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Kollisionen vermeiden, welche Ausweichmanöver? (GS)

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    Kollisionen vermeiden, welche Ausweichmanöver? (GS)

    Ich greife mal Bernhards Frage aus dem HG Unterforum auf und möchte die gleiche Frage für GS-Flieger zu Diskussion stellen:
    Zitat von Bernhard Wienand Beitrag anzeigen
    Die DHV Unfallstatistik für 2020 enthält wieder eine Kollision [zwischen zwei Drachen], bei der einer der beiden Piloten ums Leben gekommen ist.
    ...
    Kollisionen sind nach Starts und Landungen die drittgrößte Gefahr [beim Drachenfliegen].
    ...
    Hier interessieren mich mal Eure Erfahrungen
    Also die Fragen hier zum Gleitschirmfliegen:
    - Wie versucht Ihr, Kollision von vornherein zu vermeiden?
    - Was sind in welcher Situation geeignete Ausweichmanöver?
    Zuletzt geändert von FliegenWilli; 22.04.2021, 21:38.

    #2
    1) Ich gehe, wenn ich mit Piloten, die mir unbekannt sind, den engeren Luftraum teile, im ersten Ansatz immer davon aus, daß diese die Ausweichregeln NICHT sicher beherrschen.

    2) Ich beobachte die Anderen genau. Denn meist kann ich an deren Flugstil erkennen, ob sie souveräne Flieger sind, oder ob sie so sehr mit sich selbst (oder ihrer Gopro) beschäftigt sind, daß ihnen keine Kapa bleibt, um ihre Umgebung zu realisieren.

    3) Die Un-Souveränen halte ich im Blick und meide sie wo möglich.

    4) Ich beachte die Ausweichregeln "gutmütig". Will sagen, ich beharre nicht auf meinem Vorrecht, wenn ich merke, daß ich dem Gegenüber einen Gefallen tun kann. Ihm zB. den Weg frei mache, daß er den Einstieg noch erwischen kann, der ihn vor dem Absaufen rettet.

    Gibt natürlich noch viele andere Verhaltensweisen, die helfen können. Die vier oben helfen mir aber immer sehr, darum halte ich sie für erwähnenswert.

    Grüße

    Kommentar


      #3
      ... und welche Ausweichmanöver in welcher Situation die richtigen sind, lässt sich nicht mal eben so festlegen.
      Diese Manöver sollten aber wo immer möglich den Ausweichregeln genügen, denn nur dann sind sie für die Anderen abschätz- bzw. vorhersehbar.

      Und immer klarmachen:
      es kann leicht passieren, daß ich dadurch, daß ich dem Einen aus Schreck ausweiche, einem Anderen direkt den Weg abschneide.

      Kommentar


        #4
        Noch was:
        in meinen Augen ist's aus diversen Gründen ein Unsinn, dieses Thema 2mal zu behandeln, indem es zwischen HG und GS geteilt wird.

        Besser wäre EIN Tread unter "Allgemein".

        Kommentar


          #5
          Beim Gleitschirmfliegen spielen sie zum Glück eine untergeordnete Rolle bei den Unfällen.

          Am ehesten passieren Kollisionen noch beim Thermikkurbeln und vermeiden kann man die durch vorausschauendes Fliegen, sprich immer in die gleiche Richtung drehen (auch wenn da Leute scheinbar 100m nebendran in die andere Richtung drehen, kann das später eine Thermik werden) und seine Kreise mit den anderen Piloten zu synchronisieren, sowohl in der Thermik als auch beim (hoffentlich!) seitlich anfliegen einer Thermik.

          Ansonsten ist einseitig abreißen und nach knapp 90° Drehen wieder anfahren lassen tatsächlich ein geeignetes Notfallausweichmanöver. So lange man nicht mehr als 90° drehen läßt verkraften das die meisten Schirme recht gut auch ohne fortgeschrittene Pilotentechnik. Ein Acro-Spezi kann natürlich auch einfach den Schirm kurz stallen und drunter durch tauchen. Das hab ich aber in der Praxis noch nicht gesehen. Die einseitig abreißen Variante hab ich schon mal beobachten können - mit erfolgreicher Kollisonsvermeidung. 8-;
          Wenn es piept - eindrehen...

          Kommentar


            #6
            Wenn das mal nicht unfreiwillig war, also bloß einer vor Schreck zu stark an der Bremse gezogen hat, wie ein Sack völlig passiv im GZ gesessen ist, im nächsten Schreck genauso reflexhaft wieder losgelassen und sowohl einen braven Schirm als auch kein anderes Hindernis im Weg gehabt hat.

            Ist zwar hinterher schmeichelhaft, die Aktion als geplant durchgeführt (Crack) oder als Spezialmanöver erkannt (Experte) zu haben - aber wahrscheinlicher war pures Glück. Es kann nämlich in "echter" Luft beim echten Wegdrehen zu allem Möglichen von Durchtauchen bis Gegenklapper passieren - empfehlen sollte man das deshalb nicht (schon gar nicht ohne gezieltes Üben mit dem jeweiligen Schirm, idealerweise beim SiT)!

            Die Zeit, die man ins müßige Bekakeln von Extremmanövern per Tastatur steckt, ist besser in vorausschauendes Fliegen, Beherzigung der Ausweichregeln und den Verzicht auf Ablenkung durch Instrument, Handy, Kamera etc. investiert. Die Typen, die am Tresen über Powerslide und Drift-U-Turn faseln, sind ja auch besser mit der Besinnung an Fahrschule und Verkehrsalltag beraten...

            CU
            Shoulders
            Stefan Ungemach
            pfb.ungemachdata.de/

            Warnung: der Autor ist auch gewerblich in der Branche tätig. Wer seinen Beiträgen unbesehen glaubt oder ihm was abkauft, ist selber schuld. Und wer einen Rechtschreibfehler findet, darf ihn behalten

            Kommentar


              #7
              Wenn jemand Spieß gerade auf mich zu fliegt und es schnell gehen muss hätt ich auch einseitiges abreissen gesagt.

              Auch wenn es für Anfänger nicht zu empfehlen ist wird es wohl die beste Lösung sein um schnell die Richtung zu wechseln, die Alternative wäre hald die Kollision, somit stellt sich die Frage nicht was nach dem Abreissen sein könnte.





              ​​​​
              [UP Kangri - Lightness 2] - [UP Kibo - Neo Shorty]

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                #8
                Würde im Notfall eher einen B-Stall machen. Der wird ja beim Sicherheitstraining auch geübt.
                Zuletzt geändert von MikeR; 23.04.2021, 11:28.
                PHI-Treiber

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                  #9
                  Nur ein paar Anmerkungen die hoffentlich jeder bekannt sind:
                  • Drachen haben oft wenig Sicht nach oben
                  • Tandemschirme können nicht so enge Kreise fliegen oder so schnell Richtung wechseln wie Soloschirme, und sind über entsprechende Rücksicht dankbar
                  • Auch wenn alle in die gleiche Richtung drehen, können Kollisionen vorkommen, wenn die Kreise nicht konzentrisch sind. Dass passiert oft wenn die Thermik groß ist, oder gerade zwei Schläuche sich treffen. Im schlimsten Fall fliegen zwei Piloten Kreise die sich wie eine 8 überschneiden, und schauen zur Kurveninnenseite.
                  Als Ausweichmanöver sollte man zumindest schnell eine enge 180° Kurve fliegen können. Trudeln halte ich auch für ein gutes Manöver, allerdings soll man es auch vorher beherschen.

                  Kommentar


                    #10
                    Würde im Notfall eher einen B-Stall machen. Der wird ja beim Sicherheitstraining auch geübt.
                    Den wirst du niemals schnell genug eingeleitet bekommen. Wir sind uns hoffentlich einig, daß wir hier über das Notfallmaneuver des allerletzten Momentes sprechen.

                    Natürlich ist vorausschauend fliegen immer besser. Und es ist gut möglich, daß das eine Schreckreaktion war.

                    In diesem Falle allerdings intuitiv die richtige Reaktion. Und zwar auch für Anfänger, weil eine Kollision die schlechtere Option ist.

                    Selber konnte ich es bisher noch immer vermeiden, solche Aktionen machen zu müssen. Aber wenn ich keine andere Wahl mehr habe, dann würde ich es genau so machen.
                    Wenn es piept - eindrehen...

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                      #11
                      Ich wurde mal im Abbauraum beim gemütlichen Abkreisen in ruhiger Abendluft bei ansonsten komplett leerem Luftraum von einem "Herunterspiraler" weniger als 100m über der Landewiese abgeschossen. Ich habe den anderen Schirm erst gesehen, als er direkt vor mir war. Für ein Ausweichmanöver hatte ich überhaupt keine Zeit, für einen Stall schon gar nicht. Ich habe zum Glück reflexartig den Notschirm rausgeworfen, was dann auch problemlos und ohne Verletzungen geklappt hat. Der andere Schirm hat sich nach der Kollision (fast 50% der Schirmbreite) wieder gefangen und der Pilot ist normal gelandet.

                      Ich denke nicht, dass es ein Patentrezept gibt. Der wichtigste Faktor ist die Beobachtung des Luftraums. Vor allem, wenn man selber irgendwelche Manöver fliegt, ist man dafür verantwortlich, dass der Luftraum unter einem frei ist

                      Kommentar


                        #12
                        Eine Kollisionsgefahr taucht ja nicht einfach so auf, sondern "entwickelt" sich... und da kann man durch frühzeitiges Abdrehen und klares Reagieren, d.h. deutlich reagieren, viel Potenzial heben. Wer also deutlich abdreht, gibt dem Gegenüber eine klare Handlungsempfehlung (abdrehen auf die andere Seite). Das wird meiner Erfahrung nach oft unterschätzt, dass eine klare Reaktion sehr zur Entschärfung beiträgt.

                        Gefährlich ist zum Beispiel beim hangnahen Fliegen das nur leichte wegdrehen von Hang, das eventuell vom Gegenüber nicht als solches deutliches Signal wahrgenommen wird, bzw. noch nicht reicht, um dem Entgegenkommenden das Gefühl zu geben, er habe ausreichend Platz.
                        Gefährlich wird es immer dann, wenn dann eine "Not- oder Kurzschlussreaktion" initiiert wird, weil das Gegenüber Panik bekommt und dann versucht die Situation zu "retten" in dem die Vorflugregeln außer Kraft gesetzt werden. Also: Klare, eindeutige und Abstand schaffende Reaktion ist wichtig.
                        Ich halte es da mit Shoulders, der von waghalsigen Acro Manövern abrät, da die den "Normalpiloten" ziemlich sicher überfordern würden.


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                          #13
                          Zitat von e-ric Beitrag anzeigen
                          Wer also deutlich abdreht, gibt dem Gegenüber eine klare Handlungsempfehlung (abdrehen auf die andere Seite). Das wird meiner Erfahrung nach oft unterschätzt, dass eine klare Reaktion sehr zur Entschärfung beiträgt.
                          Eine wichtige Anmerkung!

                          Beim Segeln gibt es unter den "Kollisionsverhütungsregeln" zwei, die vielleicht auch für uns gut wären. Die Ausweichpflicht, die wir kennen und Du beschreibst und die Kurshaltepflicht.
                          • Der Kurshalter (das Wasserfahrzeug, das nicht ausweichen muss) muss Kurs (Richtung, in die gefahren/gesegelt wird) und Fahrt (Geschwindigkeit) beibehalten (Regel 17 KVR).
                          • Das ausweichpflichtige Fahrzeug muss frühzeitig, klar und durchgreifend handeln (ausweichen) (Regel 16 KVR).
                          Mich hat immer gewundert, dass man sich in unklaren Fällen nicht gegenseitig per Handzeichen orientiert, wie man das auf dem Fahhrad macht. Habe ich jedenfalls weder gesehen, noch gelernt. Wenn z.B. zwei Leute versetzt kreisen und zwar die gleiche Richtung, dann kann das schon mal brenzlig werden, obwohl die Regeln eingehalten werden, ein Handzeichen wo man selbst vor hat hinzufliegen könnte helfen.

                          Grüsse

                          Raschel

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                            #14
                            Zitat von Raschel Beitrag anzeigen

                            Eine wichtige Anmerkung!

                            Beim Segeln gibt es unter den "Kollisionsverhütungsregeln" zwei, die vielleicht auch für uns gut wären. Die Ausweichpflicht, die wir kennen und Du beschreibst und die Kurshaltepflicht.
                            Beim Segeln braucht es die Kurshaltspflicht, weil der Ausweichpflichtige die Wahl hat, nach rechts oder links auszuweichen. Ein Gleitschirmpilot muss bei Gegenkurs und Überholen nach rechts ausweichen und hat keine Wahl. Daher nur bei sich kreuzendem Kurs übertragbar. - Tom
                            Zuletzt geändert von TomLutz; 01.05.2021, 07:20.

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                              #15
                              Zitat von Raschel Beitrag anzeigen
                              Mich hat immer gewundert, dass man sich in unklaren Fällen nicht gegenseitig per Handzeichen orientiert, wie man das auf dem Fahrrad macht. Habe ich jedenfalls weder gesehen, noch gelernt. Wenn z.B. zwei Leute versetzt kreisen und zwar die gleiche Richtung, dann kann das schon mal brenzlig werden, obwohl die Regeln eingehalten werden, ein Handzeichen wo man selbst vor hat hinzufliegen könnte helfen.
                              Handzeichen schon mehrfach gesehen und auch selbst genutzt, auch wenn es nicht gelehrt wird.

                              Beim Kreisen machen Handzeichen wenig Sinn:
                              - Du wirst davon ausgehen müssen, dass der andere seine Kreisbahn fortsetzen will.
                              - Während der andere seinen Kreis fliegt, kann er dich nicht die ganze Zeit sehen.
                              - Man sollte zusehen, dass man sich in den Kreis des anderen einsortiert.

                              Beim Soaren an zerklüfteten Hängen oder wenn manche nicht so gern hangnah fliegen wollen und sich die Flugbahnen kreuzen, dann helfen Handzeichen sehr. So kann man erkennen, wenn einer vor einem wenden will. Oder man dem anderen seine Flugbahn überlässt und lieber selbst ausweicht (ausreichend Platz und keine Behinderung Dritter vorausgesetzt).

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