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Thema: Noch ein paar Anfängerfragen bezüglich GS-Schulungsumfang

  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von Sboarder
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    Noch ein paar Anfängerfragen bezüglich GS-Schulungsumfang

    Übernächste Woche bin ich dann endlich wieder in den Alpen zum Fliegen und hoffentlich ist das Wetter so gut, daß ich meine letzten Höhenflüge absolvieren kann.

    Mit meinem Kumpel habe ich noch folgende Sachen, die ich angehen oder vertiefen möchte.

    -Groundhandling. Haben wir in der Flugschule noch nie gemacht. Habt ihr das gemacht? Hier auf unserer "Heimwiese" üben wir das ja schon mal öfter, aber ein wenig Anleitung wäre fein.
    -Rückwärtsstarten: Ist doch essentiell, oder? Haben wir ebenso in der Flugschule noch nie geübt. Wie wars bei Euch? Wie wichtig ist das wirklich?
    -Fliegen mit dem Beschleuniger. Gleiches Ding: In der Flugschule noch nie gemacht. Gleiche Fragen. ;-)

    Je nachdem, was ihr hier so antwortet, werde ich dann den Flugschulen-Häuptling bitten das noch anzugehen.

    Danke für Eure Antworten!

  2. #2
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    AW: Noch ein paar Anfängerfragen bezüglich Schulungsumfang

    Hallo sboarder,

    der erste Weg ist, einfach mal deine Fluglehrer darauf ansprechen! Dann fehlen nur noch passende Wetterbedingungen dazu - bei Nullwind Rückwärtsstart zu lernen ist doof.

    Denn eigentlich gehören Rückwärtsstart und beschleunigt fliegen zur regulären Ausbildung! Und wenn deine Flugschule nicht will, wäre diese nicht zu empfehlen.

    Gruss

  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von Sboarder
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    AW: Noch ein paar Anfängerfragen bezüglich Schulungsumfang

    Schon mal DANKE!

  4. #4
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    AW: Noch ein paar Anfängerfragen bezüglich Schulungsumfang

    Beschleunigtes Fliegen ist kein "Muss" (wir hatten gar keine Beschleuniger an den Schulschirmen, erst beim eigenen Material) und Rückwärtsstart vorwiegend eine Frage des Fluggebietes - bei uns war der Startplatz so steil, dass man das gar nie brauchte (und wenn der Wind für Vorwärts-Start zu heftig wurde, war's generell zu viel für die Schulung).

    Ground-Handling ist sicher nett, geht aber aufs Material - dass die Schulen sich mit dem eigenen Material da etwas zurückhalten, scheint mir nachvollziehbar (im Flachen sowieso irgendwie ein Murks, vor allem wenn der Wind nicht super stabil ist). Ein "Muss" ist das nicht unbedingt, aber gibt halt gute Rückmeldungen über den Schirm und hilft unkoordiniertes Fuchteln mit den Bremsen auszuschliessen und die richtigen Leinen zu erkennen um, falls mal nötig, in der Luft die richtige zu erwischen um z.B. einen Verhänger zu lösen. Anleitung dazu ist eher nicht nötig - merkst ja schnell ob das klappt oder nicht (ist etwas einfacher an einem leichten Hang, da kann man auch ganz gut das Drehen beim Rückwärtsstart üben - ist ätzend, wenn man startet und dann gleich nach dem Start schon mal 360° mit dem Gurtzeug machen muss weil man auf die falsche Seite gedreht hat).

    Beschleunigt fliegen ist kein Hexenwerk, das ist wie beim Auto (Gas - und es wird schneller). Selber benutze ich den recht oft (z.B. regelmässig wenn ich "Ohren" reinziehe oder für Traversierungen bei Gegenwind). Schwieriger dürfte es sein abzuschätzen wie viel Beschleuniger nötig/sinnvoll ist (mehr Geschwindigkeit ist auch schnelleres Sinken), ohne GPS dürfte das recht schwierig sein da optimal zu treffen. Strecken-Piloten sind da perfket ausgerüstet, aber als Fun-Flieger braucht man eigentlich nicht mal ein Vario (ich hab den ganzen Mist verkauft und fliege nur noch mit einem kleinen Solario).

    Rückwärtsstart finde ich wichtig, sobald man auch bei etwas mehr Wind startet. Ab ca. 10 Km/h Wind, vor allem wenn's thermische Ablösungen sind und der überregionale Wind aus einer anderen Richtung kommt, wird es mit dem Vorwärtsstart ne Lotterie. Rückwärts kann man den Schirm schön stabilisieren, das ist einfach "sicherer" als ins Blinde zu laufen (beugt auch unzähligen Fehlstarts vor). Müsste IMHO zumindest an windigen Plätzen zur Grundschulung am Übungshang gehören und könnte mit Talwind-Systemen zumindest ganz praktisch sein, wenn man in die Alpen geht.

    Würde somit beides auf die Wunschliste schreiben, dann hat man das wenigstens schon mal gesehen.

  5. #5
    Registrierter Benutzer Avatar von winDfried
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    AW: Noch ein paar Anfängerfragen bezüglich GS-Schulungsumfang

    "Beschleunigtes Fliegen" ist ein absolutes Muss, Schulungsschirme ohne Beschleuniger sind Stuß.

    Den Lehrplan mit obligatorischen und fakultativen Inhalten findest Du hier:
    http://www.dhv.de/web/fileadmin/user...anuar_2015.pdf
    (besonders interessant Seiten 6 und 10).
    Den groben Rahmen hier:
    http://www.dhv.de/web/fileadmin/user...01_14_2_01.pdf

    Man muß als engagierter Flugschüler manche Dinge bei seinen Fluglehrern einfordern.
    Bei mir lief das so:
    Am Startplatz vor dem drittletzten Schulungsflug, sagte ich zum Fluglehrer "ich will gerne mal den Beschleuniger ausprobieren".
    Antwort: "Ok, aber bitte erst auf dem Weg zum Landeplatz".

    Vor dem letzten Schulungsflug: "Ich würde gerne einen B-Stall ziehen."
    Antwort: "Na gut, aber flieg zuerst weg vom Berg".
    Weil ich den Funk hören und verstehen konnte, hat es zwar Überraschungen gegeben, aber die hatten keine Folgen.
    Viel Spaß, W.

  6. #6
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    AW: Noch ein paar Anfängerfragen bezüglich GS-Schulungsumfang

    Hinweis: Mit * gekennzeichnete Übungen sind optionale Ausbildungsinhalte, die nach Ermessen des Fluglehrers, zusätzlich zu den Pflichtübungen trainiert werden können.

    Ganz unrecht hatte ich somit nicht (beschleunigt Fliegen und Rückwärts-Start sind beide mit * angegeben) - was ja keineswegs heissen soll, dass das nicht sinnvoll ist das mal zu machen (nebenbei: ich sehe diverse Schüler welche den Beschleuniger gar nicht einhängen weil das nervt was zu machen wa man eh nicht braucht während der üblichen Schulungs-Flüge). Schüler welche schon Fortgeschritten sind und regelmässig B-Stall bis hin zu Strömungsabrissen bzw. Klapper trainieren und auch schon grössere Thermik-Flüge machen werden sich aber die Zeit gerne nehmen um den Beschleuniger einzuhängen - und werden den sicher auch nutzen dürfen (was ja ausser etwas höhere Geschwindigkeit und grösseres Sinken keine sonstige Veränderungen bringt - selbst bei einem eventuellen Klapper, was bei A-Schirmen in Schulungsbedingungen doch eher selten der Fall sein dürfte, dürfte das keine extremen Überraschungen geben).

    Rückwärts-Start sollte man regelmässig üben. Ich geb's zu, habe dieses Frühjahr bei ziemlich kritischen Startbedingungen mit Scherwinden und heftigen thermischen Ablösungen an einem Fels-Startplatz paar Startabbrüche beim Rückwärts-Start produziert bei dem sich der Schirm irgendwann um sich selbst gedreht hatte - und beim Ausdrehen auf die "übliche Seite" war's dann gerade verkehrt herum. Das ist schon mal ärgerlich und war doppelt mühsam, weil ich beim ausdrehen immer die Bremshand wechsle (habe das so gelernt, gibt Piloten welche es auf die Reihe bekommen ohne Handwechsel, d.h. bei Korrekturen beim Aufziehen der linken Flügelhälfte mit der rechten Hand zu korrigieren - ich kann das einfach nicht) und bei 360 Grad "zurückdrehen" hat es dann doch paar Sekunden gedauert bis ich die Bremsen wieder in der Hand hatte, das könnte ins Auge gehen. Nur um evenutellen Kritikern der Handwechsel-Methode den Wind aus den Segeln zu nehmen: in der Regel nehme ich erst beide Bremsen in eine Hand, drehe dann und nehme die Bremsen "richtig rum" wieder in die zweite Hand, somit sollte alles unter Kontrolle bleiben (funktioniert normalerweise immer, aber eben nur, wenn man nicht mega-gestresst irgendwas rumwurstelt).

    Irgendwann wird man das mit dem Rückwärts-Start eh brauchen (eben, z.B. Klippenstarts oder sonst arg kritische Startbedingungen bzw. starkem Wind), da ist es nur richtig, dass man das einfordert und sich die diversen Methoden mal zeigen lässt (mit dem Hochleister hab ich fast nur Cobra-Start gemacht, weil man gnadenlos ausgehebelt wurde, wenn man bei viel Wind beide Schirmhälften gleichzeitig aufziehen wollte, das ist mit dem aktuellen B-Schirm und getrennten A-Gurten gar kein Thema mehr).

  7. #7
    DHV-Mitglied Avatar von nikolaus
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    AW: Noch ein paar Anfängerfragen bezüglich GS-Schulungsumfang

    Zitat Zitat von Marc Beitrag anzeigen
    Hinweis: Mit * gekennzeichnete Übungen sind optionale Ausbildungsinhalte, die nach Ermessen des Fluglehrers, zusätzlich zu den Pflichtübungen trainiert werden können.

    Ganz unrecht hatte ich somit nicht (beschleunigt Fliegen und Rückwärts-Start sind beide mit * angegeben)...
    Da hast Du anscheinend nur die Vorraussetzungen für den Höhenflugausweis (L-Schein, S. 6) gelesen. Im Praxislehrplan für die A-Lizenz (S. 10) sind "Rückwärtsaufziehen" und "beschleunigte Ohren" Pflicht.

    LG Jochen
    ambitionierter Sonntagsflieger

  8. #8
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    AW: Noch ein paar Anfängerfragen bezüglich GS-Schulungsumfang

    Zitat Zitat von Sboarder Beitrag anzeigen
    -Groundhandling. Haben wir in der Flugschule noch nie gemacht. Habt ihr das gemacht? Hier auf unserer "Heimwiese" üben wir das ja schon mal öfter, aber ein wenig Anleitung wäre fein.
    Groundhandling ist eine Fleißübung und sau wichtig. Aber dennoch finde ich dass bei der begrenzten Zeit, die für die Schulung anberaumt wird, jede fliegbare Minute besser mit Flugübungen genutzt wird, als mit Bodengehampel. Ist jedoch das Wetter gerade nicht schulungstauglich, kann es dennoch zum Groundhandlen taugen. Das ist es, was ich mir von einer Flugschule wünschen würde.

    Zitat Zitat von Sboarder Beitrag anzeigen
    -Rückwärtsstarten: Ist doch essentiell, oder? Haben wir ebenso in der Flugschule noch nie geübt. Wie wars bei Euch? Wie wichtig ist das wirklich?
    Meine persönliche, unqualifizierte Meinung: Ich halte den Vorwärtsstart für einen Anachronismus, der 20 Jahre altem Material geschuldet ist. Mit den Lappen von damals musste man richtig rennen um zu starten, was rückwärts bei Nullwind einfach nicht ging und sau gefährlich wäre. Bei den modernen Schirmen braucht man aber selbst bei Windstille keine drei Schritte um den Schirm über sich zu haben. Da gibt einfach kaum noch Situationen, in denen ein Vorwärtsstart wirklich Vorteile bringt, aber eine Menge Situationen, in denen der Rückwärtsstart deutlich zu bevorzugen ist. Wäre ich "an der Macht", hätte ich die Prioritäten längst umgekehrt, den Rückwärtsstart zur Pflicht erhoben und den Vorwärtsstart zu optionalem Bonusinhalt abgewertet.
    Nichts desto trotz halte ich es für sinnvoller man lernt eine Startart sicher - so sicher dass man auch mit unerwarteten Eventualitäten souverän umgehen kann. Das mit beiden Startarten hinzukriegen passt nicht in die Zeitspanne eines Flugkurses - insbesondere nicht ohne ausgiebiges Groundhandling.


  9. #9
    Registrierter Benutzer Avatar von Blaumilan
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    AW: Noch ein paar Anfängerfragen bezüglich GS-Schulungsumfang

    Zitat Zitat von Sboarder Beitrag anzeigen
    Übernächste Woche bin ich dann endlich wieder in den Alpen zum Fliegen und hoffentlich ist das Wetter so gut, daß ich meine letzten Höhenflüge absolvieren kann.

    Mit meinem Kumpel habe ich noch folgende Sachen, die ich angehen oder vertiefen möchte.

    -Groundhandling. Haben wir in der Flugschule noch nie gemacht. Habt ihr das gemacht? Hier auf unserer "Heimwiese" üben wir das ja schon mal öfter, aber ein wenig Anleitung wäre fein.
    -Rückwärtsstarten: Ist doch essentiell, oder? Haben wir ebenso in der Flugschule noch nie geübt. Wie wars bei Euch? Wie wichtig ist das wirklich?
    -Fliegen mit dem Beschleuniger. Gleiches Ding: In der Flugschule noch nie gemacht. Gleiche Fragen. ;-)

    Je nachdem, was ihr hier so antwortet, werde ich dann den Flugschulen-Häuptling bitten das noch anzugehen.

    Danke für Eure Antworten!
    - Groundhandling:
    Haben wir in der Abschlusswoche in den Alpen einmal gemacht, da Wetter nicht fliegbar war. Wird von meiner Schule an Schulungstagen am Übungshang angeboten, habe ich selbst nach der Lizenz Mal gemacht, nach vielen Stunden wo ich allein war, auch Mal mit Anleitung
    Groundhandling finde ich unheimlich wichtig!
    Es ist unglaublich, wie gut man den Schirm kennen lernen kann, und was für ein Gefühl man dabei entwickelt.

    GH geht auch vorwärts - einfach Mal den Schirm bei passendem Wind über Kopf halte, OHNE hinzuschauen.
    Rückwärts - einfach Mal machen. Ist unheimlich schwer am Anfang, da man die Bremsen spiegelverkehrt einsetzen muss. Aber irgendwann kommt ein Punkt, da macht man es automatisch, egal ob mit Bramsen in der Hand, oder direkt in die Leinen greifen.

    -Rückwärtsstarten:
    Ist schwieriger am Anfang, daher wird es wohl nicht viel geschult. Gutes Groundhandling scheint mir eins Voraussetzung.
    Lass Dich von Deiner Flugschule Mal eibnweisen, und dann probiere es selbst. Ich meine Groundhandling. Im flachen, bei passendem Wind.

    Wenn Du anschließend auf einem engen Startplatz stehst, der Wind böig ist, es den Schirm vorwärts zerschossen hat und Du abbrechen musstest - dann wirst Du froh sein, es rückwärts zu beherrschen. Dann kann man es nämlich mit gutem Gefühl nochmal versuchen zu starten. Rückwärts siehst Du was da geschieht, das ist bei Böen auf engen Startplätzen sehr wichtig.

    -Beschleuniger:
    Werdet ihr sicherlich in der Abschlusswoche üben. Haben wir auch. Ist sicherlich ein muss. Ist aber kein Hexenwerk, und man sinkt schneller, daher macht das nur ab einer gewissen Höhe Sinn.

    -Aktives Fliegen
    Körper, Bremsen, Beschleuniger - alles gehört dazu. Das Lernen hört nie auf. Ich persönlich habe den Eindruck, für mich fing das Lernen erst nach der Lizenz an


    LG

  10. #10
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    AW: Noch ein paar Anfängerfragen bezüglich GS-Schulungsumfang

    Zitat Zitat von thmu Beitrag anzeigen
    Meine persönliche, unqualifizierte Meinung: Ich halte den Vorwärtsstart für einen Anachronismus, der 20 Jahre altem Material geschuldet ist.
    Stimmt, völlig unqualifizierte Meinung

    Wie oft sehe ich am Startplatz den Fliegerkameraden, der zum Schirm eingedreht bei absolut idealen, aber halt nur schwachwindigen Startbedingungen Minute um Minute ausharrt, zunehmend verzweifelt darauf wartend, dass ein freundlicher Wind ihm auch noch die letzte Laufarbeit abnimmt. Hat der Wind dann aber doch kein Einsehen und das Grummeln der Wartenden dringt langsam auch zu ihm durch, wird irgendwann rückwärts aufgezogen. Natürlich so wie man es von idealen Bedingungen gewohnt ist - um dann festzustellen, dass der Schirm leider nicht wie angenagelt über einem stehen bleibt sondern sacht wieder nach hinten unten weht. Also nächster Versuch, jetzt deutlich dynamischer. Natürlich wird schon ausgedreht während der Schirm noch steigt, gern begleitet von einen oder anderen Stolperer während des Rückwärtslaufens und Ausdrehens. Dann folgt üblicherweise der sogenannte Startlauf, bei dem Pilot und Schirm häufig beschließen, unterschiedliche Richtung und Geschwindigkeit einnehmen. Dass die Kappe nicht richtig steht, braucht der Rückwärtsaufzieher nicht zu bemerken, hatte er doch bis zum Ausdrehen mehr als ausreichend Zeit um den Kontrollblick zu machen. Mit Glück folgt jetzt ein irgendwie gelungener Start mit schief stehender Kappe und diversen Pendlern, gern wird aber auch der Schirm wie ein Treibanker so lange über den Startplatz gezogen, bis der Platz oder die Kräfte ausgehen. In der Zwischenzeit sind daneben völlig unspektakulär 3-4 Vorwärtsstarter raus.

    Aber mal im Ernst: Ich ziehe auch lieber rückwärts auf wenn es ausreichend Wind hat. Aber wieso soll ich mir bei Schwach- bis Rückenwind zusätzlichen Stress durch Rückwärtslaufen und Ausdrehen machen. Der Vorteil moderner Schirme liegt ja vor allem darin, dass sie auch beim Vorwärtsaufziehen zuverlässig gerade hochkommen, nicht wie manche alte "Startsau", die nur durch Tricks vorwärts zu starten war.
    Die Vorbehalte gegen den Vorwärtsstart kommen meiner Meinung nach einfach daher, dass die meisten von uns ihn schlichtweg verlernt haben oder zumindest nicht ausreichend oft üben (mich teilweise eingeschlossen). Ich sehe es aber als großen Vorteil an, beide Startarten zu beherrschen und Gelände- und windangepasst anwenden zu können.

    Und in der Schulung führt am Vorwärtsstart kein Weg vorbei. Schließlich ist er unter Bedingungen, in denen vernünftigerweise noch geschult werden sollte, das Mittel der Wahl, um zuverlässig in die Luft zu kommen.

    Starts mit Rückwärtsaufziehen sollten in der Schulung in jedem Fall auch gelehrt werden. Allerdings ist meiner Meinung nach der Start mit Rückwärtsaufziehen deutlich komplexer und braucht ausreichend Übung bis sich die Mechanismen in den Synapsen eingebrannt haben. Ohne Bodenhandling geht da nichts. Das kann und sollte aber jeder individuell üben, die knappe Zeit unter Flugschulaufsicht sollte vor allem dazu genutzt werden, tatsächlich auch zu fliegen. Aufgabe der Flugschule in Sachen Rückwärtsstart sollte dann vor allem die Vermittlung der Grundlagen für späteres eigenständiges Üben und Perfektionieren sein sowie die Kontrolle, dass sich keine grundlegenden Fehler in der Technik einschleichen.

    LG,
    Michael

  11. #11
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    AW: Noch ein paar Anfängerfragen bezüglich GS-Schulungsumfang

    Zitat Zitat von RAc Beitrag anzeigen
    Also wenn Du von einem steinigen unebenen Startplatz bei 0 oder gar leichtem Rückenwind startest, ist der Vorwärtsstart Alle Mal die beste Variante
    Ja. Und wann hat man solche Bedingungen? An 5% der Startplätze? Oder 3%? Und hat ein Anfänger an solchen Startplätzen was verloren? An schulungstauglichen Startplätzen jedenfalls zu 0%. An jedem normalen Startplatz zieht man rückwärts auch bei Nullwind genauso gut auf wie vorwärts.
    Ich bestreite nicht, dass in genau den Situationen mit knöchelfeindlichem Gelände oder Rückenwind der Vorwindstart vorteilhaft ist. Aber das sind Ausnahmen. Es gibt 10x mehr Situationen bei denen rückwärts aufzuziehen sicherer ist.

    Zitat Zitat von Blaumilan Beitrag anzeigen
    -Rückwärtsstarten:
    Ist schwieriger am Anfang, daher wird es wohl nicht viel geschult. Gutes Groundhandling scheint mir eins Voraussetzung.
    Das ist der Grund, weshalb meine Meinung unqualifiziert ist. Ich bin kein Fluglehrer, der abschätzen kann, ob und wieviel schwieriger es ist direkt den Rückwärtsstart zu schulen / lernen.
    Geändert von thmu (26.08.2015 um 12:27 Uhr)

  12. #12
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    AW: Noch ein paar Anfängerfragen bezüglich GS-Schulungsumfang

    Groundhandling: Absolutes Muss, wie kriegt man ohne überhaupt den Schirm kontrolliert gestartet? Jeder Flug beginnt mit ein paar Sekunden Groundeln.
    Rückwärtsstarten: Absolutes Muss, du wirst nicht immer bei Schulungsbedingungen starten.
    Fliegen mit Beschleuniger: Absolutes Muss. Wenn du halbwegs ambitioniert rangehst wirst du später beim Geradeausfliegen häufiger Beschleunigen als nicht.

    Die Ausbildungsregeln sehen das alles nicht verpflichtend vor, trotzdem sollte das jede Flugschule im Programm haben, mindestens auf Nachfrage. Man kanns ganz gut ohne Flugschule mit Freunden lernen, aber wofür zahlt man dann so viel Geld?


  13. #13
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    AW: Noch ein paar Anfängerfragen bezüglich GS-Schulungsumfang

    Hallo Sboarder,
    beschleunigt Fliegen ist gar kein Thema, mit dem Fluglehrer absprechen und das Dingen treten. Ist ja eine einfache Übung und da gibt´s ja auch nichts zu lernen (außer wann man den wie sinnvoll einsetzt, das Beschleuniger treten an sich ist aber ganz einfach).
    Beim Rückwärtsstart ist das schon etwas komplizierter. Der Fluglehrer kann Dir erklären wie Du Dich angurtest und ausdrehst (auch recht einfach). Damit ist es aber lange nicht getan. Bis Du den Schirm mit gekreuzten Steuerleinen über Dir kontrollieren kannst, geht einige Zeit ins Land. Das musst Du einfach üben, üben, üben.
    Ihr werdet das bestimmt mal versuchen in der Schulung, aber Du wirst das nicht in der Woche oder den 2 Wochen lernen. Dafür musst Du an den Übungshang oder auf die Wiese in Deiner Nähe.
    Rückwärtsstart ist enorm wichtig. Gerade in den Geländen an Rhein und Mosel. Die Startplätze sind oft sehr klein und steil und gut angeströmt. Hier wird fast nur rückwärts gestartet.

  14. #14
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    AW: Noch ein paar Anfängerfragen bezüglich GS-Schulungsumfang

    Komme mir grad blöd vor - habe schon seit mindestens einem Jahrzehnt kein GH mehr gemacht (in der Schulung oft, wenn Rückenwind war konnten wir mit den paar Metern bis zum Felsabbruch vor dem Startplatz gar nicht mehr starten und mussten uns gezwungenermassen sonstwie mit dem Material beschäftigen).

    Die Ausführungen zum GH sind aber absolut überzeugend, vielleicht wäre es an der Zeit mit dem neuen Schirm (der so neu auch schon nicht mehr ist, war dieses Jahr schon mehr in der Luft als die ganzen 5 vorherigen Jahre zusammen) mal wieder bisschen Basis-Programm zu machen. Nur eben: hat man mal etwas Zeit, dann möchte man das zum Fliegen nutzen, zumal im Moment die Bedingungen traumhaft sind.

    Zur Theorie Vorwärts- bzw. Rückwärtsstart: von Mitte Februar bis Anfangs Mai war an meinen Startplätzen (allesamt auch mit Schulen belegt) zu 90% Rückenwind (teils bis 10 Km/h), das war dann schon ziemlich "schräg" wenn die Spezialisten da gegen die Laufrichtung aufziehen und sich dann "irgendwie" quer den Hügel runterstürzen um das Teil zum Fliegen zu bekommen. Das sind keineswegs spezielle Bedingungen, ist Standard an allen Gebirgs-Plätzen wo oben grosse Schneefelder liegen und mangels regionalem Wind die (allfällige) Thermik nicht bis an den Start gedrückt wird. Viel Spass, wenn man hier im Vorwärtsstart nich sicher ist.

    Weiss nicht ob das inzwischen Standard ist beim Rückwärts-Start mit gekreuzten Bremsen zu starten (bei uns konnte man nach eigenem Belieben wählen, die Mehrheit hat sich für den Handwechsel entschieden - so sind Aufziehen und allfällige Korrekturen echt easy). Handwechsel hat den Vorteil weniger geübt werden zu müssen, sicherer ist es aber, wenn man die Bremsen nie aus den Händen geben muss (bringt aber nix, wenn man den Schirm nicht gestartet bekommt oder 10 Startabbrüche fabriziert während eine Horde Schüler und Piloten darauf wartet, dass man endlich den Platz freigibt weil die ja auch mal starten wollen).

    Egal ob vorgeschrieben oder nicht (hab nicht alles im Link gelsen, irgendwann ist auch meine Kaffeepause vorbei) - alles was den Start erleichtern kann ist hilfreich, da gehört auf jeden Fall auch der Rückwärts-Start dazu. Etwas erstaunt war ich als Schüler B-Stalls machten, ich war der Meinung, dass das heute nicht mehr geflogen wird (je nach Schirm schon gar nicht mehr möglich bzw. mit sehr komischen Flugzuständen verbunden). Aber die Jahre vergehen schnell, beim letzen Sicherheitstraining (ist auch schon gegen 10 Jahre her) ist auch keiner mehr Full-Stall geflogen weil man bei den meist geflogenen DHV 2 bzw. 2-3 nie wusste wie die Dinger beim Ausleiten reagieren werden, heute scheint das aber auch wieder Standard zu sein.

    Viel Spass und auf schöne Flüge

  15. #15
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    AW: Noch ein paar Anfängerfragen bezüglich GS-Schulungsumfang

    Beschleunigtes Fliegen ist kein "Muss" (wir hatten gar keine Beschleuniger an den Schulschirmen, erst beim eigenen Material) und Rückwärtsstart vorwiegend eine Frage des Fluggebietes - bei uns war der Startplatz so steil,
    Egal ob nun vorgeschrieben oder nicht - Beschleuniger einhängen spätestens ab Höhenschulung und auch irgendwann mal beschleunigt fliegen und ein paar Rückwärtsaufziehübungen gehören bei ner guten Schulung dazu. Einige Schulen schenken sich das leider, aber das ist dann durchaus kein gutes Zeichen.

    Daß die Schüler nicht dauernd beschleunigt rum fliegen und daß es ohne entsprechendes Talent und extra Übung i.d. Regel nicht zum Rückwärts starten am Startplatz reicht, ist was anderes. Aber gezeigt bekommen sollte man das schon. Das gehört zum guten Ton.

    Ansonsten bitte die Vorwärts- vs Rückwärtsstartdebatte gerne wo weiterführen, wo es nicht neben dem Thema ist. Hatten wir schon ein paar mal hier und wer da rein dogmatisch argumentiert hat eh was so grundlegend nicht verstanden, daß sich für mich da jede Diskussion erübrigt.

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