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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Schirm richtet sich bei engen Kreisen auf und verlässt dem "Kreis"



Knight
15.04.2015, 21:33
Hallo zusammen,

vermutlich kann mir der eine oder andere hier sehr schnell einen Rat / Tipp / Hinweis geben –die Mehrheit hoffentlich konstruktiv.

Ich versuche in kleinen und engen Thermiken auch sehr „eng“ zu Kreisen. Nach ca. einer halben Umdrehung falle ich jedoch aus meiner Kreisbahn bzw. verlässt der Schirm seine Kreisbahn / Schräglage / Neigung und richtet sich auf, so dass ich „Geradeausfliege“ und ihn erst wieder in die Kurve „zwingen“ muss.

Wer kann mir einen Hinweis geben bzw. hat einen Tipp für mich um diese Ineffizienz abzustellen?
Besten Dank!
Knight

Nic
15.04.2015, 23:09
Da gibt es einige Möglichkeiten, was stören kann bzw. was Du tun kannst:
Behältst Du die Gewichtsverlagerung bei - oder kannst Du da noch zulegen? Ggf. Außenbremse mehr frei geben - und/oder innen etwas nachdrücken (ohne abzureißen). ev. Innenbremse dabei mehr zu Dir/nach außen (bezogen auf die Kurve) ziehen -> mehr Wirkung auf den Außenteil der Bremse.
Wie gut bekommst Du Deinen Schirm in die Spirale rein - wie agil ist er? A und low-level-B-Schirme sind oft einfach gedämpfter und wollen sich aufrichten.
Auch ein erhöhter Widerstand durch (unbewusstes) Aufrichten oder Absenken der Beine kann beeinflussen.
Kann aber auch sein, dass Du nicht im Zentrum bist bzw. der Aufwind-Schlauch bei Wind asymmetrisch ist und der stärkere Aufwindanteil am Innenflügel den Schirm aufrichtet.
Grüße
Nic

wom-bat
16.04.2015, 07:36
Ciao Knight,

Kenne ich das Problem, hatte ich auch mit zu kämpfen. Alle technischen Finessen haben mir nicht bzw. nur wenig geholfen. Es war bei mir mehr eine Kopfsache. Grundsätzlich musste ich mir "nur" sagen, ich bin der Chef, ich bestimme wo der Schirm hinfliegt und was er genau macht. Seitdem fliege ich defninierter in solchen Situationen, sicher mit mehr Überzeugung und Vehemenz. Das macht bei mir schlussendlich den Unterschied. Rein vom fliegerischen her gesehen würde ich empfehlen die Innenhand zu fixieren und mit der Aussenhand die Drehgeschwindigkeit zu steuern.

LG
Samuel

bigben
16.04.2015, 07:46
Hallo Knight,

ich hatte das vor viele Jahren auch mal, bei mir war es primär die Kombination von Schirm und Gurtzeug. Der Schirm leiß sich einfach nicht in die Thermik eindrehen. Das war ein Schei..Gefühl, wenn der Schirm mit dir fliegt und nicht umgekehrt. Das GZ war einfach Mist und passte einfach nicht zum Schirm Mit einem anderen GZ war das Thema gegessen. Das das zum Teil auch am PIloten liegen kann ist unbenommen, aber die Wirkung des GZ auf das Flugverhalten des Schirmes wird leider noch zu oft unterschätzt. Ein anderes GZ macht eben auch oft einen völlig anderen Schirm.

Leih Dir einfach mal ein anderes GZ, teste damit und berichte dann mal.

Gruß bigben

einrad
16.04.2015, 09:57
Leih Dir einfach mal ein anderes GZ, teste damit und berichte dann mal.

Gruß bigben

Oder schau Dir vorher noch Deinen Brustgurt mal an:
Wie viel ist der eine Karabiner höher/tiefer als der Andere wenn Du das Gewicht voll auf die Kurveninnenseite legst, bewusst das Sitzbrett mit einem Oberschenkel runter drückst?

a) Bei Deiner jetzigen Einstellung.
b) Bei stärker geöffnetem Brustgurt.

Gruß, Harald

Willi Wombat
16.04.2015, 10:23
Was hast du denn für einen Schirm?

In einer Schräglage neigt man leicht dazu die Aussenseite unbewusst mitzubremsen weil der Tragegurt höher liegt.
Wie stark sich das in einer engen Kurve und starkem Steigen hinderlich auf die Drehung auswirkt kann man bei einer Spiraleinleitung in der Thermik merken.
Nur mit einer 100% gelösten Aussenbremse gelingt die Einleitung.

So gesehen geht der Tipp, der Kurvenradius eher mit der Aussenbremse zu regulieren in diese Richtung.

Andererseits wird man je nach Schirm bei einer harten inhomogenen Thermik manchmal einfach rausgehebelt und es ist fraglich, ob man durch brutales Gegensteuern nicht mehr schlecht macht als gut.

"Willio"
16.04.2015, 11:32
Gibt sogenannte flachdrehschirme,da kannst dich noch so bemühen, die richtets ständig wieder auf und schiebt dich raus!

Knight
16.04.2015, 12:10
Vielen Dank für die konstruktiven Hinweise und Tipps bisher!

Ich fliege einen Tequila 4 und ein Skypper Gurtzeug. Bei normalen "Thermikkreisen" fliegt der Schirm schön brav seine "flache" Kurve, das Problem tritt nur bei engen Kurven auf und bringt mich zum Verzweifeln.
Die Außenbremse ist tendenziell fast komplett gelöst, die Innenbremse recht stark angezogen, die Beine sind von der Tendenz durchgehend gestreckt.

Ich hab mich schon gefragt, ob es ggf. die Luft ist, die gegen das Gurtzeugs drückt und mich dadurch schwerpunktmäßig verschiebt. Andererseits hätte ich da eher die Vermutung die würde mich noch weiter nach außen schieben und damit den Kreis noch "enger" machen, anstelle den Schirm aufzurichten und mich aus dem Kreis zu schmeißen.

Bisher nehme ich für mich mit: A) Mehr Gewichtsverlagerung -was tatsächlich ein Faktor sein könnte, ich bekomme dass in dem GZ tatsächlich bisher eher suboptimal hin B) Mal genau auf die Beine achten C) gucken was die Psyche macht :)

Beste Grüße,
Knight

magic_boomerang
16.04.2015, 12:19
ist der Schirm vielleicht zu groß ?

Thomas

iam-peter
16.04.2015, 12:44
A) Mehr Gewichtsverlagerung -was tatsächlich ein Faktor sein könnte, ich bekomme dass in dem GZ tatsächlich bisher eher suboptimal hin...

Das ist tatsächlich rätselhaft. Selbst mit meinem alten Bergsteigergurt Sup'Air Radicale (Schlaufengurtzeug) kann ich immer (nach etwas Eingewöhnung im Herbst) jeden beliebigen Kreis fliegen. Auch in enger Thermik gibt es da keine Probleme.

Evtl. können Dir die Profis von SKYWALK (Armin Harich, Manfred Kistler) weiterhelfen. Beide sind hier im Forum vertreten und lesen hin und wieder mit.
Vielleicht schickst Du eine Nachricht an beide?

Gruß
Peter

Vibe
16.04.2015, 12:50
Also ich kenne das eigentlich nur, wenn etwas mehr Wind ist. Dann muss ich natürlich je nachdem ob ich gerade mit oder gegen den Wind fliege ich die Bremsleine mehr oder weniger ziehen im Kreis. Also überspitzt gesagt, fliegt man dann wie ein Hampelmann.

Gruß

Claus

Michael Buck
16.04.2015, 13:19
Vielen Dank für die konstruktiven Hinweise und Tipps bisher!

Ich fliege einen Tequila 4 und ein Skypper Gurtzeug. Bei normalen "Thermikkreisen" fliegt der Schirm schön brav seine "flache" Kurve, das Problem tritt nur bei engen Kurven auf und bringt mich zum Verzweifeln.
Die Außenbremse ist tendenziell fast komplett gelöst, die Innenbremse recht stark angezogen, die Beine sind von der Tendenz durchgehend gestreckt.

Ich hab mich schon gefragt, ob es ggf. die Luft ist, die gegen das Gurtzeugs drückt und mich dadurch schwerpunktmäßig verschiebt. Andererseits hätte ich da eher die Vermutung die würde mich noch weiter nach außen schieben und damit den Kreis noch "enger" machen, anstelle den Schirm aufzurichten und mich aus dem Kreis zu schmeißen.

Bisher nehme ich für mich mit: A) Mehr Gewichtsverlagerung -was tatsächlich ein Faktor sein könnte, ich bekomme dass in dem GZ tatsächlich bisher eher suboptimal hin B) Mal genau auf die Beine achten C) gucken was die Psyche macht :)

Beste Grüße,
Knight


Hi Knight,

ich fliege die selbe Combi (T4 + Skypper). Der T4 ist eigentlich schön wendig (für die Klasse) und das Skypper lässt sich (für einen vollverkleideten Gurt) gut mit Gewicht steuern. Dass sich der Schirm vor allem bei sehr engen Bärten aufstellt passiert mir auch. Ich denke das liegt zum Teil einfach auch an der Natur der Sache. Enge Kreise braucht man nur bei engen Schläuchen und die sind natürlich - wenn überhaupt- nur sehr viel schwerer zu zentrieren, d.h. du fliegst ständig durch das Steigzentrum und wieder raus. Sicher gibt es Piloten (oder vielleicht Schirm/Gurtzeug-Kombinationen) die das besser machen, aber ich glaube bei engen Bärten ist es einfach immer ein Kampf, drin zu bleiben.
Speziell beim T4 musst du allerdings beachten, dass die Bremse wirklich sehr früh greift und bereits bei kleinem Weg wirksam wird. Du schreibst "Die Außenbremse ist tendenziell fast komplett gelöst". Achte doch mal darauf, ob da nicht noch mehr geht. Ich fliege einmal gewickelt und muss den Arm wirklich komplett strecken um die Bremse voll freizugeben. Dann nimmt der Schirm normalerweise (nach kurzem Warten) auch mehr Schräglage auf. Allerdings gräbt er dann auch ganz schön.
Du schreibst auch, du hast "die Innenbremse recht stark angezogen". Nachdem ich jetzt ein bisschen mehr mit dem Schirm geflogen bin, meine ich es ist besser, ihn laufen zu lassen (ausser bei sehr schwachem Steigen). Vor allem mit viel Gewichtsverlagerung und weniger (Innen-) Bremse geflogen habe ich das Gefühl, im Mittel besser zu steigen und weniger abgedrängt zu werden, auch wenn die Kurvenradien nicht ganz so eng sind und ich nicht immer im besten Steigen fliege.

LG, Michael

Knight
16.04.2015, 13:28
Lieber Michael,

besten Dank für deine Info. Die Aussenbremse ist tatsächlich am "Maximum" dessen was man freigeben kann, ich teile deine Sicht, dass der Schirm ganz schön auf die "Nase" geht, bei engen Radien.
Ich würde es mal mit mehr Gewichtsverlagerung probieren, was mir bis heute ein wenig "missling" in dem Skypper. Hast du mir da ggf. einen Tipp, wie du mehr mit Gewicht arbeitest -speziell in diesem Gurtzeugs?

Besten Dank an alle! Schön, wie konstruktiv es zugehen kann :)
Liebe Grüße,
Knight

Michael Buck
16.04.2015, 17:46
Lieber Michael,

besten Dank für deine Info. Die Aussenbremse ist tatsächlich am "Maximum" dessen was man freigeben kann, ich teile deine Sicht, dass der Schirm ganz schön auf die "Nase" geht, bei engen Radien.
Ich würde es mal mit mehr Gewichtsverlagerung probieren, was mir bis heute ein wenig "missling" in dem Skypper. Hast du mir da ggf. einen Tipp, wie du mehr mit Gewicht arbeitest -speziell in diesem Gurtzeugs?

Besten Dank an alle! Schön, wie konstruktiv es zugehen kann :)
Liebe Grüße,
Knight

Hi Knight,

Gewichtsverlagerung gelingt mir mit dem Skypper eigentlich ganz gut. Ich liege aber auch an der Obergrenze der Zuladung und fülle das Gurtzeug gut aus. Normalerweise kann ich den Schirm in 3-4 Schwüngen ohne Bremsen problemlos so weit aufschaukeln, dass die Ohren weich werden und ich lieber anfange zu stützen (der Rhythmus passt nicht immer perfekt).
Es ist schwer zu beschreiben wie es mit dem Skypper funktioniert, weil es eher intuitiv abläuft. Früher mit normalem Gurtzeug habe ich mit Beine überschlagen gearbeitet, das geht mit Beinsack schlecht. Im Skypper must du mehr mit dem gesamten Körper auf die Seite rollen. Im Extremfall würdest du dich tendentiell um den kurveninneren Tragegurt wickeln. Dazu sollte das Gurtzeug natürlich gut anliegen. Bist du evtl. für dein Sitzbrett zu schmal? Vor allem hilft natürlich auch Brustgurt locker. Ich hab meinen fast komplett auf. Aber Vorsicht, bei mir geht der T4 wenn ich es darauf anlege dann zügig in die Spirale und bleibt auch stabil drin (siehe auch DHV Nachtest). Ich finde, es hilft auch die Beingurte nicht zu locker zu haben. Zum einen erleichtert es den Einstieg nach dem Start, zum anderen bilde ich mir ein, dass ich damit das Sitzbrett auf der kurvenäußeren Seite auch nach oben ziehen kann. Eventuell kannst du insgesamt deine Gurtzeugeinstellung noch optimieren, ich habe bei meinem Skypper auch eine Weile gebraucht, bis es mir optimal getaugt hat, sowohl hinsichtlich Agilität als auch Bequemlichkeit. Jetzt finde ich es genial, ich bin noch nie so bequem und ermüdungsfrei geflogen.

LG, Michael

Knight
16.04.2015, 19:14
Jap, ich bin zu schmal und tendenziell minimal zu klein (172).

Ich werde das mit dem sich "Aufrollen" mal probieren und auch den Brustgurt weiter zu öffnen!
Herzlichen Dank dafür. Nachdem das bescheidene Wetter hoffentlich nächste Woche rum ist, werde ich berichten!

Danke an alle nochmal für die Antworten!!!

marcel1
16.04.2015, 19:20
Ferndiagnosen bei so was sind schwierig.

Aber allgemein, wenn die Thermik eng und deutlich zerrupft ist, dann ist es nie leicht, drin zu bleiben. Mit ner hinreichend agilen Schirm/GZ Kombi kann man es erzwingen, sprich wenn man das Aufstellen merkt - und man muß es im Ansatz merken - dann Außenbremse auf, Gewicht voll rein, Innenbremse kurz und prägnant nachziehen. Vollen Bremsbereich ausnutzen. Das erzwingt das "Reinziehen" in die Kurve normalerweise immer.

Du schreibst außerdem, daß Du die Außenbremse schon komplett auf hast und die Innenbremse relativ tief gezogen. Wenn das stimmt, sollte der Schirm eigentlich auf die Nase gehen und spiralen. In der Thermik passiert das etwas verzögert, aber wenn da gar keine Tendenz zum auf die Nase gehen vorhanden ist, dann ist entweder die Innenbremse nicht wirklich tief gezogen, die Außenbremse nicht komplett auf oder die GZ/Schirm Kombination ist sehr, sehr träge.

Die Frage wäre, wie gut kennst Du den vollen nutzbaren Bremsbereich deines Schirmes und passiert das mit den Raushebeln auch bei engen, aber relativ ruhigen Thermiken? Letzteres sollte definitiv nicht passieren.

regenbogenflieger
16.04.2015, 19:51
Hi Knight ich fliege auch den Skyper allerdings mit nem anderen Schirm.
Wobei ich festgestellt habe das die Einstellung des Brustgurtes die Agilität des ganzen Systems sehr stark beeinflusst.
Die Möglichkeit bei geöffnetem bzw. weiter geschlossenem Brustgurtes über die Gewichtsverlagerung
zu steuern ist extrem unterschiedlich. Zumindest bei meinem Schirm wirkt sich das stark aus.
( ich hatte den Brustgurt beim letzen Flug maximal geöffnet bin aber noch am probieren welche Einstellung mir am besten passt )
Kann dir aufgrund meiner Erfahrungen nur empfehlen unterschiedliche Brustgurt- Weiten aus zu probieren.