PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Langzeitmotivation / Euer Feedback nach den Jahren über neue Reize beim Fliegen



Weltenreiter
29.10.2014, 22:45
Hallo,
ich überlege ob das Paragliden mein nächster Freizeitinhalt werden soll neben Motorradfahren und Wildwassersport (grad bei letzterem entdecke ich ständig neues).

Ich wäre gespannt auf eure Langzeitmotivation. Ich hatte nur zwei Tage Training bisher, fand es aber natürlich toll.
Also meine Frage ist, wie ist Eure persönliche Einstellung nach Jahren des Fliegens, was hält euch motiviert, welche Veränderungen habt ihr im Laufe der Jahre empfunden? Oder denken einige, das sich doch zuviel wiederholt und es langweilig wird? Mein Gehirn schläft nämlich schnell ein wenn nichts neues passiert, daher die Überlegung ob sich die Investments ins Paragleiten auf Dauer lohnen.
Ich freue mich schon sehr auf eure Antworten!

Moeppi
30.10.2014, 06:56
Ich vermute mal, den meisten geht es so wie mir: die Motivation (oder die Lust auf's Fliegen) ist einfach immer präsent.
Das Problem ist eher, die Zeit dazwischen zu überbrücken.

Zum Thema Motivation haben wahrscheinlich zuletzt viele Piloten nachgedacht,
als ein Pilot kürzlich mit dem Fliegen aufgehört hat, nachdem er durch seine Videos
einige zum Fliegen gebracht hat.
Falls Du mal viel Zeit hast, dann sieh Dir mal seine Videos zum Fliegen (in chronologischer Reihenfolge) an.
Ich empfehle Dir, die vimeo-Videos wirklich erst zum Schluss anzusehen.
http://www.youtube.com/user/oheuler
http://vimeo.com/oliverheuler

Ansonsten...Du wirst sehen...das wird ein langer Thread :)

Stefan S.
30.10.2014, 07:20
Ich finde es gerade eher amüsant da ich gerade mit dem Wildwasser kajak angefangen habe um die zeit zwischen den Flügen zu überbrücken bzw um unfliegbare Tage anders zu nutzen.
Ansonsten ist das fliegen schwer zu erklären weil es einfach nur faszinierend ist die Welt von oben zu sehen. Vorallem wenn du die Orte von unten kennst.

Und zu deinem kajak und vielleicht baldigen Schirm kann ich nur spontan 2 sachen sagen.
Kössner ache (?) Und Slowenien soca ;) da kann man fliegen uuuund fahren :D

seidenschwan
30.10.2014, 08:05
Hier braucht es keine Motivation....

Ein Heroinsüchtiger braucht auch keine Motivation für seinen nächsten Schuß:eek:


:rolleyes:;)
Johann

Weltenreiter
30.10.2014, 08:22
Und zu deinem kajak und vielleicht baldigen Schirm kann ich nur spontan 2 sachen sagen.
Kössner ache (?) Und Slowenien soca ;) da kann man fliegen uuuund fahren :D

Hehe, also Stefan, auf meinem Weg zur Kössener paddeln habe ich vor einiger Zeit etliche von euch Fliegern mitgenommen, das war mein letzter Kontakt zur Szene. Soca wär ein Riesenproblem, wie soll ich nen Tag lang fliegen wenn die unter mir fließt ;).

Aber die Überlegung - wenn Thermik schlecht paddeln gehen - hatte ich auch schon ;)
Ich denk auch grad das die ständige Beschäftigung oben, sei es mit dem Schirm oder gucken, zumindest während des Flugs null Langeweile aufkommen läßt.
Zwischenfrage: Hört ihr Musik während des Fliegens?

Stefan S.
30.10.2014, 08:24
Ich höre nie Musik mir reicht das rauschen des Windes :)

Wer weis vielleicht Drift man sich mal zum gemeinsamen was auch immer ;)

Willi Wombat
30.10.2014, 08:41
Wie in jedem Hobby gibt es bei den meisten Leuten eine Hochphase und dann hören sie es irgendwann auch wieder auf.
Alles wird irgendwann langweilig.

Fliegen ist eine teures, zeitaufwändiges und gefährliches Hobby, das sich schlecht mit festen Urlaubszeiten, festen Zielen und Familie kombinieren lässt.
Wer da nicht einen tiefen inneren Drang speziell zum Fliegen verspürt, tauscht es recht schnell gegen andere Outdoorsportarten ein, die z.B. nicht so wetterabhängig sind.
Ich habe im Laufe meiner 20 Flugjahre nur wenige Leute kennen gelernt, die nicht nach einigen Jahren so wenig geflogen wären, dass man eigentlich von Aufgabe des Hobbys sprechen muss.

Solange du überhaupt überlegen musst, ob Fliegen das Non plus Ultra für dich ist und deine "Investmententscheidung" von der Rendite abhängig machst, würde ich es mir an deiner Stelle sparen.
Vor allem wenn du nicht nahe an einem guten Fluggebiet wohnst.

Genußflieger
30.10.2014, 09:14
Streckenfliegen! Der Ehrgeiz selber besser zu werden. Der Versuch die geplante Strecke zu fliegen, das Ziel zu erreichen und dabei nicht nur vom eigenen Können abhängig zu sein, sondern auch ein bißchen vom Glück/Pech, da ein Absaufen, Abschattung usw. immer drinnen ist. Das Gefühl gewonnen zu haben, wenn man nach 8 Stunden am Ende des Dreiecks wieder zum Startplatz zurück kommt und am Landeplatz das eigene Auto sieht…

Und das drum rum: Am Wochenende auf dem Berg zu sitzen, die Aussicht zu genießen und warten bis die Thermik einsetzt.

Bergsportmikel
30.10.2014, 09:50
Nur mit Liftunterstützung fliegen, hätte mich schon längst gelangweilt. Mit Gleitschirm ist man so flexibel, dass man Alternativen hat.

DonQuijote
30.10.2014, 09:59
http://vimeo.com/oliverheuler
Was für ein Unsympath. "Ich beneide Leute, die auch einen einfachen abendlichen Abgleiter genießen können … ich kann das leider nicht mehr." … "Das Verhältnis von Aufwand und Ertrag ist bei mir jetzt einfach zu schlecht geworden und deshalb hör ich auf".

Also für so jemanden ist Fliegen echt nichts...

Moeppi
30.10.2014, 10:03
JN: Du hast das letzte Video zuerst gesehn :) *Spoiler-Alert*

Vibe
30.10.2014, 10:15
Streckenfliegen! Der Ehrgeiz selber besser zu werden. ...

Ist defintiv nichts für mich. Ich langweile mich spätestens bei der Talquerung. Ausserdem fliege ich lieber maximal 1h und dafür 10x am Tag als einmal 8h.

Für mich ist Starkwindfliegen an der DÜne/Küste das non plus ultra. Da kann ich stundenlang mit dem Schirm im Wind spielen, spüre die Dynamik und die Geschwindigkeit über Grund. kann lernen zentimeter genau zu fliegen, meinen Schirm genau kennen- und beherrschen lernen. Ich kann so oft landen und wieder starten wie ich mag, dazwischen Pausen machen, was trinken, essen, bischen Lesen. Das ist für mich Urlaub.

Es gibt viele Facetten des Fliegens und jeder muss für sich herausfinden was seins ist.

Gruß

Claus

micbu
30.10.2014, 10:16
Hallo,
ich überlege ob das Paragliden mein nächster Freizeitinhalt werden soll
Mein Rat: Lass es sein!
Ich bin überzeugt davon, dass es dir gefallen wird, aaaaaaaber:
Wenn man erst überlegen muss, dann soll es wohl so etwas wie ein Lückenfüller sein, also etwas das man nicht mit ganzem Herzen macht.
Wer wirklich vom Flugvirus befallen ist, der muss nicht überlegen ob er es machen soll, er macht es einfach, er sucht keine Argumente dafür oder dagegen, denn das einzige Argument für das fliegen ist das fliegen selbst.
Die Flugschulen sind voll mit Schülern die sich anschliessend sogar auch eine Ausrüstung kaufen. Diese wird dann nach 3 jährigem Nichtgebrauch aber auch wieder verscherbelt.
Ich möchte damit sagen, dass anfänglicher Enthusiasmus auch ganz schnell einfach nur teuer werden kann ohne dass man irgendeinen Nutzen in Form von Spaß nach der Ausbildung hat.
Du solltest dir nur eine einzige Frage stellen: "Ist fliegen geil und bin ich bereit meine Freizeit danach auszurichten?" Wenn du diese Frage uneingeschränkt mit "ja" beantworten kannst, dann mach es, ansonsten lass es bleiben und mach für die gespaarten Tausender ab und zu mal schöne Tandemflüge.

winDfried
30.10.2014, 10:23
Also beim Fliegen gibt es immer neues und anderes zu Erleben, zumindest mir wird das bisher nicht langweilig.

2013 war mein 10 Flugjahr. Ich bin Hochleister geflogen, Wettbewerb, weite Strecken, durch extremes Gelände.
Ich dachte, "besser kann es nicht mehr werden".

2014 wurde besser: Ich habe meinen persönlichen Streckenrekord verdoppelt.
Ich habe zwei neu zugelassene Gelände erstbeflogen. Ich war mit dem Drachen auf einem anderen Kontinent zum Fliegen.
Ich habe eine weite Strecke mit einem Schulungs-Gerät geflogen.

Und es gibt noch viele weitere Flugerlebnisse, die mir noch gefallen würden.
Ich denke nicht, dass ein Fliegerleben ausreicht, um die alle durch zu ziehen.
Genug Motivation also, um wie in jedem anderen Sport auch nötig, im Trainig bleiben zu wollen.
Und das geht bei uns nur, indem man auch den "einfachen abendlichen Abgleiter" nicht verschmäht.

"Always a student" = "immer ein Lernender" war das Motto von einem Weltrekord-Drachenpilot,
ich finde, es ist auch für mich gut. W.

harald e. wolf
30.10.2014, 10:42
Wellenreiter:

Mach das. Gibt kaum eine bessere Kombination als WW und Fliegen. Wenn Hochwasser geht's immer in der Luft. Oder wenn Sturm geht's auf dem Wasser.

Ich mach's seit 29 Jahren (fliegen) so:
Früh auf den Bach, danach zur Thermik auf den Berg. Oder abends um 1900 noch mal kurz zur Abkühlung ins Wasser.

Und es gibt nicht nur die Kössener in der nahen Region.
Strubbach - von Weidring runter nach Lofer, sehr spannend (WW III - IV+). Dann gleich noch die Loferschlucht (III+ - V).
Garmisch Hausberg, Wank mit Loisach.
Venetberg mit Sanna; Ischgl mit Trisanna.
Ötztal mit Ötz (volles Programm im Sommer), nebenan der Pitzbach (alle bis V/VI). Imster, das Wuchtwasser.
Tessin - fliegen du kajaken extrem. Vorderrhein...
Frankreich St. André und Verdon, Var, Vesubie etc..

Wie auch immer: Kajak und Schirm gehen perfekt miteinander. Für beides hast Du tagsüber genug Zeit.

Viel Spass!

reinhard may
30.10.2014, 11:08
Hallo
Ich habe mir die letzten zwei Videos von Oliver auch angesehn.Schöne Filme,aber seine Einstellung ist für mich unverständlich.Da kann man ja auch gleich aufhören zu leben.Ist ja jeden Tag das Gleiche.Naja,das muss eben jeder selbst entscheiden.
Nach vielen Jahren Fliegerei gehts mir zwar in manchen Geländen(speziell in Einem) auch so ,langweilig.Nichts desto Trotz ist und bleibt die Fliegerei das absolut Geilste was ich mir vorstellen kann.Klar ist der Anfangshype,als man alle und jeden von der Fliegerei überzeugen wollte vorbei,aber mich juckt es immer ,wenn es halbwegs fliegbar erscheint.Viele Leute suchen ihre Selbsbestättigung im Beruf,Sport oder sonstwo,mir gehts so mir mit dem Fliegen.Und das schöne ist,man kann seine Ziele und die darausfolgende Motivation noch deutlich nach oben verschieben.Früher wollte man unbedingt das erste Mal über seiner Heimatstadt fliegen,dann noch ein bisschen weiter,schliesslich mal ein paar Wettbewerbe und auch zuhause sollte es weitergehen.Wahnsinn 130km im Flachland etc.Aber mittlerweile versuche ich ,dass erste 100km Fai hier zuhause zu fliegen,und zwar mit Hangstart vom 150m Hügel.Damit bin ich schon eine Weile beschäftigt und wird wohl noch etwas dauern.Über mangelnde Motivation kann ich mich jedenfalls nicht beklagen.
Ich finde mit der Fliegerei hat man für Jahre zu tun.Der Blick zum Himmel ist praktisch immer da.Motorradfahren,Kanusport etc.sind natürlich auch klasse Sachen,die Spass machen.Aber fliegen bei klasse Bedingungen gefällt mir am Besten.

Gruss Mayer

Skade
30.10.2014, 11:21
ich gehöre leider auch zu den Leuten deren Begeisterung irgendwann nachlässt.
Klar, ich finde Fliegen immer noch geil und komme mit einem Grinsen im Gesicht aus dem Urlaub zurück.
Aber diese Euphorie die viele haben, das sie in nicht fliegbaren Zeiten ganz kribbelig sind und regelrecht süchtig sind, habe ich definitiv nicht.
Mir langt manchmal in einer Flugwoche nur ein Flug pro Tag und komme mir manchmal regelrecht komisch vor, wenn ich die anderen sehe, wie sie nach der Landung regelrecht wieder zur Seilbahn stürmen.

Ist bei mir leider mit allen Freizeitaktivitäten so...mache alles sehr gerne, aber diese 100%ige Euphorie habe ich nicht.

Sebastian Neuhaus
30.10.2014, 11:41
Wenn du fliegst, spürst du die Luftbewegungen ganz genau. Du stellst du dir die Verbindung vom Gelände zur Luft vor, welche Dynamik da gerade am Gang ist, was macht die Sonne, wo ist Schatten, wo ist eine Abrisskante usw. Du findest die unsichtbaren Aufwinde. Wasser kann man anfassen, Luft kann man aber auch ziemlich gut spüren. Das ist ein unheimlich intensiver Kontakt zur Landschaft, zur Natur. Du schwebst da nicht nur irgendwie drüber, sondern begibst dich in ein extrem dynamisches Element. Das wird nicht langweilig, selbst wenn du jahrzehnte denselben Hügel befliegst.
"Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen."

Manfred Laudahn
30.10.2014, 11:50
Ich hatte noch nie ein Nachlassen der Motivation.
Ich fliege seit Anfang 1985 Drachen, seit Frühjahr 1986 Gleitschirm.
Meine sportliche Motivation ist, aus jedem Tag das für mich Beste zu machen.
Je nach Wetter, Licht und Terminen heißt das, überhaupt zu fliegen (wenn andere das nicht einmal in Erwägung ziehen), bestimmte Objekte anzufliegen, um sie zu fotografieren, Thermik zu genießen, oder gar eine Streckenchance zu nutzen.
Ein Leistungsgedanke ist dabei zweitrangig. Einen Streckenflug fliege ich (vorzugsweise One-Way wegen der Fotos), solange ich dabei schöne Bilder habe, ich kein Landerisiko eingehe und die Rückweglogistik machbar erscheint. Für ein gutes (originelles, fotogenes) Landeziel verzichte ich auch auf ein paar Kilometer Strecke. Meine Fluganzahl liegt seit Jahren je nach Wetterverlauf zwischen 200 und 300 pro Jahr. Meine Flugzeiten werden kürzer. Nicht, weil ich schlechter fliege, sondern weil ich weniger brauche, um den gleichen Spaß zu haben.
Wer meinen Blog liest, kann das gut nachvollziehen.
Ich bin jetzt 63, ich möchte auch in zehn Jahren noch fliegen.
Und das mit dem Flugkönnen und der Routine, die ich mir erworben habe.
Ich bin also nicht der Kandidat, der mit nachlassenden Fähigkeiten beim Fliegen verrecken möchte, weil er für andere Dinge keine Begeisterung hat.
Ich weiß, dass das Fliegen gesundheitsbedingt ingendwann nicht mehr verantwortbar ist.
Deshalb pflege ich immer intensiver meine zweite Leidenschaft: Musik!
Ich weiß also schon, woraus ich dann meine Lebensfreude beziehe.

Grüße
Manfred

Stabilo
30.10.2014, 12:24
Einer der besten Threads aktuell in diesem doch sehr aufgewühlten Forum. Ich kann alle Eure Gedankengänge nachvollziehen. Letztens packte mich bei einem Abgleiter in Kössen auch dieses Gefühl, wozu das alles? Alles schon tausendmal erlebt. Dieser bunte Mischmasch da unten aus der Luft aus Wiesen, Bäumen, Flüssen, Seen, Ortschaften. Ja toll, ohne Zweifel, aber alles schon gehabt. Ein eigenartiges Gefühl. Weder willkommen noch abgelehnt. Dazu meine unausrottbare Angst vor großen Höhen. Die nicht einsetzen wollende Logik, dass doch gerade das Sicherheit bedeutet. Paradox, ja, aber eben eine Tatsache. Wenn mich je etwas vom Fliegen wegbringen wird, dann meine Höhenangst. Die mich auch nicht zum Streckenflieger werden lässt, sondern eher zum Hangkratzer und Dünenjunkie hat werden lassen. In Hang- und Bodennähe mit Freude, Elan und Einsatz. Wie gesagt - paradox. Ich bin nebenbei Rennfahrer, aber beim Aufstieg zu Fuß in die Spitze vom Kölner Dom mache ich fast in die Hose.

Tags darauf schien die Sonne vom stahlblauen Himmel, erste Thermikwölkchen bildeten sich. Sofort stieg der Puls, eine freudige Erregung machte sich breit. Schnell die Ausrüstung geprüft und hoch den Berg. Dieses Gefühl jedesmal wie Weihnachten, wenn man den Schirm am Starplatz ausrollt und er zu einem Teil von Dir wird.

Es ist ein Auf und Ab, wie Tag und Nacht. Das eine kommt, aber das andere hört nicht auf.

Ich habe für mich das Bergwanderfliegen (pardon: Walk&Fly) entdeckt, um meinen Flugimpressionen neue Impulse zu geben.

Das Video von dem Drachenkollegen, der aufgehört hat, habe ich mir zweimal angeschaut. Seine sympathische ruhige Stimme hat etwas, was seine Gedankengänge nachvollziehen lassen will. Doch dann machten sich bei mir Unverständnis und Ablehnung breit. Irgendwie tat er mir am Ende Leid. Er ist ein Getriebener mit intellektuellen, fast spirituellen Erklärungsmustern. Aber irgendwie kein Genussmensch. Keiner, der Begeisterung verspürt. Bestenfalls so etwas wie Genugtuung. Eine Art Glücksgefühl-Hopper.

"Willio"
30.10.2014, 12:37
Fliege auch schon seit 1989!
Sämtliche Schirme Gurtzeuge ...etc!
Anfangs an jedem Buckel und jeden Tag.
Positive wie negative Erfahrungen gesammelt!
Nun mit der Zeit, vorallem wenn man älter wird ,stellt sich eine Sättigung ein(so bei mir jedenfall)!
Viel fliegen kann aber auch Frust und Unzufriedenheit hervorrufen, wenn manche Ziele nicht erreicht werden!
Ich für meinen Teil, reduziere das fliegen, auf die wirklich schönen Tage,damit bleibt die Freude am fliegen , habe ich festgestellt!

harald e. wolf
30.10.2014, 12:37
stabilo,

ja. Wenn die Begeisterung fehlt... Dann wird selbst eine Raumfahrt zum banalen Ereignis (fragte mich letztlich ein Flieger: Wenn Du's hättest, warum würdest Du dafür Millionen hinlegen?). Weil ich es will.

Wir sind im Leben immer da, wo wir sein wollen. Interdependence.

Es gibt Wild-Flüsse, die bin ich schon hundert mal gefahren.
Es gibt Berge, die habe ich schon hunderte male beflogen.
Es gibt Golfplätze, die habe ich schon fast hundert mal bespielt.
Es gibt eine Reitstrecke, die reite ich wöchentlich.
Es gibt einen Pistenteil, den probiere ich jeden Winter mit dem Raceboard mit mehr als 100 km/h zu befahren.

Und? Und nie wird es langweilig. Im Gegenteil. Ich entdecke jährlich mehr Herausforderungen.

BobNL
30.10.2014, 13:40
Ich würde es nicht machen. Es ist teuer, gefährlich, nicht familientauglich, lässt sich schlecht mit einer normalen Arbeit kombinieren, zeitintensiv. Und das schlimmste ist, du willst immer mehr davon. Das ganze ergibt überhaupt keinen Sinn. Das beste ist gar nicht damit an zu fangen. Für die meisten hier ist es dafür schon zu spät, aber du hast noch eine Chance. Lass die Finger davon!!

Weltenreiter
30.10.2014, 14:23
der erste Antwortende hatte Recht, es schreiben sehr viele und ich bin jedem einzelnen sehr dankbar.
Ich stimme Stabilo bei: "Einer der besten Threads aktuell in diesem doch sehr aufgewühlten Forum. "


Letztendlich steht es für mich nach dem Durchlesen 80% für PRO und 20 % für Contra. Nicht familientauglich passt gut zu meiner nichtvorhandenen Planung, und bei der Gefährlichkeit passt es ganz gut zu einigem anderen Lebensvertreib.
Die philosophischen Ansätze vieler Posts stimmen mit meinen Vorstellungen gut überein, da denk ich ähneln sich Wildwassler und Flieger ohnehin. Sich selbst mit und gegen die Naturmacht zu positionieren, den Flüßen und Luftströmen der Welt zu folgen, das bereichert das Leben.
Das mit dem ganzen Herzen wär dabei ein springender Punkt. In meiner momentanen Lebensmitte (statistisch und optimistisch gesehen) habe ich schon vieles erlebt und beibehalten was mir gefällt, das Herz ist schon gut vorgefüllt, aber ich habs mir eh als Lebensziel gesetzt die klassischen Elemente zu erleben, und da stell ich mir grad das Paragleiten als beste Art vor, das Element Luft zu erLEBEN
Oliver Heuers Video finde ich schon sehr aufwändig und interessant, unabhängig davon wie stark ich einzelnen Aussagen zustimme. Das die Begeisterung mit einer Sache über Jahre auch abnimmt gehört halt leider zum Leben, auch Gutes endet irgendwann. Respekt vor seinem klar begründeten Schlußstrich, ich freu mich dagegen das ich am anderen Ende dieses Kreises mich befinde / beginne.

wingman
30.10.2014, 16:19
Laut einer mir bekannten Flugschule hören über 80 Prozent innerhalb von 5 Jhren wieder auf.
Und das ist aber auch gut so ;-)
Warum ?
Dann fährt mal in die Dolomiten , Greifenburg , Kössen , Bischling usw.
Das ist echt furchtbar was da für Massen unterwegs sind .



Ich hatte dieses Jahr mein 20 Jahr Jubiläum , und etwa 110 Stunden Airtime heuer.
Würde aber schon lange nicht mehr fliegen wenn ich nicht etwa 5 Fluggebiete innerhalb 20 km hätte , und sich nicht mein Freundeskreis in diese Richtung verlagert hätte .


Für jemanden der ein Hobby sucht ist es wohl das falsche , eine gewisse Berufung bzw große Hingabe zur Fliegerei sollte schon vorhanden sein das es SInn macht .

bigben
30.10.2014, 16:37
Nachlassende Motivation- Nach 11Jahren - Eindeutig Nein. Bei mir hat sich das sehr langsam gesteigert. Die ersten ca. 4 Jahre war das toll, hat Spaß gemacht, aber eher mehr als Urlaubsflieger. Danach die richtigen Leute kennengelernt Fähigkeiten und Horizonte erweitert und damit wuchs auch die Leidenschaft und ein Ende derselben ist noch nicht erkennbar. Das schöne am Fliegen ist für mich die Vielfältigkeit, Starkwind Soaren und Spielen an der Küste, mit kilometerlangem dahingleiten, Thermikfliegen in den Alpen mit kleineren Strecken, das geniale Panorama, dabei in großer Höhe dahingleiten und im Winter einfach mal der Kälte, z.B nach Lanzarote entfliehen. Langeweile - Nie! Selbst der Dritte Flug am selben Tag, am selben Ort ist auf seine Art faszinierend, denn jeder Flug ist einfach anders. Es ist schon erstaunlich, was man auf einmal alles umdisponieren kann, nur um seiner fliegerischen Leidenschaft nachgehen zu können:).
Aber Achtung: Fliegen ist eine Leidenschaft, die leider manchmal auch Leiden schafft. Deshalb, und das ist das Einzige was sich mit den Jahren bei mir verändert hat, ein deutlich restriktiveres Sicherheitsmanagement. Meldet der Bauch ein ? - bleibt der Sack einfach auch öfter mal zu.

Always Happy Landings

bigben

DonQuijote
30.10.2014, 18:56
Ich dachte 20 Jahre lang "Klettern ist mein Leben". Und das war es auch. Ich konnte mir nicht im Traum vorstellen, ohne intensives Klettern zu leben. Dann hab ich, ähnlich wie Du jetzt, das Fliegen als "add-on" begonnen, für Tage, an denen die Finger durch sind etc. Ab diesem Zeitpunkt war ich quasi gar nicht mehr klettern, habe alle anderen Hobbies aufgegeben und bin jede freie Minute in der Luft. Das geht jetzt seit über zehn Jahren so und wird permanent schlimmer. Meine Freundin ist allerdings genau so angefixt von der Fliegerei, das steigert die Motivation nochmals (weil, wenn bei einem von beiden grad mal ein wenig die Luft rausgeht, dann bläst sie ihm der andere schon wieder rein ;-)

Bin mal gespannt, ob Du in nem Jahr Deine anderen Sportarten noch betreibst… :D

tinctura
30.10.2014, 19:34
Wie funktioniert das mit dem Reinblasen???:D

Bin übrigens auch schon ein altes Flugzeug, fliege seit 1989 unfallfrei und bin eigentlich immer stärker dem Flugvirus verfallen. Fliege in den Bergen, aber auch viel, wenn immer möglich, an der Winde. Durch Stufenschlepp (NL) meist Ausklinkhöhen zwischen 600 und 1000m, so dass selbst reine Abgleiter einfach länger dauern.
Fahrtzeit zum Fluggelände nur 15 Minuten, ist natürlich sehr komfortabel.
Denke, dass das Fliegen erst dann zu Ende sein wird, wenn der Rollator angesagt ist.
Liebe Fliegergrüße
Pit

Forix
30.10.2014, 19:41
Laut einer mir bekannten Flugschule hören über 80 Prozent innerhalb von 5 Jhren wieder auf.
Und das ist aber auch gut so ;-)
Warum ?
Dann fährt mal in die Dolomiten , Greifenburg , Kössen , Bischling usw.
Das ist echt furchtbar was da für Massen unterwegs sind .



Ich weiss nicht ob die Zahlen stimmen. Sie scheinen realistisch.

Ob das gut ist?
Würde ich verneinen (mehr Piloten = grössere Lobby) , die Frage ist vielleicht warum sie angefangen haben und warum sie jetzt aufhören.
Flugschulen sind eben ein grosses "Business", da muss viel Frischfleisch her, da wird wohl auch vieles einfacher dargestellt als es ist in der Realität.

Zu deinen überfüllten Fluggebieten:
Du bist doch selber Schuld, warum gehst Du denn auch dort hin? Du jammerst über "Überfüllung" aber trägst selber dazu bei. ;)

Such Dir einen Startplatz der mit Schweiss im Aufstieg verbunden ist (ich sehe überall diese Leichtausrüstungen aber kaum jemand geht zu Fuß!) und Du bist immer alleine!

Himmelberührer
30.10.2014, 20:59
Hallo,
ich überlege ...

Wenn du "überlegen" musst, dann lass es lieber sein.

Tobias S.
02.11.2014, 19:10
Also meine Frage ist, wie ist Eure persönliche Einstellung nach Jahren des Fliegens, was hält euch motiviert, welche Veränderungen habt ihr im Laufe der Jahre empfunden?

Gleitschirmfliegen ist ein Sport mit vielen Facetten, die sich von der zugrunde liegenden Motivation her ziemlich unterscheiden können, z.B.:

- Abgleiter/Thermikflüge am Hausberg: Sind am Anfang spannend, danach gibt es viele Piloten, die es genießen, das Gebiet zu kennen, regelmäßig die gleichen Leute zu treffen, beim entspannten Dahingleiten die Seele baumeln zu lassen. Das wäre mir persönlich als einzige Spielart des Gleitschirmfliegens wohl wirklich zu fad.

- Streckenfliegen: Mit der Thermik von Berg zu Berg in unbekanntes Terrain aufbrechen; gern auch im Wettbewerb sein Können darin mit anderen vergleichen (DHV-XC (http://dhv-xc.de/xc/modules/leonardo/index.php?name=leonardo&op=list_flights)). Darin lernt man nie aus und es gibt nicht wenige Piloten in allen motorlosen Flugsportarten, die dieser Passion seit Jahrzehnten verfallen sind. Wer darin allerdings richtig gut werden will, muss bereit sein, ein beträchtliches Maß an Zeit und Geld zu investieren. Das war mir einige Jahre lang möglich und ich zähle diese zu den besten in meiner "Fliegerlaufbahn". Mit der Familie hat sich mein Fokus dann verlagert und ich bin nicht mehr bereit, die nötige Zeit dafür zu investieren, wiewohl ich Streckenflüge an den Tagen, wo es passt, immer noch als die schönste Fliegerei empfinde.

- Soaren an der Küste: Da sagt ein Video mehr als 1000 Worte: klick (http://www.youtube.com/watch?v=Q6e0kWc8ZPM)

- Freestyle / Akrobatik: klick (http://www.youtube.com/watch?v=VHSTMPumS4M)

- Walk&Fly: zu Fuß auf den Berg und mit dem Gleitschirm wieder runter. Das macht mir persönlich momentan am meisten Spaß, zumal wenn dann auch noch etwas Thermik oder ein kleiner Rundflug über die umliegenden Gipfel drin ist.

Ich hab selbst eine Flugpause von vier Jahren gemacht und hab dann erst wieder bemerkt, dass es wirklich das Gefühl des Losgelöst-Seins war, das mir massiv abgegangen ist in dieser Zeit. Eine Leichtigkeit, die ich noch in keiner anderen Sportart so erlebt habe; vielleicht am ehesten vergleichbar mit dem Gefühl, beim Windsurfen die Gleitschwelle zu überwinden und fast schwerelos übers Wasser zu flitzen.

Deine Fragen sind schwer zu beantworten. Mein Ansatz einer Antwort wäre, dass die Fliegerei selbst so vielseitig ist, dass sie dir in verschiedensten Stadien deines Lebens unheimlich viel geben kann. Ich würd's versuchen.

Pascal1562
02.11.2014, 20:37
hier bitte um mich kurz zufassen :)http://vimeo.com/102997561

Markus Lechner
02.11.2014, 21:22
Hy!
Für mich ist Fliegen ist nicht nur in der Luft dahinschwebwn sondern das ganze Abenteuer drum herum.
Bin seit kurzem glücklicher A-Schein Besitzer und hatte in der Nacht von gestern auf heute einen
Genialen Biwak Flug mit meinem ersten Rückwärtsstart von 2000m bei Sonnenaufgang.

Ich bin immer noch voll aufgedreht und für mich ist es genau dieses Gefühl vom Fliegen und
allem was dazu gehört dass mir das Herz zum Springen bringt ��


Lg Max

DerIng
02.11.2014, 23:22
Also wenn ich mich fragen würde, was mich zum Fliegen motiviert, würde ich damit nicht anfangen.
Meine Sorge gilt eher der Frage, was mich (schon wieder) vom Fliegen abhält.

DerIng