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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einordnen der Erfahrungen eines Anfängers



Windhund
26.06.2015, 18:00
So hallo Leute,

jetzt muss ich hier mal auf diesem Wege versuchen meine Gedanken zu ordnen und alles in ein Bezugssystem zu bringen. Ich hoffe Ihr als Erfahrene Gleitschirmflieger könnte mir ein paar Anhaltspunkte geben damit ich weiß was völlig normal ist, was schon eher ruppig (für erfahrene) ist und wie man sich in der ein oder anderen Situation verhält.

Heute war nun mein fünfter Flug nach Prüfung und laut ParaFlightBook hatte der folgende Eckdaten:

Dauer: 60min.
Startüberhöhung: 750m
Steigen: 6m/s (ich müsste jetzt nach sehen ob das Maxwerte sind oder integriert)
Sinken: 5m/s
Höhengewinn: 1890m


Mal vorweg Angst hatte ich keine aber entspannend war der Flug auch nicht, eher fordernd. Ich musste schon immer die Hände an den Bremsen lassen, arbeiten, machen tun. Hatte nicht die Zeit (außer als ich dann in die Talmitte bin um zurück zum Landeplatz zu fliegen) mich großartig umzusehen oder gar Fotos zu machen.

Hier schonmal meine Frage, wie war das bei euch, als es euch das erste mal stramm nach oben gezogen hat, war das für euch alles easy relaxed, bin ich ja zu kopflastig und sollte es eher "gehenlassen"? Ich hatte nach der Stunde erstmal genug und wollte runter, länger fliegen wäre dann wohl irgendwann krampfig geworden. Zur Wolkenbasis wars zu jeder Zeit immer noch ein gutes Stück, hatte also nie das Gefühl das ich jetzt zu hoch bin und runter müsste aber ich fand es eben vom Kopf her anstrengend immer konzentriert zu bleiben, war jetzt so gar nicht wie man sich das zuhause auf dem Sofa ausmahlt, von wegen entspannt über die Alpentäler gondeln. Ich fand es toll, also wie gesagt bitte nicht falsch verstehen. Morgen gerne wieder aber ich hätte es mir eher passiver vorgestellt. Evtl. hab ich aber eben auch zuviel an den Bremsen rumgezupft usw. deswegen fänd ich es eben nett wenn mir mal einer "von damals" berichten könnte wie es so bei ihm war, als die ersten Thermikflüge geklappt haben.


So jetzt noch eine Frage wo ihr euch sicher mit der flachen Hand an die Stirn klatscht. Wenn ich einseitig in eine starke (für mich) Thermik einflügt und es eine Flügelseite hochzieht, dann diese Seite anbremsen, gerade andersherum oder erstmal nix machen bis der Flügel wieder in der Horizontalen ist? Ich hab in den Situationen eher die steigende Seite angebremst, zum einen dachte ich somit einem stärkeren Abkippen entgegen zu wirken und zum anderen um mich eher zu der steigenden Seite hin zu drehen aber eigentlich soll man ja beim einfliegen in die Thermik die Bremsen frei geben damit der Schirm fahrt aufnehmen kann und nicht soweit zurück kippt. Bin mir da unsicher wie ich da am besten reagiere.


So ok, das war jetzt das was mal raus musste, würde mich wie gesagt über feedback freuen. Sehr gerne auch konstruktive Kritik!


Grüße
Oliver

Cowboy
26.06.2015, 18:52
Heute war nun mein fünfter Flug nach Prüfung und laut ParaFlightBook hatte der folgende Eckdaten:

Dauer: 60min.
Startüberhöhung: 750m
Steigen: 6m/s (ich müsste jetzt nach sehen ob das Maxwerte sind oder integriert)
Sinken: 5m/s
Höhengewinn: 1890m

Interessant wär zu wissen wo und wann das war

code5
26.06.2015, 18:58
Hört sich für mich an, als ob es etwas ruppig war, wobei 6m Steigen an sich schon nicht einfach entspannt geflogen werden kann. Wo es schnell hoch geht, geht es auch schnell runter, da muss mann zwingend aktiv fliegen (können).
Dein Schirm verzeiht sicherlich einiges, aber die Arbeit an der Bremse muss schon gefühlvoll vorgehen. Ob du nun zuviel gemacht hast, ist schwer zu sagen, aber dass du reflektierst und versuchst zu verstehen, was da oben passiert und was du hättest besser machen können, ist auf jeden Fall der richtige Weg!
Beschäftige dich mehr mit aktivem Fliegen. Schaue dir Videos dazu an und lese im Forum ein wenig rum. Ob du dann beim Einfliegen in die Thermik bremst oder eher laufen lässt wird sich je nach Situation ergeben. Ist der Schirm hinter dir -> laufen lassen, ist der Schirm vor dir -> abfangen. Das sind natürlich keine digitale Bewegungen und müssen nicht synchron geschehen (im Gegenteil).

Ich glaube, du bist da auf dem richtigen Weg...

thmu
26.06.2015, 19:25
Wenn solche Steig- und Sinkwerte passieren, ist die Luft schon ziemlich ruppig. Generell würde ich sowas für Frischlinge für ungeeignet erachten. Auch für Flieger mit 20 Jahren Flugerfahrung ist das eher kein Panorama-Sightseeing-Fotoflug.
Die Entscheidung landen zu gehen war sicherlich kein Fehler.

Ich würde empfehlen lieber erst mal bei ruhigeren Bedingungen, z.B. in ruhigerer Abendthermik zu fliegen. Flüge in zu ruppigen Bedingungen können einem auf Flugangst konditionieren und die ganze Fliegerei vermiesen.

Hast Du vor Ort mit anderen Fliegern geredet? Wie haben die die Bedingungen empfunden?

Keine Ahnung wo und wann Du unterwegs warst. Aber es kann gut möglich sein, dass ein, zwei Stunden später schön gemütliche Dümpelbedingungen geherrscht haben, die zu einem wesentlich schöneren Flugerlebnis geführt hätten.

bigben
26.06.2015, 19:29
Interessant ist gerade am Anfang, die persönliche (hier Deine) und unerfahrene Einschätzung. War das jetzt kritisch, oder so was? Mir hat geholfen, nach Flügen, die ich als "bockig" eingeschätzt habe, mit Kollegen oder FL zu reden und sie zu fragen, Sach mal: Wie waren die Bedingungen heute so auf einer 10er Bockigkeits-Skala, so von harmlos bis gefährlich: Ach nur 3, na dann - gespeichert heute = 3 ... und so kann man eigene und andere Erfahrungen in eine Beziehung bringen. Bemerke ich z.B meine gespeicherte "7" gehe ich ratz fatz landen, das muß ich nicht zwingend haben, zumal es auch keinen Spaß mehr macht.

Hoffe geholfen zu haben

Gruß bigben

Theo Retisch
26.06.2015, 19:33
Hört sich nach Kössen heute an - da ging es auch so zu. Auf meinem Skytraxx (3 sec sind als Integrationszeit eingestellt) waren es heute +6 / -5,5 m/s und ich habe keinen Spiralansatz oder sonstige Abstiegshilfen geflogen ...
Wenn jemand mit 5 Flügen nach der Prüfung in solchen Bedingungen fliegt und sich halbwegs wohl fühlt - Respekt!
Ich hatte nach einer guten halben Stunde dann die Nase voll und bin weggeflogen. Ich finde es gut dass Du Dir selbst eine Grenze gesetzt hast und nach einer Stunde landen gegangen bist. Wenn es dann "krampfig" wird, wird es selten gut.
Was das einseitige anbremsen angeht würde ich sagen, dass eher die Seite laufen gelassen werden sollte die steigt und die "Nicht-Thermik-Seite" moderat angebremst werden sollte - immer abhängig natürlich von der Gesamtsituation. Hängt die Kiste eine Meile hinter Dir ist Bremsen selten eine gute Idee .... :rolleyes:
Wenn Du natürlich die Eintrittskante auf Dich zukommen siehst :eek: wäre die Bremse durchaus eine Option. Tendenziell wird der Schirm wohl auch Richtung Thermik ziehen und eindrehen. Allerdings glaube ich, dass, wenn es Dir den Schirm einseitig so heftig anhebt wie beschrieben, eindrehen und zentrieren ohnehin schwierig wird.

Gruß
Torsten

Windhund
26.06.2015, 19:45
Es war am Nebelhorn, gegen Nachmittag. Später oder früher fliegen kommt für mich nicht in Frage, ich muss Morgens und Abends arbeiten. Wenn ich Zeit habe, dann zwischen 11 und 16 Uhr.

Das man allgemein die Bremse frei gibt wenn der Schirm hinter geht bzw. man anbremst wenn er vor kommt um ihn immer über einem zu halten ist mir klar und habe ich auch - im Rahmen meiner Möglichkeiten - so umgesetzt. Wenn er aber stark einseitig kam hatte ich nicht so das Gefühl er würde zurück kippen sondern eben nur hoch kommen. Aber das Gefühl kann hier sicherlich täuschen und das zurückkippen ist mir beim stärkeren seitlichen Abkippen nicht so aufgefallen. Klapper hatte ich definitiv keine.

Geflogen wurde viel. Sowohl privat als auch die gewerblichen Tandemflieger. Nach der Landung habe ich mit keinem gesprochen, da sonst keiner am Landeplatz war. Vor dem Start habe ich mich aber mit einigen Leuten (auch die gewerblichen Tandemflieger) über die aktuelle Situation geredet. Auf Grund deren Einschätzung habe ich mich von den richtig ruppigen Stellen ferngehalten.

Im Lee is schee!
26.06.2015, 21:43
Wenn ich Zeit habe, dann zwischen 11 und 16 Uhr.

Das ist ja echt die geilste Zeit am Nebelhorn.
Wenn du da nichts lernst, wann dann? :D

Wenn du nur da Zeit hast zum Fliegen solltest du dich an diese Bedingungen gewöhnen. Zum Glück wird´s ja jetzt eher ruhiger.
Mach dir noch mal klar wann du Nord und wann du Südseitig rausfliegen kannst/darfst, das ist das A&O am Nebelhorn!
An Pfingsten hat´s einen "Neuling" wieder böse zerlegt (hat der überhaupt überlebt?).

Ansonsten, was für einen Schirm fliegst du? Machen Schirme ziehen in die Thermik hinein manche kippen nach hinten. So pauschal, ob du bei einem einseitigen Heber was anbremsen musst kann man so nicht sagen.

Windhund
26.06.2015, 22:07
Bin auf der Südseite rausgeflogen. Die Tandemjungs sind eher auf der Nordseite raus aber sonst alle Süd. Bin dann mit bisserl Glück über den Grat gekommen und um den Seealpsee gings dann stramm nach oben.

Ich fliege nen UP Ascent 3, falls du zu dem was sagen kannst, wäre das natürlich toll.

tomlom
26.06.2015, 22:43
Da ich auch erst seit knapp einem Jahr Fliege kann ich aus Erfahrung sprechen wenn ich sage,
dass die ersten Thermikflüge wo es mal mehr rauf und runter geht ( und +/- 5-6 Meter zählen auf jeden Fall dazu) immer ehr ein mulmiges Gefühl anfangs hinterlassen.
Während der Schulung waren wir manchmal auch an der Winde...An meinem ersten Flug Tag Abends im April wunderschöne großflächige Blauthermik gehabt...es ging genüsslich hoch.
Da kam nie Stress auf.

Dann ein halbes Jahr später am Wochenende von meinem Prüfungsflug in Kössen, am nächsten Tag thermisch aktives Wetter gehabt. Fluglehrer meint wir seien jetzt auf uns gestellt, würde uns aber noch mit Funk bei den ersten Thermikflügen unterstützen wenn wir es wollen. Bedienung waren auch für Anfänger fliegbar. (Wenig wind, angenehme kleine Cummuli)

Naja und da gings dann auch mit 5-6 Meter rauf und ja Aktiv fliegen gehört zum Thermikfliegen dazu, auch wenn man einen tollen und gutmütigen Schirm wie den Ascent3 hat.
Mir war nach ner halben Stunde so unwohl (trotz Meinung vom Fluglehrer das alles gut läuft), dass ich nur noch runter wollte.
Dann nochmal ein halbes Jahr später und paar Flüge mehr ging es im März auf die Seiser Alm. Da ging es dann auch sehr ruppig rauf auf 3000m, war aber viel entspannter als noch in Kössen.

Mit der Zeit gewöhnt man sich daran.
Somit kann ich dir nur sagen, nimm dieses mulmige Gefühl mit, verarbeite es, denn Konzentrieren muss man sich während so einem Flug immer, aber es wird leichter und entspannter und man traut sich mehr.

Was ich aber auch noch nicht immer ganz verstehe, was du in deiner zweiten Frage wissen willst: Wenn man seitlich in ne Thermik fliegt und es eine Schirmseite hebt, ist die Thermik dann auf dieser Seite, oder wird man in die andere Richtung quasi ein gesogen? Ich glaub schon einige Bärte links liegen gelassen, wegen solchem Unwissen. Pauschal hätte ich gesagt, wenn es z.b. links den Flügel hebt, gleich links einlenken...kann mich aber auch irren ;)

Gruß
Thomas

kerim
26.06.2015, 23:22
ich fand es eben vom Kopf her anstrengend immer konzentriert zu bleiben, war jetzt so gar nicht wie man sich das zuhause auf dem Sofa ausmahlt, von wegen entspannt über die Alpentäler gondeln. Ich fand es toll, also wie gesagt bitte nicht falsch verstehen. Morgen gerne wieder aber ich hätte es mir eher passiver vorgestellt. Evtl. hab ich aber eben auch zuviel an den Bremsen rumgezupft usw. deswegen fänd ich es eben nett wenn mir mal einer "von damals" berichten könnte wie es so bei ihm war, als die ersten Thermikflüge geklappt haben.



Hi,

meine ersten Thermikfluege waren eher gemaechlicher natur und dem entsprechend konnte ich dann auch laenger fliegen. Spaeter hatte ich dann Tage wo es mich richtig rumgebeutelt hat und da ging es mir genau so wie dir. Es kam mir vor wie Wildwasser Kajak nur dass man dort wenigstens die Stromschnellen sieht. Heute nach 21 Jahren geht es mir uebrigens immer noch aehnlich. Nach einer Stunde habe ich meistens keine Lust mehr wenn es bockt, es sei denn ich habe eine Aufgabe. Beim Streckenfliegen kann ich mich auch 4 oder 5 Stunden konzentrieren und verliere nie die Lust am fliegen. Ist fast so als ob du einen 20 km Marsch machst. Einmal immer um den gleichen Haeuserblock und einmal durch eine tolle Landschaft und in guter Gesellschaft. Zwar legt man die gleiche Strecke zurueck, trotzdem vergeht vermutlich beim letzteren die Zeit wie im Flug ;)

Wie bockig ein Flug ist ist uebrigens erstaunlich unabhaengig von den Steigwerten. Ich hatte schon zerissene 2 m/s Lee Thermik wo ich mir fast ins Hemd gemacht habe und dann 8 m/s wo ich noch ans Telefon gegangen bin wenn jemand anrief. Tagesform ist auch wichtig und ob man lange nicht in Thermik geflogen ist.

Ich habe dann noch eine weitere Technik entwickelt, eine Art inneres Barometer. Mein Ziel ist es einen inneren Zustand zu erreichen der von er Entspanntheit der zuhause auf meinem Sofa gleicht. Wenn ich das hab weis ich alles ist ok. So ueberwache ich neben all den anderen Dingen im Flug mich selbst. Bin ich zu weit vom Sofafeeling weg, und sehe ich keine Chance da noch irgendwo in die Naehe zu kommen, gehe ich Landen. Klingt bekloppt, aber fuer mich hat das bisher ganz gut funktioniert.

Liebe Gruesse,

Kerim

Im Lee is schee!
26.06.2015, 23:23
Ich fliege nen UP Ascent 3, falls du zu dem was sagen kannst, wäre das natürlich toll.

Ich kenn nur den Makalu und das ist ja ein richtig braver Schirm, der Ascent sollte ja noch zahmer sein.
Trotzdem weiss ich nicht mehr, ob er bei einer Thermik beisst oder hängt und darauf kommt es an wie du reagieren solltest.

Im Prinzip zieht es jeden Schirm in die Thermik hinein nur eben mit unterschiedlichen Vorzeichen: Wenn er beisst solltest du auf dieser Seite Gewicht machen (dich hinein lehnen aber die Bremse nicht ganz aufmachen), wenn er anfängt zu hängen musst du (jedenfalls auf dieser Seite) die Bremse komplett aufmachen.

Automatisiertes, aktives Fliegen, das ist deine nächste Aufgabe für dieses Jahr!

Im Lee is schee!
26.06.2015, 23:33
Ich habe dann noch eine weitere Technik entwickelt, eine Art inneres Barometer. Mein Ziel ist es einen inneren Zustand zu erreichen der von er Entspanntheit der zuhause auf meinem Sofa gleicht. Wenn ich das hab weis ich alles ist ok.

+1

Wenn es stressig wird tendierte ich dazu mich eher aufzurichten.
Das Ergebnis: Ich verkrampfe, die Bauchmuskeln verhärten, die Reaktionen werden langsamer und mir wird mit der Zeit schlecht.

Ein mentales Mantra hilft mir dabei meine relaxte Sitzposition zu behalten und alle negativen Aspekte auszublenden.
Allein dieser Punkt, stressige Situationen relaxt durchzustehen hat mich immens weiter gebracht.
Mentales Training, ausserhalb des Fliegens, wird häufig unterschätzt.

Windhund
26.06.2015, 23:47
Als laut Thermik Test soll der Ascent weder graben, hebeln oder schieben sich aber auch nicht "dynamisch in die Thermik hinein beißen".

marcel1
27.06.2015, 00:12
Und mal nebenbei: Nicht nur, daß die stärkeren Thermiken durchaus die ruhigeren sein können. Auch sagen diese Zahlenwerte wie 6 m/s Steigen rein gar nix aus, weil es meist Peakwerte sind, die fast beliebig hoch ausfallen können.

Eben je nach Aufzeichnungsintervall, Streuung der Meßwerte und Integration bzw. Dämpfungsfunktion hat eine 2.5 m/s Thermik gerne mal 5.5 m/s Peakwerte. Was natürlich auch schon ordentlich aktive Luft sein kann. ;-)

Ne echte 6 m/s Thermik sind absolute Kachelbedingungen. Das heißt ein Kreis ca. 120 Meter höher und nach 3 Minuten 1000 Hohenmeter mehr auf der Uhr. Das ist Hochbeamen, kein normales Thermikfliegen mehr. Das ist - durchaus auch zum Glück, weil jeden Tag Brauch ich das nicht - ziemlich selten in unseren Breitengraden .

Flattervogel
27.06.2015, 01:45
Thermik fliegen braucht viel Konzentration und arbeit, wenn die Bedingungen nicht sehr ruhig sind, und das sind sie in den Alpen selten.
Mit der Übung kommt dann auch die Routine und die Ausdauer, und längeres Fliegen wird erst möglich.
Viel Spaß auf dem Weg!

BobNL
27.06.2015, 10:21
So hallo Leute,

Heute war nun mein fünfter Flug nach Prüfung und laut ParaFlightBook hatte der folgende Eckdaten:

Dauer: 60min.
Startüberhöhung: 750m
Steigen: 6m/s (ich müsste jetzt nach sehen ob das Maxwerte sind oder integriert)
Sinken: 5m/s
Höhengewinn: 1890m



Hier schonmal meine Frage, wie war das bei euch, als es euch das erste mal stramm nach oben gezogen hat, war das für euch alles easy relaxed, bin ich ja zu kopflastig und sollte es eher "gehenlassen"? Ich hatte nach der Stunde erstmal genug und wollte runter, länger fliegen wäre dann wohl irgendwann krampfig geworden. Zur Wolkenbasis wars zu jeder Zeit immer noch ein gutes Stück, hatte also nie das Gefühl das ich jetzt zu hoch bin und runter müsste aber ich fand es eben vom Kopf her anstrengend immer konzentriert zu bleiben, war jetzt so gar nicht wie man sich das zuhause auf dem Sofa ausmahlt, von wegen entspannt über die Alpentäler gondeln. Ich fand es toll, also wie gesagt bitte nicht falsch verstehen. Morgen gerne wieder aber ich hätte es mir eher passiver vorgestellt. Evtl. hab ich aber eben auch zuviel an den Bremsen rumgezupft usw. deswegen fänd ich es eben nett wenn mir mal einer "von damals" berichten könnte wie es so bei ihm war, als die ersten Thermikflüge geklappt haben.


So jetzt noch eine Frage wo ihr euch sicher mit der flachen Hand an die Stirn klatscht. Wenn ich einseitig in eine starke (für mich) Thermik einflügt und es eine Flügelseite hochzieht, dann diese Seite anbremsen, gerade andersherum oder erstmal nix machen bis der Flügel wieder in der Horizontalen ist?
Grüße
Oliver

Erstmal, bei mir hat es schon eher ein- zwei Jahre gedauert bevor ich einen Flug hatte mit solchen Eckdaten. Dazu muss man sagen das ich im Flachland unterwegs bin. Deine Reaktionen sind völlig normal, eigentlich tastet man sich langsam ran.
Wenn es mir eine Seite zügig hebt, dann dreh ich dahin, aber mit Gefühl. Die bremse auf der Seite wird dann so hart, das man nur ein kleines bisschen auf Druck gehen muss um da rein zu drehen. Es kommt dann eher auf Druck an als auf die tatsächliche Position der Bremse.

Willi Wombat
27.06.2015, 16:09
Dauer: 60min.
Startüberhöhung: 750m
Steigen: 6m/s (ich müsste jetzt nach sehen ob das Maxwerte sind oder integriert)
Sinken: 5m/s
Höhengewinn: 1890m

Mal vorweg Angst hatte ich keine aber entspannend war der Flug auch nicht, eher fordernd. Ich musste schon immer die Hände an den Bremsen lassen, arbeiten, machen tun. Ich bin gestern um 3 und um 4 an der Stelle vorbeigeflogen.
Das waren schon sehr kräftige, aber keine bösartigen Bedingungen.
Der Nebelhorn-Rubihorngrat war wie zu erwarten deutlich überspült, am Schattenberggrat ging es auf 2700-2800m.

Ich nehme bei solchen Bedingungen auch keine Hand von der Bremse und fliege voll konzentriert.
6m Steigen sagt nicht viel, da kommen immer so seltsame Werte raus. Ich würde aber sagen, 3m/s integriert waren schon drin und das ist mehr als man am Stammtisch denkt.
Besonders anfängertauglich ist das Nebelhorn zu dieser Zeit nicht.
Erkundige dich bei guten! ortskundigen Piloten genau, wo man da am Nachmittag hinfliegen darf und wo nicht.
Das Lee vom Gaissfuß ist auch für Anfänger ganz gut verstänbdlich, aber in der Ecke zwischen Höfats und Seealpsee und Schneck helfen Erfahrungswerte sehr.
Es gibt Tage mit deutlich mehr Talwind, wo alleine das Landen um 16 Uhr in dem kleinen Kessel an der Talstation gruselig ist.

Mach halblang.
Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde als du denkst.

soundglider
27.06.2015, 16:55
So jetzt noch eine Frage wo ihr euch sicher mit der flachen Hand an die Stirn klatscht. Wenn ich einseitig in eine starke (für mich) Thermik einflügt und es eine Flügelseite hochzieht, dann diese Seite anbremsen, gerade andersherum oder erstmal nix machen bis der Flügel wieder in der Horizontalen ist? Ich hab in den Situationen eher die steigende Seite angebremst, zum einen dachte ich somit einem stärkeren Abkippen entgegen zu wirken und zum anderen um mich eher zu der steigenden Seite hin zu drehen aber eigentlich soll man ja beim einfliegen in die Thermik die Bremsen frei geben damit der Schirm fahrt aufnehmen kann und nicht soweit zurück kippt. Bin mir da unsicher wie ich da am besten reagiere.


Hi Oliver,

ich finde es toll, dass du dich mit deiner Ausrüstung, deinem Flugstil und deinen Möglichkeiten aktiv und mental auseinandersetzt. Damit gehörst du schonmal zu den besten 20% aller GS-Piloten. Mach weiter so!
Der wichtigste Tipp den ich dir bzw. allen Piloten die so herangehen wie du geben kann ist: Trau dich zu experimentieren, schau wie der Schirm am flüssigsten und angenehmsten reagiert. Versuch alle Möglichkeiten kennen zu lernen (Bremse symmetrisch/asymmetrisch, Beschleuniger symmetrisch/asymmetrisch, Gewichtsverlagerung (Kurvenaußenseite/innenseite) ). Meistens ist das, was sich gut anfühlt auch nicht ganz verkehrt. Wenn du das Gefühl hast, dich auch durch thermische Luft natürlich und elegant wie ein Vogel zu bewegen, dann machst du das meiste richtig - bis dahin werden allerdings noch viele Flugstunden vergehen.

Sichere Schirme (bis Low-B) kippen beim Einflug in die Thermik aufgrund ihrer Nickdämpfungseigenschaften meistens nach hinten. Hier ist es sinnvoll, die Bremsen freizugeben, bis der Schirm wieder über dir ist. Rollbewegungen solltest du grundsätzlich ausgleichen, das geht aber normalerweise mit dem Körpergewicht und wenig Bremse, wenn dein Gurt richtig eingestellt ist. Ich würde dir hier eine möglichst weite Brustgurteinstellung empfehlen, auch wenn es anfangs vielleicht etwas kippelig erscheint. Gewöhn dich dran in der Hüfte locker zu bleiben und mit den Kippbewegungen des Sitzbretts mitzugehen. Ich glaube nicht, dass das Rollen das du bemerkt hast etwas mit der Thermik zu tun hat die auf einer Seite stärker steigt. So etwas merkt man eher bei höher gestreckten Schirmen, aber auch da ist es oft sehr subtil. Eher liegt das an allgemeinen Turbulenzen, die deinen Schirm aufschaukeln. Durch mehr Übung wirst du dieses Aufschaukeln schon im Ansatz mit Körpergewicht und etwas Bremse unterbinden.

Bei vielen Anfängerschirmen ist folgender Ablauf beim Einflug in die Thermik ganz gut (sieh das als Ideen, nicht als Anleitung): 1. Bremsen aufmachen -> Kappe kommt leicht nach vorne, Schirm bekommt Energie 2. Wenn der Schirm leicht nach vorne kommt Gewicht innen, Bremse innen, Außenbremse auf -> Schirm geht in die Kurve, taucht aber leicht nach unten weg 3. Sobald Schräglage erreicht ist, Außenbremse etwas nachziehen um das Wegtauchen zu unterbinden 4. Je nach Schirm Gewicht wieder etwas neutraler verlagern.

Um das richtige Feeling zu entwickeln empfehle ich Rollübungen, bzw. niedrige (!) Wingover, mit dem Ziel der Gleichmäßigkeit (10x hintereinander, ohne dass sich deine mittlere Flugrichtung ändert).

Achja und nochwas: Nimm dich vor dem sog. Intermediate-Syndrome in acht. Talentierte Anfänger mit steiler Lernkurve tendieren am schnellsten dazu, sich zu überschätzen, in Form von zu heißer Ausrüstung oder ungeeigneten Flugbedingungen. Defensives Risikomanagement ist hier deine Lebensversicherung!

thermike.de
27.06.2015, 17:22
Cool, bin gestern mittags gegen 12.15 Uhr am Nebelhorn von meiner Mittagrunde vorbeigekommen:D.
Die Thermik am Nebelhorn ist schon eine andere Liga, als bei den Vorgebirgshügeln mit 1500 m..., am Söllereck bin ich von 1350 auf 2350 gestiegen, butterweich bis an die Basis, auf dem Weg dahin bin ich zweimal zwischn den Wolken im halbgas in die Thermik reingesägt...war ein cooler Lupfer wenn man dann aus dem Beschleuniger geht. Am Schattenberg wieder sicher aufgesoart und dann in der Thermik an die Basis.

Auf alle Fälle kommst Du am Nebelhorn zu den meisten Flugstunden in Deutschland, wenn du jeden Tag gehst, oft reicht als Anfänger die letzte Bahn und ist vielleicht momentan die bessere Wahl als mittags rauszugehen!
Halt dich an die Locals und ein Jahr Nebelhorn ergibt mehr Flüge, Km und vor allem Erfahrungen als die meisten anderen süddeutschen Fluggebiete.

Was ich in der ersten Saison gelernt habe, ich kann noch nichts. Nach 40 Schulungsflügen bei ruhigen Bedingungen, ist man auf sich allein gestellt. Fliegen klappt schon, nur wenn es dann mal wirklich geht, wie komme ich(schnell) runter. Das Ohrenanlegen ist ja ganz nett, aber wenn es dir dann so geht wie mir, dass es immer noch mit 4 m/sec. steigt...(war am Spießer), so habe ich das Spiralen gelernt:o.

Grüße Michael

P.S: morgen, Dienstag, Mittwoch geht was:D

Im Lee is schee!
27.06.2015, 17:38
P.S: morgen, Dienstag, Mittwoch geht was:D

Und ich muss einen kleinen Bandscheibenvorfall auskurieren.
Danke! :mad:

Goeldi
27.06.2015, 18:19
@soundglider
klasse statement, jetzt fehlt mir schon wieder der like button ;)

Windhund
28.06.2015, 00:59
Wenn euch langweilig ist oder ihr nicht einschlafen könnt, hier der Flug in voller Länge (nur ein paar Stellen mit Zeitraffer wo so gar nichts passiert). Aber Achtung, sind 40 Minuten!

https://youtu.be/9_zOKLdoYPs

Auf dem Video wackelt es im übrigen viel weniger als ich das beim fliegen empfunden habe, keine Ahnung ob das der Bildstabilisierung der Kamera geschuldet ist oder ob sich für mich nur alles deutlich "dramatischer" angefühlt hat.



Soundglider danke für die Tipps und aufmunternden Worte. Witzig das du jetzt sagst, ich soll den Brustgurt möglichst weit einstellen, ich habe den eigentlich eher eng eingestellt weil man doch immer wieder liest, dass sich sonst die Klappergefahr deutlich erhöht.

Das mein Schirm beim betreten/verlassen der Thermik deutlich nickt kann ich bestätigen aber das, wie gesagt, versuche ich eh schon möglichst zu kompensieren. Nach hinten ist er mir aber schon 2-3 mal weg genickt weil ich in dem Moment gar nicht auf der Bremse war. Überholt hat er mich aber eigentlich nie.

Dein letzter Satz hat auch viel wahres. Beim Thema Ausrüstung bin ich sicherlich gefährdet, beim Risikomanagement vertraue ich im Zweifelsfall meiner Freundin und bleibe am Boden, wenn Sie kein gutes Gefühl hat. Sie ist auf meinem Video der blaue Schirm der vor mir raus geht und immer mal wieder kurz im Film zu sehen ist.

soundglider
28.06.2015, 08:19
https://youtu.be/9_zOKLdoYPs

So wie ich das aus dem Video beurteilen kann, solltest du wirklich deine Gurtzeugeinstellung nochmal etwas optimieren. Du fliegst definitiv noch mit zu wenig Gewichtsverlagerung und etwas zu verkrampft. Stell das Gurtzeug so ein, dass deine Nasenspitze im Flug etwa 10cm hinter der Tragegurtebene ist, ich glaube du bist etwas zu weit vorne. Wo hast du das mit dem Brustgurt gelesen? Es ist genau gegenteilig, je enger du den Brustgurt stellst, desto weniger kannst du auf Entlaster reagieren und desto leichter klappt dein Schirm. Taste dich stückweise an eine möglichst weite Einstellung heran (min. 45cm) und lerne mit dem kippeligeren Sitzbrett umzugehen. Was am Anfang noch komisch erscheint ist nach einer Gewöhnungsphase eine der wichtigsten Informationsquellen für aktiven Flugstil.

Windhund
28.06.2015, 08:48
Weiter nach hinten geht nicht. Bei meiner Größe von 2m hab ich schon Einstellungsmöglichkeiten voll ausgereizt.

Bzgl Brustgurtweite hab ich wohl die diversen DHV Unfallberichte im Kopf gehabt, mit Aussagen wie dieser:


Die eingestellte Brustgurtweite von 58 cm. In dieser maximal weiten Einstellung erfolgt das Abkippen nach einem seitlichen Einklapper deutlich markanter als bei der vom Hersteller Skywalk empfohlenen Brustgurtweite von 44 cm. Durch die weite Brustgurteinstellung wird generell die Kontrolle über den eingeklappten Schirm erschwert, besonders die Gewichtsverlagerung zu offenen Seite und die Gefahr erhöht, sich dabei auf der Bremsleine abzustützen und so einen Strömungsabriss zu provozieren. Das Gesagte gilt generell für alle Gurtzeuge, im besonderen Maße aber für solche, mit so niedriger Aufhängehöhe wie das Unfallgurtzeug (37 cm zwischen Sitzbrett und Karabineraufhängung).

Goeldi
28.06.2015, 09:03
Mal ne grobe Erklärung, vorausgesetzt die Aufhängehöhe ist identisch:
Enger Gurt: ruhigeres Fluggefühl, man nimmt den Schirm, die Luft, weniger wahr, grössere Twistgefahr aber geringeres abkippen bei Klapper.
Breiter Gurt: kippeligeres Fluggefühl, man nimmt den Schirm, die Luft, mehr wahr, geringere Twistgefahr, grösseres abkippen bei Klapper.

Hohe Aufhängung = weniger Schirmgefühl, schlechtere Steuerung durch Gewichtsverlagerung
Niedrige Aufhängung = mehr Schirmgefühl, bessere Steuerung durch Gewichtsverlagerung

Gurtzeuge mit extrem niedriger Aufhängung in Verbindung mit extrem weitem Gurt sollte darum also nur von wirklich erfahrenen Piloten mit einem sehr guten Schirmgefühl geflogen werden! Ich persönlich wäre bei einer Kappenstörung damit sicherlich auch überfordert ;)

Im Lee is schee!
28.06.2015, 10:28
Bzgl Brustgurtweite hab ich wohl die diversen DHV Unfallberichte im Kopf gehabt, mit Aussagen wie dieser:


Die eingestellte Brustgurtweite von 58 cm.

Naja, zwischen empfohlenen 44cm und komplett offenen 58cm (allerdings bekomme ich meinen Brustgurt gar nicht weiter auf als ca. 50cm) ist schon ein grosser Unterschied. ;)

Was mir in deinem Video auch noch aufgefallen ist: Deine Handhaltung.
1. Wenn du schon den "Schisteckengriff" machst dann führe den Griff zwischen Daumen und Zeigefinger. Dann kannst du die Faust schliessen und hast einen besseren Kraftschluss.
2. Bist du meist in Kontakt mit deinem Tragegurt. Das macht eine erhöhte Reibung und du kannst viel schlechter auf wechselnde Zugkräfte der Bremsen reagieren. Am Anfang des Erlernens des aktiven Fliegen ist es am Wichtigsten nur mit dem Gewicht der Arme den Bremsen zu folgen. Ohne Verzögerung.
Das musst du verinnerlichen und automatisieren so das du auch in anderen Flugzustände (Thermikkreise) diese Kräftebalance ohne gross nachzudenken aufrecht erhalten kannst.
Deswegen: Relaxt im Sitzgurt zurücklehnen, nur mit Gewicht der Arme die Bremsen halten (Bei A Schirme reicht das ja noch locker aus) und darauf achten, das die Bremsleinen eine gerade Linie bilden. Also nicht zu dir heranziehen oder nach aussen wegdrücken.

Windhund
28.06.2015, 11:36
Bzgl. Bremsengriff bin ich noch am experimentieren, ich habe noch keine, für mich, befriedigende Greiftechnik gefunden. Bin da noch am herum experimentieren.
Ja an den Tragegurten stabilisiere ich mich immer etwas damit es nicht so kippelig ist. Daher drücke ich mit den Händen immer etwas von außen auf die Tragegurte. Das das nicht optimal ist, ist mir auch bewusst aber ich hoffe das weg zu bekommen wenn ich allgemein relaxter bin.

Goeldi
Was ist denn eine hoher oder niedriger Aufhängepunkt? Laut Anleitung hat mein Gurtzeug eine Höhe des Aufhängepunkts von 46cm und den Brustgurt kann man zwischen 33 und 53cm einstellen.

Golondrino
29.06.2015, 22:39
Bzgl. Bremsengriff bin ich noch am experimentieren, ich habe noch keine, für mich, befriedigende Greiftechnik gefunden. Bin da noch am herum experimentieren.
...

Dazu der Peter: (evtl. kennst Du das schon...)
https://youtu.be/-ybmR5VOYac?t=31m31s

Ginge auch mit herkömmlichen Griff.
Fingerspitzengefühl!

Im Lee is schee!
30.06.2015, 08:19
Im Grunde ist ja die Schistockhaltung nichts Schlechtes (Im Sommer, dünne Handschuhe!) nur dann muss die Leine zwischen Daumen und Zeigefinger genommen werden um den von Peter geforderten direkten Kontakt zu haben.

Die Schistockhaltung hat den Vorteil, das man die Leinen schon beim Start in optimaler Position haben kann (beim Vorwärtsstart, rückwärts so wie so) was beim normalen Wickeln nicht so einfach ist.

Goeldi
30.06.2015, 08:47
...
Goeldi
Was ist denn eine hoher oder niedriger Aufhängepunkt? Laut Anleitung hat mein Gurtzeug eine Höhe des Aufhängepunkts von 46cm und den Brustgurt kann man zwischen 33 und 53cm einstellen.

Hoi Windhund, was heutzutage extrem hoch bzw. extrem niedrig ist entzieht sich meiner Kenntnis, dazu war ich zu lange raus :o Also meine aktuelles Gutzeug hat auch eine Aufhängehöhe von 46 cm und eine Brustgurtweite von ca 42-54 cm, was also heutzutage für uns Durchnittsflieger normal zu sein scheint ;) Ich fliege es darum immer mit komplett geöffnetem Brustgurt, also maximaler Weite!

Liga bzw. Wettkampfpiloten fliegen sicherlich Gutzeuge mit viel geringeren Aufhängungen, damit der Schirm für sie einfacher über Gewicht zu steuern ist und sie jeden Lufthauch spüren. Zumindest denke ich mir das ;)

Extrem waren vor ein paar Jahren zB Liegegurtzeuge mit Aufhängehöhen von um 30 cm!

seidenschwan
30.06.2015, 08:51
Ich hab` jetzt nicht den ganzen Film angeschaut ..-.muss heute noch arbeiten um ab 12 in die Luft zu kommen-
meine unbedeutende Meinung bezüglich der Bremsentechnik.
kann es sein dass deine Steuerleinen etwas zu lange eingestellt sind? und indem du diese Bremsgrifftechnik benutzt hast du wenig Steuerweg nach unten und kannst nicht wirklich "Aktiv" fliegen.

Ich habe den Eindruck deine Hände sind bei normalen Steuerdruck schon recht weit unten. du kannst damit nicht wirklich anbremsen wenn die Kappe vor kommt und hast weniger Gefühl. Ich fliege eigentlich immer mit "halben Schlag und den Steuerleinen am Daumen anliegend. Damit habe ich eine art Grundspannung an den Steuerleinen die den Schirm bis zu einen Gewissen Grad schon von selbst beruhigt. ( Die oft genannten zwei Kilo - die je nach dem auch grausam mehr werden können:cool:)

Ach ja, als du dich nicht mehr wohl fühltest mit welcher Technik bist du denn runter???


Lasse mich aber gerne berichtigen

Johann

Windhund
30.06.2015, 09:50
Danke für die verschiedenen Tipps. Die Videos vom Peter Cröniger hatte ich mir in der Tat schonmal vor ein paar Wochen angeschaut. Ich werde jetzt mal schauen ob ich mit Klett oder Kabelbinder die Griffe so umbauen kann wie er es empfiehlt.

Brustgurt werde ich zudem wieder ein gutes Stück weiter aufmachen.

Bzgl. Steuerleinen Länge fehlt mir der Vergleich, bin bisher nur diesen Schirm geflogen. Er war aber neu und ich habe nichts daran verstellt. Es müsste also alles so sein, wie vom Hersteller gedacht.

Runter bin ich mit keiner speziellen Technik. Ich bin erstmal in die Mitte vom Tal geflogen und da dann einfach gerade raus nach Oberstdorf. Da habe ich dann noch ein bischen "Sightseeing" gemacht und bin einfach hin und her geflogen bzw. bin etwas gekreist um ein Gefühl für den Talwind zu bekommen.
Allerdings hatte ich in der Talmitte schon ordentliches Sinken. Im besten Gleiten hatte ich da ein Sinken von 3m/s.

seidenschwan
30.06.2015, 14:13
Danke für die verschiedenen Tipps. Die Videos vom Peter Cröniger hatte ich mir in der Tat schonmal vor ein paar Wochen angeschaut. Ich werde jetzt mal schauen ob ich mit Klett oder Kabelbinder die Griffe so umbauen kann wie er es empfiehlt......

.

Was willst du umbauen??
Ich würde nichts umbauen, du musst ja nur eine halbe Wicklung aufnehmen

Johann

Im Lee is schee!
30.06.2015, 14:22
Ich würde nichts umbauen, du musst ja nur eine halbe Wicklung aufnehmen.

Wie schafft ihr es beim Start nicht die sogenannte Touristenhaltung (laut Peter Cröninger) zu machen sondern von Anfang an den Wirbel zwischen die Finger zu haben?
Ich schaff das nur wenn ich durch den Griff durchgreife (Schistockhaltung).

Windhund
30.06.2015, 14:29
Was willst du umbauen??


http://www.dhv.de/web/medien/dhv-tv/sendungenproductions-2013/thermikmesse-2013/skywalk/

seidenschwan
02.07.2015, 08:19
ich sag nur.- nix umbauen , halber Schlag reicht und sorgt für ordentliche "Vorspannung":)

Johann

bigben
02.07.2015, 10:17
Auch auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole:

............. aber es Dich nicht zu stören scheint, daß ein wichtiger Teil deiner Konzentration für die blöde Filmerei verschwendet wird.

............ Laß die Kamera und Alles Andere, was deine Aufmerksamkeit ablenkt, weg.


@RAc - mache da doch bitte keine "Glaubensfrage" draus.Die physische Anwesenheit einer Kamera ist gar nicht so relevant wie viele denken. Die meisten machen sie irgendwann mal an und vergessen sie dann bis der Akku leer ist. Ob meine Kamera dann läuft oder auch nicht ändert an meiner Aufmerksamkeit jedenfalls nichts.;)

Gruß bigben

Windhund
02.07.2015, 11:00
Auch auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole:

Faszinierend, daß Du so detailliert nach Jedem motorischen Aspekt des Fliegens fragst (der Teil ist gut), aber es Dich nicht zu stören scheint, daß ein wichtiger Teil deiner Konzentration für die blöde Filmerei verschwendet wird.

Gerade als Anfänger ist deine wichtigste Aufgabe, Dich zu 100% auf das Fliegen zu konzentrieren. Laß die Kamera und Alles Andere, was deine Aufmerksamkeit ablenkt, weg.

Ich wüsste jetzt echt nicht wo mich die Kamera ablenken sollte? Ich schalte die vor dem Start ein und hab sie einfach laufen lassen. Es ist ja nicht so, dass ich die in der Hand halten würde oder etwas bestimmtes focusiere. Es ist eher so, dass ich oft erst 10 Minuten nach der Landung dran denke sie auszuschalten eben weil ich gar nicht an die Kamera auf meinem Kopf denke.

bigben
02.07.2015, 11:46
Das ist keine Glaubensfrage. Erstens Mal kannst Du von Dir nicht auf "die meisten" oder irgendjemand Anders schließen, oder hast Du eine wissenschaftlich fundierte Studie darüber, wer wie mit dem equipment umgeht? Ich kann Dir aus meinem unmittelbaren Bekanntenkreis mehrere Leute nennen, die sich jede Menge Kopf über beste Kamerapositionen, verwackelfreie footage und Akkulösungen für Kameras machen, aber einmal sind das ausnahmslos routinierte Flieger, für die viele Bewegungsabläufe schon im Kleinhirn sitzen, und zweitens Mal schließe ich deswegen nicht auf "die Meisten."

.......

@RAc - Du hast natürlich in soweit Recht, das prinzipiell alles, was einen vom konzentrierten Fliegen abhalten könnte, ein gewisses Risiko beinhalten kann. Die diesbezügliche Einschätzung muß aber jeder für sich selbst vornehmen, sofern demjenigen das überhaupt bewußt ist. Das alles aber deshalb als ein grundsätzliches Problem zu sehen, halte ich für etwas übertrieben. Wenn man mit den von Dir genannten Punkten sorgsam umgeht und sie in das Startprocedere integriert halte ich das grundsätzlich für verantwortbar. Das manche damit vielleicht sorgloser oder gar fahrlässig umgehen, ist wohl leider so, wie mit vielen anderen Dingen auch, das werden wir aber wohl nie ändern können.
Ich persönlich handhabe das so. Fliege ich mit 1 / 2 Freunden, die ich kenne, turnen wir gerne mal mit Cam um uns herum und machen dabei schöne Aufnahmen, sobald aber Dritte dazukommen ist das vorbei und im Pulk braucht man die Cam gar nicht erst anmachen, weil eh alles unbrauchbar ist, vor lauter umschauen.

Gruß bigben

Windhund
21.07.2015, 18:15
Es wird schon besser. Musste heute mein Auto zum TÜV bringen und hab die Zeit genutzt schnell einen Flug am Nebelhorn zu machen. Habe mich heute auf 40 Minuten beschränkt und konnte problemlos bis an die Basis auf ca. 2550m aufdrehen.

Wenn das Vario allerdings 6m/s (jaja nur ganz kurz) anzeigt rutscht das Herz schon noch kurzzeitig in die Hose. Bestes konstantes steigen waren so 3,5 bis 4m/s allerdings hab ich mich da dann jeweils nicht getraut zu kreisen sondern bin eher hin und her gesoart. Also immer über dem Kamm vor und wenn das steigen nachgelassen hat wieder zurück. War also mehr ein Thermik "achtern" denn ein kreisen.

Und ja, gefilmt habe ich trotzdem wieder und wie immer hab ich beim fliegen, die Kamera ganz vergessen, dafür nimmt mich das fliegen selbst, noch viel zu sehr in Beschlag.

Windhund
22.07.2015, 23:08
Hier mal noch das Video zu besagtem Flug von gestern:


https://www.youtube.com/watch?v=g_6TI5_EEvs

G-Glider
22.07.2015, 23:34
Das Ein- und Ausfliegen in bzw. aus der Thermik ist in der Regel das ruppigste. Ich empfehle dir dich zu entscheiden, ob du entweder richtig rein gehst und dann eben auch richtig kreist, oder ob du lieber wegfliegst. Du erscheinst mir derzeit somit flugtechnisch gesehen, in einer Art Übergangsphase zu sein. Deshalb solltest du dich mal entscheiden. Wenn du in die Thermik eindrehst, dann wird es, je nach den gerade herrschenden Verhältnissen, meist ruhiger. Zentrieren heisst das Zauberwort....Beachte das der Rand der Thermik einerseits mit steigender Luft verbunden ist, es direkt daneben aber eben auch gut runter geht. Also: Rein, oder raus. Du musst dich entscheiden....:)

Zum Vergleich kannst du dir ja mal das Thermikbuch von Burkhard Martens anschauen. Für jemanden der zu der Tageszeit in die Thermik gehen will, sicher eine sehr gute Investition....;)

Windhund
23.07.2015, 00:05
Ja das mit dem Kreisen ist mir in der Theorie absolut sonnenklar. In der Praxis war es halt so, dass ich es bisher einfacher fand, den Schirm unter Kontrolle zu halten (aktiv zu fliegen sofern man das schon so nennen möchte) und bin dann im Steigen einfach so lange gerade aus geflogen bis es nicht mehr gestiegen ist und dann habe ich umgedreht. Ich fand das für mich ganz lehrreich um zu erfahren wie groß diese Gebiete sind in denen es aufwärts geht und ehrlich gesagt bin ich überrascht wie groß so Thermiken sind. Ich hatte mir so Thermiken vorher viel kleiner im Durchmesser vorgestellt. Weg fliegen von Thermiken will ich natürlich nicht, es geht doch darum nach oben zu kommen. ;)

Kreisen steht beim nächsten thermischen Flug auf meinem persönlichen Lehrplan. :)

Willi Wombat
23.07.2015, 07:58
Wo du am Schatttenberg rumfliegst sind die Bedingungen genau so wie oft am Neunerköpfle, Andelsbuch oder am Tegelberg ein Gemisch aus Soaring mit eingelagerter Thermik.
So kann es schon mal größere Steigbereiche geben.
Prinzipiell ist es auf Strecke sogar anzustreben im Steigen so lange geradeaus zu fliegen wie möglich ohne zu kurbeln. Schau mal Maurers Track im X-alps an.
Andererseits kann so eine Thermikblase auch kleiner als dein kleinster Kreisdurchmesser sein.
Wie meist im Leben kommt es eben drauf an situationsgerecht zu agieren.

Wenn du bei den Piloten dabei bist die oben bleiben, hast du doch alles richtig gemacht.
Wenn einer besser steigt wie du, flieg hin und mach mit.
Frei nach dem alten Demospruch:
Bürger lass das Glotzen sein, flieg herüber, reih dich ein!

G-Glider
25.07.2015, 22:38
Chrigel Maurers Flugtaktik sollte man nicht einfach kopieren. Das geht dann sehr schnell in die Hose, wenn man nicht wie Chrigel fliegen kann. Und davon ist eigentlich IMMER auszugehen.....