach Thermik ;)

Segelohr
07.04.2013, 14:35
Schlaumeier :-) Hätt ja sein können, daß da auch noch ein Buckel ist...

kerim
07.04.2013, 14:40
Schlaumeier :-) Hätt ja sein können, daß da auch noch ein Buckel ist...

Du hast voellig recht. Ich schwadronier hier nur bleod rum. Natuerlich ist da was und es ist daher bei Seitenwind mit Rotorbildung zu rechnen. Das der Seitenwind nicht zu spueren ist liegt aber meines erachtens da dran dass die Thermik da gerade schoen hoch zieht. Ich war da aber noch nie und bin daher genauso ahnungslos wie du. :)

Segelohr
07.04.2013, 14:50
Thermik + Wind = Rock'n'Roll = I like it Baaaabyyyyyyy (Sorry, bin auf Entzug)

blackstromer
07.04.2013, 18:40
In Kommentaren in Vimeo steht: gut gemacht - super kontrolliert usw.

Mir scheint das ganze so schnell abzulaufen (für den Piloten) - denke mehr Glück dabei als volle Kontrolle - erstaunlich wie schnell das Teil wieder offen ist -
Auch in super slowmotion seh ich keinerlei Reaktion - die Hände an gleicher Stelle - der Body gerade nach vorne, dann nach hinten - durch den aprupten starken Zug auf die Kappe durch den fallenden Piloten (Bruchteile bevor sich die Kappe "selber" fängt) erhält diese die notwendige Belastung um sich selbst zu regenerieren - was sagen die Cracks?

kerim
07.04.2013, 19:13
AUf Kommentaren in Vimeo steht: gut gemacht - super kontrolliert usw.

Mir scheint das ganze so schnell abzulaufen - kann auch kaum erkennen wo seine Hände sich grad befinden - denke mehr Glück dabei als volle Kontrolle - erstaunlich wie schnell das Teil wieder offen ist - was sagen die Cracks?

Der Crack (also ich) hat doch schon alles gesagt! ;) Aber er sagt es gerne noch einmal. Der Startzeitpunkt war unguenstig geaehlt. Ansonsten gut gemacht. Vor allem nicht ueberreagiert. Er laesst den Schirm fliegen, was in der Situation richtig war. Ob er das jetzt mit Absicht macht, oder einfach nur Glueck hatte, kann ich allerdings nicht sagen. Vielleicht bin ich doch nicht so ein Crack...

blackstromer
07.04.2013, 19:18
OK - "nicht überreagiert" nehm ich gern in den Speicher :)

FliegerFr
07.04.2013, 19:27
Hiho,

sag mal wo ist das denn in Manila? Wollte nächsten Winter mal 4 Wochen auf die Philippienen.

Grüsse

Flieger:)

Segelohr
07.04.2013, 20:37
Wollte nächsten Winter mal 4 Wochen auf die Philippienen.

Der war gut

WillyCH
07.04.2013, 20:42
FliegeFr: die Distanz Manilla-Manila wär wohl nur schwimmend und marschierend zu bewältigen;)

kerim
07.04.2013, 21:00
OK - "nicht überreagiert" nehm ich gern in den Speicher :)

'Nicht Ueberreagieren' kann man abspeichern. Als zweites dann 'Flugrichtung im Auge behalten'. Wird immer wieder unterschaetzt, bzw Leute lassen sich von ihrer Kappe ablenken. Am besten gar nicht erst hoch gucken ;)

dicker-moench
07.04.2013, 22:26
da gibt es unterschiedliche Aussagen. In dem Film Instability 2, erwähnt das B.G. glaub mal. Ich schau aber auch lieber in Flugrichtung sonst verlier ich die Orientierung und der Schirm dreht mit Kappeguggen weiter weg. Das erfühle ich dann und höre ich dann auch wo es klappt.

Aber ich würde sagen der Pilot reagiert auf den Klapper. Man beachte nicht die Hand des Piloten sondern die linke Hinterkante der Kappe. Hier sieht es so aus, als wenn der pilot doch mit der Steuerleine arbeitet. Die Kappe wird auch am weiteren Vornicken gebremst und der Schirm geht wieder auf. Weiterhin muss dazu gesagt werden, dass bei der Klappergröße bei dem Schirm, nur noch ganz wenig Bremsweg nötig ist, um die Kappe auf Kurs zu halten.

berndw
10.04.2013, 09:18
Nettes Video, schön zu sehen, wie man mit richtiger Pilotenreaktion auch einen
fast vollständig geklappten Hochleister wieder zum Fliegen bekommt.
In sec o:15 ist der vorher gut zu sehende l Arm weg, vermutlich bis zum li knie bremsend.
in o:18 wieder da, den Flügel wieder fliegen lassend.
So gehts: Schnell und konsequent, der Schirmreaktion angepasst.
Wie oben angenommen, nix machen und auf Glück hoffen, hätte in diesem Fall
zu einem Einspiralen nach Rechts, in den Starthang geführt.
@Andreas, bitte beachte die hohen Bremsausschläge li beim Start vor 0:07

Segelohr
10.04.2013, 09:39
Man sieht auch sehr schön wie er die linke Seite erst vorkommen läßt,
um sie nicht abzureißen, was ähnlich Scheiße wäre wie schießen lassen.

Segelohr
10.04.2013, 09:45
Was irgendwie unbeholfen wirkt, sind die seltsam abgespreizten Arme. Sieht ja
fast aus wie bei nem Anfänger, normal würde man die Windflügel gar nicht so
deutlich sehen. Ich glaube trotzdem nicht, daß die Situation zufällig gelöst wurde.

blackstromer
10.04.2013, 11:04
was man da alles reininterpretiert :-)

würd gern mal den unglücklichen hören, was er dazu meint

ich als Laie kann keine Armbewegungen sehen - auch beim genauen hingucken und die kappe ist so deformiert das man keine bremsen oder ähnliches sieht

als er den frontklapper bekommt sind die arme genau in der startposition (also nichts gespürt zum voraus)

als er durchfällt immer noch alles gleich
als es ihn hochreisst under er durchpendelt >> die arme genau gleich

dann fliegt es schon wieder und er zieht nach links weg

also: es hat ihn einfach geflogen resp. wie kerim sagte er hat nicht (über-)reagiert

O.Blonske
10.04.2013, 12:33
@ Bernd

seit wann ist denn der Niviuk Artik3 ein aktueller Hochleister ;)

guckst du Ergebnisse von dem frühwinterlichen Streckenflug Tag hier:
http://highcloud.net/xc/task_result.php?comPk=100&tasPk=520


gruß
oliver

nikolaus
10.04.2013, 13:59
was man da alles reininterpretiert :-)

würd gern mal den unglücklichen hören, was er dazu meint

Sehe das mit (mutmaßlich noch weniger Erfahrungshintergrung) ähnlich wie Du.

Nun, der Pilot hat sich geäußert (nicht überreagiert und Gewichtsverlagerung nach links):

I am the Pilot and seriously thought about my future in the sport. I recently completed an SIV in NZ and believe this was the reason things didn't go wrong. Keeping cool and not over compensating any inputs was the key. I initially had weight shift to the left and I "think" kept internal glider preasure to keep it flying. If you fly in thermals, you should have already done an SIV.
Die Äußerung von Segelohr, "... sehr schön wie er die linke Seite erst vorkommen läßt, um sie nicht abzureißen..." sehe ich kritisch. Vielleicht mag mich mal einer der erfahrenen Flieger aufklären, ob er den Schirm nicht doch deutlich zu weit vorschießen lässt und ihn besser auf halbem Wege abgefangen hätte?

LG Jochen

Segelohr
10.04.2013, 14:07
Wenn du den Schirm zu früh stoppst, verzögerst du auch die Wiederbefüllung der
kollabierten Seite und erhöhst die Verhängergefahr. Von schießen lassen kann man
IMO im Video nicht sprechen, grad recht halt. Man sieht ja auch, daß der Schirm
durch den Klapper zunächst kurzzeitig einen sehr hohen Anstellwinkel hat. Selbst
ein Artik dürfte da nicht mehr allzuviel Steuerweg übrig haben, bei höher
klassifizierten Schirmen solltest du da zunächst nicht mal ans bremsen denken.

Rolf-RV
10.04.2013, 14:44
was man da alles reininterpretiert :-)

würd gern mal den unglücklichen hören, was er dazu meint


der Pilot schreibt: siehe Video letzter Beitrag...

I am the Pilot and seriously thought about my future in the sport. I recently completed an SIV in NZ and believe this was the reason things didn't go wrong. Keeping cool and not over compensating any inputs was the key. I initially had weight shift to the left and I "think" kept internal glider preasure to keep it flying. If you fly in thermals, you should have already done an SIV

Grüßle Rolf

DonQuijote
10.04.2013, 14:56
ob er den Schirm nicht doch deutlich zu weit vorschießen lässt und ihn besser auf halbem Wege abgefangen hätte?
Nein!


Von schießen lassen kann man
IMO im Video nicht sprechen, grad recht halt.
Seh ich genauso. Da schießt doch nix. Ohne dieses leichte Vornicken kann sich der Schirm weder füllen, noch wieder Fahrt aufnehmen und fliegen. Er würde, wenn man dieses Nicken mit Gewalt verhindern wollte, hundertprozentig abreißen. Die Pilotenreaktionen auf den Klapper (so sie denn gewollt waren) sehen richtig aus.

ABER: Ich frage mich bei so etwas vor allem immer, wie wäre der Klapper zu verhindern gewesen (wenn überhaupt)? Meines Erachtens hat es (auch) etwas mit der seltsamen Armhaltung zu tun. Viele Piloten starten mit steifen, nach hinten gestreckten Armen. Ich glaube, mit durchgestreckten Armen spürt man weniger und kann auch nicht so schnell reagieren (Steuerleinenzug aufbauen) als mit normal angewinkelten Armen im normalen Zugbereich. Könnte jedenfalls mit für den Klapper verantwortlich sein...

Eins ist sicher: Wäre er einer von den Vollpfosten, die in dieser Höhe die Steuerleinen loslassen um am Gurt rumzufummeln, wäre er jetzt vielleicht tot.

nikolaus
10.04.2013, 16:14
Da schießt doch nix.
Danke, Segelohr und Jörg, für Eure eindeutigen Statements. Was mich auf meine Frage brachte, ist die (für mein Empfinden) gewaltige Energie infolge des Durchpendelns, vor allem in der Phase, wo`s ihn kurz vorm Maximalausschlag nach oben zieht. Das sieht für mich aus, als wäre er mit 5-10° mehr Vornickens in einen Spiralsturz Richtung Hang geraten (wie das ja bei Startunfällen nach Klappern wiederholt passiert ist). Dass der Schirm in diesem Moment schon wieder fast vollständig (noch 30% eingeklappt?) offen ist, bestätigt natürlich Eure Beurteilung.

Obwohl sie schon mehrfach angesprochen wurde, beschäftigt mich noch immer die Frage, wann man Gewicht auf die offene Seite bringt (um die Richtung zu halten) und wann nicht (damit er schneller öffnet). Zugegeben etwas theoretisch, weil ich (als Anfänger) ohnehin automatisch immer (in Hangnähe wohl auch vernünftiger?) bei Ersterem bleibe (wird Zeit für mich, mal wieder in die Luft zu kommen - und ein SiT in`s Auge zu fassen).

LG Jochen

chpw
10.04.2013, 16:32
... wann man Gewicht auf die offene Seite bringt (um die Richtung zu halten) und wann nicht (damit er schneller öffnet) ....

Finde ich auch sehr interessant. Im SiKu wurden wir angehalten, uns bei einseitigen Klappern grundsätzlich in die offene Seite fallen zu lassen und die Richtung allein mit der Bremse zu halten. Schon klar, das ist ein dem Nessler-Griff genau gegensätzlicher Ansatz hat aber auch gut funktioniert. Mal abgesehen davon, dass es erstmal ziemlich unangenehm ist. Bei der Videoauswertungen wurden dann immer die "Kandidaten" ausdrücklich gelobt, die sich am lässigsten hängen ließen.

Gruß,
Chris

p.s. Korrektur: Es sollte natürlich heißen "... wurden wir angehalten, uns bei einseitigen Klappern grundsätzlich in die eingeklappte Seite fallen zu lassen ..."

SATurn
10.04.2013, 16:36
@Nikolaus und Chris: Wenn Du im leeren Luftraum bist, dann lass Dich ruhig zur geklappten Seite kippen und schau ob Dir das angenehm ist. Hängt sehr stark mit GZ und Deiner Einstellung dessen und dem Zusammenspiel mit Deinem Schirm ab wie es sich anfühlt und was es bewirkt.

Am Hang sollte Deine Reaktion klar sein: Weg vom Hang. ;)

conny-reith
10.04.2013, 17:05
Nein!


ABER: Ich frage mich bei so etwas vor allem immer, wie wäre der Klapper zu verhindern gewesen (wenn überhaupt)? Meines Erachtens hat es (auch) etwas mit der seltsamen Armhaltung zu tun.
Viele Piloten starten mit steifen, nach hinten gestreckten Armen. Ich glaube, mit durchgestreckten Armen spürt man weniger und kann auch nicht so schnell reagieren (Steuerleinenzug aufbauen) als mit normal angewinkelten Armen im normalen Zugbereich. Könnte jedenfalls mit für den Klapper verantwortlich sein...

Eins ist sicher: Wäre er einer von den Vollpfosten, die in dieser Höhe die Steuerleinen loslassen um am Gurt rumzufummeln, wäre er jetzt vielleicht tot.
.
JN,

So sehe ich es auch.

Hägo
10.04.2013, 17:07
Servus,

also wenn ich am Start stehe und sehe schon zwei Schirme, die praktisch keine Vorwärtsfahrt mehr gegen den Wind machen und wie
Gummibälle in den Ablösungen auf und ab tanzen, dann gehe ich jedenfalls schon mal ein deutlich erhöhtes Risiko ein, wenn ich mich
für einen Start unter diesen Bedingungen entscheide....
Abgesehen davon denke ich auch, dass die im Gurtzeug, mit den Beinen weit nach unten "hängende" Körperhaltung und das nur leichte
Anbremsen die Sache haben gut ausgehen lassen...

Hägo

Segelohr
10.04.2013, 17:19
Obwohl sie schon mehrfach angesprochen wurde, beschäftigt mich noch immer die Frage, wann man Gewicht auf die offene Seite bringt

Wenn dir eine ganze Seite wegstirbt ist es völlig wurscht wie du rumturnst, dein ganzes Gewicht hängt eh an
der offenen Seite. Aber es macht natürlich Sinn durch Körperspannung eine einigermaßen definiert Körperhaltung
einzunehmen um handlungsfähig zu bleiben. Ansonsten natürlich reflexartig Beine anziehen und mit der Drehung mitgehen,
um ein Eintwisten zu verhindern.
Und Klapper unter 50% ? Ich lehn mich mal raus und sag, daß die meisten Schirme da eh nicht viel machen, falls
doch sollte man das leicht kontrollieren können.

Segelohr
10.04.2013, 17:23
Viele Piloten starten mit steifen, nach hinten gestreckten Armen.

Auch beim Landen seh ich das oft. Hat irgendwie was albatrossig Unbeholfenes. Ich bibber da immer, daß die
Strömung erst am Boden abreißt...

berndw
10.04.2013, 18:15
@ Bernd
seit wann ist denn der Niviuk Artik3 ein aktueller Hochleister ;)
gruß
oliver
Hi Oli, kein Icepeak6, da hab ich zuviel auf den Arm geschaut tschuldigt.
2 Bilder aus der 14. und 15. sec
2017220173
ich hoffe es ist nicht nur die Rotation.

Sepp Gruber
10.04.2013, 19:44
Ich habe eine 10-fach Slomo aus dem Original-Video getwixtort und zugleich den Ausschnitt auf 300% vergrößert. So kann man die Bewegungsabläufe besser erkennen.


http://www.youtube.com/watch?v=9w0m4oB_1jo

Grüße Sepp
______________________

Meine Videos auf Vimeo (http://vimeo.com/jgruber)

Bidi
10.04.2013, 19:59
Sepp Vielen Dank!

Das sollte neuer Klapper-Analysier-Standard werden, viel besser als diese doofen Bildfolgen in den Magazinen/PDFs

zucki
10.04.2013, 20:30
Klasse gemacht Sepp-sehr informativ.Vielen Dank :)

Gruss Z

Himmelberührer
10.04.2013, 20:44
Bei unsauberen Bedingungen nicht zu starten hilft auch, Klapper zu verhindern. Ist halt einfach sehr thermisch
mit deutlichem Seitenwind, und mit Wolkenschatten als Zugabe. Ewa war auch schon in Manilla, wenn ich mich
richtig erinnere.

nikolaus
10.04.2013, 21:23
Sepp, vielen Dank!
Auch von mir! Anhand der Zeitlupe kann ich die Einschätzungen von Segelohr und JN viel eher nachvollziehen.
Danke auch an Chris, Saturn und Segelohr für die Gewichtsverlagerungsantworten. Zu Segelohrs Gegenfrage, ob Klapper bis 50% überhaupt problematisch seien, vermute ich, dass Gewicht auf der eingeklappten Seite gerade bei 50% die stärksten Auswirkungen haben wird?

LG Jochen

glaiderman
10.04.2013, 21:36
Da war halt was loss in der Luft,
aber der Pilot hats ja geregelt bekommen. Die Zeitlupe zeigt schon gut wie er kurzzeitig durchgeschüttelt
wird. Sicherlich kein sanfter Start, aber beileibe keine Spezialität von Downunder.
Ich hatte einen ähnlichen Start am Wochenende im hiesigen Flachland, allerdings ohne Klapper,
jedoch mit kurzzeitigem turbulenten Rückwärtsflug Richtung Wald.
Eine Sekunde vorher null Wind mit Absäufern und dann hat das Moseltal mal so richtig entleert.
Der Gradient hat halt gut gepasst an dem Tag.
Das sind eben Momente in denen mann sich nicht sofort ins Gurtzeug reinlegt, sondern hellwach
bleibt,und hellwach war der Typ meiner Meinung, sonst wär er eingeklatscht:-)

Aber so ist das halt mit dem Sport. Fliegen, und nicht Fliegen lassen.

Danke für die schöne Zeitlupe und ich denke mann sollte nicht über die Armhaltung des Piloten
so viel Aufhebens machen, solange mann nicht mal die eigene Armhaltung in so einer Situation auf Film gebannt
sehen konnte. Manchmal sehn wir eben nicht so gut aus in der Luft wie wir uns das wünschen :-)

Segelohr
10.04.2013, 21:41
Zu Segelohrs Gegenfrage, ob Klapper bis 50% überhaupt problematisch seien, vermute ich, dass Gewicht auf der eingeklappten Seite gerade bei 50% die stärksten Auswirkungen haben wird?


Hm, war eigentlich weniger als Frage gedacht :-) Einen 50%er sollte eigentlich jeder Pilot problemlos und ohne Änderung
der Flugrichtung handeln können.
Und nochmal: Bei 50% ist der Tragegurt der eingeklappten komplett entlastet, das gesamte Gewicht hängt
ausschließlich an der offenen Seite, egal ob das Gewicht aus Kartoffelsack oder Stahlfeder besteht :-)

Andi1965
10.04.2013, 21:54
Sepp :-) klasse,

Jochen und Chris meinen mit "offen" einmal "nicht geklappt Seite" und einmal "geklappte Seite"? (kann das sein?)
Ich denke auch, es war richtig die Arme oben zu lassen und das Gewicht auf die "nicht geklappte" Seite zu bringen.
(Was ich dank Sepp gut erkennen kann).
Hätte er sich in die geklappte Seite fallen lassen, wäre er dann nicht später in den Hang geflogen? (ernst gemeinte Frage).

Ich denke auch er hat alles richtig gemacht, Sepps Film hat mich da überzeugt. Die zweifelsfreien Videokommentare wundern mich trotzdem

Grüße Andi

lemma
10.04.2013, 22:16
Hätte er sich in die geklappte Seite fallen lassen, wäre er dann nicht später in den Hang geflogen? (ernst gemeinte Frage).


Wie Segelohr nun ja schon mehrfach betont hat, bei einem Klapper dieser Größenordnung hängt der Tragegurt der eingeklappten Seite schlaff, man kann zwangsläufig nur am anderen Tragegurt hängen.

nikolaus
10.04.2013, 22:26
Einen 50%er sollte eigentlich jeder Pilot problemlos und ohne Änderung der Flugrichtung handeln können.Wenn sonst nichts dazukommt, sicher.


Bei 50% ist der Tragegurt der eingeklappten Seite komplett entlastet...
Je nach Knickwinkel könnte auf dem zurückliegenden Leinenebenen schon noch Zug sein, oder nicht (ist nicht als Spitzfindigkeit gemeint)? Allerdings weiß ich nicht, ob zusätzlicher Zug auf diesen Leinen auch die Bremswirkung dieser Seite verstärken würde. Wenn`s völlig egal wäre, wieso wird dann allgemein gelehrt, sein Gewicht auf die offene Seite zu schaffen?

LG Jochen

PS

Jochen und Chris meinen mit "offen" einmal "nicht geklappt Seite" und einmal "geklappte Seite"? (kann das sein?)
Chris hat sich offenbar versprochen (hätte "eingeklappte" heißen müssen): In die offene Seite kann man sich nicht fallen lassen, zu der muss man "hochkraxeln".

Andi1965
10.04.2013, 22:32
Wie Segelohr nun ja schon mehrfach betont hat, bei einem Klapper dieser Größenordnung hängt der Tragegurt der eingeklappten Seite schlaff, man kann zwangsläufig nur am anderen Tragegurt hängen.

Ja, schon.

Nur ist beim Fallenlassen später die rechte Hand und der rechte Karabiner weit unter der linken Hand, Karabiner--->Kurvenflug
im anderen Fall (Nessler): Links und rechts fast gleich hoch...Geradeausflug.. ??
Frage ?

Grüße Andi

Segelohr
10.04.2013, 22:45
Je nach Knickwinkel könnte auf dem zurückliegenden Leinenebenen schon noch Zug sein, oder nicht (ist nicht als Spitzfindigkeit gemeint)?

Deswegen habe ich mich auf die echten >50% Klapper bezogen. Die definiere ich eben so, daß da gar nichts mehr ist.
Sollte ich auf der geklappten Seite noch Zug haben oder nach kurzem Abkippen schon wieder Zug haben, dann passts
ja eh schon wieder.



Wenn`s völlig egal wäre, wieso wird dann allgemein gelehrt, sein Gewicht auf die offene Seite zu schaffen?

Ich weiß nicht wer das lehrt und wie gesagt, ich weiß nicht wie ich mein Gewicht auf die offene Seite schaffen soll.
Es gibt halt nur einen Aufhängepunkt auf der offenen Seite. Gemeint ist wahrscheinlich das sinnvolle Bestreben,
sich nicht komplett hängen zu lassen, sondern in einer Position zu bleiben, in der man sinnvoll gegensteuern kann.
Den Schirm juckt das erstmal gar nicht, wo deine Arschbacke grade ist ;-) Dem hängen einfach xx kg an einem
Tragegurt.

berndw
10.04.2013, 23:02
Danke Sepp, hiermit nehme ich alles zurück was ich geschrieben habe und behaupte das Gegenteil.
Das Glück dieses Piloten war seine Armhaltung, mit der er sich nach hinten abstützt und seine Vorlage
im dabei StehGurtzeug. Dadurch wurde die nach oben gerissene offene Seite gut abgebremst und
er nicht eingetwistet. Ein absoluter Spezial- und Glücksfall.

berndw
10.04.2013, 23:05
Den Schirm juckt das erstmal gar nicht, wo deine Arschbacke grade ist ;-) Dem hängen einfach xx kg an einem
Tragegurt.
Schön geschrieben: ERSTMAL. Wenn dann aber alles wieder offen ist und du mit vollem Gewicht innen liegst......

JP Philippe
19.04.2013, 11:44
Hi,

Wichtig ist für mich anzumerken das der Kollege IMO einen Rotor durchfliegt, das muss berücksichtigt werden.
Da ist einfach viel Wind mit starker Thermik.
Die Thermik ist ein "Hinderniss" an dem hier horizontale Rotoren entstehen - vermutlich steht der Bart einfach bissl weiter im Luv. Den Rotor sieht man im Ablauf recht genau. Für mich geschieht die Horizontalbeschleunigung nicht nur durch den Klapper, sondern durch den Rotor.
Würde der Pilot hier versuchen den Schirm mit Gewalt genau über sich zu halten, würde er den Schirm recht nah an den Abriss bringen. Nur beim Vornicken würde ich mir einen doch einen deutlichen Bremsimpuls wünschen (bei tiefen, kurzen Impulsen reisst normal nie was ab), das wäre mir zu weit. Dafür dürfen die Hände bewusst ganz hoch gehen, als das zusammengeklappte Ding nach hinten wandert.

-JP