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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie habt Ihr damit angefangen



Thomas Strasser
15.08.2001, 14:11
Hallo zusammen,
ich möchte gerne meine ersten Streckenkilometer fliegen. (wer will das nicht) Ich krieg es aber nicht gebacken jemanden zu finden der mir dabei behilflich ist oder das glieche Leid teilt. Wie habt Ihr das ganze angefangen, etwa alleine? Ich denke, dass es allgemein schöner ist mit Freunden zu fliegen. Bin deshalb auch schon in einem Club eingetreten. Leider hats aber außer etwas smalltalk am Landeplatz nicht viel Kontakte gegeben. Gerade jetzt hätte ich etwas Zeit mal unter der Woche ins Pinzgau oder ähnlich zu fahren. Normal bin ich am Wallberg unterwegs, würde aber gerne mal etwas weiter ins innere der Alpen fahren. Vielleicht kann mir ja einer eine Tip geben. Oder gibt etwa doch noch mehrere so wie mich?
Danke im Voraus,
Gruß,
Tom Strasser

Ulrich Probst
15.08.2001, 19:07
Hallo Tom

Glückwunsch zu deiner Entscheidung zum Streckenfliegen. Du wirst deine Eindrücke vervielfachen.

Allerdings ist der Wallberg dafür ziemlich ungeeignet. Für Anfänger geht es eigentlich nur nach Osten. Da fängt man aber gleich mit einer Talquerung an. Danach musst du über einen N-S ausgerichteten Bergzug. Wenn du dann absäufst brauchst du schon einen Rückholer, oder du bist lange am trampen.

Und selbst wenn du es schaffst, hast du auf dem Rückweg Probleme gegen den Bayrischen Wind. Deswegen wirst du am Wallberg auch wenige finden, die mit dir auf Strecke gehen. Und wenn, dann sind es die Cracks, die du nach dem 2. Bart nur noch von der Ferne siehst.

Geh ins Pinzgau an die Schmittenhöhe (obwohl sie sauteuer ist), Wildkogel, Zillertal, Lechtag, usw. Geeignet ist jeder vorzugsweise O-W ausgerichtete Bergzug, wo parallel dazu eine Strasse verläuft, möglichst mit breitem Tal.

Dort wirst du genug Streckenflieger finden und kannst dich ranhängen. Du fliegst einfach den Bergzug lang und hast keine grossen Querungen. Wenn du absäufst (und das wird passieren), hast du jede Menge Landemöglichkeiten und kommst auch problemlos wieder zurück.

Eine Aussenlandung ist keine Schande, stundenlanges Rumeiern im selben Bart schon eher. Wichtig ist erstmal das Wegfliegen und die daraus resultierende Erkenntnis, dass Thermik auch ausserhalb des Hausbartes existiert :-)

XC-Gruss
Ulrich

Thomas Strasser
15.08.2001, 22:04
Hallo Michael und Ulrich,
danke für die rasche Antwort. Die Tips gehen in die richtige Richtung. Ich glaube Greifenburg ist keine schlechte Idee. Oder Schmittenhöhe kann ich mir auch vorstellen. Habe auch schon die XC-Tips von Thorsten Hahne verschlungen. Die erklären das gleiche. Was für mich neu ist, ist die Sache mit der Junior-Challenge. Wobei bei mir wohl eher eine Senior Challenge in frage kommen könnte. Ich bin 33 Jahre alt und seit 1999 aktiver GSler. Den B-Schein hab ich auch schon. Mit welchem Alter darf man bei der Junior-Ch. noch mit machen?`Oder soll ich warten bis mein Sohn wo weit ist ;-) der ist nämlich 12 ;-) (vielleich nimmt der mich dann mit) Von der Schlechtflieger Gang hab ich auch schon gelesen. Die wollen aber denke ich auch nicht umbeding mit so alten Säcken wie mir rumziehen oder?

Gruß,
Tom

Robert Asano
16.08.2001, 08:15
high
ulli (gemeint ullrich probst ) schrieb:
<Eine Aussenlandung ist keine Schande, stundenlanges Rumeiern im selben Bart schon eher. >
dem mit der aussenlandung kann ich zustimmen, das mit dem rumeiern seh ich anders.
manchmal muss man eben im nullschieber parken bisses wieder geht, und wenn das ne stunde dauert (und einem dabei nicht schlecht wird ;-) was solls ?
es übt ungemein!!
ansonsten viel spass beim strecke fliegen

Marcus
16.08.2001, 16:58
Hallo Thomas,

ich hatte vor einigen Wochen das gleiche Problem wie Du.
Vor 2 Wochen bin ich nun meine erste Strecke geflogen: Vom Wallberg bis ins Inntal nach Oberaudorf. Zwar "nur" 30 KM Luftlinie, aber für den ersten Versuch mit einem sehr langsamen 1-2 er gar nicht so schlecht, denke ich. Das ist die schon in anderen Beiträgen angesprochene Tour nach Osten. Es gibt dort reichlich Möglichkeiten für Aussenlandungen.

Nach der ersten Strecke habe ich keinerlei bedenken mehr: alles halb so wild. Ich bin sogar ganz ohne Karte geflogen, habe mich einfach an Wind, Sonne, Wolken und Gelände orientiert und überlegt, wo logischerweise der Bart stehen müsste. Genau da war er dann auch immer. Das Inntal war dann nicht mehr zu schaffen. Habe aber auch schon von Profis gehört, daß das nicht so leicht ist.

Wenn Du Lust hast, kannst Du mir Mailen: mtreder@gmx.de, dann gebe ich Dir gerne ein paar Tips. Wenn Du magst, können wir auch gerne mal gemeinsam auf Tour gehen.

Gruß
Marcus

Cumulonimbus
16.08.2001, 18:12
Original geschrieben von Thomas Strasser
Hallo zusammen,
ich möchte gerne meine ersten Streckenkilometer fliegen. (wer will das nicht) Ich krieg es aber nicht gebacken jemanden zu finden der mir dabei behilflich ist oder das glieche Leid teilt. Wie habt Ihr das ganze angefangen, etwa alleine? Ich denke, dass es allgemein schöner ist mit Freunden zu fliegen. Bin deshalb auch schon in einem Club eingetreten. Leider hats aber außer etwas smalltalk am Landeplatz nicht viel Kontakte gegeben. Gerade jetzt hätte ich etwas Zeit mal unter der Woche ins Pinzgau oder ähnlich zu fahren. Normal bin ich am Wallberg unterwegs, würde aber gerne mal etwas weiter ins innere der Alpen fahren. Vielleicht kann mir ja einer eine Tip geben. Oder gibt etwa doch noch mehrere so wie mich?
Danke im Voraus,
Gruß,
Tom Strasser

Hallo Tom,

in mir hast du jemanden gefunden der dein Leid teilt. Ich habe zwar das Glück mit Leuten fliegen gehen zu können, die absolut heiss auf Strecke sind, doch einfach nachfliegen will ich nicht weil
mir das zu einfach ist und ich mir unsicher bin ob das alles auch wirklich so einfach geht wie immer geschildert wird. Achja, und schliesslich will man an seinem Absaufer selbst schuld sein :-)

Ich habe in meinen wenigen Versuchen immer versucht eigene Wege zu gehen und sein Wissen auf die Probe zu stellen. Dabei gab es auch den ein oder anderen Absaufer, welcher mir zu längerem Rückmarschen verholfen hat. Einige Male, das war bei den letzten beiden Flügen, gelang es mir aber allein einige Kilometer zu machen. Mit jedem neuen Versuch klappt es besser
und man beginnt ein Gefühl dafür zu entwickeln.

Durch das Absaufen lernst du sehr viel. Beim Marsch zurück gehen dir soviele Gedanken durch den Kopf, die dir, wenn du sie geordnet hast, sehr viel an Erfahrung bringen. Absaufen gehört einfach auch dazu find ich.

Ich weiss nicht wie die Profis unter uns das sehen und auf welche Art sie die ersten Streckenkilometer gemacht haben. Ich finde jedoch, dass alleiniges üben auf lange Sicht gesehen nicht nachteilig ist. Wer den schnellen Erfolg will(Ruck-Zuck Methode), der tut sich wahrscheinlich leichter, indem er sich einem Pulk (German Cup) anschliesst und einfach nachfliegt. Absaufen ist aber auch da möglich.

Ich habe in dieser meiner ersten Saison eines gelernt. Zuviel und zu heftig in kurzer Zeit ist der ganzen Fliegerei nicht sonderlich dienlich. Lasst dir ruhig Zeit.

Viele Grüsse
Stefan

Thomas Strasser
16.08.2001, 22:19
Hallo zusammen,
ich möchte micht noch einmal für die sachlichen Antworten bedanken. Übrigends meine erste kleine Strecke habe ich schon bewältigt. Klassiger Wallberg nach Geitau (nach Bayerischzell hats nicht mehr gereicht) bin darauf aber auch Stolz wie ein Großer. An meisten würde mich natürlich freuen wenn man mal miteinander fliegen gehen kann.
Marcus,
die Mail mit der Androhung mitzufliegen ist schon raus ;-)

Was mir bei Euren Erklärung so gefällt ist, dass in fast jedem Satz das Kribeln in den Fingern zu spüren ist. Es ist einfach geil !

Schöne Grüße und tolle XC's,
Tom
PS:Bei meinem nächsten Gelingen werde ich Bericht erstatten ;-)

Marcus
17.08.2001, 08:24
hier noch ein kleines Bild von der Strecke nach Oberaudorf