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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : DHV Info 196 Vectorzerlegung des Windes & Starkwindsoaring



bigben
07.11.2015, 16:19
Hallo Zusammen,

in der aktuellen DHV Info gibt es 2 sehr schöne Artikel zum Thema Wind / Soaring, einmal von Burki Martens / Nina Brümmer "Vectorzerlegung des Windes" und den 2. von Peter Cröniger Starkwindsoaring. Beide Artikel sind absolut gut und enthalten sehr viele wichtige Informationen.- quasi Lesepflicht. Dennoch erlaube ich mir noch eine kleine Ergänzung dazu. Als jemand der sehr viel bei starkem Wind an den Küsten unterwegs ist, fehlt mir eine ganz wichtige Sache.

Ich habe mir erlaubt, dazu 2 Bilder aus den Artikeln zu scannen (@Admin: falls verboten bitte löschen) - wäre aber schade :rolleyes:

Bei Burkhard / Nina gibt ein schönes Bild, wo die jeweiligen Windgeschwindigkeiten in Vectoren zerlegt sind, an Hand derer man sehr schön erkennen kann, wie sich der Wind am Dünenfuß (weniger) und etwa in der Mitte des Hanges (mehr) verhält. Was mir jedoch fehlt und was ich für eine sehr wichtige Information halte, ist die Windgeschwindigkeit an der höchsten Stelle der Kante, von der man ja so gerne startet oder Toplandet. Die Kante liegt genau in der Zone der höchsten Windgeschwindigkeit (Kompressionszone) Die an dieser Stelle gemessene Windgeschwindigkeit ist immer 3 - 8km/h höher als die reale Windgeschwindigkeit.(Je nach Höhe und Steilheit der Düne / Kante). Ich habe das mal auf die Schnelle in das Bild gemalt, welches keinerlei künstlerische Ansprüche stellt :-)

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Beispiel: Halk/DK letzte Woche - An der Kante (Kompressionszone wurden 40 - 42km/h gemessen. 10m vor der Kante konnte man dagegen ohne Beschleuniger völlig entspannt und stressfrei fliegen, also < 38km/h. Starten & Landen vom / am Strand bei relativ wenig Wind. An Hand der Grafik kann man nun auch erkennen, dass es eigentlich keine Stelle gibt, wo man den realen Wind messen könnte, oben zuviel unten zu wenig, evtl ganz vorne am Strand, aber dort ist wohl auch schon verfälscht. TIP: Oben messen etwa 5km/h abziehen, dann wird man in etwa die reale Windstärke haben.

Aus vorgenanntem Grund möchte ich daher auch noch einen Hinweis zu dem hervorragenden Artikel von Peter geben, bzw. nur zum Titellbild.

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Das Bild zeigt einen Piloten, der genau in vorgenannter Kompressionszone aufzieht, also genau aus einem kleinen Lee (Schirm am Boden) hinter der Kante, direkt in die Zone des stärksten Windes. Bis zu einer mäßigen Windstärke funktioniert das noch, (je nach eigenen Fähigkeiten) Ab 25km/h wird man aber i.d.R. sofort ausgehebelt, pendelt unter seinem Schirm durch und landet hinter dem Schirm unsanft auf dem Rücken. Man geht dann entweder tiefer oder gute 5m zurück. Hier ist der Druck geringer und der Schirm läßt sich mit einem Impuls sauber aufziehen, rückwärts gehen bis zur Kante - ausdrehen und Spaß haben.
Ich erwähne das auch nur deshalb, weil ich leider schon zu viele habe "abfliegen" sehen und wenn´s nun ein paar weniger würden, hätte sich das Schreiben schon gelohnt.

Ansonsten: @DHV Redaktion - Tolle Artikel weiter so.

Gruß bigben

marcel1
07.11.2015, 16:44
Stimmt. Ist auch schwierig immer alle Dinge in einen Artikel zu packen, die wichtig sind.

Und dann habe ich auch noch eine Ergänzung:

Wenn es das Gelände zuläßt (es geht teilweise nicht bei Steilküsten!), dann startet man bei grenzwertig starkem Wind immer unten am Dünenfuß und bei grenzwertig Schwachem immer oben in der Kompression.
Macht man Ersteres, sollte man natürlich immer erst prüfen, ob der Wind oben nicht zu stark ist und nur mit Beschleuniger fliegen, den man dann frühzeitig und konsequent genug betätigen müß. Lange rum fummeln geht da nicht mehr. Was auch der Grund ist, warum das weniger erfahrene Leute mal lieber ganz bleiben lassen.