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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sind die Drachen vorm Aussterben...?!??



fr0g
20.07.2003, 13:33
Hallöchen allerseits,

wollte mich nach mehr stündigem forum lesen (recht interessante u fundierte auskünfte) auch hier ma zu worte melden...

Ich interesseire mich fürs Drachenfliegen und wollte auch direkt mal nen schnuppertag buchen mein Problem war allerdings das ich in meiner umgebung (schwäbische Alb Albstadt + Umgebung +100 km) keine Flugschule mehr fand die den Grundkurs HG noch anbietet....und das aus wie z.b. wir haben keine Nachfrage mehr... oder der Hang den ich zum Grundkurs HG hatte wurde mir entzogen (Naturschutzgebiet) usw. usw....
Diese tatsache macht mich stutzig/traurig was is dass für eine Entwicklung? Ist es nur in meiner Region so oder ist es in ganz Deutschland so? Warum möchte keiner mehr Drachenflliegen? ....
Ihr seht Fragen über Fragen.....
Nichts desto trotz hab ich nach einem Tag rumtelefonieren eine Flugschule gefunden die den Grundkurs HG noch anbietet bzw. anbieten will... darum werde ich im September dort mal reinschnuppern und und so Gott will auch meinen Grundkurs zum HG absolvieren....

so leutz wäre nett wenn bissel feedback von euch kommt wie ihr die Entwicklung des Drachenfliegens seht und auch in Zukunft: Wird der Drachen aussterben??

in diesem Sinne

cya all


gruss Sandro

fr0g
20.07.2003, 13:38
ach ja wer auch aus dem Raum Albstadt kommt, dem kann ich die Adresse der Flugschule gerne zukommen lassen... sie befindet sich ca. 40km entfernt....

einfach antickern


tschö

hangglider72
21.07.2003, 12:04
Nach einem echt tollen Flugwochenende (Basis bei 3300m MSL,Schmetterlingen die eher unfreiwillig die besten Bärte markiert haben, Segelfliegern die einem um die Ohren geflogen sind, und auch ein Paar Gleitschirmpiloten die in der Luft herumgestanden sind) kann ich dir nur sagen Scheiss drauf was die anderen sagen. Lerne Drachenfliegen und das möglichst morgen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Du wirst kaum einen Flugsport finden bei dem man so Direkt und dem Vogel am ähnlichsten fliegt wie mit einem Hangglider.

Ich kann mir nicht vorstellen dass das Drachenfliegen aussterben wird. Er wird wahrscheinlich dem Segelfliegen zumindest was die Flugleistungen anbelangt immer Ähnlicher werden. Nur sitzt Du im Segelflieger halt in dem scheiß Joghurtbecher und draussen zieht die Landschaft vorbei. Die Segelflieger werden mich jetzt wahrscheinlich steinigen aber den kontakt zur Luft die einem umgiebt und die Waldgerüche und die Insekten und warme Luft die du abkriegst wenn du einen Bart ausgräbst und unter dir nur eine dünne Alustange,........


Bei der Schulung beginnen sie in Deutschland ja schon mit der Doppelsitzerschulung mit dem Starrflügel was sicher die einfachste art des erlernens ist. allerdings bin ich eher ein überzeugter Flexwingpilot weil mir die Starren zu schwer sind. Zwar sind sie mittlerweile auch schon ganz toll ausgereift und Leistungsmässig sicher die besten Flügel aber man bewegt dann wirklich einen Leistungsflügel der auch so geflogen werden will. Wehe dem der ihn in der Kurve Abstellt...... Aber die Flugerfahrung vorrausgesetzt ,..... vielleich wird mein Nächster Flügel ja auch schon so ein Teil

Zu beginn kann ich Dir nur raten Dich mit Deinen Fluggerät nicht zu Überfordern. Leider hilft einem da die DHV einstufungen nicht wirklich weiter. Ich bin auch schon mit 1 - 2 er Geräten geflogen und das scheiß Teil war nicht zu bändigen. Und andere 3er geräte fliegen wie die Lämmchen.

Am wichtigsten ist am anfang die Start und Landeeigenschaften aber unbedingt sollte der Drachen auch Wendig sein sonst gehts dir in der Thermik schlecht. Da haben einige alte Anfängerdrachen ein Problem damit.


Jezt gibt es aber schon wirklich tolle Sachen für die Ersten 3 -4 Jahre Z.b.: Icaro Relax, Laminar Easy, Kestrel, Und die meisten Drachen von Finsterwalder,......

manfred.ullrich
21.07.2003, 13:00
...als beim Drachenfliegen - nur das Fliegen nicht. So koennte
man ueberspitz sagen.
Und fuer Flugschulen ist es natuerlich einfacher das GS-Fliegen zu
lehren - das ganze Geroedel mit Auf-, Abbau, Transport und
Reparieren gibt es da kaum.

Aber ich meine, eine zaghafte Trendumkehr zu erkennen. Es
gibt vermehrt GS-Flieger, die sich dem Drachenfliegen
zuwenden.

Gruss, Manfred

fr0g
21.07.2003, 21:27
wenn dem so ist dann bin ich ja happy und den Grundkurs kann ich kaum erwarten....

Frage:
Wie siehts denn aus von wegen "Einsteiger/Anfänger"-Drachen
was gibt es denn da tolles bzw. welcher is recht Anfängerfreundlich im Flug-/Landeverhalten?

Muss ich Abstriche machen, d.h. wenn ein Drachen ein gutes Lande-/Startverhalten hat, hat er dann mankos (schlechte Flugeigenschaften) ??

Einen Drachen direkt nach dem L-Schein kaufen oder warten bis man den A-Schein hat???

Woran erkenne ich bzw. weiss ich als absoluter Newbie ob der Drachen auch wirklich in Ordnung is??

Ihr seht wieder einmal Fragen über Fragen :)
manche mögen sich in euren Ohren sicher lachhaft anhören aber ich habe NULL plan und suche inputt ;)

im voraus besten dank jungens


grüssle Sandro

hangglider72
22.07.2003, 08:20
Die Frage nach dem ersten Drachen ist wahrscheinlich so schwer zu beantworten wie wenn Du wissen willst was für ein Wetter in 3 Wochen ist. Ich kann Dir Erfahrungen mit Geräten die ich Probiert habe mitteilen.

Selbst hab ich mir als Erstgerät einen Impuls 17 gekauft. Der ist zwar supereinfach zum starten und landen weil er riesig gross ist aber das wars dann auch schon. Thermikfliegen war wegen des zähem Handling nicht drin. Bin dann mal mit einem Alfa (Wings, gibts noch!) geflogen Super leichtgängiges Handling! Beide Geräte haben allerdings eher schlechte Gleitleistungen. Wahrscheinlich ist der Relax von Icaro oder der Falcon von Wills Wing auch in diese Gerätekategorie einzuordnen hab ich aber beide nicht probiert.

Als Zweitgerät hatte ich dann einen Supersport von Wills Wing. Der hatte dann gewaltig mehr Leistung speziell gibt es glaub ich kein zweites Gerät das in der Thermik so gut steigt. Einen Funfex habe ich auch ausprobiert der hat mir auch sehr gefallen vor allem hatte der ein super Handling viel besser als der Supersport aber weniger Leistung. Ach ja einen XT von Moyes bin ich auch mal geflogen. Hatte auch ein einfaches Handling hab ihn aber nie auf den Füssen landen können. Der hatte aber glaub ich was denn der hat auch ordentlich nach links gezogen

Dann hab ich mich bei meiner Gerätewahl ordentlich vertan und hab mir meinen tollen Supersport gegen einen RamAir (Hochleister Baujahr 96) eingetauscht. War zwar ordentlich schnell aber in der Thermik scheisse. Momentan fliege ich einen Litesport und bin begeistert der ist aber eher nichts für Anfänger da sollte man schon ein bischen fliegen können.

Als grobe Faustregel kann man sagen je mehr Doppelsegel und je mehr Streckung desto mehr Leistung Bei mehr Leistung wird die Landeeinteilung schwieriger. Ein Straffes trommelhartes Segel bringt auch mehr Leistung und Geschwindigkeit allerdings sollte man zum Lernen eher die Finger von schnellen Geräten lassen weil man beim landen wenn man sich verschätzt hat bei Einfachseglern die Höhe durch ziehen (Schnell fliegen) vernichten kann

nun ja ich hoffe dass Du jezt nicht noch mehr Fragen als vorher hast und wünsche Dir viel Spass beim Drachenfliegen lernen

hangglider72
22.07.2003, 09:27
Pass auf das Du deine Drachen nicht zu gross kaufst!!!! (schwereres Handling in der Luft)

Christoph.B
22.07.2003, 13:24
Zum oben erwähnten Falcon(DHV-1) kann ich Dir sagen, dass 2 Bekannte von mir, denen das Hochleisterfliegen aufgrund der wenigen Flüge im Jahr zu stressig war, auf diesen umgestiegen sind.
Beide sind nun seit 2 Jahren mit diesem Gerät Unterwegs und bei normalen Bedingungen stets ganz oben mit dabei.
Das Flug- und vor allem das Landehandling ist nach deren Gefühl sehr einfach(eben ein Einsergerät mit Einfachsegel).
Der Relax dürfte bei ähnlichen Eigenschaften in der Gleichen Klasse liegen, wird aber gebraucht und vor allem günstig im Moment kaum zu erwerben sein.
Wenig Streckung und eine relativ große Segelfläche machen diese Geräte sicher und ermöglichen auch das Thermikfliegen.
Falls du eher an etwas mehr Leistung für den Einstieg denkst, wäre evtl.auch der Vektor von UP ein Gerät das für dich in Frage kommt.
Diese sind mittlerweile recht günstig zu bekommen und sind dank ihrer guten Flugeigenschaften bei Anfängern recht beliebt.

MFG Chris

ekke
22.07.2003, 13:38
Es kann durchaus sinnvoll sein,
die Flugschule nach dem Grundkurs zu wechseln.

Sehr gute Anhaltspunkte findest Du dazu unter:
http://www.gleitschirm-faq.de/Start/Quickstart

Sobald Du Dir ganz sicher bist, daß das Dein "Ding" ist,
kannst Du Dir einen eignen Drachen zulegen.
Das kann schon nach dem Grundkurs sein.

Es lohnt sich nicht wirklich etwas Neues zu kaufen
und es reicht erstmal ein Anfängerdrachen.
Der kann ruhig über 10 Jahre alt sein.
(von 0-500€ ohne Check)
Wenn der so Sachen, wie integriertes Kielrohr und
schwimmendes Querrohr hat, ist das schon gut.
Ein Paar Ersatzsteuer-Bügel sind ungemein praktisch.
Weil die verbiegt man am Anfang ganz gerne mal.

Wenn Du später dann merkst, daß Du das Gerät in Griff hast,
Du Deine ersten Thermikflüge hinter Dir hast,
Landungen kein größeres Problem sind,
kannst Du Dich in Ruhe umhören, was gut ist
und nach einem schönen Schnäppchen umschauen.
Der hat dann mehr Leistung. Verliert zum Beispiel im Schnell- und Kurvenflug weniger Höhe. Das Landen macht das allerdings etwas anspruchsvoller. Aber das kannst Du ja dann inzwischen.

Nur musst Du überlegen. Um Spass daran zu haben,
musst Du viel Zeit dafür einplanen.
Das heißt, jedes (oder fast jedes) fliegbare Wochenende fliegen gehen. Weil vorallem beim Drachen ist es wichtig, daß Du eine gewissen Routine bekommst. Und das geht nur durch regelmäßiges Fliegen. Mindestens die ersten zwei Jahre, würde ich mal sagen. (Das kann richtigen Stress mit Frau, Freund oder Freundin geben!)

Du brauchst als Auto mindestens einen größern Kombi
und eine Möglichkeit den 5-6m langen Drachen zu lagern.
Ok, Du kannst Dir auch einen Drachen von Finsterwalde kaufen,
die kann man auf 2m packen. http://www.finsterwalder-charly.de/

Zum Kauf selber. Wenn das Teil einen frischen Check hat
(soetwas wie der TÜV fürs Auto) kannst Du normalerweise, rein technisch gesehen, bedenkenlos zugreifen. Besser ist allemal,
Du nimmst jemanden mit der etwas Ahnung hat.

Der Tip mit dem Kontakt zu einem Verein ist da sehr sinnvoll.
Frag nach dem Stammtisch. Gibt es meist 1x im Monat.
Du kannst auch einfach mal an einem Schönen Wochenende die Drachenfluggelände in Deiner Gegend abklappern und die Flieger anquatschen. Am besten auf der Landewiese, dann haben die ihren (hoffentlich)schönen Flug hinter sich und Du kannst sie zu einem Bier einladen, z.B.
http://www.dhv.de/deutsch/gebiete_schulen/index.php
...oder wenn Du mal in der Nähe von Freiburg bist, meld Dich bei mir.

Eine gute informationsQuelle sind auch die Seiten der Flugschulen.
http://www.dhv.de/deutsch/gebiete_schulen/index.php
als Name einfach "drachen"eingeben und Du bekommst so ziemlich alle Drachenflugschulen.

Wir können auch gern mal telefonieren. Da kommt mehr rüber und das ist nicht so aufwendig, wie dieses Tastatur- gehacke.

gruss ekke

Christoph.B
22.07.2003, 14:46
Falls Du überhaupt nicht eitel bist, kann ich Dir noch einen tollen Vogel empfehlen, den Du meistens fast geschenkt bekommst und an dem du nix ernsthaftes kaputtmachen kannst.

Ich habe auf einem Thalhofer Cloud II meinen Schein gemacht und habe danach auch noch Thermikflüge mit dem Drachen gemacht.
Das Teil ist supereinfach zu starten,fliegen und landen.
Auf und Abbauen sind Minutensache und Kurzpacken kann man ihn auch.
Ersatzteile und Check kannst Du direkt bei Dir um die Ecke bekommen (Jürgen Klose von der FS-Albatros in Willmanndingen/Sonnenbühl)! Der hat das Ding übrigens früher mitgebaut.
Einziger Nachteil: Es könnte Dir so ergehen wie mir, dass du nach einem Thermikflug zwischen Hochleistern, kurz nach der Landung gefragt wirst, ob Du der Direktor vom Deutschen Museum bist oder ob Du die Exponate kostenlos fliegen darfst.
Nix desto trotz habe ich nur gute Erfahrungen mit dem Cloud gesammelt und jede menge schöne Erinnerungen.

sei nicht zu eitel bei deinem ersten Gerät, denn wenn Dir das Drachenfliegen liegt und Du oft fliegst, wirst Du dir über kurz oder lang einen Drachen mit mitllerer oder hoher Leistung zulegen.

Zum Beitrag von Ekke muss ich sagen dass er recht hat.
Fast jeder Verein hat einige Mitglieder die noch einfache Geräte im Keller liegen haben welch sie dir oftmals für Umme leihen, da jeder zukünftige Drachen-Pilot willkommen ist.


bis irgendwann an der Basis

Chris

czuelch
23.07.2003, 11:26
Hallo,

neulich war ich wieder mal in meiner alten Flugschule (Cornelius Hübner [super Drachenfluglehrer, sehr empfehlenswert], Flugschule Skytec, Freiburg, www.skytec.de ): Zu meiner Überraschung und Freude erzählte er mir, dass er einen vollen A-Schein-Kurs für Drachenflieger habe, was die ganzen letzten Jahre wohl nicht der Fall war. Er grummelte nur ein bisschen wegen des höheren Aufwandes bei der Drachenschulung (s. Manfreds Beitrag). Vielleicht wächst ja wirklich das Interesse am Drachenfliegen wieder. Mich würde es freuen, nicht weil ich was gegen das Gleitschirmfliegen hätte (ganz im Gegenteil), sondern weil das Drachenfliegen einfach eine sensationell schöne, intensive Art des Fliegens ist. Und die Dynamik und der Aktionsradius eines Drachens sind einfach größer als beim Gleitschirmfliegen.

Mit ekke stimme ich voll überein bis auf einen Punkt: Einen größeren Kombi braucht man als Drachenflieger wirklich nicht, sondern nur ein Auto, auf dem man einen anständigen Dachgepäckträger montieren kann. Ich bin viele Jahre mit einem alten Polo und meinem Drachen durch die Gegend gefahren (auch nach Spanien...). Wenn man sich bei der zulässigen Überhang-Länge absolut korrekt verhalten will, dann muss man unter Umständen kurzpacken. Ich will niemanden anstiften, aber ich habe NIE kurzgepackt und nie Ärger gehabt. Sichere Befestigung des Drachens sollte klar sein.

Was den Drachen angeht, sprichst Du am besten mit Deiner Flugschule und probierst unter deren Aufsicht, wenn Deine Ausbildung etwas fortgeschritten ist, mal Drachen aus. Gute gebrauchte Einfachsegler gibt es in der Tat genug.

Viel Spaß!
Carsten.

Robert Mayer
23.07.2003, 11:54
Nur noch einmal zum Thema "Aussterben": Ich bin 10 Jahre Gleitschirm geflogen, habe jetzt umgeschult auf Drachen - und umgehend meinen GS verkauft. Drachenfliegen ist einfach viel schöner - Fliegen in seiner schönsten Form! Den Mehraufwand dafür nehme ich gerne in Kauf.
Das Einzige, was mich mit dem GS noch reizt ist der Para-Alpinismus, also das Fliegen von höheren Bergen. Vielleicht kaufe ich mir dafür mal wieder eine spezielle Leichtausrüstung.

Viele schöne und unfallfreie Flüge
Robert

Möwe
29.08.2003, 19:17
Servus Sandro,

ich bin ebenfalls Anfänger und habe den L-Schein gemacht.

Ich habe mich für einen Gleitschirm kurs entschieden, weil
über das Drachenfliegen war mir nichst bekannt.

Danke das meine Schule beides Anbot, denn schon nach einem
Tag bin ich dann doch auf Drachen umgestiegen.
Ich wollte unbedingt Drachenfliegen, das wußte ich nun genau.
Weil ich schon als Kind Vogel sein Wollte. Das Drachenfliegen ist viel dynamischer und mit einem Gleitschirmschein wäre ich nicht glücklich gewesen, weil ich nicht davon träumte an Schnüren
zu hängen und an Leinen zu ziehen.

Bei einem direkten Vergleich stellte ich nur einen Nachteil fest:
Der Drachentransport ist schwieriger. Aber schließlich geht es ja ums fliegen.Und das mit einem Drachen ist einfach wunderschön.

Tschüß sagt Möwe

manfred.ullrich
29.08.2003, 20:02
Der allergrößte Nachteil: das Landen ist sehr viel schwieriger.
Aber trotzdem fliege ich Drachen, denn der Vorteil wiegt alles auf.

Gruß, Manfred

Balu
02.09.2003, 11:00
Wichtig ist das richtige Gerät!!
Ich habe nach 6 Jahren GS den Drachenschein gemacht.
Habe auf nem WW Sport geschult und war begeistert davon.
Habe mir dann nach nur 1 Probleflug nen billigen, viel zu kleinen
Hochleister gekauft. Hat überhaupt keinen Spaß gemacht. Hab das Ding dann bald wieder verkauft und fliege seitdem wieder ausschließlich GS.
Eigentlich schade, das Fliegen selbst ist auf jeden Fall, ich sag mal "mehr" Fliegen. Schneller, dynamischer, sportlicher.
Na ja, vielleicht krieg ich ja mal wieder einen schönen Vogel für schwere Jungs und packs wieder.
Gruß und viel Spaß

tomw
11.09.2003, 09:26
diese Frage im Forum "Allgemein" gestellt hätte wohl andere Resultate ergeben ... ;-)

hangglider
13.09.2003, 01:51
Ich als Verfechter des "Sortenreinen Fliegens" ;-) an engen Mittelgebirgshängen, meine, es ist auch im HG Forum angenehmer zu diskutieren.

Zum Thema:
Flieg was Dir Spaß macht !
Dazu mußt Du aber BEIDES ausprobieren und Dich entscheiden.

Ich hab zu Zeiten HG gelernt, da gab es noch keine GS.
Ich persönlich finde kein Vertrauen in die Tüten.

Balu:
Das mit der Flächenbelastung wird doch noch gelehrt, oder ???????
Wer mit einem unpassenden Gerät fliegt wird probleme bekommen ! Egal ob zu groß oder zu klein.

rostiges fluegerl
23.09.2003, 23:47
Was gibt es schöneres, als den Tütenfliegern beim Einsteigen in die Bergbahn zuzuschauen, während das eigene Fluggerät noch auf die einzige Gondel wartet mit der Drachen transportiert werden können (und die gerade erst aus der Talstation raus ist)?
Was gibt es schöneres wenn nach dem Aufbauen der Wind plötzlich dreht und man auf den 500 m entfernten Startplatz wechseln muss?
Was gibt es schöneres als in inniger Umarmung mit seinem Fluggerät auf einem schwankenden Sessellift zu sitzen?
Was gibt es schöneres als .... D R A C H E N F L I E G E N ???

N I C H T S !!

Für mich war die 'Sacklhüpferei' nie ein Thema - wenn schon fliegen dann nur mit einem Drachen. Zugegebenermaßen ist die Drachenfliegerei momentan eher out da dieses Fluggerät wohl nicht ganz den Maximen unserer Zeit entspricht.
Für mich persönlich fängt das Vergnügen schon beim Aufbau an, steigert sich lustvoll bis zum Start, findet seinen Höhepunkt in der Luft und ebbt erst lange nach der Landung wieder ab. Dafür nehme ich gerne die paar 'Nachteile' in Kauf (so spare ich mir wenigstens das Fitnesscenter und lerne beim Warten immer wieder nette Leute kennen). Außerdem schätze ich es sehr, dass nicht Teile meines Fluggerätes im Flug irgendwohin klappen bzw. sonstige Auflösungstendenzen zeigen oder sich irgendwie ineinander verwickeln ...

Zum Thema Fluggerät für Anfänger (zu denen ich auch gehöre): Ich habe mir gleich nach dem Grundkurs einen gebrauchten WW-Eagle 164 gekauft. Der hat zwar eine 1-2 Klassifizierung ist aber vom Handling her ausgesprochen unproblematisch und fliegt deutlich besser als die Floater auf denen wir geschult haben. Das Handling der Kiste ist für mich perfekt. Starten und Landen sind mit der Kiste wirklich keine Hexerei. Der Aufbau dauert aufgrund der vielen Segellatten etwas länger als bei einem Floater - das stört mich aber nicht wirklich.

cu in the sky,

Mike

markus.WAF
29.10.2003, 20:30
Hallo Dracheflieger...
Na ich bin seit einiger Zeit selbst dabei und kann nur bestätigen das es vor einiger Zeit nicht ganz sooo einfach war eine gute Flugschule zu finden die dann auch noch Drachenflieger Ausbildet.
Na Gott sei dank bin ich dann auf die Flugschule Bielefeld, www.Flugschule-Bielefeld.de gestoßen. Sehr empfehlenswert. Grüße von hier an das ganze Team.... Götz, Klaus, Betina....

Aber hier ein Bericht den ihr gelesen haben solltet... ich find er trifft den Nagel auf den Kopf....

Fliegen & Sucht
Drachenfliegen ist ein Sport und kann Dein Leben werden '
mit diesen Worten wirbt der Deutsche Hängegleiterverband für unser Hobby. Lässt diese Formulierung nicht vermuten, dass Drachenfliegen ein gewisses Suchtpotential in sich birgt ?

STIMMT !

Viele Piloten fliegen einfach aus Spaß am Erleben der eigenen Freiheit. Drachenfliegen bíetet Ihnen die Möglichkeit, die Grenzen Ihrer eigenen Fähigkeiten auszuloten und dabei auch noch wunderschöne Erlebnisse in einem dem Menschen eigentlich fremden Element zu haben. Die Überwindung am Start, die bei den meisten Piloten wohl immer da ist, aber auch evtl. zu meisternde Risikosituationen versorgen den Körper kuzfristig mit Adrenalin. Die Ausschüttung der eigentlichen Glückshormone (Endorphine) erfolgt erst bei langen, schönen und stressfreien Flügen.Viele Piloten betreiben das Drachenfliegen aber auch als echten Leistungssport, bei dem es auf Kondition, Erfahrung, Taktik und Ausdauer ankommt. Bei dem in Deutschland nicht erlaubten Kunstflug mit dem Drachen, ist die Lust nach dem Kick neben den ästhetischen Aspekten sicher die Hauptmotivation. Kunstflug wird aber nur von einigen wenigen Drachenfliegern betrieben, oft verstärken diese Piloten ihre Fluggeräte oder modifizieren sie selbst.

Was aber treibt die Drachenflieger immer zum Berg? (oder an die Winde?)
Viele Piloten stellen ihr ganzes Leben auf ihr Hobby ein.
Der Fallschirmspringer und Psychologe Semler hat sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und bietet folgende Motivationen
(die unten aufgeführten Sachverhalte enthalten Zitate von Semler):

* Das Erlebnis an sich - Zu Fliegen, in nahezu völliger Stille, die Welt unter sich wie eine Spielzeuglandschaft aus einer 'abgehobenen' Perspektive zu erleben.

* Die Stresssucht - Menschen, die ein starkes körperliches Verlangen nach Stresssituationen haben, können Risikosportarten dazu nutzen die Produktion von körpereigenen Morphinen anzuregen. Drachenfliegen ist keine typische Risikosportart, kann aber natürlich je nach Verhalten des Einzelnen wie eine betrieben werden. Jedoch kann auch unter diesen Risikosuchern nur eine sehr geringe Anzahl als 'stresssüchtig' angesehen werden.

* Erlernte Angstbewältigung - Der klassische psychoanalytische Ansatz, der Risikoverhalten als eine Kompensation von Kindheitstraumata interpretiert. Eine Steigerung der Anforderungen an sich selbst ist vor allem auch beim Drachenfliegen sehr gut möglich. Es können immer anspruchsvollere Winde und Thermiklagen geflogen werden und der Pilot kann sich z. B. immer weitere Streckenaufgaben stellen oder sich immer gewagtere Flugmanöver vornehmen. Dass die meisten 'Risikosportler' einer einmal gewählten Sportart treu bleiben, lässt sich mit dem Belohnungswert erklären. Was urspünglich als Angst empfunden wird, kann durch regelmäßiges Wiederholen als große Konzentrationsaufgabe oder gar als lustvolle Erregung erfahren werden.

* Flow, die Qualität des Erlebten - Ziel des Fliegens ist das völlige Aufgehen in der Tätigkeit selbst. Die ganze Aufmerksamkeit ist beim Fliegen gezwungenermaßen auf das Tun gerichtet. Kein Zweifel, keine Gedanken stören bei der Ausübung der Tätigkeit. Alles geschieht scheinbar mühelos, auch schwerste körperliche Anstrengung. Jedes Nachlassen der Konzentration beendet diesen als so angenehm empfundenen Zustand. Wahrnehmung und Sein verschmelzen in diesem Zustand zu Ein- und Demselben.
Im Flow-Zustand sieht man sich nicht mehr unabhängig von dem was man tut; Handeln und Bewußtsein sind identisch. Unter diesem Aspekt ist der Drachenflieger z. B. mit einem Kind beim Spielen oder einem Künstler beim Malen zu vergleichen, die Ähnliches erfahren.
Das Flow-Erlebnis ist eine existentielle Erfahrung, die das Bewusstsein der Menschen erweitert und ein Gegenpol zu der als immer unerträglicher empfundenen Reiz- und Informationsüberflutung, darstellt. Auch die vielfältigen und teilweise widersprüchlichen Anforderungen unserer Realität und den Mangel an Orientierungshilfen, dem wir in einer immer komplexer werdenen Welt ausgesetzt sind, zu bewältigen kann das Drachenfliegen hilfreich sein.

* Kontrolle - Drachenfliegen bietet wie die meisten 'Risikosportarten' eine hohes Maß an Kontrolle. Diese kann beim schwierigen Vorgang des Erlernens der Bewegungsabläufe und des Erfahrens von Gefahrensituationen erlernt werden.

FAZIT:
Risikosuchendes Verhalten, wie es auch das Drachenfliegen bieten kann, hat sicher etwas mit Angstbewältigung zu tun. Und in Einzelfällen dient es auch als Kompensation von aus Kindheitserlebnissen hervorgegangenen Ängsten. In der Regel jedoch sind Drachenflieger Menschen, die sich ihre kindliche Freude, die sie beim Ausüben ihres Hobbys verspüren, bewahren konnten und den hemmenden Einflüssen einer ausschließlich auf Ziele ausgerichteten Sozialisation wiederstehen konnten. Das Befriedigen der Neugier, das Überwinden von Angst, das Bewältigen von Herausforderungen, das Ausüben von Kontrolle und das Erlangen von Sicherheit ist Ausdruck der Freude über die eigene Entwicklung und das Erlangen von Lebenstüchtigkeit.
Zu den typischen Wesenzügen von Drachenfliegern gehört nicht der Drang, Produkte einer profitorientierten Freizeitindustrie zu konsumieren, sondern das Bedürfinis nach Reizvariation und die Bereitschaft nach neuen und unüblichen Lösungen zu suchen, wenn die gegeben Bedingungen ausgeschöpft sind. Drachenflieger suchen tatsächlich Freude und Glücksgefühle. Risiken und Angst nehmen sie nur billigend in Kauf. Sie suchen die Herausforderung und das Erleben, das damit verbunden ist. An der Herausforderung zu wachsen und seine Kompetenz und seine Fähigkeiten weiter zu entwickeln sind die eigentlichen Ziele.Freude und Glücksgefühle treten immer dann auf, wenn die Fähigkeiten im Einklang mit den Anforderungen stehen: z.B. wenn der Drachenpilot unter schwierigen Bedingungen an den Grenzen seine Möglichkeiten fliegt.

SUCHTPRÄVENTION
Viele Drachenpiloten reden offen von IHRER Sucht wenn sie ihren Sport meinen und es ist unbestritten dass das Drachenfliegen zum Lebensinhalt werden kann. Gerade deshalb ist es sehr zur Prävention von gesundheitsschädlichem Suchtverhalten wie Rauschgiftkonsum, übersteigertem Agressionstrieb etc. bei Jugendlichen geeignet
Quelle:
Die Lust an der Angst, Gerd Semler, Heyne Verlag 1994


Na etwas lang das ganze aber gut oder?

BlackRider
04.11.2003, 08:03
Der Beitrag is echt genial! Trifft den Nagel auf den Kopf.

Aber mit den Bildern von dir, Markus, die du in den Bericht reingegeben hast, den du mir geschickt hast, dann würd es die Sache ein bischen "färben" :-)

mfg
BlackyRider

Sid
10.12.2003, 20:01
Ich werde kommendes Jahr 2004 mit dem HG beginnen. Problematisch ist nur, das sich alle meinen sozialen Kontakte sich irgendwie bereits von mir verabschieden möchten. Ich meine, seit dem ich erzählt habe ich möchte diese Sport ausüben, denken die ich bin SUIZIT gefährdet " weil doch da immer so viel passiert". Also, da ich keinen weiteren kenne,der den Sport ausübt wäre ich dankbar für irgendwelche Statistiken die meine Annahme unterstützen das dieser Sport "relativ" ungefährlich ist, dankbar.

Meine Freundin macht sich jedenfalls er´nsthaft sorgen .

Ich hatte mich eigentlich sofort ins HG verliebt. Alle sagen jedoch lern lieber GS da biste bereits am Fallschirm.

Wäre dankbar für einen Kommentar

BlackRider
10.12.2003, 20:07
Sag deiner Freundin einen schönen Gruß.
Drachenfliegen ist sicherer wies Autofahren.

Denn da oben bist du für dich alleine verantwortlich!!!

Dass Fluggefühl ist obendrein noch geiler wie Schirmfliegen (meine meinung).

Flieg mal und du wirst sehen, du kannst nichtmehr aufhören!

Fliegersüchtiger
BlackyRider

manfred.ullrich
10.12.2003, 20:56
Original geschrieben von Sid
Alle sagen jedoch lern lieber GS da biste bereits am Fallschirm.



Das kann nur jemand sagen, der keine Ahnung hat.

Drachenfliegen ist sicherer und schöner - aber schwerer zu erlernen.

Gruß und bleib dabei, Manfred

Ergänzung: Vielleicht hilft
http://www.dhv.de/typo/Unfallberichte.340.0.html
wenn es auch vielleicht in Wirklichkeit nicht ganz so krass ist

BlackRider
10.12.2003, 20:58
Schwerer und Langwieriger.
Dass schreckt die meisten Neulinge ab.

Aber Jungs ich sag euch was. Nichts hat sich in der Welt so ausgezahlt wie dass Drachenfliegen! :-)))) *gg*

C U AT THE CLOUDBASE

BlackyRider

PPT
10.12.2003, 21:20
Original geschrieben von Sid

Also, da ich keinen weiteren kenne,der den Sport ausübt wäre ich dankbar für irgendwelche Statistiken die meine Annahme unterstützen das dieser Sport "relativ" ungefährlich ist, dankbar.


Hallo Sid.

Diese Statistiken gibt es, sie sehen leider nicht sehr gut aus. Und auch dann muss leider noch gesagt werden, dass z.B. die offiziellen DHV - Statistiken stark beschönigen, da immer davon ausgegangen wird, dass alle, die jemals den Flugschein gemacht haben immer noch fliegen.
Leider muss auch gesagt werden, dass rein statistisch gesehen Drachenfliegen noch um einiges gefährlicher ist als Gleitschirmfliegen. Sorry, Manfred Ullrich betreibt da wohl leider eher Wunschdenken. Ob er bei dem Thema so viel Ahnung hat wage ich daher mal zu bezweifeln.

Ich möchte damit auf keinen Fall aber das Drachenfliegen schlecht machen, ich denke die höheren Unfallzahlen entstehen nicht dadurch, dass der Drachen ein unsichereres Fluggerät ist, sondern eher weil es halt mM nach ein anspruchsvolleres Fluggerät ist und zudem die Übungsmöglichkeiten stark eingeschränkt sind, aber das wäre Spekulation.
Das was Blackrider sagt ist natürlich auch sehr wichtig. Es gibt praktisch keine Fremdgefährdung, wenn ein Unfall passiert bist eigentlich immer Du selber schuld. Wo hingegen dir in anderen Sportarten durchaus auch die anderen mal gerne die Knochen kaputttreten. Das ist doch schonmal ein wichtiger Vorteil, oder ?

Also wenn Du nie einen ( groben ) Fehler machst und nicht zuviel riskierst wirst Du mit recht grosser Wahrscheinlichkeit überleben.

Gruss,
Peter

BlackRider
10.12.2003, 21:28
Klar wie gesagt, da bist du großteils selber schuld wenn dir was passiert. Aber auch Achtung vor den sogenannten "Sonntagsflieger". Jeder kennt sie, keiner is es.
Aber die jenigen die eben keine Ahnung von Flugregeln haben, können auch manchmal ganz schön gefährlich werden, und da nehm ich jetzt dass Drachenfliegen in Schutz.
Paraflieger, seit mir jetzt bitte net bös, aber es gibt leider immer wieder Schwarze Schafe (auch in der Drachenszene) die meinen Schirmfliegen sei leicht erlernt, und freuen sich riesig dass sie in der Luft sind, und dabei eben Regeln vergessen oder nicht beachten, die dann eben so zu manch Schwerem Unfall führt.

Also es gibt überall Gefahren. In Jeder Sportart.

Ich könnt jetzt noch jede Menge davon schreiben, aber leider lässt es die Zeit nichtmehr zu!

Also aufpassen da oben!

BlackyRider

Sid
10.12.2003, 22:06
Also, in jedem Beitrag hört man was anderes. Einmal ist GS gefährlicher einmal HG. Mal konkret, ich bin Biker ihr wisst schon Motorradfahrer. Biken wird immer als wesentlich gefährlicher als Autofahren eingeschätzt, weil man hier für die anderen Mitdenken muss. Jeder Biker weiss was ich meine :)

IST HG gefährlicher als Biken???? Oder irgendwo dazwischen??

Also jetzt mal die erfahrenden HG Piloten ran ..

Danke Sid

gerifly
10.12.2003, 22:33
Egal für was du dich entscheidest, ob nun Drachen oder Gleitschirm. Es spielt keine Rolle. Jedes Fluggerät hat seine Vor- und Nachteile. Wichtig ist, dass du das was du tust auch wirklich richtig machst und alles dafür gibst. Wenn deine Einstellung zu der Sache stimmt, dann wirst du auch das entsprechende Resultat erreichen.
Beim Motorrad fahren ist es das gleiche. Wenn du nicht die richtige Einstellung besitzt, haut's dich in der Regel in den Graben.
Ich habe eine Zeit lang beides betrieben und musste dabei aber feststellen, dass beides zusammen, das Fliegen und das Motorradfahren, sich auf die Dauer im Wege stehen. Ich habe mich dann für die Fliegerei entschieden und bereue heute meinen damaligen Entscheid in keinster Weise.
Klar habe ich auch Rückschläge erlitten. Ein Unfall hat mich um Jahre zurückgeworfen. Das Erlebte musste ich etwa 4 Jahre lang verarbeiten, bevor ich einigermassen wieder das Vertrauen in die Fliegerein gefunden hatte.
Aber auch das hat mich weitergebracht, sowohl in der Fliegerei als auch im normalen Leben.
Also, für was du dich auch entscheidest, mach es richtig und mit allem was dazugehört.

Gruss Geri

PPT
10.12.2003, 22:40
Was ist gefährlich ?

Du hast nach Statistiken gefragt, und da schneidet HG etwas schlechter ab. Aber was sagen schon Statistiken aus ?
Wer sich "nur" an eine Stastistik bei seiner Entscheidungsfindung hält liegt wohl ziemlich daneben.

Es kommt halt drauf an. Und dabei eigentlich vorallem auf dich. Gut, es gibt leider ab und zu Materialprobleme, die gehen aber meistens zum Glück glimpflich aus. Und Kollisionen sind auch absolut selten und stellen keinen Unfallschwerpunkt dar.

Wenn es Dir Spass macht mach es, wenn Du Angst hast lass es. Ist wahrscheinlich eine etwas unbefriedigende Antwort für Dich, aber so sehe ich die Sache.

FLYAHOLIC
10.12.2003, 22:50
...nur landen ist etlichtes anspruchsvoller als mit dem gs. zumindestens empfinde ich das jetzt (noch) so!

beim gs ist es wurst wohin du schaust, wenn mit rückenwind reindonnerst und du hast nicht gerade fels oder steinbrocken in der wiese auch egal. wenn ein paar nette mädels beim endanflug siehst, kannste schon flirten anfangen bevor am boden bist. am landeplatz kannste den gs bis zum abbauplatz reinparken und blödeln ohne ende...

...beim drachen bin ich ab der landevolte nur noch aufs landen und den landepunkt fixiert und vor allem auf den wind...

...flieg zwar nur ein urlahmes teil (icaro relax) aber irgendwann werd ich hoffentlich so gut landen können, dass ich mir auch einen richtigen drachen zulegen kann.

...bis dahin muss ich aber noch üben, üben, üben...


...und wenn ich schlecht drauf bin oder nur spass haben will oder das wetter sehr schlecht ist, dann habe ich immer noch den gs.


...so, weiterarbeiten muss!

gruss und respekt an alle die den hg aus allen lagen heil landen können - ich beneide euch!

;)

Martin76
11.12.2003, 09:33
Original geschrieben von BlackRider

...
Drachenfliegen ist sicherer wies Autofahren.

Denn da oben bist du für dich alleine verantwortlich!!!

...

Flieg mal und du wirst sehen, du kannst nichtmehr aufhören!

Fliegersüchtiger
BlackyRider

Ich glaub das nicht! Dafür hab ich schon zu viel gesehen. Beim Autofahren hatte ich bei weiten weniger kritische Situationen.

Und dann gibt es folgende Frage, leider weiß ich nicht mehr wer`s war aber sinngemäß ungefähr so: Wer hat schon einmal oder öfters einen Unfall mit Personenschaden beim Fliegen miterlebt, wie oft ist was auf dem Weg zum und vom Fluggebiet mit dem Auto was passiert. Dann soll noch jemand sagen, Fliegen und Autofahren ist ungefähr gleich gefährlich!!!

Martin

PS: bin geil aufs Frühjahr

KaAndre
11.12.2003, 10:10
...siehe Beitrag unten bzw. link:
http://www.dhv.de/vbulletin2/showthread.php?s=&postid=52764&highlight=statistik#post52764

BTW: Fliege seit 2 Jahren GS und habe jetzt mit Drachen angefangen. Mein bisheriger Eindruck:

Gleitschirm: Ist, wie ein Wortteil schon aussagt, mehr "gleiten" als fliegen, aber es ist auch möglich aktiv hohe (Kurven)-Beschleunigungswerte einzuleiten - was aber wiederrum vielmehr mit Akrobatik zu tun hat, als mit dem Gefühl des "Fliegens" (und Akrobatik "fliegen" wiederrum in Teutschen Landen entsprechend Definition nicht legal ist).

Drachenfliegen: "I have a pair of wings attached to my back. I can feel them there and if I look up I can see them. They are my wings. I feel the air through them and through my body. They might as well be part of my body.
I'm a hang glider, not a hang glider pilot. I just fly"

aus Davis Straub Prologue in seinem kürzlich veröffentlichtem Buch "Cloudsuck / The Life and Death Struggle for the Hang Gliding World Record", Hang Ventures Publishing, Pensacola, Florida 2003, Copyright © 2003 by Davis Straub

Das erste Kaptiel kannst Du lesen unter: http://ozreport.com/cloudsuck/cloudsucksmall.pdf

bzw. check auch seine sehr gute Webapge: www.ozreport.com



Beitrag:
Carsten Zülch
Registriert seit: Sep 2001
Beiträge: 39

Nachtrag, verspätet...
Also, hier sind nun die Zahlen füs Drachenfliegen:

Unfälle gesamt: 34 Unfallquote: 0,37%
Unfälle tödlich: 4 Unfallquote: 0,04%

Zum Vergleich noch einmal Motorradfahren:

Unfälle gesamt: 37.500 Unfallquote: 1,1%
Unfälle tödlich: 964 Unfallquote: 0,03%

In der Tat: Die Quote bei den tödlichen Unfällen ist sehr ähnlich (sogar etwas geringer beim Motorradfahren), während die Gesamt-Unfallquote beim Gleitschirm- und (vor allem) beim Drachenfliegen deutlich niedriger liegt.

Letzteres liegt allerdings sicher auch an der Erfassung: Ein verunfallter Motorradfahrer wird oft von der Polizei registriert, auch wenn nicht viel passiert ist, während um ein verbogenes Steuerbügel- oder auch Flügelrohr (Drachen) oder um einen verstauchten Knöchel (Gleitschirm) meist kein Aufhebens gemacht wird.

Es bleibt dabei: Jeder Unfall ist einer zu viel, und wir müssen uns selbst immer wieder zur Vorsicht und Vernunft ermahnen, damit nicht Gewohnheit oder Übermotivation zu vermeidbaren Unfällen führen.

In diesem Sinne grüßt

Carsten
(der nie wieder eine Wette anbietet, ohne nachgeschaut zu haben... )

czuelch
11.12.2003, 14:28
Hallo,

KaAndre hat meinen Beitrag aus dem anderen thread ja schon reingesetzt. Die Einwände von PPT kann ich nur insofern nachvollziehen, als natürlich jede Statistik in diesem Bereich mit erheblichen Unsicherheiten belastet ist. Wieso aber z.B. immer alle annehmen, dass es beim Drachenfliegen überproportional viele "nicht mehr aktive" Piloten ("Karteileichen") gibt, weiß ich nicht. Aber das sind auch Griffelspitzereien, die letztlich nicht entscheidend sind.

Auf eines will ich nur noch mal besonders hinweisen: Drachen- und Gleitschrimfliegen sind Luftsportarten. Diese sind immer mit einem Unfallrisiko verbunden; man wird auch bei stärkstem Bemühen nie auf NULL Unfälle kommen.

ABER: Beim Motorfliegen oder Segelfliegen ist das jedem bewusst, und trotzdem gilt niemand als suizidgefährdet, der sich für diese Sportarten entscheidet. Beim Drachen- und Gleitschirmfliegen liegen die Unfallzahlen im Verhältnis zur Pilotenzahl nicht signifikant höher (nach meiner Erinnerung eher niedriger, aber ich bin vorsichtig geworden).

Dass Drachen- und Gleitschirmfliegen dennoch als besonders gefährlich gelten, hat sicher damit zu tun, dass hier mit so "furchtbar" wenig Technik geflogen wird - wir sitzen eben nicht in einem high-tech-Cockpit und haben keinen high-tech-Motor. Wir sind uns wahrscheinlich darüber einig, dass das in Wirklichkeit ein Sicherheitsfaktor ist, denn es gibt bei uns wirklich wenig Unfälle, die auf technisches Versagen zurückzuführen sind. Wo keine Technik ist, kann keine Technik versagen.

Ein weiterer Grund für das "Gefährlichkeits-Image" könnte sein, dass wir manchmal ein bisschen unbeholfen aussehen, wenn der Wind beim Start am Drachen oder Schirm zerrt, oder wenn wir Drachenflieger uns bei der Landung albatros-mäßig auf den Bauch legen - obwohl in diesen Fällen eigentlich gar nichts los ist.

Also: Auf die "öffentliche Meinung" sollte man bei diesen Fragen nicht viel geben, vielmehr sollte man sich den Sport unter guter Anleitung ansehen und dann in Ruhe und ohne Eitelkeit entscheiden, ob man sich dabei wohlfühlt oder nicht.

Und es ist ja wirklich wahr: Welche Risiken wir eingehen, hängt zu 99 % von uns selbst ab. Wir werden - anders als die Biker - in der Regel nicht von verschlafenen Zeitgenossen "abgeschossen", die uns übersehen (jaja, ich weiß, so etwas KANN auch mal vorkommen!).

In diesem Sinne: Guten Flug!

Carsten.

markus.WAF
11.12.2003, 16:49
Hi... @all..
na wenn ich ganz erhlich bin... ich könnte mir das Leben ohne die Drachenfliegerei nicht mehr vorstellen. Das Drachenfliegen ist ein Bestandteil meines Lebens geworden. Nicht das ich meine Familie vernachlässigen will oder so, aber jeder Mensch benötigt einen gewissen Teil an Freiraum. Ich war schon immer ein Mensch für den sein Hobby (Sport) sehr sehr wichtig war. An dieser Stelle muß ich auch sagen das ich eine super tollerante Frau habe die mir das so ermöglicht.

Und was das Drachenfliegen an geht.....
Hm........ wie bin ich überhaupt dazu gekommen?
Das kann ich euch sagen,
schon als Kind haben mich meine Eltern mit auf den Berg geschleppt. Nein nicht geschleppt, das wehre jetzt unfähr. Ich bin immer sehr gern mitgegangen. Und schon da habe ich den Drachenfliegern zugeschaut. Zu meinen Eltern hab ich nur gesagt... he mich könnt ihr hier später wieder abholen....
Meine Eltern waren was das angeht sehr tollerant.
Ja und da habe ich oben am Jenner (Königssee) an der Rampe gelegen und die Drachen beobachtet. Und schon da hat mich die Fliegerei fasziniert..... das war 1985....
War ich da infiziert?
Ich kanns euch nicht sagen, aber vor einigen Jahren war ich mit meiner eigenen Familie in Süd Tirol (Sand in Taufers) Italien.
Wir haben da im Schwimmbad gelegen und wie sollte es anders sein... da flogen ein Paar Drachen und auch GS.
Und das beste war, der Landeplatz lag direkt gegenüber dem Schwimmbad.
Da hat mich nichts mehr gehalten. Nach dem Schwimmen bin ich mit meiner Familie da rüber..... und da habe ich den Toni kennen gelernt. Er machte dort Tandemflüge. Und genau dazu ist es dann auch gekommen. Zwei Tage später hing ich mit Toni unter einem Gleitschirm. Und ab da war für mich klar......
das will ich auch!
Aber es war schon komisch..... es hat sich für mich nie die Frage gestellt ob ich Drachen oder Gleitschirm fliegen will.
Für mich kam ohne Zweifel nur das Darchenfliegen in Frage.
Also entlschloß ich mich nach einer Flugschule in meiner Umgebung ausschau zu halten, die ich dann auch fand.

Aber eins war schon sehr sehr komisch!!!
Bei jeder Flugschule wurde ich gefragt, ob ich wirklich noch Drachenfliegen lernen will.
Aber da war ich nicht mehr von abzubringen.....
nein ich wollte nicht unter einer Tüt hängen.
Nichts gegen unsere Fliegerkollegen...
Da habe ich die Wintermonate genutzt um den Theoretischen Teil der Ausbildung A-Schein, Winde zu machen, damit ich im Frühjahr durchstarten konnte.....

So ging es mir ...........
und heute fliege ich wann immer es die <Zeit und da Wetter es zuläßt............

Gruß und an die Basis......

marky :D

Robert Benedek
11.12.2003, 22:37
[QUOTE]Original geschrieben von markus.WAF

Aber eins war schon sehr sehr komisch!!!
Bei jeder Flugschule wurde ich gefragt, ob ich wirklich noch Drachenfliegen lernen will.
Aber da war ich nicht mehr von abzubringen.....
nein ich wollte nicht unter einer Tüt hängen.
Nichts gegen unsere Fliegerkollegen...


..das war 1996 als ich auf der Suche nach einer Schule war auch so, mit dem bekehren wollen !
Bis ich halt eine gefunden habe die beides gemacht hat.
Es gab übrigens auch eine wo man schon beim Aussprechen des Wortes "Gleitschirm" fürchten musste mit verbogenen Stuerbügeln über den Übungshang gejagt zu werden :-)

Gruß
RB

manfred.ullrich
12.12.2003, 16:36
Original geschrieben von Robert Benedek
[QUOTE]Original geschrieben von markus.WAF

Aber eins war schon sehr sehr komisch!!!
Bei jeder Flugschule wurde ich gefragt, ob ich wirklich noch Drachenfliegen lernen will.

RB

Wundert Dich das? Die Flugschulen verdienen ihr Geld viel einfacher
mit GS-Schulung. Da kann man ihnen kaum verdenken, dass sie
den einfacheren Weg wählen.
Bedenklich ist allerdings, dass sie damit "die freie Willensentscheidung"
des Flugschülers für oder gegen Drachen mit beeinflussen.

Gruß, Manfred