PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dope



Airwolf
28.03.2003, 11:47
Hi,
in anderen Sportarten sind Dopingmittel, legal oder illegal, ein jahrelang diskutiertes Thema. In unserem Sport wurde dieses Thema bestenfalls am Rande diskutiert. Da im Moment beginnende Hammerthermikzeit angesagt ist und die Wettbewerbssaison vor der Tür steht, frage ich mal rotzfrech alle die es lesen: werden von Euch manchmal irgendwelche Drogen zur Bewältigung des Flugstresses benutzt? Gibt es "das" bei Fliegern überhaupt? Wie läuft "das" in der Akro-Szene?

Grüße und so
Wolfgang

Batman
28.03.2003, 12:00
Drogen?
ich glaube das kann man mit ja beantworten!

Körpereigene Drogen: Endorphine etc.
alles andere benebelt doch nur.

Lass es mal richtig krachen beim Fliegen und Du weisst was ich meine ;)

Flo

Mario Tejon
28.03.2003, 12:21
Als wettkampfpilot ist es gang und gäbe das man SCHRIFTLICH
bestätigt sauber zu sein.
Dh. keine auf der liste befindlichen Medikamente etc einzunehmen.
Zum glück muss man noch nicht pinkeln gehen, lässt dies aber mit der Unterschrift sozusagen zu.

Zum glück sind aber in unserem sport mehr die mentalen stärken gefragt so dass es nicht sehr viel sinn macht steroide zu futtern.

Wie batman schreibt, das gibt sich von selbst !!

http://www.sportunterricht.de/lksport/dopliste.html
http://www.swissolympic.ch/d/activities/index.cfm?tid=69

droopy
28.03.2003, 13:14
Es gibt wohl Sportarten, wo Doping keinen Sinn macht.
Wie z.B. das Gleitschirmfliegen.
Was soll man denn dopen? Die Kraft zum Steuerleinenziehen?

.....und wer Motivationsdrogen braucht um i n die Luft zu kommen, sollte besser Minigolf spielen.

Gruß Droopy

p.s. ein apres-joint finde ich ist aber o.k. :o)

ekke
28.03.2003, 13:37
Beim Anschauen von ganz bestimmten, bewegten und sprechenden Bildern aus dem elektrischen Weltnetz kann einen die Ahnung beschleichen, daß eine gewisse außländische Pilotengruppe möglicherweise Mittel konsumiert, die in Deutschland im sogenannte Betäubungsmittelgesetz gelistet sind. ;)

http://paramotores.com.ar/videos/pursthil.mpeg

gruss ekke

melch limacher
28.03.2003, 13:43
es gibt pwc piloten, die kiffen sich vor dem start die birne voll.
wird die leistung sicher nicht verbessern.

dubab
28.03.2003, 14:19
z.b. ein betablocker wie trasicor.

ist sicherlich nicht hinderlich, wenn man bei angesicht von mörderturbelenzen einen kühlen kopf bewahrt und nicht in hinderliche angstzustände verfällt. habs persönlich noch nie genommen, da ich eh ein knallharter typ bin ;)

könnte bei gewissen personen übrigens wahrscheinlich ab und zu ein leben retten.

interessantes thema irgendwie bei unserer sportart.

ferlacher
28.03.2003, 18:26
Original geschrieben von dubab
ist sicherlich nicht hinderlich, wenn man bei angesicht von mörderturbelenzen einen kühlen kopf bewahrt und nicht in hinderliche angstzustände verfällt.Ein Besuch beim Sicherheitstraining oder oftmaliges Erfliegen von Extremflugmanövern mit dem eigenen Wettkampfschirm sorgt vielleicht auch dafür, daß man 'cooler' bleibt - oder zumindest weiß, was auf einen warten könnte ;)

Bernd

ferlacher
28.03.2003, 18:30
Original geschrieben von Airwolf
Wie läuft "das" in der Akro-Szene ?Warum sollte es Unterschiede zwischen den Akropiloten und den Streckenpiloten bzw. anderen Piloten geben ?
Ich kann nur eines sagen: Fliegen IST selbst eine Droge, das Akrofliegen noch eine verschärfte Form mit nachweisbarem 'After-Flight-Grinsen' im Gesicht !!!

Bernd

parashorty
29.03.2003, 08:19
Hi,

das sich manche Menschen auf diesem Erdenball - eine " kiffen" ist durchaus bekannt oder?

Ist dies so schlimm?
Nein- grundsätzlich nicht, wenn es sich dabei um reines Kraut handelt. Ansonsten würde ich persönlich vor dem Flug, eher davon abraten. Die Konzentration geht doch ein bisserl flöten.

in diesem Sinne,
cosi

P.S.: Mal abgesehen davon: "kiffen" ist doch illegal.
....aber wo kein Kläger, dort kein Richter.

Airwolf
29.03.2003, 08:47
Hi Parashorty,
jetzt machst Du es Dir aber ein bischen einfach. Ich glaube das Drogen, wenn sie denn genommen werden, fatale Auswirkungen haben können.
Mich hat eigentlich mehr die Situation interessiert, in der überforderte Flieger, den in der Gleitschirmfliegerei üblichen Stress
kompensieren. Der ist zweifelsfrei vorhanden, und da unsere Gesellschaft mittlerweile für jede unangenehme Lebenssituation eine Droge zur Verfügung bereit hält, behaupte ich einfach mal, daß in der Szene viel mehr Tabletten, welche auch immer, oder eben auch andere Drogen, konsumiert werden. Klar ist mir auch, daß die Konsumenten ungern darüber reden, weil dann eine persönliche Schwäche ja offensichtlich wird. Jeder weiß vielleicht ein bischen was, und die, die es nehmen sagen nix. Immer topfit sein müssen ist eine anstrengende Sache. Und in Schwächephasen greift man dann schon mal, nichts böses denkend zu diesen kleinen Helfern, die einen so locker machen.
Ich habe zB. vor Drogen jeder Art speziel beim Fliegen einen riesen Respekt. Aber am Abend Alkohol zum Stressabbau ist wieder erlaubt. Ich weiß, daß in der Kletterszene viel Haschisch geraucht wird. Baut beim Klettern Angst ab, aber besser wird man sicher nicht. Ich glaube, daß Menschen die zur Ausübung solcher Sportarten Drogen benutzen, sich mit ihren Grenzen nicht abfinden können, aus welchen persönlichen Gründen auch immer.

Gruß Wolfgang

MH
29.03.2003, 09:34
Original geschrieben von Airwolf
Mich hat eigentlich mehr die Situation interessiert, in der überforderte Flieger, den in der Gleitschirmfliegerei üblichen Stress kompensieren.

Üblicher Stress?
Da machen viele Leute einfach von vornherein sehr generell was falsch in der Grundeinstellung zu ihrem Sport! Den "üblichen Stress" hab´ ich ein Jahr nach meiner Grundausbildung spätestens abgelegt ...

Markus
Born to glide (http://www.borntoglide.de)

pipo
29.03.2003, 09:35
original geschrieben von airwolf
Ich weiß, daß in der Kletterszene viel Haschisch geraucht wird. Baut beim Klettern Angst ab, aber besser wird man sicher nicht.
Auch z.B. bei den Snowboardern und auch unter vielen Gleitschirmfliegern wird viel gekifft.
Es geht hier meiner Meinung nach überhaupt nicht um den Angstabbau, sondern eher im Gegenteil, um die Verstärkung des "Kicks".
Glaubst du wirklich ein Kletterer, der seit 15 Jahren jede freie Minute in der Wand verbringt, verspürt beim Klettern Angst, die er nicht bewältigen könnte? Wohl kaum.
Auch kann ich mir nicht vorstellen, daß sich ein Snowboardprofi vor der Halfpipe fürchet. ;) Trotzdem kiffen viele vorher.
Das selbe gilt wohl auch für´s Paragleiten. Die kiffenden Flieger sind keine Angsthasen, sondern eher Piloten, die Probleme haben, den richtigen Kick ohne Dope zu erleben.


original geschrieben von parashorty
Ist dies so schlimm?
Nein- grundsätzlich nicht, wenn es sich dabei um reines Kraut handelt.
Glaubst du, wenn man "gutes Gras" raucht, ist man beim Fliegen nicht eingeschränkt???
Vielleicht kannst du DHV zugelassenes Gras dursetzen. ;)
Im Ernst: Man macht es sich wohl ein bißchen zu leicht, wenn man sagt: " reines Kraut ist schon ok" , was immer reines Kraut sein mag?!

Also für mich hat Dope oder Doping beim Fliegen keine Berechtigeung.
Etwas gegen eine eventuelle Angst zu nehmen ist für mich unvorstellbar. Das ist ja eine der so schönen Sachen am Fliegen, daß man oft direkt mit seiner Angst konfrontiert wird, und lernen muß darauf zu reagieren. Wohl fast jeder verspürt ein bißchen Angst, wenn er sich an eine neue Flugfigur drantraut. Und dieses Ausloten und verschieben der eigenen Grenzen und der eigenen Angst können nur wenige Sportarten so unmittelbar vermitteln.
Und es wäre doch Wahnsinn in dieses Spiel mit sich selbst mit Medikamenten einzugreifen, um vielleicht kurzfristig mehr zu trauen.
Ganz abgesehen von der Gefahr, ginge dann bei mir jede Befriedigung verloren.

Recht ähnlich verhält sich´s beim Kiffen zwecks Kickvergrößerung. Ich kenne einige kiffende "Extremsportler" - auch Flieger. Das sind lauter coole Leute, die sich eben immer einen anrauchen müssen, bevor sie fliegen gehen.
Ich finde das aber eigentlich nicht viel besser als das oben beschriebene.
Es kann doch nicht sein, daß das Erlebnis nüchtern nicht intensiv genug ist. Es ist eigentlich bedauernswert, wenn man nicht in der Lage ist, eine so schöne Sache wie das Paragleiten auch ohne Drogen als schön und ausreichend zu empfinden.
Aber vielen Leuten die seit längerer Zeit viel kiffen ist dieses feinfühlige Erleben verlorengegangen.

naja - in diesem Sinne schöne Dope- und dopingfreie Flüge!

grüße pipo

parashorty
29.03.2003, 22:36
Hi Leute,

" kiffen " vor / während dem fliegen ist meiner Meinung nach nicht sonderlich toll.
"kiffen" an sich ist grundsätzlich, aber nicht das Schlimmste.

Canabiskraut z.B. ist relativ rein und somit besser, als der Harz.
Verwendet wird soetwas mittlerweile auch bei chronischen Schmerzpat. ( jedoch nur mit Absprache und Versuchsweise durch den behandelten Arzt ).
Ich persönlich trinke z.B. kaum Alkohol bzw. garnicht; mittlerweile rauche ich auch kaum ne Zigarette.

Mal ganz ehrlich: " Hasch" ist weniger schädlich, als " Nikotin" oder Alkohol.

Nur weil " Nikotin" und " Alkohol" legale Drogen in unserer Gesellschaft sind, heißt dies nicht unbedingt, daß sie die Besseren sind oder?

...oder geht es hier um Amphitamine?

...und nochetwas:

OPIATE/ Benzodiazepine würden die Fliegerei so arg beeinträchtigen, daß viel mehr Unfälle zu verzeichnen wären.

Mal ganz abgesehen von den ganzen Designerdrogen, wie z.B. Extacy.

Die Angst kann man durchaus auch mit einfacheren Mitteln entkommen. Auch ohne irgendwelche Drogen oder hochpotenten Opioiden o.ä.
In der Wettkampfszene gibt es schwache und starke Menschen und die Menschen, die die goldene Mitte getroffen haben.
Ich denke, daß " KiFFEN" nichts mit all dem zu tun hat, sondern einfach der persönliche Lebensstil.
Es ist mir ehrlichgesagt egal, wer sich unbedingt die Birne zu dröhnen möchte und wer nicht.
Ich tu es nicht!!!!!!
Schon garnicht vor dem Fliegen/ während dem Fliegen und nach dem Fliegen auch nicht. Ich habe soetwas nicht nötig und das Bedürfnis besitze ich auch nicht sonderlich.

Selbst wenn ich nur noch Wettkampf fliegen würde und so gut wäre, daß ich ständig konstante Leistungen präsentieren müsste- würde ich den Druck aushalten können.

in diesem Sinne,

cosima

P.S:
Was heißt hier: zu einfach gemacht????? Fliegen soll doch Spaß machen und wenn man ins Wettkampfgeschehen bzw. etwas Extremes in seinem Leben tätigt, dann möchte man es auch machen und dazu braucht man meiner Meinung nach keine Angstlöser( Medikamente u.s.w.).

Ach nochetwas:

Intensivmedizin/ Anästhesie/ Rettungswesen/ Bergrettung dies sind alles Bereiche, in denen man starke Nerven entwickeln muß.
..und glaubt jetzt bloß nicht, das mir gleich alles zugefallen ist und ich ein starkes Fell besitze. Ich habe auch schon Fehler begangen und diese können verdammt schwerwiegend sein. Irgendwann bekommt man etwas Routine, aber die " volle" Routine gibt es in diesen Jobs einfach nicht. Es wird immer irgendetwas passieren, womit man nicht gerechnet hat und was meint ihr, wie ich bzw. andere( noch viel erfahrenere Kollegen- - > siehe Schorsch) damit umgehen bzw. dies empfinden?
Es ist zeitweise der pure Horror, aber wir lernen damit umzugehen, um Menschenleben zu retten und weil wir es gern tun. Für mich ist es nicht nur einfach irgendein Job, sondern für mich ist es ein Lebensstil. Entweder man macht es gerne oder man hasst es ohne Ende.
Soll ich mich jetzt auch zudröhnen - nur weil ich schreckliche Dinge sehe?
Nein- ich seh ja auch einige schöne Dinge!

gleitleistung
29.03.2003, 23:21
Und weil sie alle dem Druck so gut Standhalten,gibts in den Bereichen Intensivmedizin/ Anästhesie/ Rettungswesen/ Bergrettung auch die höchst Rate an Drogenabhängigen.

parashorty
29.03.2003, 23:33
Dies würde ich an Deiner Stelle noch nichteinmal im Traum denken.
...dies würde sozusagen bedeuten, daß Du Schorsch und mir unterstellst - einschließlich aller Kollegen, wir brauchen Drogen, um diese Jobs zu ertragen.

Was ist mit der Polizei/ Feuerwehr und so weiter oder einem Büromensch?
Alle stehen sie unter Stress und es ist egal unter WELCHEM.

Eigendlich müsste dann der komplette Staat zusammenbrechen bzw. schlechter funzen, als es jetzt schon tut.

Selbst wenn die Zeitungen schreiben würden, daß die Tabletten- und Alkoholabhängigkeit von Personal im Krankenhaus höher ist, als z.B. in einem Wirtschaftsunternehmen, muß es nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen.
Ich finde die Situation hat sich in den letzten 5 Jahren auf jedenfall verbessert und nur weil es einige schwarze Schafe gibt- wird es gerne aufgebauscht/ verdreht und sonstiges.
( siehe Irak-Krieg)
cosima

Schorsch
30.03.2003, 07:28
Hallo Gleitleistung,


Original geschrieben von gleitleistung
Und weil sie alle dem Druck so gut Standhalten,gibts in den Bereichen Intensivmedizin/ Anästhesie/ Rettungswesen/ Bergrettung auch die höchst Rate an Drogenabhängigen.

zu dieser höchst interessanten Behauptung hätte ich (und manch anderer auch) doch ganz gerne ein paar Fakten. Baldigst bitte.

Georg