PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Windenschlepp-Betrieb Optimierung



Thomas Gietl
22.03.2004, 20:11
Optimierung Schleppbetrieb

Hallo Fliegerkameraden

Die Flachlandflieger sind bekanntermaßen auf einen gut organisierten und reibungslosen Schleppbetrieb angewiesen.

Nachdem ich denke dass wir, die XC-Flatlands (http://www.xc-flatlands.de) , eine ganz vernünftige Organisation des Schleppbetriebes haben, möchte ich Euch einen Einblick in unseren Schleppablauf geben.

Ich würde mich freuen, wenn eventuell darin enthaltene Schwachstellen zu konstruktiver Kritik führen würden.

Zunächst folgende Rahmendaten zum Verein
Winde (Parapult): Stationäre Doppeltrommelwinde Koch IV auf LKW
http://www.xc-flatlands.de/galerie_parapult.htm

Gelände: Zwei Gelände mit jeweils vier Richtungen

Vereinsstärke: ca. 50. Davon z.Z. 32 Windenfahrer, 2 EWF, 8 in Ausbildung zum Windenfahrer (= 40 Windenfahrer in 2004)
(Windenfahrer haben günstigeren Vereinsbeitrag)

Schleppbetrieb: immer (auch Wochentags bei interessanten Bedingungen)

Schleppkosten für Vereinsmitglieder: 0 Euro
Schleppkosten für Gastflieger: 10 Euro/Tag

Unsere Schleppbetrieborganisation beginnt bereits im Frühjahr auf unserer Jahreshauptversammlung.

Dort liegt eine Liste der Wochenendtage aus, in welche sich der anwesende Windenfahrer zum Windendienst eintragen kann. Wer als Windenfahrer nicht auf der JHV ist, wird anschließend in alphabetischer Reihenfolge in die Liste zum Windendienst eingetragen.
Wer seinen Windendienst, aus welchen Gründen auch immer, nicht wahrnehmen kann sorgt selbständig für Ersatz. (Versäumnisse werden nicht unter einem Kasten Landebier geahndet).

Wobei anzumerken sei, dass der Windendienst nicht daraus besteht den ganzen Tag auf der Winde zu vergammeln und den anderen hinterherzuschauen, nachdem man die Piloten hochgeschleppt hat, sondern folgendermaßen:
Der zum Windendienst eingeteilte hat dafür Sorge zu tragen, dass sich die Winde bis 10:30 Uhr in betriebsbereitem Zustand auf dem Schleppgelände befindet.
(Bei nicht optimalen Bedingungen reicht es aus, wenn die Winde auf dem Gelände steht)

Der Vorteil dieser Regelung liegt auf der Hand: Vor dieser Regelung hatten wir ab und an Schwierigkeiten mit dem Beginn des Schleppbetriebes, da den ersten „die Hunde bissen“ und dieser die Winde aufstellen durfte.
Logisch, dass plötzlich keiner der erste sein wollte ;)

Nachdem sich durch diese Regelung die Piloten nun auch verhältnismäßig zeitig auf dem Gelände einfinden, kann der Betrieb ziemlich zeitig beginnen.

Anwesende Windenfahrer ziehen ein Nummernlos und werden mit dieser Nummer im Windenbuch für diesen Tag eingetragen. Die Reihenfolge der gezogenen Nummern ergibt die Reihenfolge der Windenfahrer. Wer als Windenfahrer später aufs Gelände kommt muss als erste „Amtshandlung“ ein Los ziehen und wird dann in die Liste einsortiert.

Jeder Windenfahrer zieht nur 4 Seile und muss dann vom nächsten Windenfahrer abgelöst werden. Er kann sich natürlich auch entscheiden länger an der Winde zu bleiben ;)

Wer aufdreht und wegfliegt wird in der Reihenfolge der Windenfahrer übersprungen.

(Bei Schleppbetrieb unter der Woche fährt der Windenfahrer gleichzeitig das Seilmoped)

Obige Regelung sorgt u.a. auch dafür, dass nicht immer der selbe Windenfahrer auf der Winde sitzt, sondern eben auch für entsprechende Fluktuation und unter dem Strich auch für regelmäßige Windenfahrten (= Erhöhung der Routine und Sicherheit).

Für Schleppbetrieb unter der Woche und Kurzfristorganisationen haben wir uns für einen zuverlässigen SMS-Anbieter www.teammessage.de (Keine Aktien / nicht verwandt oder verschwägert / keine Vergünstigungen) entschieden um unsere Mitglieder zeitnah informieren zu können.

Das mag jetzt alles ein wenig kompliziert und strikt geregelt erscheinen. Bei uns hat sich das allerdings bereits zur Routine eingespielt und hat unseren Schleppbetrieb innerhalb der letzten beiden Jahre deutlich nach vorne gebracht.


Wie verfahrt Ihr? Habt Ihr Verbesserungsvorschläge zur Optimierung des Schleppbetriebes?

Für Euer Feedback besten Dank im voraus

HLx

Thomas


http://www.xc-flatlands.de

TOM81
22.03.2004, 23:56
-Könntet ihr mit der Winde auch Ultraleichtsegelflugzeuge (Abfluggewicht ca 200kg,
Vmin 50km/h) schleppen ? Wieviel PS hat denn eure Winde ?
-Wieviel Seilänge habt ihr und welche Ausklinkhöhen erreicht ihr so ?
-Erreichen Gleitis mehr Schlepphöhe als Drachen ?
- Schleppt ihr (bzw. dürftet ihr) die Drachen auf eurem Gelände auch mit Trikes ?

Es klingt ein bisschen umständlich, dass nach nur 4 Seilen ein neuer Windenfahrer von der Startstelle zur Winde laufen muss (oder gefahren wird). Der muss ja dann seine Ausrüstung ausziehen u. sichern etc.; also ich stell mir vor, dass da ne ständige Wanderung bei euch stattfindet :D
Es könnten sich doch auch zwei Windenfahrer den tag aufteilen, oder ?
So wüssten die nichteingeteilten Piloten, dass sie heute 'verschont werden' und nur Fliegen dürfen.
Aber ihr werdet das sicher unter euch ausmachen; will euch da nich ernsthaft reinreden ;)

Aber dass ihr soviele Windenfahrer habt ist natürl. genial :)

Tom

Thomas Gietl
23.03.2004, 07:48
Original geschrieben von TOM81
[B]-Könntet ihr mit der Winde auch Ultraleichtsegelflugzeuge (Abfluggewicht ca 200kg,
Vmin 50km/h) schleppen ?
Technisch wäre das wohl durchführbar, von Seiten der Zulassung siehts jedoch anders aus.
Die GS/HG-Winden sind ausschliesslich für den Schleppbetrieb von Gleitschirm und Hängegleitern, mono und doppelsitzig zugelassen.


Wieviel PS hat denn eure Winde ?
Bin mir jetzt nicht sicher, denke jedoch ca. 45 PS (VW Polo-Motor). Die Lastspitzen einer Koch IV liegen bauartbedingt aufgrund des Wandlers bei ca. 130 Kg


-Wieviel Seilänge habt ihr und welche Ausklinkhöhen erreicht ihr so ?
Seillänge haben wir ca. 1800m Dyneemaseil auf jeweils beiden Trommeln
Allerdings ist unser längstes Gelände nur 1000m lang
Ausklinkhöhen liegen unter der Woche bei 150m und am Wochenende bei 300m ;)


-Erreichen Gleitis mehr Schlepphöhe als Drachen ?
Nein


- Schleppt ihr (bzw. dürftet ihr) die Drachen auf eurem Gelände auch mit Trikes ?
Nein, weil das die Geländezulassung nicht hergibt.
Der nächste Zugelassene Platz für F-Schlepp liegt bei uns 8Km weiter westlich
Das betrifft aber in diesem konkreten Fall nur "unser" Gelände.
Eine Zulassung für Mischbetrieb ist machbar,


Es klingt ein bisschen umständlich, dass nach nur 4 Seilen ein neuer Windenfahrer von der Startsstelle zur Winde laufen muss (oder gefahren wird). Der muss ja dann seine Ausrüstung ausziehen u. sichern etc.; also ich stell mir vor, dass da ne ständige Wanderung bei euch stattfindet :D

Mag umständlich klingen. Die Wanderung, wie Du sie bezeichnest, findet jedoch auch so statt, weil die Seile auch irgendwie von der Winde wieder zum Startplatz kommen sollten.

Bei uns fährt dann der neue Windenfahrer hinter dem vierten Seil zur Winde. Der alte Windenfahrer fährt mit dem Seilrückholfahrzeug zurück und zieht auch gleich die Seile wieder aus.


Es könnten sich doch auch zwei Windenfahrer den tag aufteilen, oder ?
So wüssten die nichteingeteilten Piloten, dass sie heute 'verschont werden' und nur Fliegen dürfen.

Möchtest Du einer derjenigen sein, die den ganzen Tag auf der Winde verrotten, während sich die besten Wolken bilden? Ich nicht! ;)
Ausserdem brauchen unsere Jungs ja nur aufdrehen und wegfliegen. Und schon wissen sie auch, daß sie heute nicht mehr dran sind ;)
Und nachdem wir über eine entsprechende Anzahl an Windenfahrern verfügen kann man dann, wenn man eine sehr hohe Losnummer hat davon ausgehen, daß man nicht mehr dran kommt. Zumindest gibt es wenig Tage, an denen einer mehrfach Winde fährt.


Aber dass ihr soviele Windenfahrer habt ist natürl. genial :)
ACK. Oben beschriebener Betrieb würde aber auch mit weniger Windenfahrern funktionieren.

HLx

Thomas

querformat
23.03.2004, 21:09
Hallo Thomas,

mich interessiert Eure Finanzierung.
Du schreibst, der Schlepp sei kostenlos, und Gastflieger zahlen lediglich 10€/Tag.
Habt Ihr einen so hohen Jahresbeitrag? - Auch der Umbau des Fahrzeugs ist bestimmt
trotz Eigenleistung mächtig teuer gewesen. Habt Ihr Sponsoren?

Grüße!

Thomas Gietl
23.03.2004, 21:39
Original geschrieben von querformat
Hallo Thomas,
mich interessiert Eure Finanzierung.
Du schreibst, der Schlepp sei kostenlos, und Gastflieger zahlen lediglich 10€/Tag.
Habt Ihr einen so hohen Jahresbeitrag? - Auch der Umbau des Fahrzeugs ist bestimmt
trotz Eigenleistung mächtig teuer gewesen. Habt Ihr Sponsoren?
Grüße!

Servus "Querformat"

Sponsoren haben wir bis auf Vereinsmitglieder, die ganz gerne mal etwas zusätzlich in die Kasse legen bis heute keine :)

Zu den Gebühren: Ist kein Geheimnis und wird auch niemals eines werden.
Vereinsmitglieder zahlen 87€/anno.
Mit dem Beitrag ist *alles* abgegolten. Egal wieviel Schlepps pro Jahr. Getränke auf unserem jährlichen Fest sind frei und der Schweinebraten bei der Weihnachtsfeier ist auch noch mit drin.

Gastflieger zahlen 10€uro / Tag
Wobei es sogar zwei befreundete Vereine gibt, die für reduziertes Tagesentgeld bei uns fliegen können.
(Nämlich genau die beiden Vereine, die uns damals zur Seite standen, als wir ohne Gelände dastanden)
ODFC (Drachenfliegerverein!)
GSCDA (GS & HG)

Ja, der Umbau zum Parapult wäre wirklich schon kostspielig gewesen.
Verein kommt allerdings von "vereint" und es war wirklich erstaunlich, was (fast) jeder unserer Mitglieder so einbrachte.
Eigene Arbeitszeit, Connections, eigenes KnowHow.

Wir hatten uns tatsächlich Gedanken über Sponsoring gemacht und hatten sogar zwei Angebote von extern, die sich gerne auf dem Parapult gegen Obulus verewigt gesehen hätten.

Nach einer einberaumten Vorstandssitzung hatten wir jedoch zu diesem Zeitpunkt den Entschluß gefaßt autark bleiben zu wollen.
Wir hatten in unserer Historie doch das ein oder andere Negativerlebnis und genießen es nun umso mehr völlig unabhängig zu sein.

Inzwischen haben wir ein Parapult, zwei Schleppgelände ein Hangstartgelände.

Und wir haben noch vieles vor!

HLx

Thomas

a5a6sx
24.03.2004, 10:01
Hallo Thomas,
insgesamt finde ich Eure Organisation absolut vorbildlich- sicher sehr strikt reglementiert, aber dafür wohl auch sehr effektiv.
Eine Frage hätte ich allerdings noch:
Bei so vielen Windenfahrern, die sich ja auch sehr regelmäßig abwechseln, schleppt jeder Windenfahrer doch recht wenig.
Habt Ihr wegen der relativ geringen Praxis der Windenfahrer keine Probleme mit der Routine und damit auch mit der Sicherheit- z.B. bei anspruchsvollen Situationen, unerfahrenen Windenfliegern/ Notsituationen?
Liebe Grüße aus Thüringen
Olaf

Thomas Gietl
24.03.2004, 10:41
Original geschrieben von a5a6sx
Hallo Thomas,
insgesamt finde ich Eure Organisation absolut vorbildlich- sicher sehr strikt reglementiert, aber dafür wohl auch sehr effektiv.
Eine Frage hätte ich allerdings noch:
Bei so vielen Windenfahrern, die sich ja auch sehr regelmäßig abwechseln, schleppt jeder Windenfahrer doch recht wenig.
Habt Ihr wegen der relativ geringen Praxis der Windenfahrer keine Probleme mit der Routine und damit auch mit der Sicherheit- z.B. bei anspruchsvollen Situationen, unerfahrenen Windenfliegern/ Notsituationen?
Liebe Grüße aus Thüringen
Olaf
Hallo Olaf

Danke fürs Feedback.

Hintergrund meines Ursprungspostings war eben auch, weil sich bereits manche anderen Vereine bei uns erkundigt hatten, wie wir unseren Betrieb organisieren.
Ich dachte mir eben, daß es ggf. für den ein oder anderen Verein hilfreich wäre unsere Erfahrungen einem etwas breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Weiterhin hoffe ich eben auf konstruktive Kritik, die in unserem Betrieb noch Mängel entdecken um noch effektiver zu werden.

Zu Deiner Frage:
Wir haben in 2002 ca. 1500 Schlepps gemacht.
In 2003 warens ca. 1300 Schlepps.

Wir hoffen natürlich auch in 2004 entsprechend viele Seile zu ziehen.

Von den Windenfahrern in unserem Verein sind ca. 30 langjährig erfahrene Windenfahrer.

Wenn wir bei einem Windenfahrer Defizite oder Unsicherheit erkennen, setzt sich auch mal jemand daneben um zu assistieren oder Tipps und Kniffe zu verraten.

Sicherlich haben wir Windenfahrer, die mehr Erfahrung haben und andere eben ein bischen weniger. Manche haben ein besseres Händchen und den besseren Blick für Situationen.

Ab und an kommt es auch vor, daß ich beispielsweise, gerade bei anspruchsvollen Bedingungen und Tandemstart, einen Windenfahrer der mein besonderes Vertrauen hat bitte den Schlepp zu übernehmen.

Es kann auch vorkommen, daß etwas weniger erfahrene Windenfahrer selbständig darum bitten, daß sich noch jemand mit auf die Winde setzt.
Ebenso haben wir Verständnis, wenn ein Windenfahrer bei wirklich anspruchsvollen Bedingungen aussetzen möchte.

Alles eine Sache der Kommunikation.

HLx

Thomas

georgweb
24.03.2004, 16:22
Hallo Thomas,
bei uns (www.dcb.org) läuft’s sehr ähnlich wie bei euch.
Schleppgebühren für Mitglieder auch Null, Gaeste 8/16/20eur.
Wir haben 3 EWF’s und 130 Mitglieder, ca. die Hälfte aktiv.
Beitrag 130,-eur / Jahr (wir haben unseren Platz gekauft).
3 Winden und Trikes
Infos über Tel.-Ansage, Mail-Listen

In 2003 haben wir über 2.500 Windenschlepps gemacht, auch in der Woche.
Wir werden jedes Jahr im Winter ein Winden-Seminar machen, um die Sicherheit zu verbessern. Unser Ziel ist, dass jeder Vielflieger den Windenschein hat und alle Arten sicher schleppen kann – und für sich entscheidet, wenn’s nicht geht, wie bei euch.

Meistens sieht’s dann so aus: Alle Streckenflieger sind Windenfahrer. Die fluggeilsten fahren früh raus und bauen alles auf (oder campen auf dem Platz). Dann kommen nach und nach die restlichen Infizierten. Es wird reihum geschleppt: Helmreihe = Pilotenreihe = umgekehrte WF-Reihe. Gewisse Leute schleppen auch freiwillig am Anfang, weil sie dann dran sind, wenn’s geht – meistens aber unnötig, da wir selten bei Thermikbeginn schon schleppen. An einem guten Strecken-Tag bleibt dann irgendwann der letzte übrig, den dann die Hunde beissen.
Der schleppt dann den Rest (Nicht-WF’ler) hoch, bis irgendwann nachmittags. Dann schaut man, ob schon jemand wieder zurueck ist vom Streckenflug (aus der Luft eher selten ;) und ob man dann noch weiterschleppen kann und aber auch gleichzeitig eine Rueckholung anlaufen sollte.

Wir haben das bis jetzt ohne Zwang geschafft, hoffentlich kann es so bleiben. Das funktioniert nur, wenn die Mehrheit sich so verhält, dass man eben einen gut hat oder einmal dableibt, also eine Liste im Kopf sozusagen. Die Neuen sehen das und machen es auch so – Ausnahmen sind selten ;)
Da die Strecken auch immer groesser werden, machen wir schon oft Fahrgemeinschaften aus Berlin raus zum Flugplatz (90KM), so dass nach einem langen Flug die Gleitis mit dem Zug nach Hause fahren, ohne ihr Auto auf dem Platz holen zu müssen (oder jemand bringt es mit). Für lange one-way-Drachenflüge haben wir noch kein Rezept, zur Not kann man auch seinen Drachen verstecken oder bei jemand lagern und erstmal so zurückfahren und das Gerät später holen.

Allgemein gibt es bei uns keine Dienste oder Zwänge. Da unser Vorstand aber immer sehr optimistisch ist, was freiwillige Arbeitsleistungen angeht (Bauarbeiten, Platzpflege, mindestens ein grosser Wettbewerb pro Jahr), kann es sein, dass auch bei uns irgendwann Listen mit Namen und Punkten auftauchen, oder vermehrt (Be-)Zahlungen für dieses und jenes – zumal sich die Servicementalität und Kommerzialisierung eh durchzusetzen scheint – Zeichen der Zeit?
Georg

Thomas Gietl
24.03.2004, 16:46
Original geschrieben von georgweb
Hallo Thomas,
bei uns (www.dcb.org) läuft’s sehr ähnlich wie bei euch

Servus Georg

Hach "altes Lager"; jetzt komme ich gleich ins Schwärmen.
Ein megaverschärftes Gelände habt Ihr da!!!
Gratuliere (mit ein klein bischen Neid ;) )


In 2003 haben wir über 2.500 Windenschlepps gemacht

Respektable Leistung!


Meistens sieht’s dann so aus: Alle Streckenflieger sind Windenfahrer. Die fluggeilsten fahren früh raus und bauen alles auf

Genau diese Situation hatten wir bis vorletztes Jahr auch. Das führte wie bereits erwähnt, dazu daß einige nicht als erstes oben sein wollten und letzten Endes immer die selben das gesamte Equipment aufgebaut und vorbereitet haben. Mit der Zeit hat das zu Unmut geführt und etappenweise haben wir dadurch sehr wertvolle Zeit verschenkt. Manchmal sogar dann den Schleppbetrieb erst nach 13:00 Uhr gestartet.

Aus diesem Grund haben wir den Wochenenddienst für Windenfahrer eingeführt, der dafür verantwortlich ist, daß´das Gerödel bis 10:30 Uhr betriebsfertig auf dem Gelände steht.
Inzwischen tragen sich auch für diesen Dienst freiwillig Nichtwindenfahrer ein.
Was unter dem Strich dazu führt, daß jeder nur 1x in der Saison (April - Oktober) mit dem Dienst dran kommt. Ausserhalb dieses definierten Saisonzeitraumes wird sich sowieso telefonisch oder per @mail-Verteiler kurzgeschlossen, ob was zusammengeht.
Ich denke, daß es vertretbar ist, wenn ein Vereinsmitglied ein mal im Jahr so einen Dienst verrichtet.


Allgemein gibt es bei uns keine Dienste oder Zwänge

Bei uns grundsätzlich auch nicht. Wir hoffen eben alle, daß anfallende Tätigkeiten auch als solche erkannt und verrichtet werden.


zumal sich die Servicementalität und Kommerzialisierung eh durchzusetzen scheint – Zeichen der Zeit?

Georg, ja, ab und an bedauerlich, wenn man feststellt, daß manche Mitglieder denken, der Verein hätte gegenüber dem Mitglied eine Bringschuld (auch Informationen betreffend).

Schöne Grüße ins "alte Lager"
(Ich muß mal bei Euch vorbeischauen)

&
HLx

Thomas

hangglider
25.03.2004, 00:59
Wir machen den Windendienst immer mit Startleiter und Windenfahrer. Wenn viel los ist, dann wird der Seilholer vom Startleiter bestimmt und losgeschickt.

Wir haben festgestellt, das wesendlich weniger Schlepps möglich sind, wenn der Windenfahrer die Seile auszieht.
Bei uns holt der Windenfahrer die Seile nur wenn wenig los ist, oder alle in der Luft sind.

HG

Thomas Gietl
25.03.2004, 10:12
Original geschrieben von hangglider
Wir machen den Windendienst immer mit Startleiter und Windenfahrer. Wenn viel los ist, dann wird der Seilholer vom Startleiter bestimmt und losgeschickt.
Wir haben festgestellt, das wesendlich weniger Schlepps möglich sind, wenn der Windenfahrer die Seile auszieht.
Bei uns holt der Windenfahrer die Seile nur wenn wenig los ist, oder alle in der Luft sind.
HG
Hangglider - meine Aussage, daß der Windenfaher unter der Woche die Seile auszieht, war etwas unglücklich formuliert. Von daher "danke für Deinen Einwurf".

Ich hätte besser schreiben sollen bei ca. 5 Personen oder weniger auf dem Gelände.
Hatte eben den Arbeits-Wochentags-Betrieb vor meinem geistigen Auge; dann setzt sich die "Mannschaft" meist aus 4 - 7 Flieger zusammen.
Nachdem unter der Arbeits-Woche ohnehin nur bei optimalen Bedingungen geschleppt wird, reduziert sich die Zahl der sich auf dem Gelände befindenden Personen ziemlich rasch.

Kann mich auch an nen Tag erinnern, wo es mir zu heftig war und ich die Hardcore-Truppe hochgezogen habe. Einer nach dem anderen hat aufgedreht und ist weggeflogen. Den letzten noch mit gesicherter Funkverbindung und dann saß ich alleine auf dem Gelände herum.
Spätnachmittags den VW-Bus geschnappt und alle der Reihe nach wieder eingesammelt.
Pünktlich zum Mitternachtsläuten waren wir alle wieder auf dem Gelände und haben erst mal mit nem kühlen Bier aus dem Parapult-Kühlschrank auf die Erfolge des Tages angestoßen.
:D

HLx

Thomas

Jens
25.03.2004, 11:58
Hallo Thomas,

da wir als eher kleiner Schleppverein auch unter diesen Problemen leiden, haben wir uns
für einen Windenfahrerplan entschieden.
Darin wird für jeden Samstag/Sonntag/Feiertag ein Windenfahrer festgelegt.
Der muss "nur" die Technick aufbauen und die ersten Schlepps machen.
Da seit letztem Jahr endlich WF's vom EWF ausgebildet werden können, wurde unser Kontingent von 5 auf 10 WF's erhöht.
Allerdings halten wir es schon immer so, das der Windenfahrer um Ablösung bittet wenn er keine Lust mehr hat oder selbst fliegen möchte. Dann teilen sich die anwesenden restlichen Windenfahrer selbstverantwortlich ein.
Hier gab es eigentlich auch noch keine wirklichen Probleme, schliesslich weiss jeder von uns, wie es ist, zu lange auf dem Bock sitzen zu müssen.
Bei uns ist es aber die Regel, wenigstens 3x Seile zu ziehen, schon wegen der Routine... :)
Letztes Jahr hatte ich bei uns die meisten Windenfahrten und auch die meisten Schlepps :)
Sonst wäre das kein gerechter Ausgleich gewesen. :p
Wir kommen im Jahr immer so auf 1000 Schlepps, unser Verein ist halt mit 33 Mitgliedern eher klein, und davon fliegt nur der harte Kern ;) wirklich oft.
Übrigens fährt bei uns der WF keine Seile, das würde nur die Schleppfrequenz verringern :(
Und Schubkarren dürfen bei uns auch nicht starten, die haben ja gar kein Gütesiegel :p
Natürlich ist es sehr selten, das 2 oder mehr über dem Gelände gemeinsam kurbeln. Letztes Jahr hatten wir das nur an einem Tag, da hingen wir mit 6 Piloten (innen) in der Platznähe.
Ich habe dann ein kleines Zielrück um die 20 km gemacht und bin freiwillig nach 2,5 Stunden an der Winde gelandet, weil kein Windenfahrer mehr da war und ich versprochen hatte 16,30 wieder auf die Winde zu gehen. Da habe ich sogar noch Leute bis 19 Uhr obengehalten ;)
Allerings habe ich kurz vor der Landung noch einen Motorsegelflieger ausgekurbelt, weil der sich so hart angestellt hat :) Naja, er fliegt wohl zu oft mit seinem Motor *hrhr*
Das war wirklich ein Genuss, aber leider der einzige wirkliche Allesfliegtheutetag ;)

Happy landing wünscht Jens

www.gleitschirmflieger-ostrau.de