PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kreuzkappe als Drachenrettung



Veggieglider
11.04.2013, 07:54
Servus liebe Gemeinde,

hat jemand von Euch eine Idee, ob die neuesten Kreuzkappengenerationen auch sinnvoll als Retter für das Drachenfliegen eingesetzt werden können?
Soweit ich auf den Herstellerseiten erkennen kann, sind diese primär für den Gleitschirm konzipiert (kürzere Fangleinen als bei ausgewiesenen HG-Rettern?).
Es stellt sich die Frage, ob nicht einfach ein Rotor eingenäht werden kann, um Drachenkompatiblität herzurichten.

Danke und Gruß
Markus

blackstromer
11.04.2013, 17:47
Braucht nur längere Leine und Zwirbel

X-Dream Dani
15.04.2013, 22:44
Hallo,

unsere X-CROSS 160 ist soeben durch alle Tests der LTF Zulassung (160kg Zulassung bei 1950g Gewicht) gekommen. Dieser Retter dürfte sich hervorragend für Drachenflieger eignen. Die Verbindungsleine lässt sich auf jede gewünschte Länge ordern (in der Regel mindestens halbe Flügelspannweite). Rotor lässt sich ebenfalls einnähen, meist sind die Dinger raus geworfenes Geld, da sie sich eh nicht drehen und bei 6 Meter Verbindungleine die Dreherei des Drachens nicht wirklich ins Gewicht fällt.

Weitere Info geren per PN oder Mail.

Liebe Grüsse

Dani

X-Dream Fly

shoulders
15.04.2013, 22:54
Aus ganz anderen Gründen: hat die ein Mindestgewicht?

CU
Shoulders

X-Dream Dani
16.04.2013, 00:03
Stefan,
nein, hat keine unserer Retter.

LG

Dani

X-Dream Fly

Erwin Zipfel
17.04.2013, 08:50
Dani, deine Kompetenz beim Gleitschirmfliegen in Ehren, aber.. Bei einem Retterabgang mit dem Delta kommt es sehr wohl häufig zu heftigen Drehungen. Ich weiß zumindest von einem Fall sicher, dass die Fangleine so verdrillt war, dass sie begonnen hat die Kappe zuzudrehen.

Erwin Zipfel
17.04.2013, 10:30
Im von mir beschriebenen Fall, war kein Wirbel an der Verbindungsleine.

nikolaus
17.04.2013, 12:50
Ich denke damit ein Wirbel gut funktionieren kann muss doch die Masse of beiden Seiten des Wirbels in etwa gleich sein.
Was meinst Du damit? Woher und warum soll der Wirbel wissen, was der Retter wiegt?

pumadompteur
17.04.2013, 13:51
Schwierig zu erklären ;)

Bei den Wirbeln am Gleitschirm ( Bremse ) habe ich beobachtet das die Bremsspinne zuwenig "masse" oder "kraft" besitzt um die durch das wickeln verdrehte Hauptbremsleine sauber zurück zu drehen nachdem man ungewickelt fliegt. Ich musste jedenfalls trotz Wirbeln meine Hauptbremsleine regelmässig entzwirbeln. Genauso wie ich es an anderen Schirmen ohne Wirbel auch musste.

Zum Glück habe ich als Drachenpilot keine praktische Erfahrung mit Wirbeln an Rettungen. Hoffentlich bleibt das auch so.

Vieleicht kann ja Dani seine Aussage noch etwas präzisieren...

Servus VNe,

ich denke, es ist eine Frage des Losbrechmoments des Wirbels. Wenn dieses relativ hoch liegt (z. B. durch verharztes Fett, Schmutz, ungeeignete Werkstoffpaarungen/Oberflächenbeschichtungen etc.), wird das Drehmoment, das den Rettungsschirm vertwistet möglicherweise zu gering sein und der Wirbel seine Aufgabe nicht erfüllen. Vielleicht könnte man dann mit einer manuellen Drehung des Wirbels die Sachen ins Drehen bringen, wenn der Wirbel in Griffweite ist. Bei den original eingebauten Wirbeln ist das allerdings meist nicht der Fall, da sie nahe an der Kappe eingenäht sind.

Fliegergrüße

Robert

winDfried
17.04.2013, 16:42
Mit der Kontroverse um die fragliche Notwendigkeit eines Wirbels in einem
Rettungsfallschirm für Drachen, sind wir leider in diesem Faden schon wieder Off-Teppich geraten.
Dabei haben wir den durch langen Textfluß ausgewiesenen Retterexperten Dani L. hier im Faden.

Und da möchte ich die Ausgangsfrage nach der Eignung der Kreuzkappe als Retter für Drachen
schon gerne etwas tiefer in die Details erörtern:


...die neuesten Kreuzkappengenerationen auch sinnvoll als Retter für das Drachenfliegen eingesetzt werden können?


Braucht nur längere Leine und (Z)wirbel


... unsere X-CROSS 160 ist soeben durch alle Tests der LTF Zulassung (160kg Zulassung bei 1950g Gewicht) gekommen. Dieser Retter dürfte sich hervorragend für Drachenflieger eignen. Die Verbindungsleine lässt sich auf jede gewünschte Länge ordern...

Aus der Lektüre an anderer Stelle in diesem Forum entnehme ich, dass die wunderbar geringen Sinkgeschwindigkeiten dieses Fallschirm-Konzeptes
nur durch ein gewisses Maß an Vorwärtsfahrt zu erreichen ist.
Kann das denn mit dem Wissen, dass allermeistens neben dem Pilot auch der beschädigte Drachen mit am Schirm hängt,
überhaupt erreicht werden ?
Anders als ein geknüllter Gleitschirm ist ja mindestens die halbe, wenn nicht sogar die ganze Fläche des Drachens noch da und hängt möglicherweise
als 7 m2 Bremse vertikal in der "Flug-" oder "Gleit-"-Richtung.

Wird die angeblich höhere Pendelstabilität einer Kreuzkappe nicht durch den gleichen Effekt gestört und womöglich ins Gegenteil verkehrt ?

Wäre da nicht ein hexagonaler Aufbau aus sieben secheckigen Untereinheiten ein viel überzeugenderes Konzept für die Last eines
Drachenpiloten mitsamt zerstörtem Gerät ?

Danke für offene Antworten.
W.

X-Dream Dani
18.04.2013, 00:05
Hallo,

Ob nun Wirbel oder nicht muss in der letzten Konsequenz jeder selber wissen. Er lässt bei unseren Rettern problemlos einnähen. Ich schätze jedoch, dass man ziemlich hoch sein muss um eine 6 Meter lange Dyneemaleine so aufzudrehen bis dies oben an der Rettung beginnt die Leinen aufzudrehen.

Entgegen der offensichtlich verbreiteten Meinung fliegen Kreuzkappen nicht per se vorwärts. Das Sinken ist auch nicht als die grosse Stärke von Kreuzkappen hervor zu heben. Die "Kreuzkappen" welche Sinkwerte aufweisen sollen die rein aus der zur Verfügung stehenden Fläche jenseits des technisch machbaren stehen, müssen zwangsmässig Vorwärtsfahrt generieren. Aus dieser Sicht stehen diese Retter einer Rundkappe die ebenso nur unter Fahrt entsprechende Sinkwerte erzielt in Nichts nach. Solche Retter haben stehts mit der Pendelstabilität zu kämpfen, da kann auch ein quadratische Grundform nichts dagegen halten. Die Pendelstabilität wird bei solchen Rettern meist durch längere Leinen optimiert. Die Idee der Kreuzkappe hat mit solchen Rettern nichts gemein. Man muss fairerweise dazu sagen, dass gerade die Drachenflieger in der Regel nicht mit Pendeln zu kämpfen haben da bei ihnen durch die lange Verbindungsleine diese Gefahr zusätzlich minimiert wird.

Die X-ONE 160 dürfte vom Packmass/Gewicht für den Drachenbereich gut anwendbar sein. Clusterkappen wie es zum Beispiel die 7up eine ist, sind besonders durch die kleine Bauhöhe eher weniger Pendelstabil, obschon die Öffnungsgeschwindigkeit ebenfalls hervorragend ist. Wichtig ist, dass das Sinken zuverlässig ansteht. Es nützt mir nichts wenn ein gutes Sinken nur unter idealen Bedingungen (Vorwärtsfahrt) erzeugt werden kann und wenn sich der Drachen gegen die Fahrt wehrt und diese abbremst, das Sinken deutlich höher ist als es sein dürfte. Dann lieber von Vornherein einige Zehntel mehr, dafür sind diese Sinkwerte verlässlich und stabil.

Gruss

Dani

X-Dream Fly