Sollten beim Landecrash unbedingt die Seitenstangen losgelassen werden? Erhöht sich das Risiko, sich das Genick zu brechen, wenn die Seitenstangen losgelassen werden? Wie sieht die Situation bei den Starrflüglern aus? Hätte gerne eure persönlichen Erfahrungen geschildert bekommen.
Richtiges Verhalten beim Landecrash
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AW: Richtiges Verhalten beim Landecrash
Wenn du die Trapezrohre nicht losläßt, du hart einbombst, so sieht du aus wie ein klassischer Drachenflieger mit Landeunfall.
Trapezrohre loslassen wenn Crash nicht vermeibar!! Du pendelst zwar durch, nur der Teil des Körpers der dann zuerst einschlägt hat durch deinen Helm deutlich besseren Schutz. Sonst drohen dir klassische Torsionsbrüche der Unterarme. Für Starre gilt das gleiche. Atos hat zwar Sollbruchstellen an den CFK-Trapezrohren, aber auch da würde ich es nicht auf ein Wettbewerb der Festigkeiten zwischen CFK und Knochen ankommen lasse.
gruß -
AW: Richtiges Verhalten beim Landecrash
Hi Martin,
bei nicht vermeidbarem Crash incl. unsanfter Radlandung immer Seitenrohr und/oder Basis loslassen. Meist rutscht der Gleiter auf den Rädern aus und gut ist. Durch das Durchpedeln läßt Du die Alustruktur recht viel Energie aufnehmen, ohne das Deine Arme daran mitarbeiten. Das ist beim Atos auch nicht anders, trotz Sollbruchstelle sind Deine Arme in sehr ungünstiger Drehung, und ein Bruch ist sehr oft wegen Torsion sehr kompliziert.
Heute bringt die Schule einem Schüler gerade dieses Loslassen ganz zu Anfang bei.
Dazu noch ein Hinweis: die zusammensteckbaren Smarties-Räder sind kein guter Schutz bei unsanfter oder auch schon zu schneller Radlandung. Sie platzen dabei gern auseinander und die Trapezecke bohrt sich in den Boden. Die Folge ist ein sehr apruptes Abbremsen, entsprechend sind Arme und Schultern gefährdet.
Wünsche sichere Landungen,
DirkKommentar
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AW: Richtiges Verhalten beim Landecrash
Hy!
Unbedingt loslassen. Unter und Oberarme sind ansonsten schwer Bruchgefährdet.
Arme entweder an den Körper anlegen, oder an die Brust pressen (wenn genügend Platz zwischen Basis und Oberkörper ist).
Man muss sich allerdings zum loslassen zwingen! ;-) (schon erlebt).
Schöne Flüge und sanfte Landungen
lg
Blackyc u at the cloudbaseKommentar
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AW: Richtiges Verhalten beim Landecrash
Hallo,
Loslassen ist auch meine erste Wahl. So vor ca. 6 Jahren nicht gemacht, seitem ist eine Titanplatte samt 7 Schrauben mein ständiger Begleiter im linken Oberarm.
Loslassen hat aber auch so seine Tücken. Mit dem Fusion und dem großen Trapez bin ich einmal bei Rückenwind durchgependelt. Die Nase des Drachens verfehlte das Genick knapp, ob aber dadurch das Genick brechen würde?? Weiters hab ich durch die Unterverspannung schon häßliche Verletzungen im Gesicht gesehen, also deshalb meine Empfehlung ein Vollvisierhelm.
Mit den Sollbruchstellen des Atos habe ich gute Erfahrungen gemacht ( eh nur 1 mal, dafür aber gleich beide). Allerdings wäre wahrscheinlich bei einem normalen Drachen das Alurohr dabei nur (leicht) angebogen gewesen.
MartinKommentar
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AW: Richtiges Verhalten beim Landecrash
Hi,
loslassen auf jeden Fall aber..... Beim Atos und anderen Starren empfehle ich DRINGEND, sich bevor man loslässt auf eine Seite zu ziehen und dadurch den Körper so zu verdrehen, das man seitlich ins Untersegel schlägt und nicht beim durchpendeln mit dem Kopf, Hals, Wirbelsäule vor die Nase bzw. vor die Anströmkante pendelt.
Einfach NUR loslassen ist somit bei Drachen mit geringer Pfeilung meiner Meinung nach Saugefährlich!!!
Nach meiner - Gott sei dank - bescheidenen Crasch-Erfahrung ist das die sicherste Variante. Nur muss man sich relativ früh dazu Entscheiden. Auf jeden Fall hilft es, sich schon vorher Mental auf eine solche Situation einzustellen.
GrüßePatrickKommentar
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AW: Richtiges Verhalten beim Landecrash
Stimmt Patrick! Das hatte ich völlig vergessen...dieser sauharte Holm kann Genickstarre hervorrufen. Gabs da nicht mal bei youtube ein Video vom UL-Schlepp, bei dem sich der Pilot nicht eingehängt hatte und volle Karotte seine Rübe ins Untersegel versenkt hat??Hi,
loslassen auf jeden Fall aber..... Beim Atos und anderen Starren empfehle ich DRINGEND, sich bevor man loslässt auf eine Seite zu ziehen und dadurch den Körper so zu verdrehen, das man seitlich ins Untersegel schlägt und nicht beim durchpendeln mit dem Kopf, Hals, Wirbelsäule vor die Nase bzw. vor die Anströmkante pendelt.
Einfach NUR loslassen ist somit bei Drachen mit geringer Pfeilung meiner Meinung nach Saugefährlich!!!
Nach meiner - Gott sei dank - bescheidenen Crasch-Erfahrung ist das die sicherste Variante. Nur muss man sich relativ früh dazu Entscheiden. Auf jeden Fall hilft es, sich schon vorher Mental auf eine solche Situation einzustellen.
Grüße
grußKommentar
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AW: Richtiges Verhalten beim Landecrash
Einen Genickbrecher gibt's auch bei DHV TV bei Zeit 6:19
gruß HartwigKommentar
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AW: Richtiges Verhalten beim Landecrash
Hallo Martin,
ich hab mir neulich mal die "Knickbügel" von neuen Atos angeschaut, ganz klar, da würde ich auf jeden Fall festhalten um nicht unter die Guillotine zu geraten.
Bei Knochenbrechern a la Slipstream, hmm, wenn man da genau von hinten draufknallt
Ansonsten: wenn man nen "normalen" Bügel ( Bautek Profil o.ä. zähl ich auch dazu) etwa in der Mitte hält ists überhaupt kein Problem den ganz soft als Knautschzone zu nutzen. ( Steffen und ich kennen uns da bestens aus
)
Bügel i.A., aber wahrscheinlich hat sich der Drachen dabei keine "Knochen" angeknackst...
Achja, nochwas: Sich mental auf einen Crash vorzubereiten ist imho der Garant zu crashen. " Die Landung wird wohl in die Hose gehen, also bereit ich mich mal darauf vor, hmm , hab ich ja schon vorher gewusst ...
LG, ManfredKommentar
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AW: Richtiges Verhalten beim Landecrash
Andy,Zitat von schlechtfliegerDa würde ich Dir Recht geben, denke aber, damit war nicht der Landeanflug gemeint, sondern eine lange und langweilige Minute in der Arbeit oder eine Diskussion bei einem Bier.
Ich habe beim Fliegen sehr positive Erfahrungen mit bereits einmal durchgedachten Situationen gemacht. Wenn es schnell gehen muss und du keine Zeit hast, um zu überlegen, dann machst du irgendwas. Und dieses Irgendwas ist entweder planlos, oder aber ein Schema, das du mal in deinem Kopf abgelegt hast.
Grüße,
Andy
genau so ist es gedacht. Es geht darum eine mögliche Situation gedanklich durchzuspielen um im Worst Cast die richtige Reaktion abrufen zu können.
Und weil ich mich mental mit Situationen auseinandersetze passiert mir das noch lange nicht. Kommt halt darauf an, wie man sich programmiert.
GrüßePatrickKommentar
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Said
AW: Richtiges Verhalten beim Landecrash
Das Risiko einer Verletzung ist immer abhängig von der Form sowie der Reaktion des Piloten bei einer (bevorstehenden) unschönen Landung.Sollten beim Landecrash unbedingt die Seitenstangen losgelassen werden? Erhöht sich das Risiko, sich das Genick zu brechen, wenn die Seitenstangen losgelassen werden? Wie sieht die Situation bei den Starrflüglern aus? Hätte gerne eure persönlichen Erfahrungen geschildert bekommen.
Da mein heute auf sehr unterschiedliche Weise den "Boden erreicht" sollte man situationsbedingt "bewusst" agieren und sich nicht an vorgeschriebene Regeln halten.
Eine unvermeidbare Landung z.B. in einen Baum bedarf einer genauen Steuerung des Körpers, wie eine Katze die in den Baum springt und sich festklammert.
Ein vollständiges loslassen der SB-Seitenrohre wäre hier also nicht angebracht da man dann pendelt und die Kontrolle über sich und das Gerät verliert.
Die SB-Seitenrohre sind so ausgelegt, das sie bei einem unvermeidbaren Crash nachgeben sollten sobald der Pilot sich gegen die SB-Seitenrohre (kurzzeitig) stämmt, bei einer besimmten länger anhaltenden Position könnte dies auch zu einem Knochenbruch führen.
Aus eigener frischen Erfahrung:
Bei einer harten Landung kann sich der Körper schützen indem man bewusst seinen Körper anspannt, Muskeln erfüllen ihre Funktion auf wunderbare Weise.
Muskeln können vor Knochenbrüchen schützen, vor allem aber vor schwereren Verletzungen. Hab es letzte Woche erst erlebt als ich bei böigen Winden von 70km/h bei einem Startversuch in die Luft geschleudert wurde, anschließend mit der Nase von etwa 5 metern höhe in den Boden gerammt. Da half auch kein festhalten mehr, die Schutzfunktion meines Körpers hat mir geholfen. Auf der Notaufnahme wurde ich komplett durchgecheckt, meine rechte Körperpartie (Schulter, Niere sowie Fuß) waren etwas von dem Crash angeschlagen, dachte anfangs an innere Blutungen, Gehirnerschütterung usw. aber nichts von allemdem. Später musste ich feststellen das meine Muskeln die Stöße aufgenommen und eingesteckt haben.
Beste Fliegergrüße
SaidKommentar
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AW: Richtiges Verhalten beim Landecrash
Hallo Ammar,
Perfekt, genau die richtige Konditionierung bei einem nicht mehr zu ändernden (unvermeidbar sollte das nicht sein) Landeanflug-Landung über Wald.Eine unvermeidbare Landung z.B. in einen Baum bedarf einer genauen Steuerung des Körpers, wie eine Katze die in den Baum springt und sich festklammert.
27 Punkte, vom Schultergelenk bis zum Ellenbogen, dazwischen eine schlangenförmige Linie ... das ist zu sehen bei den Drachenfliegern, die NICHT losgelassen haben.Ein vollständiges loslassen der SB-Seitenrohre wäre hier also nicht angebracht da man dann pendelt und die Kontrolle über sich und das Gerät verliert.
Gruß FritzeKommentar
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AW: Richtiges Verhalten beim Landecrash
Das hilft aber nicht beim klassischen Drachenflieger-Oberarmbruch.
Die Muskeln als...öhm...Knautschzone machen in dem Fall nämlich keinen Sinn, weil man - entgegen weitläufiger Meinungen - eben gar nicht mit dem Arm ans Trapezrohr knallt. Die Aussage dass profilierte Trapezrohre wegen ihrer "scharfen" Hinterkante gefährlicher sind als Rundrohre ist auch völliger Quatsch.
Der Bruch rührt daher dass man durch die Einschlagenergie ruckartig nach vorne durchpendelt, was aber anatomisch eigentlich nicht möglich ist, wenn man sich aufgerichtet an den Trapezrohren festhält.
In der Krankenakte der Betroffenen steht deshalb meist etwas von Torsionsbruch, weil man sich beim Einschlagen den Arm derart verdreht bis der Knochen irgendwann bricht.
Krampfhaftes Festhalten oder Gegenstützen wird in dem Fall nix helfen.
Deshalb: Lieber vorher schnell loslassen, aber wirklich erst kurz vorm Einschlag und nicht schon in 5m Höhe...http://www.vimeo.com/SaschaN
https://www.facebook.com/saschan.hg
https://www.youtube.com/channel/UC7lgX90a3BVgwoYzNZLRMIgKommentar
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AW: Richtiges Verhalten beim Landecrash
Ich hab damals nicht rechtzeitig losgelassen, das ging aber auch so verflucht schnell, zum bewußten Nachenken war keine Zeit. Als ich am Boden lag, war mein Arm in einer etwas unnatülichen Haltung nach außen gedreht, erst in dem Moment als ich den anderen Arm zu Hilfe nahm um die unnatürliche Stellung zu korrigieren, spürte ich den Schmerz. Das Röntgenbild zeigte dann einen Oberarmknochen in drei Teilen, sowas nennt man in der Tat Torsionsbruch. Passierte mir mit den butterweichen Rundrohren einen Einfachseglers, braucht man gar keine messerscharfen Hochleisterbügel dafür, denn das spielt in der tat keine Rolle. Und nein, das halten auch Deine angespannten gestählten Muskeln nicht.
Eine unvermeidbare Baumlandung ist eine andere Situation, da würde ich zuerst versuchen die Geschwindigkeit heraus zu nehmen und auch im allerletzen Moment über den Zweigen den Drachen rauszuhauen. Im Maisfeld hab ich das schonmal praktiziert und es ist fast nix passiert.
Gruß
UdoKommentar
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AW: Richtiges Verhalten beim Landecrash
Lieber Said,Bei einer harten Landung kann sich der Körper schützen indem man bewusst seinen Körper anspannt, Muskeln erfüllen ihre Funktion auf wunderbare Weise.
Muskeln können vor Knochenbrüchen schützen, vor allem aber vor schwereren Verletzungen.(...) Später musste ich feststellen das meine Muskeln die Stöße aufgenommen und eingesteckt haben.
Beste Fliegergrüße
Said
Gelinde gesagt ist das gefährlicher Humbug, was Du da empfiehlst. Warum?...ganz einfach:
1. Druckkraft durch Aufschlag von vorne (vereinfacht)
Stell dir dein Arm als Eulerschen Knickfall vor. In Grenzen ist dein Knochen elastisch, dein Ellenbogengelenk nehme ich jetzt wie dein Tipp als starr an durch Muskelanspannung nicht knickbar. Es liegt also eine Eulersche Knicklast 3. Art vor.
Was macht dann dein Oberarm/Unterarmsystem?
Er biegt sich! Hoffentlich im Ellenbogengelenk, weil deine Muskeln den geringsten Widerstand gegen Knicklast entgegensetzen können. Ist dem nicht der Fall wird die Drucklast zur Biegelast und da kannst du sicher relativ schnell erahnen was passiert, wenn die max. Biegelfestigkeit des Knochens erreicht ist. Er bricht in dem Bereich, wo das höchste Biegemoment entsteht. Wo genau? Keine Ahnung, individuell verschieden, ich denke aber laienhaft, entweder Speiche,Elle oder beides zerbröselt es dir.
2. Torsionskraft
Nun ist es aber so, dass dein Körper beim Aufschlag nicht mechanisch fest eingespannt ist sondern gemäß der Gesetze der Mechanik auf Grund seines Massenträghheitsmomentes sich gegen die Richtung der von vorne einwirkenden Kraft bewegt.
Was heißt das wenn du an Basis oder Trapezrohren festhälst?
Es entsteht einfach gesagt durch das Ausweichen in den Schultergelenken zusätzlich zur Druckkraft eine Torsionskraft, die per Definition parallel zur Grundfläche und tangential zur Seitenfläche des Knochens wirkt. Es treten also Scherkräfte auf. Natürlich kannst du jetzt sagen, das nehme ich durch die Muskeln des Ober und Unterarms auf, versuche jedoch mal Torsionskräfte ernsthaft Gegenwehr zu bieten.
Bitte einfach mal einen starken Freund deiner Wahl deinen ausgestreckten Arm schlagartig zu verdrehen (Bitte nicht so sehr, dass du schon wieder in der Charite vorstellig werden musst
).
Was merkst du? Mhmm...geht wohl nicht so wirklich. Nun gut. Röhren mit zylindrischem Querschnitt haben eine sehr gute Torsionsfestgkeit...ohne Zweifel kann man einen Knochen mechanisch so idealisieren. Jedoch übersteigt dein Torsionsmoment das maximale Moment das dein Röhrenknochen aufnehmen kann, so wirken die Scherkräfte im Knochen plastisch. Das nennt der Doc dann in der Chirurgie nach der Diagnose Torsionsbruch. Allerdings sind diese Brüche nicht so schön weil sie zu sehr schwierigen Bruchbildern führen.
Folge: Chirurg klopft dir auf den Rücken und hat schon die Titanschrauben im Mundwinkel.
Wo dreht der die rein? Eigentlich fast überall möglich...Elle, Speiche oder auch Oberarm...wie du möchtest nach dem du dich mit deinen Muskeln abgestützt hast. Die können allerdings dann erstmal Pause machen und mehrere Wochen ganz gemütlich unter dem Gips vor sich hin atrophieren.
gruß und nix für ungut...aber das ist vermeidbares Aua...Kommentar
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