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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Radikales Umdenken - Image und Öffentlichkeit im Web



MH
12.03.2004, 20:13
Sodele:
Da hatten wir also in jüngster Vergangenheit wieder ein paar Prachtbeispiele hier im Forum, wie wohl in Zukunft der Hase laufen wird bzgl. dieses Themas. Mir scheint nur, daß viele noch gar nicht begreifen, was und wie das Internet in dieser Hinsicht revolutioniert.

Worin besteht der größte Umbruch?

Meiner Ansicht nach in der Tatsache, daß Öffentlichkeitsarbeit - sei es PR, Werbung, Meinungsmache, etc. - nicht mehr wie früher meist mono- sondern grundsätzlich bidirektional ablaufen.
Heißt, wer künftig bewußt Informationen in die Welt streut, seien es wahre, unwahre, sachliche oder subjektive hat künftig mit kritischer Resonanz zu rechnen - und zwar nicht wie früher mit ein paar nörgelnden Anrufen oder Birefen sondern oft genauso öffentlichkeitswirksamer Gegenargumentation in der breiten Masse!

Dies bedeutet, jeder der an die Öffentlichkeit tritt, wird auf´s peinlichste beleuchtet und auch das kleinste Sackhaar in der Suppe wird gefunden und zwangsläufig öffentlich gemacht werden.
Nur wer einen absolut untadeligen Leumund bzw. hieb- und stichfeste Argumente und eine glaubwürdige, authentische Selbstdarstellung hat, würde solcherlei Gegenwind von vornherein aus dem Weg gehen können.


Welches sind die Konsequenzen hieraus?

Es ist klar, die wenigsten haben eine absolut reine Weste. Demnach wird sich künftig das Image einer Person bzw. Institution schlicht aus einem äußerst demokratischen Meinungsbildungsprozess bilden.
Viele Schreiber hier - speziell die öfter angefeindeten - kritisierten hier in der Vergangenheit, daß mittlerweile jeder "Depp" seine Meinnug zu jedem Thema an ein Publikum von tausenden Leuten rausblasen könne. Nur greift man damit direkt das Recht auf freie Meinungsäußerung an!
Man muß künftig akzeptieren, daß auch solche (unqualifizierte, unsachliche, was auch immer) Meinungen in breiter Masse zum Meinungsbild beitragen.

Daher muß ganz wesentlich hierfür auch eine eingreifende Änderung im Rezeptionsverhalten der "Meinungskonsumenten" stattfinden. Viele nehrmen vieles hier noch viel zu schnell für bare Münze und steigen auch wirklich auf jedes Argument ein.
Meiner Ansicht nach wird sich dieses Verhalten sehr schnell anpassen und man wird in Zukunft einfach noch viel mehr filtern und aussortieren.

Das Image einer Person, Firma, Institution ergibt sich dann in einem sehr demokratischen Sinne aus der "Durchschnittsmeinung" einer Vielzahl bewertender Diskutanten.
Ich bin sehr guter Hoffnung, daß die Bewertung der Vielzahl von verschiedenen Aussagen durch die Leser künftig zwangsläufig auf einem sehr kritischen und mißtrauischen, genau hinterfragendesm Niveau abläuft.

Grund zu diesem Optimismus bietet die Tatsache, daß auch jetzt schon eigentlich genau die Personen/Firmen in ihrem Ansehen aufgewertet werden, die´s (meiner Meinung nach) rein objektiv auch verdient haben.
So sehr der "Sturm der Dummen" im ersten Moment immer beeindrucken mag - wirklich das Image ramponieren tut´s im seltensten Fall sofern´s ungerechtfertigt ist, da setzt sich einfach auch jetzt schon immer mehr die sachliche Gegenargumentation durch.
Kriterien wie Offenheit und Authentizität (Realnames, etc.), Referenzen usw. werden dabei immer wichtiger.

Genauso amüsiere ich mich immer wieder prächtig, wenn´s auf der anderen Seite Leute oder Firmen hier so richtig "zerreißt", das Image teilweise förmlich implodiert weil die Substanz oft nicht im Ansatz das hält, was die Aussendarstellung vorspiegelt.
Am genialsten sind die Fälle, in denen äußerst naive Subjekte glauben, dieses Medium so einfach als Werbe- und Agitationsplattform wie jede andere benutzen zu können um dann mit wehenden Fahnen hier unterzugehen.


Mein Respekt gilt vor allem denjenigen, die hier trotz dieser sehr radikalen Umwälzungen versuchen, sich mit sachlicher, so weit wie möglich offener und vor allem unverbogener Argumentation weiter zu behaupten und dies auch regelmäßig schaffen, wie im Moment etwa beim Thema Firebird zu beobachten.

Es erfordert zweifellos sehr viel Geschick und Überlegtheit sowie insbesondere das Akzeptieren der Tatsache, daß künftig niemals mehr nur die positiven Aspekte zur Imagebildung beitragen sondern genauso auch all die negativen Punkte spätestens von aussen dann hier mit eingebracht werden. Hierzu zu stehen und über ein möglichst gesundes Verhältnis von Plus und Minus zu punkten wird künftig DER Weg sein.


So gesehen haben die jüngsten Entwicklungen - so anarchisch und verroht sie manchmal anmuten - eigentlich einen äußerst postiven Kern.

Lamentieren und die guten alten Zeiten herbeiwünschen wird hier mit absoluter Sicherheit die schlechtestmögliche Lösung sein. Es gilt sich diesen neuen Herrausforderrungen zu stellen und im Bewußtsein der Tatsache, daß sich dies alles ja gerade erst entwickelt zu versuchen, sich persönlich möglichst früh auf diese Umbrüche einzustellen.


Markus.
http://www.borntoglide.de

Thomas Gietl
12.03.2004, 20:50
Höre ich ein "huhaaa"?

huhaaa, Sir!!!

:D


HLx

Thomas

pipo
13.03.2004, 00:10
Hi Markus,

du beschreibst das Thema - so finde ich - sehr treffend!
Ich habe in den letzten Tagen, anläßlich von Threads wie über 7hofer, oder die 1. DAeC Gleitschirmschule, genau über das selbe Thema nachgedacht.
...allein anhand dieser Threads ließe sich wohl eine Diplomarbeit in Psychologie schreiben! :D

Was ich vor allem am 7hofer Thread sehr interessant finde, und womit ich ehrlich gesagt nie gerechnet hätte, ist, daß sich letzten Endes doch die Wogen geglättet haben.
Und was fast wesentlicher ist: Der Thread stellte wohl für alle interessierten Beteiligten einen Informationsgewinn dar, und war somit aus meiner Sicht äußerst konstruktiv, auch wenn es zwischenzeitlich nicht wirklich danach ausgesehen hatte!:D
Die Voraussetzung für solch einen konstruktiven Abschluß ist es aber, daß es zumindest einen interessierten und diskussionsbereiten "Kern" der teilnehmenden User gibt.
Zum Glück ist das hier in diesem Forum gegeben. In vielen anderen Fällen ist dies nicht der Fall, und dann ist die ansich positive "absolute Meinungsfreiheit für jederman" dafür verantwortlich, daß ein sinnvoller Ausgang einer Diskussion von vornherein ausgeschlossen ist.
Da hilft dann auch das von dir angesprochene "Aussortieren" nichts mehr, wenn ein Thread von Destruktivität und persönlichen Anfeindungen erstickt wird.

Eine weitere Voraussetzung für eine zielführende Auseinandersetzung ist, wie du eh schon angedeutet hast, daß sich der "Angegriffene" einer ernsthaften Diskussion stellt.
Das ist auch der zentrale Punkt des nötigen Umdenkens.
"Früher" war es nicht nötig, sich in diesem Umfang und mit dieser Ernsthaftigkeit mit Angriffen "Unbeteiligter" auseinanderzusetzen.
Dank des Internet muß man nun halt doch darauf eingehen, um seine Glaubwürdigkeit in vollem Umfang bewahren zu können.
Und ich bin mir sicher, daß diese Notwendigkeit bald noch viel ausgeprägter sein wird.
...um auch auf den 2. angesprochenen Thread über die 1. DAeC Gleitschirmschule zu kommen:
Hier war diese Bereitschaft seitens Ralf Antz nicht gegeben. Ich glaube, daß man sich das in 5 Jahren (wenn das Internet eine noch zentralere Roll inne hat) in dieser Form nicht mehr leisten sollte, und ich bin mir sicher, daß es auch jetzt schon negative Auswirkungen hat, wenn man nicht bereit ist, sich einer solchen Diskussion zu stellen.
Was früher harmlose Mundpropaganda war, hat durch das Internet bezüglich Verbreitungsgeschwindigkeit und -umfang, ein gigantisches Ausmaß angenommen.
Du hast sicher recht, daß man sich dieser Entwicklung nicht verschließen darf, um nicht zu verlieren.
Wenn man sich den neuen Umständen stellt, kann man jedoch auch einen Vorteil daraus ziehen.
So hätte es für Ralf Antz sicher einen Imagegewinn unter einigen Forumsusern bedeutet, wenn er bestimmte Textpassagen geändert hätte.
...genau so, wie es 7hofer zumindest angekündigt hat!
Wie schon gesagt, gibt es dem 7hofer keinen wesentlichen Aufschwung, daß er sich der Diskussin stellt und darauf reagiert.
Genau so wenig, wie die 1. DAeC Gleitschirmschule einen ernsthaften Schaden durch ihr Nicht-Reagieren erleidet.
Bezüglich der Bedeutung des Internet wird aber sicher noch viel passieren, und in ein paar Jahren wird ein unterschiedliches Verhalten wie von 7hofer und Antz durchaus relavante Konsequenzen haben.

...so, nach 3Bier schreibe ich offensichtlich gerne ein wenig ausführlicher, und wiederhole mich dabei - bitte seid nachsichtig.

pipo

P.S.: daß ich hier Ralf Antz so direkt angeführt habe, sollte kein neuerlicher Seitenhieb, o.ä. sein.
Dies ist halt meine Meinung.
Und hätte Ralf Antz nicht seine Diskussinsbereitschaft aufgekündigt, dann wäre ich an einer konstruktiven Auseinandersetzung im eigentlichen Thread natürlich weiterhin interessiert gewesen!

Flydoc
13.03.2004, 00:15
..es gibt keine Öffentliche Meinung
Nur eine Veröffentlichte...

Herwig
13.03.2004, 10:39
Lieber Markus,

in der Tendenz "Meinungsdemokratisierung durchs Internet" hast du sicher recht. Ich glaube allerdings, dass du die Sache etwas zu radikal siehst. Und dass sie speziell für dieses Forum hier eher weniger gilt:

1. Ist die von dir genannte Öffentlichkeit nur eine sehr kleine (und damit eigentlich gar keine). Ich kenne viel, viel mehr Flieger, die das Forum nicht verfolgen oder es gar nicht kennen als solche, die mitlesen oder posten.

Man muss sich nur mal Zahlen vor Augen halten: Es waren wohl höchstens ein knappes Dutzend Personen, die den Siebenhofer-Thread gepusht haben. Und sollen es hundert Leute sein, die überhaupt die Richtung im Forum bestimmen, dann ist das schon ziemlich hoch gegriffen. 100 Flieger - das ist die Stärke vielleicht eines mittelgroßen Vereins und alles andere als repräsentativ für die deutschsprachige Gleitschirm- und Drachenszene.

Zudem gibt es kaum (mehr) „Leitfiguren“ der Szene im Forum. Ich nenn’ sie mal so. Man könnte sicher auch Opinion leader, Leistungsträger, besonders kompetente Personen dazu sagen. Ich vermute, dass diejenigen, die früher im Forum waren, sich zurückgezogen haben.

2. Die Glaubwürdigkeit vieler Postings und Personen ist nicht allzu hoch. Das liegt meines Erachtens daran, dass Meinungen als Fakten verkauft werden und bei Widerspruch sofort eine gute Portion Aggression mit im Spiel ist. Und je mehr sich der Trend verstärkt, jede Verbalblähung (siehe auch Siebenhofer-Thread) ins Netz zu stellen, umso mehr wird auch die Glaubwürdigkeit und Attraktivität des gesamten Forums sinken.

Ich beobachte das Forum seit drei Jahren. Der Informationsgehalt wird immer geringer, der "Unterhaltungswert" entspricht immer mehr dem einer Nachmittags-Talkshow. Ob es ein Zeichen für die investigative Kraft des Forums ist, dass Siebenhofer jetzt seine Rekordmeldung ändert? Ich weiß nicht. Da hätte wohl ein kleines Mail mit einem Hinweis auf den wirklichen Rekord auch gereicht.


Gute Flüge
Herwig

Michael Kleist
13.03.2004, 12:07
Hallo Herwig,

treffender kann man es nicht ausdrücken. Was mir zudem noch auffällt, ist, dass es sehr wenig Beiträge gibt, die Zivilcourage zeigen.

Wird jemand unter der Gürtellinie angegriffen, dann meist ersteinmal von verschiedenen Postern das Terrain sondiert, wie man mit dem Delinquenten umgeht, und wenn dann die Richtung feststeht, wird unqualifiziert drauflosgehalten.
Und wenn einer einmal gebrandmarkt ist, als Langweiler oder Besserwisser oder Nörgler und dann eine Frage stellt, kann es schon passieren, dass als Krönung auf dessen Beitrag geschrieben wird: Kann mal jemand anders drauf antworten, ich mag nimmer.

Ganz selten finden sich einmal Schreiber, wie zum Beispiel Pipo, die auch einmal gegen den allgemeinen Strom schwimmen und fragen, was das Ganze eigentlich soll.

TOM81
13.03.2004, 12:24
Einer Polemisierung und Verleumdung in einem Forum kann man mit Moderatoren begegnen, die unsachlichle, provozierende, beleidigende, unbewiesene, ketzerische Posts rigide löschen.

Für diese 'Forums-kultur-Pflege' müssten sich aktive und ehrbare User bereit erklären.

Hätte einen disziplinierenden Effekt, denke ich ;-)

Tom

MH
13.03.2004, 15:14
Original geschrieben von Herwig
Zudem gibt es kaum (mehr) „Leitfiguren“ der Szene im Forum. Ich nenn’ sie mal so. Man könnte sicher auch Opinion leader, Leistungsträger, besonders kompetente Personen dazu sagen. Ich vermute, dass diejenigen, die früher im Forum waren, sich zurückgezogen haben.

Sehr richtig. Die Frage ist nur: Warum?

Sehr gerne wird hier statiert, das Niveau wäre zu niedrig, der Informationsgehalt zu gering, etc.; "Will hier keine Energien mehr in dieses Gelaber stecken ..." und degleichen sind die meist gehörten Aussagen in diesem Zusammenhang.

Ich muß jetzt leider ein wenig provozieren, aber mal ehrlich: Vielen wird das Eis hier einfach viel zu dünn! Ist ja auch logisch, Leute von Rang und Namen haben da ungleich mehr zu verlieren und verfügen über deutlich mehr Fallhöhe als der gemeine Proletarier. Das war ja auch nicht erst seit Aufkommen des Webs so.

Ich verstehe viele, denen es einfach zu mühsam wird sich hier durchzuboxen. Je prominenter man ist, desto mehr hat man sich zu verteidigen, klar nervt das tierisch.
Nur sollte man bei Rückzugsargumentationen nicht einfach immer plump auf´s Niveau loszielen - das trifft die wahren Motive oft nicht so ganz habe ich den Eindruck.


Zum Thema "Verhältnismässig wenige Beteiligte":
Auch hier stimme ich Dir voll zu. Ich stellte ja auch fest, das ganze steckt noch voll in der Entwicklung.
Ich würde mal jetzt aber süffisant vermuten, daß in etwa genauso viele Leute das Forum nicht lesen, wie Ihren Schirm immer noch für 3000Euro in der Flugschule bestellen, deren einziges Auswahlkriterium bei der Flugschulwahl die DHV-Liste ist, die Ihre CDs immer noch bei WOM und nicht bei amazon.de kaufen, etc. ...
Die einzige Frage ist: Glaubst Du, daß der Zug deshalb aufzuhalten ist?

Die Einzelhändller haben dies lange geglaubt, genauso wie die Stellenmarktredaktionen der Zeitungen oder die Chefetagen der großen Musikkonzerne, usw. usf.

Ich will hier auch gar nicht bewerten , inwieweit ich diese Entwicklungen gut oder schlecht finde - Tatsache ist nur, sie finden statt und nicht alles daran ist negativ.


Mir fällt halt nur auf, gerade in letzter Zeit passiert es hier immer häufiger, daß Personen oder Firmen ins Licht der Froumsöffentlichkeit gezerrt werden, die dies ursprünglich gar nicht beabsichtigten, sich selbst irgendwann zurückgezogen oder dies zumindest vor hatten. Und zuletzt war es dann mehrfach sogar zu beobachten, daß sich diese dann zu Stellungnahmen gezwungen sahen - sei es wie es sei, wenn sogar äußerst Forums-skeptische Leute sich zu dergleichen genötigt sehen, ist dies für mich ein ziemlich klares Indiz, daß die Irrelevanzunterstellung mangels Masse des Forums nicht so richtig verfangen mag.

Markus.
http://www.borntoglide.de

pipo
13.03.2004, 18:19
original geschrieben von Michael Kleist:
treffender kann man es nicht ausdrücken. Was mir zudem noch auffällt, ist, dass es sehr wenig Beiträge gibt, die Zivilcourage zeigen.

Wird jemand unter der Gürtellinie angegriffen, dann meist ersteinmal von verschiedenen Postern das Terrain sondiert, wie man mit dem Delinquenten umgeht, und wenn dann die Richtung feststeht, wird unqualifiziert drauflosgehalten.
Damit hast du sicherlich recht. (Nur läßt sich deine Aussage leider nicht auf´s Internet beschränken!;) )

Zum unqualifizierten drauf los halten:
Das nimmt hier manchmal fast beängstigende Ausmaße an!
Dabei scheint es den Postern in keinster Weise um den Inhalt zu gehen - das unqualifizierte Niedermachen im Windschatten der vorherschenden Bewegung wird zum Selbstzweck.
Anders ist es nicht zu erklären, daß jene Poster, wenn man sie auf ihre offensichtlich unqualifizierten Äußerungen anspricht, nicht in der Lage sind sich einer Diskussion darüber zu stellen.
Das ist nicht hin und wieder so, sondern so ist´s mir jedes Mal ergangen, wenn ich so einem User in seinen Äußerungen widersprochen habe.
Fast scheint es so, also wären sie plötzlich ganz von der Rolle, und unfähig irgend etwas zu erwidern, weil sie anscheinend der Meinung waren, jemanden unwidersprochen abwatschen zu können.
Wenn dieses Abwatschen im Windschatten anderer, dann doch nicht widerspruchslos funktioniert, sucht man sich halt einen anderen Thread. :D
...sich einer Diskussion zu stellen, scheint für viele offensichtlich nicht in Frage zu kommen.
Ich find´s eigenartig, weil auf längere Sicht führt das auch zu einem Glaubwürdigkeisverlust. (bei mir zumindest)
Naja, vielleicht suchen sich jene dann halt ein anderes Forum um fröhlich weiter zu machen. ;)

...was mich wundert, ist, wie diese Leute außerhalb des Internet mit Kritik an ihren Aussagen umgehen, wenn selbst anonym und online die "Courage" fehlt, zu seinen Aussagen zu stehen.:confused:


original geschrieben von Herwig:
Zudem gibt es kaum (mehr) „Leitfiguren“ der Szene im Forum. Ich nenn’ sie mal so. Man könnte sicher auch Opinion leader, Leistungsträger, besonders kompetente Personen dazu sagen. Ich vermute, dass diejenigen, die früher im Forum waren, sich zurückgezogen haben.
...vielleicht kenne ich das Forum noch nicht lange genug, und es war früher besser, aber ich finde, daß es zu jedem Themenbereich zumindest ein paar äußerst kompetente User gibt!
Ob das jetzt wirkliche (Welt)Spitzenleute sind, oder nicht, ist meiner Meinung nach, gerade für´s Forum irrelevant.
Die Leitfiguren und wirklichen Spitzenleute braucht´s in der Realität.
Es ist doch gleichgülig, ob´s vielleicht ein paar noch bessere Acropiloten, als ferlacher & co. gibt.
Die Qualität der fourumsrelevanten Tipps und Auskünfte würde um nichts besser, wenn die Postenden den Heli ein wenig besser beherrschen würden.
Das selbe gilt für die Streckenflieger, Technikkundigen, usw.

Ich habe auf alle Fälle nicht das Gefühl, daß das Forum im nichtssagenden Sumpf von ein paar minder begabten Piloten versinkt.
So wurden auch fast alle Fragen, die ich an die Forumsgemeinde hatte, sehr zufriedenstellend beantwortet.

...so, schon wieder zu viel geschrieben.
(Fliegen scheint diesbezüglich bei mir einen ähnlichen Effekt, wie Bier zu haben. ;) )
Es ist aber auch ein äußerst interessantes Thema!

pipo

MH
13.03.2004, 19:37
Original geschrieben von pipo
Zum unqualifizierten drauf los halten:
Das nimmt hier manchmal fast beängstigende Ausmaße an!
Dabei scheint es den Postern in keinster Weise um den Inhalt zu gehen - das unqualifizierte Niedermachen im Windschatten der vorherschenden Bewegung wird zum Selbstzweck.

Die eigentlich interessante Frage, deren Diskussion ich hier ein wenig anstoßen wollte ist:
Wie ordnet man diesen "Sumpf des Mittelmaßes" künftig ein?
Kommt diesem künftig eine destruktive, eine demokratisch notwendige, oder vielleicht gar evolutionäre Rolle zu?
Eine Rolle, deren sich diese Schreiber noch gar nicht bewußt sind oder besser überhaupt bewußt sein können (denn wenn sie´s wären, würden sie´s ja lassen;))?

Meine Vermutung geht langsam aber sicher dahin, daß dieses Forum wie auch andere Teile des Webs bzw. das Web insgesamt einen äußerst interessanten Evolutionsprozess durchlaufen, quasi eine neue eigene kleine Zivilisationsform ähnlich denen diverser Strategiespiele darstellt.
Alle darin auftretenden Gruppen und Personen spielen so ihre Rolle und es hat (für mich zumindest) den Anschein, als ob hier ganz bestimmte natürliche Regulative zu wirken beginnen bzw. sich altbekannte evolutionäre und soziologische Muster in moderner Form wiederholen - einfach ein äußerst spannendes Experiment was da im Moment gerade abläuft;)
Mit Auswirkungen allerdings, die tief in die Persönlichkeit von Personen oder das Image von Firmen eben einwirken.

Markus.
http://www.borntoglide.de

pipo
13.03.2004, 21:39
Destruktiv
Naja, destruktiv ist so ein "inhaltsbefreiter" Diskussionsstil mit Sicherheit.
Wenn diese User bzw. deren Beiträge eine gewisse Quantität nicht überschreiten (also so wie ich´s hier empfinde), dann halte ich´s nicht für weiter schlimm.
Die Diskussionen werden dadurch halt etwas in die Länge gezogen, bekommen aber zusätzlich zum eigentlichen Inhalt eine spannende Dynamik.
Der 7hofer Thread etwa hätte sich ohne diese, vordergründig nur destruktiven Postings, nicht annähernd so interessant entwickelt!
Insofern könnte man es eine konstruktive Destruktivität nennen. :D:D
Demokratisch notwendig?
Auf alle Fälle ja!
Deshalb wäre ich auch dagegen, daß es hier einen Moderator/Administrator gibt, der die angesprochenen Postings löscht.
Denn erstens können diese Postings ja wie oben beschrieben eine Diskussion durchaus in eine interessante Richtung lenken.
Zweitens glaube ich, daß man letzten Endes nur noch mehr solche User anlockt, wenn man beginnt Posting zu löschen, oder User zu sperren!
Ich verfüge da natürlich über keinerlei Erfahrungswerte, könnte mir aber vorstellen, daß es zu einer jetzt-erst-recht Reaktion kommen könnte.
evolutionär?
...hm - mit Sicherheit gibt´s innerhalb von so jungen Gemeinschaften, oder Platformen, wie es dieses Forum darstellt, eine rasante Entwicklung.
Ich wage jedoch nicht, eine Prognose abzugeben, in welche Richtung diese Entwicklung gehen wird.
Ich bin aber überzeugt davon, daß die Entwicklung von den angargierten Usern entscheidend beeinflußt werden kann.
Wenn man sich gelassen und beharrlich weigert, sich auf undifferenziertes, ihnaltsloses Diskutieren einzulassen, dann nimmt man den Leuten den Wind aus den Segeln.
(ich weiß, das ist ein bißchen heuchlerisch, weil ich´s auch nicht immer so praktiziere. ;))
Nachdem bei diesen Postern ja von vorn herein keine Courage bzw. wirkliches Interesse am Thema da war, ist das Wind-aus-den-Segeln-nehmen leichter, als man meinen möchte.

Ich sehe das auch als äußerst spannendes Experiment, und ich finde, daß dieses Forum eine besonders interessante Mischung an Usern bietet.
Es sind eine Menge intelligenter, kompetenter Leute darunter, die das auch noch schriftlich rüberbringen können.
Und eben die erwähnten User, die dafür sorgen, daß die Diskussionen hier nicht ausschließlich zu trockenen geistigen Ergüßen der Postenden verkommen! :D

Und offensichtlich finden´s beide Seiten in gewisser Seite lohnenswert, sonst würde hier nicht in diesem Umfang gepostet!

pipo,
der jetzt noch ein Bier trinken geht

MH
14.03.2004, 17:57
Ich sollte dieser Diskussion vielleicht noch ergänzend anfügen, daß Rechtsverletzungen wie Verleumdung, Beleidung und dergleichen hiervon zwar nicht unbedingt loszulösen sind, doch aber separat betrachtet werden sollten.
Meine Aussagen über die demokratische Notwendigkeit des Nonsens sollte keinesfalls einen Freibrief für dererlei Auswüchse darstellen.

Markus.
http://www.borntoglide.de

georgweb
15.03.2004, 10:34
Hallo Leute,

ich bin auch optimistisch, dass die Forumsteilnehmer von Tag zu Tag besser werden, weil sie ja durch dieses Medium erzogen werden!

Erstaunlich ist, dass ich von mehreren Vereinen gehört habe (ja auch mein eigener), auf deren Mail-Liste genau das gleiche abgeht (Pöbeleien, Angriffe), natürlich besonders im Winter.

Ich waere auch für mehr Foren, also Erweiterung um z.B. die Foren (für alle):
OLC, Wettbewerbe, Streckenfliegen: Technik, Taktik, Erlebnis-Berichte
Da würden die Threads nicht gleich nach zwei Tagen untergehen, also noch mehr Trennung von Schnell-mal-eben-irgendwas-rauspressen und Hintergrund-Infos.

Gute Flüge und flotte Schreibe wünscht
Georg