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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mircolift



Jürgen S.
17.02.2004, 21:53
Hallo,
auf http://www.xcmag.com/Spinner/read/article.cfm?id=1009 gibt es einen interessanten Artikel zu lesen.

Dort wird u.a. empfohlen beim Einflug in die Thermik, hart in den Beschleuniger zu steigen, um dem Vorpendeln des Piloten bzw. Zurückbleiben der Kappe entgegen zu wirken:. "To extract as much energy from an updraft as possible, accelerate the glider hard as you hit the updraft, ...".
Einerseits leuchtet mir das ein, weil ja das aktive Fliegen eine Geschwindigkeitserhöhung verlangt, wenn die Kappe zurück bleibt, aber was mache ich, wenn ich wenig oder gar nicht angebremst fliege. Von daher logisch - beschleunigen. Frage ist natürlich, setzt mein Schirm das schnell genug um, oder womöglich erst, wenn ich wieder zurück gependelt bin und dann wär's ja kontraproduktiv. Probier ich auf jeden Fall mal aus.

Ein weiterer Tipp ist: "At the end of the updraft, as you hit a downdraft the glider will pitch forward. As you swing through under the glider, push the speed bar hard to damp out the surge". Also, beim Durchpendeln nach dem Ausfliegen aus der Thermik wiederum hart zu beschleunigen, um den höhenvernichtenden Pendler zu dämpfen, Fahrt aufzunehmen und den Abwind schneller zu durchfliegen. Ebenso logisch.

Auf der Ente steht ja dazu auch ein Artikel http://www.lahmeente.de/dkl/hoehenvernichtendes_pendeln.htm allerdings mit teilweise konträren Aussagen.

Gruß Jürgen

sonnenscheiner
17.02.2004, 22:06
Also wenn ich IN eine ordentliche Thermik einfliege brauche ich alles Feingefühl. Beschleuniger treten würde mich in genau diesem sensiblen Augenblick ablenken und damit behindern.

Besonders, wenn man nur eine sehr kurze Thermik erwischt (das erkennt man oft erst wenn man durch ist) mit kurz dahinter folgendem Abwind. Dann aber Prost bei getretenem Beschleuniger!

Und auch wenn man eine Thermik nur einseitig erwischt würde mich ein dann getretener Beschleuniger äää "UNFROH" nachen.

Ich bleibe vorerst bei meiner (seit bald 15 Jahren funktionierenden) Methode :cool:

..denkt sich so der Sonnenscheiner
alias Volker Schwaniz aus Eschwege
www.thermikwetter.com

Nachtrag - hab den Artikel eben mal überflogen:
Denke aber der Artikel beschäftigt sich mit dem bestmöglichen Gleiten durch turbulente Luft und nicht mit bestmöglichem Höhengewinn in der Thermik

Überflieger
18.02.2004, 10:20
Ja so ein Blödsinn!!
Mit dem Beschleuniger das aktive Fliegen durchführen zu wollen halte ich für absoluten Quatsch: wie bereits Sonnenscheiner schön erwähnt hat, ist diese Methode des aktiven Schirmhandlings beim Ein- und Ausfliegen aus der Thermik viel zu träge und kann sich dadurch bestimmt auch mal kontraproduktiv auswirken.
Mit den Steuerleinen in der Hand hat man ein viel besseres Feingefühl, kann schneller reagieren und man kann den Schirm auch einseitig stützen. Ausserdem fliegt man stets mit einer Geschwindigkeit, die etwa in der Mitte zwischen Stall- und der Trimmgeschwindigkeit liegt. Das ist gut so, denn je weiter man sich von dieser Geschwindigkeit weg bewegt, desto anfälliger wird die Kappe bei Turbulenzen auf Klapper.

Hoffentlich können wirs bald alle richtig ausprobieren!
Stefan

Clob
18.02.2004, 13:01
Wie realitätsnah sind den die Ausführungen ?

a) Ich geiere über meinem einem Berg in der Thermik rum.
Ich kenne die typischen Stellen und könnte theoretisch Beschleunigen. Aber....
keine Relevanz, weil kein leistungsorientiertes Fliegen, wo ich das letzte Bischen rausholen muss.

b) Ich bin auf Strecke und könnte alles brauchen....
Keine Relevanz, weil ich nicht genau weiß wo die Thermik anfängt und wo sie aufhört, weil jeder Flug anders verläuft.

Also viel Rauch um nix ?!

Claus

JensMMR
18.02.2004, 19:51
Warum ist das denn Blödsinn???

Im Wettkampf z.B. wenn man so schnell wie möglich und so hoch wie möglich die stärkste Thermik erreichen will, fliegt man doch eh beschleunigt. Wenn man dann ein Nicken mit den Bremsen ausgleichen will ist das doch eher Nachteilhaft, oder? Wenn man hingegen aktiv mit dem Beschleuniger arbeitet verliert man weniger Geschwindigkeit und Höhe. Ganz nebenbei trainiert man auch noch die Bauchmuskeln ;-)...
Aber beim Kurbeln im Bart ist das natürlich weniger sinnvoll... Hab den Artikel nicht gelesen, aber ich denke mal, dass es da eher um das optimale Durchfliegen von Turbulenzen als um Thermikkreisen geht. Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren ;-)

Gruß
Jens

Überflieger
19.02.2004, 08:15
Original geschrieben von KGB

...denn wenn die Termik stark genug ist, stellt sich dein Schirm beim Einfliegen auf und "rutscht" außen am Bart runter. Dickere Profile sind da schneller benachteiligt.


???? Das mußt Du mir genauer erklären, was Du damit meinst!
Egal, welches Profil und egal welche Geschwindigkeit. Wenn Du die Richtung hälst, wird Deine Kappe in die Thermik gelangen und Dich hochbeamen (falls sie nicht vorher stallt).


Original geschrieben von KGB

Außerdem, wenn du deinen Beschleuniger nicht benutzt, verschenkst du bei den meisten neueren Schirmen noch einmal den selben Geschwindigkeitsbereich wie vom Trimm zum Stall.


Da sind wir einer Meinung, aber ich würde den Beschleuniger natürlich nur beim Fliegen in der Thermik nicht einsetzen. Schon gar nicht, um ihn für aktives Fliegen zu nutzen. Beim Streckenfliegen geradeaus, bei wenig Turbulenzen und viel Sinken sollte man ihn natürlich benutzen, sonst verschenkt man Höhe.
Stefan

Überflieger
19.02.2004, 13:05
Original geschrieben von KGB
...wenn der Bart noch stärker war, "rutschte" ich daran runter oder vorbei.
Ich bin auch schon wesentlich ältere Schirme geflogen und kenne die damaligen Probleme beim Einfliegen in die Thermik, doch dass man bei stärkeren Aufwinden nicht in das Zentrum des Steigens gelangen konnte, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Richtung halten und rein ins Epizentrum, dann gehts hoch, freiwillig oder unfreiwillig. Es sei denn die Kappe stallt vorher! Und genau das sollte man nicht mit dem Beschleuniger unterbinden, sondern mit einem aktiven Flugstil über die Bremsen.

Stefan

Mario Tejon
19.02.2004, 13:31
Stefan!

Bitte erkläre mir wie die den Anstellwinkel einer zurückhängenden Kappe ( verursacht durch starke aufwindscherung ->THERMIK )
bei vollständiggelösten bremsen ÜBER DIE BREMSE KORRIGIERST ???

@ rest

Ich bin der meinung das das Pitchen der Kappe genausogut über den beschleuniger korrigiert werden kann wie über die bremsen.
Voraussetzung ist aber das der beschleuniger PERFEKT montiert ist, leichtgängig zu bedienen und gefühlvoll damit umgegangen wird.
Leider sehe ich oft piloten die den Beschleuniger irgendwo unter dem sitz baumeln haben ( oder gar nicht eingehängt !!) und erst mt den händen danach grabschen müssen wenn sie ihn mal brauchen...
Für die sind solche "theorien" halt nichts. Selbige kümmern sich auch nicht darum.
Macht auch nichts, denn konsequentes beschleunigerfliegen ist nur dann intressant wenn man das letzte quentchen leistung aus seinem Material holen will. ( mit entsprechendem risiko ! ) Wohlverstanden beim GLEITEN. In der Thermik will ich ja möglichst langsam fliegen um längsmöglich im Steigen zu fliegen !

Für das gross der Flieger also nicht relevant, warum soll ein genuss flieger mit 8km aktionsradius um den hausberg sich sowas antun ?

Gruss
Mario

Überflieger
19.02.2004, 14:10
Original geschrieben von Mario Tejon
Bitte erkläre mir wie die den Anstellwinkel einer zurückhängenden Kappe ( verursacht durch starke aufwindscherung ->THERMIK )
bei vollständiggelösten bremsen ÜBER DIE BREMSE KORRIGIERST ???
Das ist genauso nicht möglich wie den Schirm bei bereits 80% Bremse in einen 10m-Bart einfliegen zu lassen, ohne dass er runterfällt!
Aber das habe ich ja auch nicht behauptet:

Original geschrieben von Überflieger
Ausserdem fliegt man stets mit einer Geschwindigkeit, die etwa in der Mitte zwischen Stall- und der Trimmgeschwindigkeit liegt.
Und das bedeutet: VOR Einfliegen in die Thermik den Schirm anbremsen, BEIM Einfliegen Bremsen gefühlvoll freigeben.
Mag sein, dass dies auch mit dem Beschleuniger möglich ist, doch nochmal: ich finde diese Methode absoluten Käse, weil man beim Beschleunigen nunmal einen kritischen Bereich des Anstellwinkel erreicht. Wenns turbulent ist und in diesem Moment nicht der gewünschte Thermikschlauch, sondern ein Abwind die Kappe trifft, dann kassierst Du u.U. einen schönen Klapper. Diesen hättest Du bei gleichen Verhältnissen beim Einsatz der Bremse und damit einem anderen Anstellwinkel und höherem Staudruck wahrscheinlich verhindern können!
Stefan

pipo
19.02.2004, 14:21
Hi Stefan,

original geschrieben von Überflieger:
nochmal: ich finde diese Methode absoluten Käse, weil man beim Beschleunigen nunmal einen kritischen Bereich des Anstellwinkel erreicht. Wenns turbulent ist und in diesem Moment nicht der gewünschte Thermikschlauch, sondern ein Abwind die Kappe trifft, dann kassierst Du u.U. einen schönen Klapper. Diesen hättest Du bei gleichen Verhältnissen beim Einsatz der Bremse und damit einem anderen Anstellwinkel und höherem Staudruck wahrscheinlich verhindern können!
Ich sehe das eigentlich genauso wie Mario Tejon; der Einsatz des Beschleunigers kann den Spielraum des aktiven Fliegens erweitern.
Das mit dem kritischen Anstellwinkel ist im Zusammenhang mit aktivem Fliegen wohl nicht ganz richtig.
Denn ein Ziel des aktiven Fliegens ist es ja, den Anstellwinkel in etwa konstant zu halten. (durch einseitiges Anbremsen kann ein Klapper verhindert werden, da man den effektiven Anstellwinkel in etwa konstant hält)
Wenn du in die Thermik einfliegst, erhöht sich dieser Anstellwinkel und die Kappe geht ohne Piloteneingriff etwas nach hinten.
Wenn das Bremse lösen nicht genügt, dann spricht wohl nichts dagegen, mit dem Beschleuniger nachzuhelfen.
Und solange du nach oben beschleunigt wirst, erreichst du keinen kritischen Anstellwinkel - der Beschleuniger hilft dir nur, den Anstellwinkel auf einen "Normalwert" zu verringern. Du bist in dieser Situation auch nicht so schnell, wie im beschleunigten stationären Gleitflug.
Daher würde ich das keinesfalls als Käse abtun.

pipo

FLYING-MAXI-STEAK
19.02.2004, 14:32
@kgb: Mein <b>erster</b> Schirm, ein ...
> vielleicht war das das problem?
> na scherz bei seite...
> ich weiß was du meinst, kenne diesen "effekt" eher bei stark windigen + stark thermischen verhältnissen, wo man das gefühl hat, dass man einfach nicht in den bart hineinkommt, so als wäre eine wand vor dir und du an dieser runterrutscht... vorwiegend kenn ich diesen effekt aber vom kulm...

> kannte diesen effekt übrigens auch schon vor dem fliegen, da ists mir bei den frauen immer wieder so ergangen...

Überflieger
19.02.2004, 20:49
Original geschrieben von pipo

Und solange du nach oben beschleunigt wirst, erreichst du keinen kritischen Anstellwinkel - der Beschleuniger hilft dir nur, den Anstellwinkel auf einen "Normalwert" zu verringern. Du bist in dieser Situation auch nicht so schnell, wie im beschleunigten stationären Gleitflug.

pipo, gut erklärt!
Ich denke Du hast Recht, dass sich der Anstellwinkel beim Einfliegen in den Aufwind durch Betätigen des Beschleunigers wieder auf einen Normalwert bringen läßt.
Trotzdem ist es aber doch auch ziemlich riskant: mit dem Beschleuniger kann man doch lange nicht so schnell reagieren, wie mit den Bremsen. Und wenns turbulent ist und der nächste Abwind statt Thermik die Kappe trifft, kann dieses Manöver ganz schön in die Hose gehen.
Also ich laß in der Thermik nach wie vor die Finger vom Anstellwinkelveränderer und nehm ausschließlich die Bremsen.
Fliegt jemand in der Thermik mit Einsatz des Beschleunigers? Dann schildert doch mal Eure Erfahrung, würd` mich interessieren:confused:
Stefan