PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rettungseinsatz gestern abend: Gleitschirmflieger bei Holzkirchen abgestürzt!



Stephan Knips
11.03.2004, 13:32
Gestern abend gegen 19.30h Uhr trafen mit Blaulicht und Horn Polizei, Rettungswagen und Notarzt an einer verschneiten Wiese nördlich Holzkirchen ein, weil ihnen ein "abgestürzter Gleitschirmflieger, der reglos am Boden liegt", gemeldet worden war.
Es stellte sich heraus, daß es ein Snowkiter war, der völlig unverunfallt und unverletzt war, und nur längere Zeit im Sitzen versucht hat, seine Bar zu entwirren, was ihm bei der einbrechenden Dunkelheit nicht gelang.

Warum ich das schreibe?

1. ich war derjenige, der gerettet werden sollte

2. Die Notärztin verkündete mir, daß ich bzw. meine Krankenkasse für die Kosten des Fehlalarms aufkommen müsse,
das heißt, ich selbst, weil ich privat mit Selbstbehalt versichert bin und einfach nie krank werde.

Warum ich das hier schreibe:

- Was passiert, wenn ich am Berg toplande, neben meinem Schirm ein Nickerchen mache (mach ich oft in Kössen) und der Hubschrauber taucht auf, um mich zu retten, weil mich ein Spaziergänger im Tal für einen Abgestürzten hält?

- Wie soll ich im konkreten Fall reagieren?

Stephan Knips

Vibe
11.03.2004, 13:57
Ich würde sagen, die Ärztin war nen bischen sauer weil sie umsonst von ihrem Mann runter muste oder so. Selbst wenn Sie meint, daß Du das bezahlen must, so wird wohl spätestens die Rechtsabteilung des Krankenhauses einsehen das es da keine Grundlage für gibt. Sollten sie es trotzdem versuchen würde ich das direkt einem Anwalt übergeben und mich nicht weiter drum kümmern.

frankmann
11.03.2004, 13:59
2 Tips.

Grundsätzlich frage ich in solchen Fällen sofort meinen Anwalt oder schalte ihn auch ein.

Keine Aussagen machen, die sind nemlich verbindlich

Für die Einschätzung irgendwelcher Wanderer, kann man Dich nicht haftbar machen. Die Frage ist natürlich wie lange Du da faul rumgelegen hast????

Natürlich ist ein Rettungseinsatz teuer und ich kann auch die Ärzitin verstehen, stell Dir vor es hätte irgendwo einen schweren Unfall gegeben und die Ärztin hilft Dir beim Aufstehen.

ciao
Frank

Gregor
11.03.2004, 14:35
Hi Stefan,

wenn der Heli schon über dir kreist und dich sieht, gib am besten Zeichen.

Zum Heli schauen und rechten Arm schräg nach unten, linken Arm schräg nach oben. Sieht dann so ähnlich aus wie ein "N" für No.

Wenn du Hilfe brauchst: beide Arme schräg nach oben. Sieht aus wie ein "Y" für Yes.

Gregor

klaus_the_flyer
11.03.2004, 14:36
Hi flyers!

Ich glaube nicht daß man dich in irgend einer Form dafür verantwortlich machen kann daß "der große Unbekannte" die Lage völlig falsch eingeschätzt hat und die Rettung rief. Du hast ja völlig legal gespielt und eine vermutlich für diesen Sport nicht außergewöhnliche Tätigkeit ausgeübt.
Wäre aber trotdem schön wenn sich einer unserer Forumsjuristen zu Worte melden würde.
Fly high,
Klaus

Vroni
11.03.2004, 14:46
Original geschrieben von Stephan Knips


- Was passiert, wenn ich am Berg toplande, neben meinem Schirm ein Nickerchen mache (mach ich oft in Kössen) und der Hubschrauber taucht auf, um mich zu retten, weil mich ein Spaziergänger im Tal für einen Abgestürzten hält?



hallo stefan,
wenn du am berg toplandest und ein nickerchen machst, sei so nett und lege deinen schirm vorher (ein wenig) zuammen!
habe auch mal so eine situation miterlebt, wo (am bischling) einer auf halber höhe d. berges reinlandete u. sich in die sonne legte, woraufhin mehrere kameraden durch unwegsames gelände zu ihm abstiegen, um ihn zu "retten" und ein fluglehrer sogar schon den hubi angefordert hatte als sie bemerkten dass er bloß ein nickerchen machen wollte!

Kepplinger Walter
11.03.2004, 15:43
Original geschrieben von klaus_the_flyer
Hi flyers!

Ich glaube nicht daß man dich in irgend einer Form dafür verantwortlich machen kann daß "der große Unbekannte" die Lage völlig falsch eingeschätzt hat und die Rettung rief. Du hast ja völlig legal gespielt und eine vermutlich für diesen Sport nicht außergewöhnliche Tätigkeit ausgeübt.
Wäre aber trotdem schön wenn sich einer unserer Forumsjuristen zu Worte melden würde.
Fly high,
Klaus

Hi,
Blind- oder Fehlalarme stellen für alle Rettungsdienste ein großes Problem dar. Trotzdem kann der vermeintlich Verunfallte natürlich nicht zur Kasse gebeten werden.
Die Tipps von Vroni und Gregor sollte man sich aber merken.
Ich habe selbst nach einer (normalen) Landung mit dem "N" den Hubi wieder wegeschicken müssen, weil ein Fußgänger glaubte ich wäre abgestürzt.
Gruß
Walter

Setus
11.03.2004, 15:52
....ja einpacken ist eh besser.

Du weist ja - Schirmtuch und UV-Strahlen und so


setus - z.Zt. Oberlehrer

Wombel
11.03.2004, 17:36
Rückenschmerzen oder dergleichen...
Auch wenn Du dich pudelwohl fühlst, dir absolut nichts getan hast und froh bist wieder am Boden zu sein. So bald du mit irgendwelchen Gebrechen daherkommst giltst Du als verletzt und benötigst auch ärztliche Versorgung!

So wurde es mir jedenfalls mal gesagt ;-)

Wer also im Baum hängt und auf die Rettung wartet sollte sich (sofern wirklich unversehrt) gleich mal auf teuflische Hals-oder Rückenschmerzen einstellen...

Im übrigen:
"Lieber ein Fehlalarm zu viel als wirklich mal hilflos bei Groundhanling auf dem Acker zu liegen!"

keep on flying,
wombel

Stephan Knips
11.03.2004, 18:39
Ich werde meinen Anwalt nicht einschalten, weil

1. ich keinen habe
2. ich finde, es gibt eh zu viele
3. Rechtschutzversicherungen verboten gehören.

Habe mit der zuständigen Rettungsleitstelle telefoniert, die gaben mir gute Hoffnung, daß nichts auf mich zukommt.

Nächstes mal kite ich nachts nur noch mit Stirnlampe, und nach der Toplandung und vor dem Nickerchen lege ich meinen Schirm zusammen.

Stephan

Flydoc
11.03.2004, 21:59
Da haben ja jetzt wirklich schon viele viel geschrieben auch Spätberufene Zweitjuristen aus dem ÖSI-Land.
Das meiste ( bis auf die guten Tips ) war Bockmist bzw. sachlich einfach falsch .
Ich rede nicht nur aus eigener Erfahrung , sondern weil ich in solche Dinge anderweitig ab und an involviert bin...
Was bei den Ösis vielleicht gelten mag gilt noch längst nict in unserer Pleiterepublik !!!
Hier geht es z.B nach dem "Bayrischen Rettungdienst Gesetz ".
Und da wirst Du zur Kasse gebeten , auch wenn Du nicht verletzt bist und AUCH wenn eine fremde Person unter falscher Einschätzung der Lage den Alarm ausgelöst hat ( und das sind neben übereifrigen Touris auch Liftpersonal, Fliegerkollegen etc ).

Mein Sohn hatte vor etlichen Jahren-vor einer Front flüchtend - östlich vom Tegelberg im Gebirgswald bei Buching eine gezielte
Baumlandung - war auf dem Gurtzeug wohlauf zu Boden , lief Richtung Zivilisation und rief mich von der von der ersten Telefonzelle im Tal zwecks Abholung an. Bis wir wieder beim Schirm waren , war die ganze Creme dee la creme da, der Heli zog wieder ab und die Männer hatten mit der Schirmbergung bereits begonnen.
Obwohl keine Heli-Leistung und auch kein Auftrag für die Bergung vorlag , kam eine Rechnung uber knapp 1000.- DM.
Der darauffolgende Schriftwechsel ging bis in die Höhen des
"Präsidiums des BRK " . Vergeblich . Die Herren bestanden auf Bezahlung.
Auch mein doch sicherlich berechtigter Einwand , daß doch bei Fehleinsätzen auf Autobahnen ( Karambolage ohne Personenschaden) niemals irgendein Fahrzeuglenker ein Rechnung gestellt bekäme - wurde weder diskutiert bzw, beantwortet, Auch unser Dachverband zeigte an dem Vorfall bzw. vorgelegten Schriftwechsel kein merkliches Interesse.

Da ist der Vorschlag, einen auf flügellahm bzw. verletzt zu mimen , gar nicht so abwegig , aber natürlich Betrug.

PS, Bei der Bergung wurde der Schirm zerschnitten ,obwohl der "Retter oben im Baum" eine Zange zum Schlösser-öffnen zugereicht bekam.( auch für dieses Vorgehen gibt es einen legitimierenden Passus im Bayr. Rettungsdienstgesetz)

Tröstlich ist , daß der DHV , wenn dort versichert , die Schirmbergung übernimmt - aber den Heli-Einsatz ???
Aber wenigstens steiten könnten sie doch mit ihrer jurist. Abteilung....und jetzt spür ich meine Magensäure... Flydoc
:mad: :mad:

frankmann
12.03.2004, 06:06
Hehe,
lieber Flydoc,

wie ich schon sagte, Anwalt fragen oder einschalten. Abgesehen der Tatsache( Schirm im Baum usw) was ja hier schon deutlichere Anzeichen für einen Unfall sind, gehe ich davon aus, dass Du den Streit eben ohne Anwalt ausgetragen hast.

Und bei DM 1000,- hätte sich das sicherlich gelohnt.

Gruß
Frank

PS. Wie siehts mit den flying Rechtsanwälten aus? Keine Stellungnahme??

Jürgen
12.03.2004, 06:13
wenn du eine gute unfallversicherung hast (gehört für dich halt wahrscheinlich zusammen mit der rechtsschutz verboten) könnte die vielleicht zahlen.

suchaktionen wenn du im gebirge verschollen bist zahlen sie jedenfalls. könnte mir das dann auch vorstellen.

c.u.

jürgen

steilspiralbefürworter
12.03.2004, 06:21
[QUOTE]Original geschrieben von Flydoc
[B]
Hier geht es z.B nach dem "Bayrischen Rettungdienst Gesetz ".
Und da wirst Du zur Kasse gebeten , auch wenn Du nicht verletzt bist und AUCH wenn eine fremde Person unter falscher Einschätzung der Lage den Alarm ausgelöst hat ( und das sind neben übereifrigen Touris auch Liftpersonal, Fliegerkollegen etc ).



--> dann darfste dir aber keine feinde machen, denn wenn zb wie am diedams rausstartest rufen deine 'freunde' einfach anonym die rettung und du blechst? harter tabak

Mein Sohn hatte vor etlichen Jahren-vor einer Front flüchtend - östlich vom Tegelberg im Gebirgswald bei Buching eine gezielte
Baumlandung - war auf dem Gurtzeug wohlauf zu Boden , lief Richtung Zivilisation und rief mich von der von der ersten Telefonzelle im Tal zwecks Abholung an. Bis wir wieder beim Schirm waren , war die ganze Creme dee la creme da, der Heli zog wieder ab und die Männer hatten mit der Schirmbergung bereits begonnen.
Obwohl keine Heli-Leistung und auch kein Auftrag für die Bergung vorlag , kam eine Rechnung uber knapp 1000.- DM.

________

--> wie lange ist er runtergelaufen, wie lange ihr beiden rauf und hast du (oder dein sohn, der ja schon in einer telefonzelle stand) vor dem rauflaufen die bergrettung verständigt, dass alles im grünen bereich und der pilot bereits geborgen ist und sie nicht ausrücken zu brauchen? wenn ich irgendwo einen schirm im baum sehe, rufe ich die bergrettung an! wenn die dann schon weiss, dass alles ok ist, wird sie wohl auch nicht mit voller mannschaft anrücken.

dass dur die - in deutschem lande wohl auch freiwilligen ? - retter als 'Creme dee la creme' bezeichnest, finde ich eine frechheit. ey, bitte bleib in zukunft aus unserer region fern auch wenn dich schon als 'einheimischer' bezeichnest (haste mal hier gepostet), dann bleibt dir auch jeglicher kontakt mit unserer 'Creme dee la creme' erspart.

für das kommentar alleine sind die 1000 dm gerecht!

nochwas: vor anrückender front geflohen - boah eh, die kam wohl aus dem nichts. wenn in solchigen wettersituationen was passiert nennen wir das eigenverschulden, andere 'fahrlässige leichtsinnigkeit'. ist sicher auch öfters für versicherungen ein grund leistungen zu unterlassen, oder liege ich da falsch?

_________

PS, Bei der Bergung wurde der Schirm zerschnitten ,obwohl der "Retter oben im Baum" eine Zange zum Schlösser-öffnen zugereicht bekam.( auch für dieses Vorgehen gibt es einen legitimierenden Passus im Bayr. Rettungsdienstgesetz)

--> musste auch schon mal aus blödheit die rettung schmeissen (geständnis war schon mal hier), aber hab da dem bergretter nur gesagt: ''ey, wenn's riskant ist fetz die kiste runter, ist meine schuld dass du jetzt wegen mir da heroben bist'' - aber sie haben die kiste trotzdem mit vorsichtig geborgen.

was die bergretter sich schon alles von baumlandern gefallen und anhören lassen mussten, würde hier ein eigenes kapitel füllen. ich wäre da lange nicht so geduldig.

hey, gute idee, ich könnte dem baumbergetrupp beitreten. keine sorge, die einsichtigen und freundlichen bekommen ihre schirme sofern möglich, möglichst unversehrt, die arroganten -die retter noch herablassend als 'Creme dee la creme' bezeichnen - bekommen ihren schirm in REKORDZEIT zurück.

so flydoc, jetzt kennste meine meinung über dich, kannst mir gerne mit deinem rechten gummistiefel (ja, wir wissen dass es keine gummistiefel sind, aber hier nennt dich jeder den gummistiefeldoc) am startplatz 'n tritt in den hintern verpassen, kann eh gut starthilfe gebrauchen!


so long, befürchte man trifft sich am wochenende!


ps: ein grosses danke an alle freiwilligen retter!

UlrichPrinz
12.03.2004, 10:03
@Flydoc

Sorry Doc, aber da hast du leider nicht ganz recht.
Vom Bergsteigen her kommend, habe ich in mehreren Buechern
die gleichen Regeln gelesen, dass im ganzen Alpenraum (.at - .fr)
gilt:

- Der die Rettung Rufende wird nicht belangt, auch wenn es
kein Notfall war (solange es kein Scherz war natuerlich)

- Wenn es ein gutgemeinter Fehlalarm war, und der Betroffene
keine Hilfe benoetig dann muss dieser auch nichts Zahlen.

- Die Kosten bleiben in diesem Fall beim Rettungsunternehmen haengen.

Der Fall deines Sohnes war halt schon eine unglueckliche
Kombination aus recht eindeutiger Unfallsituation und seiner
Abwesenheit, so dass der Bergungstrupp dann ja wirklich
Arbeit an der Schirmbergung verrichtet hat.

Viele Gruesse,
Ulli Prinz

P.S.: Nochwas: Es waere nett, die Diskussion sachlich zu
halten und nicht personliche Beleidigungen vorweg zu stellen.
('spaetberufene', 'Bockmist', ...)

Airos Parazotti
12.03.2004, 10:11
Beziehe doch in Deinem Netten Nachsatz auch so Nette Leute
wie den Extrem-Sportler ( und -spöttler ) Steibefü ein.
Oder hat der einen Ösi-Bonus ???
Smile etc Airos

André Brückner
12.03.2004, 11:36
Servus Knipsi,

hört sich nach ner witzigen Geschichte für deine Enkel an:), wenn am Ende alles glimpflich ausgeht.

Was ich aber an der Geschichte (und auch an anderen ähnlichen) am denkwürdigsten finde, ist das derjenige der Dich gesehen hat gleich den Notdienst ruft, anstatt einfach mal nachzuschaun was los ist und evtl. Erste Hilfe zu leisten. Die Person muss ja in direkter Nähe gewesen sein, um eine Meldung zu machen wie "Gleitschirmflieger verunglückt".

André

kemde
12.03.2004, 11:41
... ja mal interessieren, was Flydoc hier geschrieben hätte, wenn sein Sohn verletzt gewesen wäre und die Retter wären nicht gekommen oder er wäre im Baum hängend gestorben. (Wie z. B. das Mädel, daß vor einigen Jahren beim Stubaicup am Brustgurt um Baum hängend erstickte.)

Wenn ich jemanden vor eine Front fliehend im Wald versinken sehe, würde ich sofort die Rettung rufen. Die Wahrscheinlichkeit, daß er sich dabei verletzt (Ast im Bauch, Gurte bleibt hängen, Helm bleibt hängen), ist schon sehr hoch. Oder er schnallt sich ab, fällt runter und liegt mit gebrochenen Füßen unter'm Baum.

Ich hing mal im Baum in Mexiko nach Retterabgang und kam nicht mehr in's Gurtzeug. Ich konnte aber im Beschleuniger stehen, bis mich jemand rauspflückte. Wäre der Beschleuniger nicht so stabil gewesen, hätte der Kreislauf nach kurzer Zeit wegen stocken der Zirkulation schlappgemacht.

Und 1000 Mark / 500 Euro sind ja wirklich nicht die Welt !

Mich würde trotzdem interessieren, wie die Sache mit Stephan Knips jetzt ausgeht. Hältst Du uns auf dem laufenden ?

Fliegergrüße
Klaus Emde

steilspiralbefürworter
12.03.2004, 12:06
Original geschrieben von Airos Parazotti
Beziehe doch in Deinem Netten Nachsatz auch so Nette Leute
wie den Extrem-Sportler ( und -spöttler ) Steibefü ein.
Oder hat der einen Ösi-Bonus ???
Smile etc Airos


...ey, arbeite am VEP titel dürch VÖP ;)

...wo war ich beleidigend?

...extrem-sportler, da musste mich verwechseln, oder wars nur ein tippfehler, du meintest wohl extrem-spotter. des passt!

;)


...warum ich sehr direkt wurde war: ich kann's nicht haben, wenn rettungskräfte (die hier im lande - ich weiss nicht wie es bei euch ist - freiwillig in den einsatz rücken und dann noch angemacht werden. aber wehe sie werde mal gebraucht, dann wird geschumpfen, dass sie zu lange brauchen!

ich bring an dieser stelle nochmal meinen dank an die vielen bergretter aus und entschuldige mich für jene, die aus unseren reihen diese dienste als selbstverständlich ansehen.

und zeit müssen diese nicht nur für die einsätze aufbringen, sondern auch für die einsatzübungen.


als beispiel ein auszu aus dem bericht der salzburger bergrettun:

Wenn Paragleiter hängen bleiben ...

....dann ist professionelle Hilfe nötig. Vor allem, wenn sich ein Gleitschirm in einer Hochspannungsleitung verfängt. Weil solche Unfälle vier- bis sechsmal jährlich vorkommen, haben 40 Pinzgauer Bergretter in einer großangelegten Übung in Bruck an der Glocknerstraße den Ernstfall geprobt – gemeinsam mit der Feuerwehr, dem Roten Kreuz und der Salzburg AG. Nach dem notwendigen Abschalten und Erden der Hochspannungsleitung durch die Salzburg AG konnten die Kollegen der Ortsstelle Enzingerboden den Paragleiter bergen.

quelle: http://www.bergrettung-salzburg.at/top-stories-self/paragleiter.htm

Kepplinger Walter
12.03.2004, 12:23
Original geschrieben von UlrichPrinz
@Flydoc

P.S.: Nochwas: Es waere nett, die Diskussion sachlich zu
halten und nicht personliche Beleidigungen vorweg zu stellen.
('spaetberufene', 'Bockmist', ...)
@ Ulli
Danke Ulli.
Es vergeht einem fast die Freude eine sachliche Info hier ins Forum zu stellen wenn immer irgendwo ein Troll hervorkommt.
Gruß
Walter

rene
12.03.2004, 13:18
Original geschrieben von steilspiralbefürworter
[...]
ich bring an dieser stelle nochmal meinen dank an die vielen bergretter aus
[...]


Danke. Gern geschehen ;-)

Zur Sache:

1. Einmal zuviel alarmiert ist besser als einmal zuwenig alarmiert, auch wenn es für anrückende Einsatzkräfte (ob vom Mann weggeholte Notärztin oder Bergretterin) etwas dumm ist.

2. Vor der Alarmierung sollte man in adäquatem Zeitrahmen ein paar Infos eingeholt haben, ob es sich wirklich um einen Unfall handeln kann (wir (http://www.bergwacht.de) wurden schon unter dem Einsatzstichwort "Gleitschirm abgestürzt" samt Hubschrauber zur Nähe eines Segelflugplatzes gerufen - eine ängstliche Dame hatte den Bremsfallschirm der Segler-Schleppklinke mit einem Gleitschirm verwechselt). *gg*

3. Kosten: Wenn Du nicht schuldhaft (d.h. vorwerfbar, d.h. entweder vorsätzlich oder fahrlässig) den Eindruck erweckst, dass Du in einer Notlage bist, können Dir keine Kosten auferlegt werden. Fehleinsätze gehören zum "täglichen Brot" eines jeden Rettungsdienstes und gehen in die allgemeine Kostenkalkulation ein. Beim oben geschilderten Kite-Fall kann ich ein solches Verschulden nicht erkennen. Dass die BRK-Bergwacht in einem solchen Fall Kosten berechnen wollte, klingt komisch, zeigt aber, dass es kein Fehler ist, wenn man von Anfang an einen Rechtsanwalt einschaltet, der dafür sorgt, dass nichts Falsches in der Akte drinsteh. :-)

Viele Grüße, René

steilspiralbefürworter
12.03.2004, 13:58
@ kepplinger walter

sachliche frage, da diese bei uns im bekanntenkreis schon öfters diskutiert worden ist:

wenn ein unfall passiert - z.b. wie gerade jetzt wenn im wetterbericht föhn steht - kann sich die versicherung mit berufung auf einen wetterbericht ausklinken, sprich kann dadurch der versicherungsschutz erlöschen.

diese frage wäre interessnat von kompetenter stelle beantwortet zu bekommen, da es ja öfters vorkommt, dass man bei unsicherer wetterlage fliegt.

@ rene

deine schilderung ist mur klar verständlich. wie ist es bei euch bei der bergung vom fluggerät. dies ist ja nicht mehr unmittelbar die bergung des unfallopfers.

ist ja auch beim baumbergetrupp andelsbuch so, dass dieser 'service' mit einem geringen unkostenanteil verrechnet wird. kann mir daher vorstellen, dass flydoc darum die rechnung präsentiert bekommen hat (dann aber für den satten betrag hätten sie sich schon anstrengen können, das gerät möglichs 'sanft' zu bergen - ausser es war auf grund von der gefärdung des bergepersonals nicht möglich.

wichtiger wär mir alerdings die frage nr 1 an hr. kepplinger walter, denn diese betrifft einen grösseren pilotenkreis.

rene
12.03.2004, 18:14
Original geschrieben von steilspiralbefürworter
[...]

@ rene

deine schilderung ist mur klar verständlich. wie ist es bei euch bei der bergung vom fluggerät. dies ist ja nicht mehr unmittelbar die bergung des unfallopfers.

ist ja auch beim baumbergetrupp andelsbuch so, dass dieser 'service' mit einem geringen unkostenanteil verrechnet wird. kann mir daher vorstellen, dass flydoc darum die rechnung präsentiert bekommen hat (dann aber für den satten betrag hätten sie sich schon anstrengen können, das gerät möglichs 'sanft' zu bergen - ausser es war auf grund von der gefärdung des bergepersonals nicht möglich.


Hallo ssb,

meinst Du jetzt generell die Kostenfrage oder die "Fehlalarm-Situation"? Ich versuch' mal 'ne generelle Erklärung:

1. Bergungskosten
Grundsätzlich (ich spreche für die Situation bei der Bergwacht Schwarzwald (www.bergwacht.de)) werden Kosten der Bergung von Pilot (und Fluggerät??) von der Krankenkasse übernommen, wenn der Pilot verletzt ist.

Falls der Pilot unverletzt ist, werden Bergung von Pilot UND/ODER Fluggerät dem Piloten privat in Rechnung gestellt. Dies sind bei der Bergwacht Schwarzwald momentan folgende Beträge:
Flugunfall mit Personen- und Gerätebergung: 540,00 € pauschal
Flugunfall nur Gerätebergung: 180,00 € pauschal
Flugunfall mit Personenbergung: 360,00 € pauschal

Da die meisten Piloten aber via DHV (http://www.dhv.de/typo/Versicherung.75.0.html) versichert sind (näheres hier (http://www.dhv.de/typo/fileadmin/user_upload/aktuell_zu_halten/service/versicherungsantraege/versicherungsprogramm.pdf)), werden diese Kosten wohl - evtl. ohne Gerätebergung - von der Gerling-Versicherung übernommen.
Ich bin allerdings kein Versicherungsfachmann. Erfahrung mit dem Regulierungsverhalten von Gerling habe ich auch nicht.

2. Bergung ohne den Schirm kaputtzuschneiden:
Was die Schirmbergung anbelangt: Bei den meisten Bergungen bekommen wir den Schirm ohne zusätzliche Schäden aus dem Baum (auch wenn es vier Stunden dauert). Bergwacht-Ortsgruppen mit Fliegern sind hier wohl sensibler als diejenigen ohne Fachbezug :-)

3. "Fehlalarm"
Hier gilt nichts anderes als oben gesagt, d.h. wenn kein schuldhaftes Herbeiführen des Fehlalarms (auch für eine Gerätebergung) vorliegt, werden keine Kosten erhoben.

Grüßle, René

steilspiralbefürworter
13.03.2004, 08:13
@ rene ;)

merci für die ausührliche antwort. ...und möglichst wenige bergungseinsätze in diesem jahr,

bearnie.

Flydoc
13.03.2004, 09:51
...muß zum Schi and Fly. daher nur kurz :
Die Männer an der Front habe ich nicht gemeint,das wäre u.a.ja auch Nestbeschmutzung , da ich lange Jahre dazu gehörte.
Diese Bergretter , Luftretter etc. geben wirklich immer ihr bestes,
sind meist ehrenamtlich , werden miserabel bezahlt e4tc.
Im Gegensatz zum Top-Management dieser Srukturen...
Und diese Entscheidungs- und Repräsentationsebene richtete sich meine Kritik, also gg. die Institution als solche ... wer lesen kann wirds auch rauslesen können.
Aber an der Heiligen Kuh " ROTES KREUZ " zu kratzen ist ja eine Todsünde.
Soviel Blutkonserven- etc. Skandale können die gar produzieren um in Mißkredit zu geraten,l
( Jetzt krieg ich sicher wieder Haue-AUA ).
Daß es auch anders laufen kannz.B im ÖSI-Land bewies ja auch u.a. die Bergrettung in Au und die ÖSI-Abrechnungsart....
( NEE - ÖSI nicht immer Abzocke )Die Leute sind alle TOP,leisten eine hervorragende Arbeit , und wir treffen uns öfters- nich t erst nach meinem Diddi-Crash.
Meine Förder-Mitgliedschaft bei denen ist nicht nur "Ehrensache" , sondern eine sinnvolle Spende überhaupt.
Spöttisch und zynisch bin ich öfters , aber niemals persönlich beleidigend ( gelle Zweitjurist ... )
So etzet reichts
Schi and Fly Heil Flydoc.
Hoffentlich bekomme ich vom Stiebefü noch die Genehmigung,
im Brewa weiterhin starten zu dürfen.
Smile Flydoc.
:p :p :p

Flydoc
13.03.2004, 10:06
Aich so ja, das Bildle...
Nochmals ein Dankeschön nach Au...
( Tja , die haben damals auch den HELI weggeschickt , der
meinen Schirm bei längerem Suchflug-Kreisen sonst doch noch vom Baum geblasen hätte...)
Darf ich wirklich noch bei euch mit Gummistiefeln etc fliegen ???
Ein Dank an alle Lokalmatadoren...

MV013
13.03.2004, 10:08
Original geschrieben von Flydoc
... wer lesen kann wirds auch rauslesen können...

... Bis wir wieder beim Schirm waren , war die ganze Creme dee la creme da, ...

... Im Gegensatz zum Top-Management dieser Srukturen...
Und diese Entscheidungs- und Repräsentationsebene richtete sich meine Kritik ...


Heisst das jetzt, das Top-Management hat den Schirm geborgen?

Schöne Gruß von Otto
der bisher glaubte. lesen zu können.