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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aerodynamik und Gurtzeug



airborn
05.02.2004, 09:21
Hallo

Wer hat Erfahrung, noch besser wären Fakten, mit "arodynamischen" Gurtzeugen ?

Mich würde interessieren was aktuelle Gurtzeuge wie z.B. UP Bolder oder Airwave RamRace auf die Gleitleistung unserer Flügel wirklich bringen. Lohnt sich die investition ?

Gruss HP

Mario Tejon
05.02.2004, 10:01
Hallo

Also das ramrace von Airwave kenn ich nur von Bildern...

Boulder und X-rated bringen schon was sofern richtig eingestellt
und mit entsprechendem Flügel geflogen. Allerdings auch nur beim beschleunigten fliegen.

Es dürfte klar sein das an einem Arcus auch mit vollverschalung
das sinken bei vollgas immer eine "Katastrophe" ist.

Gruss
Mario

airborn
05.02.2004, 10:52
Ja, dass es für den Hausberg wenig Sinn macht denke ich auch.

Ich suche ein neues Gurtzeug zum Streckenfliegen und da einzelne Hersteller von einem Gleitzahlgewinn von bis zu einer halben Gleitzahl sprechen, wollte ich mal sehen ob dies von einzelnen Benutzern bestätigt wird. Speziell was der Zugewinn in den verschiedenen Geschwindigkeitsbereichen von Trimmspeed bis Fullspeed angeht.

Leider habe ich noch nie eine Auswertung aus einem Windkanal gefunden, dies obwohl die meisten Produzenten auf Ihrer Homepage schreiben "Im Windkanal auf geringsten Luftwiederstand getestet".

Gruss HP

Mario Tejon
05.02.2004, 11:18
Hmm...

Auf der "altenDHV-Site" gabs mal ein Video zum Download
welches die Deutsche GS-Nationalteam im Porsche windkanal
zeigte.
Ich glaube da haben sie die UP Gz's untersucht und glaub auch
zahlen veröffentlicht. -> Suchmal...:)

Ehrlich gesagt muss das gesammtpaket stimmen um wirklich
eine Leistungsteigerung zu erreichen. Und wenn du zB die Beine
im flug nicht paralell zum Gleitwinkel ausgerichtet hast , kann es schon sein das du mehr leistung vernichtest als du glaubst das du sie gewinnst.
Im windkanal ist das halt schon theoretisch mit den ganzen momentbeiwerten.

Im wettkampf habe ich jedoch des öfteren verschieden ausgestattete Booms gesehen. Ist schon erstaundlich wie die "verkleideten" piloten an den "normal sitzenden" vorbei gezogen sind.

Tja jedem das seine, ich find die Liegekondome ne geile sache
aber selber eines fliegen ... hmmm ich weiss nicht.

Gruss
Mario

windsack
05.02.2004, 11:26
Hallo airborne,

guckschdu:
http://www.sports-funline.de/vbulletin2/showthread.php?s=&threadid=1498&highlight=verkleidung
Ich selber fliege das Xover II von Woody Valley.

Habe noch keine Fakten, aber was ich im Sommer feststellte, war ein deutliches Sinken in aufrechter Position. Das hat sich bei meinem Vorgänger-Gurtzeug nicht so starkt ausgewirkt. Ich schließe hierbei auf einen deutlichen Leistungsgewinn von (geschätzt) min. einer halben GZ. (mache noch Tests, sobald der Speedsensor da ist) Das liegt beim Xover an dem aerodynamischen Spitz hintenund der veränderten Sitzposition. Eine zusätzliche Beinverkleidung halte ich nur für einen marginalen Leistungsgewinn und ist nur was für Leute mit dickem Geldbeutel und Wettkampf-Ambitionen, die im Endanflug noch ein halbes km/h mehr brauchen.

Zum Kurbeln völlig unnütz!


Gruß, windsack

airborn
05.02.2004, 12:26
@ Mario
Tja, ob ich mich wirklich mit so einer "Liegekomode anfreunden kann, wiess ich ja selber nicht. Genau darum interessieren mich ja die Werte der einezelnen Entwicklungsrichtungen wie Beinverkleidung und/oder "Spitz" hinten.

@ Windsack
Danke für den Link. Auch Deine Erfahrungen sind sehr interessant. Diese lassen die Vermutung zu, dass vor allem die Form des Gurtzeuges wie der Spitz hinten mehr bringen als die Beinverkleidung. Lässt sich ein Stückweit auch aus der Tabelle der Resultate aus dem Windkanal ableiten, wo beim Xover die Beinposition keinen grossen Einfluss mehr hat.


In die selbe Richtung geht ja auch die Entwicklung des Ram Race von Airwave. Leider wird damit noch keiner geflogen sein.

Gruss HP

AndiG2
05.02.2004, 12:32
Hi airborn,

ich fliege jetzt ca. 40h mit dem SUB AIR Cocoon und subjektiv empfinde ich ein besseres Gleiten bei Talquerungen (relativ zum freeX Control). Wie gesagt : subjektiv. Kann also auch mit dem etwas anderen Fluggefühl im Sitz/Liegegurt zusammenhängen.

Und wie Windsack schon sagte : Beim Kurbeln völlig egal - da sind dann Faktoren wie Effektivität der Gewichtsverlagerung, Schirmwahl und passendes Gurtzeug wichtiger ...

CU@Snow


Andreas

uweneesen
05.02.2004, 14:01
Hallo Leute
Genaue Zahlen kann ich leider nicht bieten, aber wenn man sich mal das Bild anschaut, kann man evtl. abschätzen das so eine Verkleidung Aerodynamisch schon besser ist . Verwendet wurde ein UP-Fast mit UP-Beinverkleidung.

Mario Tejon
05.02.2004, 14:05
Geiles Foto !

Heiko
05.02.2004, 16:52
@uwe

Hi Uwe!

Hast Du die Verkleidung mit oder ohne Front- Rettung? Was hast Du mit dem Brustgurt gemacht? Ist's ncoh Dein Fast I?

Kannst mir auch mailen. Danke!

CU UP!
Heiko.

Tobias S.
05.02.2004, 17:08
Original geschrieben von windsack
Ich selber fliege das Xover II von Woody Valley.

Ich schließe hierbei auf einen deutlichen Leistungsgewinn von (geschätzt) min. einer halben GZ. (mache noch Tests, sobald der Speedsensor da ist) Das liegt beim Xover an dem aerodynamischen Spitz hinten.

Sorry, aber das ist in meinen Augen blanker Unsinn. Der Spitz müsste, um aerodramatisch was zu bringen, viel (richtig viel) länger sein und zudem ist das X-Over II, welches ich im übrigen mit großer Freude auch auf langen Strecken und im Wettkampf fliege, sicher kein besonders aerodynamisches Gurtzeug. Wenn man sich das mal von der Seite anschaut (s.u.), sieht man, dass das GZ wegen seiner enormen Tiefe eine Riesenfläche in den Wind stellt, außerdem sitzt man noch dazu relativ aufrecht drin - in Summe der aerodynamische Wahnsinn, so wie Gleitschirmfliegen an sich übrigens.

Alex Hofer hat nahezu alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt mit dem Schirm - mit einem stinknormalen Gurtzeug (UP Fast?) ohne Verkleidung. Freilich bringen Verkleidungen leistungsmäßig etwas, bei optimaler Haltung des Piloten und ohne jegliches seitliches Verdrehen. Jedoch glaube ich nicht, dass ein "normaler" Pilot diese Differenzen feststellen kann, ähnlich wie bei Speedarms übrigens.

Mein persönliches, rein subjektives Fazit: [Gschwendner-Modus an] Lernt´s lieber gscheit kurbeln und versucht´s, gute Linien zu finden und schaut´s im Winter mal a paar Karten an, dann fliegt´s sicher besser und erfolgreicher als mit ´ner Verkleidung. Außer ihr friert´s leicht an den Füßen. Dann ist so a Verkleidung a super Sach [Gschwendner-Modus aus].

Schöne Flüge,

Tobi

jellyloop
05.02.2004, 18:18
als spass an der freude hab ich mir mal bei ebay dieses teil für 70 EUR gekauft. das gute stück ist ein alter italienischer wettkampfgurt baujahr 92. kein sitzbrett und auch kein protector, eigentlich nix anders als eine beinverkleidung oder schlafsack mit gurten.

anfänglich eher skeptisch, empfand ich den ersten flug in dieser position allerdings als relativ angenehm. schon nach wenigen flug mit diesem hässlichen teil war klar, es wird meinem neues lieblingsgurtzeug für schwache tage am hausberg. rein subjektiv eine verbesserung von minimum 1/2 gleitzahl.

kosten-nutzen-faktor
für uns ottonormal-nicht-wettkampfpiloten ist ein geschlossener liegegurt ala woody x-rated eher reines showgeplänkel. für das geld würd ich lieber ein paar mal öfter nach südtirol fahren.


@ AndiG2
hier teile ich andis meinung. beim kurbeln bringt mein teil eher nichts. gewichtsverlagerung ist wirklich alles andere als gut.

@Tobias Schreiner
[Gschwendner-Modus] den unterschreib ich dir auch gleich noch mit.

uweneesen
05.02.2004, 19:35
Moin Heiko
Es ist mein altes Fast 1. Es ist mir schon beinahe am Hintern festgewachsen! Ich fliege die Verkleidung ohne Frontcontainer (ich mag die Dinger nicht so gerne). Die Rettung im original Rückencontainer hat keine Probleme mit der Verkleidung. Lediglich ein kleines Stück Klett habe ich unterhalb der unteren Rückentasche angenäht. So bleibt der Stoff auch unter den Beinen gespannt. Der Brustgurt bleibt einfach geschlosssen, aber auf max weite eingestellt, auf meinem nicht gerade kleinen Bauch liegen.
Klar, Thermikkurbeln kann man auch genau so gut ohne das Ding, aber wenn zwei gleiche Schirme nur mit verschiedenen Gurten deutlich unterschiedlich gleiten (zugunsten des Aerogurtes natürlich :) ), kann die Verkleidung auch nicht schaden.
Und: wer nicht geradeaus fliegen kann, dem nützt die beste Verkleidung nix.
Und noch was: Die Füße bleiben tatsächlich klasse warm! :)
Im Sommer baue ich die Verkleidung auch hin- und wiede ab.
Uwe

uweneesen
05.02.2004, 19:38
Ach ja, hätt' ich fast vergessen: sieht natürlich echt besser aus! Cool.

Heiko
06.02.2004, 07:38
Hi Uwe!
Danke für die Infos! Ich möchte an meinem 1er Fast ebenfalls ein Condomi basteln. Ich dachte jedoch an das Frontcontainer-Teil, um darauf mein Cockpit zu montieren. Der Brustgurt ist aber dann im Weg! Da dieser Gurt vollkommen für'n Arsch ist, habe ich schon mit dem Gedanken gespielt ihn zu entfernen (... oh je, ich glaub' Poddl zieht mir die Ohren lang, wenn er das hört...). GüSi ist dann natürlich futsch.

Ja, ja, schon blöd mit dem Fast - wenn man sich mal daran gewöhnt hat, ist es schwer mit 'nem anderen gu fliegen! Aber nach 6 Jahren sieht's nicht mehr ganz frisch aus... (immerhin haben meine ersten Holzleiten vier Jahre gehalten!)

CU UP!
Heiko.

P.S.: Bevor sich meine Kollegen völlig lustig über mich machen: Ja, ich geb's zu, Dünne Leinen, Verkleidung und Speedarms sind nur für mein Ego! Ins Ziel komm' ich damit sicher auch nicht öfter. :D

airborn
06.02.2004, 07:54
Na ein paar interessante Reaktionen hat es ja zu mindest gegeben, wenn ich auch nicht alle Teile.

@ Tobias
Das das X-Over wie der arodynamische Wahnsinn aussieht, ist auf Grund der seitlichen Ansicht verständlich. Nur die einzigen auf dem Netz verfügbaren Windkanaldaten (siehe Link oben) sprechen das Gegenteil.

Der [Gschwendner-Modus] hat schon einiges für sich, nur ist er nicht der Dinge letzter Schluss.
Ist mit einem gescheiten Gurtzeug eine halbe Gleitzahl drin, dann ist das ein enormer Zuwachs der Leistung, ob dies ein "normaler" Pilot nun merkt oder nicht. Allein wenn man sich überlegt was die Gleitschirmhersteller machen, bzw. welche Entwicklung es braucht bis diese Ihre Schirme um eine halbe Gleitzahl verbessern können. Das solche Vorteile nicht von jedem erflogen werden können, beim Hausbergsoaring oder beim kurbeln nichts bringen, ist denke ich, jedem klar. Aber auf Strecke, bei einer grossen Talquerung oder beim beschleunigten Flug, ist wohl jeder um maximales Gleiten bemüht.

Gruss HP

jellyloop
06.02.2004, 08:46
Original geschrieben von airborn
. . . beim Hausbergsoaring oder beim kurbeln nichts bringen,

stimmt nicht unbedingt. ich hab eine andere erfahrung gemacht.
mein hausberg ist nix besonderes, da er gerade mal 60 höhenmeter hat.

letztes jahr bin ich aber an dem buckel sage und schreibe 3 1/2 stunden geflogen und das mit diesem liegesack. der rückgang des pilotenwiderstandes ist so gross, dass gerade beim fliegen im nullschieberbereich oder bei ganz geringen steigwerten ein echter vorteil entsteht. beweis dafür waren meine club-freunde, die an diesem tag nach 20 minuten (mit normalgurt) alle am boden standen.

Körriwurst
06.02.2004, 08:55
was ist sportlicher?
20 minuten fliegen und dann 60 m kraxeln um wieder 20 minuten zu fliegen? oder 3,5 stunden im wind rumbammeln :::?:D

nix für ungut. du hast recht dass genau in dieser grenzsituation die kleinen vorteile ihrer wirkung zeigen. aber mir ist der aufwand dann doch zu gross...
ich mach dann lieber nach 20 minuten ne kurze pause und flieg danach wieder von neuem...
;)

uei
06.02.2004, 14:26
Hi,

kann ich nur empfehlen, ist finanzierbar und hat sogar ein GüSi!

Wenn Du Glück hast kriegst Du sogar wie ich eins zum testen von Blue Sky in Österreich (Vertreter) http://www.aktiv-tirol.com/blue_sky/paraglidingkurse.htm

Man kommt super rein und stolpert beim Start nicht über den Sack, da die Spitze aus Schaumstoff besteht und so gross ist wie ein Fussball.
Super Material, alles aus Cordura.

Nur verstellen der Gurte in der Luft ist so gut wie nicht möglich, es ist schwer und gross (Packsack)

Für Aus und Umbautips kannst Du Dich gern an mich wenden.

Gruss
Ulf

PS: Man fühlt sich auf jeden Fall aerodynamischer und die Mitflieger haben auch den Eindruck.

Tobias S.
06.02.2004, 14:33
Original geschrieben von airborn
Das das X-Over wie der arodynamische Wahnsinn aussieht, ist auf Grund der seitlichen Ansicht verständlich. Nur die einzigen auf dem Netz verfügbaren Windkanaldaten (siehe Link oben) sprechen das Gegenteil.

Wenn du den Armin Harich-Test meinst: Der hatte das alte X-Over im Test, das mit dem aktuellen Riesen-Oschi gar nix gemeinsam hat. Das X-Over I war ein superschlankes Sitz-Liegegurtzeug, das am ehesten noch mit dem UP Fast zu vergleichen ist. Dünner Protektor und nicht einen halben Meter nach unten ausladend wie das aktuelle.
Ich kenne keine Untersuchungen außer denen der Nationalmannschaft und da kam raus, dass bei korrekter Haltung des Piloten und bei Geschwindigkeiten über 50 km/h eine Vollverkleidung und Speedarms deutliche Leistungsverbesserungen bringen.

Viele Grüße,
Tobi

Mario Tejon
06.02.2004, 14:51
Original geschrieben von Tobias Schreiner
...
Ich kenne keine Untersuchungen außer denen der Nationalmannschaft und da kam raus, dass bei korrekter Haltung des Piloten und bei Geschwindigkeiten über 50 km/h eine Vollverkleidung und Speedarms deutliche Leistungsverbesserungen bringen.

Viele Grüße,
Tobi

Genau darum immer hände hinter die traggurte und schöööön den kopf nach hinten halten und in den himmel schauen...

(wenn man die augen noch schliesst kann man zusätzliche gleitzahlpunkte gut machen ;) )

Tobias S.
06.02.2004, 15:06
Original geschrieben von Mario Tejon
Genau darum immer hände hinter die traggurte und schöööön den kopf nach hinten halten und in den himmel schauen...

(wenn man die augen noch schliesst kann man zusätzliche gleitzahlpunkte gut machen ;) )

Ja und vor allem fliegt Otto Normalflieger so oft über 50 km/h ;-))

Ich bleib dabei: Das GZ muss bequem sein, so dass man lang und entspannt damit fliegen kann. Ich würde sogar sagen, für lange Streckenflüge bringt ein bequemes GZ mehr "Leistung" als ein unbequemes mit weniger Widerstand, weil im bequemen auch nach sieben Stunden die Konzentration noch voll da ist ( was nicht heißen soll, dass verkleidete GZ unbequem sind, die, die ich probiert hab, fand ich äußerst bequem).

Im internationalen Wettkampf, wo die Leistungsdichte unglaublich hoch ist, mögen so Sperenzchen was bringen; dass es aber auch da nicht ausschlaggebend ist, hat Alex ja oft genug bewiesen. In meinen Augen gibt´s also genau zwei Argumente für Pilotenverkleidungen abseits der Liga oder PWC:

1. hilft gegen kalte Füße (und das wohl recht gut)
2. schaut cool aus

Ist ja nix dagegen zu sagen, aus demselben Grund fliegen die Leut (mich eingeschlossen) ja auch mit so Nussschalen-Helmen und rosa Speedarms in der Gegend rum ;-)

Tobi

Heiko
06.02.2004, 15:13
Jo Tobi,

die rosa Speedarms helfen sicher gegen kalte Füße! :D ... nur schrenken sie den Startlauf etwas ein ;)

Fliegst den GC dieses Jahr mit? Der Rest ist bei mir schon gestrichen - den Cup wollte ich mir allerdings nicht nehmen lassen.

CU UP!
Heiko.

P.S.: Für die Vertigo Teilnahme müssen wir aber noch ein-, zweimal trainieren...

Tobias S.
06.02.2004, 15:29
Original geschrieben von Heiko
die rosa Speedarms helfen sicher gegen kalte Füße!

P.S.: Für die Vertigo Teilnahme müssen wir aber noch ein-, zweimal trainieren...

[Eine Augenbraue hochzieh] Also ich find ja, dass die rosa Speedarms überhaupt eine recht warme Sache sind, da kann man quasi gar nicht mehr frieren ;-)

GC flieg ich auf jeden Fall mit, soweit mein für den Sommer geplantes Examen das zulässt, aber irgendwie muss ich mich für die Schmach (oder eher für die Dummheit?) im letzten Task ja noch rächen ;-)

Und das Vertigo... mach mal. Ich guck dir auch zu und fisch dich raus *g*

Have fun,
Tobi

Oliver
07.02.2004, 09:03
Original geschrieben von Tobias Schreiner
Ich kenne keine Untersuchungen außer denen der Nationalmannschaft und da kam raus, dass bei korrekter Haltung des Piloten und bei Geschwindigkeiten über 50 km/h eine Vollverkleidung und Speedarms deutliche Leistungsverbesserungen bringen.


Hallo Tobi,

kann man das irgendwo nachlesen oder nachvollziehen, oder weißt Du das nur vom hörensagen um drei Ecken?

Grüße von Oliver

Tobias S.
07.02.2004, 12:46
Original geschrieben von Oliver
kann man das irgendwo nachlesen oder nachvollziehen, oder weißt Du das nur vom hörensagen um drei Ecken?

Servus Oliver,

hier gibt´s ein Video dazu: http://www.dhv.de/typo/GS-Nationalmannschaf.302.0.html

und im DHV-Info 117 war ein ausführlicher Bericht mit den Messergebnissen veröffentlicht (ich find´s leider grad nicht).

Viele Grüße,
Tobi

Oliver
07.02.2004, 13:59
Hallo Tobi,

danke, ich such mir das Heft mal raus.

Grüße von Oliver

Oliver
07.02.2004, 15:08
Hallo,

nun habe ich mir den Artikel rausgesucht. Dannach kann ich Tobis Schlussfolgerung, dass Verkleidungen und Position des Piloten erst bei über 50 km/h relevant sind, nicht nachvollziehen.

Unterhalb von 50 km/h wurde gar nicht gemessen, nicht weil´s nichts bringt, sondern um "deutlichere Messergebnisse zu erzielen", zu deutsch, die Messeinrichtung war für so kleine Kräfte nicht ausgelegt (so argumentieren wir auch immer, wenn der Messbereich unserer Geräte nicht so ideal ist),

Als Referenz wurde ein UP Teton in aufrechter Haltung vermessen. Vollverkleidung und Speedarms bringen eine Widerstandreduzierung von 50 %, bei welcher Geschwindigkeit, bleibt offen. Oder meinten die Autoren den Widerstandsbeiwert, der ist dann in engen Geschwindigkeitsbereichen unabhängig von der Geschwindigkeit. (Harich ermittelt ähnliche Ergebnisse siehe hier. (http://www.paraglidingshop.de/windkanal.htm))

So oder so ist das doch eine Menge. Der Pilotenwiderstand beträgt bei 45 km/h 80 % von dem bei 50 km/h und bei 40 km/h noch 60 %. Davon die Hälfte durch Verkleidung und Speedarms reduziert, das kann nicht egal sein.

Das wirkt sich übrigens auch beim Kurbeln aus, auch wenn es der Pilot nicht so wahrnimmt. Umso enger Du drehst, umso schneller ist die Bahngeschwindigkeit, umso höher der Pilotenwiderstand. Wenn du 6 Stunden fliegst und dabei 0,05 m/s weniger sinkst hast du nach 6 Stunden 1000 m mehr Höhe mit der du ein paar Kilometer weiter gleiten kannst.

Bleibt noch die Frage offen, was eine Beinverkleidung an einem normalen Gurtzeug in aufrechter Position geflogen, bringt. Das wäre die Rentnerverkleidung á la Gschwendtner, die ich auch nicht zuletzt wegen der Molligkeit und der Sitzposition bevorzugen würde.

Dennoch stimme ich jedem zu, der sagt, dass effizientes Kurbeln und die optimale Linie auf Gleitstrecken wichtigere Faktoren sind. Aber wieso fliegt ihr dann heiße Schirme um ein paar zehntel mehr Gleitzahl rauszuholen, die man vielleicht mit einer Verkleidung und einem weniger hoch eingestuften Gerät leichter rausholen könnte.

Grüße von Oliver

Norman
08.02.2004, 07:43
Da ich jetzt seit 3 Jahren ein X-rated fliege und bei dem Windkanal Test der NM auch dabei war, hier meine Eindrücke:
- Speedarms und Verkleidungen bringen auf jeden Fall etwas, eine halbe Gleitzahl ist sicher etwas zu hoch gegriffen
- Trimmspeed: Wem es wert ist, nach 10 km etwa 10-20 m höher anzukommen, der braucht so ein Ding
- 50 km/h: da bemerkt man den Unterschied schon auf 1 km, sind aber keine Welten
- 60 km/h: da dürfte der Unterschied schon deutlich ausfallen, ich konnte leider selten vergleichen, weil wenige so schnell fliegen und ich selbst meist auf mich konzentriert bin, ich kam aber meist deutlich höher beim Vollgas Endanflug im Ziel an (wenn ich keine größeren Zerstörer hatte)
Nachteile sind eindeutig: das extreme Packvolumen und deutlich schlechtere Gewichtsverlagerung, erfordert umstellung des Kurbelns. Ausserdem heftigere Schrimreaktionen bei großen Klappern (70% und mehr), weil die Trägheit des Gurtzeugs die Twistgefahr extrem erhöht, sollte aber auch beim Liegegurt ähnlich sein.

So, viel Spaß noch und ne geile Saison 2004,
Norman

Niedrigflieger
08.02.2004, 22:31
Weil hier etwas über das X-Over vom Leistungsstandpunkt hergezogen wird:

Der Herr da auf dem Foto fliegt so ein X-Over und heißt Frank Brown.

Wurde damit bei der WM in Portugal zweiter. So groß kann der aerodynamische Nachteil dann also nicht gewesen sein.

Lg, A.

Badehose
09.02.2004, 14:12
Also nur um genau zu sein:
Alex flog im 2002 ein Gurtzeug von Hans Bollinger. Das gleiche wie Kaspar Henny an der X-Alps geflogen ist. (ohne Beinsack)
Im 2003 flog er dann das Boulder von UP.
Wenn ihr Wettkampfbilder vom 2003 anschaut, dann seht ihr extrem viel mehr Piloten in einem "verschalten" Gurtzeug herum fliegen als noch im 2002.

Besser sind sie im Bezug auf Leistung auf jeden Fall. Umständlicher zum verpacken sind sie auch und fürs rumspielen auf dem Landeplatz oder am Soaring Hügel ein klarer Nachteil.

Wenn du alleine auf strecke gehst siehst du ja meistens kein Unterschied, weil du oft alleine bist.
Im Wettkampf hast du andauernd vergleiche mit Anderen und wenn du da andauernd ein paar Meter verlierst.... dann stört das.

Badehose
09.02.2004, 14:18
Habe das Bild vergessen

JensMMR
09.02.2004, 15:29
Original geschrieben von Niedrigflieger
Weil hier etwas über das X-Over vom Leistungsstandpunkt hergezogen wird:

Der Herr da auf dem Foto fliegt so ein X-Over und heißt Frank Brown.

Wurde damit bei der WM in Portugal zweiter. So groß kann der aerodynamische Nachteil dann also nicht gewesen sein.

Lg, A.

Vielleicht ist der Frank Brown zweiter geworden weil er einfach ein guter Pilot ist?!

Ich finde das immer recht lustig, wie Rückschlüsse auf irgentwelches Material anhand der Plazierungen einzelner Piloten in diversen Wettkämpfen gezogen wird ;-). Ich denke jedenfalls, dass der Hofer auch ohne seine Beinverkleidung Weltmeister geworden wäre...

Gruß
Jens

Eraser
12.04.2004, 17:57
Um den cw-Wert zu senken, bedarf es keines aoerodynamischen verkleideten Sitzgurtes. Es ist Unsinn, vom physikalischen Prinzip her zu glauben, dass diese kleine Veränderung im Gesamtpacket eine merkbare positive Auswirkung hat. Selbst jede kleine Bewegung mit der Hand bedeutet eine Verwirbelung der Luft und somit einen höheren Wiederstand. Vergleicht man die Anstrengungen von manchen Sportarten, Schi-Alpin (ÖSV Abfahrer haben jedes Jahr Windkanaltests) F-1, uvm. mit den geringen Möglichkeiten des Gleitschirmfliegers, so muss man auch als Laie erkennen, dass das Gesamtpaket am Ende die erforderliche Leistung erbringen muss. Im Labor ist vieles feststellbar und messbar, in der Praxis sind große Abweichungen vom Sollwert nicht nur möglich, sie passieren auch zwangsläufig --> Abfahrt beim Schifahren--> jede Bewegung und Korrektur der line bedeutet einen Verlust von ein paar hundertstel Sekunden, bei Paragleitern Verlust von ein paar Zentimeter.

Das ist selbst für die hohe Leistungsdichte bei Profis im Leistungsport vernachlässigbar.
Wer sich aber solche Verkleidungen und Gurtzeuge kaufen will, nur zu, sieht cool aus, (ein Laie staunt und bewundert)und ich hoffe es kurbelt die Wirtschaft an.;)

Mario Tejon
13.04.2004, 08:25
Hallo Airborn

Liest du hier noch mit ???:confused:

Na jedenfalls hab ich kürzlich auf der WW - site videos gefunden die Gurtzeuge im windkanal zeigen. Schaus dir mal an und entscheide dann...

Gruss
Mario

airborn
13.04.2004, 08:37
Hallo Mario

Ja, ich lese noch mit, danke. Aber was ist die "WW - site" ?
Wenn Du mir einen Link angeben könntest wäre ich Dir dankbar.

Gruss Hanspeter

Mario Tejon
13.04.2004, 08:51
Hoi Hanspeter

also "WW" steht für Woodyvalley ;)

und der link:
http://www.woodyvalley.com/ing/woody-home.php


gruss
Mario

skylandair
13.04.2004, 10:47
Original geschrieben von Eraser
Vergleicht man die Anstrengungen von manchen Sportarten, Schi-Alpin (ÖSV Abfahrer haben jedes Jahr Windkanaltests) F-1, uvm. mit den geringen Möglichkeiten des Gleitschirmfliegers, so muss man auch als Laie erkennen, dass das Gesamtpaket am Ende die erforderliche Leistung erbringen muss.

@Eraser
Warum machen die Schirennläufer denn Tests im Windkanal, wenn's eh nix bringt ?

Ich gebe zu ich bin ein Aerodynamikfreak. Ich habe neben dem Gurtzeug auch aerodyn. Optimierungen an Armen, Handschuhen, Tragegurten, Brille .....
Der richtige Anstellwinkel am Gurtzeug ist genauso wichtig wie die Arm.- und Kopfhaltung. Wenn's passt gebe ich die Arme überhaupt unter die Verkleidung, weg ist weg. Der Kopf ist bis zu den Brillen ebenfalls unter der Verkleidung.
Und bitte sag mir nicht dass das nichts bringt.
Allerdings mache ich das nur bei langen Talquerungen, wo es darauf ankommt wie hoch man ANKOMMT.

Zum Gesamtpaket gehört halt einfach die Aerodynamik, die fliegerischen Fehler bleiben deswegen die gleichen.

LG Robert

easyfly
13.04.2004, 11:17
Ich finde man soll auch nie vergessen welches Gefahrenpotenzial so ein vollverkleidetes Liegegurtzeug, in Verbindung mit einem Wettkampfschirm hat, das nur so am Rande.

Der (geringe) Vorteil der kaum besseren Aerodynamik rechnet sich nicht wirklich.

skylandair
13.04.2004, 11:47
@easyfly

Hast ja recht, aber schön warm ist außerdem noch, die Verkleidung.

LG Robert

easyfly
13.04.2004, 11:59
Stimmt auffallend, aber nu so lange die ..... nicht ausgekühlt ist :D

UlrichPrinz
27.10.2005, 12:57
Hi Zusammen,

Alter Thread, ich weiss ... Dachte ich häng mal was an zwecks vollständigkeit.

Hier wird auf eine Studie zum Thema verwiesen:
http://www.airwave-gliders.com/downloads/testberichte/gurtzeuge/ramrace.html

Hier ist die Studie: (auf Portugiesisch, aber die Seiten ab S.16 kapiert man auch ohne)
http://www.airwave-gliders.com/downloads/seminario2004.pdf

Diese Gurtzeuge wurden im Windkanal vermessen.
http://www.airwave-gliders.com/images/seminario200416.jpg

Das Ram Race gewinnt hier gegen alle Anderen (siehe Grafik unten)

Nehmen wir mal an, die Studie ist serös und objektiv, dann finde ich persönlich den
Wind rein subjektiv ziemlich blöd: Ich würd mich ja eher ans X-Rated schmiegen ;-)
Aber leider bin ich nicht der Wind, und so gewinnt halt das (IMHO) hässliche Ram Race.
Fliegen will ich es eigentlich trotzdem nicht... Muss ich halt besser fliegen als die anderen,
um noch hinterherzukommen ;-)

Cheers, Ulli

Oliver
27.10.2005, 13:05
Hallo,

wo da der Unterschied zwischen dem normalen RamRace ohne Verkleidung und dem Racer herkommt, verstehe ich nicht so ganz.

Oliver

Patrik
27.10.2005, 13:13
was mich bisschen an der objektivität zweifeln lässt, ist der umstand, dass das ram race OHNE heckverkleidung und OHNE beinsack besser sein soll als das skyline racer MIT beinsack...
es vergleiche jeder selber die beiden gurtzeuge. bei der fast identischen formgebung des gz's und insb. der heckpartie müsste ja geradezu der beinsack kontraproduktiv sein, damit es zu diesem resultat kommt.

und weiter, wenn das ram race tatsächlich besser sein soll als das x-rated, warum fliegt bruce goldsmith dann im pwc ein x-rated? und nicht das produkt seiner eigenen firma? [ein schelm, wer böses denkt ;) ]

ich ordne diese 'studie' unter marketing ein.

gruss patrik

edit: hmmpf, zu langsam... :p

Oliver
27.10.2005, 14:51
und weiter, wenn das ram race tatsächlich besser sein soll als das x-rated, warum fliegt bruce goldsmith dann im pwc ein x-rated? und nicht das produkt seiner eigenen firma? [ein schelm, wer böses denkt ;) ]


Hallo,

vielleicht liegt es daran, das das RamRace einfach nicht verfügbar ist. Jedenfalls wollte ich eins übers WE zum Testen ausleihen, was mir nicht gelungen ist. Und ich wäre sogar bei Airwave vorbeigefahren. Die geben keins raus und die angerufenen Flugschulen in der Nähe haben keins. Ich folgere also, dass es so kostbar ist, dass es nichtmal die eigenen Leute zum Fliegen kriegen.

Grüße von Oliver

Patrik
27.10.2005, 16:01
Die geben keins raus und die angerufenen Flugschulen in der Nähe haben keins. Ich folgere also, dass es so kostbar ist, dass es nichtmal die eigenen Leute zum Fliegen kriegen.
mein händler hat eins da. dürfte dir aber nicht viel bringen, da in der schweiz.

der bruce könnte bestimmt ein ram race für sich abzweigen, wenn er wollte. es kann irgendwelche gründe haben, die wir nicht kennen, aber wenn das teil die beste aerodynamik von allen haben soll, wärs eigentlich nur logisch, wenn der airwave konstrukteur im pwc mit diesem gz an seinem fr2 hängen würde, oder?

und eigentlich müsste dann noch ein beinsack ran. nach argumentation in dieser studie ist zwar ein langes aerodynamisch geformtes heck in höherem mass leistungsfördernd als ein beinsack vorne dran. aber der sack wär dann das tüpfelchen auf dem i...?

gruss patrik

ps: abgesehen davon, ich find das ram race hässlich. man kann sich an vieles gewöhnen, aber dieser blasebalg hinten dran... ne.

Mario Tejon
27.10.2005, 17:34
ps: abgesehen davon, ich find das ram race hässlich. man kann sich an vieles gewöhnen, aber dieser blasebalg hinten dran... ne.

Naja, häts vorne nen gscheiten sack gings ja noch ;)
Das Bruce sein eigenes GZ nicht fliegt(meinetwegen mit beinsack)erstaunt mich auch...vieleicht wechselt er ja noch auf den Boom, hihi:D

Gruss Mario