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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Made in Germany



Manuela
14.03.2004, 19:26
Die Ereignisse um Firebird machen nachdenklich.
Ähnliches passierte mit Airea und es gibt bestimmt noch mehr Beispiele.
Herstellerfirmen aus dem bayrischen Sprachraum kämpfen um ihre Existenz. Manche verschwinden für immer,
manche kommen auf wackligen Beinen zurück.
Die Firmen stehen in Konkurrenz mit den ausländischen Herstellern, die oftmals geringere Fixkosten haben.
Der Preiskampf ist heftig bei ständig steigenden Anforderungen und Kosten.
Den Kunden ist die Herkunft ihres Flügels egal, Hauptsache er ist gut, preiswert und "in".

Ich möchte eine Diskussion anregen, ob es sich nicht lohnt,
die einheimische Herstellerszene zu unterstützen. Wie ist die Möglichkeit des direkten Kontaks,
der sofortigen Serviceleistung und der Unterstützung der eigenen Wirtschaft zu bewerten?
(Das Wort "deutsch" habe ich bewußt vermieden um nicht sofort in eine Schublade gesteckt zu werden.)

MV013
14.03.2004, 19:55
Ich denke Dein Ansatz ist falsch.
Es gibt auch deutsche Firmen die unter denselben Voraussetzungen Geld verdienen. Und es gibt auch "ausländlische" Firmen die aus irgendwelchen Gründen nicht mehr existieren (Falhawk, ailes de K, Condor, STV) etc. Bei dem größten Kostenfaktor, der Produktion, haben alle durch die Fertigung in Fernost ähnliche Voraussetzungen. Auch "ausländische" Firmen brauchen eine Vertriebsstruktur in Deutschland um erfolgreich zu sein und die gibts nicht zum Nulltarif.
Es gibt nur zu viele Hersteller für einen relativ kleinen Markt. So wird es immer wieder Firmen geben die verschwinden werden. Ein "schlechter" Schirm und die kaum vorhandene Eigenkapitaldecke ist aufgebraucht und vorbei ist's. That's life!
Und ich kaufe mir den Schirm der mir vom Handling her passt, völlig egal wo der herkommt.

Schönen Gruss
Otto

jo_paravogel
14.03.2004, 19:57
Das Wort "deutsch" nicht verwendet haben wollen - aber "made in Germany" in der Überschrift, da mußt Du Dich schon entscheiden.
Made in Germany gibt es sowieso nicht - made in Fernost oder zum Teil Osteuropa müßte es richtigerweise heißen! Also ist es auch absurd irgendwelche "hohen Kosten" in Deutschland anzuführen, denn ich glaube nicht, daß der Konstrukteur und das relativ kleine Team (sei es nun in A, CH oder D) überproportional hohe Kosten verursacht. Genauso wie es langjährige "deutsche" Gleitschirmfirmen nicht mehr gibt, entstehen neue (z.B. Skywalk).
Und zudem such ich mir jedenfalls meine Gleitschirme nach anderen Gesichtspunkten aus, als nach nationalen - dazu ist mir die Fliegerei einfach zu wichtig.
Ich kanns in einem vereinten Europa einfach nicht mehr hören: "Heimische" Produktion, oder deutsche, oder österreichische...

Grüße aus dem Stubai von Jo, der als schwäbischer Bayer dort lebt

manfred.ullrich
15.03.2004, 07:03
Original geschrieben von Manuela
....(Das Wort "deutsch" habe ich bewußt vermieden um nicht sofort in eine Schublade gesteckt zu werden.)

Damit aber hast Du es extra hervorgehoben.

Gruss, Manfred

piti
15.03.2004, 08:27
seit doch ein bisschen stolz auf Made in Germany !

immer happy landing

frankmann
15.03.2004, 08:40
Ja ich gehöre zu den Menschen die wie viele andere in der Welt stolz auf Made in Germany bin.

Frank

Flug-K-Kai
15.03.2004, 08:51
Hallo Manuela,

das, was wirklich Made in Germany ist, sind unsere selbstgemachten strukturellen Probleme. Ohne die Hintergründe im Fall Firebird genau zu kennen:

Versuch mal eine Firma in D aufzumachen. BillGates wäre bei uns gescheitert, weil es in seiner Garage wahrscheinlich kein Damenklo gibt... .

Versuch mal für eine neue Firma Geld zu bekommen. Die Banken sind selbst in der Krise und scheuen das Risiko, für venture capital gibts bei uns keine Kultur.

Die Liste der Probleme und Hemmnisse lassen sich beliebig fortsetzen. Falls Du es wirklich geschaftt haben solltest, was gescheites auf die Beine zu stellen hast Du irgendwann die Größe, daß Du einen Betriebsrat brauchst. Das ist ja noch nix schlimmes - im Gegenteil. Aber wenn Du dann so versteinerte Gewerkschaftsknorze, geimpft mit den Doktrien des Frühkapitalismus, in Deinem Schuppen sitzen hast, siehst Du besser zu, daß Du ins Ausland kommst... (ist das jetzt zu politisch?)

Nochen Problem:

Besserverdiener! Erfolgreicher Unternehmer! Bei uns sind das Schimpfwörter. Wenn Du hier mehr erreichst als andere, bist Du gleich ein Sozialschwein und wirst dazu von den oben angesprochenen alten Knorzköppen und ihren Sympathisanten ausgebeutet.
Schau Dir nur mal die ein oder andere Diskussion hier im Forum an, wenn es um die Preispolitik von Schulen oder Schirmherstellern geht! Deutschland ist oft eine Neidgesellschaft und viele gönnen dem Anderen die Butter auf dem Brot nicht.

Respekt, vor jedem, der sich hier als Unternehmer versucht - und noch mehr vor denen, die langfristig Erfolg haben!!!!

Aber: Nach der nächsten Wahl wird alles anders! Sicher? Sicher NICHT!

Trotzdem schöne erfolgreiche Woche!

Gruß Kai

Lieber reich und gesund als arm und krank!

robert
15.03.2004, 14:06
Hi!

Ich finde, Flug-K-Kai polarisiert etwas zu sehr - sooo schlimm ist es nun bestimmt nicht bestellt bei uns. Und, es gibt sie tatsächlich noch - Qualitätsprodukte made in Germany. Als besonders positives Beispiel fällt mir in diesem Zusammenhang die Nubert Speaker Factory ein, eine Firma, die spitzenmäßige Lautsprecherboxen zu fast unschlagbaren Preisen baut, ein Paradebeispiel eines mittelständigen Unternehmens, wo der Inhaber noch gleichzeitig Chefentwickler ist:
http://www.nubert.de/news.htm

Ich hoffe ich verstoß jetzt nicht gegen Forumsregeln wenn ich so ein Beisüiel bringe, ich hab auch nix mit dieser Firma zu tun, aber ich weiß sicher wo ich mir meine nächsten Lautsprecher kaufen werde...

Zurück zum eigentlichen Thema. Ich finde es generell sinnvoll, solche Unternehmen zu unterstützen, die hier Arbeitsplätze schaffen und erhalten, die hier v.a. Steuern zahlen - auch wenn sie vielleicht nicht zu den allerbilligsten gehören.
Es ist auch klar daß das nähen der Gleitschirme wegen der Handarbeit nicht in D. erfolgen kann, das wäre dann einfach zu teuer.
Das heißt jetzt nicht, daß ich mir keinen im Ausland hergestellten und/oder entwickelten Schirm kaufen würde. Aber wenn mir zu Ohren käme daß da z.B. Kinderarbeit mit im Spiel ist, dann würde ich diese Marke mit Sicherheit meiden - egal wie gut der Schirm ist!
Wir müssen einfach wieder ein bißchen wegkommen vom "Geiz-ist-Geil"-Gedanken, hin zu einem solidarischerem, weitsichtigerem Denken. Mit anderen Worten: "Leben und leben lassen!"


so long
Robert

cpt.jack
15.03.2004, 14:26
übersetzt:

"In Deutschland ist der Wurm drin !"

Gilt das nur für den bayrischen Sprachraum (sic!) oder auch für preussische Gefilde ?

Im Ernst:

Das Glück vieler Hersteller in D war doch immer dass der Markt zum Grossteil aus flugschulhörigen Wochenendschwabblern besteht. Sonst hätten manche schon früher zusperren müssen.

Bei uns in A nennt man sowas wie das obige auch
"deutsch reden".

Grüsse
cpt.jack

Cacao
15.03.2004, 17:12
Hallo,

dass in einer Demokratie die jeweils aktuelle Oppositions-Partei an die Regierung kommen will und deshalb an der aktuellen Regierung kein gutes Haar lässt, ist ja nicht gerade neu.

Dass die „negative Deutsch|tü|me|lei“ (abwertend für aufdringliche Betonung des Deutschtums) ins Bild passt, ist auch leicht zu verstehen.

Im übrigen befürwortet die Mehrheit der Wähler die „Freie (ev .soziale) Marktwirtschaft“, und wer am Markt nicht mithalten kann, geht (mit freundlichem Bedauern der Wählermehrheit) pleite. Wenn man etwas anderes will, muss man mehrheitlich anders wählen!

Soweit ist alles Klar.

Aber, kriegt der Arbeiter bei uns zuviel Lohn und muss deshalb der Unternehmer weinend in dem Villenvorort, wo er wohnt, umherirren, weil er seinen vollausgestatteten 7-Hundeter BMW nicht mehr voll tanken kann, eventuell auch wegen der Ökosteuer?

Jedenfalls wird ein Produkt dann zu teuer, wenn die Produktivität zu niedrig liegt, und nicht der Lohn zu hoch, denn wenn ein Arbeiter in D. doppelt so viel schafft wie in Asien, ist er immer noch besser, auch wenn er 50 % teurer sein sollte.

Auf die Produktivität kommt alles an, nicht auf den Lohn!

Deshalb sollte man sich als kleiner Mann/Frau im Exportweltmeister-Land, was D. zur Zeit ist, nicht zu sehr ins Bockshorn jagen lassen. ( zu mehr Text habe ich keinen Bockhttp://www.spao.de/pict/smilies/smash.gif

Cacao

lufthans
15.03.2004, 17:27
Hallo Cacao,

deinen Text verstehe ich nicht ganz.
Produktuvität gibt es doch nur, wo etwas produziert wird.

Und Gleitschirme werden doch alle im Ausland genäht, oder liege ich falsch ?

Also ist bei uns die Produktivität nicht zu niedrig, sondern einfach nicht vorhanden.

Oder hast DU das auch so gemeint ?

Flug-K-Kai
15.03.2004, 17:28
Original geschrieben von Cacao
Hallo,

dass in einer Demokratie die jeweils aktuelle Oppositions-Partei an die Regierung kommen will und deshalb an der aktuellen Regierung kein gutes Haar lässt, ist ja nicht gerade neu.

http://www.spao.de/pict/smilies/smash.gif

Cacao

Hallo Cacao,

wenn Du mich damit meinst, dann habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. Die derzeitige Situation ist das Ergebnis unserer gesamten gesellschaftlichen und politischen Entwicklung. Da waren alle politischen Richtungen (außer den ganz extremen, zum Glück) daran beteiligt. Daß nach der nächsten Wahl alles besser wird war ironisch gemeint. Da wird sich nicht gar soviel ändern. Egal, wer dann den Boß spielt.

Ansonsten sei dem Arbeitenden in Deutschland die hohe Produktivität gewünscht. Allerdings sind wir derzeit auch Exportweltmeister, was Arbeitsplätze betrifft. Das spricht eine andere Sprache.

Schönen Abend noch!


Kai

robert
15.03.2004, 19:44
Hi!

Das Problem ist - bei Näharbeiten ist der Lohnunterschied zwischen Asien und (West)Europa nicht etwa Faktor 2, sonder ca. Faktor 10. Es ist natürlich utopisch zu glauben daß ein deutscher Näher/Näherin 10 mal so schnell näht.

Auffallend ist aber, daß es ausgerechnet viele Spitzenmanager in den Vorständen großer Konzerne sind, die über die ach so schlechte Arbeitsmoral und die furchtbar hohen Lohnnebenkosten lamentieren - dabei ist fakt daß die großen Konzerne
1) immer weniger Steuern zahlen (bzw. gar keine mehr, d.h. die staatlichen Aufgaben müssen zunehmend von der arbeitenden Bevölkerung getragen werden)
2) rapide Arbeitsplätze in Deutschland abbauen (auch Spezialisten, z.B. Softwareentwickler) und gleichzeitig in China, Indien und Osteuropa aufbauen
3) die Manager im Vorstand teilweise Lohnsteigerungen von 50-100% im Jahr "bekommen", z.T. sogar mehr. Von den Abfindungen reden wir besser erst gar nicht!!

Ich will nicht polarisieren, ich wollte nur einige Fakten nennen. Daß die Stimmung der arbeitenden Bevölkerung unter diesen Umständen nicht grad steigt dürfte auch dem Dümmsten einleuchten. Nicht jedoch einigen Vorständen, wie etwa dem Ex-Mannesmann-Chef, um den grad ein Prozeß am laufen ist wegen zu hohen Abfindungen im Zuge der Übernahme von Mannesmann Mobilfunk durch Vofdafone. Dieser ist nämlich felsenfest davon überzeugt daß er das 10-fache der Abfindung verdient hätte. Schließlich schaffe er Werte!


so long
Robert

lufthans
15.03.2004, 20:13
>3) die Manager im Vorstand teilweise Lohnsteigerungen von 50-100% im Jahr "bekommen", z.T. sogar mehr. Von den Abfindungen reden wir besser erst gar nicht!!<

Ein Fliegerkamerad von mir war füher auch in der Führungsebene und ist jetzt Unternehmensberater. Der verdient natürlich wirklich viel, aber die Unternehmen ( bzw die Aktionäre / Aufsichtsrat ) meinen halt, das seine Arbeit soviel wert ist unterm Strich ( Tagessatz ist 2000 Euro )

Klingt halt bitter für normale Arbeiter wie Robert und mich, aber auf Arbeiter kann verzichtet werden und die gibt es auch in Asien oder Ungarn wie man sieht . Auf die Topleute aber nicht, alleine schon weil diese Leute Verbindungen besitzen, die den Unternehmen Türen und Tore öffnen.

So ist das leider, deswegen verdienen sie soviel. Und in Vergleich zu Sportlern eigentlich sehr wenig.
Das da natürlich sich einige später als totale Pfeiffen herausstellen ist immer so.
Das war ja z.B. auch bei unserem Bundeskanzler so, von dem man auch am Anfang mehr erwartet hatte und jetzt ist er nur noch ein Haufen Elend, mit dem man fast Mitleid haben könnte.

volker
15.03.2004, 20:45
Übrigens:
1.
Firebrid hat wie alle anderen auch schon lange in Fernost zumindest enen Teil ihrer Schirme produziert, z.b. beim Uli Kurrle in Sri Lanka und auch in HongKong in einer Näherei.......daran hat´s also nicht gelegen.....

2.
"Made in Germany" ist nach dem Krieg während der Besatzungszeit von den Engländern erfunden worden. Deutsche Produkte mussten zwangsweise mit diesem (negativen) Schriftzug gekennzeichnet werden, damit die Kunden in England und Frankreich es sich nochmal überlegen konnten, ob sie wirklich diese Produkte von den "Krauts" kaufen wollten........

Stay high !

Volker

Richard S.
15.03.2004, 21:05
Oweia, oweia, das forum mutiert zum volkswirtschaflichen Stammtisch...

und Volker, wer hat Dir denn diesen Schmarrn erzählt...so einen kolossalen Blödsinn wie Du hier schreibst, die Engländer hätten "Made in Germany" erfunden, schon grandios, soviel Unsinn!

Aber hier kann jeder von jeglicher Kenntnis der Dinge völlig unbeleckt erzählen was er will, das nennt man dann Meinungsfreiheit;-)))))))

Geht's liaba fliagn...

rs

Mark Desnoyer
15.03.2004, 21:24
Original geschrieben von Richard S.
Oweia, oweia, das forum mutiert zum volkswirtschaflichen Stammtisch...

und Volker, wer hat Dir denn diesen Schmarrn erzählt...so einen kolossalen Blödsinn wie Du hier schreibst, die Engländer hätten "Made in Germany" erfunden, schon grandios, soviel Unsinn!

Aber hier kann jeder von jeglicher Kenntnis der Dinge völlig unbeleckt erzählen was er will, das nennt man dann Meinungsfreiheit;-)))))))

Geht's liaba fliagn...

rs

... ohne jetzt inhaltlich darauf eingehen zu wollen...


wenn's wirklich Schmarrn wär, dann wären eine Menge Leute darauf reingefallen. Guckts Du z.B. hier:

http://www.ftd.de/ub/in/1073815406926.html?nv=rs

(Zitat:

Eigentlich ist "Made in Germany" ein Antilabel: 1887 wurde die Warenmarkierung in England vorgeschrieben, um die deutschen Importe zu diskriminieren. Um die Jahrhundertwende änderte sich aber das Image. Die deutschen Produkte erwiesen sich oft als besonders hochwertig.

)

oder einfach auf "made in Germany" +england googlen.

Wie kommst Du darauf, daß DU die Wahrheit weißt und alle anderen auf Legenden hereinfallen? Hast Du die wahre Story? Was ist das?

Gruß!

MD

Richard S.
15.03.2004, 21:32
@MD

...knirsch, da habe ich wohl etwas zu schnell aus der Hüfte geschossen, sorry... das nennt man wohl ein klassisches Eigentor...

Irritiert hat mich vor allem der Satz, dass "made in Germany" nach dem Krieg während der Besatzungszeit von den Engländern erfunden wurde, das ist nun nachweislich Unsinn.

Vielleicht sollte ich doch eher zum fliegen gehen, Wetter sieht ja gut aus...

Gruß
Richard

robert
15.03.2004, 21:33
Ich glaub ich hab auch mal was davon gelesen das das "made in Germany" von den Engländern kam. Aber egal!

Es ist keineswegs so daß nur "einfache" Arbeiter immer mehr abgebaut/verlagert werden, es trifft in zunehmenden Maße auch Spezialisten. Man brauchst sich doch nur die Belegschaftsstatistiken von den weltweit agierenden Konzernen anschauen. Im Schnitt dürften solche Firmen in den letzten 10 Jahren ca. 20-25% ihrer Belegschaft im Inland abgebaut haben.

Und die Politiker reden weiter von steigendem Renteneintrittsalter wegen der höheren Lebenserwartung - gleichzeitig wird die absolute Zahl der Arbeitsplätze immer weniger. Wo sollen all diese Leute also arbeiten? Die Konzerne wollen diese "oldies" bestimmt nicht. Im Endeffekt ist das also nur eine versteckte, indirekt formulierte Rentenkürzung im großen Stil, weil das Renteneintrittsalter de facto immer weiter sinken wird - gleichzeitig wird das Renteneintrittsalter von der Politik erhöht, die immer größer klaffende Lücke ist also die Kürzung. Ganz einfach!

Aber jetzt bin ich weit vom Thema abgekommen. Sorry about that! ;-)


ciao Robert

querformat
15.03.2004, 21:42
Ja, Richard: es stimmt. Das Forum mutiert zum volkswirtschaftlichen Stammtisch. Dazu gehören auch so Leute wie Du, die, mit dem Bierhumpen in der Hand, grölend und dumm anderleuts Wissen runtermachen müssen.

Natürlich stimmt das mit dem Label "Made in Germany". Der Schuss ist nach hinten losgegangen; ein Qualitätslabel ist es erst dann geworden.

Und um mal weiter ein paar Fakten zu streuen: der deutsche Vorzeigekonzern Daimler-Chrysler zahlt nicht einen Pfennig Steuern; er kann durch Chrysler genügend Verluste geltend machen. Porsche hat ganz deutlich ein Bekenntnis zu seinem Standort gegeben: die Menschen seien es, die den Porsche bauen würden, und die gebe es nicht irgendwo auch, und da spiele auch der Lohn nur eine untergeordnete Rolle. Falls Du jetzt stammtischtechnisch zu stöhnen beginnst und von Deinen hohen Abzügen erzählen möchtest: interessiert mich nicht. Es gibt genug Leute, die einen Porsche kaufen können. Und auch Firebird würde teurere Teile verkaufen, wenn sie denn einfach besser, innovativer oder qualitativ super wären.

Auch wenn dies gesamte Thema sowieso mehr in die Kneipe gehört, dennoch: es ist beschämend, wie hier mit anderleuts Argumentationen umgegangen wird. Ich weiß auch nicht, wo Markus Haubt seinen positiven Eindruck vom Forum herbekommt. So wenige Themen werden sauber und fair besprochen; der Ton ist im allgemeinen schlicht unerträglich.

Schade eigendlich.

pipo
15.03.2004, 22:08
bezüglich Porsche:
Ich könnte mir vorstellen, daß es sich für eine Marke mit absolutem Premiumanspruch wie Porsche, eher auzahlt so eine Strategie zu wählen.
Für den Erfolg eines Cayenne turbo dürfte es unwesentlich sein, ob der 120.000, oder 125.000 Euro kostet.
Im Gegenteil; mit Aussagen, wie "die Menschen sind es, die den Porsche bauen", kann man im Luxussegment, wirkungsvoll punkten, auch wenn´s mehr kostet!
Schließlich fällt die Entscheidung für so ein Auto nur zu einem kleinen Teil aus objektiven Gesichtspunkten. Und da wird dann auch wichtig, wie und von wem das Auto gebaut wird.
Fast absurde Ausmaße hat dies für meinen Geschmack beim Phaeton mit der "Gläsernen Manufaktur" angenommen.
...ist halt auch in der 100.000 Euro Liga.
Es wäre aber niemand bereit mehr für seinen Opel/Skoda/Ford... zu zahlen, damit er in so einer Umgebung endmontiert wird: :)
http://www.porscheliesing.at/Haendler/A00150/ge/vw/neuw/eigeneseiten/A001501012301319954.jpghttp://www.porscheliesing.at/Haendler/A00150/ge/vw/neuw/eigeneseiten/A001501012301380672.jpghttp://www.porscheliesing.at/Haendler/A00150/ge/vw/neuw/eigeneseiten/A001501012301256583.jpg
In so fern ist die Philosophie von Porsche zwar für Porsche selbst sinnvoll, aber mit Sicherheit nicht als absolute Wahrheit für alle Unternehmen anzusehen!
...jetzt bin ich noch weiter abgeglitten als ihr! ;)

noch was zum Ton hier:
Ich find´s auch schade, daß manche ihre Meinung oft nur in Form von verbalen Entgleisungen kund tun können.
Aber wahrscheinlich geht´s da nicht einmal so sehr um die Meinung und den Inhalt.
Hier scheint das Beschimpfen Selbstzweck zu sein. :confused:

pipo

jo_paravogel
15.03.2004, 23:48
Zum Glück kann man als "Besserverdienender" oder gar "erfolgreicher Unternehmer" nicht automatisch besser fliegen!
Mein Beitrag zur ach so zu beklagenden "deutschen Neidkultur"...

X-Dream Dani
15.03.2004, 23:53
Hallo zäme,
es ist zu mindest wider mal ein kreatives Thema und nicht wie „ kann mir jemand sagen mit wieviel Brems der SAT beginnt?“ oder so ähnlich.

Manuela:
Glaube mir, die Probleme bei Firebird sind zum grössten Teil hausgemacht und haben nichts mit der Wirtschaftslage oder dem Standort Deutschland zu tun. Missmangement in höchster Ebene (nicht auf Kevs Level, ihm waren die Hände gebunden) sind die Ursachen, doch weiter ins Detail will ich hier nicht gehen.
Gerade in den letzten zwei Jahre haben wir stark an Umsatz zugewonnen und dies bei optimiertem Materialaufwand und glechzeitig konnte ein Grossteil der Altlasten getilgt werden. Aus diesen Gesichtspunkten würde Firebird als interessantes Investitonsobjekt da stehen. Doch....und da wird die ganze Geschichte kompliziert und undurchsichtig.
Ich glaube schon, dass Deutschland nicht der ideale Standort ist. Doch andere Hersteller beweisen, dass es grundsätzlich machbar wäre. Die Kosteneinsparungen welche man in Ungarn, Tschechei oder Polen erziehlen würde liegt nicht im Verhältniss zum Imageverlust. Vielmehr sehe ich ein Umzug in die Schweiz als interessante Alternative. Gerade die Steuern würden dafür sprechen. Und ich meine Ihr alle wisst ja: „wer hat´s erfunden???“ :-)

Doch ich muss auch hervorheben, dass ich stolz bin ein Produkt zu erarbeiten das das Label „Made in Germany“ trägt und dass die Verfeindung mit den Briten sich mittlerweile auch ein bisschen abgekühlt hat sehen wir an unserer guten präsenz in England.
Doch ich glaube, dass „wir“ Deutschen, oder sagen wir mal „Deutsch-Sprachigen-Mittel-Europäer“, schon ein Flair für hochstehende Präzision und Qualität haben. Auch wenn die Produktion in Asien stattfindet, die Detailideen, die Qualitätsdefinition und der grösste Teil der Materialien kommt aus Europa.

Robert:
Lustigerweise ist der Lohnunterschied nicht wesentlich, auf keinen Fall Faktor 10. Nein, wir bewegen uns tatsächlich fast auf gleichem Niveau. Doch das ganze drumherum, Mieten, Sozialleistungen, Versicherungen, Steuern undundund....diese Faktoren sind mittlerweile fast entscheidender und vondieser Sicht aus würde es sich lohnen die ganze Firma nach Sri Lanka zu verschieben. Doch schau wie schwierig es ist für Südamerikanische und Asiatische Marken hier in Europa Fuss zu fassen. Nicht dass der Europäische Markt der ein und alles Bestimmende ist. Für Firbird waren alle anderen Märkte zusammen gerade so atraktiv wie der Deutsche. Und da denke ich kommt der politische oder gesellschaftliche Aspekt rein (GüSi-Pflicht, DHV-Monopol, konservative Vertriebsstrukturen, veramerikanisiertes Sicherheitsdenken, undundund).
Eine möglichst kleine, effiziente und Leistungstarke Basis in Europa ist besimmt von Vorteil und sollte man sich leisten können.

Querformat:
Wie oben schon erwähnt; die Zahlen sprechen für sich, dass wir mit unseren Entwicklungen schon auf dem richtigen Weg sind und auch nicht mit den elementaren Qualitätsproblemen zu kämpfen hatten. Doch die Idee von Porsche die beschäftigt mich auch schon lange. Die Frage ist; würde jemand 15000 Euro für eine Einzelanfertigung hinblättern. Wenn ja..... ihr kenn ja meine Telefonnummer.....:-)
Spass bei Seite, diese Idee wäre auf jeden Fall interessant weiter zu spinnen.

Gruss

Dani



und merkt Euch:
Wer später bremst, fliegt länger schnell.... :-)

X-Dream Dani
16.03.2004, 00:02
... Du bringst es auf den Punkt!!!!

Doch jetzt ist es Zeit für die Heia, oder gehst morgen nicht fliegen???

Gruss ins Stubai aus Füssen

Dani

Flug-K-Kai
16.03.2004, 07:39
Original geschrieben von jo_paravogel
Zum Glück kann man als "Besserverdienender" oder gar "erfolgreicher Unternehmer" nicht automatisch besser fliegen!
Mein Beitrag zur ach so zu beklagenden "deutschen Neidkultur"...

Ja Jo, da hast Du recht!

Beides sind Ergebnisse harter Arbeit bzw. langen übens und für beides zahlt man seinen Preis - nämlich den Verzicht auf andere Dinge, weil der Tag nunmal irgendwann endet.

Und sicher wird der, der die Priorität auf den Job legt oft neidisch an die denken, die bei schönem Wetter erstmal fliegen gehen können (oder sonstwie einfach das machen, was ihnen Spaß macht); beides geht halt nicht.
Und nicht jeder, der vor lauter Arbeit keine Zeit zum fliegen (oder ähnlichem) hat ist automatisch Besserverdiener oder erfolgreich.

Aber in der ursprünglichen Frage ging es ja darum, wie wir deutschen Unternehmen helfen können. Mein Beitrag mag polarisierend gewesen sein oder nach Stammtischparole klingen (für ne ausgefeilte wissenschaftliche Arbeit war grad´ keine Zeit ;) ), aber mir gings darum ein paar weiter wirkende Punkte anzusprechen als daß, was wir mit Konsumententreue erreichen könnten.

Viele Grüße vom volkswirtschaftlichgesellschaftspolitischen Stammtisch! Noch ein Weizen bitte!

Kai

winDfried
16.03.2004, 09:36
Wenn Ihr werthaltige und vollständig im Inland produzierte
Fluggeräte fliegen wollt und damit was für den Erhalt von Arbeitsplätzen tun et c.,

dann gibt´s eine solide Antwort, Leute:

FLIEGT DRACHEN !!!!!

Die muß man nicht alle 3 Jahre in den Müll stopfen.
Es gibt mehrere Hersteller, die noch immer ganz in D, A oder zumindest in Europa produzieren.
Und der Service (Check) beim Hersteller ist damit auch nicht unmöglich.
Sogar mein Gurtzeug ist hier genäht und nicht in Asien...

Es geht also !

Fliegergrüße, WinDfried

Wise Man
16.03.2004, 10:01
Original geschrieben von winDfried
... FLIEGT DRACHEN !!!!! ...

Ist das ein Aufruf zum Tandemfliegen? :D

Wise Man

Cacao
16.03.2004, 10:59
Original geschrieben von Flug-K-Kai
Hallo Cacao,

..... Daß nach der nächsten Wahl alles besser wird war ironisch gemeint. Da wird sich nicht gar soviel ändern. Egal, wer dann den Boß spielt.

.....

Kai

Natürlich,

ich wollte nur nicht so viel schreiben, aber die meinem Beitrag nachfolgenden Argumente sind natürlich auch zu beachten.

Nur das mit dem 10-fachen Lohn bedarf der Ergänzung: In Deutschland (und in Europa) werden auch zwar nicht Schirme aber besondere Kleidungsstücke genäht, und bisher lohnt sich das, weil die Produktivität hoch genug ist. Also die Zusammenfassung von Qualität (knoff hoff enthalten) und Quantität stimmt (noch).

Das könnte natürlich anders werden. Vor ca 25 Jahren war ich öfter mal im Iran und damals kauften die Westler Teppiche wie verrrückt, weil man erwartete, das wegen der Industrialisierung es bald diese nicht mehr geben würde. Es kam aber doppelt anders, vor allem auch, weil die Währungen bei uns im Vergleich exorbitant stiegen, und wegen der Religion (einfach gesagt).

Die Manager versuchen natürlich die Produktion bei uns so kostengünstig wie möglich zu gestalten, deshalb ist ein Teil der Strategie, den Leuten zu erzählen, dass sie viel zu teuer sind.

Also merke: Die Kunst der Lüge besteht in der Halbwahrheit, die platte Lüge und die reine Wahrheit sind zu leicht erkennbar. Siehe Politik. (Jetzt gehe ich aber Fliegen.)

Cacao

Till Eulenspiegel
19.03.2004, 17:41
(Auszug eines Leserbriefes an die „Aachener Zeitung“)

… deshalb ist die einzig vernünftige Haltung Angesichts der Globalisierung und der Macht der internationalen Konzerne: Mensch, lebe lokal, arbeite lokal und kaufe lokal! …Gehe in den kleinsten Laden, den du vor Ort finden kannst. Kaufe dort ein Qualitätsprodukt aus möglichst heimischer Fertigung. Was? Du kannst dir das nicht leisten? Das ist dir zu teuer? Du meinst, Geiz sei geil? Tja, dann hör auf, zu schimpfen. Kaufe weiterhin nur das Billigste womöglich noch aus dem Ausland und unterstütze die großen Konzerne überall in der Welt. Setze Dich dann abends hinter deinen PC und lass Dich informieren über die neusten Schnäppchen aus aller Welt.
Bald wirst Du Dich nicht nur abends, sondern auch Tagsüber ständig auf dem neusten Stand halten können, wo gerade heute die kleinsten Preise herrschen. Nur leider wird dir das nichts mehr nützen.

Denn mit deinem Arbeitslosengeld II kannst du dir dann überhaupt nichts mehr kaufen

Und spätestens dann wirst du erkennen: Diese Art von Geiz ist überhaupt nicht geil, dieser Geiz ist katastrophal!

... Erinnert mich irgendwie an die Flieger. Da kann der lokale Vertrieb und damit das Wichtigste, nämlich der Service gleich um die Ecke sein, trotzdem wird der Schirm „irgendwo“ gekauft.
Ist nun mal eine Leine gerissen kann man die ja ach so bequem im Internet bestellen und bekommt diese innerhalb von Tagen zugeschickt! Natürlich ist es Wichtig, das der Schirm paßt aber so? Einen wirklich schlechten Schirm gibt es nicht, jeder heimische Hersteller hat das passende Gerät. Da wird palavert über so wichtige Parameter wie Leistung und das obwohl für Hobbyflieger dies absolut Vernachlässigbar ist, Versucht so mancher durch ein vermeintlich Leistungsstarkes Gerät das Fliegerische Defizit Wettzumachen. Das Flugverhalten wird von in ihrer Fliegerischen Entwicklung Absoluten Anfängern beurteilt, zerredet und über das www schön Anonym verbreitet. Beim Fliegen beobachtet sieht man wie offensiv der Großteil bei schwierigen Bedingungen überfordert ist, am Landeplatz aber laut tönend ihren Flug zum besten geben.

Unabhängig von der Produktionsstätte schaffen Ortsansässige Hersteller Arbeitsplätze vor Ort, Mieten Räumlichkeiten, gehen zum Bäcker, Metzger, dem kleinen Lebensmittelladen. Diese beauftragen den Handwerker vor Ort bei dem ihr Angestellt seid, Kaufen Soft- Hardware für ihren Betrieb die ihr Entwickelt oder Vertreibt.
Versteht jemand noch auf dieser Welt welche Kreise das zieht? Noch nie waren die Unternehmer Insolvenzen in D so hoch wie letztes Jahr. Immer mehr Westliche Unternehmer zieht es in den Ostblock.

Auch dein Arbeitsplatz ist dadurch vor Ort gefährdet.

Gehst du dann nach Tschechin zum Arbeiten???

Jedem von euch, der das nicht Kapiert wünsche ich das ihn diese Spirale selber trifft.
Es gibt einheimische Firmen die von Anfang an am Markt sind, mehr Erfahrung mitbringen und ein vieles mehr in die Entwicklung stecken, nur mit denen mache ich Geschäfte, denn keiner hat auf Firmen wie z.B. Mc Para Donalds oder Gradzient gewartet.

Servus
Till Eulenspiegel

Roland Wagner
19.03.2004, 19:00
Sag mal, wenn du es als interessant bezeichnest, in die Schweiz zu gehen aus Kostengründen, wieso sind die Schweizer Flügel (Advance, paratech) denn so $#"%-teuer?

Gruß
Roland

TOM81
19.03.2004, 19:34
Warum gibt es in Dänemark, Niederlande, Skandinavien, Großbritannien, Österreich... quasi Vollbeschäftigung und nur gerade bei uns in Dt. nicht ?
Weil die Lohnnebenkosten zu hoch sind und jeder Arbeitgeber schon bei der Einstellung Schiss hat dem neuen Angestellten nach ein paar Jahren ne hohe Abfindung zahlen zu müssen, weil es ihm ein Richter so vorschreibt.
Ist doch klar ,dass dann ein Jungunternehmer mit einer tollen Geschäftsidee in einer Welt mit freier Standortwahl lieber nach England oder in die Schweiz geht.
Nur leider checken die SPDler und die Gewerkschaften diesen Zusammenhang nur sehr langsam, so dass das bei uns halt noch etwas dauert. Hängt auch mit den Lasten der Wiedervereinigung zusammen.
Aber solche Dinge wie Kopfpauschale, mehr Eigenverantwortung statt Eigenheimzulage&Pendlerpauschale, sowie ein viel häufigerer Arbeitsplatzwechsel so wie in Dänemark, Holland wird kommen; dafür dann aber auch weniger Steuern und 1-2 mio weniger Arbeitslose....viell. 2010 ?

Übrigens holen die sog. Billiglohnländer rasant auf; irgendwann kriegen die dann die gleichen Probleme wie wir. Z.B. wenn in 10 Jahren die Arbeitsplätze von Polen in die Ukraine abwandern ;)

Letztlich bringt es nichts wenn einzelne Idealisten heimische Produkte unterstützen- Die große Masse denkt wirtschaftlich, und das ist auch gut so :D

Tom

Richard S.
19.03.2004, 20:24
@TOM81

Sorry, TOM81, aber wo steht das, dass ein Unternehmer einem Arbeitnehmer "nach ein paar Jahren" eine hohe Abfindung zahlen muss, weil "ein Richter es ihm so vorschreibt" ? Woher hast Du diese Weisheit?

rs

jo_paravogel
19.03.2004, 20:52
Lieber Eulenspiegel,

eigentlich eine richtige Frechheit, wie Du da MacPara und Gradient abwatschtst. Fliege zwar selber keinen Schirm dieser Marken, könnte es mir aber gut vorstellen - weil die verdammt geile Gleiter bauen. Und das schon viel länger, als vielleicht in Dein deutsches Kleinhirn hineingeht. Vom kopieren - und genau das war ja zwischen den Zeilen zu lesen - sind die jedenfalls weit entfernt!!
Ich bin auch kein Anhänger der bedingungslosen Globalisierung, aber dieser Para-Nationalismus ist ja geradezu grauenhaft...
Ich weiß ja nicht, wo Du her bist, aber vielleicht gehst Du ja in Zukunft besser nur noch "heimisch" fliegen...

Grüße aus dem Stubai - Jo

TOM81
19.03.2004, 21:35
Hi, Richard S.

Das Arbeitsrecht ist ein Richterrecht. Diese Abfindungen sind für Arbeitgeber eigentlich schon schlimmer als ein hoher Kündigungsschutz.
Und diese Weisheit hab ich von einem TV-Interview mit Prof. Bert Rührup (weißt schon Rührup-Kommission !) auf Bloomberg letzte Woche ;) .
Der sieht die Lohnnebenkosten und eben dieses Richterrecht als größtes Hindernis für mehr Beschäftigung in Deutschland. Der Kündigungsschutz wäre so wie er jetzt ist nach seiner Auffassung in Ordnung; aber nicht die Abfindungen, die ja meist bei betriebsbedingten Kündigungen, also wenn ein mittelständisches Unternehmen quasi schon pleite ist, noch gezahlt werden müssen (vorm Arbeitsgericht).

Man muss auch sehen, dass das Auslagern von manueller Arbeit in Billiglohnländer die deutschen/österr./schw. Unternehmen wettbewerbsfähiger macht, und damit, wenn auch wenige, Arbeitsplätze in der heimat zukunftssicher bleiben.
Die Firmen sind ja praktisch gezwungen. Würden sie es nicht tun wären sie ratzfatz pleite.

So lange man Sozialhilfeempfänger 330 euro im monat zahlt und ihnen VERBIETET zu arbeiten, statt sie für 4euro/std. arbeiten zu lassen und ZUSÄTZLICH noch 3, 4 oder 5 euro vom Sozialamt gibt, damit sie dann mehr haben, als wenn sie zuhause sitzen, solange werden eure Gleitschirme halt für 1 $/ std. (oder weniger ?) in Sri Lanka zusammengenäht und mit dem Schiff hierher verfrachtet !

Tja...

Tom

Richard S.
21.03.2004, 10:09
@TOM81

Wie so oft, ist das nur die halbe Wahrheit: Grundsätzlich gibt es keinen Rechtsanspruch auf Abfindungen. Sie werden zumeist nur per Vergleich vor dem Arbeitsgericht vereinbart. Konkret: beide Seiten stimmen einem Vergleich auf Auflösung des Arbeitsverhältnisses zu, der Arbeitnehmer verliert seinen Arbeitsplatz, der Arbeitgeber zahlt eine Abfindung. In der Regel waren dies ca. 50% Lohn/Gehalt pro Beschäftigungsjahr, diese Sätze gehen aber in der jüngeren Vergangenheit deutlich nach unten. Ein Vergelich wird meist dann von den Arbeitgebern akzeptiert, wenn ihnen das Prozessrisiko zu hoch erscheint, sie also Gefahr laufen, den Kündigungsschutzprozess zu verlieren. Und betriebsbedingte Kündigungen werden mitnichten nicht nur dann ausgesprochen, wenn das Unternehmen - wie Du schreibst -kurz vor der Pleite steht. Und zu guter Letzt: Arbeitsrecht ist - so pauschal wie Du das behauptest - nicht nur Richterrecht. Oder hast Du schon mal gehört von: Jugendarbeitsschutzgesetz, Mutterschutzgesetz, Bundeserziehungsgeldgesetz, Bundesurlaubsgesetz, Betriebsverfassungsgesetz, Personalvertretungsgesetz, und und und...
Ich weiß, vielzuviele Gesetze, am besten alle abschaffen, das schafft Arbeitsplätze, oder???
;-))

Gruß, Richard

P.S. Und ob Rührup oder Hartz (und wie all diese neoliberalen Apologeten der freien - unsozialen - Marktwirtschaft auch heissen) der Weisheit letzter Schluss sind, sei einmal dahingestellt. Seit 20 Jahren folgt die herrschende Politik der neoliberalen Irrlehre, seit 20 Jahren steigt die Arbeitslosigkeit... weiter so Deutschland!

cpt.jack
21.03.2004, 15:36
Ja. Mich z.B.

Mich geht's nämlich wirklich an, dass hier dauernd irgendwelche selbsternannten Gleitschirmexperten (Till Eulenspiegel etc.) ihre kleinkarierte Doktrin verbreiten.

Ich fliege auch nicht Mac Para oder Gradient (vielleicht mangels Angebot) sehe aber oft ihre Schirme am Himmel, gesteuert von zufriedenen Piloten - ob mit oder ohne Gütesiegel.
Zum Glück sind die erwähnten Herstellerländer bald auch bei der EU ("Ostblock" schrieb T.E.) dann kann Till Eulenspiegel gern dort arbeiten (sogar ohne Arbeitsgenehmigung!). Ein bisschen höflicher müsste er aber vielleicht werden - sonst kriegt er keinen Job.

Im übrigen sind (mir)

1. die Flieger sympathischer die "laut tönend" über ihren Flug sprechen als jene die leise murmelnd davonschleichen wenn sie abgesoffen sind.

2. sehr wohl schlechte Schirme bekannt deren renommierte Hersteller wahrscheinlich besser daran getan hätten von den Tschechen abzukupfern.

Gruss aus Tirol
Jack

Till Eulenspiegel
21.03.2004, 16:31
@jo_paravogel & ct.jack

"von wegen Deutschem Kleinhirn"

Im Gegensatz zu euch kann ich aber über mein Tal/Tellerrand hinausschauen.
Das die so mancher nicht kann beweist ein:
„Grüße aus dem Stubai - Jo“oder "Grüße aus Tirol - Jack".
Mir schein ihr wisst do gar nich um was es geht!
Ich lebe indirekt von der Deutschen Wirtschaft und mich Interessiert sehr wohl was in Deutschland „abgeht“.
Wie ihr bewiesen habt versteht ihr nicht wie sehr unsere Österreichische Wirtschaft von der Deutschen abhängig ist.
Bei uns schaut es wirklich auch nicht viel besser aus, oder habt ihr das noch nicht bemerkt? Woher kommst du, hast du gesagt, jo_paravogel, ha?
Und das was du da schwafelst ct.jack von wg. Arbeiten im Ostblock bescheinige ich dir das du mit Sicherheit ein Kleinhirn bist.
Mit dem was du (jo-Paravogel) hier abgelassen hast beschämst du uns,
da du die Deutschen (Urlaubsgäste) beleidigst und Aufforderst Daheim zu bleiben.

Ich gebe dir hiermit dein Österreichisches Kleinhirn zurück.
Beschäftigt euch beide zuerst lieber mal mehr mit der Materie vor ihr mit eurem Geistigen Dünnschiss an die Öffentlichkeit geht.

Geht das in dein Stubai & Tiroler Kleinhirn?

Als „Landsmann“ möchte ich mit euch beiden nichts zu tun haben.
Und von wegen „ verdammt geile“ Gleiter..., auch die unseren bauen gute Schirme.

Servus Till

Ps:
Deinem „Rat“ folgend werde ich auch Künftig nur „heimisch“ in Ötz fliegen, ohne dies wie ihr beide betonen zu müssen.

arcusXC
21.03.2004, 18:13
Moin moin,
irgendwie werde ich den Eindruck nicht los das hier viele konsequent versuchen eine Diskussion zu führen, ohne überhaupt mal n Argumente zu bringen. Gut, nicht alle Wissen das persönliche Meinungen keine Argumente sind, erst recht nicht wenn sie nicht begründet werden. Hier werden egoistische und nationale Geblubber mit einer Schärfe dahingestellt als ob´s hier um alles oder nichts ginge. Gewisse Personen sollten sich mal überlegen welches Niveau sie da im Keller ausgegraben haben, wenn sie Beleidigungen und pubertäre Kraftausdrücke von sich lassen um sich zu profilieren.
Jedes Tennieforum hat bessere Manieren als was hier manchmal zu Tage kommt, sollte man daraus schließen das Mitviertziger noch frustrierter sind als pubertierende Plagen? ;)

Nur mal so,

Stephan - der es überhaupt nicht versteht warum das Forum nicht mehr moderiert wird

jo_paravogel
21.03.2004, 19:23
@captain Jack

Bravo für Deine Unterstützung. Schön, daß es noch so ein "tiroler Kleinhirn" gibt, das diese Sache genauso sieht. Nationalistischer Sumpf ist mir einfach zuwider und paßt mit "vol libre" (was für ein zauberhafter Ausdruck) überhaupt nicht zusammen.


@Till Eulenspiegel

Ich bin einfach grundsätzlich anderer Meinung als Du. Aber die Schärfe, mit der Du Deine Standpunkte vertreten hast, hat mich einfach "narrisch" gemacht. Wenn ich mich dabei im Ton vergriffen haben sollte - Entschuldigung.
Natürlich bauen "unsere" Hersteller auch verdammt gute Schirme, aber der Umkehrschluß, daß der "Ostblock" nur kopiert, ist völlig absurd und zutiefst diffamierend.
Und wenn ich schreibe "Grüße aus dem Stubai", dann vielleicht, um das Forum ein bißchen persönlicher zu machen, die Anonymität (hinter der man sich auch leicht verstecken kann) etwas aufzubrechen...


Jo

TOM81
22.03.2004, 01:19
@ Richard S.

Ich kriegs halt nich in meinen Kopf rein, dass es heutzutage im wahrsten Sinne des Wortes unmöglich, weil unwirtschaftlich, ist Gleitschirme, oder halt allg. manuelle Arbeit, hier in den hochentwickelten Industrianationen herzustellen !
Stattdessen diese hirnverbrannte Methode, die Gleitis hier in DT. am PC zu entwickeln, igrnedwo im Dschungel von Sri Lanka dies nähen zu lassen, und dann 10.000km hierher verschiffen...ich mein ARGH!!!!!!!!!!
Und das bei knapp 5 mio Arbeitslosen in Dt.!!!!

Wie oben gesagt, wer will, soll für 4euro/std. Gleischirme nähen und bekommt vom Sozialamt nochmal 3-4euro/std. dazu. So ne Subvention von 'einfacher Arbeit' wäre weit billiger als das heutige System, das aus ideologischen Gründen und der Übermacht von 'Engelen-Käfer & CO' vorgezogen wird.
Stattdessen sperrt man Millionen von niedrig-qualifizierten vom arbeitsmarkt aus, gibt ihnen almosen und hat'n gutes gewissen dabei. Dabei is es für das selbstwertgefühl enorm wichtig arbeit zu haben, auch wenns nur 7 oder 8 euro/std. sind.
Es haben halt nicht alle ein Studium genossen...

Und von wegen 20 Jahre Neo-liberalismus ! Dt. is meilenweit entfernt von kalifornischem kapitalismus !

Heute ist es so, dass knapp 30 mio. erwerbstätige über ihre abgaben 82 mio. menschen finanzieren. Man muss den Sozialstaat halt vom Lohn entkoppeln,; das is einfach überaltet bei 4,7 mio. Arbeitslosen- damals in den 60ern als es viel Arbeit gab, war es ja richtig.
Heute müssen auch Vermögen, Mieteinnahmen etc. herangezogen werden.In den USA und andern europ- Ländern ist die Erbschaftssteuer z.B. 4 mal höher als in Dt.

Aber wie willst du die vielen millionen niedrig-qualifizierten arbeitslosen in die gesellschaft (dazu gehört arbeit !) integrieren, wenn die anforderungen in der wissensgesellschaft fast nur noch mit einem Hochschulstudium zu decken sind ?

Eigentlich sollte Vollbeschäftigung in einer Volkswirtschaft der Normallfall sein, und das könnte man mit einem Niedriglohnsektor machen, deren Löhne von Steuergeldern so subventioniert werden, dass diese Menschen nicht 2 jobs brauchen um zu leben (wie in den USA).

Und dann könnten auch Gleischirme wieder in Deustchland genäht werden. Sozial und umweltverträglich !

Tom

cpt.jack
22.03.2004, 08:29
Lieber Till,

ich produziere also "geistigen Dünnschiss" und bin ein "Kleinhirn" - aha.
Vielleicht treffen wir uns ja einmal persönlich, Du würdest Dich sicher freuen !

Ich wusste, dass es in Ötz beim Heiner einen guten Kuchen gibt und dass der Piburger See fein zum Schwimmen ist. Als Heimat der Grosshirne ist es mir bis jetzt nicht aufgefallen obwohl ich auch dienstlich dort schon oft zu tun hatte - aber vielleicht liegt das auch daran, dass wir uns noch nicht begegnet sind.

Beste Grüsse inzwischen
Jack

(was natürlich nicht mein richtiger Name ist.)

hs
08.04.2004, 17:13
Weil hier immer wieder der Eindruck erweckt wird, daß es Marken gäbe, die - von Einzelsücken abgesehen -ihre Schirme tatsächlich in Deutschland produzierten, zurück zum ursprünglichen Thema: Meines Wissens - ich lasse mich da gerne belehren - werden praktisch alle Schirme aller Marken in so genannten Billiglohnländern produziert. Der einzige Unterschied, den ich erkennen kann, ist, daß es einige Hersteller gibt, die eine eigene Produktionsstätte unterhalten, und viele andere, die die eigentliche Schirmherstellung in Auftrag geben, was an sich nicht zu beanstanden ist. Ich bevorzuge allerdings soche Hersteller, die auch in dieser Frage eine offene Informationspolitik betreiben.