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Thema: Beschleuniger mit Bowdenzug

  1. #1
    GS-Liga Avatar von UlrichPrinz
    Registriert seit
    Oct 2003
    Beiträge
    2.510

    Beschleuniger mit Bowdenzug

    Hi Zusammen,

    Ich will hier kurz mal einen Umbau des Beschleunigers vorstellen, der mir sehr
    geholfen hat. Aber gleich Vorweg: Dieser Umbau ist nur für wenige Piloten
    interessant
    : nämlich für die angefressenen Streckenflieger und Wettkampfflieger,
    die ihren Beschleuniger permanent einsetzen, und besonders für die Piloten,
    die "offene" Wettbewerbs-Schirme fliegen: Bei diesen ist der Weg, über den
    man den Beschleuniger betätigen kann, sehr lang, und sie haben deshalb
    keine 2 Rollen am Tragegurt (Flaschenzug-Prinzip) sondern nur eine. Dadurch
    wird der Druck, den man am Beschleuniger aufbringen muss, sehr hoch. Will man
    mit dem Beschleuniger aktiv fliegen (z.B. leichte Turbulenzen beim Gleiten
    ausgleichen) ist das bei solch hohen Kräften kaum mehr möglich.

    Die einzige Abhilfe bietet hier die reduzierung der Reibungskräfte im Beschleuniger-
    system. Dazu hat sich ein Fahrradbowdenzug bestens bewährt:
    • Hohe Kräfte sind problemlos mit dünnsten Seizug-durchmessern übertragbar.
    • Die Reibung in einer Teflon-Bowdenzug-Hülle ist sehr sehr gering!
    • Die Dehnung ist vernachlässigbar klein: Man spürt also im Fuss direkt
      was oben los ist! Ein viel feinfühligeres Fliegen ist damit möglich!

    Hier mal das System im Überblick:



    Hier noch ein Detailfoto:


    Mehr (auch Bilder in gross) dazu gibt es auf meiner Seite:
    http://ulrichprinz.de/air/gear/index.html#speed

    Die Kosten für die ganze Aktion sind nahe Null, da man alte, ausgewechselte
    (aber noch gute!) Bowdenzüge in jedem Fahrradgeschäft umsonst bekommen
    kann - einfach freundlich fragen. Es kostet dann nur ein wenig Arbeit fürs Basteln.

    Die Kräfte sind nun wirklich deutlich herabgesetzt! Durch das direkte Ansprech-
    Verhalten kann man viel feinfühliger Gas geben: Es macht nun richtig Spass
    auch aktiv mit dem Beschleuniger zu fliegen!

    Gruss, Ulli

  2. #2
    Bluesky
    Gast

    AW: Beschleuniger mit Bowdenzug

    Hall Uli,

    sehr gute Idee und schon ziemlich professionell ausgeführt! Der hohe Tritt-Reibungswiderstand hat mich gleichfalls schon immer gestört. Ärger mich als Fahrradfahrer, dass ich nicht auch schon auf die Idee gekommen bin... Egal, Hauptsache, einer macht den Anfang .

    Werd gleich mal meinen Fahradladen heimsuchen...

    Dirk

  3. #3
    DHV-Mitglied
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    Aug 2001
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    AW: Beschleuniger mit Bowdenzug

    Ganz ähnlich hatte ich´s auch schon mal im Gurtzeug eingebaut.
    Hat an sich auch ganz gut funktioniert.

    Aber!

    Ende der Geschichte (und sofort wieder ausgebaut):
    irgendwie hatte ich - wohl beim Packen oder so - den rechten Bowdenzugmantel geknickt, und gemerkt habe ich´s erst im Flug, als das Beschleunigen deutlich schwerer ging. Aber vor allem nicht mehr von selbst zurückging - einseitig!
    Schrecksekunde, Fummelei, Gezerre oben, dann ging´s wieder.

    Das ist also die Gefahr:
    un- oder zu spät bemerkte Schwergängigkeit, die das saubere Rückstellen verhindert.

    Gruß
    Martin


  4. #4
    DHV-Mitglied
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    AW: Beschleuniger mit Bowdenzug

    Noch was:

    ich hatte mal eine Schirm-Gurtzeug-Kombination (ALLEGRA-FAST), bei der auch meine sehr langen Beine nicht wirklich ausreichten, den kompletten Beschleunigerweg zu nutzen.

    Die Lösung damals, die ich auch beibehielt, solange ich diese Kombination flog:
    der Schirm hatte pro Seite 2 Rollen (also Übersetzung 1/3). In das Trum des Beschleunigerseiles, das am Tragegurt fest war, hatte ich auf halber Strecke zwischen eben dieser Vernähung und der unteren Rolle ein Kettenglied eingeschlauft. Dieses war klein, aber so dick, dass es nicht durch die Rolle ging.

    Daraus ergab sich Folgendes:
    beim Betätigen des Beschleunigers hatte der erst sein ursprüngliches Übersetzungsverhältnis von 1/3
    Bis das Kettenglied an der unteren Rolle anlag. Ab da ergab sich ein Übersetzungsverhältnis von 1/2, als ob es nur die obere Rolle gäbe, weil das Seil ja unten belegt war.

    Diese Version spart 1 Sechstel des Tret-Weges, das komplette Umrüsten auf nur eine Rolle spart 1 Drittel.

    Der ganze Aufwand (anstatt einfach ganz auf nur eine Rolle umzurüsten) hat sich deshalb gelohnt, weil aus meiner Erfahrung das Treten der ersten ca. 20% des Beschleunigers am kraft-intensivsten sind - aus der angewinkelten Beinstellung heraus und aus weiteren, Schirm-bedingten Gründen.

    Ich habe keine Ahnung, ob bei Schirmen der offenen Klasse dieser Effekt auch zu beobachten ist, also das Treten am Anfang schwerer ist als bei vollem Beschleunigen.

    Gruß
    Martin

    P.S
    was Ähnliches hat meines Wissens der SIGMA, da ist anstelle des Kettengliedes eine Kugel als Begrenzung vorhanden.

    P.P.S.
    z.Zt. brauch ich all die Tricks nicht, beim ASPEN reicht die Länge meiner Beine.

  5. #5
    DHV-Mitglied
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    AW: Beschleuniger mit Bowdenzug

    Zitat Zitat von kerim
    [ ..... ] habe ich dann den beschleuniger mit den händen gezogen, hab die ohren ran gelegt und bin eingelandet. [ ..... ]
    Gleichzeitig?
    Wie geht das denn?

    Gruß
    Martin

  6. #6
    GS-Liga Avatar von UlrichPrinz
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    Oct 2003
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    AW: Beschleuniger mit Bowdenzug

    Hi Martin,

    Ich stimme dir zu, dass man prinzipiell mit dem Bowdenzug-Beschleuniger
    einen *Tick* sorgfältiger sein sollte, als mit einer simplen Schnur.

    Aber wenn das ganze zu viel Aufmerksamkeit und Pflege bräuchte, wärs
    nichts für mich - dann hätt ichs gar nicht erst als empfehlenswert erachtet.

    Ich vermute, deine Konstruktion war irgendwie Knick-gefährdeter: Bei meiner
    geschilderten Version liegt ein nur ~30cm langes Stück sehr stabile Bowdenzughülle
    parallel zum Sitzbrett, innen im Gurtzeug. Da knickt sicher (!)nichts bei meiner
    Packmethode - das sollte man sich eben vorher mal anschauen. Und selbst
    wenn da was knicken sollte: Durch die Teflon-Hülle ziehe ich locker auch einen
    völlig geknickten Zug - blockieren kann das nur, wenn du einen Knoten oben
    rein machst...

    @kerim: Allein beim Schmittenpokal ist 4 Leuten der (Normalschnur-)Beschleuniger
    gerissen von denen ich weiss, und vermutlich noch mehr die ich nicht kenne.
    Das hat mich erstaunt, weil sich so etwas meist schon deutlich ankündigt mit
    aufgepelzter Hülle und ersten weissen Stellen die durchschauen. Man sollte
    zumindest vor einem Rennen oder einem Tag wo ich Starkwind erwarten kann
    schon einmal den Beschleuniger kontrollieren, ob noch alles im grünen Bereich ist!

    Mit dem Bowdenzug bleibt dir das nicht erspart: Wenn durch Knicken am vorderen
    Austritt des Gegenhalts irgendwann mal ein einzelner Draht bricht, folgen die anderen
    meist recht bald. Also direkt auswechseln nach dem Flug!

    Gruss, Ulli

  7. #7
    DHV-Mitglied
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    AW: Beschleuniger mit Bowdenzug

    Es gab schonmal einen Pfad über nicht ausreichende Beschleunigerwege, falls z.B. die Brummelhaken im Weg sind, weil am Gurtzeug die obere Rolle zu weit oben sitzt:
    http://forum.dhv.de/showthread.php?t...=Beschleuniger


  8. #8
    GS-Liga Avatar von UlrichPrinz
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    AW: Beschleuniger mit Bowdenzug

    Hi Martin,

    > hatte ich auf halber Strecke zwischen eben dieser Vernähung
    > und der unteren Rolle ein Kettenglied eingeschlauft


    Ja, das ist ein cleveres System! Der Sigma von Advance hat es, und
    nun auch der Boomerang Sport. Bei Gin wird es aktiv als Kick-Down system
    vermaktet. http://www.gingliders.com/products/kickdown.php
    In einem Forum (hier oder SFM) waren auch mal Bilder vom Tragegurt mit
    der Kugel. Hilft nur leider nicht, wenn man nur 1 Rolle hat, weil man den
    ganzen Weg ausnutzen will ...

    > Gleichzeitig? Wie geht das denn?

    Kerims Freunde nennen ihn manchmal auch Vishnu:


  9. #9
    DHV-Mitglied
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    610

    AW: Beschleuniger mit Bowdenzug

    Zitat Zitat von kerim
    man greift mit den händen die beiden brummelhaken, streckt dann seine füße richtung himmel und...
    und... ?
    Holt dann mit den Füßen die A-Leinen für die Ohren rein?
    Chapeau, Herr Akrobat!

  10. #10
    Registrierter Benutzer Avatar von zeckenklauber
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    AW: Beschleuniger mit Bowdenzug

    Zitat Zitat von kerim
    ich hab bei meinem vor letzten flug den beschleuniger durchgerissen. nach einer schrecksekunde habe ich dann den beschleuniger mit den händen gezogen, hab die ohren ran gelegt und bin eingelandet. fast hätte es mich ins lee geblasen. mit dieser fahrad konstruktion wäre das nicht passiert. vielleicht bastel ich mir das auch an meinen schirm, brauch jetzt eh was neues. coole idee
    Ist sehr gefährlich. Ich kenne wen der hatte genau deswegen einen schweren Unfall. Hat während des Runterziehens des Beschleunigers mit den Händen einen Klapper in hangnähe und konnte nicht mehr schnell genug reagieren. Fazit: Fuß ziemlich kaputt!
    Mir ist schon mal der Knoten vor der Fußsprosse aufgegangen. Knoten ab Werk und hat nix gehalten. Seit dem kontrolliere ich meinen Beschleuniger regelmäßig.

    lg, zeckenklauber
    Hangnahes Fliegen bitte nur mit Zeckenschutzimpfung / Vogelgrippeimpfung!

    www.stefan-hofbauer.com


  11. #11
    DHV-Mitglied Avatar von ekke
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    Jun 2001
    Beiträge
    1.439

    @zeckenklauber:

    ...konnte nicht mehr schnell genug reagieren. Fazit: Fuß ziemlich kaputt!
    ...und ausserdem, wenn ich das richtig verstanden habe,
    hatte kerim wohl die Füße an den äusseren A-Leinen.
    Waren also bestens geschützt!!! (...äh die A-Leinen???)

    Genau weis ich es allerdings auch nicht.
    Hab dummerweise in dem Moment grad woanders hingeschaut.

    Das nächste mal passe ich besser auf und mach ein Foto. Versprochen!
    (....mit nem Leatherman bekommt man auch Stahllitze kaputt, hihi)

    gruss ekke


  12. #12
    Registrierter Benutzer
    Registriert seit
    Mar 2003
    Beiträge
    1.078

    AW: Beschleuniger mit Bowdenzug

    Zitat Zitat von kerim
    nicht gütegesiegelten schlafplatz
    Schweinerei.


  13. #13
    Registrierter Benutzer
    Registriert seit
    Feb 2003
    Beiträge
    596

    AW: Beschleuniger mit Bowdenzug

    @ all...

    in vielen Gurtzeugen läuft die Beschleunigerleine frei...
    Das macht diese einserseits durch die Reibung kaputt, andererseits kann auch
    das Gurtzeug selbst in Mitleidenschaft gezogen werden.

    Ich habe da "Pneumatik-/ Druckschläuche" im Einsatz. Innenurchmesser
    ca. 5-7mm.
    Flexibel und Robust. An den Enden heiß machen, bischen konisch weiten...

  14. #14
    DHV-Mitglied Avatar von Stefan_Schumacher
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    Breckerfeld, Kamshet

    AW: Beschleuniger mit Bowdenzug

    Ich danke Euch allen für die Anregungen, bei meinem XAlps läuft der Beschleuniger auch an den Gurten vorbei. Bei längeren Gleitstrecken kann das sicherlich unschön werden, vor allem, wenn man bei turbulenten Bedingungen immer wieder rein und raus muss.
    30 bis 40 cm Abschirmung sollten sicher ausreichen um die Aufhängung zu schonen.


    Übrigens fand ich es auch einmal sehr wichtig, den Beschleuniger mit den Händen herunter zu ziehen, besser als rückwärts über den Berg fliegen.
    Einen Klapper kann man bei meinem Schirm auch mit Gewichtsverlagerung ausbügeln oder verhindern. :-) (Ich war hoch genug.)

    Bye
    Stefan
    --
    http://de.paragliding-wiki.org wieder online (Bitte Benutzer neu registrieren!)

    Überlebensratgeber Indien (in Arbeit): http://www.duckflight.de/download/IndienDHVForum.epub

  15. #15
    Bluesky
    Gast

    AW: Beschleuniger mit Bowdenzug

    Zitat Zitat von sny
    @ all...

    in vielen Gurtzeugen läuft die Beschleunigerleine frei...
    Das macht diese einserseits durch die Reibung kaputt, andererseits kann auch
    das Gurtzeug selbst in Mitleidenschaft gezogen werden.

    Ich habe da "Pneumatik-/ Druckschläuche" im Einsatz. Innenurchmesser
    ca. 5-7mm.
    Flexibel und Robust. An den Enden heiß machen, bischen konisch weiten...
    In den meisten Gurtzeugen läuft das Seil doch zunächst senkrecht herab, verschwindet im Gurtzeug, wird durch eine Rolle umgelenkt, läuft mehr oder weniger waagerecht nach vorne bis zur Sitzbrettkante und tritt dort aus dem Gurtzeug aus, z.B. mittels Öse.

    Zumindest in dem senkrechten Teil verbietet sich aber ein solcher Bowdenzug oder der Einsatz eines Stück Industrieschlauchs, da es unweigerlich zur Stauchung kommen würde! Grund: Spätestens bei "Eintreffen" des Brummelhakens von oben auf diesem Schlauch ist Schluss mit Weiter-Bescheunigen, da unten die Umlenkrolle sperrt und von oben der Brummelhaken drückt!

    Ich habe mir als Verschleißschutz damit beholfen, indem ich das komplette Beschleunigerseil mit transparentem Schrumpfschlauch umhüllt habe (thermisch): gleitet jetzt besser und schont sich selbst und das Gurtzeug.

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